Q Acoustics Concept 500 Produktbericht

Q Acoustics Concept 500 Produktbericht

Q Acoustics Concept 500 Produktbericht

Musik wird oft nicht schön gefunden,
weil sie stets mit Geräusch verbunden.
Wilhelm Busch

Geht es Ihnen auch manchmal so, dass Sie ja gerne Musik hören würden,
aber es dann doch lassen, weil Sie sie irgendwie auch wieder als störend empfinden?

Wenn es so ist und Sie daran gerne etwas ändern würden, dann sollten Sie unbedingt diesen Bericht lesen!
In ihm geht es um den Lautsprecher Concept 500 von Q Acoustics

„Ein Lautsprecher, der uns dazu verführt, gleich morgens Musik einzuschalten und abends mit ihr einzuschlafen.“

concept-500-side

Lassen Sie mich diesen Bericht mit zwei Eingangsfragen beginnen.

Erste Frage:
Wie viele Kaffeesorten gibt es auf der Welt?

Antwort:
Genau zwei!
Nämlich Robusta und Arabica. Das war`s.
Alles, was wir vermeintlich an „unterschiedlichen“ Kaffees trinken, stammt entweder von der einen oder der anderen Sorte oder wird eben aus beiden zusammengemischt.

Zweite Frage:
Wie viele Lautsprechersorten gibt es?

Antwort:
Auch genau zwei?
Wieder richtig!

Da gibt es die Audiophilen und die, die für den Markt entwickelt werden.

Audiophile Boxen

Audiophile Boxen werden „so gut klingend wie möglich“ entwickelt und danach erst errechnet man den notwendigen Preis.
Die meist recht kleinen Hersteller dieser audiophilen Boxen nehmen ihre Aufgabe sehr ernst. Das klangliche Vorbild und damit das erklärte Ziel ist nichts anderes als die akustische Realität, die eben genau so wiedergegeben werden soll, wie sie einst von Aufnahme-Spezialisten aufgezeichnet wurde.
Um diese Boxen zuhause zur Geltung zu bringen, reicht es nicht etwa aus, sie einfach dort hin zu stellen, wo noch Platz ist und sie mit der Elektronik und den Kabeln zu verbinden, die noch von der alten Anlage übrig sind, sondern ihre Inbetriebnahme ist komplex und erfordert viel Erfahrung. Gut, wenn man da jemanden an seiner Seite weiß, der sich auskennt und es ehrlich mit einem meint.

Die für den Markt produzierten Boxen.

Für sie wird von den meist recht großen und global agierenden Herstellern zunächst ein Markt-Bedarf ermittelt. Dabei stehen die Größe, das Design und die Preisklasse regelmäßig im Vordergrund.
Bei der Festlegung des Portfolios muss zwingend darauf geachtet werden, dass sich die preislich definierte Reihenfolge auch im Klang widerspiegelt. So darf es nicht sein, dass ein günstiger Lautsprecher besser klingt als ein teurer.
Jeder weiß ja, dass eine bessere Qualität mehr kostet und so muss es „im Leben“ auch bleiben.
Ein lückenloses Angebot zwischen etwa 250,- € und 25.000,- € pro Paar sichert den Absatz in allen Preisbereichen und verhindert, dass der markentreue Kunde abwandern will.

Der Mark akzeptiert nur übliche Preise

So akzeptieren die meisten Verbraucher, dass ein Kilo Kaffee so um die 8,- € kosten darf. Im Angebot für 6,- € kauft man auch gerne auf Vorrat.
Und selbst wenn Kaffeeliebhaber rund um den Globus sich den Mund fusselig reden und uns erklären, was an diesem 8,-€-Kaffee alles so richtig mies ist, lassen wir uns weder bekehren noch ändern.
Andererseits muss die Frage erlaubt sein, ob denn nur der Kaffee gut ist, den schon mal irgendwelche Schleichkatzen in Indonesien (Kopi Luwak) gefressen und wieder ausgeschieden haben?!
Solche Extreme sind es nämlich, die uns Menschen in einen Zustand der Resignation versetzen.

Wir würden ja gerne

Wir wollen ja alle einen guten Kaffee trinken und wir wollen auch alle gute Lautsprecher kaufen.
Wir wollen es aber nicht so extrem treiben, wollen nicht über unsere Verhältnisse leben.

Wir können es uns einfach nicht leisten, immer nur das Beste zu kaufen.

200,- € für ein Kilo Kaffee? Niemals, oder?
„Da muss doch was im Kopf dieser Käufer passiert sein!“ so lautet wohl das einhellige Urteil.

20.000,- € für ein Paar Lautsprecher?
Auch hier befinden sich die meisten von uns schnell in der Opposition.
Doch die Resignation ist hüben wie drüben ein schlechter Berater, weil sie sich an den Extremen orientiert und das ist eben nicht gut.

Es müssen ja nicht gleich die 200,- € für ein Kilo Kaffee sein!
Für 20,- € bekommt man Kaffees, die so gut sind, dass man angesichts des Kopi Luwak ganz sicher nicht in Resignation verfallen muss. … die einem vielleicht sogar besser schmecken.

Und wie ist das bei Lautsprechern?

Ganz nach dem Motto „Nachtigall, ick hör Dir trapsen!“ – werden Sie jetzt vermutlich schon ahnen, auf was ich mit dieser langen Einleitung beim Thema Lautsprecher hinaus will, oder?

Q Acoustics Concept 500

… entwickelt vom Fink Audio Consulting – Team in Essen (FAC, http://www.fink-audio.net )

Karl-Heinz Fink

Karl-Heinz Fink

Karl-Heinz Fink hat – da bin ich mir ganz sicher – die Idee zu der Q Acoustics C500 bei einer guten Tasse Kaffee gehabt.

„Es müsste ein Paar bezahlbare audiophile Lautsprecher geben, die nicht nur für eine Handvoll HiFi-Freaks produziert werden, sondern mit denen man dieses Schubladendenken endgültig verlassen und das Zwei-Klassen-System durchbrechen kann. Lautsprecher, die uns dazu verführen, gleich morgens die Musik einzuschalten und abends mit ihr einzuschlafen.“

So ungefähr muss das Karl-Heinz Fink wohl empfunden haben, als er sich mit seinem Essener Team daran machte, die C500 im Auftrag des britischen Herstellers Q Acoustics zu entwickeln.

Und wer ihn kennt, der weiß:  Karl-Heinz will nicht spielen, Karl-Heinz will beißen.

Wie sehr seine Bisse schmerzen können, das haben die Mitbewerber bereits  bei der C20 und der C40 spüren dürfen. Mit der Concept 500 könnte er es schaffen, so manch einen seit Jahren sicher geglaubten Mitbewerber endgültig vom Siegersockel zu stürzen. Denn die C500 richtet sich nicht an die, die in Musik hauptsächlich Lärm sehen, sondern an die, die Musik gerne mit allen Sinnen aufnehmen.

Zu Q Acoustics

Q Acoustic Logo3

Q Acoustic Logo3

Der noch recht junge britische Hersteller hat von Anfang an nichts anbrennen lassen und statt sich in die lange Liste derer einzureihen, die bei der Lautsprecherentwicklung mit mehr oder weniger Erfolg versuchen, ihre eigenen Vorstellungen umzusetzen, hat Q Acoustics gleich auf Spezialisten gesetzt.

Outsourcing – nennt man so etwas heutzutage.
Getreu der Frage:  Wofür gibt es denn Spezialisten, wenn man sie nicht fragt?,
ging auch die Gestaltung des Designs  der C 500 an niemand anderen als an das Team rund um Kieron Dunk (Industrial Design Associates,  http://www.uk-ida.com/home.shtml ), das sich bereits bei der Gestaltung von vielen anderen HiFi-Produkten einen hervorragenden Leumund erarbeitet hat.

 

Bei allen technischen und konzeptionellen Fragen verlässt man sich auf FAC aus Essen.

concept500diagrammGerman

concept500

Wer mehr über die interessante Technik in diesen Lautsprechern erfahren will, der findet weitere Informationen unter dem Link:  https://www.qacoustics.de/concept500speakers

Wer sich lieber für die Praxis und den Klang interessiert, der ist eingeladen, den Bericht hier an dieser Stelle weiter zu lesen.

Die Anlieferung

Der Spediteur schaut ängstlich auf unsere Eingangstreppe mit ihren lächerlichen fünf Stufen:  „Müssen die da rauf?“ fragt er und ist sichtlich erleichtert, als ich ihm erkläre, dass es mir ausreicht, wenn er mir die Palette mit seiner „Ameise“ in die Garage fährt.
Um die 120 kg wiegt das „Paket“ – inkl. Europalette natürlich.
In der Garage entferne ich alles an Verpackungsmaterial was nicht nötig ist und mit den Grifflöchern in den Kartons lässt sich jede Box zu zweit problemlos transportieren.
Nachdem wir die Lautsprecher aus der hervorragend durchdachten Verpackung herausgeholt und im Studio aufgestellt haben, entlockt uns der erste Anblick der Box so etwas wie ein sattes:    „Flaggschiff!“.
Mit ihren Ausmaßen, ihren 42 kg Gewicht pro Stück und ihrem gelungenen und hochwertigen Gehäuse kann man gar nicht anders als genussvoll: „Flaggschiff“ zu sagen.
Und noch vor dem allerersten Ton deutet die C500 an, wo sie hingehören will.
Sie ist nicht etwa wie ein Kilo Kaffee für 8,- € aus dem Lebensmittelhandel und auch nicht wie der für 15,- € vom spezialisierten Versender, sondern sie will ein 20,- €-Kaffee für den ganz besonderen Anlass sein.
Allerdings mit der Besonderheit, dass sie nicht einmal die 15,- € kostet.

Real hat der zukünftige Eigner 4.498,- € für dieses Flaggschiff von Q Acoustics an die Werft, äh, an den Händler zu überweisen.
Das ist wahrlich keine kleine Summe und der Massenmarkt wird sie genau so wenig akzeptieren wie 15,- € oder 20,- € für ein Kilo Kaffee.
Doch alle die, die auf der Suche nach einem besseren Lautsprecher sind, ohne gleich zu den „Abgehobenen“ zählen zu wollen und zu können, die sollte schon alleine der interessante Preis neugierig auf die C500 werden lassen.
Und das völlig zu Recht!

Bereits die ersten Töne – also ohne sich an die Einspielvorgaben des Herstellers zu halten – bestätigen diesen Flaggschiff-Eindruck mit Nachdruck!
Hier spielt eine äußerst „erwachsene“ Box auf.

Verzicht und Kompromisse?

Fremdworte, die eine Concept 500 nicht im Ansatz mit Inhalten füllen will.

Volumen, Wärme …

Die Concept 500 macht etwas mit uns, sobald sie zu spielen beginnt. Sie verändert uns.
Es ist angenehm und entspannend, sie im Hintergrund musizieren zu hören.

Sobald die Musik stoppt, fehlt etwas im Raum.

Der eine braucht seine Räucherstäbchen, Klangschalen, Windspiele oder seine Meditationsmusik.
Mit der C500 wirkt nahezu jede Musik auf uns wie Meditationsmusik.
Sie beruhigt und schenkt uns ein Gefühl der Ausgeglichenheit und Entspannung.
Fast schon wirkt sie psychedelisch auf uns.

Das alles ist so deutlich spürbar, dass ich mir die Frage stellen muss, ob mich die C500 irgendwie „einlullen“ will. Und das führt mich wieder zu der Frage:

Was kann sie denn, die C500, wenn ich sie nicht einfach nur im Hintergrund laufen lasse?

concept500blackback_1

concept500blackback_1

Ich lege recht anspruchsvolle Musikstücke auf und die Concept 500 meistert sie – fast möchte ich schreiben „überraschend“ mit Bravour.

Was ich auch auflege, die Concept 500 trifft die Seele eines jeden Titels.„Bullseye“ – würde der Dart-Spieler wohl sagen.

Ein Hörbeispiel.
Rolf Kühn, Laura (Spotlights)
Natürlich muss ich mit diesem Stück meine Höreindrücke beschreiben. Meine Leser kennen es bereits aus vielen anderen Berichten.
Links beginnt es mit einer Oboe, während in der Mitte hinten ein akustischer Bass sehr schnell gestrichen wird. So schnell, dass er eine starke Ähnlichkeit mit einer Konzerttrommel (Snare) bekommt.
Ganz wichtig:  Die Oboe klingt nach Oboe!
Und – für mich immer das Ausschlaggebende – ich „sehe“ Albrecht Meyer auf der Oboe spielen. Konzentriert, angestrengt, emotional, leidenschaftlich, begeistert und vor allem mit viel Lust darauf, dieses Stück zu spielen.

Auch Rolf Kühn versprüht ein paar Takte später genau diese Lust auf das Musizieren.
Irgendwie scheint es bei Künstlern Mode geworden zu sein, im gewissen Alter der interessierten Welt noch einmal etwas „nie wieder Erreichbares“ da lassen zu wollen.
Bei Johnny Cash hat es noch für eine ganze Reihe an guten Alben gereicht (American I bis VI), Leonard Cohen schaffte nur noch ein einziges, dafür aber umso bewegenderes Abschluss-Album (You want it darker).
Rolf Kühn drücke ich die Daumen dafür, dass das Album „Spotlights“ nur der Beginn einer neuen wertvollen Sammlung ist.

Über die Concept 500 jedenfalls macht es hier gerade außerordentlich viel Freude, den drei Musikern zuzuhören und den Stimmungswechseln zu folgen.

Wie bei einer aufgeregten Diskussion „unterhalten“ sich hier Oboe und Klarinette, übernehmen abwechselnd die Führung und berichten offensichtlich von völlig verschiedenen Ereignissen.

Das alles macht die Concept 500 so deutlich, so, also wolle sie mir sagen:

concept500whiteback

concept500whitebac

„Das ist doch gar nicht mein Verdienst. Das ist doch so aufgenommen worden!“.

Und genau darum geht es doch bei einem guten Lautsprecher. Dass er mich nicht mit einem immer gleichen Sound überzeugt, der mir nach 2 Tagen schon mächtig auf den Keks geht, sondern dass er in der Lage ist, ein musikalisches Geschehen so abzubilden, wie es aufgenommen worden ist.

Zumindest soll er mir

  1. das Gefühl vermitteln, es sei so und
  2. beim nächsten Song auch wieder völlig anders klingen können.

Die Flexibilität, mit jedem neuen Stück völlig andere Klangeigenschaften zu zeigen, genau das ist doch der Kern einer audiophilen Wiedergabe.

Mir die Schnelligkeit eines Horns, die Plastizität einer Fläche oder den Magenkuhlentritt einer Rutsche zu präsentieren, lasse ich mir gefallen, solange das alles nicht zum Selbstzweck wird und sich von der Realität weg hin zu einem immer wieder gleichen Sound entwickelt.

Es gab Zeiten hier in unserem Land, zu denen Knechte und Mägde dafür kämpften, dass sie nicht mehr als drei mal pro Woche Lachs essen mussten. Können Sie das verstehen?

Aber genau das ist es, was ich sagen will. Irgendwann wird man einfach alles leid, was sich nicht verändert.

„Wir haben jetzt vier mal hintereinander eine Weltreise gemacht. Im nächsten Jahr wollen wir aber mal wieder woanders hin!“  🙂

Für mich liegt die wichtigste Aufgabe eines Lautsprecherherstellers darin, seinen Boxen beizubringen, nicht wie „die Box“ zu klingen, sondern mit jedem anders klingenden Song auch einen völlig anderen Klangcharakter zu erzeugen.

Mal schnell, offen, präsent, fast angriffslustig und attackierend, mal dramatisch, träge, emotional ergreifend und dann wieder beschwingt, lustig oder mit ganz viel Herzschmerz.
In allen Disziplinen weiß die C500 mehr als zu überzeugen.

Tiefton und Pegel – gehasst und geliebt?

Tatsache ist, dass sich gerade an diesen beiden Punkten oft die Geister scheiden.
Der eine sagt:  „Wenn es nicht echt klingt, dann lasse ich es lieber ganz.“
Der andere sagt: „Wenn Frequenzbereiche fehlen, kann die Musik gar nicht echt klingen!“.

Und an dieser Stelle muss ich noch einmal meinen Hut vor Karl-Heinz Fink und seinem Team ziehen.
Man sitzt vor der C500 und hört ihren angenehm vollen Klang.
Es ist einfach „alles da“.
Und es ist gut.

Kann sie auch Pegel machen?

Sie kann Pegel machen!
Ich lege ein Stück von Jussi Björling, meinem Lieblings-Tenor auf. Hier singt er im Duett mit Robert Merril das Stück „Au fond du temple saint“ aus den Perlenfischern von Bizet.
Es dauert nicht lange und meine Frau gesellt sich zu mir. Es ist nämlich auch eines ihrer Lieblingsstücke. Und schon singen wir beide so kräftig mit, dass man von einer zierlich aufspielenden Box wohl nicht mehr viel mitbekommen würde. Die C500 jedoch spielt uns in Grund und Boden. Ein Segen, dass wir nicht in einem Mehrfamilienhaus wohnen.  🙂

Wobei ich noch einmal sagen muss, dass man bei der C500 wirklich gerne auf Pegel verzichtet.
Seitdem die C500 geliefert wurde, läuft sie praktisch den ganzen Tag im Hintergrund.

Sobald die Musik stoppt, fehlt da was im Raum.

Das habe ich schon einmal geschrieben? Ja?
Nun, es ist aber auch wirklich so.

Deshalb lade ich Sie hiermit ein, das bei mir einfach mal selber zu testen. Das mit dem schönen Gefühl, wenn die C500 leise vor sich hin spielt und das mit den audiophilen Eigenschaften, wenn man sie fordert.

Dabei spielt es keine Rolle, ob Sie gerne klassische Musik hören oder mehr der Rock-Musik verfallen sind.
Mit der Q Acoustics Concept 500 ist der musikalische Spaß garantiert.

Print Friendly, PDF & Email