AUDIOSAUL Bericht Auralic Vega G2

AUDIOSAUL Bericht Auralic Vega G2

Vega G2 Versandkarton

Vega G2 Versandkarton

„Surprise! Surprise!“

Irgendwie muss ich ja doch bei den Audionext-Jungs „`n Stein im Brett“ haben. 🙂

Eigentlich bekam ich ja immer wieder zu hören:
„In diesem Jahr können wir nicht mehr liefern!“
Jetzt ist er gerade doch angekommen, der Vega G2.
Zehn Tage vor Weihnachten.

 

Nun gut, all zu groß kann der Stein auch wieder nicht sein, denn der Aries G2 fehlt leider noch und wird auch tatsächlich erst im nächsten Jahr geliefert. Ist aber nicht die Schuld von Audionext.

So bleiben mir denn Zeit und Muße, mich um dieses hübsche Teilchen hier zu kümmern, falls mich nicht die flehenden Blicke eines guten Kunden dazu verleiten, meine Errungenschaft doch gleich wieder an ihn weiter zu reichen. Dann ist eben der nächste Vega für mich oder der übernächste … 🙂

Vega G2

Bereits in jugendlichem Alter träumte ich davon, eine HiFi-Komponente namens Vega zu besitzen. Wenn sich diese Marke aus Württemberg damals auch noch mit „W“ also Wega schrieb.
(Erschreckend – wie lang das schon her ist.)
Doch jetzt ist keine Zeit für Sentimentalität.

Auspacken und erste -wichtige- Erkenntnisse!

Vega G2 Karton2

Vega G2 Karton2

 

Wer weiß, was eine Matrjoschka ist, der kann sich in etwa vorstellen, wie man sich fühlt, wenn man ein Gerät von Auralic auszupacken hat.

 

 

Nach dem ersten Karton folgt ein zweiter Karton, folgt ein dritter Karton …

 

Vega G2 Karton1

Vega G2 Karton1

 

 

Das mitgelieferte Stromkabel darf allerdings getrost in den selbigen verbleiben – das verwenden wir ganz sicher nicht. Die beigepackten HDMI- und USB-Kabel müssen mangels eines Aries G2 dort ebenfalls noch eine Weile schlummern.

 

 

Weiterhin finden wir ein paar Stoffhandschuhe – aber keine Antennen – keine Bedienungsanleitung – keine Fernbedienung.

Mhh – da müssen wir doch gleich mal nachhaken, wie es sich mit diesen Dingen so verhält und ich rufe Christian Rechenbach an, den Auralic-Support-Mann.
Ergebnis:
Die gedruckte Bedienungsanleitung gibt es – aber nur auf Wunsch und in englisch. Für die deutsche Version hat man sich bei Auralic dafür entschieden, sie online zur Verfügung zu stellen, um schneller auf Software-Veränderungen reagieren zu können.

Hier klicken, um eine Vorabversion der Anleitung zu lesen.

Dann folgt aber eine für mich überraschende Info mit ziemlich hoher Bedeutung:

Der Vega G2 hat kein WLAN !!!
Die Antennen benötigt er also deshalb nicht, weil er gar kein WLAN-Modul integriert hat – er muss zwingend an ein Netzwerkkabel angeschlossen werden, oder eben an einen Aries G2. Der hat dann nämlich wieder WLAN.

Der Vega G2 wird ohne Fernbedienung ausgeliefert

Was im ersten Moment so wirkt, als hätte hier jemand mit Gewalt ein paar Cent einsparen wollen, entpuppt sich dann aber doch als recht clevere Angelegenheit. Statt nämlich dem Vega G2-Besitzer jetzt noch wieder eine Fernbedienung mehr auf den Tisch zu knallen, hat man dem Vega G2 ganz einfach beigebracht, die Befehle einer beliebigen IR-Fernbedinung zu erlernen. Man geht einfach auf den Menüpunkt (Bedienungsanleitung Seite 17) drückt dann auf seiner Fernbedienung den gewünschten Knopf und der Vega G2 erlernt ihn. Statt also einer Fernbedienung etwas beizubringen, was der Vega kann, bringt man dem Vega etwas bei, was die Fernbedienung kann. Hierbei unterscheidet er sogar zwischen einem kurzen und einem langen Druck auf eine Taste. Also ich bin mir sicher, dass diese Möglichkeit in der Praxis noch deutlich mehr Freude bereiten wird, als man das jetzt so auf Anhieb glauben mag.

Ich packe weiter aus.

Vega G2 Stofftasche

Vega G2 Stofftasche

Der Vega G2 selbst ist nicht einfach in eine Plastiktüte gesteckt worden, sondern befindet sich in einer weichen Stoff-Tasche. Das finde ich gut.

 

 

 

 

 

 

Vega G2 Bodenplatte

Vega G2 Bodenplatte

 

Nach dem Umdrehen des Gerätes sehen wir die Ursache für die Klackergeräusche, die entstehen, wenn man mal feste zupackt. Die Füße sind mit einer Federung versehen. Ein Vega G2 steht also schon von Hause aus wunderbar entkoppelt auf der Stellfläche und man muss nicht noch teures Zubehör zukaufen.

 

 

 

 

Vega G2 Padis Sicherung

Vega G2 Padis Sicherung

 

Schnell baue ich noch eine 1A-PADIS-Sicherung ein und verbinde den Vega G2 dann über ein Progressive Audio Power One MK II / NCF mit der Wandsteckdose.

Nun darf sich der Vega G2 warm laufen.

 

 

 

Hinweis zu den PADIS-Sicherungen:
Alle meine Aussagen zu audiophilen Gerätesicherungen beziehen sich ausschließlich (!!) auf die PADIS-Sicherungen und nicht (!!) grundsätzlich auf alle auf dem Markt befindlichen Audio-Sicherungen! Leider gibt es neben guten Sicherungen wie der von PADIS auch ein paar Exemplare, die das Klangbild regelrecht zerstören. Ich habe es schon erlebt, dass das Klangbild durch diese Sicherungen aufgedunsen und matschig wurde.
Wer behauptet, man könne durch das Auswechseln der Gerätesicherungen keinen Klangunterschied erzeugen, der muss sich nur mal diese Dinger besorgen.
Es scheint mittlerweile so zu sein, dass wir uns nicht nur die Komponenten, sondern sogar noch verschiedene Gerätesicherungen anhören müssen.  Verrückte HiFi-Welt.

Hinweis zu den Stromkabeln:
Beipackstrippen wie die üblichen Stromkabel mit angegossenen Schuko- und Kaltgerätesteckern, wie sie auch z.B. einem PC beigelegt werden, sind Ursachen für eine deutliche Klangverschlechterung und man sollte sie nicht benutzen!
Schon für unter 100,- € bekommt man zum Beispiel die LoRad-Kabel von SupraCable und kann damit diese Fehlerursache beseitigen.
Ob man dann noch tiefer in die Tasche greifen möchte, um noch bessere Stromkabel zu erwerben, das muss jeder für sich selbst entscheiden.

Was ist dieser Vega G2 und was nicht?

Der Vega G2 ist ein Digital-Analog-Wandler, oder kurz – ein DAC (Digital-Analog-Converter).
Seine Aufgabe besteht darin, die digital angelieferten Signale eines Streaming-Transporters in tolle Musik zu verwandeln.

Vega G2 Eingänge

Vega G2 Eingänge

 

Hierzu verfügt er über praktisch sämtliche Eingänge, die wir heutzutage in der Digitaltechnik finden können.

USB, Toslink (Lichtleiter), RCA (Cinch-Digital), AES (XLR-Digital) und die hauseigene Schnittstelle mit einer HDMI-Buchse, die Auralic aber „Lightning Link“ getauft hat, weil doch noch ein wenig mehr über diese Schnittstelle stattfindet als bei einer gewöhnlichen HDMI-Verbindung.

 

Zu den Eingängen:
Messen und Hören stehen sich hier wieder einmal gegenüber. Messtechnisch gesehen sind die hauseigene Schnittstelle „Lightning Link“ und USB allen anderen Eingängen überlegen, denn sie ermöglichen uns eine Datenübertragung bis hin zu 32Bit, 384 kHz sowie DSD512, während wir uns bei AES, Coax und Toslink auf 24Bit, 192 kHz beschränken lassen müssen.
Zum einen ist das ja aber nur für jemanden interessant, der auch an entsprechende Datenformate heran kommt, und zum anderen ist da die Frage nach der Qualität des Kabels. Leider ist es bei jeder Schnittstelle so, dass wir zwischen verschiedenen Kabeln deutliche Klangunterschiede hören können. Die Aussage: „Da müssen doch nur Nullen und Einsen durchkommen!“, die ist längst überholt.
Da selbst Qobuz als das Musik-Streaming-Portal mit der derzeit höchstmöglichen Klangqualität maximal mit 24 Bit und 192 kHz streamt, dürften im Moment noch die technischen Daten in den Hintergrund treten. Was uns allerdings dazu verpflichtet, uns verschiedene Kabel und Schnittstellen anhören zu müssen.
Wenn wir auch einen Aries G2 zur Verfügung haben, werden wir uns diesen Verbindungen mal in einem eigenen Bericht widmen.

Vega G2 Ausgänge

Vega G2 Ausgänge

 

Ausgangsseitig finden wir ein Paar Cinch-Buchsen und – wie man es bei Komponenten in dieser Preisklasse als unverzichtbar bezeichnen muss – auch ein Paar XLR-Anschlüsse.

Intern werkelt dahinter selbstverständlich nicht etwa eine billige Symmetrieplatine, sondern ein echter symmetrischer Aufbau. Auch das muss man zu diesem Preis erwarten können.

 

Interessant ist noch, dass wir am Vega G2 auch einen Analogeingang vorfinden. Zwar wird hier nichts verstärkt, aber so doch in der Lautstärke geregelt. Wir können hier also einen CD-Player oder sogar das Phonoteil unseres Plattenspielers anschließen und dann unsere analoge Schallplattenwiedergabe über das iPAD in der Lautstärke regeln – nicht schlecht.

Hier noch einmal eine Übersicht über die Ausstattungsmerkmale der Auralic-Geräte:

Mini Aries Vega Altair Polaris Aries G2 Vega G2
Streaming-Modul x x   x x x x
WLAN x x   x x x  
Über Fernbedienung steuerbar   x   x x x  x
Server-Software x x   x x x  
Interne HDD möglich x     x   x  
DAC x   x x x   x
Hochpegeleingang         x   x
Solobetrieb möglich x     x x   x
Vollverstärker integriert         x    
Vorverstärker-Ausgang         x    
Phono-Eingang         x    

 

Wie klingt ein Vega G2 im Solo-Betrieb?

Auch wenn es langweilig werden sollte – aber ich beginne die Hörprobe wieder einmal mit dem „Fräulein Laura“ von Rolf Kühn.
Es ist einfach leichter, wenn man ein Stück in- und auswendig kennt.
Doch was ich da in diesem Moment höre, wühlt mich auf.  Bringt mich durcheinander.

Ich habe Hemmungen, das zu schreiben, was ich höre. Befürchte, dass man mich für durchgedreht hält oder mir meine Worte nicht abnehmen will.
Ich habe keine Ruhe – brauche Bestätigungen, starte „Summertime“ von Patricia Barber.

Machen Sie das mal!
Starten Sie den Song (auf Qobuz) und achten sie mal auf diese Percussion-Instrumente, diese „zischelnden Rasseln“.
Was genau hören Sie?
Ich – höre gerade ein Instrument, etwas erhoben in der linken Hand des Musikers und ein zweites etwas tiefer in der rechten Hand. Beide klingen auch leicht unterschiedlich in der Tonhöhe und im Volumen.

Bässe
Wir haben es hier mit einer elektrischen Bass-Gitarre zu tun und einem großen akustischen Bass.
Das eine Instrument beginnt, ab und zu steuert das zweite Instrument mal einen Ton hinzu.
Können Sie die beiden Instrumente sicher auseinander halten?
Bei mir hier –  gibt es im Moment nicht den Hauch eines Zweifels.
Obwohl so ein elektrischer Bass ja einen Tonabnehmer in der Gitarre hat – höre ich ihn hier gerade so, als könnte ich ihn vor mir sehen. So, als hätte der Tonmeister diesem Bass zusätzlich noch ein Mikro gegönnt – wofür?
Die Antwort höre ich jetzt hier gerade.

Ich starte „Antiphone Blues“ von Arne Domnerus. Seit mehr als 30 Jahren ein immer wieder gern gespieltes Vorführstück, das dadurch begeistern kann, dass dieses Saxophon durch das Kirchenschiff „geistert“ und dem Hörer einen Eindruck von diesem riesigen Raum vermittelt. Begleitet von der Kirchenorgel entstand ein ganz seltsames, aber nicht uninteressantes Duo.

Hier – erwartet mich aber plötzlich ein „kleines“ Saxophon (also in korrekter Größe dargestellt), das in einer großen Kirche gespielt wird. Ich bin mir nicht sicher, ob ich Ihnen den Unterschied deutlich machen kann. Oft ist es eben nur ein nicht genau zu ortendes Saxophon, was in dieser großen Kirche gespielt wird. Hier sehe ich das „kleine Ding“ vor mir und der Hall trennt sich komplett vom Instrument.
Sa-gen-haft!!!

Ich habe an diesem Tag noch fast meine komplette Playlist durchgespielt und jeden einzelnen Titel mal wieder neu entdecken und genießen dürfen. Besonders auffällig ist diese Leichtigkeit, mit der Instrumente, Stimmen und Geräusche in der korrekten Größe, mit dem richtigen Abstand zueinander dreidimensional und völlig natürlich reproduziert werden. Über allem liegt ein Gefühl für das richtige Timing. Man ist so weit zu behaupten, hier würde kein elektronisches Gerät Signale in Musik umwandeln, sondern hier musiziert ein elektronisches Gerät. Ich muss aufpassen, mich nicht zu weit aus dem Fenster zu lehnen.

Denn am Ende des Tages …
sitze ich da und frage mich, wie ich mich denn wohl fühlen werde, was ich denn wohl schreiben werde, wenn das mit dem Aries G2 zusammen noch einmal besser wiedergegeben wird.
Wieder einmal …
sitze ich also da und frage mich, wo denn da was noch besser klingen können soll.
Und wieder einmal …
kann ich mir schon denken, dass es wohl so sein wird. Ich weiß nur noch nicht wie genau.
Aber das ist es – was mich an diesem Hobby so fasziniert, dass es immer weiter geht und nichts still steht.

Fazit

Ich habe einen DAC gehört, der nur deshalb mit einem Streaming-Modul versehen wurde, weil es den Hersteller nichts gekostet hat und weil dieser sowieso davon ausgeht, dass sich jeder, der diesen DAC besitzt, sowieso auch den Streaming-Transporter namens Aries G2 dazu kaufen wird.
Nachdem ich dieses Teil gehört habe – wäre ich mir da allerdings nicht so sicher wie es der Herr Wang ist.
Heute nicht.

Betrachtet man die Preise eines Mini – eines Altair und eines Vega G2, muss man sagen, dass man diese Sprünge klanglich nachvollziehen kann – wobei das teuerste Gerät natürlich auch das beeindruckendste Gerät ist. Weil es einen glauben lässt, dass nichts auf der Welt noch besser klingen kann.

Ich bin wirklich gespannt darauf, wie sich die Kombi schlagen wird.
Nur eines steht für mich jetzt schon fest:

Noch nie war es einfacher, sich mit etwas zufrieden zu geben …
als mit dem Vega G2.

Link zu weiteren Informationen über die G2-Serie.

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