High-End-Messe 2017

High-End-Messe 2017

High-End-Messe 2017

Ein subjektiver Bericht über die High-End-Messe 2017 aus Sicht von AUDIOSAUL.

Kinder, wie die Zeit vergeht …
Wer meinen Bericht aus 201HE2017_16 gelesen hat, der weiß, dass mich die Messe im letzten Jahr rundum begeistert hat. Die vielen Analog-Laufwerke, die tollen Lösungsansätze rund um das Thema Streaming, die tollen neuen Verstärker und noch tollere Lautsprecher … und natürlich die Vielfalt der interessanten Hersteller.

Und 2017?
Konnte sich das alles fortsetzen oder sogar noch steigern?

 

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Nun, das Wetter war jedenfalls mal wieder viel zu schön, um sich ganze vier Tage lang in Messehallen aufzuhalten, weshalb wir uns auch einen Tag Auszeit genommen und die bayrische Bergwelt angeschaut haben (hier auf der Roßfeld-Panoramastraße).

 

 

Aber schönes Wetter macht gute Stimmung und die herrschte tatsächlich wieder einmal auf der Messe spürbar vor. Wenn man auch den Ausstellern in den obersten Etagen hier und da gerne ein trockenes Handtuch gereicht hätte, um sich vom Schweiß zu befreien.

Die High-End in München gilt mittlerweile als die weltweit wichtigste HiFi-Messe, um internationale Geschäftspartner zu finden, verriet mir ein Organisator und schob hinterher:  „Weil die Fachbesucher wohl lieber Weißwurst und Bier verkosten als Burger und Cola.“.
Die großen, etablierten Marken der HiFi- und High-End-Szene präsentierten sich vermutlich deshalb vor allem als „Vorzeige-Aussteller“ mit Extra-Kommunikationsräumen aber ohne wirklich überzeugende Vorführungen.

Eine Augen- und Ohrenweide boten eher ein paar kleine, zum Teil sogar recht unbekannte Marken, die sich mit gutem Klang nicht nur an Distributoren und Fachbesucher, sondern gezielt auch an den Endverbraucher richteten, der ja vor allem zum Hören nach München gekommen war.

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Über Geschmack lässt sich bekanntlich nicht streiten und ob sich diese bunt bemalten Boxen auf dem linken Foto, die meine Frau gleich an diese russischen Püppchen erinnerten, die man ineinander stecken kann, in unseren Wohnzimmern durchsetzen können, das wage ich doch zu bezweifeln.
Doch ausgerechnet bei einigen mir völlig unbekannten Herstellern konnte es einem passieren, dass man 20 Minuten lang in die perfekt gewählte Musik versank, bevor man bemerkte, dass vor und hinter einem in der ganzen Zeit noch niemand aufgestanden war, um den Raum zu verlassen.

So war denn auf der Messe 2017 aus meiner Sicht vor allem eines zu spüren:

Die Branche verändert sich.

Hersteller

Wer als Hersteller glaubt, sich weiterhin einfach nur auf einem etablierten Namen oder auf die Farbe seiner Fronten ausruhen zu können, der geht derzeit ein großes Risiko ein. Die neuen Techniken benötigen neue Ideen. Und die kommen nur von freien Geistern, die nicht von eingeschliffenen Denkweisen ausgebremst werden.

Händler

Händler, die es sich erlauben können, entziehen sich bereits jetzt den Marken mit Umsatzzwang und bieten ihren Kunden besser klingende und modernere Alternativen. Jedenfalls den Kunden, die danach fragen, weil sie solche Messen wie die High-End besucht haben und dort auf erstaunlich überzeugende Vorführungen gestoßen sind.

Endverbraucher

Der Musikbegeisterte von heute hat begriffen, dass die neuen Musikformate nur dann zur Geltung kommen, wenn die Elektronik und die Lautsprecher dem Anspruch gerecht werden. Wenn er sich noch der Tradition verbunden fühlt, dann wird eben ein guter Plattenspieler sein zweites Standbein – zum Streamen natürlich.

Was viele noch nicht realisiert haben:  Zum Streamen brauchen wir keinen Computer!

Beim Wort Streaming glauben leider noch viel zu viele Verbraucher, sie müssten sich dazu mit einem Computer auseinander setzen und verweigern sich diesem Thema deshalb. Sobald sie jedoch erkennen, dass dem nicht so ist, bricht die Begeisterung durch und statt der gefürchteten komplizierten Computerlösung besitzt man plötzlich ein an Einfachheit nicht mehr zu überbietendes Gerät, das sich über das iPAD steuern lässt, so dass sich sogar die Ehefrau ruckzuck eine oder mehrere eigene Playlists zusammengestellt hat.

Wer dennoch zum Streamen auf eine Computerlösung zurückgreifen will, dem bieten sich diverse Möglichkeiten, von denen die derzeit interessanteste wohl die von Roon sein dürfte. (siehe weiter unten im Artikel)
Ein gutes Beispiel zur Untermauerung dieser Behauptungen finden wir in Form der Firma Auralic. Noch vor etwa 5 Jahren kannte man sie überhaupt nicht. Sie startete dann mit dem wohl preisgünstigsten High-End Streamer/DAC aller Zeiten, dem Mini.
Mit dem, was man in diesem Jahr auf der High-End in München präsentierte, greift Auralic nun jedoch endgültig zu den Sternen:

 

Auralic

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Auralic tischte uns wohl den dicksten Neuigkeiten-Brocken auf.
Den Begriff G2 kannten wir ja bereits aus diversen Ankündigungen. Was uns aber tatsächlich in München erwartete, darauf waren wir dann doch nicht eingestellt.
Dem Perfektionisten mit dem „einfachen Geschmack“ (immer nur das Beste) – bietet AURALIC schon bald eine Kette aus vier Bausteinen an, die mal locker um die 15.000,- € kosten wird.
Um diese vier Bausteine adäquat miteinander verbinden zu können, greift Auralic bei der G2-Serie nicht auf „irgendeine“ Verbindung zurück, sondern hat auf der Basis von HDMI-Verbindern eine eigene Schnittstelle entwickelt.
Einiges von dem, was zwar schon “körperlich” gezeigt werden konnte, ist aber vom fertigen Gerät noch weit entfernt. In der zweiten Jahreshälfte 2017 sollen die Bausteine nach und nach den Weg in unsere Regale finden.

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Vega G2

Beginnen wir mit dem Vega-Nachfolger (Bild links), bei dem es sich allerdings nicht mehr um einen reinen DAC handeln wird, sondern genau genommen um den großen Bruder vom Mini und vom Altair.
Um die 6.000,- Euro soll diese Komponente preislich liegen und den etablierten Mitbewerbern verdeutlichen, wo sie noch dringend nachzubessern haben.

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Aries G2

 

 

Doch so stolz man sich mit diesem Teil auch zeigt, so wenig macht Auralic einen Hehl daraus, dass dieser DAC nach einer „richtig passenden“ Streaming-Lösung sucht, die dann eben nicht das eingebaute Modul bereit stellen soll, sondern der Aries G2 mit einem Gegenwert von rund 4.000,- €. (Bild rechts)

Für die Perfektionisten mit dem nötigen Geldbeutel, für die selbst eine Femto-Clock immer noch  „fehlerbehafteter Kinderkram“ darstellt, wird es dann noch eine externe Super-Clock unter der Bezeichnung “LEO G2” geben, die selbst Mathematik-Professoren in Not bringen soll, um die restlichen Clock-Fehler beschreiben zu können. 😉

Eine solche Kombi soll klanglich einen derart großen Vorsprung zu allem haben, was wir Freaks in den letzten 30 Jahren für das Non-Plus-Ultra hielten, dass die Besitzer bisheriger Tonträger und Gerätschaften sich fühlen müssen, als würde man sie im Regen stehen lassen.
Um auch sie mit ins Boot zu holen, präsentiert uns Auralic einen externen Upsampler, der sich darum kümmern soll, dass Musikformaten und Geräten mit einer niedrigen Samplingrate unter die digitalen Arme gegriffen wird. Viel mehr konnte ich jedoch aus Herrn Wang nicht heraus kitzeln. Gerade mit dem Upsampler sollen nämlich weitere interessante Dinge möglich sein. Diese Katze jedoch wollte er in München noch nicht aus dem Sack lassen.
Was jedem schnell klar wurde, das war, dass Auralic keinerlei Respekt vor den allergrößten und seit Jahrzehnten etablierten Namen der High-End-Szene zeigte und für sich selbst mit der G2-Serie nur einen einzigen Platz sieht:
Ganz oben, ganz vorne, nicht Zweiter, sondern Erster.
Wenn dieser Plan gelingt, bietet uns Auralic gleichzeitig den günstigsten als auch den besten Streamer unter einem Logo an. Einen solchen Image-Spagat traute sich bisher niemand zu.
Die Lightning DS-App bietet derzeit kaum einen Anlass zur Diskussion. Wer sich an sie gewöhnt hat, wird sich nur schwer dazu bewegen lassen, noch einmal 500,- € für die Roon-Software auszugeben. Falls doch, beherrschen die Auralic-Geräte diese Steuerungssprache natürlich auch.
Software ist nun einmal immer in Bewegung, das ist einfach so.
Dass es die App immer noch nicht für Android oder Windows gibt, scheint längst schon niemanden mehr zu stören, was ich aus der täglichen Praxis bestätigen kann.

 

Progressive Audio

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Progressive Audio stellte die brandneue Extreme 4 vor; einen mehr als mannshohen Lautsprecher, der die Extreme-Reihe nach oben abschließen wird. In der Passiv-Version wird er so um die 12.000,- €/Paar liegen. Sein Design – hier in einer mutigen, orangefarbenen USM-Haller-Edition gezeigt – polarisiert, was gewollt ist. Sein Klang hingegen wird wohl recht schnell für eine einhellige Meinung sorgen, was ebenfalls gewollt ist. So führt die Extreme 4 die Referenz-Serie, beginnend mit der Pearl-Keramik (rund 20.000,- €/Paar) bis hin zu den drei Transformer-Modellen (zwischen rund 30.000,- € und 86.000,- €/Paar) mit der Extreme-Serie zusammen, die entwickelt worden ist, um allen Anhängern des zeitrichtigen Klangs auch unter 10.000,- € eine Lösung anbieten zu können.

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Extreme-Serie

Trotz der widrigen Messe-Umstände konnten die beiden Extreme 4 mit ihrem ungeheuer souveränen Klangbild neugierig machen.
Es wird dringend Zeit, dass Progressive Audio der Extreme-Serie einen preisgünstigen Vollverstärker zur Seite stellt. Alternativ könnte auch eine Vorstufe reichen, wenn sich denn der Trend zur Aktiv-Box weiter fortsetzen sollte. Jeder Progressive-Audio-Lautsprecher ist nämlich auch in der aktiven Version erhältlich.

Der Vollverstärker A901 feierte auf der High-End seinen einjährigen Geburtstag, der CD2 beinhaltet mittlerweile eine Femto-Clock (auch für den Digital-Eingang) und lässt sich jetzt auch per USB verbinden.

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Progressive Audio CD2 Detail

Das Phonoteil (Stromverstärker – nicht Spannungsverstärker!!) trieb ein ZYX-System in einem AVID Sequel an. Dieser Stromverstärker ist aus unserem Studio einfach nicht mehr wegzudenken. Was haben wir „früher“ immer für eine Zeit gebraucht, um den besten Abschlusswiderstand für einen neuen Tonabnehmer heraus zu finden. Das konnte sich über Tage hinziehen.

An diesen Stromverstärker steckt man die Kabel an und das war`s !!

Was auch immer in einem Tonabnehmer für musikalische Fähigkeiten stecken mögen – ob ein großer, akkurater Raum, in den man hineinsehen kann, als handelte es sich um einen erleuchteten OP-Saal, ob Klangfarben, die satter und tiefer gar nicht sein können, ob Stimmen, die einem die Arm-Haare aufstellen und Gänsehaut erzeugen, ob eine Dynamik, die einem Angst um die Lautsprecher macht oder um ein Timing, das Musiklehrer dahinschmelzen lässt – dieser „Allrounder“ kann einfach alles.
Er macht dabei keinen „hauseigenen Sound“, hat keine Vorlieben und der Preis von 4.000,- € führt zu der tragischen Fehleinschätzung, er könne niemals mit anderen Phonoteilen mithalten, für die man über 20.000,- € verlangt.
Anschließen und hören, was der Entwickler des Tonabnehmers sich „dabei gedacht“ hat.
So einfach kann es gehen. Mäuseklaviere und Anpasswiderstände waren gestern. Dieser Stromverstärker ist ein Muss für jeden Analogliebhaber! Vor allem für den, der schon mal den Tonabnehmer wechselt.

 

Furutech

Bei Furutech standen in diesem Jahr zwei Produkte im Vordergrund. Zum einen natürlich die revolutionäre NCF-Technik (Nano-Crystal-Formula), die bei Steckern und Kabeln dafür sorgt, dass die Energie nicht durch Molekularschwingungen sinnlos verbraucht wird.
Zum zweiten präsentierte man stolz die leistungsgesteigerte zweite Demag-Version und demonstrierte eindrucksvoll, welchen klanglichen Unterschied man vor allem bei Analog-Platten durch das Entmagnetisieren erreichen kann.

 

Q-Acoustics

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Q-Acoustics Concept 500

Die Concept 500 war in der endgültigen Version zu hören und soll jetzt ab Juni ausgeliefert werden. Zumindest die schwarze Version wird zu diesem Zeitpunkt ihren Weg in die Studios finden. Die weiße Ausführung folgt dann nach den Sommerferien.

 

 

 

 

 

FinkTeam

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FinkTeam WM-4

Fast wollte man sagen: „Die Katze lässt das Mausen nicht.“, während man den Raum von Karl-Heinz Fink betrat. Kenner der Szene wissen um die Geschichte dieses Mannes und auch darum, was er und sein Team unter dem Namen Fink-Audio-Consulting mit Sitz in Essen Stadtmitte so alles anstellen.
Übrigens: Wer einen Ingenieur-Beruf gelernt hat und daran interessiert ist, an der Entwicklung von Audio-Racks auf wissenschaftlicher Art und Weise mitzuwirken, der hat zurzeit die Chance, diesem Team beizutreten, denn es werden noch gute Mitarbeiter gesucht.

FAC verdient seine Brötchen mit der Erfüllung von allen möglichen Auftragsarbeiten, die irgendwie etwas mit Audio zu tun haben. Das können rein technische, elektronische Probleme sein, die es zu lösen gilt oder auch akustische. Und auch wenn – wie bei Q-Acoustics – jemand die Entwicklungsarbeit komplett in die Hände des FAC-Teams legen will, schreckt man hier nicht zurück.

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Bereits im letzten Jahr hat K.-H. Fink der Versuchung nicht widerstehen können, seine Eigenentwicklung in Form eines recht imposanten Lautsprechers mit dem Kürzel WM-4 dem interessierten Publikum zu präsentieren.
In diesem Jahr nähert er sich tatsächlich der Idee, dieses Modell in einer Kleinserie über nicht einmal eine Handvoll ausgewählter Händler zu vertreiben.

Was man hier in München hören durfte, das war dann auch schon ziemlich beeindruckend. Für jemanden mit einem kleinen Geldbeutel sind die allerdings nicht bestimmt, spricht man doch von einem Preis oberhalb der 60.000,- €-Marke.

 

AVID

Good, better, best lautet wieder einmal das AVID-Thema und dieses Konzept wurde an der komplett eigenen Kette eindrucksvoll vorgeführt.

 

ELAC

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ELAC

Nach und nach avanciert ELAC zum Vollsortimenter. Mit dem Aufkauf und der Integration der Marke Audio Alchemy hat man nun auch edle Elektronik im Programm, die das Portfolio nach oben erweitert und mit der neuen Adante-Serie richtet man sich an den Liebhaber von Lösungen, die nach mehr als zwei Lautsprechern verlangen.
Passend zum Discovery gibt es jetzt einen Multiroom-Lautsprecherwürfel mit 6 x 28 Watt Leistung.

 

 

 

Keces

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Keces

Ein gestern noch in Deutschland fast völlig unbekannter Marken-Name, schleicht sich durch die Hintertür in die High-End-Geschäfte. Während das DC116-Netzteil seine ersten Lorbeeren vor allem bei denen einfährt, die Geräte nach ihren inneren Werten beurteilen, tasten sich die „primär Hörenden“ noch etwas zögerlich an diese Marke heran.
Was sicherlich daran lag, dass man ja alleine mit einem Netzteil noch lange keine Musik genießen kann.
Das ändert sich jetzt Schlag auf Schlag. Neben einem neuen, noch aufwändigeren Netzteil wurden weitere Komponenten von Keces gezeigt.

 

 

Pro-Ject, Ortofon …

ATR als Vertrieb dieser und weiterer Marken hatte gefühlt eine Halle für sich ganz allein. Sicher einer der beeindruckendsten Stände der High-End 2017. Wer sich einmal die nicht enden wollenden Produkt-Kataloge von ATR angesehen hat, wird es kaum glauben können, dass jedes einzelne Teil zum Ansehen und Anfassen parat stand und selbst die Sonder-Editionen gleich mehrfach zu bestaunen waren.

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Sondermodell “175”

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Sondermodell “Beatles”

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Sondermodell “George Harrison”

 

 

 

 

 

Ich kenne ATR jetzt schon seit über 30 Jahren und dieser Vertrieb zeigt mir, dass sich ehrliche, händler- und kundenfreundliche Arbeit – verbunden mit dem Gespür für die richtigen Marken und Produkte – am Ende auszahlen. Ein gutes Gefühl.

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Pro-Ject-Plattenwaschmaschine

Und obwohl ich es mir schon seit einiger Zeit abgewöhnt habe, mich auf einer Messe zum sofortigen Kauf verleiten zu lassen, musste ich hier einfach mal eine Ausnahme machen. Konkret geht es um die Plattenwaschmaschine von Pro-Ject.

 

In unseren mehr als 30 Studio-Jahren hatten wir schon eine große Anzahl an Plattenwaschmaschinen in Betrieb. Eine Maschine, die zu einem Preis von unter 500,- € einen derart soliden Eindruck machte, habe ich allerdings noch nicht in die Finger bekommen.
Sobald ich eigene Erfahrungen sammeln konnte, gibt es einen Bericht über diese Plattenwaschmaschine! Wenn Sie in der Nähe wohnen und Platten waschen möchten, vereinbaren Sie einfach schon mal einen Termin mit uns.

Roon

Bislang war Roon eine reine Softwarelösung, die sich auch durch ihren redaktionellen Musik-Service auszeichnete und auf eine weltweite Anhängerschaft zählen kann. Ganz ohne Zweifel suchen diese Serverlösung und das Roon-Format für heimische Netzwerke vergeblich etwas Vergleichbares. Mit über 100,- € pro Jahr oder 500,- € für eine Lifetime-Lizenz war und ist diese Software aber auch nicht gerade preisgünstig.
Hersteller wie ELAC haben das alles ausgenutzt und ihren Discovery einfach statt mit einer eigenen App-Lösung gleich mit Roon ausgestattet.
Deutsche User stören sich noch an der Tatsache, dass Roon komplett in englischer Sprache gehalten ist, aber das lässt sich wohl nicht ändern.
Sehrwohl ändern will Roon allerdings zukünftig, dass man keine eigene Hardwarelösung anzubieten hatte.
Mit dem hauseigenen Betriebs-System „Rock“ (einem abgespeckten Linux) und einem Hardware-Angebot namens „Necleus“ will Roon zukünftig eine Komplettlösung anbieten.
Roon-like funktioniert Rock aber natürlich auch auf anderer Hardware.
Wie man es sich denken kann, richtet sich Roon damit vor allem an Nerds, die schon an der Squeezebox von Logitel oder einem Raspberry Pi Spaß gefunden hatten und für die das Selbermachen eine gewichtige Rolle spielt.
Was für die einen eine grenzenlose Flexibilität darstellt, bildet für die Computer-Gegner damit wohl unüberwindbare Hürden. Und Hardwarepreise von bis zu 2.000,- € locken aus meiner Sicht weder die eine noch die andere Gruppe.
Aber ich irre mich da gerne.

Input Audio

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Harbeth

Bernd Hömke fehlt wohl auf keiner HiFi-Ausstellung und die High-End gehört für ihn zum absoluten Pflichtprogramm. Seine Produkte (Creek, Harbeth, Croft, Magnum Dynalab …) verteilten sich in diesem Jahr auf mehrere Räume. Ihn selbst konnte man wie gewohnt unten in der Halle neben Michael Creek persönlich antreffen. Der Streaming-Client und der 100-er CD-Player von CREEK gehörten mit zu den jetzt erhältlichen Neuigkeiten.

 

 

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Magnum Dynalab

Den CD-Player gab es über die Magnum-Dynalab-Verstärker an den großen Harbeth zu hören. Und ganz sicher gehörte diese Vorführung mit zu den diesjährigen Highlights der Messe.
Über die Optik der Harbeths lohnt es sich nicht zu streiten. Der typische Harbeth-Käufer steht auf dem Standpunkt, dass Lautsprecher genau so (!) auszusehen haben und niemals anders.

Wie gleichgültig einem das Design werden kann, veranschaulichten sie deutlich, indem sie Musik einfach so spielten, wie Musik zu spielen hat:  natürlich.

Während unseres Ausflugs in die Alpen meinte meine Frau zwischendurch: „Wie klein man sich fühlt, wenn man vor so einer gigantischen Felswand steht!“ und man hatte den Eindruck, dass einen die Begegnung mit einem hohen Berg in die reale Welt zurück holt.
Beim Betrachten und Hören der Harbeth-Lautsprecher erging es mir dann ähnlich.
Wenn man sich die Lautsprecher-Präsentationen in so manch anderem Raum vor Augen führte und dann über die Harbeth wunderschöne Musik vernehmen durfte, verstand man plötzlich wieder, worauf es bei der Musikwiedergabe tatsächlich ankommt.

Fazit

Nun – ich muss zugeben, es wieder einmal nicht auf jeden Stand geschafft zu haben und manches habe ich vielleicht einfach vergessen, aber ich hoffe, genug geschrieben zu haben, damit Sie jetzt sagen:
„Im nächsten Jahr fahre ich auch mal hin. Es gibt ja doch so einiges interessantes zu sehen, zu hören und zu erfahren.“.
Und bedenken Sie:  Das Bier und die typischen Gerichte in München schmecken ausgezeichnet!
Vielleicht machen Sie es ja auch wie wir, nehmen sich zwischendurch einen Tag Auszeit und besuchen die bayrische Bergwelt. Nachdem man 2 Stunden über den Königsee geschippert wurde, hat man richtig Lust, sich am nächsten Tag wieder in das Messegetümmel zu stürzen. Aus jedem Raum kommt man mit einem anderen Gefühl. Mal wurde man verzaubert und braucht ein paar Minuten, um nachzudenken, mal hat man genug gesehen und gehört, um darüber herzerfrischend abzulästern.
Deshalb:  Besuchen Sie die messe unbedingt zu zweit!  🙂

Und vielleicht treffen wir uns ja in München – im Jahre 2018!?
Wir würden uns sehr freuen.

Netzteil von Keces läuft sich warm

Irgendwie stand ich da plötzlich vor einem Problem, für das sich keine Lösung zeigen wollte. Von allen Seiten bekam ich auf einmal den Ratschlag, doch mal meine Fritzbox über ein audiophiles Netzteil zu betreiben. Das Ergebnis sollte mich mehr als wundern.
Doch sollte ich tatsächlich meine Fritzbox 7490, die ja ihre Dienste wunderbar verrichtete und für die ich nicht einmal 100,- € bezahlt hatte, mit einem 300,- € Netzteil “veredeln”.  Irgendwie erschien mir das mehr als dekadent zu sein.

Dann berichtete mir Robert Ross mal wieder von seinen Produkten und dass er jetzt sehr audiophile Netzteile im Programm hätte. Der Name des Hersteller “KECES” sagte mir gar nichts. Ich hatte aber auch keinen Bedarf an weiteren Netzteilen. Am Auralic Mini läuft normalerweise das Super Low Noise Netzteil von Auralic – das passt wunderbar. Für alle, die gerne vergleichen, habe ich noch das SBOOSTER-Netzteil da. Es ist mit rund 250,- € etwas preisgünstiger als das von Auralic, dafür gefällt mir das Original-Netzteil aber auch eine Spur besser.
Also teilte ich Robert mit, dass ich an einem weiteren Netzteil, das dann auch mit 399,- € noch einmal teurer war als die anderen beiden, kein wirkliches Interesse hätte.
Doch Robert hatte noch nicht alles gesagt. Ich wurde hellhörig, als er mir verriet, dass ich die Ausgangsspannung am Keces in einem gewissen Umfang selbst bestimmen könnte. Als er mir dann auch noch von einem Modell erzählte, das nicht nur einen sondern sogar zwei Ausgänge hat – und man beide unterschiedlich einstellen kann, da fiel mir die Fritzbox ein und mich reizte die Vorstellung, sowohl die Fritzbox als auch den Mini über ein und das gleiche Netzteil betreiben zu können.

Seit gut einer Woche läuft sich das alles jetzt warm und ich hoffe, dass ich in dieser Woche zu einem ausgiebigen Netzteilvergleich kommen werde.
Hat schon jemand Erfahrungen mit den genannten Netzteilen machen können und kann mir einen Tipp geben?

Hier geht es zu einem grundsätzlichen Bericht über Netzteile.

Hier geht es zum Hörbericht.

Q-Acoustics C 500 170319

Q-Acoustics Concept 500

Unseren ersten Kontakt zu diesem Lautsprecher hatten wir 2016 in München auf der High-End. Doch da waren noch viele Fakten offen. In der letzten Woche führten mich meine Verpflichtungen wieder einmal zu Karl-Heinz Fink nach Essen, dem Entwickler der Q-Acoustics-Boxen. In seinem Vorführraum liefen die ersten Serienmodelle der C500 und ich hatte die Chance einige Minuten lang die Boxen zu hören. Was ich vernehmen konnte war genug, um sie gleich nach meiner Heimkehr beim Vertrieb zu ordern. Mitte Mai sollen wir sie bekommen.

Das Besondere an diesem Lautsprecher ist, dass er ein Klangbild erzeugt, das man eigentlich nur von Boxen kennt, die deutlich teurer sind. Im ersten Moment ging mir der Begriff “B&W-Killer” durch den Kopf, denn ob man B&W mag oder nicht, die Marke dominiert einige Bereiche des Lautsprecher-Marktes. Und das wird sich auch durch die C 500 nicht ändern, denn wer eine B&W will, der will eine B&W.

Doch die C 500 wird da einiges durcheinander bringen. Um ihr einen vergleichbaren Lautsprecher gegenüber zu stellen, wird man beim doppelten Preis mit der Suche beginnen müssen. Diese Aussage konnte man auch schon bei den C40 und C20 so aufstellen, doch in den bisherigen Preisklassen verschwommen die Vorteile etwas. Wenn es jetzt aber einen Lautsprecher für 4.000,- € gibt, den man überwiegend mit Boxen in der 8.000,- €-Klasse vergleichen muss – dann ist das schon eine “ganz andere Hausnummer”, oder?

 

Was ist eigentlich ein Klangunterschied?

Was ist eigentlich ein Klangunterschied?

Was ist eigentlich ein Klangunterschied?

Was ist eigentlich ein Klangunterschied? Ziemlich doofe Frage, oder?
Nun – ganz so doof, wie sie zunächst erscheint, ist sie aber ganz und gar nicht.
Das Komplizierte an diesen Klangunterschieden ist nämlich, dass es etliche verschiedene Kriterien gibt, die dann auch noch jeder für sich unterschiedlich bewertet.

Und dann gibt es da in der High-Fidelity ja noch das hehre Ziel der Klangtreue, also den Anspruch, dass alles genau so zu klingen hat, wie das Original geklungen hat.
Doch wie hat das Original eigentlich geklungen?
Wer kann so etwas wissen?
Und was ist, wenn mir ein bestimmter Sound dann viel besser gefällt als der, von dem man behauptet, er sei „authentischer“?
Darf mir nicht ein „schlechterer“ Wein auch mal besser schmecken als der vermeintlich “bessere”?

Kann da vielleicht mal einer Ordnung schaffen?

Wenn ich das schaffen würde, würde mich meine Frau wohl auf der Stelle in die Garage und ins Büro schicken und mich auffordern, auch dort mal meine erstaunlichen Fähigkeiten zum Ordnen unter Beweis zu stellen. 🙂

Da lasse ich das dann hier auch mal besser sein und begnüge mich mit dem Versuch, ein wenig Licht in das Thema Klangunterschiede zu bringen.

Ein Klavier, ein Klavier!

Ein Instrument wie das Klavier hat schon eine imposante Größe. Es hat etliche Saiten, Tasten und sehr viel Holz. Dann gibt es da noch zwei bis drei Pedale, mit denen man lauter, leiser, länger oder kürzer schwingend spielen kann.
Bei einem Klavier kann es sich um ein „echtes“ Klavier handeln, das meistens mit geschlossenem Deckel gespielt wird oder um einen Flügel, der natürlich offen gespielt werden muss.
Das Klavier ist für die Entwickler von elektronischen Instrumenten ein echt „harter Brocken“ und noch heute können nur wenige elektronische Klaviere überzeugen.

Was man von einer HiFi-Anlage erwarten kann

Über eine Stereoanlage abgespielt, sollten wir selbst bei einem wirklich miesen System immer noch ein Klavier irgendwie als Klavier erkennen können.
Doch hören wir auch den Unterschied zwischen einem Klavier und einem Flügel?

Größe

Wie groß wird das Klavier abgebildet? Imponiert uns die Größe eines Flügels oder hören wir immer nur “Schröder” seiner “Lucy” etwas auf einem Kinderklavier vorklimpern?

Ortbarkeit

Wo steht das Klavier? Also wie weit vorne oder hinten? Wie weit rechts oder links? Wie hoch steht es? Steht es oben auf der Bühne und wir sitzen unten? Oder sitzen wir oben und das Klavier spielt unten?

Dreidimensionalität

Wie steht das Klavier und wo sitzt der Pianist? Befinden sich die Tasten an der rechten oder an der linken Seite?  Die meisten Flügel öffnen ihre rechte Seite, so dass der Pianist immer links von uns sitzen muss. Hören wir das auch so?

Der Klang eines Instrumentes

Eine wunderbare Aufnahme, um das Klavier (hier Flügel) akustisch bewerten zu lernen, ist das berühmte Köln Konzert von Keith Jarrett.  Man sagt, er wäre damals sehr unzufrieden mit dem zur Verfügung gestellten Bösendorfer Flügel gewesen und hätte 24 Stunden vor dem Konzert nicht mehr geschlafen, nur um das Instrument besser kennen zu lernen. Während des Konzerts am 24. Januar 1975 hätte er sich dann – gegen seine Müdigkeit ankämpfend – weitestgehend auf das Spielen der mittleren Register beschränkt.

Keine Musik – sondern Magie

Das Ergebnis kennt wohl jeder HiFi- und Musik-Freund – es ist magisch – hypnotisierend – fesselnd.

Und was macht Ihre HiFi-Anlage daraus?

… und die Aufnahme zeigt Ihnen gnadenlos, was Ihre Stereoanlage kann und was nicht.
Während Keith Jarrett spielt, hören wir immer wieder die Bühne knarren und auch die Pedale. Das klingt jetzt irgendwie laienhaft, verleiht dem Stück aber eine überzeugende Realität.

Und halten Sie sich zunächst bitte zurück!
Bevor Sie jemandem erzählen, von welcher Sekunde bis zu welcher Sie gehört haben wollen, dass Keith die Melodie mitsummt – hören Sie sich das Stück lieber erst einmal über eine wirklich gute Anlage an und notieren Sie dabei, wann er tatsächlich mitsummt und wann nicht! Ich denke, Sie werden dann froh sein, bis dahin noch nichts gesagt zu haben. 🙂

Lachendes Publikum!?

Und wenn ich Sie jetzt frage, wann das Publikum denn auf diesem Titel schadenfroh lacht – was antworten Sie mir dann?

Doch zurück zum Klavier und zu der eingangs gestellten Frage: Was ist eigentlich ein Klangunterschied?

Nun, was genügt Ihnen denn als Unterschied?

Reicht es Ihnen bereits, wenn Sie ein Klavier als Klavier erkennen können und ist es Ihnen völlig egal, ob es ein Klavier oder ein Flügel ist?
Sind Sie zufrieden, wenn Sie den Flügel vom Klavier unterscheiden können, aber die körperhafte Darstellung des Instrumentes noch fehlt?
Geht Ihr Herz erst auf, wenn Sie die Augen schließen und das Klavier sozusagen „plastisch“ vor sich sehen?
Oder sind Sie gar erst am Ziel, wenn Sie zwischen den Tönen, die die Hämmerchen beim Schlag auf die Saiten erzeugen und den Resonanzen im Holzkörper unterscheiden können?
Wenn Sie den Steinway vom Yamaha und dem Bösendorfer unterscheiden können?
… wenn Sie wirklich jedes Mitsummen von Keith Jarrett klar und deutlich vernehmen können?

Aufpassen!

Doch wieder muss ich Sie zum Aufpassen auffordern. Entwickler von HiFi-Komponenten versuchen manchmal, ihren Geräten und Lautsprechern diese analytischen Fähigkeiten „anzuerziehen“. Diese Komponenten werden also auf Analytik und „Präzision“ getrimmt.
Fast immer geht das dann aber auf Kosten der Wärme und des Volumens. Und da wir heutzutage mit ziemlich viel Musikschrott zugeschüttet werden, der nur für unser Transistorradio im Büro produziert wurde, klingt diese Musik über eine analytisch ausgerichtete Kette dann schon schnell sehr gruselig!

Emotionen und das richtige Timing

Die hohe Schule des Musikhörens befasst sich jedoch mit den Emotionen und mit dem Timing in der Musik.

Was ich damit meine, will ich gerne anhand des genannten Musikstückes näher erklären.
Hören Sie das erste Stück der CD oder der Schallplatte – die meisten hören sowieso nur die ersten 9 Minuten – und fühlen Sie sich in die Musik hinein.

Ich kenne – mit verschiedenen Ketten gehört – dabei mindestens folgende unterschiedlichen Klangbilder.

Hektik, übertriebene Dynamik

Das Spiel ist hektisch, wirkt wie zu schnell gespielt, zu fahrig. Keith scheint sich nicht richtig konzentrieren und sich auch nicht in die Musik einfühlen zu können. Das, wovon dieses Stück emotional lebt, ist nicht einmal ansatzweise vorhanden. Die Töne sind zu hart, zu metallisch und das Timing stimmt vorne und hinten nicht. Es ist ein nerviges Geklimper und irgendwie möchte man die ganze Zeit über sagen: „Hab ich doch gleich gesagt, dass ich Klaviermusik nicht leiden kann!“.

Trägheit, fehlende Dynamik

Keith „leiert“ das Stück gelangweilt vor sich hin. Er ist müde und schlecht gelaunt – das hört man und das scheint man sogar in seinem Gesicht “sehen” zu können. Seine Laune ist so tief im Keller, dass man sich als Zuhörer fragt, wieso er nicht aufhört und ein anderes mal weiterspielt, wenn er wieder Spaß daran hat. Denn auch das Zuhören ist alles andere als angenehm.

Geplärr

Es mag ja sein, dass Keith im Recht war, als er den Bösendorfer damals kritisierte. Doch seine Unzufriedenheit richtete sich gegen die hohen Töne des Instrumentes, die mittleren Register gefielen ihm gut. Über manche HiFi-Ketten scheint sich aber das “plärrige” Klangbild der hohen Töne auch auf die Mitte des Instruments übertragen zu haben. Das, was man als wunderbar harmonisch und sonor kennt, mit viel Volumen und langem Ausschwingen, das plärrt hier plötzlich nur rum. Der Klang des Bösendorfers ist einfach mies, unerträglich und man mag sich das nicht lange anhören. Und das geht auch mir so, obwohl oder gerade weil mir der Bösendorfer als Flügel oft der liebste ist.

Das Klangbild rastet ein

Und wie klingt es, wenn alles stimmt was stimmen kann?
Antwort:  “Wow!”
Kennen Sie das, wenn Sie vor Ihrer Anlage sitzen und nichts und niemand Sie dort wegholen kann? Wenn Sie selbst bei einem Zimmerbrand erst noch den Titel bis zum Ende hören wollen?

Wenn das Stück beginnt – übrigens für alle, die immer noch rätseln, wann denn gelacht wird:
Keith spielt die ersten 5 Töne und dann scheint etwas auf der Bühne zu passieren, über das das Publikum lachen muss. Vielleicht ist ein Techniker über ein Kabel gestolpert – ich weiß es nicht..

Zurück zur Musik.
Sowohl Keith als auch die Zuhörer brauchen ein paar Minuten, um sich in das Stück einzufühlen. Doch irgendwann sind alle gemeinsam mittendrin. Es ist, als würde sich da etwas synchronisieren und einrasten.

Wenn Keith dann spielt, sehen wir seine Finger über die Tasten gleiten, fliegen, schweben und zustoßen. Wann sie zustoßen – wann sie zustoßen müssen –  und dass Keith den Zeitpunkt trifft – darüber gibt es keinen Hauch eines Zweifels!
Es geht hier um winzige Verzögerungen und Betonungen – fast möchte man sagen, um den Milliardstel Teil einer Sekunde und ganz bestimmt noch weniger!
Doch Keith trifft den Zeitpunkt, wählt die korrekte Betonung.

Er fühlt es, er lebt es, er ist die Musik.

Über allem schwebt ein unbestechliches, unhörbares Metronom. Pulsierend, erbarmungslos, treibend.
Er – der Takt – zieht uns in seinen Bann.
Wir versinken in einen tranceähnlichen Zustand – in eine Art Hypnose, werden zu Derwischen – ohne uns drehen zu müssen.

Keith´s Klavierspiel frisst sich wie eine Droge in unsere Seele. Nimmt uns gefangen. Alles um uns herum ist ausgeblendet.
Ich weiß nicht mehr, wie es gewesen ist, als ich dieses Stück zum ersten mal gehört habe. Aber ich habe den Eindruck, mit diesem Titel emotional verwachsen zu sein. Und ganz bestimmt geht es nicht nur mir so.

Wenn Keith spielt, ich ganz automatisch meine Hände bewege, so – als würde ich selbst das Stück spielen, obwohl ich kein Klavier spielen kann – und ich immer wieder spüre, wie mein Herz so einen kleinen Hüpfer macht und dabei so ein Glucksen erzeugt, dann weiß ich, dass hier wirklich alles stimmt. Und dann kann ich mir die Aufnahme auch fünf mal hintereinander anhören.
Ja, auch heute immer noch!

Oft mache ich das dann auch, jedenfalls wenn ich mal wieder die besten, leider auch teuersten Kabel angeschlossen habe. Kabel, die ich im Studio nur selten verwende. Weil es nicht fair wäre, jede Kette mit ihnen vorzuführen.

Musiklose Seelen?

Und dann muss ich an die Menschen denken, die einen solchen Einfluss auf den Klang rigoros für unmöglich erklären und sich mit Händen und Füßen dagegen wehren, sich das einmal anzuhören. Als hätten sie Angst davor, dass Ihnen die Wahrheit eine Maske vom Gesicht ätzen würde und dahinter jemand zum Vorschein kommt, der das durchaus auch hören kann.

Aber eigentlich geht es doch überhaupt nicht darum, wie sich der Klang verändert.

Es geht einzig darum, wie sich die Musik verändert.

Ob mich ein und die selbe Musik nervt, langweilt oder zu Tränen rührt und mich glücklich macht –
das ist doch ein Unterschied, oder nicht!?

MQA- doch nicht das Klangparadies

MQA, doch nicht das Klangparadies

MQA, doch nicht das Klangparadies

“Jetzt müsste man Mäuschen spielen dürfen …”

Es bewegt sich gerade sehr viel rund um das Thema MQA  — leider hinter verschlossenen Türen.

Der Schock der Woche:

Die Brüder Frank und Lothar Kerestedjian aus Berlin haben die Tore in ihrem Portal highresaudio.com für MQA erst einmal wieder geschlossen. Das öffentliche Statement hierzu wurde allerdings nach kurzer Zeit wieder von der Seite genommen.
Nun können wir Mutmaßungen anstellen und dabei unserer Phantasie freien Lauf lassen.
Kurzzeitig war zu lesen, dass man die Qualität einer MQA-Datei bei highresaudio.com subjektiv als „nicht besser“, ja sogar als „schlechter“ bewertet, dass MQA nicht verlustfrei arbeitet und noch dazu jede Möglichkeit fehlt, MQA zu messen oder überhaupt auch nur zu belegen.

highresaudio.com führt seit jeher umfangreiche Messungen durch, um weder irgendwelche Mogelpackungen einzukaufen, noch an seine Kunden weiter zu reichen.
Da war es nur eine logische Folge, dass man keine MQA-Dateien anbieten will, die vielleicht gar keine MQA-Dateien sind. Zumal das ja auch unter Umständen erhebliche rechtliche und damit finanzielle Folgen nach sich ziehen könnte.

Dennoch, die Entscheidung bei highresaudio.com gegen MQA ist schon ein heftiger Tritt zwischen die Beine des Unternehmens.
Allerdings kann man auch das Auftreten von MQA derzeit nur als ziemlich provokant und fast schon überheblich bezeichnen.

Hier mal eine Metapher, um das zu erläutern:
Seit der „Erfindung“ von digitalen Sensoren für Fotokameras werden diese fortlaufend verbessert.
MQA stellt sich nun her und behauptet im übertragenen Sinn:  „Alle bisherigen Sensoren arbeiten fehlerhaft! Aber durch unser MQA-Verfahren erhalten wir zum ersten mal natürlich wirkende Bilder!
Und das erreicht man bei der kamerainternen Umwandlung vom RAW-Format zum JPEG.
Das allerdings funktioniert nur mit neuen Sensoren.
Nämlich solchen, die eine MQA-Lizenz besitzen.
Und deshalb kann man das Wandeln auch nicht mehr länger Lightroom und Co. erlauben!
Es sei denn, die erwerben die MQA-Lizenzen und sind auf Computern installiert, deren Prozessoren und Chips allesamt eine MQA-Lizenz besitzen.
Eine 100,- €-Einsteiger-Kamera mit MQA liefert laut MQA ab sofort bessere Bilder als das Profi-Flaggschiff ohne MQA!
Na, da ist es ja nur gut, dass man das Profi-Flaggschiff ganz bestimmt auch bald in der MQA-Version kaufen kann.
Damit auch deren Bilder dann “natürlicher” aussehen.

MQA = Des Kaisers neue Kleider?

Wieder zurück in der HiFi-Welt heißt das, dass sich weder die Auflösung noch die Abtastrate durch MQA verbessern. Alles, was man uns verrät ist, dass man bei MQA eine andere Filtereinstellung wählt.
Eine Einstellung, die die bisherigen Wandler-Chips angeblich überhaupt nicht beherrschen, weshalb man neue braucht.

Daran melden einige Fachleute arge Zweifel an.

Genau deshalb fordern sie, dass man bei MQA jetzt mal endlich die Dollarzeichen aus den Augen nimmt und stattdessen den Chip- und Geräteherstellern diese Filtereinstellung offen legen soll, damit diese dann neben „Präzise“, „Sanft“ oder „Balance“ zukünftig eben auch die anwählbare Einstellung „MQA“ integrieren können. Um so dem Besitzer selbst die Entscheidung zu überlassen, ob er es als besser oder schlechter empfindet und nutzen will oder nicht.

Ob das so technisch möglich wäre – vermag ich nicht zu sagen.
Ich weiß nur, dass es aus meiner Sicht eine faire Vorgehensweise wäre.

Aber MQA verweigert ja sogar Herstellern die Lizenz, die eine MQA-De-Kodierung im Streaming-Client vornehmen, wodurch dann jeder x-beliebige DAC die MQA-Dateien wandeln und wiedergeben könnte. (siehe:  http://support.auralic.com/hc/de/articles/222512427-Wird-AURALiC-in-Zukunft-MQA-unterstützen- )
Heißt das nicht einfach, dass jeder (!!!) auf dem Markt befindliche DAC MQA-Dateien wandeln kann, wenn man ihm nur vorweg einen MQA-Dekodierer spendiert?
Diese Möglichkeit aber durch Lizenz-Verweigerung zu verhindern kann doch nur einen einzigen Zweck verfolgen:
Man will Geld verdienen und allein deshalb die Verbraucher dazu zwingen, sich neue Geräte kaufen zu müssen, die sie sich tatsächlich überhaupt nicht kaufen müssten.
Und das ist ja auch das stärkste Argument, mit dem man die Geräte-Hersteller auf seine Seite holen will:  Geld!  Viel Geld!
Selbst die HiFi-Redaktionen dieser Welt stellen sich ja schon auf eine Unmenge neuer Tests ein und sind ihrerseits natürlich ebenfalls von MQA begeistert. Jedenfalls die Redaktionen, die  kommerziell ausgerichtet sind.

Einfach auf MQA upgraden?

Viele Gerätehersteller setzen schon lange auf eine Upgrade-Fähigkeit ihrer Hardware. Neue Filtereinstellungen wären also ohne Neukauf und ohne ein aktives Eingreifen „automatisch über Nacht“ zu integrieren. Doch mit MQA geht das angeblich nicht! Man braucht zwingend neue Hardware. Sowohl im Tonstudio als auch zuhause.

So eine – mit MQA-LED!

Erst wenn sie leuchtet – ist Weihnach – äh Quatsch – hören wir Musik in Vollendung.
Alle Entscheidungen der Musik-Industrie und Hardware-Hersteller beruhen – das vermute ich –  auf der Angst, einen wichtigen Zeitpunkt und eine riesige Chance zu verpassen. Man integriert deshalb vorsichtshalber MQA und man will diese LED – aber man lehnt sich andererseits irgendwie auffallend wenig für MQA aus dem Fenster.

Ist das so wie das Gebet eines Ungläubigen im Sterbebett?
„… kann ja nicht schaden!“?

Aber will der Markt MQA überhaupt?

Wollen wir es?
Spätestens wenn wir uns mal mit Schätzungen befassen, muss man sich fragen, was denn eigentlich wirklich hinter MQA stecken könnte.
Ich sage jetzt einfach mal (vielleicht kennt ja jemand die echten Zahlen), dass 80% der Verbraucher in Europa mit MP3 gut zufrieden sind und nicht einmal ein Interesse an HighResAudio haben. Spotify und Co. machen ihre Arbeit gut und es macht Spaß damit Musik zu hören.
Von den restlichen 20% lehnen derzeit noch etwa 18% alles ab, was irgendwie mit Computer, Internet, Download oder Portalen zu tun hat. Man setzt nach wie vor auf die CD oder die LP – basta.
Bleiben 2%, die sich gerade mit dem Thema Streaming von HighResAudio-Dateien auseinander setzen oder bereits solche Geräte gekauft haben.
Und selbst wenn wir jetzt einmal davon ausgehen, dass alle (!!) Besitzer von Streaming-Komponenten sofort auf MQA umsteigen, sobald sie einmal hören konnten, dass es wirklich besser ist, dann reden wir immer noch von lediglich 2% des Marktes!
Und ich werde dreist und verdreifache diese Zahl nun einfach mal – lande damit also bei 6%.

Ohne jemals zu irgendeinem Weltkonzern gehört zu haben, kann ich doch vermuten, dass ein Manager, der für diese 6% große Beträge in die Hand nimmt und sich dabei auch noch von anderen abhängig macht, wohl morgen schon auf dem Arbeitsmarkt zu haben sein wird, oder?.
Also entweder haben Firmen wie Warner und Universal das MQA-Format zum „Anfüttern“ geschenkt bekommen, oder die wissen etwas, was wir noch nicht wissen.
Denn wie man es auch betrachtet – MQA ist nur dann kommerziell interessant, wenn man damit „in die Breite gehen“ kann. Die größte Überzeugungsarbeit dürfte dabei wohl diese „doofe“ (Entschuldigung) MQA-LED übernehmen müssen.
Mit der kann der Käufer wunderbar seinem Schwager signalisieren: “Jetzt wird es gleich richtig gut! Und mit Deinen Geräten ohne MQA-LED bist Du aber mal so richtig von gestern!”

So eine MQA-LED zieht „in der Breite“ ganz sicher. Und schon bald wird es sie vermutlich aus Fernost für alle Geräte nachzukaufen geben.

Nur eines passt dabei überhaupt nicht:

Diese „Breite“ hört MP3 und nicht HighResAudio!
Und die „Breite“ hört schon keinen Unterschied zwischen MP3 und CD!
Wie will man diesen Kunden denn ein angeblich noch besseres Format verkaufen als HighResAudio?

Nein, so wird das ganz bestimmt nichts mit der „Breite“ als Zielgruppe!

Der Hammer wäre deshalb, gäbe es MQA auch für MP3 und damit auch für unterwegs!

Eine MQA-MP3, die angeblich besser klingt als eine 24 Bit/192KHz-HighResAudio-Aufnahme! Geil!
Eine „Masterband-MQA-MP3“, bei der die MQA-LED an unserem Smartphone so hell leuchtet, dass alle anderen in der U-Bahn sie sehen können!
Zugegeben – das wäre wirklich etwas für die „Breite“ und das Weihnachtsgeschäft 2017 könnte kommen!

Uhps – hab ich MQA da gerade etwas vorweg genommen?
Oder auf eine Idee gebracht?
Wir werden es sehen.

Meine derzeitige Empfehlung zu MQA?

Nun, um es mit Anke Engelke zu halten:  „Aufpassen!“ 🙂

Aber – wenn ich mir etwas wünschen dürfte, dann wäre es sicherlich, dass es mit MQA irgendwie doch funktionieren würde. Aus einem ganz einfachen Grund:

Zurzeit streamen wir zuhause in CD-Qualität (16 Bit, 44,1KHz). Schöner wäre es, wenn wir jede (!) Aufnahme in der besten zur Verfügung stehenden Qualität, also eben auch als 24Bit/192KHz streamen könnten, oder?
Alle Titel – und nicht nur die, die wir „gekauft“ haben.

Kaufen und Downloaden ist von gestern. Wir wollen streamen!

Und wenn mir da jetzt jemand sagen würde, dass die Datenmengen dafür zu groß wären und MQA hier helfen könnte – und dass dann auch alles wirklich besser klingen würde – und man so eine MQA-Datei auch testen könnte, damit man uns nicht anschmieren kann – und wenn sich MQA damit zufrieden geben würde, an so kleinen Dekodierern als Zusatzgeräte zu meiner bestehenden Hardware zu verdienen – ich also meinen Gerätepark behalten darf – dann wäre MQA durchaus auch etwas für mich.

Ja ja – ich hör ja schon auf zu träumen.

MQA, das Klangparadies?

MQA – das Klang-Paradies?

MQA – das Klang-Paradies?

MQA …
… steht dieses Kürzel für den endgültigen Einzug ins Klang-Paradies?

Was steckt eigentlich hinter „Master Quality Authenticated“, kurz MQA?

Die Macher hinter MQA stellen nicht mehr und nicht weniger als die unglaubliche Behauptung auf, dass alle bisherigen A/D- (analog zu digital) als auch D/A- (digital zu analog) -Wandler Fehler im Bereich der Filterung gemacht haben und immer noch machen. Auch die, die im Tonstudio eingesetzt werden! Und deshalb gibt es bisher keine digitale Musik, die “natürlich” klingt!

Jeder Musiktitel, den wir in irgendeinem digitalen Format besitzen oder streamen, ob selbst gerippt oder gekauft, ja selbst die Masterbänder in den Tonstudios – sie alle (!!!) sind fehlerbehaftet und klingen nicht so natürlich wie sie mit MQA klingen könnten.
Keine einzige CD, keine SACD, nicht einmal ein Original-Masterband und nichts, was wir an digitalen Musikdateien auf einer Festplatte oder einem USB-Stick gespeichert haben – ist fehlerfrei. So MQA.

So – das müssen wir jetzt erst einmal sacken lassen, oder?

Wer jetzt das Gefühl hat, in eine tiefe Jauchegrube geschubst worden zu sein, der sollte nach oben sehen, denn es wird reichlich Gülle nachgekippt!
Nicht nur unsere allerbesten Musikdateien taugen auf einmal nichts mehr – auch unsere Hardware ist ab sofort untauglich!
Egal welche und zu welchem Preis! Keine einzige Hardware ist frei von Fehlern.

Funktionieren tut sie zum Glück aber selbst mit MQA-Daten immer noch.
MQA „tarnt“ sich nämlich – kommt im Bauche des trojanischen Pferdes namens FLAC, ALAC oder wie auch immer daher und wartet auf seinen Einsatz.
Alles was wir hören, ist dieses bisherige, fehlerbehaftete Format.

Aber warten wir es nur ab, es wird spannend!

Es ist ja gar nicht so, dass uns MQA in die Jauchegrube schubst und uns da drin ersaufen lässt. MQA hilft uns ja auch wieder heraus! Duscht uns und führt uns in ein SPA, wo wir so rundherum verwöhnt werden.
Gegen kleines Entgelt natürlich.

Wir brauchen uns nämlich nur noch neue Hardware zu kaufen, die das MQA-Logo trägt und alles ist wieder gut!

Und damit wir auch erkennen können, wie gut wir jetzt gerade hören (vielleicht wird es ja welche geben, die den Unterschied nicht von alleine wahrnehmen) bringt eine MQA-Datei die MQA-LED auf unserer Hardware zum Leuchten – genau wie unsere Augen!
Und unsere Ohren vermutlich auch.

Ohne so eine leuchtende MQA-LED ist unsere Hardware natürlich nicht in der Lage, die MQA-Qualität aus unseren FLACs oder ALACs heraus zu holen.
Aber Weihnachten ist ja nicht mehr weit – und dann können ja auch wir endlich „aufrüsten“, oder?
… und dann klingt unser 300,-Euro-Wandler mit der leuchtenden MQA-LED viel besser als der von unserem Schwager. Der war nämlich noch so doof und hat sich für 5.000,- € einen DAC ohne MQA gekauft.

So – genug Sarkasmus – was ist jetzt wirklich dran, an dieser MQA-Geschichte?

Antwort:  Ich weiß es nicht.
Ich halte es für durchaus denkbar, dass die Musik besser klingt als vorher.

Die Logik lässt mich allerdings die Frage aufstellen, wie viele findige Programmierköpfe es auf der Welt wohl gerade geben mag, die sich die Entwicklung um diesen MQA-Hype ganz genau ansehen, um im Erfolgsfall mit einem noch viel besseren Digitalfilter auf den Markt zu kommen?
Vielleicht einem individualisierbaren Filter, bei dem wir also selber einstellen können, was uns besser gefällt? Mal so – mal so.

Und ich frage mich, ob MQA nicht irgendwie die Nachfolge von Dolby antreten wird.
Mit dem Wissen, dass ein korrekt aufgebautes Rauschunterdrückungs-Modul nach Dolby gut und gerne seine 500,- DM gekostet hat, musste man sich doch damals fragen, wie es Bandgeräte geben konnte, die weniger als 500,- DM gekostet haben, aber dennoch das Dolby-Logo trugen!?

Klingt also die Musik demnächst über einen 300,- € MQA-Wandler deutlich besser als über einen 5.000,-€-Wandler, der MQA nicht beherrscht? Oder gleichen sich hier die Schwächen auf beiden Waagschalen gegenseitig aus?

Fragen, auf die wir sicher noch Antworten erhalten werden.

Doch es regt sich nicht nur Interesse, sondern auch Widerstand.
Allen voran der Hersteller Linn hat jetzt einen Bericht veröffentlicht, in dem behauptet wird, dass MQA schlecht für die Musik ist.
Angeprangert werden dabei nicht die technischen Vorgänge, die hinter MQA stecken, sondern das Geschäftsmodell.

Angeblich hat MQA bereits alle wichtigen Chip-Hersteller mit im Boot, denn ohne diese Wandler-Chips können wir Musik weder digitalisieren noch ins analoge Format zurückverwandeln.
Ich frage mich, ob dann in Zukunft ausschließlich mqa-fähige Wandler-Chips produziert werden, oder ob man die Chips parallel anbieten wird.
Tatsache ist wohl, dass MQA hier an jedem mqa-fähigen Chip verdienen wird.
Und diese Kosten geben die Hersteller natürlich an die Gerätehersteller weiter.
Die tragen sie aber auch nicht selber.

Merken Sie was?

Ein Tonstudio, das an diesem MQA-Hype teilhaben will …
ein Label, …
ein Musik-Portal, …
ein Geräte-Hersteller, …
ein Verbraucher,  …
und noch viele Beteiligte mehr …

… alle sollen mit ins MQA-Boot gezogen werden.

Die einen, um trocken zu sitzen, die anderen, um zu rudern.

Was mein Bericht mit der tatsächlichen Qualität einer mqa-behandelten Musikdatei zu tun haben soll?

Nichts – gar nichts!

Nichts von dem, was ich da gerade geschrieben habe, hat irgend etwas damit zu tun, wie gut die Musik mit MQA klingt oder vielleicht auch nicht.
Ich kann nur die Sorgen, die Linn im Netz geschildert hat, die Michael Holzinger von sempre-audio.at aufgegriffen und weiter ausgeführt hat, die kann ich teilen.
Ich bin zu alt, um noch einmal 30 Jahre unter einer Qualitätslüge leiden zu können.
Und ich möchte es auch nicht.
Deshalb möchte ich, dass Sie MQA hinterfragen, bevor Sie investieren.

Ich sehe uns alle vor einem großen Fragezeichen stehen.

Wenn das mit MQA gut geht …

dann könnten die Gates, Jobs und Zuckerbergs dieser Erde glatt vor Neid erstarren und wir Musikliebhaber werden tatsächlich Musik in noch besserer Qualität hören, als wir es bisher konnten.

Wenn das mit MQA nicht gut geht …

dann wird das dem Markt mit hochwertigen HiFi-Komponenten einen Tiefschlag verpassen.
Wer sich jetzt von MQA locken lässt, seine Hardware austauscht und seine Musik zum dritten mal neu kauft und dann enttäuscht wird, entweder, weil er den Zugewinn gar nicht wahrnimmt, oder weil er in ein paar Jahren von einem neuen Verfahren hört, das dann angeblich die Fehler von MQA gnadenlos ausmerzen kann; wofür er aber wieder neue Hardware braucht und seine Musik zum vierten mal neu kaufen muss, dem wird wohl irgendwann der Mittelfinger jucken.

Wird es gut gehen?
Was meinen Sie?

Anschuldigungen, die aus dem Bauch heraus getätigt werden;
der Neid auf eine tolle Geschäftsidee, Konkurrenzkämpfe,
Kaufmüdigkeit oder allgemeines Desinteresse …
… sind kein Beleg dafür, das MQA nicht funktionieren kann.

Die Angst der Musik-, Bauteile und Hardware-Produzenten,
möglicherweise nicht oder viel zu spät in einen D-Zug einzusteigen;
die großen Namen derer, die sich bereits für MQA entschieden haben
und all die unzähligen suggestiven Lobeshymnen …
… sind aber auch kein Beleg dafür, dass MQA funktionieren muss.

Was bleibt, ist die Befürchtung, dass es nicht wir Verbraucher sein werden, die diese Entscheidung treffen, sondern es wird mal wieder die Musik-Industrie sein.
So wie damals bei der CD.
Denn wenn es nur noch mqa-kodierte Aufnahmen zu kaufen gibt, dann bezahlen wir alle dafür. Ob wir das mit unserer Hardware dann nutzen können oder nicht. Wir bezahlen es.

Deshalb bin ich froh darüber, wenn es Menschen gibt, die nicht einfach mit dem Strom schwimmen, sondern die auch mal auf die andere Seite der Medaille hinweisen.
Danke Linn und danke Michael Holzinger.

Die drahtlosen Verbindungen des Auralic Altair

Die drahtlosen Verbindungen des Auralic Altair

Die drahtlosen Verbindungen des Auralic Altair

Hinweis:
Bluetooth ist ein geschütztes Markenzeichen von Bluetooth SIG, Inc.
AirPlay® , iPAD und iPOD sind geschützte Markenzeichen von  Apple Inc.
Songcast ist eine Open-Source Software von oss.linn.co.uk
Roon ist ein geschütztes Markenzeichen von Roon Labs LLC a New York Limited Liability Company

In diesem Bericht geht es um die Nutzung der „drahtlosen“ Schnittstellen eines Auralic Altair.
(Der Mini verfügt über eine eingeschränkte Konnektivität)

Wichtiger Hinweis!
Um die drahtlosen Verbindungen verwenden zu können, muss sich der Altair zwingend im Streaming-Betrieb befinden.
Sollten Sie ihn soeben im reinen DAC-Betrieb als Wandler für eine digitale Quelle verwenden, sind alle Streaming-Module heruntergefahren. Das geschieht, um den DAC nicht bei seiner Arbeit zu stören und somit die Voraussetzungen für einen bestmöglichen Klang zu schaffen.
In dieser Betriebsart stehen aber trotz einer möglicherweise korrekten Konfiguration die drahtlosen Verbindungen nicht zur Verfügung.

Auralic Display Streamingbetrieb

Auralic Display Streamingbetrieb

Am einfachsten drücken Sie dafür auf der Fernbedienung die Taste „iPOD“ – damit starten Sie den Streaming-Betrieb und die Module für die drahtlosen Verbindungsarten. Bis der Altair den Streaming-Betrieb wieder „hochgefahren“ hat, kann bis zu einer Minute vergehen. Sie erkennen die Bereitschaft des Altair an der Anzeige im Display. (siehe Grafik links)

Bluetooth wireless technology

(Schulnote Klang: 3 bei gutem Quellmaterial)
Wichtig zu wissen:
Für die Bluetooth-Übertragung wird das Audiomaterial (falls erforderlich) komprimiert und entspricht danach etwa der Qualität einer MP3-Datei.
Der Empfang und die erforderliche Wandlung/Komprimierung der Original-Tonsignale in das Bluetooth-Format erfolgt durch das eingesetzte mobile Gerät (Sender). Der Altair (Empfänger) gibt also lediglich die Musikqualität wieder, die er vom Sender geliefert bekommt und kann sie in dieser Betriebsart nicht verbessern.

Herstellung der Bluetooth-Verbindung

Hierzu ist sicher zu stellen, dass im Konfigurationsmenü des Altair der Schalter „Bluetooth“ auf „on“ steht.
Der Bluetooth-Betrieb ist nicht auf IOS-Geräte beschränkt! Sie können also jeden beliebigen Bluetooth-Sender mit dem Altair verbinden. Hierzu gehen Sie in das Konfigurationsmenü Ihres mobilen Gerätes und stellen die Bluetooth-Verbindung zum Altair her. Befolgen Sie hierzu bitte die Anleitung des Geräteherstellers.
Sobald Ihr Gerät Ihnen den Status „verbunden“ anzeigt, dient Ihre Stereoanlage nun als Lautsprecher für alle Tonsignale, die Ihr Mobile-Device ausgibt. Sie können sowohl Musik aus den unterschiedlichen Portalen streamen als auch den Ton Ihrer Videos  über den Altair an Ihre HiFi-Anlage ausgeben.

Parallelübertragung von Bild und Ton:

Empfehlung:
Senden Sie Bild und Ton an einen Bluetooth-Empfänger (Set-Top-Box …) und verbinden Sie dieses Gerät zur Tonübertragung per Kabel (XLR, Coax, Toslink, USB)  mit dem Altair (für den Ton) und parallel dazu mit einem zweiten Kabel (z.B. HDMI) mit dem TV (fürs Bild).

Parallele drahtlose Übertragungen von Bild und Ton sind möglich, führen aber zu Verzögerungen. (Versatz der Mundbewegungen)

 

Airplay

(Schulnote Klang: 2 bei gutem Quellmaterial)

Format:  16Bit 44,1 KHz, höhere Auflösungen werden gesampelt.
Clock;  Es wird die Clock des Senders (z.B. iPAD, PC/MAC) verwendet.

Über Airplay übertragene Musikdateien sind in etwa mit der Wiedergabequalität einer CompactDisc zu vergleichen.

Wichtig zu wissen.
Der Empfang und die Wandlung der Original-Tonsignale in das Airplay-Format erfolgt durch das eingesetzte mobile Gerät (Sender). Möglicherweise steht die Musikwiedergabe im Airplay-Betrieb der Klangqualität im Auralic-Streaming-Betrieb um einiges nach.

Herstellung der Airplay-Verbindung

Zunächst ist sicher zu stellen, dass im Konfigurationsmenü des Altair der Schalter „Airplay“ auf „on“ steht.

Kontroll-Zentrum

Kontroll-Zentrum (rechtes Feld “Sie hören”)

An Ihrem iPAD wischen Sie nun vom unteren Displayrand das “Kontroll-Zentrum“  ins Display und schieben Sie das Menü ganz nach links, sodass Sie am rechten Bildschirmrand zum Bedienungsfeld „Sie hören“ gelangen. Hier finden Sie alle airplayfähigen Geräte aufgelistet. Tippen Sie dort den Namen Ihres Altairs an, warten Sie, bis die Verbindung aufgebaut ist und danach können Sie den Altair als Ihre Airplay-Brücke verwenden.

 

Sie können nun sowohl Musik aus den unterschiedlichen Portalen streamen, als auch den Ton Ihrer Videos  über den Altair an Ihre HiFi-Anlage ausgeben.

Parallelübertragung von Bild und Ton:

Empfehlung:
Senden Sie Bild und Ton an einen Airplay-Empfänger (Set-Top-Box …) und verbinden Sie dieses Gerät zur Tonübertragung per Kabel (XLR, Coax, Toslink, USB)  mit dem Altair (für den Ton) und parallel dazu mit einem zweiten Kabel (z.B. HDMI) mit dem TV (fürs Bild).

Parallele drahtlose Übertragungen von Bild und Ton sind möglich, führen aber zu Verzögerungen. (Versatz der Mundbewegungen)

 

Songcast (Linn)

(Schulnote Klang: 2 bei gutem Quellmaterial)

Format:  Max. 16Bit 44,1 KHz, höhere Auflösungen werden gesampelt.
Hinweis: Songcast selbst kann bis zu 24Bit/192KHz übertragen – die Betriebssysteme der PC/MAC limitieren derzeit noch das Format.
Clock;  Es wird die Clock des Senders (PC/MAC) verwendet und mit der des Empfängers synchronisiert.

Die Nutzung von Songcast setzt eine entsprechende Installation und Konfiguration der Software auf Ihrem PC/MAC voraus.
Eine Anleitung hierzu finden Sie unter:

http://support.auralic.com/hc/de/articles/206084348-Songcast-mit-Ihrem-Lightning-Gerät-nutzen
oder hier:
http://oss.linn.co.uk/trac/wiki/Songcast_4_2_DavaarManual

Songcast bringt Ihren PC/MAC dazu, seine Audiosignale nicht an die interne Soundkarte auszugeben, sondern über das Heimnetz den zur Verfügung stehenden Songcast-Empängern zuzustellen.
Hierdurch werden alle interne Sound-Bausteine in Ihrem PC/MAC übergangen und die für den Klang wichtigen Aufgaben an den Auralic Altair übertragen.

Parallelübertragung von Bild und Ton:

Über Songcast können nach meinem Kenntnisstand keine Bildinformationen übertragen werden.
Parallele drahtlose Übertragungen von Bild und Ton (über Bluetooth oder Airplay) sind möglich, führen aber zu Verzögerungen. (Versatz der Mundbewegungen)

Roon Advanced Audio Transport (RAAT)

(Schulnote Klang: 1 bei gutem Quellmaterial)
Format:  Max. 32Bit/ 192KHz, Mehrkanal.
Clock;  Es wird die Clock des Empfängers verwendet.

Die Nutzung der Roon-Software setzt eine kostenpflichtige Lizenzierung und die Installation der Server-Software (Core) auf einem leistungsfähigen PC/MAC oder einem geeigneten NAS voraus.  Die Server-Software muss den Geräten im Heimnetz jederzeit zur Verfügung stehen. Wird der PC/MAC von Ihnen nicht verwendet, muss er dennoch eingeschaltet und im Netz verfügbar sein.
Diese Aussage prädestiniert wohl eher einen NAS für diese Aufgabe, denn dieser steht uns ja in der Regel bereits aus anderen Gründen permanent zur Verfügung.
Als Musik-Quelle ist Roon aktuell auf Tidal und auf lokal gespeicherte Musiksammlungen begrenzt.

Parallelübertragung von Bild und Ton:

Über RAAT können nach meinem Kenntnisstand keine Bildinformationen übertragen werden.

Da Roon derzeit seine Musiksignale lediglich aus Tidal-Audio und aus lokalen Musik-Bibliotheken beziehen kann, eignet sich Roon nicht für eine parallele Bild- und Ton-Übertragung.

Roon und ELAC Discovery

Roon und ELAC Discovery

Roon und ELAC Discovery

Was haben Roon und ELAC Discovery miteinander zu schaffen?
Und was ist eigentlich Roon?

roon

roon

Wer mit dem Gedanken spielt, sich einen Streaming Client zuzulegen und dabei auf den ELAC Discovery stößt, der wird dabei auch zwangsläufig auf den Begriff „Roon“ treffen und sich möglicherweise die Frage stellen, was denn wohl hinter diesem Begriff stecken könnte.

Die Tatsache, dass eine „Lifetime-Lizenz“ für die Roon-Software mit 499,- USD zu Buche schlägt, lässt die einen frohlocken und die anderen die dollsten Spekulationen über die Anteile für Hard- und für Software anstrengen.

Tatsache ist, dass jeder, der Roon toll findet, damit bereits genug Argumente dafür gesammelt hat, sich einen ELAC Discovery und nicht „irgend einen“ Streamer zu kaufen.

Bleibt aber für die anderen immer noch die Frage offen:

Was ist denn dieses Roon überhaupt?

Beim ELAC Discovery ist es vor allem erst einmal die Bedienungssoftware für das Gerät.
In dieser Beziehung ist sie weder deutlich besser noch schlechter als die Apps, die wir so kennen, weshalb wir hier also keine hinreichenden Antworten finden.

ELAC_logo

ELAC_logo

Im zweiten Schritt ist dann jedoch erst einmal ELAC an der Reihe, für Roon etwas zu tun, nämlich ausreichend Rechenleistung zur Verfügung zu stellen.

Roon braucht da einiges, um zu funktionieren und ohne den ELAC Discovery wird man die zwingend erforderliche, zentrale Server-App (bei Roon „Core“ genannt) wohl  nur auf einem leistungsfähigen PC oder MAC installieren können, was dann aber wieder zwei weitere Fragen entstehen lässt:

Woher? – Wohin?

Woher – soll heißen:  Wo liegt denn die Musik?
Gehören wir zur „modernen Welt“, dann befindet sie sich auf einem USB-Stick, einer externen Festplatte, einem NAS oder online in einem Musik-Portal.
Roon kann mit all diesen Quellen umgehen und sie zu einer Bibliothek zusammenführen.
Das ist nicht selbstverständlich!

Wohin – soll heißen: Wer spielt denn die Musik?
Besitzen wir keinen ELAC Discovery und haben Roon auf dem PC/MAC/Laptop/MacBook installiert, dürften uns die dort intern verbauten „Quäker“ ganz sicher nicht zufriedenstellen. Also muss die Musik irgendwie an unsere Stereoanlage ausgeliefert werden, doch wie?
Die Lösung, unseren PC/MAC direkt oder über einen DAC an eine HiFi-Anlage anzuschließen, missfällt vielen Usern, denn der PC/MAC wird ja meist auch an anderer Stelle gebraucht – und er stört auch irgendwie die Optik.
Wir brauchen also früher oder später eine Komponente, die vom Design her in unsere Anlage passt, dort stehen bleiben kann und die so eine Roon-Server-Software (Core) bereits in sich trägt.

So ein Ding gibt es und es heißt ELAC Discovery  🙂

Was aber immer noch nicht die Frage beantwortet, was Roon ist und was an ihr jetzt 500,- USD wert sein soll.
Um das zu beantworten, können wir die gedankliche Verbindung zum Discovery hier erst einmal kappen. Die Antwort hat mit ihm nichts zu tun, wird nur noch einmal verdeutlichen, dass Roon als „Zugabe“ einen wirklich erstaunlichen Benefit mit sich bringt – jedenfalls für alle, die mit Roon etwas anfangen können.
Ob Sie mit Roon etwas anfangen können, beurteilen Sie am besten selbst nach folgenden zwei Kriterien:

“Focus”  (Blickpunkt)

Es gibt in Roon eine Such- und Filter Funktion, die sich hinter dem Button „Focus“ versteckt. Tippen wir darauf, öffnet sich ein neues Fenster, in dem wir verschiedene Möglichkeiten angeboten bekommen, die Musikauswahl einzugrenzen.

Most played
Hier können wir uns aussuchen, ob wir die 25, 50, 100, 250, 500 oder gar 1000 von uns meistgespielten Titel hören wollen.

Played in the last
Hier wählen wir zwischen den am letzten Tag, der letzten Woche, im letzten Monat, in den letzten 3 Monaten, … 6 Monaten, im letzten Jahr oder eben zu jeder Zeit von uns gespielten Titeln.

Import
Die gleiche Auswahl wird uns für das Import-Datum angeboten, also wann wir die Titel unserer Bibliothek hinzugefügt haben.

Released
Darunter finden wir eine Grafik, in der wir eingrenzen können, aus welchem Jahr die Titel stammen dürfen. Tippen wir darauf, öffnet sich ein kleines Fenster, in dem wir entweder durch Tippen auf „plus“ und „minus“ oder durch Verschieben der Balken, einen Zeitrahmen festlegen können. In Sekunden haben wir damit also in Verbindung mit der Genre-Auswahl eine „80-er Party-Musik“ zusammengestellt.

Genre
Rechts daneben geht es mit einer Kreisgrafik für das Genre weiter.

Durch einen Tipp auf den Pfeil nach rechts gelangen wir dann noch zur Auswahl zwischen
„Vorschläge“ (Picks),
„Lyrics“ (mit Songtext)
oder „Live“.

Zuletzt dürfen wir dann die Auswahl noch beschränken auf „Performers“ (Künstler), Composers“ (Komponisten), Production“ (Produzent),  Label (Das Plattenlabel), „Format“ (Dateiformat) und „Inspector“ (diverse Zusatzinformationen).
Jeweils nach einem Tipp auf die Kriterien werden uns die zur Verfügung stehenden Möglichkeiten angeboten.
.
Wer also gerne Musik über Filter aussucht, wird von der Fokus-Funktion begeistert sein. Mehr Auswahlkriterien findet man siucher in keiner anderen App.

Credits
(Zugaben)

Kommen wir zum zweiten Punkt und damit wohl zu “dem” Argument, das den hohen Preis der Roon-App vollumfänglich rechtfertigen kann, nämlich den Zugriff auf die Datenbank der Musik-Redaktion, die sich hinter Roon verbirgt.
Ich schreibe das deshalb so deutlich, weil wir im direkten Vergleich – trotz des hohen Preises – leicht den Mehrwert der Roon-App erkennen können.

Haben Sie ein Abo für eine Musikzeitschrift?

Wenn Sie zu den Abonnenten einer Musik-Zeitschrift gehören, dann wird Sie dieses Abo in der Regel rund 60,- bis 70,- € im Jahr kosten.
Aber bekommen und haben Sie damit genau die Informationen, die Sie suchen?

Roon funktioniert so, wie die heutige Welt funktioniert.

Wir erhalten Informationen nicht mehr nach dem veralteten Gieskannenprinzip, wobei wir immer nur einige Tropfen des Informationsüberflusses abbekommen und alles, was uns gerade nicht interessiert im Boden versickert und verloren geht.
Heute „rufen wir nur genau die Wassertropfen ab“, die wir gerade brauchen! In dem beruhigenden Bewusstsein, dass alle anderen Informationen auch da sein werden, wenn wir sie abrufen möchten.

Wenn Sie sich also z.B. mal wieder „Wish you were here“ anhören und wissen wollen, wer denn eigentlich das Saxophon so überzeugend gut gespielt hat, dann tippen Sie doch einfach auf „Credits“.
Möchten Sie herausfinden, an welchen Projekten der Schlagzeuger sonst noch mitgewirkt hat oder wer die Background-Sängerinnen waren?    … bei welchem Künstler sie heute mitsingen und ob es vielleicht sogar aktuelle Konzertdaten gibt?
Diese Software stellt Ihnen alles Wissen der Musik-Redaktion zur Verfügung.
Sie haben also einen “Generalzugang” zu deren Datenbank!
Ist das was für Sie?

Lohnt sich Roon jetzt also oder nicht?

Die Antwort darauf können Sie sich nur selber geben.
Wenn es Ihnen ausreicht, Musik zu hören und Ihnen die Informationen dahinter gleichgültig sind, dann brauchen Sie Roon nicht.
Wenn Sie aber Freude daran haben, mehr zu erfahren und Zusammenhänge zu erkennen, dann wird Sie Roon begeistern. Und wenn Sie Roon nutzen möchten, aber einen PC/MAC im Wohnzimmer nicht dulden, dann tun sich da nicht wirklich viele Optionen auf.

Wenn Sie also jetzt von Roon begeistert sind …
und es haben wollen …
Ihnen aber 499,- USD zu teuer sind …
und Sie sowieso gerade einen Streaming-Client suchen …
dann hätten wir da jetzt einen wirklich tollen Tipp für Sie!

Und der fängt mit „ELAC“ an, hört aber mit „Discovery“ noch lange nicht auf!

Wissen sollten Sie, dass die Informationen von Roon nur in englischer Sprache vorliegen und dass Roon zurzeit nur mit Tidal zusammenarbeitet, also nicht mit Qobuz. Aber das dürfte wohl nur eine Frage der Zeit sein.

Auralic Lightning DS Anleitung

Auralic Lightning DS Anleitung

Auralic Lightning DS Anleitung

Never read the fu…ng manual?

Ja – ich weiß, es gibt nicht viele Dinge, die noch weniger Spaß machen, als eine Bedienungsanleitung lesen zu müssen. Aber ich verspreche Ihnen, dass ich mir sehr viel Mühe damit gemacht habe, diese hier “unterhaltsam” zu gestalten.
Natürlich – es bleibt eine Bedienungsanleitung. Sorry!

Auralic Lightning DS

 

Anleitung als pdf-Datei downloaden (54 MB)

High-Fidelity 2016

High-Fidelity 2016

High-Fidelity 2016

Die Welt der High-Fidelity im Jahre 2016
… nicht mehr länger nur schwarz-weiß.

 

Analog und digital

2016 hat uns nicht nur tolle neue Plattenspieler in jeder erdenklichen Preisklasse gebracht, sondern hat uns auch gezeigt, dass „digital“ nicht immer die schlechtere Wahl sein muss. In die Upper-Class der Analogwelt steigt man sehr souverän bereits mit einem Pro-Ject Xpression Carbon Classic für 840,- € ein und einen Streaming-Client wie den Auralic Aries Mini können sich für 498,- € wohl viele leisten. Und der ist mehr – viel mehr – als nur der Einstieg in die Welt des Streamings.

Pro-Ject Xpression Carbon Classic

Xpression Carbon Classic Mahagoni

High-End und Kommerz

Elac bringt einen Vollverstärker für 698,- € auf den Markt, der damit weniger kostet als die meisten Kommerz-Verstärker und genau so gut klingt wie so manch ein High-End-Bolide. Damit ist er weder schwarz noch weiß und erst recht nicht „kleinkariert“!  🙂

elac ea101eq-g-front

elac ea101eq-g

 

Kisten und Kunst

Was lange Zeit von den Herstellern für absolut unmöglich erklärt wurde, ist 2016 zum Trend geworden. Q-Acoustics gab mit der Concept 40 den Startschuss und andere folgten. Oder ist es etwa Zufall, dass eine ELAC Uni-Fi FS U5 auf den Cent das gleiche kostet, wie die unglaubliche Concept 40 und uns mit aller Macht zeigt, dass man auch in Kiel ganz und gar nicht schläft!?

Q Acoustic Concept 40 weiss

Q Acoustic Concept 40 weiss

Kabel und Komponenten

Endlich kann der geneigte Kunde die kilometerlangen Regalwände der Discounter mit den aus der Werbung gut bekannten Massenartikeln verlassen und sich beim kleinen Fachhändler vor Ort Kabel von spezialisierten Manufakturen ausleihen, die den Geldbeutel schonen, aber die Störquelle „schlechte Kabel“ endgültig beseitigen. Ob es sich dabei um ein Stromkabel von Supra-Cable für unter 100,- € handelt oder um die QED „Performance Original“ -Lautsprecher-Strippe für nur 5,90 € pro Meter, das Klangerlebnis ist immer eines der besonderen Art und lässt selbst die Abwehr eingeschworener Kabelklang-Gegner endlich dahinschmelzen.

Supra lorad_3x2_5mm

Supra LoRad 3x2,5mm

Das Beste kann man nicht verbessern

2016 hat dazu geführt, dass wir uns von unseren beiden liebsten Vollverstärkern, dem A1 von Progressive Audio und dem Emitter von ASR trennen mussten.
… um unsere beiden liebsten Vollverstärker wieder zurück zu bekommen. Der A1 heißt jetzt A901 und der Emitter hat den Zusatz „HV“ für Hochvolt erhalten, aber beide Verstärker stiegen wie Phönix aus der Asche und zeigen zweifelsfrei, wie lebendig die deutsche High-End-Szene noch ist und dass man eben selbst das Beste doch noch verbessern kann.

Progressive Audio Messe 2016-3

Progressive Audio A901

Das Original den Reichen, die Kopien den Armen

Um an ein Original-Master-Band eines Tonstudios zu gelangen, musste man in der Vergangenheit  locker ein paar Tausend Euro hinblättern.
Im Jahr 2016 brauchte ich lediglich ein Abo bei einem High-Res-Audio-Portal für 20,- € im Monat, um an Tausende von Alben in Masterband-Qualität zu gelangen. Bald schon wird es selbstverständlich sein, dass wir uns nicht mehr länger mit komprimiertem Datenmüll zufrieden geben müssen.

Qobuz

Qobuz Sublime

Kunterbunt statt nur schwarz-weiß

Das Jahr 2016 hat uns Produkte gebracht, die in der Lage sind, die Grundmauern des HiFi-Marktes einzureißen. Fast schon als billig zu bezeichnende Geräte warten mit Klangqualitäten auf, die man bisher ausschließlich in deutlich höheren Preisklassen erwarten durfte. Die Entwickler der teuren Produkte spüren das und werden ihrerseits rege. Man darf also gespannt sein, wo die Reise hingehen wird.

Das ist gut so, aber es macht den Markt nicht einfacher.
Die fast schon als Gesetz geltende Aussage: „Gutes muss teuer sein!“ ist neu zu überdenken. Das nimmt dem Kunden eine seiner wichtigsten Orientierungsmöglichkeiten und damit den guten Fachhandel in die Verantwortung.
Wer als Händler diese Verpflichtung annimmt und seine Kunden gut berät, der wird auch weiterhin bestehen können und muss sich weder vor den Versendern noch vor den Flächenmärkten fürchten.

Nie war es so einfach, einen HiFi-Kunden für neue, tolle Produkte zu begeistern.
Die Welt der High-Fidelity ist bunt geworden und macht wieder richtig Spaß.