High-End-Messe 2017

High-End-Messe 2017

Ein subjektiver Bericht über die High-End-Messe 2017 aus Sicht von AUDIOSAUL.

Kinder, wie die Zeit vergeht …
Wer meinen Bericht aus 201HE2017_16 gelesen hat, der weiß, dass mich die Messe im letzten Jahr rundum begeistert hat. Die vielen Analog-Laufwerke, die tollen Lösungsansätze rund um das Thema Streaming, die tollen neuen Verstärker und noch tollere Lautsprecher … und natürlich die Vielfalt der interessanten Hersteller.

Und 2017?
Konnte sich das alles fortsetzen oder sogar noch steigern?

 

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Nun, das Wetter war jedenfalls mal wieder viel zu schön, um sich ganze vier Tage lang in Messehallen aufzuhalten, weshalb wir uns auch einen Tag Auszeit genommen und die bayrische Bergwelt angeschaut haben (hier auf der Roßfeld-Panoramastraße).

 

 

Aber schönes Wetter macht gute Stimmung und die herrschte tatsächlich wieder einmal auf der Messe spürbar vor. Wenn man auch den Ausstellern in den obersten Etagen hier und da gerne ein trockenes Handtuch gereicht hätte, um sich vom Schweiß zu befreien.

Die High-End in München gilt mittlerweile als die weltweit wichtigste HiFi-Messe, um internationale Geschäftspartner zu finden, verriet mir ein Organisator und schob hinterher:  „Weil die Fachbesucher wohl lieber Weißwurst und Bier verkosten als Burger und Cola.“.
Die großen, etablierten Marken der HiFi- und High-End-Szene präsentierten sich vermutlich deshalb vor allem als „Vorzeige-Aussteller“ mit Extra-Kommunikationsräumen aber ohne wirklich überzeugende Vorführungen.

Eine Augen- und Ohrenweide boten eher ein paar kleine, zum Teil sogar recht unbekannte Marken, die sich mit gutem Klang nicht nur an Distributoren und Fachbesucher, sondern gezielt auch an den Endverbraucher richteten, der ja vor allem zum Hören nach München gekommen war.

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Über Geschmack lässt sich bekanntlich nicht streiten und ob sich diese bunt bemalten Boxen auf dem linken Foto, die meine Frau gleich an diese russischen Püppchen erinnerten, die man ineinander stecken kann, in unseren Wohnzimmern durchsetzen können, das wage ich doch zu bezweifeln.
Doch ausgerechnet bei einigen mir völlig unbekannten Herstellern konnte es einem passieren, dass man 20 Minuten lang in die perfekt gewählte Musik versank, bevor man bemerkte, dass vor und hinter einem in der ganzen Zeit noch niemand aufgestanden war, um den Raum zu verlassen.

So war denn auf der Messe 2017 aus meiner Sicht vor allem eines zu spüren:

Die Branche verändert sich.

Hersteller

Wer als Hersteller glaubt, sich weiterhin einfach nur auf einem etablierten Namen oder auf die Farbe seiner Fronten ausruhen zu können, der geht derzeit ein großes Risiko ein. Die neuen Techniken benötigen neue Ideen. Und die kommen nur von freien Geistern, die nicht von eingeschliffenen Denkweisen ausgebremst werden.

Händler

Händler, die es sich erlauben können, entziehen sich bereits jetzt den Marken mit Umsatzzwang und bieten ihren Kunden besser klingende und modernere Alternativen. Jedenfalls den Kunden, die danach fragen, weil sie solche Messen wie die High-End besucht haben und dort auf erstaunlich überzeugende Vorführungen gestoßen sind.

Endverbraucher

Der Musikbegeisterte von heute hat begriffen, dass die neuen Musikformate nur dann zur Geltung kommen, wenn die Elektronik und die Lautsprecher dem Anspruch gerecht werden. Wenn er sich noch der Tradition verbunden fühlt, dann wird eben ein guter Plattenspieler sein zweites Standbein – zum Streamen natürlich.

Was viele noch nicht realisiert haben:  Zum Streamen brauchen wir keinen Computer!

Beim Wort Streaming glauben leider noch viel zu viele Verbraucher, sie müssten sich dazu mit einem Computer auseinander setzen und verweigern sich diesem Thema deshalb. Sobald sie jedoch erkennen, dass dem nicht so ist, bricht die Begeisterung durch und statt der gefürchteten komplizierten Computerlösung besitzt man plötzlich ein an Einfachheit nicht mehr zu überbietendes Gerät, das sich über das iPAD steuern lässt, so dass sich sogar die Ehefrau ruckzuck eine oder mehrere eigene Playlists zusammengestellt hat.

Wer dennoch zum Streamen auf eine Computerlösung zurückgreifen will, dem bieten sich diverse Möglichkeiten, von denen die derzeit interessanteste wohl die von Roon sein dürfte. (siehe weiter unten im Artikel)
Ein gutes Beispiel zur Untermauerung dieser Behauptungen finden wir in Form der Firma Auralic. Noch vor etwa 5 Jahren kannte man sie überhaupt nicht. Sie startete dann mit dem wohl preisgünstigsten High-End Streamer/DAC aller Zeiten, dem Mini.
Mit dem, was man in diesem Jahr auf der High-End in München präsentierte, greift Auralic nun jedoch endgültig zu den Sternen:

 

Auralic

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Auralic tischte uns wohl den dicksten Neuigkeiten-Brocken auf.
Den Begriff G2 kannten wir ja bereits aus diversen Ankündigungen. Was uns aber tatsächlich in München erwartete, darauf waren wir dann doch nicht eingestellt.
Dem Perfektionisten mit dem „einfachen Geschmack“ (immer nur das Beste) – bietet AURALIC schon bald eine Kette aus vier Bausteinen an, die mal locker um die 15.000,- € kosten wird.
Um diese vier Bausteine adäquat miteinander verbinden zu können, greift Auralic bei der G2-Serie nicht auf „irgendeine“ Verbindung zurück, sondern hat auf der Basis von HDMI-Verbindern eine eigene Schnittstelle entwickelt.
Einiges von dem, was zwar schon “körperlich” gezeigt werden konnte, ist aber vom fertigen Gerät noch weit entfernt. In der zweiten Jahreshälfte 2017 sollen die Bausteine nach und nach den Weg in unsere Regale finden.

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Vega G2

Beginnen wir mit dem Vega-Nachfolger (Bild links), bei dem es sich allerdings nicht mehr um einen reinen DAC handeln wird, sondern genau genommen um den großen Bruder vom Mini und vom Altair.
Um die 6.000,- Euro soll diese Komponente preislich liegen und den etablierten Mitbewerbern verdeutlichen, wo sie noch dringend nachzubessern haben.

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Aries G2

 

 

Doch so stolz man sich mit diesem Teil auch zeigt, so wenig macht Auralic einen Hehl daraus, dass dieser DAC nach einer „richtig passenden“ Streaming-Lösung sucht, die dann eben nicht das eingebaute Modul bereit stellen soll, sondern der Aries G2 mit einem Gegenwert von rund 4.000,- €. (Bild rechts)

Für die Perfektionisten mit dem nötigen Geldbeutel, für die selbst eine Femto-Clock immer noch  „fehlerbehafteter Kinderkram“ darstellt, wird es dann noch eine externe Super-Clock unter der Bezeichnung “LEO G2” geben, die selbst Mathematik-Professoren in Not bringen soll, um die restlichen Clock-Fehler beschreiben zu können. 😉

Eine solche Kombi soll klanglich einen derart großen Vorsprung zu allem haben, was wir Freaks in den letzten 30 Jahren für das Non-Plus-Ultra hielten, dass die Besitzer bisheriger Tonträger und Gerätschaften sich fühlen müssen, als würde man sie im Regen stehen lassen.
Um auch sie mit ins Boot zu holen, präsentiert uns Auralic einen externen Upsampler, der sich darum kümmern soll, dass Musikformaten und Geräten mit einer niedrigen Samplingrate unter die digitalen Arme gegriffen wird. Viel mehr konnte ich jedoch aus Herrn Wang nicht heraus kitzeln. Gerade mit dem Upsampler sollen nämlich weitere interessante Dinge möglich sein. Diese Katze jedoch wollte er in München noch nicht aus dem Sack lassen.
Was jedem schnell klar wurde, das war, dass Auralic keinerlei Respekt vor den allergrößten und seit Jahrzehnten etablierten Namen der High-End-Szene zeigte und für sich selbst mit der G2-Serie nur einen einzigen Platz sieht:
Ganz oben, ganz vorne, nicht Zweiter, sondern Erster.
Wenn dieser Plan gelingt, bietet uns Auralic gleichzeitig den günstigsten als auch den besten Streamer unter einem Logo an. Einen solchen Image-Spagat traute sich bisher niemand zu.
Die Lightning DS-App bietet derzeit kaum einen Anlass zur Diskussion. Wer sich an sie gewöhnt hat, wird sich nur schwer dazu bewegen lassen, noch einmal 500,- € für die Roon-Software auszugeben. Falls doch, beherrschen die Auralic-Geräte diese Steuerungssprache natürlich auch.
Software ist nun einmal immer in Bewegung, das ist einfach so.
Dass es die App immer noch nicht für Android oder Windows gibt, scheint längst schon niemanden mehr zu stören, was ich aus der täglichen Praxis bestätigen kann.

 

Progressive Audio

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Progressive Audio stellte die brandneue Extreme 4 vor; einen mehr als mannshohen Lautsprecher, der die Extreme-Reihe nach oben abschließen wird. In der Passiv-Version wird er so um die 12.000,- €/Paar liegen. Sein Design – hier in einer mutigen, orangefarbenen USM-Haller-Edition gezeigt – polarisiert, was gewollt ist. Sein Klang hingegen wird wohl recht schnell für eine einhellige Meinung sorgen, was ebenfalls gewollt ist. So führt die Extreme 4 die Referenz-Serie, beginnend mit der Pearl-Keramik (rund 20.000,- €/Paar) bis hin zu den drei Transformer-Modellen (zwischen rund 30.000,- € und 86.000,- €/Paar) mit der Extreme-Serie zusammen, die entwickelt worden ist, um allen Anhängern des zeitrichtigen Klangs auch unter 10.000,- € eine Lösung anbieten zu können.

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Extreme-Serie

Trotz der widrigen Messe-Umstände konnten die beiden Extreme 4 mit ihrem ungeheuer souveränen Klangbild neugierig machen.
Es wird dringend Zeit, dass Progressive Audio der Extreme-Serie einen preisgünstigen Vollverstärker zur Seite stellt. Alternativ könnte auch eine Vorstufe reichen, wenn sich denn der Trend zur Aktiv-Box weiter fortsetzen sollte. Jeder Progressive-Audio-Lautsprecher ist nämlich auch in der aktiven Version erhältlich.

Der Vollverstärker A901 feierte auf der High-End seinen einjährigen Geburtstag, der CD2 beinhaltet mittlerweile eine Femto-Clock (auch für den Digital-Eingang) und lässt sich jetzt auch per USB verbinden.

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Progressive Audio CD2 Detail

Das Phonoteil (Stromverstärker – nicht Spannungsverstärker!!) trieb ein ZYX-System in einem AVID Sequel an. Dieser Stromverstärker ist aus unserem Studio einfach nicht mehr wegzudenken. Was haben wir „früher“ immer für eine Zeit gebraucht, um den besten Abschlusswiderstand für einen neuen Tonabnehmer heraus zu finden. Das konnte sich über Tage hinziehen.

An diesen Stromverstärker steckt man die Kabel an und das war`s !!

Was auch immer in einem Tonabnehmer für musikalische Fähigkeiten stecken mögen – ob ein großer, akkurater Raum, in den man hineinsehen kann, als handelte es sich um einen erleuchteten OP-Saal, ob Klangfarben, die satter und tiefer gar nicht sein können, ob Stimmen, die einem die Arm-Haare aufstellen und Gänsehaut erzeugen, ob eine Dynamik, die einem Angst um die Lautsprecher macht oder um ein Timing, das Musiklehrer dahinschmelzen lässt – dieser „Allrounder“ kann einfach alles.
Er macht dabei keinen „hauseigenen Sound“, hat keine Vorlieben und der Preis von 4.000,- € führt zu der tragischen Fehleinschätzung, er könne niemals mit anderen Phonoteilen mithalten, für die man über 20.000,- € verlangt.
Anschließen und hören, was der Entwickler des Tonabnehmers sich „dabei gedacht“ hat.
So einfach kann es gehen. Mäuseklaviere und Anpasswiderstände waren gestern. Dieser Stromverstärker ist ein Muss für jeden Analogliebhaber! Vor allem für den, der schon mal den Tonabnehmer wechselt.

 

Furutech

Bei Furutech standen in diesem Jahr zwei Produkte im Vordergrund. Zum einen natürlich die revolutionäre NCF-Technik (Nano-Crystal-Formula), die bei Steckern und Kabeln dafür sorgt, dass die Energie nicht durch Molekularschwingungen sinnlos verbraucht wird.
Zum zweiten präsentierte man stolz die leistungsgesteigerte zweite Demag-Version und demonstrierte eindrucksvoll, welchen klanglichen Unterschied man vor allem bei Analog-Platten durch das Entmagnetisieren erreichen kann.

 

Q-Acoustics

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Q-Acoustics Concept 500

Die Concept 500 war in der endgültigen Version zu hören und soll jetzt ab Juni ausgeliefert werden. Zumindest die schwarze Version wird zu diesem Zeitpunkt ihren Weg in die Studios finden. Die weiße Ausführung folgt dann nach den Sommerferien.

 

 

 

 

 

FinkTeam

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FinkTeam WM-4

Fast wollte man sagen: „Die Katze lässt das Mausen nicht.“, während man den Raum von Karl-Heinz Fink betrat. Kenner der Szene wissen um die Geschichte dieses Mannes und auch darum, was er und sein Team unter dem Namen Fink-Audio-Consulting mit Sitz in Essen Stadtmitte so alles anstellen.
Übrigens: Wer einen Ingenieur-Beruf gelernt hat und daran interessiert ist, an der Entwicklung von Audio-Racks auf wissenschaftlicher Art und Weise mitzuwirken, der hat zurzeit die Chance, diesem Team beizutreten, denn es werden noch gute Mitarbeiter gesucht.

FAC verdient seine Brötchen mit der Erfüllung von allen möglichen Auftragsarbeiten, die irgendwie etwas mit Audio zu tun haben. Das können rein technische, elektronische Probleme sein, die es zu lösen gilt oder auch akustische. Und auch wenn – wie bei Q-Acoustics – jemand die Entwicklungsarbeit komplett in die Hände des FAC-Teams legen will, schreckt man hier nicht zurück.

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Bereits im letzten Jahr hat K.-H. Fink der Versuchung nicht widerstehen können, seine Eigenentwicklung in Form eines recht imposanten Lautsprechers mit dem Kürzel WM-4 dem interessierten Publikum zu präsentieren.
In diesem Jahr nähert er sich tatsächlich der Idee, dieses Modell in einer Kleinserie über nicht einmal eine Handvoll ausgewählter Händler zu vertreiben.

Was man hier in München hören durfte, das war dann auch schon ziemlich beeindruckend. Für jemanden mit einem kleinen Geldbeutel sind die allerdings nicht bestimmt, spricht man doch von einem Preis oberhalb der 60.000,- €-Marke.

 

AVID

Good, better, best lautet wieder einmal das AVID-Thema und dieses Konzept wurde an der komplett eigenen Kette eindrucksvoll vorgeführt.

 

ELAC

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ELAC

Nach und nach avanciert ELAC zum Vollsortimenter. Mit dem Aufkauf und der Integration der Marke Audio Alchemy hat man nun auch edle Elektronik im Programm, die das Portfolio nach oben erweitert und mit der neuen Adante-Serie richtet man sich an den Liebhaber von Lösungen, die nach mehr als zwei Lautsprechern verlangen.
Passend zum Discovery gibt es jetzt einen Multiroom-Lautsprecherwürfel mit 6 x 28 Watt Leistung.

 

 

 

Keces

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Keces

Ein gestern noch in Deutschland fast völlig unbekannter Marken-Name, schleicht sich durch die Hintertür in die High-End-Geschäfte. Während das DC116-Netzteil seine ersten Lorbeeren vor allem bei denen einfährt, die Geräte nach ihren inneren Werten beurteilen, tasten sich die „primär Hörenden“ noch etwas zögerlich an diese Marke heran.
Was sicherlich daran lag, dass man ja alleine mit einem Netzteil noch lange keine Musik genießen kann.
Das ändert sich jetzt Schlag auf Schlag. Neben einem neuen, noch aufwändigeren Netzteil wurden weitere Komponenten von Keces gezeigt.

 

 

Pro-Ject, Ortofon …

ATR als Vertrieb dieser und weiterer Marken hatte gefühlt eine Halle für sich ganz allein. Sicher einer der beeindruckendsten Stände der High-End 2017. Wer sich einmal die nicht enden wollenden Produkt-Kataloge von ATR angesehen hat, wird es kaum glauben können, dass jedes einzelne Teil zum Ansehen und Anfassen parat stand und selbst die Sonder-Editionen gleich mehrfach zu bestaunen waren.

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Sondermodell “175”

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Sondermodell “Beatles”

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Sondermodell “George Harrison”

 

 

 

 

 

Ich kenne ATR jetzt schon seit über 30 Jahren und dieser Vertrieb zeigt mir, dass sich ehrliche, händler- und kundenfreundliche Arbeit – verbunden mit dem Gespür für die richtigen Marken und Produkte – am Ende auszahlen. Ein gutes Gefühl.

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Pro-Ject-Plattenwaschmaschine

Und obwohl ich es mir schon seit einiger Zeit abgewöhnt habe, mich auf einer Messe zum sofortigen Kauf verleiten zu lassen, musste ich hier einfach mal eine Ausnahme machen. Konkret geht es um die Plattenwaschmaschine von Pro-Ject.

 

In unseren mehr als 30 Studio-Jahren hatten wir schon eine große Anzahl an Plattenwaschmaschinen in Betrieb. Eine Maschine, die zu einem Preis von unter 500,- € einen derart soliden Eindruck machte, habe ich allerdings noch nicht in die Finger bekommen.
Sobald ich eigene Erfahrungen sammeln konnte, gibt es einen Bericht über diese Plattenwaschmaschine! Wenn Sie in der Nähe wohnen und Platten waschen möchten, vereinbaren Sie einfach schon mal einen Termin mit uns.

Roon

Bislang war Roon eine reine Softwarelösung, die sich auch durch ihren redaktionellen Musik-Service auszeichnete und auf eine weltweite Anhängerschaft zählen kann. Ganz ohne Zweifel suchen diese Serverlösung und das Roon-Format für heimische Netzwerke vergeblich etwas Vergleichbares. Mit über 100,- € pro Jahr oder 500,- € für eine Lifetime-Lizenz war und ist diese Software aber auch nicht gerade preisgünstig.
Hersteller wie ELAC haben das alles ausgenutzt und ihren Discovery einfach statt mit einer eigenen App-Lösung gleich mit Roon ausgestattet.
Deutsche User stören sich noch an der Tatsache, dass Roon komplett in englischer Sprache gehalten ist, aber das lässt sich wohl nicht ändern.
Sehrwohl ändern will Roon allerdings zukünftig, dass man keine eigene Hardwarelösung anzubieten hatte.
Mit dem hauseigenen Betriebs-System „Rock“ (einem abgespeckten Linux) und einem Hardware-Angebot namens „Necleus“ will Roon zukünftig eine Komplettlösung anbieten.
Roon-like funktioniert Rock aber natürlich auch auf anderer Hardware.
Wie man es sich denken kann, richtet sich Roon damit vor allem an Nerds, die schon an der Squeezebox von Logitel oder einem Raspberry Pi Spaß gefunden hatten und für die das Selbermachen eine gewichtige Rolle spielt.
Was für die einen eine grenzenlose Flexibilität darstellt, bildet für die Computer-Gegner damit wohl unüberwindbare Hürden. Und Hardwarepreise von bis zu 2.000,- € locken aus meiner Sicht weder die eine noch die andere Gruppe.
Aber ich irre mich da gerne.

Input Audio

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Harbeth

Bernd Hömke fehlt wohl auf keiner HiFi-Ausstellung und die High-End gehört für ihn zum absoluten Pflichtprogramm. Seine Produkte (Creek, Harbeth, Croft, Magnum Dynalab …) verteilten sich in diesem Jahr auf mehrere Räume. Ihn selbst konnte man wie gewohnt unten in der Halle neben Michael Creek persönlich antreffen. Der Streaming-Client und der 100-er CD-Player von CREEK gehörten mit zu den jetzt erhältlichen Neuigkeiten.

 

 

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Magnum Dynalab

Den CD-Player gab es über die Magnum-Dynalab-Verstärker an den großen Harbeth zu hören. Und ganz sicher gehörte diese Vorführung mit zu den diesjährigen Highlights der Messe.
Über die Optik der Harbeths lohnt es sich nicht zu streiten. Der typische Harbeth-Käufer steht auf dem Standpunkt, dass Lautsprecher genau so (!) auszusehen haben und niemals anders.

Wie gleichgültig einem das Design werden kann, veranschaulichten sie deutlich, indem sie Musik einfach so spielten, wie Musik zu spielen hat:  natürlich.

Während unseres Ausflugs in die Alpen meinte meine Frau zwischendurch: „Wie klein man sich fühlt, wenn man vor so einer gigantischen Felswand steht!“ und man hatte den Eindruck, dass einen die Begegnung mit einem hohen Berg in die reale Welt zurück holt.
Beim Betrachten und Hören der Harbeth-Lautsprecher erging es mir dann ähnlich.
Wenn man sich die Lautsprecher-Präsentationen in so manch anderem Raum vor Augen führte und dann über die Harbeth wunderschöne Musik vernehmen durfte, verstand man plötzlich wieder, worauf es bei der Musikwiedergabe tatsächlich ankommt.

Fazit

Nun – ich muss zugeben, es wieder einmal nicht auf jeden Stand geschafft zu haben und manches habe ich vielleicht einfach vergessen, aber ich hoffe, genug geschrieben zu haben, damit Sie jetzt sagen:
„Im nächsten Jahr fahre ich auch mal hin. Es gibt ja doch so einiges interessantes zu sehen, zu hören und zu erfahren.“.
Und bedenken Sie:  Das Bier und die typischen Gerichte in München schmecken ausgezeichnet!
Vielleicht machen Sie es ja auch wie wir, nehmen sich zwischendurch einen Tag Auszeit und besuchen die bayrische Bergwelt. Nachdem man 2 Stunden über den Königsee geschippert wurde, hat man richtig Lust, sich am nächsten Tag wieder in das Messegetümmel zu stürzen. Aus jedem Raum kommt man mit einem anderen Gefühl. Mal wurde man verzaubert und braucht ein paar Minuten, um nachzudenken, mal hat man genug gesehen und gehört, um darüber herzerfrischend abzulästern.
Deshalb:  Besuchen Sie die messe unbedingt zu zweit!  🙂

Und vielleicht treffen wir uns ja in München – im Jahre 2018!?
Wir würden uns sehr freuen.

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