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AUDIOSAUL-Bericht über die High End 2019 München

AUDIOSAUL-Bericht über die High End 2019 München

Der AUDIOSAUL-Bericht über die High End 2019 ist ein subjektiver Kommentar über die größte HiFi-Messe in Deutschland. Ich wünsche Ihnen viel Kurzweil beim Lesen und Schauen.

Bericht in Textform
(Foto-Bericht weiter unten)

High-End 2019

… wenigstens hier geht die Artenvielfalt nicht verloren.
Die diesjährige High-End hat wieder einmal deutlich gemacht, wie wichtig solche Ausstellungen im Kampf gegen das Schubladendenken sind.
Ja, es ist immer wieder dieses naive Schubladendenken, mit dem der Mensch versucht, sich die Welt einfach zu machen und leider kann ich mich da persönlich auch nicht ausklammern.

In der High-Fidelity könnte man glauben, dass die großen Namen, die uns Freaks seit 30 oder 40 Jahren auf Schritt und Tritt begleiten, dass sie sich allein deshalb durchsetzen konnten, weil sie ja so gut sind.
Doch dem war nicht so und dem ist nicht so. Sie hatten lediglich das Glück, zur richtigen Zeit an der richtigen Stelle die richtige Idee zu haben und zu erkennen, dass da noch Platz für sie war.
Ein mal drin im Boot – lässt es sich leicht mit den Paddeln um sich schlagen, um seinen Platz nicht wieder zu verlieren.

Die Newcomer, heute ja mehr Startups genannt, die kleinen Manufakturen mit unvorstellbar progressiven und innovativen Ideen, die haben oftmals keine Chance, mit in das Boot zu klettern und daher kann man sie im „wahren Leben“ schnell übersehen oder als Händler der Einfachheit halber ins “Unbedeutsame”  ziehen.

Eine Show wie die High-End 2019 jedoch, die zeigte uns mal wieder eine ganz andere Welt.
Wo kein Wasser ist, da braucht man gar kein Boot!
So manch etablierter Name hatte dann auch nichts besseres zu tun, als wieder die gleichen Produkte und Modelle in wieder den größten Räumen mit den meisten Mitarbeitern zu präsentieren.

Die ganz großen Marken, die sich eher bei den Discountern oder dem Radio-Fernseh-Fachhandel zuhause sehen, die trifft man in München zum Glück kaum – lediglich ein paar Hybrid-Hersteller glaubten, dort auf ein dankbares Klientel zu treffen.

Was immer noch lobenswerter ist, als den deutschen Endverbraucher ganz abzuschreiben und die High End lediglich noch als globale Präsentation zu betrachten, um sich neue Märkte zu erschließen.

Der wirkliche Reiz der High-End, der lag endlich mal wieder darin, dass die Show 2019 eine Brücke zu den Ursprüngen Anfang der 80-er Jahre zu schlagen versuchte.

Selbst als Händler, der diese Tätigkeit nun schon weit über 30 Jahre ausübt, brauchte man nur wenige Schritte zu gehen, um wieder vor einem Namensschild oder Logo zu stehen, unter dem man sich nichts vorstellen konnte. 

Das beschränkte sich nicht nur auf Verstärker – ganz im Gegenteil.

Versuchten in manchen Räumen die längst etablierten Boxenentwickler ihre raumfüllende Ware vom letzten Jahr einfach nur in anderen Lackierungen als Neuentwicklung zu präsentieren, fand man in anderen, kleinen – fast verborgenen Zimmern Lautsprechermodelle, deren Namen man erst drei mal sagen musste, um sie richtig auszusprechen und die auf rein musikalischer Ebene zu verzaubern verstanden.
Ich will nicht falsch verstanden werden. Nicht alles, was sich etablieren konnte, ist deshalb automatisch schlecht – ist doch Quatsch.

Aber die High-End 2019 ließ einen über den Tellerrand schauen und dort sehr viele Leckereien erspähen.

Man sagt ja immer etwas abwertend: „Die Leute schauen sich auf der Automobilausstellung einen Maybach an und kaufen sich dann doch wieder eine A-Klasse.
Diese Aussage stellt aber die Realität so dar, als gäbe es zwischen Maybach und A-Klasse keine Alternativen.

Und genau das Gegenteil zu vermitteln, das hat die High-End 2019 spielend geschafft.

Wer Musik mit den Ohren sucht, statt immer die gleichen Berichte von immer den gleichen Redakteuren über immer die gleichen Produkte zu lesen, der hatte in München eine unvorstellbar große Auswahl.

Fazit:
Wer es 2019 versäumt hat, die High-End zu besuchen, der sollte sich den Termin für 2020 unbedingt ins Notizbuch schreiben!  

14.05.2020 bis 17.05.2020 …
(Der Donnerstag ist der Händlertag.)

Also bis zum nächsten Jahr an gewohnter Stelle!?

Bericht mit Bilder-Galerie

In gewohnter Weise galt unser erster Besuch natürlich dem Ausstellungsraum von Ralf Koenen, also Progressive Audio und Furutech.

Premiere feierte der nagelneue DAC992. Für uns der musikalischste DAC, den der Markt zurzeit zu bieten hat. Glücklicherweise gibt es ihn ab sofort auch mit Neutrik-USB-Eingang. Durch die direkte Anbindung an die I2S-Schnittstelle gelang es, die technischen Nachteile eines USB-Eingangs zu eliminieren. Daraus ergab sich ein Eingang, der den anderen Schnittstellen nun klanglich auf Augenhöhe begegnet.

Die aktiven Pearl Keramik TDL (Triple-directdriven-loudspeaker) mit Diamanthochtönern spielten, wie Lautsprecher zu spielen haben. Die Musik hatte mit all ihren Facetten Vorrang und Grenzen schien es überhaupt nicht zu geben. Wer schon einmal erlebt hat, wie schwierig es ist, diese Messeräume akustisch zu beherrschen, der musste bei Progressive Audio annehmen, es gäbe diese Raumprobleme überhaupt nicht. Nur wer diese Ausnahmewandler schon mal zuhause hören durfte, konnte feststellen, dass sie immer noch unter Wert liefen.

Eine kleine – feine Kette der Superlative

Mehr braucht kein Mensch – möchte man fast sagen – und hier hat Ralf Koenen es auf die Spitze getrieben.
Als Quelle dient der leider nicht mehr lieferbare Auralic Mini.
Angeschlossen über einen DAC992 direkt an die aktiven Extreme-Lautsprecher in der USM-Edition.
Es fehlt noch das iPAD und ein Qobuz- oder Tidal-Abo und schon ist man im siebten Musikhimmel, oder?

… wohl der gefragteste Artikel auf der High-End 2019 überhaupt!
(Neben den Weißwürstchen natürlich)

Über 300 Stück der NCF-Booster und NCF-Signal-Booster hatten die Aussteller bei Ralf Koenen (PADIS/Furutech) im Vorlauf zur Messe angefordert. Anscheinend niemand wollte auf die erstaunliche Wirkung dieser Zauberteilchen verzichten. Als Furutech-Händler können wir das wirklich gut verstehen und auch Sie sollten sich mal einen Ruck geben und die Dinger ausprobieren.

Übrigens:  Zurzeit können wir Ihnen günstig ein paar Messe-Artikel anbieten – fragen Sie nach!

Live-Musik in den verschiedenen Formen, wie hier eben die Alp-Horn-Bläser gehören mittlerweile fest zur Messe dazu.

… so wie auch die fahrbaren Ausstellungsstücke von den edelsten Fahrzeugbauern.

Wobei manch ein Hersteller sich wohl mehr Besucher wünschen würde, die mit solch einer Edelkarosse angereist sind.
Diese Kabel und Stecker passen zwar eigentlich mehr in einen HiFi-Laden in Dubai, sind aber auch für die Messe in München zumindest eine optische Bereicherung.

Wie selbstverständlich das Ruhrgebiet und vor allem Hersteller aus Essen heutzutage der Elite der High-End-Welt zuzurechnen sind, beweist neben Progressive Audio auch Karl-Heinz Fink (FAC) mit seiner Boxenserie. Hier an Classé-Audio Komponenten.

Bändchen sind ein wahrer Hochton-Traum – aber werden auch schnell zum Alptraum eines Entwicklers.
Wie man die faszinierenden Auflösungsfähigkeiten eines Bändchens mit vollen und warmen Klangfarben kombinieren kann, das zeigte uns Karl-Heinz Fink in diesem Raum. Fürwahr beeindruckend!

Dass das Ruhrgebiet nicht der einzige Ort ist, an dem man Lautsprecher zu entwickeln vermag, stellte ein mal mehr die Marke Estelon aus Estland unter Beweis. Hier sieht man den Entwickler Alfred Vassilkov zwischen einem Paar seiner optisch ungewöhnlichen Boxen. Klanglich sehr beeindruckend. Diese Marke habe ich seit ein paar Jahren “auf dem Schirm” – irgendwann schlage ich mal zu.

Umso enttäuschter war ich in diesem Jahr von der Präsentation der Von Schweikert-Lautsprecher. Haben mich im letzten Jahr die größeren Modelle noch in ihren Bann gezogen, stimmte hier bei den kleineren Brüdern irgendwie gar nichts. Die Bässe füllten zwar den Raum, aber sie waren weder zu orten, noch konnte man heraus finden, von welchem Instrument sie stammten. Stimmen waren kalt und harsch und bohrten sich einem regelrecht ins Ohr. Die Ortbarkeit veränderte sich mit jeder Kopfdrehung. Das muss doch besser gehen, oder!? Klar – man kann der Elektronik die Schuld geben, den Kabeln oder dem Raum, aber mit diesen Faktoren haben alle anderen Aussteller genau so zu kämpfen. Schade.

Wie wenig zulässig es ist, einen Rückschluss vom Design auf den Klang zu ziehen, bewies wieder einmal Harbeth. Mit einem Design, das es so lange gibt, wie es Lautsprecher gibt, aber einem Klang, der auf der Höhe der Zeit ist, bestätigte Harbeth in München erneut seinen tausenden Besitzern, wie richtig sie aus musikalischer Sicht doch liegen.

Mit äußerst vielversprechenden Neuigkeiten wusste Audioquest aufzuwarten. So waren Muster von den neuen Kabelserien zu sehen und für mich das interessanteste Produkt – die neue Niagara 1200 Netzleiste. Ein wahres Schwergewicht mit sehr überzeugendem Innenleben.
Mehr dazu – sobald die Teilchen lieferbar sind.

Dass man seine Produkte nicht nur einfach auf einen Tisch legen und zeigen kann, das war hier und da auch in angenehmer Art und Weise zu bestaunen. 

… wo allerdings ein tolles Design aufhört und wo doch eher die Pferde mit den Entwicklern durchgegangen zu sein scheinen, das muss natürlich jeder für sich selbst entscheiden. Hier einfach mal ein paar Beispielbilder ohne Kommentar.

Die für mich persönlich hässlichsten Boxen der Welt, bei denen ich nicht einmal durch den Klang in Erfahrung bringen kann, was irgendjemand auf diesem Globus daran gut finden könnte, das sind ganz sicher diese Lautsprecher hier von Western Elektrik, die die Messe Jahr für Jahr bereichern.
So wenig ich für diese Teile ein Verständnis aufbringen kann, so sehr scheinen sie für andere die “Götter unter den Lautsprechern” zu sein.
Jaja – so weit können sich Ansichten spreizen.

Und genau das ist das tolle an dieser Messe. Hier zeigen alle ihre Produkte und hier finden alle Produkte und alle Ideen ihre Liebhaber.
Für jeden ist was dabei – ganz sicher!

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