Roon und ELAC Discovery

Roon und ELAC Discovery

Was haben Roon und ELAC Discovery miteinander zu schaffen?
Und was ist eigentlich Roon?

roon

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Wer mit dem Gedanken spielt, sich einen Streaming Client zuzulegen und dabei auf den ELAC Discovery stößt, der wird dabei auch zwangsläufig auf den Begriff „Roon“ treffen und sich möglicherweise die Frage stellen, was denn wohl hinter diesem Begriff stecken könnte.

Die Tatsache, dass eine „Lifetime-Lizenz“ für die Roon-Software mit 499,- USD zu Buche schlägt, lässt die einen frohlocken und die anderen die dollsten Spekulationen über die Anteile für Hard- und für Software anstrengen.

Tatsache ist, dass jeder, der Roon toll findet, damit bereits genug Argumente dafür gesammelt hat, sich einen ELAC Discovery und nicht „irgend einen“ Streamer zu kaufen.

Bleibt aber für die anderen immer noch die Frage offen:

Was ist denn dieses Roon überhaupt?

Beim ELAC Discovery ist es vor allem erst einmal die Bedienungssoftware für das Gerät.
In dieser Beziehung ist sie weder deutlich besser noch schlechter als die Apps, die wir so kennen, weshalb wir hier also keine hinreichenden Antworten finden.

ELAC_logo

ELAC_logo

Im zweiten Schritt ist dann jedoch erst einmal ELAC an der Reihe, für Roon etwas zu tun, nämlich ausreichend Rechenleistung zur Verfügung zu stellen.

Roon braucht da einiges, um zu funktionieren und ohne den ELAC Discovery wird man die zwingend erforderliche, zentrale Server-App (bei Roon „Core“ genannt) wohl  nur auf einem leistungsfähigen PC oder MAC installieren können, was dann aber wieder zwei weitere Fragen entstehen lässt:

Woher? – Wohin?

Woher – soll heißen:  Wo liegt denn die Musik?
Gehören wir zur „modernen Welt“, dann befindet sie sich auf einem USB-Stick, einer externen Festplatte, einem NAS oder online in einem Musik-Portal.
Roon kann mit all diesen Quellen umgehen und sie zu einer Bibliothek zusammenführen.
Das ist nicht selbstverständlich!

Wohin – soll heißen: Wer spielt denn die Musik?
Besitzen wir keinen ELAC Discovery und haben Roon auf dem PC/MAC/Laptop/MacBook installiert, dürften uns die dort intern verbauten „Quäker“ ganz sicher nicht zufriedenstellen. Also muss die Musik irgendwie an unsere Stereoanlage ausgeliefert werden, doch wie?
Die Lösung, unseren PC/MAC direkt oder über einen DAC an eine HiFi-Anlage anzuschließen, missfällt vielen Usern, denn der PC/MAC wird ja meist auch an anderer Stelle gebraucht – und er stört auch irgendwie die Optik.
Wir brauchen also früher oder später eine Komponente, die vom Design her in unsere Anlage passt, dort stehen bleiben kann und die so eine Roon-Server-Software (Core) bereits in sich trägt.

So ein Ding gibt es und es heißt ELAC Discovery  🙂

Was aber immer noch nicht die Frage beantwortet, was Roon ist und was an ihr jetzt 500,- USD wert sein soll.
Um das zu beantworten, können wir die gedankliche Verbindung zum Discovery hier erst einmal kappen. Die Antwort hat mit ihm nichts zu tun, wird nur noch einmal verdeutlichen, dass Roon als „Zugabe“ einen wirklich erstaunlichen Benefit mit sich bringt – jedenfalls für alle, die mit Roon etwas anfangen können.
Ob Sie mit Roon etwas anfangen können, beurteilen Sie am besten selbst nach folgenden zwei Kriterien:

“Focus”  (Blickpunkt)

Es gibt in Roon eine Such- und Filter Funktion, die sich hinter dem Button „Focus“ versteckt. Tippen wir darauf, öffnet sich ein neues Fenster, in dem wir verschiedene Möglichkeiten angeboten bekommen, die Musikauswahl einzugrenzen.

Most played
Hier können wir uns aussuchen, ob wir die 25, 50, 100, 250, 500 oder gar 1000 von uns meistgespielten Titel hören wollen.

Played in the last
Hier wählen wir zwischen den am letzten Tag, der letzten Woche, im letzten Monat, in den letzten 3 Monaten, … 6 Monaten, im letzten Jahr oder eben zu jeder Zeit von uns gespielten Titeln.

Import
Die gleiche Auswahl wird uns für das Import-Datum angeboten, also wann wir die Titel unserer Bibliothek hinzugefügt haben.

Released
Darunter finden wir eine Grafik, in der wir eingrenzen können, aus welchem Jahr die Titel stammen dürfen. Tippen wir darauf, öffnet sich ein kleines Fenster, in dem wir entweder durch Tippen auf „plus“ und „minus“ oder durch Verschieben der Balken, einen Zeitrahmen festlegen können. In Sekunden haben wir damit also in Verbindung mit der Genre-Auswahl eine „80-er Party-Musik“ zusammengestellt.

Genre
Rechts daneben geht es mit einer Kreisgrafik für das Genre weiter.

Durch einen Tipp auf den Pfeil nach rechts gelangen wir dann noch zur Auswahl zwischen
„Vorschläge“ (Picks),
„Lyrics“ (mit Songtext)
oder „Live“.

Zuletzt dürfen wir dann die Auswahl noch beschränken auf „Performers“ (Künstler), Composers“ (Komponisten), Production“ (Produzent),  Label (Das Plattenlabel), „Format“ (Dateiformat) und „Inspector“ (diverse Zusatzinformationen).
Jeweils nach einem Tipp auf die Kriterien werden uns die zur Verfügung stehenden Möglichkeiten angeboten.
.
Wer also gerne Musik über Filter aussucht, wird von der Fokus-Funktion begeistert sein. Mehr Auswahlkriterien findet man siucher in keiner anderen App.

Credits
(Zugaben)

Kommen wir zum zweiten Punkt und damit wohl zu “dem” Argument, das den hohen Preis der Roon-App vollumfänglich rechtfertigen kann, nämlich den Zugriff auf die Datenbank der Musik-Redaktion, die sich hinter Roon verbirgt.
Ich schreibe das deshalb so deutlich, weil wir im direkten Vergleich – trotz des hohen Preises – leicht den Mehrwert der Roon-App erkennen können.

Haben Sie ein Abo für eine Musikzeitschrift?

Wenn Sie zu den Abonnenten einer Musik-Zeitschrift gehören, dann wird Sie dieses Abo in der Regel rund 60,- bis 70,- € im Jahr kosten.
Aber bekommen und haben Sie damit genau die Informationen, die Sie suchen?

Roon funktioniert so, wie die heutige Welt funktioniert.

Wir erhalten Informationen nicht mehr nach dem veralteten Gieskannenprinzip, wobei wir immer nur einige Tropfen des Informationsüberflusses abbekommen und alles, was uns gerade nicht interessiert im Boden versickert und verloren geht.
Heute „rufen wir nur genau die Wassertropfen ab“, die wir gerade brauchen! In dem beruhigenden Bewusstsein, dass alle anderen Informationen auch da sein werden, wenn wir sie abrufen möchten.

Wenn Sie sich also z.B. mal wieder „Wish you were here“ anhören und wissen wollen, wer denn eigentlich das Saxophon so überzeugend gut gespielt hat, dann tippen Sie doch einfach auf „Credits“.
Möchten Sie herausfinden, an welchen Projekten der Schlagzeuger sonst noch mitgewirkt hat oder wer die Background-Sängerinnen waren?    … bei welchem Künstler sie heute mitsingen und ob es vielleicht sogar aktuelle Konzertdaten gibt?
Diese Software stellt Ihnen alles Wissen der Musik-Redaktion zur Verfügung.
Sie haben also einen “Generalzugang” zu deren Datenbank!
Ist das was für Sie?

Lohnt sich Roon jetzt also oder nicht?

Die Antwort darauf können Sie sich nur selber geben.
Wenn es Ihnen ausreicht, Musik zu hören und Ihnen die Informationen dahinter gleichgültig sind, dann brauchen Sie Roon nicht.
Wenn Sie aber Freude daran haben, mehr zu erfahren und Zusammenhänge zu erkennen, dann wird Sie Roon begeistern. Und wenn Sie Roon nutzen möchten, aber einen PC/MAC im Wohnzimmer nicht dulden, dann tun sich da nicht wirklich viele Optionen auf.

Wenn Sie also jetzt von Roon begeistert sind …
und es haben wollen …
Ihnen aber 499,- USD zu teuer sind …
und Sie sowieso gerade einen Streaming-Client suchen …
dann hätten wir da jetzt einen wirklich tollen Tipp für Sie!

Und der fängt mit „ELAC“ an, hört aber mit „Discovery“ noch lange nicht auf!

Wissen sollten Sie, dass die Informationen von Roon nur in englischer Sprache vorliegen und dass Roon zurzeit nur mit Tidal zusammenarbeitet, also nicht mit Qobuz. Aber das dürfte wohl nur eine Frage der Zeit sein.

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