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Religion

Der Kabelklang, eine Frage des Glaubens?

Dieses Thema gehört zu:      AUDIOSAUL Handbuch der High-Fidelity
Kapitel:                                    Kabel und Kabelklang
Beitrag:                                    Kapitel-Einleitung

Glaube versetzt Berge
… so heißt es.

Doch wie vielen Menschen mag ihr Glaube schon das Leben gekostet haben?

An welcher Stelle wir das große Geschichtsbuch der Menschheit auch aufschlagen, wir werden wohl immer etwas darüber lesen müssen, dass „die mit dem richtigen Glauben“ „die mit dem falschen Glauben“ gequält, gefoltert und hingerichtet haben.

Und ich will auch gar nicht so tun, als könnten wir diese Dinge nur in den Geschichtsbüchern finden. Mir ist schon klar, dass uns diese schrecklichen Vorgänge auch heute noch begleiten. Meistens kommen wir hier in Europa aber zum Glück nur übers Fernsehen damit in Berührung und damit sind solche Geschehnisse zumindest scheinbar „weit genug weg“.

Selber mal am Pranger stehen

Wer jedoch am eigenen Leib einmal erleben will, wie man sich fühlt, wenn man an das falsche glaubt, der muss nur in einem Internet-Forum darüber schreiben, dass er sich gerade ein Lautsprecherkabel für 2.000,- Euro gekauft hat.

„Zur Kreuzigung hier lang und jeder bitte nur ein Kreuz!“.

Gut, wenn man dann zu denen gehört, die wie Brian nie den Humor verlieren und die selbst ans Kreuz geschlagen noch ein lustiges Liedchen zu trällern wissen.
Wer sich in so etwas empfindlicher zeigt, den kann schon mal die kalte Wut packen.

Den eigenen Standpunkt verteidigen

In der Phase eins mag man ja noch versuchen, seinen Standpunkt zu verteidigen. Aber spätestens in der Phase zwei möchte man wohl am liebsten „aufrüsten und zum vernichtenden Gegenangriff ansetzen“.
Doch wie heißt es in dem Zitat eines Unbekannten?

Streite niemals mit Dummen! Sie locken Dich auf ihr Niveau und schlagen Dich dort durch ihre Erfahrung!

Wobei hier ja noch gar nicht geklärt ist, auf welcher Seite sich die Dummen befinden!

Wer ist denn jetzt der Dumme?

Die Argumente der Kabelklang-Gegner sind ja nicht blöd und ihre Bedenken nicht unberechtigt.
Tatsächlich sind nur sehr wenige Theorien der Kabel-Entwickler bewiesen oder wissenschaftlich belegbar.
Vieles von dem was so behauptet wird, ist zugegebenermaßen kaum nachvollziehbar und einiges sogar absolut unvorstellbar.

Die Argumente der Kabelklang-Befürworter sind meistens schon mit: „Ja, hör doch mal!“ abschließend beschrieben.

Daher ist es durchaus legitim und eben auch gar nicht dumm, nicht an die Klangunterschiede durch Kabel zu glauben.

Eigentlich – ist weder das eine noch das andere dumm.

Viel Geld für ein vermeintlich überteuertes Kabel auszugeben, mag ja dumm erscheinen.
Doch unser Geld für etwas auszugeben, was uns stolz und zufrieden macht, kann doch gar nicht dumm sein, oder?
Markenhersteller leben jedenfalls gut davon – in allen Lebensbereichen!

Ist der dumm, der sich nach der Einnahme von Placebos besser fühlt und für eine Weile frei von Schmerzen ist?

Nein!
Sondern der ist dumm, der nicht eher ruht, bis er den Placebo-Patienten davon überzeugen konnte, dass ihm das Einnehmen von Zuckerpillen gar nicht helfen kann und sie ihn danach tatsächlich nicht mehr von seinen Schmerzen befreien.

Bin ich ein Voodoo-Meister, ein Guru …?

Zu meinem Alltag gehört es seit 30 Jahren, HiFi-Anlagen durch passende Kabel zu optimieren und ihnen damit den letzten „Feinschliff“ zu verleihen.
Wer die Veränderungen selber hören kann, der fragt immer wieder: „Wieso?“.
Wieso – ist das so?
Wieso – kann man so etwas denn nicht belegen?
Wieso – werden diese Unterschiede von so vielen bestritten?

In diesem Buch will ich deshalb Erklärungsversuche unternehmen.
Andeuten, wodurch sich möglicherweise Klangunterschiede einstellen können.

Gerade weil so vieles nicht einmal ansatzweise erklärt oder bewiesen ist, gerade deshalb musste ich dieses Kapitel für das Buch einfach schreiben.

Gemeinsam die Wahrheit finden

Jeder, der die von mir zusammengetragenen Aussagen bezweifelt, ist aufgerufen, mit seiner Kritik, seinen Argumenten oder auch ganz neuen Ideen dazu beizutragen, dieses Handbuch besser zu machen.

Ich akzeptiere Euch alle, mit all Euren Meinungen.
Nur nicht die, die mich erschlagen wollen, weil ich an etwas anderes glaube.

9 Kommentare zu „Der Kabelklang, eine Frage des Glaubens?“

  1. Karsten Preuß

    Tatsächlich gibt es an oben genannten Ausführungen – ein gutes Kabel ist ein passendes Kabel – nichts zu kritteln.

    Am Ende ist es oftmals ganz einfach. Ausprobieren und den eigenen Wahrnehmungen trauen. Auch auf diesem Weg wird sicherlich manche Fehlentscheidung getroffen, aber selbst dann gewinnt man Erfahrung, und im weiteren Verlauf ein sichereres Urteilsvermögen.

    Die Kabel-Erfahrungen Anderer sind zudem nicht 1 zu 1 übertragbar, durch genau oben angeführte Aussage, dass auch die angeschlossenen Geräte mit Ihren Ein- und Ausgangswiderständen, Stromlieferfähigkeiten, Anstiegszeiten und was auch sonst noch mit zum Ergebnis beitragen. Hier sind sehr viele, zumindest für mich: nahezu unkontrollierbare Variablen im Spie. lNach vielen Jahren im Thema habe ich manchesmal sehr preiswerte Lösungen schätzen gelernt, aber auch abstrus teure Kabel als preiswert erkannt.

    Auch wenn das nicht ins Weltbild vieler Forums Rechthaber passen mag… es gibt hier mMn nur Einzelfälle, da in einem mir bekannten Fall der komplett gleichen Elektronik und Kabel einst zwei unterschiedliche Cinch Kabel nachvollziehbarerweise als das passendste empfunden wurden. Da beibt als Inkonstante nur noch der Raum, das Stromnetz und die Aufstellung. Wenns „Klick“ machen soll, muss eben alles stimmen – auch das Kabel.

    Im übrigen haben Fachleute im Handel oft den richtigen Weg gewiesen, auch bei der Auswahl des Fachhandels gilt im übrigen: die eigene Wahrnehmung!

  2. Dieter Brandt

    Ein Kabel klingt nicht, es kann den Klang aber beeinflussen.
    Ein Kabel ist ein passives elektrisches Bauteil mit einem Widerstand, einer Induktivität und einer Kapazität. Physikalisch betrachtet also ein Filter zwischen der Ausgangs- und der Eingangsstufe zweier Geräte der beides miteinander verbindet. Gleiches gilt für Amp. und LS.
    In wieweit die Eigenschaften dieses Filters hörbar werden hängt einerseits von Filter selbst als auch von den Geräten ab die hierüber miteinander verbunden werden.

    Ein gutes Kabel ist daher ein passendes Kabel.
    Ein gutes Kabel bedeutet keinen großen finanziellen Aufwand, besonders im Vorteil ist, wer selbst konfektionieren kann.

    1. Au Mann! Und ich dachte, dieses Foren-Geschwafel sei mittlerweile so sehr widerlegt, dass es auch der Allerletzte kapiert hätte. Aber Sie dürfen gerne in den Baumarkt gehen, für 10,- € Teile holen und dann als Konfektionskünstler ein Superkabel daraus zaubern. Denn dass es dadurch einen Klangunterschied gibt, das steht für Sie ja anscheinend fest.
      Und nein – dies wird jetzt kein ellenlanger Meinungsaustausch. Dafür gibt es Foren. Dies hier ist meine Seite!
      Und im Moment gibt es wahrlich wichtigeres. Beitrag Ende.

    2. Dieter Brandt

      Lieber Wolfgang,

      weder habe ich etwas von Baumarktartikeln geschrieben, oder davon das nur selbst konfektioniertes Kabel gut sei. Es gibt zweifellos sehr gute Kabel im Fachhandel zu kaufen.
      Und das es Unterschiede gibt ,darüber sind Käufer und Verkäufer wohl auch häufig einer Meinung.
      Wenn hier aber pauschal und ungehört argumentiert wird das Alles was nicht fertig über den Verkaufstresen geht Bastelbudenniveau hat, ist das für einen Händler schon ein sehr entlarvendes Verhalten.

      VG

      1. ok – dann noch ein Nachschlag.
        Lieber Dieter – Deine Antwort hat ja schon eine ganz andere Qualität. Natürlich sind auch manche Kunden in der Lage Kabel zu konfektionieren. Leider ist aber der Glaube daran deutlich weiter verbreitet als die tatsächliche Fähigkeit. Beinahe 80 % aller Kabel, die wir in Zahlung nehmen und selbstverständlich prüfen, sind definitiv falsch konfektioniert. Manches ist geradezu lebensgefährlich, anderes klingt grottenschlecht. Wenn dann ein wirklich gutes Kabel mit einer falschen Konfektionierung die Runde macht und danach alle Tester behaupten, das Kabel tauge nichts, dann ist das schon ärgerlich. Wenn Kunden das 1.000,- €-Kabel auf ebay für 300,- € kriegen, es vom ersten Tag an nicht klingt und nach wenigen Wochen gar nicht mehr funktioniert, weil z.B. die Schrauben vom Schukostecker die Litze nicht halten, dann hört der Spaß einfach auf. Wer Kabel konfektionieren kann und das für sich macht, der handelt richtig, wer seine Fehlversuche verkauft, der handelt fahrlässig. Das ist einfach nicht gut.

        1. Dieter Brandt

          Hallo Wolfgang,

          deinen letzten Ausführungen kann ich inhaltlich in Bezug zu Hochpegel- als auch Netzkabeln voll zustimmen.
          Viele Bastler wissen nicht was Sie machen und wie gefährlich das werden kann.

          VG
          Dieter

  3. Jörg Noack

    Hallo,
    mache aus Neugierde den ganzen Zirkus mit, weil einfach immer wieder unterschiedliche nicht vor sehbare Ergebnisse eintreffen.
    Man hat über die Jahre durch Erfahrungen gelernt und kann eine Menge schon richtig machen, aber es ist wie mit der Wetteransage die nicht immer zutrifft!
    Man darf sich nicht ärgern lassen, sondern der Weg ist das Ziel und nur so kann es klappen.
    Eigene- und von Anderen sind Klangbeurteilungen immer von der Tagesform abhängig und wie lange man schon auf Entzug ist! Klanggewohnheiten spielen eine große Rolle
    und hat man überhaupt schon mal eine wirklich richtig spielende Anlage gehört ?
    Bei Vorführungen kann man Staunen mit was manche Leute schon zufrieden sind, der hohe Preis, der Name und wenn alles edel ausschaut – traurig!
    Und gutes MP3 (abgesehen von den Klangfarben) lässt als Klangindikator eine teure, edle Anlage als langweilig und fad erkennen, wenn Komponentenabstimmung, oder Raum/Boxen nicht passen.

    Wie schon gesagt: Das Gesamtpaket zählt, da “Alles” Einfluss nimmt.

    1. Da bin ich ganz bei Ihnen!
      Ich hole mir als Händler die Bestätigung meiner Auswahl, wenn Kunden sich z.B. ein Kabel ausleihen und es zunächst nicht kaufen, weil es ihnen zu teuer ist.
      … danach etliche weitere Kabel von den Kollegen ausprobieren, um sich irgendwann unser Kabel noch einmal auszuleihen und es dann zähneknirschend zu kaufen, weil es doch am besten klingt.
      Manchmal muss ich erleben, dass unsere Kabel immer seltener „gewinnen“ – dann muss ich mich zwangsläufig nach einem besseren Kabel umsehen.
      So ist das ein permanenter Abgleich, der auch uns einen Nutzen bringt und davor bewahrt, „betriebsblind“ zu werden.

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