MQA- doch nicht das Klangparadies

MQA, doch nicht das Klangparadies

MQA, doch nicht das Klangparadies

“Jetzt müsste man Mäuschen spielen dürfen …”

Es bewegt sich gerade sehr viel rund um das Thema MQA  — leider hinter verschlossenen Türen.

Der Schock der Woche:

Die Brüder Frank und Lothar Kerestedjian aus Berlin haben die Tore in ihrem Portal highresaudio.com für MQA erst einmal wieder geschlossen. Das öffentliche Statement hierzu wurde allerdings nach kurzer Zeit wieder von der Seite genommen.
Nun können wir Mutmaßungen anstellen und dabei unserer Phantasie freien Lauf lassen.
Kurzzeitig war zu lesen, dass man die Qualität einer MQA-Datei bei highresaudio.com subjektiv als „nicht besser“, ja sogar als „schlechter“ bewertet, dass MQA nicht verlustfrei arbeitet und noch dazu jede Möglichkeit fehlt, MQA zu messen oder überhaupt auch nur zu belegen.

highresaudio.com führt seit jeher umfangreiche Messungen durch, um weder irgendwelche Mogelpackungen einzukaufen, noch an seine Kunden weiter zu reichen.
Da war es nur eine logische Folge, dass man keine MQA-Dateien anbieten will, die vielleicht gar keine MQA-Dateien sind. Zumal das ja auch unter Umständen erhebliche rechtliche und damit finanzielle Folgen nach sich ziehen könnte.

Dennoch, die Entscheidung bei highresaudio.com gegen MQA ist schon ein heftiger Tritt zwischen die Beine des Unternehmens.
Allerdings kann man auch das Auftreten von MQA derzeit nur als ziemlich provokant und fast schon überheblich bezeichnen.

Hier mal eine Metapher, um das zu erläutern:
Seit der „Erfindung“ von digitalen Sensoren für Fotokameras werden diese fortlaufend verbessert.
MQA stellt sich nun her und behauptet im übertragenen Sinn:  „Alle bisherigen Sensoren arbeiten fehlerhaft! Aber durch unser MQA-Verfahren erhalten wir zum ersten mal natürlich wirkende Bilder!
Und das erreicht man bei der kamerainternen Umwandlung vom RAW-Format zum JPEG.
Das allerdings funktioniert nur mit neuen Sensoren.
Nämlich solchen, die eine MQA-Lizenz besitzen.
Und deshalb kann man das Wandeln auch nicht mehr länger Lightroom und Co. erlauben!
Es sei denn, die erwerben die MQA-Lizenzen und sind auf Computern installiert, deren Prozessoren und Chips allesamt eine MQA-Lizenz besitzen.
Eine 100,- €-Einsteiger-Kamera mit MQA liefert laut MQA ab sofort bessere Bilder als das Profi-Flaggschiff ohne MQA!
Na, da ist es ja nur gut, dass man das Profi-Flaggschiff ganz bestimmt auch bald in der MQA-Version kaufen kann.
Damit auch deren Bilder dann “natürlicher” aussehen.

MQA = Des Kaisers neue Kleider?

Wieder zurück in der HiFi-Welt heißt das, dass sich weder die Auflösung noch die Abtastrate durch MQA verbessern. Alles, was man uns verrät ist, dass man bei MQA eine andere Filtereinstellung wählt.
Eine Einstellung, die die bisherigen Wandler-Chips angeblich überhaupt nicht beherrschen, weshalb man neue braucht.

Daran melden einige Fachleute arge Zweifel an.

Genau deshalb fordern sie, dass man bei MQA jetzt mal endlich die Dollarzeichen aus den Augen nimmt und stattdessen den Chip- und Geräteherstellern diese Filtereinstellung offen legen soll, damit diese dann neben „Präzise“, „Sanft“ oder „Balance“ zukünftig eben auch die anwählbare Einstellung „MQA“ integrieren können. Um so dem Besitzer selbst die Entscheidung zu überlassen, ob er es als besser oder schlechter empfindet und nutzen will oder nicht.

Ob das so technisch möglich wäre – vermag ich nicht zu sagen.
Ich weiß nur, dass es aus meiner Sicht eine faire Vorgehensweise wäre.

Aber MQA verweigert ja sogar Herstellern die Lizenz, die eine MQA-De-Kodierung im Streaming-Client vornehmen, wodurch dann jeder x-beliebige DAC die MQA-Dateien wandeln und wiedergeben könnte. (siehe:  http://support.auralic.com/hc/de/articles/222512427-Wird-AURALiC-in-Zukunft-MQA-unterstützen- )
Heißt das nicht einfach, dass jeder (!!!) auf dem Markt befindliche DAC MQA-Dateien wandeln kann, wenn man ihm nur vorweg einen MQA-Dekodierer spendiert?
Diese Möglichkeit aber durch Lizenz-Verweigerung zu verhindern kann doch nur einen einzigen Zweck verfolgen:
Man will Geld verdienen und allein deshalb die Verbraucher dazu zwingen, sich neue Geräte kaufen zu müssen, die sie sich tatsächlich überhaupt nicht kaufen müssten.
Und das ist ja auch das stärkste Argument, mit dem man die Geräte-Hersteller auf seine Seite holen will:  Geld!  Viel Geld!
Selbst die HiFi-Redaktionen dieser Welt stellen sich ja schon auf eine Unmenge neuer Tests ein und sind ihrerseits natürlich ebenfalls von MQA begeistert. Jedenfalls die Redaktionen, die  kommerziell ausgerichtet sind.

Einfach auf MQA upgraden?

Viele Gerätehersteller setzen schon lange auf eine Upgrade-Fähigkeit ihrer Hardware. Neue Filtereinstellungen wären also ohne Neukauf und ohne ein aktives Eingreifen „automatisch über Nacht“ zu integrieren. Doch mit MQA geht das angeblich nicht! Man braucht zwingend neue Hardware. Sowohl im Tonstudio als auch zuhause.

So eine – mit MQA-LED!

Erst wenn sie leuchtet – ist Weihnach – äh Quatsch – hören wir Musik in Vollendung.
Alle Entscheidungen der Musik-Industrie und Hardware-Hersteller beruhen – das vermute ich –  auf der Angst, einen wichtigen Zeitpunkt und eine riesige Chance zu verpassen. Man integriert deshalb vorsichtshalber MQA und man will diese LED – aber man lehnt sich andererseits irgendwie auffallend wenig für MQA aus dem Fenster.

Ist das so wie das Gebet eines Ungläubigen im Sterbebett?
„… kann ja nicht schaden!“?

Aber will der Markt MQA überhaupt?

Wollen wir es?
Spätestens wenn wir uns mal mit Schätzungen befassen, muss man sich fragen, was denn eigentlich wirklich hinter MQA stecken könnte.
Ich sage jetzt einfach mal (vielleicht kennt ja jemand die echten Zahlen), dass 80% der Verbraucher in Europa mit MP3 gut zufrieden sind und nicht einmal ein Interesse an HighResAudio haben. Spotify und Co. machen ihre Arbeit gut und es macht Spaß damit Musik zu hören.
Von den restlichen 20% lehnen derzeit noch etwa 18% alles ab, was irgendwie mit Computer, Internet, Download oder Portalen zu tun hat. Man setzt nach wie vor auf die CD oder die LP – basta.
Bleiben 2%, die sich gerade mit dem Thema Streaming von HighResAudio-Dateien auseinander setzen oder bereits solche Geräte gekauft haben.
Und selbst wenn wir jetzt einmal davon ausgehen, dass alle (!!) Besitzer von Streaming-Komponenten sofort auf MQA umsteigen, sobald sie einmal hören konnten, dass es wirklich besser ist, dann reden wir immer noch von lediglich 2% des Marktes!
Und ich werde dreist und verdreifache diese Zahl nun einfach mal – lande damit also bei 6%.

Ohne jemals zu irgendeinem Weltkonzern gehört zu haben, kann ich doch vermuten, dass ein Manager, der für diese 6% große Beträge in die Hand nimmt und sich dabei auch noch von anderen abhängig macht, wohl morgen schon auf dem Arbeitsmarkt zu haben sein wird, oder?.
Also entweder haben Firmen wie Warner und Universal das MQA-Format zum „Anfüttern“ geschenkt bekommen, oder die wissen etwas, was wir noch nicht wissen.
Denn wie man es auch betrachtet – MQA ist nur dann kommerziell interessant, wenn man damit „in die Breite gehen“ kann. Die größte Überzeugungsarbeit dürfte dabei wohl diese „doofe“ (Entschuldigung) MQA-LED übernehmen müssen.
Mit der kann der Käufer wunderbar seinem Schwager signalisieren: “Jetzt wird es gleich richtig gut! Und mit Deinen Geräten ohne MQA-LED bist Du aber mal so richtig von gestern!”

So eine MQA-LED zieht „in der Breite“ ganz sicher. Und schon bald wird es sie vermutlich aus Fernost für alle Geräte nachzukaufen geben.

Nur eines passt dabei überhaupt nicht:

Diese „Breite“ hört MP3 und nicht HighResAudio!
Und die „Breite“ hört schon keinen Unterschied zwischen MP3 und CD!
Wie will man diesen Kunden denn ein angeblich noch besseres Format verkaufen als HighResAudio?

Nein, so wird das ganz bestimmt nichts mit der „Breite“ als Zielgruppe!

Der Hammer wäre deshalb, gäbe es MQA auch für MP3 und damit auch für unterwegs!

Eine MQA-MP3, die angeblich besser klingt als eine 24 Bit/192KHz-HighResAudio-Aufnahme! Geil!
Eine „Masterband-MQA-MP3“, bei der die MQA-LED an unserem Smartphone so hell leuchtet, dass alle anderen in der U-Bahn sie sehen können!
Zugegeben – das wäre wirklich etwas für die „Breite“ und das Weihnachtsgeschäft 2017 könnte kommen!

Uhps – hab ich MQA da gerade etwas vorweg genommen?
Oder auf eine Idee gebracht?
Wir werden es sehen.

Meine derzeitige Empfehlung zu MQA?

Nun, um es mit Anke Engelke zu halten:  „Aufpassen!“ 🙂

Aber – wenn ich mir etwas wünschen dürfte, dann wäre es sicherlich, dass es mit MQA irgendwie doch funktionieren würde. Aus einem ganz einfachen Grund:

Zurzeit streamen wir zuhause in CD-Qualität (16 Bit, 44,1KHz). Schöner wäre es, wenn wir jede (!) Aufnahme in der besten zur Verfügung stehenden Qualität, also eben auch als 24Bit/192KHz streamen könnten, oder?
Alle Titel – und nicht nur die, die wir „gekauft“ haben.

Kaufen und Downloaden ist von gestern. Wir wollen streamen!

Und wenn mir da jetzt jemand sagen würde, dass die Datenmengen dafür zu groß wären und MQA hier helfen könnte – und dass dann auch alles wirklich besser klingen würde – und man so eine MQA-Datei auch testen könnte, damit man uns nicht anschmieren kann – und wenn sich MQA damit zufrieden geben würde, an so kleinen Dekodierern als Zusatzgeräte zu meiner bestehenden Hardware zu verdienen – ich also meinen Gerätepark behalten darf – dann wäre MQA durchaus auch etwas für mich.

Ja ja – ich hör ja schon auf zu träumen.

Die drahtlosen Verbindungen des Auralic Altair

Die drahtlosen Verbindungen des Auralic Altair

Die drahtlosen Verbindungen des Auralic Altair

Hinweis:
Bluetooth ist ein geschütztes Markenzeichen von Bluetooth SIG, Inc.
AirPlay® , iPAD und iPOD sind geschützte Markenzeichen von  Apple Inc.
Songcast ist eine Open-Source Software von oss.linn.co.uk
Roon ist ein geschütztes Markenzeichen von Roon Labs LLC a New York Limited Liability Company

In diesem Bericht geht es um die Nutzung der „drahtlosen“ Schnittstellen eines Auralic Altair.
(Der Mini verfügt über eine eingeschränkte Konnektivität)

Wichtiger Hinweis!
Um die drahtlosen Verbindungen verwenden zu können, muss sich der Altair zwingend im Streaming-Betrieb befinden.
Sollten Sie ihn soeben im reinen DAC-Betrieb als Wandler für eine digitale Quelle verwenden, sind alle Streaming-Module heruntergefahren. Das geschieht, um den DAC nicht bei seiner Arbeit zu stören und somit die Voraussetzungen für einen bestmöglichen Klang zu schaffen.
In dieser Betriebsart stehen aber trotz einer möglicherweise korrekten Konfiguration die drahtlosen Verbindungen nicht zur Verfügung.

Auralic Display Streamingbetrieb

Auralic Display Streamingbetrieb

Am einfachsten drücken Sie dafür auf der Fernbedienung die Taste „iPOD“ – damit starten Sie den Streaming-Betrieb und die Module für die drahtlosen Verbindungsarten. Bis der Altair den Streaming-Betrieb wieder „hochgefahren“ hat, kann bis zu einer Minute vergehen. Sie erkennen die Bereitschaft des Altair an der Anzeige im Display. (siehe Grafik links)

Bluetooth wireless technology

(Schulnote Klang: 3 bei gutem Quellmaterial)
Wichtig zu wissen:
Für die Bluetooth-Übertragung wird das Audiomaterial (falls erforderlich) komprimiert und entspricht danach etwa der Qualität einer MP3-Datei.
Der Empfang und die erforderliche Wandlung/Komprimierung der Original-Tonsignale in das Bluetooth-Format erfolgt durch das eingesetzte mobile Gerät (Sender). Der Altair (Empfänger) gibt also lediglich die Musikqualität wieder, die er vom Sender geliefert bekommt und kann sie in dieser Betriebsart nicht verbessern.

Herstellung der Bluetooth-Verbindung

Hierzu ist sicher zu stellen, dass im Konfigurationsmenü des Altair der Schalter „Bluetooth“ auf „on“ steht.
Der Bluetooth-Betrieb ist nicht auf IOS-Geräte beschränkt! Sie können also jeden beliebigen Bluetooth-Sender mit dem Altair verbinden. Hierzu gehen Sie in das Konfigurationsmenü Ihres mobilen Gerätes und stellen die Bluetooth-Verbindung zum Altair her. Befolgen Sie hierzu bitte die Anleitung des Geräteherstellers.
Sobald Ihr Gerät Ihnen den Status „verbunden“ anzeigt, dient Ihre Stereoanlage nun als Lautsprecher für alle Tonsignale, die Ihr Mobile-Device ausgibt. Sie können sowohl Musik aus den unterschiedlichen Portalen streamen als auch den Ton Ihrer Videos  über den Altair an Ihre HiFi-Anlage ausgeben.

Parallelübertragung von Bild und Ton:

Empfehlung:
Senden Sie Bild und Ton an einen Bluetooth-Empfänger (Set-Top-Box …) und verbinden Sie dieses Gerät zur Tonübertragung per Kabel (XLR, Coax, Toslink, USB)  mit dem Altair (für den Ton) und parallel dazu mit einem zweiten Kabel (z.B. HDMI) mit dem TV (fürs Bild).

Parallele drahtlose Übertragungen von Bild und Ton sind möglich, führen aber zu Verzögerungen. (Versatz der Mundbewegungen)

 

Airplay

(Schulnote Klang: 2 bei gutem Quellmaterial)

Format:  16Bit 44,1 KHz, höhere Auflösungen werden gesampelt.
Clock;  Es wird die Clock des Senders (z.B. iPAD, PC/MAC) verwendet.

Über Airplay übertragene Musikdateien sind in etwa mit der Wiedergabequalität einer CompactDisc zu vergleichen.

Wichtig zu wissen.
Der Empfang und die Wandlung der Original-Tonsignale in das Airplay-Format erfolgt durch das eingesetzte mobile Gerät (Sender). Möglicherweise steht die Musikwiedergabe im Airplay-Betrieb der Klangqualität im Auralic-Streaming-Betrieb um einiges nach.

Herstellung der Airplay-Verbindung

Zunächst ist sicher zu stellen, dass im Konfigurationsmenü des Altair der Schalter „Airplay“ auf „on“ steht.

Kontroll-Zentrum

Kontroll-Zentrum (rechtes Feld “Sie hören”)

An Ihrem iPAD wischen Sie nun vom unteren Displayrand das “Kontroll-Zentrum“  ins Display und schieben Sie das Menü ganz nach links, sodass Sie am rechten Bildschirmrand zum Bedienungsfeld „Sie hören“ gelangen. Hier finden Sie alle airplayfähigen Geräte aufgelistet. Tippen Sie dort den Namen Ihres Altairs an, warten Sie, bis die Verbindung aufgebaut ist und danach können Sie den Altair als Ihre Airplay-Brücke verwenden.

 

Sie können nun sowohl Musik aus den unterschiedlichen Portalen streamen, als auch den Ton Ihrer Videos  über den Altair an Ihre HiFi-Anlage ausgeben.

Parallelübertragung von Bild und Ton:

Empfehlung:
Senden Sie Bild und Ton an einen Airplay-Empfänger (Set-Top-Box …) und verbinden Sie dieses Gerät zur Tonübertragung per Kabel (XLR, Coax, Toslink, USB)  mit dem Altair (für den Ton) und parallel dazu mit einem zweiten Kabel (z.B. HDMI) mit dem TV (fürs Bild).

Parallele drahtlose Übertragungen von Bild und Ton sind möglich, führen aber zu Verzögerungen. (Versatz der Mundbewegungen)

 

Songcast (Linn)

(Schulnote Klang: 2 bei gutem Quellmaterial)

Format:  Max. 16Bit 44,1 KHz, höhere Auflösungen werden gesampelt.
Hinweis: Songcast selbst kann bis zu 24Bit/192KHz übertragen – die Betriebssysteme der PC/MAC limitieren derzeit noch das Format.
Clock;  Es wird die Clock des Senders (PC/MAC) verwendet und mit der des Empfängers synchronisiert.

Die Nutzung von Songcast setzt eine entsprechende Installation und Konfiguration der Software auf Ihrem PC/MAC voraus.
Eine Anleitung hierzu finden Sie unter:

http://support.auralic.com/hc/de/articles/206084348-Songcast-mit-Ihrem-Lightning-Gerät-nutzen
oder hier:
http://oss.linn.co.uk/trac/wiki/Songcast_4_2_DavaarManual

Songcast bringt Ihren PC/MAC dazu, seine Audiosignale nicht an die interne Soundkarte auszugeben, sondern über das Heimnetz den zur Verfügung stehenden Songcast-Empängern zuzustellen.
Hierdurch werden alle interne Sound-Bausteine in Ihrem PC/MAC übergangen und die für den Klang wichtigen Aufgaben an den Auralic Altair übertragen.

Parallelübertragung von Bild und Ton:

Über Songcast können nach meinem Kenntnisstand keine Bildinformationen übertragen werden.
Parallele drahtlose Übertragungen von Bild und Ton (über Bluetooth oder Airplay) sind möglich, führen aber zu Verzögerungen. (Versatz der Mundbewegungen)

Roon Advanced Audio Transport (RAAT)

(Schulnote Klang: 1 bei gutem Quellmaterial)
Format:  Max. 32Bit/ 192KHz, Mehrkanal.
Clock;  Es wird die Clock des Empfängers verwendet.

Die Nutzung der Roon-Software setzt eine kostenpflichtige Lizenzierung und die Installation der Server-Software (Core) auf einem leistungsfähigen PC/MAC oder einem geeigneten NAS voraus.  Die Server-Software muss den Geräten im Heimnetz jederzeit zur Verfügung stehen. Wird der PC/MAC von Ihnen nicht verwendet, muss er dennoch eingeschaltet und im Netz verfügbar sein.
Diese Aussage prädestiniert wohl eher einen NAS für diese Aufgabe, denn dieser steht uns ja in der Regel bereits aus anderen Gründen permanent zur Verfügung.
Als Musik-Quelle ist Roon aktuell auf Tidal und auf lokal gespeicherte Musiksammlungen begrenzt.

Parallelübertragung von Bild und Ton:

Über RAAT können nach meinem Kenntnisstand keine Bildinformationen übertragen werden.

Da Roon derzeit seine Musiksignale lediglich aus Tidal-Audio und aus lokalen Musik-Bibliotheken beziehen kann, eignet sich Roon nicht für eine parallele Bild- und Ton-Übertragung.

Roon und ELAC Discovery

Roon und ELAC Discovery

Roon und ELAC Discovery

Was haben Roon und ELAC Discovery miteinander zu schaffen?
Und was ist eigentlich Roon?

roon

roon

Wer mit dem Gedanken spielt, sich einen Streaming Client zuzulegen und dabei auf den ELAC Discovery stößt, der wird dabei auch zwangsläufig auf den Begriff „Roon“ treffen und sich möglicherweise die Frage stellen, was denn wohl hinter diesem Begriff stecken könnte.

Die Tatsache, dass eine „Lifetime-Lizenz“ für die Roon-Software mit 499,- USD zu Buche schlägt, lässt die einen frohlocken und die anderen die dollsten Spekulationen über die Anteile für Hard- und für Software anstrengen.

Tatsache ist, dass jeder, der Roon toll findet, damit bereits genug Argumente dafür gesammelt hat, sich einen ELAC Discovery und nicht „irgend einen“ Streamer zu kaufen.

Bleibt aber für die anderen immer noch die Frage offen:

Was ist denn dieses Roon überhaupt?

Beim ELAC Discovery ist es vor allem erst einmal die Bedienungssoftware für das Gerät.
In dieser Beziehung ist sie weder deutlich besser noch schlechter als die Apps, die wir so kennen, weshalb wir hier also keine hinreichenden Antworten finden.

ELAC_logo

ELAC_logo

Im zweiten Schritt ist dann jedoch erst einmal ELAC an der Reihe, für Roon etwas zu tun, nämlich ausreichend Rechenleistung zur Verfügung zu stellen.

Roon braucht da einiges, um zu funktionieren und ohne den ELAC Discovery wird man die zwingend erforderliche, zentrale Server-App (bei Roon „Core“ genannt) wohl  nur auf einem leistungsfähigen PC oder MAC installieren können, was dann aber wieder zwei weitere Fragen entstehen lässt:

Woher? – Wohin?

Woher – soll heißen:  Wo liegt denn die Musik?
Gehören wir zur „modernen Welt“, dann befindet sie sich auf einem USB-Stick, einer externen Festplatte, einem NAS oder online in einem Musik-Portal.
Roon kann mit all diesen Quellen umgehen und sie zu einer Bibliothek zusammenführen.
Das ist nicht selbstverständlich!

Wohin – soll heißen: Wer spielt denn die Musik?
Besitzen wir keinen ELAC Discovery und haben Roon auf dem PC/MAC/Laptop/MacBook installiert, dürften uns die dort intern verbauten „Quäker“ ganz sicher nicht zufriedenstellen. Also muss die Musik irgendwie an unsere Stereoanlage ausgeliefert werden, doch wie?
Die Lösung, unseren PC/MAC direkt oder über einen DAC an eine HiFi-Anlage anzuschließen, missfällt vielen Usern, denn der PC/MAC wird ja meist auch an anderer Stelle gebraucht – und er stört auch irgendwie die Optik.
Wir brauchen also früher oder später eine Komponente, die vom Design her in unsere Anlage passt, dort stehen bleiben kann und die so eine Roon-Server-Software (Core) bereits in sich trägt.

So ein Ding gibt es und es heißt ELAC Discovery  🙂

Was aber immer noch nicht die Frage beantwortet, was Roon ist und was an ihr jetzt 500,- USD wert sein soll.
Um das zu beantworten, können wir die gedankliche Verbindung zum Discovery hier erst einmal kappen. Die Antwort hat mit ihm nichts zu tun, wird nur noch einmal verdeutlichen, dass Roon als „Zugabe“ einen wirklich erstaunlichen Benefit mit sich bringt – jedenfalls für alle, die mit Roon etwas anfangen können.
Ob Sie mit Roon etwas anfangen können, beurteilen Sie am besten selbst nach folgenden zwei Kriterien:

“Focus”  (Blickpunkt)

Es gibt in Roon eine Such- und Filter Funktion, die sich hinter dem Button „Focus“ versteckt. Tippen wir darauf, öffnet sich ein neues Fenster, in dem wir verschiedene Möglichkeiten angeboten bekommen, die Musikauswahl einzugrenzen.

Most played
Hier können wir uns aussuchen, ob wir die 25, 50, 100, 250, 500 oder gar 1000 von uns meistgespielten Titel hören wollen.

Played in the last
Hier wählen wir zwischen den am letzten Tag, der letzten Woche, im letzten Monat, in den letzten 3 Monaten, … 6 Monaten, im letzten Jahr oder eben zu jeder Zeit von uns gespielten Titeln.

Import
Die gleiche Auswahl wird uns für das Import-Datum angeboten, also wann wir die Titel unserer Bibliothek hinzugefügt haben.

Released
Darunter finden wir eine Grafik, in der wir eingrenzen können, aus welchem Jahr die Titel stammen dürfen. Tippen wir darauf, öffnet sich ein kleines Fenster, in dem wir entweder durch Tippen auf „plus“ und „minus“ oder durch Verschieben der Balken, einen Zeitrahmen festlegen können. In Sekunden haben wir damit also in Verbindung mit der Genre-Auswahl eine „80-er Party-Musik“ zusammengestellt.

Genre
Rechts daneben geht es mit einer Kreisgrafik für das Genre weiter.

Durch einen Tipp auf den Pfeil nach rechts gelangen wir dann noch zur Auswahl zwischen
„Vorschläge“ (Picks),
„Lyrics“ (mit Songtext)
oder „Live“.

Zuletzt dürfen wir dann die Auswahl noch beschränken auf „Performers“ (Künstler), Composers“ (Komponisten), Production“ (Produzent),  Label (Das Plattenlabel), „Format“ (Dateiformat) und „Inspector“ (diverse Zusatzinformationen).
Jeweils nach einem Tipp auf die Kriterien werden uns die zur Verfügung stehenden Möglichkeiten angeboten.
.
Wer also gerne Musik über Filter aussucht, wird von der Fokus-Funktion begeistert sein. Mehr Auswahlkriterien findet man siucher in keiner anderen App.

Credits
(Zugaben)

Kommen wir zum zweiten Punkt und damit wohl zu “dem” Argument, das den hohen Preis der Roon-App vollumfänglich rechtfertigen kann, nämlich den Zugriff auf die Datenbank der Musik-Redaktion, die sich hinter Roon verbirgt.
Ich schreibe das deshalb so deutlich, weil wir im direkten Vergleich – trotz des hohen Preises – leicht den Mehrwert der Roon-App erkennen können.

Haben Sie ein Abo für eine Musikzeitschrift?

Wenn Sie zu den Abonnenten einer Musik-Zeitschrift gehören, dann wird Sie dieses Abo in der Regel rund 60,- bis 70,- € im Jahr kosten.
Aber bekommen und haben Sie damit genau die Informationen, die Sie suchen?

Roon funktioniert so, wie die heutige Welt funktioniert.

Wir erhalten Informationen nicht mehr nach dem veralteten Gieskannenprinzip, wobei wir immer nur einige Tropfen des Informationsüberflusses abbekommen und alles, was uns gerade nicht interessiert im Boden versickert und verloren geht.
Heute „rufen wir nur genau die Wassertropfen ab“, die wir gerade brauchen! In dem beruhigenden Bewusstsein, dass alle anderen Informationen auch da sein werden, wenn wir sie abrufen möchten.

Wenn Sie sich also z.B. mal wieder „Wish you were here“ anhören und wissen wollen, wer denn eigentlich das Saxophon so überzeugend gut gespielt hat, dann tippen Sie doch einfach auf „Credits“.
Möchten Sie herausfinden, an welchen Projekten der Schlagzeuger sonst noch mitgewirkt hat oder wer die Background-Sängerinnen waren?    … bei welchem Künstler sie heute mitsingen und ob es vielleicht sogar aktuelle Konzertdaten gibt?
Diese Software stellt Ihnen alles Wissen der Musik-Redaktion zur Verfügung.
Sie haben also einen “Generalzugang” zu deren Datenbank!
Ist das was für Sie?

Lohnt sich Roon jetzt also oder nicht?

Die Antwort darauf können Sie sich nur selber geben.
Wenn es Ihnen ausreicht, Musik zu hören und Ihnen die Informationen dahinter gleichgültig sind, dann brauchen Sie Roon nicht.
Wenn Sie aber Freude daran haben, mehr zu erfahren und Zusammenhänge zu erkennen, dann wird Sie Roon begeistern. Und wenn Sie Roon nutzen möchten, aber einen PC/MAC im Wohnzimmer nicht dulden, dann tun sich da nicht wirklich viele Optionen auf.

Wenn Sie also jetzt von Roon begeistert sind …
und es haben wollen …
Ihnen aber 499,- USD zu teuer sind …
und Sie sowieso gerade einen Streaming-Client suchen …
dann hätten wir da jetzt einen wirklich tollen Tipp für Sie!

Und der fängt mit „ELAC“ an, hört aber mit „Discovery“ noch lange nicht auf!

Wissen sollten Sie, dass die Informationen von Roon nur in englischer Sprache vorliegen und dass Roon zurzeit nur mit Tidal zusammenarbeitet, also nicht mit Qobuz. Aber das dürfte wohl nur eine Frage der Zeit sein.

Auralic Lightning DS Anleitung

Auralic Lightning DS Anleitung

Auralic Lightning DS Anleitung

Never read the fu…ng manual?

Ja – ich weiß, es gibt nicht viele Dinge, die noch weniger Spaß machen, als eine Bedienungsanleitung lesen zu müssen. Aber ich verspreche Ihnen, dass ich mir sehr viel Mühe damit gemacht habe, diese hier “unterhaltsam” zu gestalten.
Natürlich – es bleibt eine Bedienungsanleitung. Sorry!

Auralic Lightning DS

 

Anleitung als pdf-Datei downloaden (54 MB)

Streamer, Streamen, Streaming

Streamer, Streamen, Streaming

Streamer, Streamen, Streaming

Was hat das eigentlich mit diesem Streaming auf sich?

Begrifsserklärung

„Stream“ kommt aus dem Englischen und heißt übersetzt „Strom“ im Sinne von „River“, also einem großen „Fluss“.
Allerdings sagt man im Englischen nicht, „the stream streams“ und auch nicht „the stream is streaming“ sondern üblicher ist es zu sagen, „the stream flows“ und eben auch wieder nicht „the stream ist flowing“.
Ein „ing” hängt der Engländer nämlich gerne immer dann an ein Wort, wenn er ausdrücken will, dass jemand dabei aktiv werden muss.
So wird aus einem Walk dann „walking” und aus Sleep wird sleeping. Was jetzt wieder etwas seltsam ist, denn es stellt sich ja die Frage, ob man aktiv werden muss, um zu schlafen!?  🙂

Konstruiert man nun aus dem Substantiv „Stream“ das Verb „streaming“, dann meint man wohl damit, dass jemand aktiv dafür sorgt, dass etwas „strömt“.
Und damit passt „Streaming“ dann am Ende doch wieder genau zu dem, was dieses Wortgebilde andeuten soll.
Man sorgt beim Streamen dafür, dass eine digitale Musik- oder Videodatei von „A“ nach „B“ strömt, ohne dabei auf „A“ gelöscht oder auf „B“ gespeichert zu werden. Sie wird also nicht kopiert, nicht verschoben und nicht heruntergeladen, sondern lediglich gestreamt.
Das hat praktische, aber auch rechtliche Gründe.
Beim Streamen befinden sich die Musikstücke nämlich niemals komplett auf „B“, also in unserem System, sondern immer nur ein kleiner Teil von einem Song. Haben wir uns diesen kleinen Teil angehört, wird er wieder gelöscht und nach dem Anhören des kompletten Songs ist er auch wieder vollständig aus unserem System verschwunden. Wir haben die Musik oder das Video ja nicht „gekauft“ sondern durften sie einfach nur anhören oder den Film eben anschauen – mehr nicht.

Die Vorgeschichte, oder: Deshalb gibt es das Streaming überhaupt

Das digitale Musik-Medium, was uns seit gut 30 Jahren angeboten wird, ist die CD.
Wenn wir eine Musik-CD kaufen, befinden sich darauf die einzelnen Titel in Form von digitalen Dateien und die gehören nach dem Erwerb uns.
Um uns diese Musik anhören zu können, brauchen wir zwingend unsere CD und ein Abspielgerät. Wir nehmen deshalb unsere CD auch gerne mit ins Auto oder zu unseren Freunden und spielen sie dort ab. Keine CD = keine Musik.

Doch so komfortabel uns anfangs so eine CD im Vergleich zur Schallplatte auch erschien, irgendwann empfanden wir es als zu umständlich, dass wir unsere CDs erstens immer gut sortiert aufbewahren und zweitens jedes mal erst „suchen und auflegen“ müssen, wenn wir sie hören wollen.
Und deshalb fingen wir an, nach einer alternativen Lösung zu suchen.

Die Idee: Man müsste alle seine CDs auf den Computer überspielen!

Der erste Schritt, den einige von uns gegangen sind, war,  alle seine CDs zu „rippen“, also auf einen Computer zu überspielen.
Denn wer seine CDs gerippt hatte, konnte sie in einen Umzugskarton packen und als Reserve irgendwo aufbewahren – er brauchte sie jetzt nicht mehr. Alle Titel befanden sich ja nun „auf dem Computer“.
Nein, verkaufen durfte er sie nicht – denn dann hätte er die Titel auch wieder vom PC löschen müssen!

Am meisten hat an dieser Vorgehensweise genervt, dass wir uns um die Ordnung in unserem Computer selbst kümmern mussten und dabei schwierige Fragen zu lösen hatten.

  • Sortiere ich die Titel nach Interpreten oder lege ich einfach alle im gleichen Ordner ab?
  • Lasse ich die Titel so zusammen, wie sie auf dem Album waren?
  • Ordne ich sie nach Genre und wenn ja, wer bestimmt dann, welcher Titel wo hin gehört?
  • Rippe ich einen Titel, den ich auf 4 Alben habe auch 4 mal?

Wer sich Playlisten, also Abspiel-Listen machen wollte, der musste diese Titel noch einmal zusätzlich in einen Ordner kopieren. Wollte man eine bestimmte Abspiel-Reihenfolge einhalten, wurde es richtig kompliziert.
Wir mussten begreifen, dass es keine Ordnung geben konnte, wenn die Titel nicht die notwendigen Informationen hierfür selbst kannten und in sich trugen.

Jeder einzelne Titel musste getaggt werden

„Taggen“ war das Stichwort und bedeutete, dass man den Titeln mit speziellen Programmen alle nur erdenklichen Informationen hinzufügen konnte.
Interpret, Komponist, Dirigent, Mitwirkende, Album-Zugehörigkeit, Genre …
Eine gut getaggte Datei beinhaltet diese und viele weitere Informationen und diese können dann von speziellen Programmen ausgelesen und genutzt werden.
Bis alle unsere Titel „gut getaggte Dateien“ waren, hatten wir aber eine Menge Arbeit vor uns.

Zum Glück wurden schnell Programme entwickelt und Online-Datenbanken erstellt, die uns das Taggen erleichterten, wenn nicht sogar komplett abnahmen.
So richtig komfortabel wurde es dann mit Software wie z.B. iTunes. Sie stammt aus dem Hause Apple, läuft aber auch auf Windows-Rechnern.
Mit diesen Programmen geht das Taggen vollautomatisch und alles was wir tun müssen ist, unsere CD in das CD-ROM-Laufwerk zu schieben und auf „importieren“ zu klicken.
Wenn wir vorher das Import-Format von MP3 auf FLAC (microsoft) oder ALAC (Mac) umgestellt haben, stehen uns alle Titel in unserem PC  sogar in echter CD-Qualität zur Verfügung.
Und das Foto vom Album-Cover liefern uns diese Programme auch noch gleich mit.

Aber auch iTunes und all die ähnlichen Programme können ein anderes Problem nicht beseitigen:
Da sich die Dateien ja jetzt auf der Festplatte im Computer befinden, sind sie nicht mehr einfach über unsere HiFi-Anlage abzuspielen, denn wer hat schon seinen Computer an der HiFi-Anlage angeschlossen?
Jetzt mussten wir also eine Möglichkeit finden, die Titel vom Computer zur HiFi-Anlage zu bringen.

Eine mögliche Lösung: Externe Festplatten

Zwar ist eine externe Festplatte größer und schwerer als z.B. ein USB-Stick – aber dafür ist ja auch auf ihr viel mehr Platz für Musik! Und diese Festplatte kann ich nun vom Computer lösen, mit ins Wohnzimmer nehmen und –  dort an meine HiFi-Anlage anschließen?
Nun – wohl eher nicht, oder!?

Uns fehlte dazu ein Gerät, das in der Lage ist, die Musik, die auf der externen Festplatte liegt, zu lesen und sie unserer HiFi-Anlage zuzuleiten.

Aber bevor wir hierfür eine Lösung gefunden hatten, brauchten wir sie eigentlich auch schon wieder nicht mehr – denn diese Idee mit der externen Festplatte ist ja auch nur wieder mit ziemlichen Umständen verbunden, oder?

Wir suchten also nach einer Lösung, bei der alle benötigten Komponenten einfach immer dort angeschlossen bleiben können, wo sie angeschlossen sind.
Selbst dann, wenn der PC im Büro steht und die HiFi-Anlage logischerweise im Wohnzimmer aufgebaut ist.
Tja – und was braucht man für so etwas? Richtig:

Ein Heim-Netzwerk muss her!

Doch Moment mal – haben wir nicht schon längst alle so ein Heim-Netzwerk?
Hat uns unser Telefonanbieter nicht so eine „Box“ geliefert, an die man auch Netzwerkkabel anschließen kann und die manche Geräte sogar ohne Kabel verbindet? Mit unserem Smartphone und unserem Tablet surfen wir zum Beispiel – kabellos.
Und haben wir nicht auch unseren Receiver und unseren Fernseher an das Netz angeschlossen?
Weil die doch so „smart“ sind?
Unser Computer ist jedenfalls ganz bestimmt am Netz angeschlossen, denn sonst könnten wir mit ihm ja weder surfen noch mailen.
Und wenn wir jetzt die externe Festplatte am PC angeschlossen lassen, dann muss uns der PC nur noch erlauben, „von überall im Netz“ auf die Festplatte zuzugreifen und …
… ja und – er muss natürlich eingeschaltet sein, wenn wir Musik hören wollen.

Das ist ja jetzt auch wieder irgendwie doof, oder?

Hat die Box vom Telefonanbieter nicht einen Anschluss für eine Festplatte?

Nun, einige dieser Boxen (Router) verfügen tatsächlich über einen USB-Anschluss und eine entsprechende Software, so dass wir unsere externe Festplatte daran anschließen können, um sie im Netz verfügbar zu machen.
Leider funktioniert das in der Praxis nicht immer ganz zufriedenstellend. So ein System stellt keine Geschwindigkeitsrekorde auf und die externen Festplatten „legen sich gerne mal schlafen“, wenn sie eine Weile nicht gebraucht wurden und müssen dann erst wieder geweckt werden. Hierzu müssen sich der Router und die Festplatte „verstehen“, was nicht immer gewährleistet ist. Ein Router ist ja nun auch erst einmal ein Router und kein Gerät, was sich mit externen Festplatten verstehen muss. Dafür gibt es ja:

NAS – Network attached storages!

Ein NAS ist eine externe Festplatte mit eingebautem Computer.
Verrückt, oder?
Es gibt Computer, die Festplatten eingebaut haben und es gibt Festplatten, die Computer eingebaut haben?
Ja, genau so ist es!

Der Vorteil von so einem NAS ist logischerweise, dass wir selbst wenn alle Geräte im Netz ausgeschaltet sind, trotzdem Zugriff auf alle Dateien haben, die auf diesem NAS liegen.
Sein integrierter Computer hält die Verbindung zum Netz aufrecht.
Und der „schläft nie“!
Natürlich schaltet auch er die integrierten Festplatten ab, wenn sie eine Weile nicht benötigt worden sind, aber er selbst lauert ununterbrochen darauf, dass wieder jemand etwas anfordert und sorgt dafür, dass die Festplatten wieder zuverlässig starten.

An unserer Stereo-Anlage brauchen wir jetzt also nur noch ein Gerät, was über das Netz auf diesen NAS zugreifen kann. Findet er dort unsere gerippten CDs, dann streamt er sie zu unserer Stereoanlage und wir hören unsere CDs, obwohl die selber im Umzugskarton liegen.
Praktisch, oder?

Software- oder Hardware-Streamer?

Gegenfrage:  Welche Anforderungen an die Klangqualität stellen Sie?
Die einfachste Möglichkeit zu streamen, ist eine App auf dem Smartphone.
Diese Streaming-App holt sich die Musik von unserem NAS und spielt sie ab.

Die anspruchsvollere Lösung ist ein Hardware-Streamer, der an unsere HiFi-Anlage angeschlossen wird.
Das ist doch genau das, was wir haben wollen, oder?

Aber ist das Rippen der eigenen CDs nicht irgendwie „total bescheuert“?

Kann es sein, dass wir nur deshalb unsere CDs rippen, weil sich im Moment alles viel zu schnell entwickelt und wir gedanklich mit den heutigen Möglichkeiten überhaupt nicht mehr Schritt halten können?

Schauen wir uns doch einmal den uns allen gut bekannten Vertriebsweg für digital angebotene Musik an:
Im Tonstudio wird die Musik aufgenommen und dort entsteht am Ende ein „Original-Masterband“.
Arbeitet das Studio mit Analogtechnik, muss das analoge Masterband noch in ein digitales Masterband umgewandelt werden.
Arbeitet es mit Digitaltechnik, erhalten wir direkt unser digitales Masterband.

Statt diese hohe Qualität des digitalen Masterbandes zu nutzen und uns zu verkaufen, wird die Musik stattdessen komprimiert und konvertiert – mit bösen Worten: So lange „misshandelt“, bis sie klein genug ist, um mit verkaufbarer Spieldauer auf eine CD zu passen.

Wir …
kaufen dann diese „verkorkste“ CD und schleppen sie mit nach Hause.
Was könnten wir denn auch tun?
Außer uns der CD zu verweigern und bei der analogen Schallplatte zu bleiben?

Doch unser Thema heißt Streamen und deshalb tun wir nun folgendes:
Wir rippen diese CD, unabhängig von der Frage, für wie gut wir die Qualität auf der CD halten und speichern ihre Dateien auf einem NAS, um sie dann mit einem Streamer in unsere HiFi-Anlage zu streamen und uns die Musik anzuhören.

Wieso machen wir so einen Blödsinn?

Kommen wir immer noch nicht gegen unsere Urinstinkte an, die uns zum Jagen und Sammeln zwingen? Zählt selbst die Kopie einer digitalen Datei für uns nur dann, wenn wir sie in einem Laden gekauft und samt Plastikhülle mit nach Hause genommen haben?

Frage:  Und wieso holen wir uns die Musik nicht einfach aus dem Internet?

Mehr als ein Dutzend Musik-Portale buhlen mittlerweile um unsere Gunst und da sind die reinen Download-Portale noch nicht mitgerechnet.
So ein Musik-Portal müssen wir uns vorstellen wie ein NAS, nur viel viel größer und mit viel viel mehr Liedern.
Mit 30 Millionen Titeln geben die meisten Portale derzeit die Anzahl der vorgehaltenen Musik-Dateien an. Aber jeder kann sich denken, dass sich diese Zahl fortlaufend erhöht und schon bald bei einem Vielfachen liegen wird.

Als Platzhirschen muss man hier wohl Spotify nennen. Dieses Portal arbeitet ausschließlich mit MP3-Dateien, was sehr niedrige Ansprüche an die Netzbandbreite stellt und sogar unterwegs mit dem Handy sehr gut funktioniert.

Wie will man mit der eigenen CD-Sammlung gegen diese Zahl von 30 Millionen Titeln anstinken?
Wer nennt ein jeweils fast vollständiges Repertoire an indischer, pakistanischer, mexikanischer … Musik sein Eigen? Wer besitzt wirklich alle Alben von den Beatles, den Stones, den Hollies, der Callas, oder Herbert von Karajan?
Ganz bestimmt niemand.
Also womit will man gegen ein MP3-Musik-Portal anstinken?

Richtig! Mit der besseren Qualität der CD!?

Viele richteten also einen Workflow ein, der mit den Erkundungsreisen auf Spotify und Co. begann und dann im CD-Laden mit dem Kaufen bestimmter CDs endete.

Die nächste Entwicklungsstufe waren dann aber die Download-Portale. Hier gab und gibt es nichts zu streamen, hier kann man nur kaufen. Und billig sind die Alben dort in der Regel nicht.
Wieso also sollte ich ein Album kaufen und dann auf meine Festplatte laden?

Richtig! Wieder wegen der besseren Qualität!

Unter dem Namen High-Resolution-Audio schlich sich eine echte Revolution in unsere Wohnzimmer. Mit diesem Verfahren wird es uns nämlich ermöglicht, tatsächlich die Original-Qualität der Masterbänder zu erwerben und auf unsere Festplatten zu ziehen und uns nicht mehr mit der CD-Qualität zufrieden geben zu müssen.

Wer nun behauptet, das sei doch wieder alles nur Werbe-Geplapper und deshalb argwöhnt, man wolle uns doch nur wieder an der Nase herumführen, so wie mit der CD, der reagiert absolut verständlich und liegt in seiner Einschätzung von meiner persönlichen auch gar nicht so weit entfernt.
Allerdings kann man diesen Standpunkt nur so lange beibehalten, bis man – so wie ich – einen richtig guten Streamer hören durfte.

Wer jemandem erklären will, was an einer High-Res-Audio-Datei anders (besser) ist als an dem CD-Format, der verstrickt sich und verliert sich in Zahlen und Abkürzungen, die niemand mehr versteht.

Dass „24 Bit mit 192 kHz“ (Beispiel für eine High-Res-Audio-Datei) wohl besser sein müssen als „16 Bit mit 44,1 kHz“ (CD-Format), das mag man ja noch irgendwie erkennen können, so wie ein Fotoapparat mit 24 MP ja auch wohl besser auflösen wird als eine Knipse mit nur 6 MP.
Aber am Ende folgt es doch nur der knabenhaften Vorstellung, dass immer nur die Länge zählt, oder?

Und spätestens, wenn sich die Fachleute über die Vorteile von „DSD“ gegenüber „PCM“ unterhalten und dann noch jemand die Abkürzung „MQA“ in den Raum wirft, muss sich jeder, der nicht Nachrichtentechnik und IT studiert hat, fehl am Platze fühlen, weshalb ich es an dieser Stelle auch unterlassen werde, diese Abkürzungen zu erläutern. (Was mir zugegebenermaßen auch wirklich schwer fallen würde)

Lassen Sie mich stattdessen von einer dritten Variante der Musik-Portale berichten, die ich so interessant finde, dass sie aus mir einen richtigen Streaming-Freak gemacht hat.

Hinter den Namen Tidal und Qobuz verbergen sich High-End-Streaming-Portale! Beide liefern Musik in einer Qualität, die die Verantwortung für einen gescheiten Klang jetzt wieder an den Besitzer einer HiFi-Anlage abschiebt. Bis seine Anlage sich der Qualität von Tidal und Qobuz angepasst hat, wird wohl der Gegenwert eines Mittelklassewagens über die Theke gewandert sein. Aber selbst eine günstige Anlage lebt auf, wenn man mit einem guten Quellgerät (Streaming-Client) Akzente setzt.

Ob man sich für Tidal oder Qobuz entscheidet, ist reine Geschmacksache, wobei Qobuz derzeit noch einen echten Vorteil aufweisen kann:
Immer dann, wenn mir ein Album (oder sogar nur ein einzelner Titel!!) klanglich so gut gefällt, dass ich die maximale Klangqualität haben möchte, kaufe ich den Titel oder das Album, lade es in der höchsten Auflösung herunter und speichere die Dateien auf meinem NAS oder einer Festplatte.
Mit meinem Streamer bringe ich dann diese Qualität in meine HiFi-Anlage und kann mir sicher sein, dass es in der heutigen Digital-Technik nichts besseres gibt.
Unter dem Namen “Sublim” vertreibt Qobuz ein Account-Konzept, bei dem ich die Downloads zu einem verbilligten Preis angeboten bekomme, so dass viele Alben nicht einmal mehr 10,- € kosten. Und gleichzeitig nutze ich die Streaming-Angebote – bei allen gekauften Titeln in der besten Qualität! Sonst eben “nur” in 16 Bit, 44,1 Khz.

Genau das bezeichne ich als Revolution und sie findet in meinem Wohnzimmern statt!

Endlich macht eine gute Anlage wieder Spaß

Wer sich in den letzten Jahren so nach und nach von seinen Traum-Komponenten getrennt hat, weil ihm das Musikhören einfach keinen Spaß mehr gemacht hat, der könnte das jetzt möglicherweise bitter bereuen, wenn er zufällig mal irgendwo so einen Streamer hören kann.
High-End-Lautsprecher wurden entwickelt, um feinste Klangnuancen darstellen zu können.
Klangnuancen, die ihnen leider in den letzten drei Jahrzehnten auch die besten Verstärker der Welt gar nicht mehr haben zukommen lassen können, weil die CD sie gar nicht in sich trug. Klangnuancen, die beim Konvertieren und Komprimieren aus wirtschaftlichen Gründen einfach „weggerechnet“ wurden, weil es „Fachleute“ gab, die behaupteten, Menschen könnten das alles sowieso nicht hören.
Sicher waren das die Nachkommen von den Fachleuten, die bei Einführung der Eisenbahn behauptet haben, der Mensch sei für Geschwindigkeiten von mehr als 20 km/h nicht geschaffen und sein Körper würde während der Fahrt zerrissen werden.

Festzustellen und zu vermuten bleibt wohl, das für ernsthafte Musikliebhaber eine Zeit heran brechen wird, von der die Menschheit bislang nur träumen konnte. Er kann sich für 10,- Euro eine 1:1-Kopie des Masterbands kaufen – Wahnsinn!
Und die “zweite Wahl” wird das Streamen in CD-Qualität sein.
Das muss man sich mal überlegen!

Ist da nur Licht und gar kein Schatten?

Eine solche Aussage wäre schlicht gelogen.
Die Integration eines Streamers in die HiFi-Anlage stellt recht hohe Anforderungen an das technische Know-How des Besitzers. Er muss in der Lage sein, das Gerät im Netzwerk anzumelden. Er muss mit einem PC umgehen können und wissen, wie man sich an einem Portal anmeldet. Er braucht ein Tablet, um den Streamer komfortabel bedienen zu können. Er muss einen Netzwerkspeicher konfigurieren können …
… naja – oder er muss jemanden kennen, der das alles kann und weiß.

Hat die CD diese „Schläge“ wirklich verdient?

In meinem Bericht stelle ich die CD-Qualität so dar, als ginge es bei ihr um so etwas wir Gammelfleisch – was natürlich nicht korrekt ist.
Zwar will ich den Leser mit diesem Bericht dazu bringen, über seine zukünftige Verhaltensweise intensiv nachzudenken, aber jede Kritik an der CD-Qualität ist:
„Stöhnen auf hohem Niveau“!

Bereits die MP3-Qualität ist unter Berücksichtigung gewisser Aspekte in der Lage, Spaß zu machen. Und die CD-Qualität liegt deutlich über einer MP3-Datei. Ich besitze über 2.000 CDs und werde auch in naher Zukunft noch meine Komponenten mit CDs vorführen und die von meinen Kunden zur Hörprobe mitgebrachten CDs abspielen, ohne mich vor dem Ergebnis zu fürchten.

Und doch behaupte ich, dass sie ihren Rang als “bestes digitales Medium” bereits heute nicht mehr halten kann.
Noch ist das nicht bei allen angekommen und noch erscheint vielen das Handling eines Streamers als zu kompliziert, aber das wird sich schnell ändern.

Musik nur noch online zur Verfügung zu stellen, klammert den Handel aus der Vertriebskette aus, was die Marge für die Labels erhöht. Leidtragende werden die Betreiber von CD-Läden sein.
So – wie die vielen Videotheken aus unseren Stadtbildern verschwunden sind, werden auch viele dieser CD-Läden schließen müssen.

Mein Wunsch, dass die Nachfrage nach der Schallplatte wieder so groß wird, dass die CD-Händler nur wieder auf Analog umzuschwenken brauchen, wird mir wohl nicht erfüllt werden.

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