Progressive Audio PEARL TDC Hörbericht

Progressive Audio PEARL TDC Hörbericht

Progressive Audio  Pearl TDC Hörbericht

Progressive Audio  Pearl TDC Hörbericht

(Triple-Directdriven-Ceramicspeaker)

Erfahren Sie mehr über den Hersteller „Progressive Audio“ (Link)

Die ersten beiden Paare Pearl TDC sind ausgeliefert. 
Das eine ging nach Münster, das andere nach Berlin.
Und beide Besitzer sind super happy mit ihrem neuen, außergewöhnlichen Aktivlautsprecher.

Aber beginnen wir mal ganz vorne:

Progressive Audio Elise

Progressive Audio ELISE

 

Als Progressive Audio im Jahre 1998 die Elise präsentierte, waren die Testredakteure, ihre Leser und alle anderen, die sie hörten, sofort einer Meinung.
Ein solcher Ausnahme-Lautsprecher durfte kein Einzelstück bleiben. Er musste einfach einen „großen Bruder“ bekommen.

 

 

 

 

 

 

Progressive Audio Pearl

Progressive Audio Pearl

Und Ralf Koenen, der Kopf hinter Progressive Audio, hatte die Pläne dafür auch schon in der Tasche.
Es sollte aber noch bis zum Jahr 2002 dauern, bis er die „Pearl“ der Öffentlichkeit präsentierte. Unverkennbar eine „große Elise“.

Progressive Audio avancierte in den darauf folgenden Jahren zu einem Voll-Sortimenter. Bereits im Jahre 2005 bestand das Portfolio aus vier Lautsprechermodellen, zwei Vollverstärkern, zwei Phono-Verstärkern, einem Digital-Analog-Wandler, einem CD-Player, drei Kabelserien und einer selbst entwickelten Gerätesicherung.

 

 

 

Spätestens 2010
gehörte Progressive Audio endgültig zu den anerkannten Deutschen High-End-Herstellern und Ralf Koenen gelang es, mit jedem neuen Projekt vorhandene Lücken zu schließen.
Allen voran die Extreme-Serie sorgte für eine echte Aufregung in der Lautsprecherlandschaft.

HE2017_21

Progressive Audio Extreme Serie

 

Eine solch hohe Klangqualität in dieser Preisklasse zu liefern, das schien bislang unmöglich zu sein.

Wie groß der Unterschied zu anderen Boxen in der gleichen Preisklasse tatsächlich ist, merkt man sehr schnell, wenn man sie sich mal „richtig“ anhört – also eben nicht unter Messebedingungen, sondern in aller Ruhe zuhause oder bei einem guten HiFi-Händler.

 

 

 

Transformer2-2.8

Transformer2-2.8

Auch wenn man sich im Hause Progressive Audio über diese Erfolge freut, so verfolgt man dennoch die eigene kompromisslose Leidenschaft für das Musikhören weiter und erfüllt sich so ganz nebenbei die eigenen Hörwünsche mit der Transformer-Serie, deren Preise von 45.000,- € bis hin zu rund 130.000,- € reichen.
Jedenfalls, wenn man sich den Luxus gönnen will, einen der weltbesten Lautsprecher in einer vollaktiven Ausführung zu besitzen.

 

 

 

 

 

Progressive Audio Pearl Keramik

Pearl-Käufer brauchen dabei ganz und gar nicht neidisch auf die großen Brüder der Pearl zu schauen, sondern dürfen sich darüber freuen, dass viele der für die Transformer entwickelten Lösungen auch in der Pearl Anwendung finden.

So nutzt Ralf Koenen nicht nur die Keramik-Chassis vom Hersteller Accuton in seiner Pearl, sondern auch viele exklusive Weichenlösungen, die eigens für die Transformer-Serie entwickelt werden mussten.

 

Mit dem Entschluss, die 22.000,- € kostende passive Pearl jetzt auch in einer vollaktiven Version anzubieten, trifft er den Zeitgeist wie mit wohl keiner anderen vorherigen Entscheidung.

 

 

 

 

30.000,- € muss Progressive Audio für die Pearl TDC aufrufen, wahrlich kein Schnäppchen. Solange man sie nicht mit deutlich teureren Lautsprechern vergleicht. Denn dann wendet sich das Blatt ganz schnell wieder.

Streamer – Box – fertig

Das Geniale liegt in der Tatsache, dass die Pearl TDC mit einem Streamer/Wandler wie z.B. dem Vega G2 von Auralic eine extrem harmonische Ehe eingeht.
… und man dann zum Musikhören bis auf ein paar Kabel nichts weiter mehr benötigt!
Einen Streamer/Wandler – ein Paar Lautsprecher – fertig ist eine High-End-Anlage mit einem Klangbild, das nicht von dieser Welt zu sein scheint.

Was steckt nun hinter dem Geheimnis einer Pearl TDC?

TDC steht für Triple-Directdriven-Ceramicspeaker.

Triple-Directdriven …
weil wir für jedes der drei Chassis einen eigenen internen Verstärker vorfinden.
Hier wird keine Aktivelektronik vorgegaukelt oder herkömmliche Verstärker einfach mit in das Lautsprechergehäuse eingebaut, sondern hier geht es tatsächlich darum, an jedes einzelne Chassis jeweils einen eigens auf die speziellen Anforderungen hin abgestimmten Verstärker zu betreiben.
Bei einem Paar Pearl TDC bringt der Hersteller es also auf  insgesamt sechs „direktantreibende“ Verstärker.

Ceramicspeaker …
weil es sich bei jedem der drei Chassis um ein Keramik-Chassis aus dem Hause Accuton handelt.
Die Creme de la Creme des Chassis-Baus sozusagen, die aber beherrscht werden will.
Wie eben jedes andere außergewöhnliche Bauteil auch.

Wie gut Ralf Koenen diese Keramik-Chassis kontrolliert und zu welchen musikalischen Tönen er sie im wahrsten Sinne des Wortes antreiben kann, das offenbart sich einem schon bei den ersten Tönen dieser Box.

Was ist das Besondere an ihrem Klangbild?

Machen wir uns nichts vor!
Wer sich einen Lautsprecher für 30.000,- € anhört, der will sich „anschnallen müssen“, um nicht „weggeblasen“ zu werden.
Und wenn die Pearl auch selbstverständlich in der Lage ist, hohe Lautstärken zu erreichen und einen  “trommelfellgefährdenden” Schalldruck zu erzeugen, so ist das doch in keiner Weise das vorrangige Ziel des Entwicklers gewesen.

Mit der Pearl TDC stellt Ralf Koenen vielmehr eindrucksvoll unter Beweis, wie viele feine Informationen bei vielen Lautsprecherkonstruktionen unbemerkt „verloren“ gehen.
Und das sind die vielen filigranen Töne, Klang-Nuancen, Rauminformationen und hauchzarte Klangfarben.
Kurz und gut:  Das Gefühl, alles eben im Original und nicht über Boxen zu hören.

Wenn bei „Cold Rain“ (Blues Company) die Mikrophone hochgezogen werden, nickt man den Musikern unweigerlich höflich zu – weil sich das einfach so gehört, wenn man mit anderen zusammen einen Raum teilt. Und das macht man hier schon, noch bevor die Musik beginnt.

Wenn Arne Domnerus sein Saxophon in der Kirche spielt, dann hören wir nicht nur ein Gemisch aus Direkt- und Indirektschall, der uns klar macht, wie groß dieser Raum gewesen ist.
Wir hören und „sehen“ dieses Saxophon dreidimensional vor uns. In seiner natürlichen Größe. Und erst danach erreicht der indirekte Schall unser Ohr und zeigt uns die Ausmaße dieser Kirche.
Das ist ein himmelweiter Unterschied zu dem, was man gewohnt ist.

Wenn das Sangensemble Amanda aus Göteborg seine Hawaii-Gesänge anstimmt (Dey O Dey O), dann muss man nicht lange rätseln, um heraus zu finden, dass die Solosängerin vor (!) dem Männerchor steht und nicht mittendrin. Hier gibt es kein Durcheinander sondern ein beeindruckendes Nebeneinander verschiedener Stimmlagen, die alle gemeinsam das gleiche Stück singen.

Die unbändige Kraft und die geradezu erstaunliche Dynamik, die dieser Lautsprecher in der aktiven Version entwickelt. die zeigt sich nicht erst, wenn man „volle Pulle“ hört.
Selbst bei kleinsten Lautstärken explodieren Bassdrum-Kicks und schwingen Saiten, als könnten sie durch nichts gestoppt werden.

Geradezu beängstigend wird es, wenn sich die Pearl mit der Reproduktion eines wirklich großen Orchesters zu befassen hat. Das komplette Programm des Boston Pops Orchesters (Arthur Fiedler) scheint eigens für die Pearl aufgenommen worden zu sein.

Klassische Musik ist ihr Zuhause. Die Darbietung berühmter Bühnen gelingt ihr spielend – in sämtlichen Dimensionen.

Um zu sehen, was auf der Bühne geboten wird, muss man bei der Pearl einfach nur die Augen schließen.

Wir sehen nicht nur, dass jemand singt, wir können ihm in den Mund schauen.
Und wieder einmal müssen wir wohl von vorne beginnen und all unsere Lieblingstitel noch einmal neu kennen lernen.
Dieses mal so, als hätten wir das große Glück, den Künstler endlich live erleben zu dürfen.

Hat man seine Hörprobe beendet, stellt man erleichtert fest, dass man sich nun nicht etwa wieder “abschnallen” und von einem ungeheuren Spektakel erholen muss. Man erwacht vielmehr sanft aus einem wunderbaren Traum.

Virtual Reality –
 so lautet das Zauberwort, mit dem man heute eigentlich Video-Freaks für sich gewinnen will.
Mit einer Progressive Audio Pearl TDC bekommt dieser Begriff eine ganz eigene Bedeutung.
Näher kann man dem Original gar nicht sein als mit einem Paar Pearl Triple-Directdriven-Ceramikspeaker.

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Progressive Audio Extreme III, passiv vs. aktiv.

Progressive Audio Extreme III, passiv vs. aktiv.

Progressive Audio Extreme III, passiv vs. aktiv.

Progressive Audio Extreme III, passiv vs. aktiv.

In diesem Bericht „Progressive Audio Extreme III, passiv vs. aktiv“ gehe ich auf einen Lautsprechervergleich ein, bei dem mich viele vorab gefragt haben, was genau ich denn damit bezwecken wolle.

In unserem Studio steht schon seit geraumer Zeit eine passive Extreme III in der MK II-Version.
Die MK II-Version hat im Vergleich zur MK I an Reife und Volumen dazu gewonnen. Sie klingt jetzt erwachsener, souveräner und stellt Sänger und Instrumente mit noch mehr Körper dar. Die Raumausleuchtung hat sich ebenfalls noch einmal verbessert.
Richtig in der Zeit und in der Phase spielte bereits die MK I. Zudem besaß auch sie schon eine ungeheure Spielfreude. Aber die MK II-Version rundet das Klangbild mit allem ab, was man von einem Lautsprecher in dieser Preisklasse erwartet und auch erwarten darf.

Progressive Audio Messe 2016-3

Progressive Audio A901

Ihre Musiksignale erhält sie bei uns, wenn nicht ein Kunde einen anderen Wunsch äußert, vom A901, ebenfalls aus dem Hause Progressive Audio. Zwar begnügt sie sich durchaus auch schon mit deutlich günstigeren Amps wie einem Elac Element oder einem Creek A50, aber in der Kombination mit dem A901 hört man einfach sofort die ganze Klasse dieses Lautsprechers.

Ausgerechnet gegen diese Traumkombination nun einen Aktivlautsprecher laufen zu lassen, bei dem man im direkten Vergleich auch noch satte 7.000,- € sparen kann, das schien mir zwischendurch manchmal selber ein wenig unsinnig zu sein.

 

In meinem Bericht “Aktivlautsprecher vs. Passivlautsprecher” erläutere ich die Unterschiede zwischen diesen beiden Systemen. In dem Bericht „Aktivboxen – Neues Spiel, neues Glück?“ geht es um die neuen Chancen, die das Streaming den Aktivlautsprechern verschafft und darum, dass viele meiner Kunden deshalb so richtig Spaß daran finden, konsequent auf ein aktives System umzusteigen.

Und vor diesem Hintergrund musste ich mich dann wohl einfach mit diesem Lautsprechervergleich befassen.

Beginnen wir zunächst mit den Fakten:

Design und Größe

Progressive Audio Extreme 3 a-p-vorne

Progressive Audio Extreme 3 a-p-vorne

Will man einen optischen Unterschied zwischen den beiden Ausführungen erkennen, muss man schon

Progressive Audio Extreme 3 a-p-hinten

Progressive Audio Extreme 3 a-p-hinten

auf die Rückseite schauen – von vorne gibt es jedenfalls keinen Unterschied.

Auf meinen Fotos sind zwar unterschiedliche Ausführungen des Logos zu sehen, aber alle derzeit ausgelieferten Boxen erhalten das „leichtere“ Logo und nicht mehr das große silberne Schild.

Progressive Audio Logo neu

Progressive Audio Logo neu

Progressive Audio Logoschild alt

Progressive Audio Logoschild alt

 

 

 

 

 

 

Gewicht

Die aktive Version mit ihren 27 kg bringt es lediglich auf ein Mehrgewicht von 2 kg im Vergleich zu der passiven Ausführung. Das erstaunt im ersten Moment, denn irgendwie erwartet man ja doch einen größeren Gewichtsunterschied, oder?  Der Grund dafür, dass sie sich kaum unterscheiden, liegt darin, dass die Passivweiche ja auch so einige Kilo auf die Waage bringt und diese bei der aktiven Version natürlich komplett wegfällt.

Kabelkosten

Da uns bei beiden Lautsprechern der komplette Kabelmarkt offen steht, kann man diesen Punkt nur schlecht bewerten. Ich habe einfach mal die hauseigenen Kabel vom Typ 711 zum Vergleich herangezogen und stelle fest, dass sich daraus ein Unterschied von 10,- € errechnen lässt.

Gesamtkosten

Beim aktiven Lautsprecher stehen die Kosten für den Verstärker fest. Habe ich vor, nicht nur ein einzelnes Gerät (wie den Auralic Altair) an die Boxen anzuschließen, kommt der Preis für eine passende Vorstufe als Schaltzentrale noch hinzu.
Beim passiven Lautsprecher reichen die zu berücksichtigenden Kosten für den Verstärker von der Milchmädchenrechnung Null Euro (ich behalte meinen vorhandenen Verstärker) bis ins Unendliche.
Um aber auch hier eine Vergleichbarkeit für diesen Bericht herzustellen, greife ich bei der passiven Version auf den hauseigenen A901 zurück. So ist sichergestellt, dass beide Ausführungen auf gleich hohem Klang-Niveau spielen können.

Passiv:
7.998,- € Extreme III
11.498,- € A901
1.998,- € Auralic Altair
21.494,- € Gesamtkosten

Aktiv:
12.498,- € Extreme III
1.998,- € Auralic Altair
14.496,- € Gesamtkosten

Wer keinen Vorverstärker benötigt, der kann hier also bei der aktiven Box einen ordentlichen Batzen Geld sparen.

So viel zu den Fakten und theoretischen Überlegungen, mit denen wir jetzt wohl noch keine überzeugenden Gründe für oder gegen die eine oder andere Version gefunden haben.

Ich beginne meinen Hörtest mit der passiven Kette.

Margo Price, „Hands of Time“ vom Album „ Midwest Farmer´s Daughter“

Den Beginn des Stücks dominieren die Sechszehntel des Schlagzeugers auf dem geschlossenen HiHat und das Schlagen auf den Rand der Snare.
In beeindruckend dynamischer Weise wird der Bass gespielt. Das Anzupfen geschieht so dynamisch und wuchtig, dass man glaubt, es würde jeweils von der Basedrum begleitet. Die Gitarre ist überraschend weit rechts – noch neben dem rechten Lautsprecher zu hören.
Margos Stimme klingt kräftig – es ist nun einmal keine Flüster- und keine Hauchstimme, sondern mehr so eine klassische Country-Stimme, die es versteht, sich selbst in lauten Saloons Gehör zu verschaffen.
Es dauert keine 10 Sekunden, um beim Hören mitten in so einem Saloon zu sein.

David Munyon, „Leaving Moscow in a stolen Car“ vom Album „Clark“

Ein Mann, ein Pferd – oder doch eher eine Stimme, eine Gitarre.
Während man die Mikrofonaufstellung für die Gitarre sicher kritisieren kann, beeindruckt die Aufnahme mit einer überaus realistischen Wiedergabe des Gesangs. Wer erfahren will, was es bedeutet, wenn jemand sagt:  „Man kann dem Sänger in den Mund fassen“ oder ähnliches, der muss sich diesen Titel mal über die Extreme III von Progressive Audio anhören.
Hier wirkt absolut gar nichts künstlich oder unnatürlich. Hier will man einfach nur die Augen schließen und Musik genießen, als erlebe man David Munyon live auf einer ganz kleinen Bühne.

Jilette Johnson, „In Repair“ vom Album „All I ever see in you is me“

Ganz im anfänglichen Stil von Cowboy Junkies empfängt uns Jilette Johnson in diesem Titel mit einer Gänsehaut-Atmosphäre und genau so einer Gänsehaut-Stimme.
Wer das Album durchhört, den beschleicht vielleicht schon so eine Ahnung, dass es in den RCA-Studios in der Nähe von Nashville aufgenommen wurde. Genau dort, wo auch Dolly Pardon ihre Aufnahmen machen ließ.
“In Repair” setzt links mit einem „schwingenden Piano“ ein – und über den gesamten Titel hinweg kommt nicht ein einziges mal ein Zweifel darüber auf, wo es steht und wie groß es ist.
Beim Schlagzeuger hat man zum Glück darauf verzichtet, jeder einzelnen Trommel und jedem Becken ein eigenes Mikro zu gönnen, um jede Tom nach Gutdünken im Raum verteilen zu können. Stattdessen befindet es sich schön nach hinten versetzt in der Mitte und bleibt dort auch als Einheit hörbar.
Je mehr Titel man von diesem Album hört, umso überzeugter ist man davon, dass das RCA-Studio hier mal wieder eine Sängerin aufzeichnen durfte, die der großen Dolly Pardon in nichts nachsteht.

Kari Bremnes, Byssan Lyll vom Album Go Gatt Vol.1

Kari Bremnes ist eine „audiophile Institution“ und der Titel Byssan Lyll, ursprünglich vom Album Svarta Björn, fast schon eine Legende. Hier auf diesem Album hören wir eine neue Interpretation von ihr mit einer sehr spärlichen Begleitung, die von dem Sound der stark im Klang veränderten Instrumente lebt. „Kari auf dem Schrottplatz“ nannte einer unserer Kunden dieses Stück recht treffend.

Räumlichkeit, Ortbarkeit, Dreidimensionalität und Authentizität dieser Aufnahme sind schlicht und ergreifend außergewöhnlich und ein sehr überzeugendes Beispiel dafür, wie man heute Musik spannend aufnehmen kann.
Die Extreme III „schenkt“ uns förmlich diesen Titel mit allem, was im Tonstudio eingespielt wurde. Und wenn ich schreibe „mit allem“, dann meine ich hier auch „mit allem“.
Karis Stimme wird derart authentisch abgebildet, dass man ihr fast intim nahe kommt. Lippen, Zunge und Spucke im Mund erlebt man, wie man es wohl sonst nur während eines Techtelmechtels erleben kann.
Froh über etwas mehr Abstand ist man dann aber ab etwa 2:19, wenn ein gigantisches Fell einen unglaublich tiefen Bass in den Raum hinein pulsieren lässt.
Mit einer überzeugenden Souveränität produziert die Extreme III die Dynamik metallischer Geräusche und das mächtige Schwingen abgrundtiefer Bässe, während sie uns ganz am Ende des Titels noch einmal die Zusammenhänge zwischen Karis Stimme und dem Aufnahmeraum „erklärt“.

Fazit Hörtest Progressive Audio Extreme III – passiv

So weit, so gut, so faszinierend.
Der erste Durchgang dieses Tests brachte für mich jetzt keine Überraschungen, sondern bestätigte meine Erfahrungen mit dieser Box und rechtfertigte erneut meine Entscheidung, meinen Kunden in dieser Preisklasse genau diesen Lautsprecher zu empfehlen.

Beim Abschalten des A901 und Umstöpseln des Altair beschlich mich deshalb das Gefühl, dass es jetzt gleich im zweiten Durchgang schwer werden könnte, eindeutige Klangunterschiede heraus zu hören.

Hörtest Teil zwei – Progressive Audio Extreme III – aktiv

Margo Price, „Hands of Time“ vom Album „ Midwest Farmer´s Daughter“

Ich sitze da, höre den Titel und  – ich weiß nicht, was ich denken soll, schreiben soll.
Das Problem, keinen Unterschied zu hören, stellt sich hier jedenfalls nicht.
Doch es ist nicht so wie ein Vergleich zwischen einem schlechteren und einem besseren Lautsprecher, bei dem die Stimme mal natürlich klingt und mal nicht, die Instrumente mal falsch und mal richtig abgebildet werden.
Es ist vielmehr so, wie einmal draußen vor dem Saloon zu stehen und einmal drin zu sein.

David Munyon, „Leaving Moscow in a stolen Car“ vom Album „Clark“

Auch hier beschleicht mich wieder das Gefühl, einfach in den Aufnahmeraum hinein gegangen zu sein. Und es ist auch wieder nicht so, dass die Gitarre einen anderen Klang angenommen hätte. Davids Stimme bleibt ebenfalls identisch zur ersten Präsentation. Irgendwie hat sich eigentlich überhaupt gar nichts verändert. Ich bin einfach nur in den Aufnahmeraum hinein gegangen.

Jilette Johnson, „In Repair“ vom Album „All I ever see in you is me“

Sprach ich bei der passiven Extreme III von Gänsehaut? Wirklich?  Mh.
Und wie nennt man dann die Steigerung von Gänsehaut?
Ich weiß es auch nicht. Mit der passiven Extreme III habe ich Jelette zugehört, mit der aktiven Extreme III kann ich sie beobachten. Seltsam – äußerst seltsam.

Kari Bremnes, Byssan Lyll vom Album Go Gatt Vol.1

Nichts kommt dazu – nichts geht verloren. Nichts wird wirklich anders.
Wieder ist man „einfach nur dabei“. Mit Kari Bremnes gemeinsam auf dem Schrottplatz. 🙂
Muss man einfach erlebt haben.

Fazit Hörtest Progressive Audio Extreme III – aktiv

Zweifelsohne ist dies die Zwillingsschwester der passiven Extreme III. Und definitiv sind es eineiige Zwillinge, die man kaum auseinander halten kann.
Und doch dürfte wohl tatsächlich niemand ein Problem damit haben, zu erkennen, welche der beiden Versionen gerade musiziert, wenn er sie erst einmal beide gehört hat.

Wer in einem passiven System festhängt, weil er einen hervorragenden Verstärker besitzt, der muss nicht mit seinem Schicksal hadern. Doch wer in seiner Entscheidung noch frei ist und gerade einen neuen Lautsprecher sucht, der sollte sich unbedingt beide Versionen anhören, denn es könnte sein, dass er kurz vor einem Systemwechsel steht.

Ich jedenfalls bin froh und glücklich, diese beiden Ausnahmelautsprecher in meinem Studio vorführen zu können und lade Sie gerne zu einem persönlichen Hörvergleich ein.

 

Aktivboxen – neues Spiel, neues Glück?

Aktivboxen – neues Spiel, neues Glück?

Aktivboxen – neues Spiel, neues Glück?

Aktivboxen – neues Spiel, neues Glück?

In diesem Bericht „Aktivboxen – neues Spiel, neues Glück?“ will ich darüber schreiben, wieso es die Aktivboxen bisher so schwer hatten und warum sich das möglicherweise jetzt ändern könnte.

Wie viele HiFi-Freaks muss man befragen, um einen einzigen unter ihnen zu finden, der bereits Aktivboxen betreibt?
Antwort:  Viele!

Wie viele gute Aktivboxen haben Sie persönlich schon gehört?
Antwort: Wenige? Gar keine?

Woran liegt das?

An den Kunden, die nie wirklich über dieses Thema nachgedacht haben?
An den Händlern, die sich keine Ware hinstellen, die sich nicht schnell genug „dreht“?
An den Herstellern, die nicht gegen Windmühlen ankämpfen wollen?
An etwas ganz anderem?

Nun, ein Grund liegt sicher darin, dass wir als Besitzer einer HiFi-Anlage gerne immer nur einzelne Komponenten austauschen, damit es nicht „auf einen Schlag“ so teuer wird.
Zudem tauschen wir unsere Komponenten ja auch nur dann aus, wenn

  1. die alte kaputt ist, oder
  2. wir etwas gelesen haben, was uns zu einer neuen hinzieht.

Aber auch dann interessieren wir uns immer noch nur für diese eine Komponente und nur die wollen wir austauschen.
Der Umstieg auf Aktivboxen verlangt aber nach einem Systemwechsel – und davon halten wir nicht viel.
Das Angebot an Aktivboxen ist zudem sehr klein,
daher gibt es auch nur wenige Testberichte in den Zeitungen,
und beim Händler sucht man Aktive sowieso vergeblich.

Ein Teufelskreis

“Man muss sich mit Aktiv-Lautsprechern befassen, bevor man sein Geld in das passive System gesteckt hat!”

Doch wie soll das gelingen?
Wenn man es schon nicht schafft, echte HiFi-Freaks zum Wechsel auf aktive Systeme zu bringen, wie will man dann „blutige Anfänger“ dazu kriegen, von Anfang an alles richtig zu machen?

Und immer wenn Du denkst, es geht nicht mehr, dann kommt von irgendwo ein Lichtlein her.

Verzeihen Sie mir bitte diese seichte Überschrift, aber nachdem ich zunächst so eine Weltuntergangs-Stimmung erzeugt habe, konnte ich der Verlockung einfach nicht widerstehen, Sie und mich wieder ein wenig emotional aufzubauen.

Denn während Hersteller und Händler seit Jahrzehnten nach Auswegen und Lösungen suchen, sind es die Kunden selber, die gerade „so ganz nebenbei“ einen Weg hin zum Aktivlautsprecher gefunden haben.

Und dieser Weg führt sie über das Thema Streaming hin zur Aktivbox.

Nein, ich will jetzt nicht vom Hund auf den Floh kommen und über das Thema Streaming habe ich ja auch schon hinreichend berichtet. Ich will vielmehr beschreiben, was ich gerade in meiner Kundschaft beobachte und was mich dazu veranlasst hat, mir jetzt nach einer 25 Jahre andauernden Aktiv-Abstinenz auch selber wieder eine Aktivbox ins Studio zu stellen.

Seit etwa 2 Jahren, also mit der Aufnahme der Auralic-Produkte in unser Portfolio, haben die Fragen unserer Kunden einen ganz neuen Inhalt bekommen.
Wer sich einen guten Streamer zugelegt hat, hört zuhause, was er vorher für unmöglich gehalten hat. Das Ding klingt besser als sein CD-Spieler.

Gleichzeitig entdeckt er die Welt von Qobuz und/oder Tidal und ist von den vielen Möglichkeiten begeistert.

Mit dem Tablet in der Hand reist er musikalisch durch Zeit und Raum; lernt Künstler kennen, von denen er noch nie etwas gehört hat; entdeckt neue Titel von seinem Lieblingsinterpreten und kann sich durch genre-bezogene Playlists hören, die von professionellen Musikredakteuren erarbeitet worden sind.

Die ganze Welt der Musik in unserem Wohnzimmer und das in Masterband-Studio-Qualität. 

Doch was passiert dann?
Man beschließt, dass man die eigenen CDs nicht mehr braucht. Die paar Scheiben, die man im Portal nicht finden kann, die sind schnell gerippt und klingen seltsamerweise danach sogar besser als vorher. Schon wandern alle CDs in einen Umzugskarton und der in den Keller.
Da man mit dem Auralic auch Radio hören kann, wandert auch der Tuner in den Keller.
Jetzt stehen da im Wohnzimmer nur noch der Streamer und der Verstärker auf dem Rack.
Ein Rack – auf dem es leer geworden ist und das man jetzt eigentlich auch durch ein anderes Möbelstück ersetzen könnte, oder?
Man stellt sich also vor, wie toll es wäre, wenn dieser Verstärker jetzt auch noch verschwinden würde.
Man hätte nur noch diesen kleinen Streamer, der unauffällig auf irgendeinem Sideboard steht und natürlich die Lautsprecher – mehr aber nicht. Das wär´s!
Das wäre es wirklich!

Und genau das ist es!

Mit einem Paar Aktivboxen und einem Streamer lassen sich genau diese Wünsche in die Tat umsetzen.
Am Ende hat man viel weniger HiFi im Zimmer herumstehen – bei einem viel besseren Klang.

Er ist zufrieden – sie ist zufrieden.
Es sieht toll aus …
und so ganz nebenbei ist man vom passiven auf das aktive System umgestiegen.

Und das soll keine Zukunft haben?

Ich glaube da eher, wir erleben gerade eine echte Systemwende!
Denn die drei wichtigsten Kaufargumente aller Zeiten werden alle erfüllt:

Es sieht gut aus, es ist praktisch und es klingt gut!

Wenn Sie jetzt denken:  „Gut gebrüllt Löwe. Aber wie klingt das denn nun wirklich?“, dann werden Sie die Antwort auf Ihre Frage nirgendwo lesen können.
Die finden Sie ganz alleine bei einer eigenen Hörprobe!
… zu der wir Sie hiermit herzlich einladen.

Hören Sie bei uns einen überzeugenden Aktiv-Lautsprecher.
Hören Sie die Extreme III vom Essener HiFi-Spezialisten Progressive Audio.

Lesen Sie jetzt mehr über diesen Lautsprecher in meinem Bericht:
Progressive Audio, Extreme III, aktiv vs. passiv.

Und wenn Sie erst noch wissen wollen, wie sich denn Aktivboxen von Passivboxen unterscheiden, empfehle ich Ihnen unseren Bericht

Aktivlautsprecher vs. Passivblautsprecher

Aktivlautsprecher vs. Passivlautsprecher

Aktivlautsprecher vs. Passivlautsprecher

Aktivlautsprecher vs. Passivlautsprecher

Aktivlautsprecher vs. Passivlautsprecher

In diesem Bericht „Aktivlautsprecher vs. Passivlautsprecher“ gehe ich auf die Unterschiede zwischen diesen beiden Boxenarten ein.
Sollten Sie sich nach dem Lesen dieses Berichts fragen, wieso nicht viel mehr Aktivboxen angeboten werden, finden Sie vielleicht in meinem Bericht „Aktivboxen – neues Spiel, neues Glück?“ die Antwort darauf.

Grundwissen –  Der konventionelle Lautsprecher (aktiv/passiv)

Kennen wir heute auch eine Vielzahl an unterschiedlichen Lautsprecherkonstruktionen wie Hörner, Flächenstrahler, Plasma, Bändchen … , so ist der so genannte konventionelle Lautsprecher immer noch die am meisten vertretene Bauweise und wird es wohl auch bleiben.

Progressive Audio Extreme 3

Progressive Audio Extreme3

Beim konventionellen Lautsprecher befinden sich verschiedene Chassis („Membranen“) in einem Gehäuse.  Wir entdecken einen Hochtöner, einen Mitteltöner und einen Tieftöner, letzterer gerne auch Bass genannt.
Allen drei Chassis ist bis auf wenige Ausnahmen die gleiche Konstruktionsweise zu eigen.
Da wird die Membrane, die aus Pappe, Plastik, Keramik und vielem mehr bestehen kann, hinten an einer Spule befestigt, die sich innerhalb eines Magneten bewegt.
Damit sie sich bewegt, schickt ein elektronisches Gerät mit der Bezeichnung „Verstärker“ die Musik in Form von elektrischen Spannungen durch diese Spule.

Und damit jedes Chassis auch nur die Bewegungen macht, die es machen soll und machen kann, befindet sich in jedem Lautsprechergehäuse eine „Weiche“, die die tiefen Frequenzen zum Bass, die hohen zum Hochtöner und alles dazwischen zum Mitteltöner schickt.

 

 

Aber die Weiche ist gar keine Weiche!

Schiene

Schiene

 

Den Begriff Weiche kennen wir noch aus der Zeit, als wir mit unserer Eisenbahn gespielt haben.
Da wurde die Fahrtrichtung unsere Züge per Weichenstellung bestimmt.
Zugegeben, ich hatte nur einen Zug. Aber immerhin zwei Weichen!
Je nach Weichenstellung fuhr mein Zug entweder nach links oder nach rechts.

 

Und genau das ist eben bei einer Lautsprecherweiche anders.

Die Lautsprecherweiche schickt eben gerade nicht (!) die tiefen Töne zum Bass, die mittleren zum Mitteltöner und die hohen zum Hochtöner!
Vielmehr wird der eine Zug, also unser Musiksignal, in alle drei Richtungen geschickt.
Danach aber haben diese „drei Züge“ unterschiedliche elektronische Bauteile zu „durchfahren“.

Spulen

Fotolia_75715374 © salita2010

Der erste Zug wird durch eine richtig „fette“ Spule geschickt. Eine Spule ist ein aufgewickelter Draht und sie bildet einen elektrischen Widerstand.
Und zwar für unterschiedliche Frequenzen unterschiedlich stark.
Das führt dazu, dass die tiefen Töne die Spule relativ unbeschadet passieren können, während die hohen und die mittleren Töne so stark abgesenkt werden, dass sie beim Bass praktisch nicht mehr ankommen.

Der zweite Zug wird durch einen Kondensator geschickt. Auch dieses Bauteil stellt für unterschiedliche Frequenzen unterschiedliche Widerstände dar. Nur ist es bei ihm so, dass eben die hohen Töne fließen dürfen und die mittleren und tiefen nicht.

Damit der Mitteltöner weder die hohen noch die tiefen Töne zugeleitet bekommt, muss der dritte Zug eine Strecke durch eine Spule und (!) durch einen Kondensator nehmen.

Und jetzt müssen wir uns vor Augen führen, dass sich all diese elektronischen Bauteile zwischen dem Verstärker und den Chassis befinden – also im (!) Signalweg – was wohl die Musik sicher nicht „besser machen kann“, oder?
Und es kommen sogar noch weitere Bauteile hinzu, frei nach dem Motto:

Schlimmer geht immer!

Wir dürfen nicht vergessen, dass unsere drei Chassis unterschiedliche Empfindlichkeiten besitzen. Das hat jetzt nichts damit zu tun, wie schnell sie „beleidigt“ sind, sondern sagt nur aus, wie laut sie ein definiertes Musiksignal wiedergeben können.
Da wir in einem passiven System das leiseste Chassis nicht lauter machen können, müssen wir also die lauteren Chassis leiser machen.
Das erreichen wir durch zusätzliche Widerstände.
Doch ein Widerstand ist wieder so ein Bauteil, das wir ja eigentlich am liebsten gar nicht im Signalweg hätten.

Hier und da findet man immer mal wieder Lautsprecher-Entwickler, die die Weiche einfach ganz fehlen lassen und nach dem Motto verfahren, dass die Chassis schon nichts wiedergeben werden, was sie nicht wiedergeben können.
Lautsprecher darf man eben einfach so entwickeln wie man will.

Es gibt keine Normen

Selbst Profis entwickeln noch heute ihre Boxen je nach Gusto. Wodurch Exemplare entstehen, die sehr viel Verstärkerleistung benötigen (= mit niedrigem Wirkungsgrad) und andere, denen ein paar wenige Watt im einstelligen Bereich völlig ausreichen (= mit hohem Wirkungsgrad).
Genau das ist die Rechtfertigung dafür, dass es eben auch unterschiedlich starke Verstärker geben muss.

Doch alle tappen im Dunkeln!

Weder der Lautsprecher-Entwickler, noch der Hersteller eines Verstärkers weiss während der Entwicklungszeit, mit welchem “Partner” die fertigen Komponenten es zu tun bekommen werden.
Man entwickelt also eine „elektronische Hälfte“, ohne die andere Hälfte zu kennen.

In der Praxis ist es also wie beim Kaufen von Kleidungsstücken. Irgendwie finden wir Teile, die uns „ganz gut“ passen und die auch noch recht gut zusammen passen. (Aus unserer Sicht)
Aber  es gibt auch immer wieder ziemlich unmögliche Kombinationen, oder?
Im HiFi-Bereich werden da auch mal Kraftprotze an Boxen mit sehr hohem Wirkungsgrad betrieben und 10 Watt Trioden an wattfressenden geschlossenen Gehäusen.

Für jedes Chassis auch noch eine Extrawurst?

Und – wie wir es oben ja bereits schon einmal erfahren haben – müssten wir uns am Ende auch noch fragen, ob wir denn jetzt eigentlich den genau passenden Verstärker für den Hochtöner suchen, für den Mitteltöner oder für den Bass.

Kaufen wir doch einfach drei Verstärker!

Dieses Problem hat man schon in den 70-er und 80-er Jahren zu lösen versucht und damals Aktivweichen entwickelt. Diese befanden sich zwischen dem Vorverstärker und den 2-3 Endverstärkern, die dafür erforderlich waren.
Es sollte sich aber zeigen, dass es selbst dafür sehr schwierig war, die richtigen Verstärker zu finden.
Mark Levinson ging noch einen Schritt weiter und versorgte bei seinem HQD-System gleich drei verschiedene Lautsprecher-Systeme über drei Paar ML2 (also sechs Monoblöcke) aus eigener Entwicklung.
(HQD = Hartley, Quad-Electrostatic, Decca)
Fotobeispiel unter folgendem Link:
https://www.stereophile.com/content/mark-levinson-hqd-loudspeaker-system

Doch auch er versuchte letztlich nichts anderes, als einzelne Kleidungsstücke „von der Stange“ bestmöglich zu kombinieren.
Erfolgsversprechender scheint es da doch zu sein, wenn sich die Entwickler der Elektronik und der Lautsprecher kennen und zusammenarbeiten.
Und wenn die dann auch noch für jedes Chassis einen eigenen Verstärker bauen, dann dürfte es doch gut werden, oder?

Genau das ist das Geheimnis eines guten Aktiv-Lautsprechers.

Und wenn es sich bei dem Hersteller um einen echten Profi handelt, dann arbeitet er sogar Hand in Hand mit den Chassis-Produzenten. Denn immer wieder wird er feststellen, dass manche Optimierungen nur dann erreicht werden können, wenn die verwendeten Chassis angepasst werden.
Hierzu sollte man aber schon einiges „auf dem Kasten haben“.
Und über diese Kompetenz muss der Entwickler von Aktivlautsprechern auch noch auf zwei Gebieten verfügen, die man in der Branche eigentlich gerne strikt voneinander trennt.
Er muss sowohl im Bereich der Akustik und der Boxenentwicklung als auch im Bereich der Elektronik zuhause sein und beides zusammenbringen können.

Damit haben wir wohl einen der Gründe dafür gefunden, wieso uns der Markt eine ziemlich geringe Auswahl an wirklich brauchbaren Aktiv-Lautsprechern bietet.

Sie meinen, es gibt doch eine ganze Menge Aktivboxen?

Ja, sicher. Neben unserem Computer und vielleicht auch neben unserem Fernseher stehen möglicherweise Boxen, die uns als Aktivboxen verkauft wurden.
Richtig ist bei diesen Boxen aber nur, dass der Verstärker in eines der Boxengehäuse eingebaut wurde, um einen zusätzlichen „Kasten“ einzusparen.
Aktiv im Sinne der High-Fidelity ist da nichts. Zu entlarven sind diese „falschen Aktivboxen“ leicht daran, dass der Verstärker nur in einem der Gehäuse sitzt und die zweite Box über ein gewöhnliches Lautsprecherkabel angesteuert wird.
Bei einem „echten“ Aktivlautsprecher verfügen aber beide Boxen über eine integrierte Elektronik und diese besteht aus so vielen Modulen, wie die Box „Wege“ hat. Ein „Weg“ wird aus einem oder mehreren identischen Chassis gebildet.

Wie betreibt man denn jetzt so einen Aktivlautsprecher?

Man muss bedenken, dass der Endverstärker bereits im Lautsprecher fest verbaut worden ist. Besitzen wir einen Vollverstärker, können wir prüfen, ob der einen Vorverstärker-Ausgang hat. Wenn nein, werden wir den Vollverstärker nicht zusammen mit unseren Aktivboxen verwenden können.
Stattdessen brauchen wir dann einen reinen Vorverstärker als Umschaltzentrale. An diesen Vorverstärker schließen wir alle unsere Quellgeräte an. CD-Player, Tuner und was wir noch so alles besitzen und betreiben wollen.

Folgt man dem derzeitigen Trend, dann kann man aber mit einem Aktivlautsprecher noch einen großen Schritt weiter voran kommen. Lesen Sie mehr darüber in meinem Bericht:

Aktivboxen – Neues Spiel, neues Glück?

Und wenn ich es jetzt geschafft haben sollte, Sie so richtig neugierig auf Aktivboxen gemacht zu haben, dann können Sie in meinem Bericht  „Progressive Audio Extreme III, aktiv vs. passiv“  noch mehr über zwei außergewöhnliche, gleiche und doch unterschiedliche Lautsprecher-Paare lesen.

Ich wünsche Ihnen viel Kurzweil dabei!
Ihr Wolfgang Saul.

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