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High End 2016 AUDIOSAUL-Bericht Teil 1

High-End 2016
Teil 1

Meinen Bericht über die High-End 2016 schreibe ich als „Geläuterter“, denn ich muss zugeben, zu denen gehört zu haben, die Frankfurt für den besseren Standort hielten und die die Atmosphäre in München als zu groß und zu unpersönlich empfanden.
Was jedoch in diesem Jahr dort in München auf die Beine gestellt worden ist, wäre in Frankfurt kaum möglich gewesen und deshalb ziehe ich meinen Hut vor allen, die an der Organisation dieser Ausstellung beteiligt gewesen sind!

„Jetzt habt Ihr mich!“

Um meinen Eindruck von der Messe 2016 mit nur einem Wort zu beschreiben, gibt es wohl kein passenderes als:  Beeindruckend!
Vor allem haben mich die Menschen hinter den Produkten in diesem Jahr tief beeindruckt.
Sind sie doch zum Teil mit ihren Familien-Mitgliedern als Helfer aus allen Herren Länder angereist, um folgendes vorzustellen:
Ihre Ideen, Ihre Fähigkeiten, Ihre Unbeirrbarkeit, Ihren Durchhaltewillen und ihren Mut.

Ich weiß nicht mehr genau, wie viele Gespräche ich mit Händen, Armen und Gesten geführt habe, um Sprach-Barrieren zu überwinden und jedes mal hat es sich gelohnt; habe ich etwas dazugelernt; meinen Horizont erweitert, wie man sagt.

Natürlich gab es auch die vielen etablierten Firmen auf dieser Messe. Aber auch deren Räume und Stände hatten in diesem Jahr irgendwie eine andere Message als sonst.
Konnten sie sich nämlich bisher immer sehr gut auf ihren Lorbeeren ausruhen, findet in der High-Fidelity zurzeit eine Umstrukturierung statt, bei der wohl kein Stein auf dem anderen bleiben wird.

Die Besucher schienen sich dabei auch auffällig einig zu sein:
Wurde in einem Raum „nur“ mit CD vorgeführt, war man oft ziemlich schnell wieder draußen oder betrat den Raum erst gar nicht.
Analog – war angesagter denn je. Allem voran natürlich der Plattenspieler. Ich kann mich an keine Messe erinnern, auf der es mehr Plattenspieler zu bewundern gab, als auf dieser. Aber auch für die Anzahl der Zimmer, in denen mit Bandgeräten vorgeführt wurde, reichen die Finger meiner beiden Hände eher nicht aus.

Lieferte kein Plattenspieler den Sound, akzeptierte man Musik höchstens noch vom Streamer oder Server, denn ein solches Teil steht wohl zurzeit ganz oben auf der Wunschliste der High-Ender. Und sie suchen händeringend nach Lösungen, bei denen man selbst kein IT-Spezialist sein muss, um sie in Betrieb zu nehmen.

Doch diese neuen Techniken bringen vor allem eines mit sich, nämlich dass völlig andere Entwickler-Qualitäten gefragt sind, als sie die großen Namen der Branche schon immer besaßen und auch noch besitzen.
Das ist toll, denn es stellt alle Zähler wieder auf Null und räumt jedem eine gleich große Chance ein, der sich jetzt mit am Startpunkt aufstellt.
Findige Entwickler der neuen Generation können sich heute bereits aussuchen, ob sie sich von den „Großen“ anheuern lassen oder ob sie mit einer eigenen Firma ihr Glück versuchen wollen.
Die „Goliaths“ schwirren aus, um sich die besten „Davids“ zu sichern, damit sie sich nicht erneut einem Kampf aussetzen müssen, den sie wie wir alle wissen schon einmal verloren haben.
Und diese „Davids“ beherrschen zwar nicht mehr den Zauber, mit Transistoren, Röhren, Widerständen und Kondensatoren umgehen zu können, aber sie haben all dem etwas entgegen zu setzen, was heute neuerdings die Klangqualität bestimmt:
Sie können programmieren und sie verstehen etwas von so Dingen wie Nachrichtentechnik.

Und genau diese „Davids“ waren vertreten – dort auf der High End 2016!
Aber ob man nun in Gesprächen mit dieser neuen Entwickler-Generation irgendwann doch „den Faden verlor“, oder ob man sich einfach mit einem Hersteller von Möbeln für alte wie auch neue HiFi-Komponenten unterhielt, so hatte man doch regelmäßig einen Gesprächspartner vor sich, der mit Leib und Seele dabei war, ja dessen Begeisterung einfach zu einem herüber schwappen musste.

Und immer dann, wenn ich mir gedacht habe: „Junge, Du hättest es so sehr verdient, mit Deinen Lösungen und Produkten erfolgreich zu sein!“, musste ich an die „schwarzen Schafe“ unter den Journalisten denken, die im Namen eines falsch verstandenen Aufklärungsauftrags glauben, alles und jeden kränken zu dürfen und in voraussehbaren Abständen ihren Hohn mit der Gießkanne über „HiFi-Produkte und ihre Käufer“ ausschütten, nur um journalistische Flauten zu überbrücken.

Dabei sollte doch jeder Journalist in seiner Ausbildung zwei Dinge gelernt haben:
a) Schreibe niemals über Themen, von denen Du keine Ahnung hast.
b) Ein Ei wird für einen Journalisten erst dann interessant, wenn es eckig ist.

Also kommt doch 2017 einfach mit auf die High-End und ich zeige Euch “eckige Eier”, über die es sich zu schreiben lohnt. Und ich bringe Euch mit Menschen zusammen, die es nicht verdient haben, dass sie jemand verurteilt, nur weil er gerade nichts anderes zu schreiben weiß.
Wer nicht so lange warten will, der kann mich gerne auch vorher schon in Oberhausen besuchen kommen.

Doch zurück zur High-End 2016:
Wer eine Automobilmesse besucht, der akzeptiert natürlich auch, dort auf die neuen Kleinwagen der bekannten Hersteller zu stoßen. Doch sein wahres Motiv ist ja wohl, einen Blick auf die Super-Karossen werfen zu können, oder sich sogar einmal in einen der Edel-Sportwagen setzen zu dürfen, für deren Preis man sich locker ein Reihenhäuschen anschaffen könnte.

Und genau diese Bedürfnisse wurden auch auf der High-End 2016 zutiefst befriedigt.
Riesige Lautsprechergebilde, gigantische Endstufen, die sich nur noch mit einem Gabelstapler transportieren lassen und vor allem dicke Monsterkabel, die man so höchstens in Umspannungswerken vermutet hätte,  erwarteten den Besucher in auffallend vielen Räumen.

Ein Plattenspieler mit mehr als 300 kg Gesamtgewicht? Kein Problem!
Wer vermutet hätte, dass es zurzeit „vielleicht noch eine Handvoll“ an Röhrengeräten am Markt geben wird, der wurde auch hier ganz sicher eines anderen belehrt.
Und so gab es in den Gängen auch viele Wortfetzen zu hören, doch den Begriff „langweilig“ den suchte man vergebens. Und das zu Recht!
Denn auch kleine, schicke “Kästchen”, die für genau so kleines Geld schon richtig tollen Klang boten, waren in interessanten Designs, Farben und Ausführungen nebst bunten “Gute-Laune-Boxen” zu bewundern.

Ja, selbst völlig exotische Komponenten wie Plattenspieler, die man an die Wand hängen kann, Tonarme, die eine Mischung aus Radial- und Tangential-Konstruktionen darstellen und Computer, die eine komplette HiFi-Anlage beherbergen, konnte man finden.

Wer sich da wie ich auf zwei Besuchertage beschränken musste, der kann nur feststellen, dass dies zu kurz war und für das Jahr 2017 schon einmal vorsorgen, damit man wenigstens drei ganze Tage auf dieser Messe verbringen kann. Natürlich in der Hoffnung, dass die High-End im Jahr 2017 noch „beeindruckender“ wird, als sie es in diesem Jahr gewesen ist.
Was sicher nicht leicht wird.

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Bitte beachten!!! Kein Versand vom 23.09. - 30.09.2017. Verstanden