Auralic Aries Mini Teil 2

Auralic Aries Mini
 Auralic Netzteil

Auralic Aries Mini – Hörtest Teil 2

Den ersten Teil zu diesem Bericht finden Sie unter:   Link zum Teil 1

Endlich hatte ich Zeit, das „Spezial-Netzteil“ von Auralic auszuprobieren.
Herr Zingel vom Auralic-Vertrieb hat mir versichert, dass dieses Netzteil immer dann nicht (!) erforderlich ist, wenn man den Mini als reines Streaming-Gerät verwendet und das Wandeln der digitalen in analoge Signale einem externen Wandler überlässt.

Da ich das nicht vor hatte, schloss ich also sowohl das Spezial-Netzteil als auch das mitgelieferte Steckernetzteil an die gleiche Verteilerleiste an und beide Klinkenstecker lagen somit für einen Vergleich parat.

Wer sich Gedanken darüber machen will, wie sinnvoll es sein kann, einen Streamer für 499,- € mit einem Netzteil für 299,- € zu betreiben, der muss das jetzt noch schnell machen, denn nach dem Hören wird es für solche Überlegungen keinen Platz mehr geben.

Aber der Reihe nach.
Noch einmal kurz in den Auralic Aries Mini mit dem mitgelieferten Steckernetzteil hineingehört und schon heißt es Stecker raus und den anderen Stecker rein.
Hier schwebt jetzt natürlich die Frage im Raum, was denn dadurch wohl netzwerktechnisch geschehen wird. Findet der Mini das WLAN-Netz wieder? Findet der Mini meine Bibliotheken wieder? Findet er mein iPAD und umgekehrt?
Die eintönige Antwort auf alle Fragen lautet: Ja.
Es dauert nicht einmal eine Minute und alles ist genau so wie vorher.
Bis auf eine Sache!
Der Zugewinn in der Wiedergabe ist deutlich genug, um keinen A/B-Vergleich zu brauchen, den ich sowieso grundsätzlich nicht mag.
Da ist mehr Körper, mehr Raum, mehr Volumen, … es ist einfach von allem mehr.

Am Ende bleiben damit dann nur zwei Fragen:
Die erste lautet:  Wieso gehört dieses Netzteil nicht grundsätzlich zum Lieferumfang?
Die zweite lautet: Gibt es wirklich so viele Besitzer eines Auralic Mini, deren Anlage den Klangunterschied nicht hörbar machen würde?

Ich meine – entweder hat man einen Mini – weil der so toll klingt – dann hat man auch die dazugehörige Anlage, oder man hat so eine Anlage gar nicht, dann reicht auch ein Streamer für 200,- €, oder?
Also – eigentlich könnte ich den Bericht hier bereits mit folgender Aussage enden lassen:
Wer den Mini aus klanglichen Gründen gekauft hat und seinen internen Wandlerbaustein nutzt, der kommt ohne das Netzteil überhaupt nicht aus! Ein Zurück zum Steckernetzteil ist nach einer Hörprobe völlig ausgeschlossen!

Doch der Bericht ist hier noch nicht zu Ende – denn jetzt wird er erst mal so „richtig bekloppt“ !!

Und das kam so:
Während ich mir den Mini mit dem Super-Netzteil anhörte, schaute ich auf die Kaltgerätebuchse eines Stromkabels von Progressive Audio, um genau zu sein, von einem Power One. Den Stecker hatte ich von einem CD-Player abgezogen, um an die Verteilerleiste zu kommen.

Auralic Netzteil mit Kabel

Auralic Netzteil mit Kabel

Es dauerte eine Weile, doch dann war da auf einmal folgende Frage in mir: „Würde man es hören können, wenn ich jetzt dieses Power One an das Super-Netzteil anschließen würde?“
Das Super-Netzteil hat ja eine Kaltgerätebuchse als Stromeingang – mechanisch passen würde es also.
Aber kann ein Kabel von rund 1.000,- € preislich zu einem Netzteil für 299,- € passen, das dann einen Streamer für 499,- € beliefert? Nein, ganz bestimmt nicht!
Ich denke, wir sind uns alle darüber einig, dass das „völlig Banane“ wäre!

Aber geht es hier darum, was denn wohl klug und was schlau wäre?
Machen wir High-Ender nicht permanent Sachen, die „völlig Banane“ sind?
Geht es hier nicht eigentlich darum heraus zu finden, ob so ein Auralic Aries Mini klanglich zu „pimpen“ ist und wenn ja, dann wie und womit?
Und genau das habe ich getan.
Ich bin aufgestanden, habe das Progressive Audio Power One mit dem Netzteil verbunden, eine Minute brav gewartet und dann wieder hineingehört.
Sie ahnen, was passiert ist?
Sie glauben es mir aber nicht?
Ich gestehe es Ihnen zu!

Was da zu hören war, das gehört unbedingt in das Märchenbuch der High-Fidelity.
Und weil ich genau weiß, dass die allermeisten Leser mir hier ab sofort kein Wort mehr glauben werden, schreibe ich auch gar nicht mehr viel.
Nur noch das:
Wenn Sie in Ihrer Kette gute Stromkabel verwenden und eines davon gerade nicht brauchen, also z.B. das vom CD-Player oder so, dann schließen Sie es einfach mal an dieses Super-Netzteil an und hören Sie mal ganz kurz hinein.
Wenn Sie keinen Unterschied hören, dann seien Sie froh, stecken Sie einfach wieder das mitgelieferte Stromkabel in das Netzteil und alles ist gut.
Ich prophezeie Ihnen aber, dass Sie das Kabel am Mini lassen und Ihrem CD-Player ab sofort das Billig-Stromkabel zuteilen werden.

Falls Sie das ja nun auch wieder nicht fertig bringen und für den CD-Player ein weiteres gutes Stromkabel suchen, melden Sie sich doch einfach bei mir. Ich hab da was für Sie!
Vielleicht das Furutech FP314Ag?
Für rund 200,- Euro schalten Sie damit die „Fehlerursache Stromkabel“ einfach ab.

Fazit:
Wer sich einen Auralic Aries Mini gönnt und den internen DA-Wandler benutzt, der braucht dieses Super-Netzteil mit einem gescheiten Stromkabel dran.
Alles andere ist “Perlen vor die Säue geworfen”.
Denn dann reicht auch ein Streamer für ganz kleines Geld.

AURALiC Mini

AURALiC Mini

Oder:  … wenn nicht sein kann, was nicht sein darf.

Lesen Sie hier einen Bericht über den Streamer „AURALiC Mini“ –
aber auch etwas darüber, wie eine CD gelesen wird,
über das Streamen an sich,
über das Rippen von CDs,
über Musik-Portale und über HighResAudio-Downloads.
Kurz: Lesen Sie etwas darüber, wie das Musikhören der nächsten Jahre aussehen könnte.

Und sorry!  Der Bericht ist mal wieder “etwas länger” geworden.

Früher –

da haben wir uns doch tatsächlich Widerstände angehört!
Nein – keine politischen Parolen!
Sondern diese kleinen elektronischen Bauteile meine ich.

Sie hatten alle den gleichen Wert, sagen wir mal 30 Ohm.

30 Ohm sind 30 Ohm sagen Sie? Korrekt!
Aber erstens gibt es Toleranzen und zweitens gibt es Klangunterschiede.
Oder genauer:
Unterschiedliche Qualitäten führen zu unterschiedlichen Klangergebnissen.

„Military Quality“ –  das höchste der Gefühle!?
Jedenfalls nicht selten – genau die richtige Wahl!

Heute –

halte ich eine meiner Lieblings-Test-CDs in der Hand (Just Friends von LA4) – aber nicht, um sie gleich in einen sündhaft teuren CD-Player zu stecken, der mit „per Gehör selektierten Widerständen in Military-Quality“ vollgestopft wurde, sondern um sie in den externen Billig-DVD-Brenner zu stecken, der an meinem MAC angeschlossen ist.

Der Grund ist:
Ich soll das tun, um ihr zu noch besserem Klang zu verhelfen!

Haben Sie gerade lauter Fragezeichen vor den Augen?
Hatte ich auch!
Ich soll diese CD auf Geheiss eines guten Bekannten „rippen“, also mit einem Computer einlesen.
Die gerippte CD soll ich mir dann über den AURALiC Mini, einem Streamer für 499,- € Ladenpreis anhören –

… und ab dann angeblich die Welt nicht mehr verstehen – sagt er.

Ich verstehe sie jetzt schon nicht mehr.

Und was hat es eigentlich mit diesem AURALiC Mini auf sich?

Kaum jemand aus der Szene, ob Hersteller oder Vertreter, der in letzter Zeit nicht erwähnt hätte, dass er sich auch diesen AURALiC Mini angeschafft hat, anschaffen will …

Hab ich einen Trend verpasst? Ist da was völlig an mir vorbeigegangen?

Nun – jetzt nicht mehr, denn vor mir steht:  Ein AURALiC Mini!

Gehört das Runde wirklich in das Eckige?

Alles in mir wehrt sich immer noch dagegen, diesen audiophilen Silberling in diesen „Billigbrenner“ schieben zu müssen.
Aber ich überwinde mich.

Beim Rippen entziehe ich mich zunächst noch jeder berechtigten oder unberechtigten Diskussion über die weltbeste Ripp-Software und das weltbeste digitale Format und nutze stattdessen für diesen Test einfach die Bordmittel meines Betriebssystems.
Und die heißen in meinem Fall „iTunes“.
In angenehm kurzer Zeit sind alle Titel der CD gerippt und liegen mir nun als AIFF-Dateien vor.
Diese schiebe ich auf einen USB-Stick und den stecke ich hinten in den besagten AURALiC Mini  … und starte die Musik.

… und was ich jetzt höre, das haut mich tatsächlich vom Hocker! Ganz ehrlich!

Das ist nicht nur „ganz gut für 500,- Euro“ – es ist erstaunlich gut!
Nein, natürlich nicht so gut, dass wir jetzt alle unsere Plattenspieler oder edlen CD-Player wegschmeißen müssen, aber doch erheblich besser, als es eine solche Geldausgabe erwarten lassen würde.

Kann das sein?
Darf das sein?

Was genau ist der AURALiC Mini eigentlich?

Der AURALiC Mini ist ein Streamer.
Also ein Gerät, das digitale Dateiformate lesen, oder Musik aus dem Internet holen und wiedergeben kann. Gleichgültig, ob sie nun von einem Internet-Radio-Sender stammt, von der eigenen Festplatte kommt oder von einem Streaming-Portal.

Der Mini kann dabei eine überzeugend große Anzahl an Datei-Formaten lesen, jedenfalls alle, die zurzeit in audiophilen Kreisen angesagt sind und die, die noch angesagt sein werden – in ein paar Monaten oder Jahren vielleicht.

Er ist natürlich nicht der einzige Streamer auf dem Markt!
Schon unter 100,- Euro sind einige seiner Mitbewerber zu haben. Aber ihre Preise schrauben sich auch gern schon mal in luftige Höhen.

Um mit einem Streamer Musik hören zu können, brauchen wir auf jeden Fall noch einen D/A-Wandler. Denn der Streaming-Part öffnet ja praktisch nur die Datei. Im nächsten Schritt muss die digitale Information in eine analoge umgewandelt werden, damit wir sie hören können.
Auch D/A-Wandler gibt es in allen Preisklassen.
Welche Kombi ist hier wohl sinnvoll?
Das vermag ich jetzt noch nicht zu sagen, ich kenne den Mini ja noch gar nicht richtig.
Ich nutze deshalb erst einmal den analogen Ausgang des Minis, also seinen internen D/A-Wandler. Und selbst der macht seine Sache schon überzeugend gut!

Kann das sein?
Darf das sein?

Lassen sich nun CDs in einem Billig-Computerlaufwerk veredeln?

Zurück zu meiner CD.
Gibt es wirklich einen Trick, sie mit dem DVD-Brenner „veredeln“ zu können?
Nun, in gewisser Weise schon. Lassen Sie mich das erläutern.

Ausgangspunkt ist natürlich unsere CD, denn auf ihr ist ja die Musik gespeichert.
Die für alle CDs gültigen „technischen Daten“ lauten 44,1 kHz bei 16 Bit. Das ist das Maximum an Qualität, was wir von einer üblichen Musik-CD erwarten können.
Und selbstverständlich kann jeder CD-Player diese Datenmenge auch verarbeiten.

Die Anforderungen steigen – endlich!

In letzter Zeit jedoch wird die Forderung immer lauter, digitale Musik-Dateien mit besseren Werten zu verwenden, also z.B. mit 96 kHz bei 24 Bit. Manche fordern 192 kHz oder gar 384 kHz bei 32 Bit, was andere wieder für völligen Unsinn halten.

Eines haben die neuen Dateien jedoch sowieso gemeinsam:
Es passt nicht mehr genug Musik auf eine CD.
Um so große Dateien verkaufen zu können, muss nach einem neuen Vermarktungsweg gesucht werden, wobei sich wohl ein Download als beste Lösung erweist.

Und das ist jetzt irgendwie doppelt und dreifach doof.

Denn die Zielgruppe mit der größten Kaufkraft, also die Ü50-, wenn nicht sogar die Ü60-Generation – die steht zum großen Teil immer noch mit allem auf dem Kriegsfuß, was mit Computern, Tablets oder Smartphones zu tun hat.
Die will immer noch etwas „im Laden kaufen und mit nach Hause nehmen“.

Die jüngere Generation hat einerseits nicht genug Kohle – und andererseits auch keinen Anspruch mehr an die Musik-Qualität.
Genau diese „nachwachsende Zielgruppe“ hat man sich nämlich in den letzten 30 Jahren regelrecht versaut. Ihr hat man erzählt, dass man 90% der Musik einfach weglassen kann, weil wir angeblich sowieso nur 10% hören.

Wie will man diese Generation jetzt wieder für eine gute Musikwiedergabe gewinnen?

Nun, wir dürfen gespannt sein, was die Industrie sich da einfallen lässt.

Der gerade aufkommende und immer stärker werdende Trend, Original-Masterbänder in HighResAudio-Qualität anzubieten, ist dabei aus meiner Sicht ganz bestimmt ein guter Anfang! Erhöht dies doch den Druck auf die Tonstudios, mal wieder richtig gut aufgenommene Musik zu produzieren.

Zurück zu meiner CD:

Wie genau veredelt man sie denn nun mit so einem Billig-DVD-Brenner?

Die Antwort: Selbst der billigste DVD-Brenner kann möglicherweise „mehr Qualität“ von einer CD holen, als es der beste CD-Player vermag.

Dem HiFi-Vertreter bereiten nämlich die Stellen auf der CD echte Probleme, die er nicht “in Echtzeit” korrekt lesen kann. Ihm ist es nicht gestattet, diese „schwierigen Stellen“ einfach so lange neu zu lesen, bis er weiß, was dort für Informationen vorhanden sind!
Ähnlich wie ein Musiker in einem Orchester, der sich vertan hat, kann auch er nicht einfach “wieder zurück” und es erneut spielen, sondern Musiker wie auch CD-Player müssen so tun, als hätte es den Fehler nicht gegeben, damit der Musikfluss nicht unterbrochen wird.

CD-Player haben eine “künstliche Intelligenz”.

Der CD-Spieler besitzt hierfür so etwas wie eine „künstliche Intelligenz“ und füllt problematische Stellen einfach mit einem „ähnlichen Musikmuster“ aus.
Ein zum Original „ähnliches Musikmuster“ kann aber nicht authentisch sein, sondern wirkt sich immer klangverschlechternd aus.

Ein an den Computer angeschlossenes CD-ROM-Laufwerk nimmt jedoch beim Rippen der CD keine Rücksicht auf den Musikfluss.
Seine Aufgabe besteht darin, dem Computer die Daten der CD so korrekt und vollständig wie möglich zu übermitteln.
Wenn Stellen nicht eindeutig gelesen werden konnten, dann wird der Lesevorgang eben wiederholt – zur Not auch etliche Male – bis man die Information mit einer ausreichend hohen Genauigkeit erfasst hat.

Musik zu hören, ist mit diesem Verfahren undenkbar.

Hinweis:
Natürlich kann man auch mit einem CD-ROM-Laufwerk eine Musik-CD abspielen und dabei anhören, aber in dem Moment, da wir den „Player“ starten, wird aus dem CD-ROM-Laufwerk ebenfalls ein  „ganz normaler“ CD-Player, der sich genau so „intelligent“ die fehlenden Musikbereiche ausdenken kann und muss.

Wer jetzt glaubt, eine neue oder gut gepflegte CD hätte keine „Problemstellen“, der irrt sich!
Genau genommen, ist sogar die komplette CD eine einzige Problemstelle.

Schauen wir uns mal an, was beim Lesen einer CD geschieht.

Ein CD-Laufwerk schickt einen Laserstrahl in Richtung CD und misst mit einem Sensor die Menge des reflektierten Lichts. Die Oberfläche der CD wirkt wie ein Spiegel. Die Menge des reflektierten Lichts ist deshalb entsprechend hoch und der Sensor interpretiert diesen Zustand als den digitalen Wert „Null“.

Auf der CD befinden sich aber auch kleine „Hügel“ (die „Pits”), die den Laserstrahl in alle Richtungen zerstreuen und die zusätzlich durch die gewählte Höhe dafür sorgen, dass sich die reflektierten Wellen mit den ausgestrahlten Wellen auslöschen (Berg auf Tal, Tal auf Berg – Sie wissen schon).

Kommt zu wenig Licht beim Sensor an, interpretiert er diesen Zustand als den digitalen Wert „Eins“.
Schauen Sie sich zur Erklärung einmal folgende Zeichnung an. Die Wellenlinie zeigt die Menge des reflektierten Lichts an.

Sensor erkennt eine “Null”

In der nebenstehenden Zeichnung sehen Sie die Phase, in der der Laserstrahl auf die spiegelnde Fläche trifft.

100%

Sensor erkennt eine “Eins”

Nebenstehend sehen Sie die Phase, in der der Laserstrahl auf ein Pit trifft.

Eins

Sensor erkennt einen Wechsel

Der Wechsel zwischen spiegelnder Oberfläche und Pit findet nicht „rechteckig“ statt, sondern es gibt ein Auf und Ab, weil sich ein Pit nun einmal erst komplett unter den Laserstrahl bewegen muss und ihn danach ja auch „fließend“ wieder verlässt..

50%

Es entsteht eine analoge Lichtwelle

Der Sensor im Laufwerk „sieht“ eine an- und absteigende Lichtmenge. Ab einer definierten Menge geht er davon aus, dass der Laserstrahl die spiegelnde Oberfläche der CD getroffen hat und damit kein Pit vorhanden ist. Nimmt die Lichtmenge ab, wird dies als Pit gewertet.
Jetzt kann man sich aber vorstellen, dass dieser Lesevorgang ziemlich leicht gestört werden kann.
Schließlich rotiert die CD im Laufwerk und vibriert natürlich dabei.
Vielleicht ist die CD aber auch schmutzig oder verkratzt?
Möglicherweise dringt störendes Fremdlicht in das Laufwerk ein oder der Laserstrahl wird im CD-Material ungünstig abgelenkt?
Können Sie sich noch daran erinnern, dass es mal „Mode“ war, die Kanten seiner CDs schwarz zu malen? So ganz dumm ist das gar nicht gewesen!
All diese Ursachen können nun also die Reflektion des Laserstrahls stören und zu falschen Ergebnissen führen.

Diese Zeichnung zeigt uns eine ziemlich stark beeinflusste Lichtwelle, die das Lesegerät nun interpretieren muss. Hierfür gibt es ausgeklügelte Verfahren, die dem Modul bei der Entscheidung helfen. So „weiß“ dieser Wandler zum Beispiel, dass es in dem dargestellten Zeitrahmen gar keine elf unterschiedlichen Informationen geben kann.  Die Zeichnung zeigt uns 5 Pits – die in diese Zeitspanne nicht hineinpassen. Also geht das Modul her und streicht die „unwahrscheinlichsten“ Pits  (die kürzesten)  einfach weg.

Das größte Problem dabei ist wohl, dass Anfang und Ende der Pits nicht sauber getrennt werden können. Trifft das Modul eine Fehlentscheidung, passt das nächste Pit nicht so richtig in seine „Wahrscheinlichkeitsrechnung“ und wird möglicherweise ebenfalls unkorrekt interpretiert.

Und hier sind wir auch schon wieder beim großen Unterschied zwischen einem Computer-Laufwerk und einem CD-Player. Das Computerlaufwerk kann es sich „leisten“, eine nicht sauber lesbare Stelle immer und immer wieder neu zu lesen und die Information erst dann weiter zu geben, wenn es sich sicher genug ist, die Information korrekt gelesen zu haben.

Der Musikfluss hat beim CD-Player oberste Priorität

Für den CD-Player hat der Musikfluss absoluten Vorrang – und was er nicht genau genug lesen konnte, das „denkt er sich dann eben aus“.
Es ist also weder die CD, noch ist es die Qualität der Laufwerke die einen Unterschied ausmachen, sondern die Kombination aus der mechanisch/optischen Leseweise des CD-Players und der Verpflichtung, die Musik nicht zu unterbrechen.
Liegt die Musik dagegen als Datei auf unserem Speicher – und das logischerweise am besten auf einer SSD – dann haben wir die Probleme eines CD-Players eliminiert.

Zusammenfassung:
Bemerkt ein HiFi-CD-Player einen Fehler, muss er so tun, als gäbe es ihn gar nicht und einfach „irgendetwas“ weiterspielen – auch wenn es nicht das ist, was eigentlich auf der CD drauf ist.
Bemerkt ein Computer beim Rippen einen Fehler, lässt er die Stelle auf der CD eben noch einmal lesen. Ist die fehlerfreie Datei dann auf einer SSD-Festplatte gespeichert, gibt es keine Lesefehler mehr.

Vertrauen ist gut – Kontrolle ist besser!

Nutzt man nun zum Rippen spezielle Computer-Programme (EAC, XLD …), kommt sogar noch eine weitere „Kontroll-Instanz“ hinzu.
Wer nämlich mit ihnen eine CD rippt, der baut eine Online-Verbindung zu der Vergleichs-Datenbank AccurateRip auf. Alle anderen Nutzer – weltweit – die vor uns mit einer solchen App bereits die gleiche CD gerippt haben, die haben ihre Ergebnisse als Vergleichsmuster in dieser Datenbank abgelegt.

Wurden durch diese Datenbank anfangs nur Kontrollsummen (CRC-Prüfsummen) verglichen, geht die neuere „CUETools-Datenbank” (CTDB) noch einen Schritt weiter und kann fehlerhaft gelesene Sektoren erkennen und die Fehler durch die korrekten „Referenz-Sektoren“ ersetzen oder uns zumindest anzeigen.
Die Qualität dieses Dienstes wächst mit jedem Nutzer und jeder eingelesenen CD und er sollte wohl noch seine beste Zeit vor sich haben.

Da kann der CD-Player nur neidisch blicken!

Ein High-End-CD-Player wird aber auf solch eine Lösung immer nur neidisch blicken können. Ihm fehlt die Zeit für solche Kontroll-Mechanismen!

Fazit:
Wir müssen erkennen, dass es beim Rippen nicht darauf ankommt, ein besonders gutes und teures Laufwerk zu verwenden, sondern es reicht, ein gutes Program zu verwenden, das unsere Lese-Ergebnisse mit einer Online-Datenbank abgleicht und uns auf Fehler aufmerksam macht.

Kommen wir zurück zum AURALiC Mini

Dass er uns gerippte CDs in einer hervorragenden Qualität reproduzieren kann, das hat er mir schnell und eindrucksvoll unter Beweis gestellt.
Aber was kann er denn sonst noch so, der Mini?

Als „Ausstattungswunder“ ist er ja nicht gerade zu bezeichnen.
Wenn wir seine Feature-Liste betrachten, kann er nicht einmal gegen ein Apple-TV  für rund 75,- € bestehen.
Das ATV kann nämlich im Gegensatz zum Mini nicht nur Musik streamen, sondernd auch Bilder, Videos, DIA-Shows, Youtube-Filmchen und noch eine Menge mehr.
Kein Wunder also, dass es der Mini in manchen Foren derzeit schwer hat und sich dort mit verbalen Fußtritten malträtiert sehen muss.

„So teuer und dann auch noch aus China?“

Ein solches Vorurteil – dass auch von mir stammen könnte, entpuppt sich beim AURALiC Mini aber als Fehler.
Im Vergleich zu anderen Mitbewerbern, die ebenfalls im reinen Musikbereich bleiben, kann er dann schon allein mit der Menge der digitalen Formate, die er beherrscht, einen deutlichen Punktsieg einfahren:

Herstellerangaben zu den Formaten:
AAC, AIFF, ALAC, APE, DIFF, DSF, FLAC, MP3, OGG, WAV, WV und WMA
Herstellerangaben zu den Abtastraten:
PCM 44,1 – 384kHz mit 16 – 32 bit, DSD 64,128, 256

Wer den Mini als Gesamtpaket betrachtet, muss erkennen, dass er wohl niemals dafür gebaut worden ist, sich gegen irgendwelche Multiroom-Multimedia-Kommerz-Produkte behaupten zu müssen.
Seine Zielgruppe ist vielmehr die audiophile Gemeinde, deren Portemonnaie weder Hose noch Jacke ausbeult, denn für den Anspruch, den er erfüllen kann, ist er ein echtes Schnäppchen.
… und den Vergleich mit deutlich teureren Streamern braucht er auch nicht zu fürchten.

Let`s have a look

Schauen wir uns das Teilchen doch einfach mal genauer an.
Das Symbol eines angebissenen Apfels suchen wir vergebens – aber es würde hier durchaus auch gut auf den Deckel passen!

Auf der Rückseite findet man folgende Anschlüsse:

  • Die analogen Cinch-Ausgänge, denn der Mini hat ja bereits einen Wandler integriert.
  • Einen digitalen Cinch-Ausgang
  • Einen digitalen optischen Ausgang
  • Zwei USB-Anschlüsse
  • Einen Netzwerkanschluss

Vorne gibt es drei Bedienelemente – das war`s.
Intern gibt es dann noch WLAN und Bluetooth als drahtlose Verbindungen und einen Slot für eine Notebook-Festplatte.
Eine Fernbedienung gibt es nicht.
Allerdings gibt es eine kostenlose App namens Lightning DS für Android und Apple und die App findet man sogar im App-Store.

Die Inbetriebnahme

Die erste Inbetriebnahme ist ein Kinderspiel, wenn man sie mit der nötigen Portion Gelassenheit angeht. Mit Hektik bringt man hier nur das durcheinander, was sich ganz von alleine konfiguriert.
Sobald das Gerät ans Stromnetz angeschlossen wird, beginnt der Mini nämlich damit, ein eigenes WLAN-Netz aufzubauen. Diesem Vorgang sollte man am besten überhaupt keine Beachtung schenken, sondern einfach mal 10 Minuten gar nichts tun. Nach abgeschlossener Erst-Installation fügt sich der Mini nämlich gerne in das vorhandene WLAN-Netz ein.
Wer seiner Erfahrung und seinem Gefühl folgt und meint, er würde dem Mini etwas Gutes tun, wenn er auf die Netzwerkkabel-Verbindung zurückgreift, der macht möglicherweise einen Fehler.
Der Vertrieb empfiehlt nämlich den WLAN-Betrieb, weil hierdurch eine völlige elektrische, also galvanische Trennung der Geräte stattfindet.

Sein Passwort für das Heimnetz sollte man also parat haben.
Ist die Integration abgeschlossen, geht es an die Einbindung der Musik-Bibliothek.
Hat man eine solche nicht – ist man eigentlich auch schon fertig.

Auf der linken Seite der App findet man ein Menü mit mehreren Icons.
Ein Eintrag davon ist für das Internetradio.
Mit einem Klick auf das Symbol erscheinen rechts unzählige Radiosender und damit ist es dann auch schon vorbei mit der Ruhe im Haus.  🙂
Doch nur zum Radiohören kauft man sich natürlich keinen AURALiC Mini.

Ich habe ein NAS, also einen Netzwerkspeicher und darauf eine eigene Partition für Musik, die ich vor mehr als 15 Jahren mal zusammengestellt habe. Die Qualität ist gruselig, weshalb ich davon auch schon ewig nichts mehr hören wollte.
Hier geht es mir aber mehr darum herauszufinden, wie schnell der Mini, bzw. die Lightning DS-App, diese Bibliothek erfasst.

Wie ein Rennwagen!

Und an dieser Stelle muss man dem Mini ein riesiges Lob aussprechen. So rasant hat bisher noch kein einziges Programm bei mir eine Bibliothek mit rund 600 GB MP3-Dateien durchforstet und erfasst.

Wer seine Musik auf externen Festplatten oder Sticks gespeichert hat – kommt genau so schnell, wenn nicht sogar noch schneller zum gleichen Erfolg. Einfach eine der beiden USB-Buchsen verwenden und die Integration starten.

Wer jedoch mit dem AURALiC Mini seine Streamer-Ära starten will, der baut am besten noch schnell eine interne Notebook-Festplatte ein (hier ist natürlich eine lautlose SSD die erste Wahl!!) und kann dann dort auch gleich seine Musik speichern. (Datensicherung aber nicht vergessen!!)

Und die Musik-Portale?

Kommen wir zum nächsten Schritt, besser gesagt zum nächsten Icon, das für Musikportale steht.
Zunächst bin ich enttäuscht, dass ich hier Spotify nicht finden kann.
Ich nutze halt Spotify – die Qualität hat mir bisher gereicht und ich habe etliche Playlisten erstellt. Weihnachten mit Kindern, irischer Abend, Titel, die ich mir nochmal anhören möchte …
Spotify – das ist für mich schon Musik-Konsum – aber auch Kennenlern-Möglichkeit — für das Genießen habe ich sowieso andere Dinge!

Ich sehe ein Icon für TIDAL und natürlich weiß ich, dass sich dahinter ein Portal für Musik in besserer Qualität verbirgt, als man sie bei Spotify bekommt. Daneben sieht man die Icons für WIMP und für Qobuz.
WIMP ist der Vorgänger von TIDAL und es wundert mich, dass ich es hier noch finde. Nach einem Klick auf das Symbol gelangt man zu einer Seite, auf der man seinen WIMP-Account in einen TIDAL-Account umwandeln kann – nun gut.

Ich hatte bisher beides nicht, denn TIDAL oder WIMP über ein Apple-TV zu hören, das wäre ja wohl Perlen vor die Säue geworfen.
Die Anmeldung bei TIDAL geht schnell und unkompliziert vonstatten – es gibt einen Monat als Probe-Abo für lau – das ist jetzt genau das richtige.
Wer Spotify gewohnt ist, findet sich bei TIDAL zunächst nur schwer zurecht – das gilt jedenfalls für mich.
Die Musikangebote auf den Startseiten lassen unschwer erkennen, wer als Geldgeber hinter TIDAL steckt, aber das Angebot ist auch darüber hinaus erstaunlich vielfältig.

Ich starte also ein paar Songs – und bin zutiefst enttäuscht!

Das soll besser sein als Spotify?
Im Leben nicht!

Dafür soll ich doppelt so viel bezahlen wie für Spotify?
Im Leben nicht!
Der AURALiC Mini soll beim Streamen besser klingen als ein Apple-TV?
Im Leben nicht!

Doch lassen Sie mich das alles hier gleich auflösen – der Dumme  – bin eindeutig ich.
Ich bin nämlich davon ausgegangen, dass TIDAL mir automatisch die versprochene beste Qualität anliefert.
Doch dem ist leider nicht so!
Ohne eine entsprechende Konfiguration meines Accounts steht nämlich alles auf „Normal“, also auf MP3 – und da gibt es logischerweise keinen Qualitätsunterschied zu Spotify. Erst nachdem man das Häkchen bei „HiFi“ gesetzt hat, tut sich eine andere Klangwelt auf.

Wer hat uns eigentlich MP3 angetan?

Und diese “HiFi-Qualität” setzt sich derart deutlich von der MP-3-Qualität ab, dass ich mich einerseits frage, wieso wir uns eigentlich diese MP3-Dateien gefallen lassen und uns nicht mit aller Kraft gegen sie wehren und andererseits, ob jetzt nicht doch HighResAudio noch einen weiteren „Klangschub“ auf Lager haben könnte.

Wie komme ich aber jetzt an ein paar HighResAudio-Dateien?

Tja – und da nützen mir meine suchenden Blicke, die durch meinen Raum gleiten – gar nichts! Ein solch hoch aufgelöstes Digitalformat hat bisher den Weg zu mir noch nicht gefunden.
So etwas gibt es nicht auf Datenträgern zu kaufen. So etwas muss man „downloaden“ und kann es dann auf einer Festplatte speichern.

Das ist nicht gerade billig – meine ersten Ausflüge auf die Seiten der HighResAudio-Anbieter ergaben dann auch locker mal so 25,- Euro für ein Uralt-Album von Simon and Garfunkel.
Zu teuer – meine Meinung.

Aber – gab es in dem Portal-Menü vom AURALiC nicht noch ein drittes Icon?
Ich schaue nach und da ist es:

Qobuz !

Seltsamer Name, den werde ich mir wohl schwer merken können.
Laut Wikipedia verbirgt sich dahinter ein fernöstliches Musik-Instrument – aber auch davon hatte ich noch nie etwas gehört.

Bevor ich mich bei „so etwas“ anmelde, googele ich natürlich erst und  – ach Du Schreck:
„Qobuz insolvent“ – „Qobuz pleite“ steht da an erster Stelle.

Ich lese die Berichte und erfahre, dass es Ende 2015 (und das ist ja gerade mal ein paar Wochen her) eine Übernahme gegeben hat. Ein französischer Geldgeber pumpt soeben insgesamt 12 Millionen Euro in „sein neues Portal“. Das lässt wieder hoffen, wenigstens für ein paar Jahre.
Ich besuche also die Qobuz-Seite und irgendwie gefällt sie mir.

Das Musik-Angebot ist toll!
Es gibt viel Klassik, was auf Spotify ja mal gar keinen Spaß gemacht hat, aber auch die Pop-Rock-Indie-Musik, die mir liegt, ist ziemlich stark vertreten. Zum Teil sogar umfassender als bei Spotify. Weltmusik? Auch kein Problem! Das ist wirklich prima!

Die einfache Aufmachung ist gefällig!
Natürlich muss man sich auch hier umstellen, wenn man von Spotify kommt – aber mal ganz ehrlich! Wie oft musste ich mich denn in den letzten Jahren selbst bei Spotify schon umstellen!? Und dass alles immer besser geworden ist, kann ich auch nicht sagen.

Der redaktionelle Teil ist klasse!
Es gibt viel zu lesen – über die Künstler – über die Musik – über Abspielgeräte … Es macht Spaß, sich auf dieser Seite aufzuhalten und neben dem Musikhören zu surfen.

Da ist sie ja – die Quelle für meine HighResAudio-Dateien!

Und ich kann meine Lieblingsmusik auch kaufen!
Sie meinen, es sei hirnrissig, Musik zu kaufen, die man innerhalb seines Abos uneingeschränkt streamen kann?

Ja – da haben Sie grundsätzlich wohl Recht – aber hier bei Qobuz kann ich die Titel als HighResAudio-Dateien herunterladen!
Und der Preis dafür ist akzeptabel!
Im Schnitt liegt so ein Album hier bei 15,- Euro.
Und wenn ich das „Sublim-Abo“ wähle, bekomme ich sogar noch mal so etwa 5,- Euro pro Album Nachlass – na, damit sollte man doch leben können, oder?
Ein Album in Masterband-Qualität für „nen Zehner“?
Akzeptiert!

Insgesamt bietet uns Qobuz drei verschiedene Abo-Modelle an:
Premium
Das ist Spotify-Qualität zum Spotify-Preis.
HiFi
Das ist TIDAL-Qualität zum TIDAL-Preis.
Ein Zufall?
Wohl eher nicht.
Das interessanteste Angebot jedoch hört wie schon gesagt auf den Namen Sublim.

Sublim –
steht für das „Erhabene“, also für etwas Großes, Außergewöhnliches.

Tatsächlich scheint mir der Name durchaus passend gewählt zu sein, denn wer bereit ist, seinen Jahres-Abo-Betrag vorab zu bezahlen, der bekommt für 219,99 €/Jahr nicht nur einen Nachlass von fast 10 % auf den Abo-Preis, sondern noch diesen erstaunlichen Rabatt auf seine  Downloads dazu.

Ich habe mich jedenfalls gleich mal bei Qobuz angemeldet.
Spotify brauche ich nicht mehr – tschüss MP3!!!!

Und eine SSD habe ich auch gleich in den Mini eingebaut.
Als nächstes will ich mir das “bessere Netzteil” ordern …

… hm – jetzt hat es doch tatsächlich ein digitales Produkt geschafft, mich für sich einzunehmen?
… und ich schäme mich gar nicht dafür?

Tja – genau so ist es. Tue ich nicht!

Obwohl ich die Kritiken an den Mini verstehen kann – denn wer nicht über eine wirklich gute Stereoanlage verfügt, der kann nicht verstehen, was an einem Mini “so toll” sein soll, steht für mich fest, dass der Mini seinen festen Platz in meinem Wohnzimmer eingenommen hat.
Für Bilder und Videos habe ich ja mein Apple TV.

Sollten Sie gerade im Begriff sein, sich einen teuren Streamer oder CD-Player zuzulegen, kann ich Ihnen nur empfehlen, sich den AURALiC Mini trotz aller Vorbehalte vorher (!) einmal anzuhören.
Möglicherweise haben Sie urplötzlich mehrere tausend Euro für Festplatten und Downloads über!

Wenn Sie Lust darauf bekommen haben, die in diesem Bericht geschilderten Aussagen einmal selbst zu prüfen, dann kommen Sie doch bei uns vorbei und hören sich das gute Stück bei uns an!

Oder bestellen Sie doch gleich Ihren eigenen AURALiC Mini!

Null Risiko!

Wenn er Ihnen nicht gefällt, schicken Sie ihn uns wieder zurück! So einfach geht das!

Das einzige Problem bei diesem Teil ist, dass derzeit mehr Bestellungen vorliegen als Geräte produziert werden können.
Ein wenig Geduld ist also schon angesagt.

Pro-Ject Super-Packs

Pro-Ject schnürt die Super-Packs!

 

Können Sie sich vorstellen, dass Ihnen jemand einfach so …

… einen funkelniegelnagelneuen Tonarm schenkt?
… ein neues Laufwerk billiger anbietet, als es gebraucht kosten würde?
… einen Traum-Tonabnehmer günstiger dazu gibt,
als der “Vernunfts-Tonabnehmer”
gewesen wäre?

Nein?
Na  – dann müssen Sie unbedingt weiterlesen:

 

 

SP

Lauter Milchmädchen-Rechnungen?

Ja, klar!

Natürlich sind das Milchmädchenrechnungen!

Aber sie gehen auf!

 Und wie!

Pro-Ject RPM 5.1  9cc  für 950,- statt 1.100,- Euro!

Möchten Sie mal eben schnell 160,- Euro sparen?

Der RPM 5.1 9cc mit einem Magnetsystem von Ortofon (2M Silver) ist das günstigste Pro-Ject-Super-Pack.
Und das Phonokabel für eigentlich 115,- Euro ist natürlich auch schon im Preis enthalten.

Klicken Sie auf das Photo und Sie gelangen direkt zur Produktbeschreibung.

Pro-Ject Xperience SB Acryl 9cc Evolution
mit Ortofon 2M Bronze für 1.295,- statt 1.510,- Euro!

Das sind dann mal eben schlappe 215,- Euro, die mehr in Ihrer Kasse bleiben.

Am besten, Sie klicken auf das Foto und ordern es gleich, dann haben Sie es auf jeden Fall noch vor dem Fest und können Heiligabend endlich mal wieder “Platte hören”.

Und bedenken Sie:  Für alle Super-Packs haben wir die Versandkosten abgeschafft! Und wenn Sie es abholen wollen, dann vereinbaren Sie einfach einen Termin mit uns. Schon zwei Werktage nach Ihrer Bestellung halten wir es hier für Sie bereit!

 

Pro-Ject Xperience SB 9cc Evolution
mit Ortofon 2M Bronze für 1.395,- statt 1.610,- Euro!

Suchen Sie sich doch einfach ein tolles Design aus! Ganz bestimmt ist etwas für Sie dabei!

Bei einem Plattenspieler legen Sie einen ganz besonderen Wert darauf, dass alles richtig montiert und justiert ist?

Genau wie wir!  Auf Wunsch wird jeder Plattenspieler von uns ausgepackt, kontrolliert, montiert und noch einmal justiert.
Und bei jedem Super-Pack-Angebot selbstverständlich kostenlos!!!

Pro-Ject RPM 9 Carbon mit 9cc Evolution 5P
und Ortofon Quintet Bronze für 2.300,- statt 2.700,- Euro!

Ein tolles Laufwerk zu einem wirklich tollen Preis!
Mit einem tollen Tonarm und einem tollen System.

Toll! Toll! Toll!

Oder nicht?

Pro-Ject Xtension 9 mit 9cc-Evolution und Quintet Black
für 2.600,- statt für 3.100,- Euro.

Mein ganz besonderer “Liebling” unter den Super-Packs mit einem wunderbaren Tonabnehmer.
Damit bleibt Ihnen nichts verborgen.

Und der Plattenspieler – eine optische Augenweide.

Genau passend dazu:  Der umfassende AUDIOSAUL-Service!
Was wünschen Sie? Nur Versand oder das “volle Programm”? Wählen Sie!

Pro-Ject Xtension 10cc Evolution mit Cadenza Black
für 4.490,- statt für 5.725,- Euro!

Bei einem Plattenspielerkauf mal eben 1.235,- Euro sparen können?
Nur weil so ein Plattenspieler-Hersteller Spaß daran gefunden hat, durch gute Angebote sicher zu stellen, dass nicht an der falschen Stelle gespart wird?

Bravo Pro-Ject!  Alles richtig gemacht!

Es treibt einem HiFi-Händler immer wieder den Schweiß auf die Stirn, wenn auf Superlaufwerken Tonabnehmer für wenige Hundert Euro zum Einsatz kommen oder sündhaft teure Lautsprecher mit “Klingeldraht” verbunden werden.

Pro-Ject zeigt hier Weitsicht und sorgt dafür, dass ein außergewöhnliches Laufwerk auch ein außergewöhnliches System bekommt.
Denken Sie keine Sekunde über dieses Super-Pack nach, wenn Sie dieses Laufwerk sowieso gerade kaufen wollten!
Klicken Sie auf das Foto, wechseln Sie zur Bestellseite und schnappen Sie sich dieses Cadenza Black, so lange es diese Super-Packs noch gibt!

Pro-Ject Signature 10 mit Signatur-Tonarm und Ortofon Windfeld Heritage
für 6.995,- statt für 8.520.- Euro!

Als Pro-Ject die Super-Pack-Aktion ins Leben rief, vermutete ich, dass man die “unteren Preisklassen” mit Tonabnehmer-Großeinkäufen noch attraktiver machen wollte, als sie es ohnehin ja schon sind.
“Niemals wird Pro-Ject das auch für die größeren Modelle anbieten!” – so war meine Überzeugung.

Können Sie sich vorstellen, wie überrascht ich war, als ich dieses Super-Pack hier entdeckt habe!?

Nein! Natürlich ist das Angebot hier nicht billig!
Oder doch?

 

 

 

Hörbericht Ortofon – Pro-Ject

Foto SP

Hörbericht Ortofon / Pro-Ject

Laufwerk:  Pro-Ject Xtension Superpack
Tonarme:  4x  Pro-Ject 10cc-Evolution
Tonabnehmer:  Ortofon  Quintet Bronze, Quintet Black, Cadenza Black, Windfeld Heritage

Meinen ersten großen Analog-Hörbericht habe ich mit der Aufforderung an Sie abgeschlossen, mir Ihre Wünsche für weitere Hörberichte zukommen zu lassen. Der Name Ortofon viel dabei so häufig, dass ich Armin Kern von Audio Trade darüber informierte.
Heute schaue ich auf meine HiFi-Bank und Armin Kern hat mir kein kleines Aufgabenfeld dagelassen:
Mein Blick führt mich zu einem Pro-Ject Xtension Evolution Laufwerk aus einem „Super-Pack“ und drei (!) weitere 10“ Pro-Ject-Evolution-Tonarme.
Damit stehen mir insgesamt vier Ortofon-Tonabnehmer zum Vergleich zur Verfügung:

  1. Das Cadenza Black aus dem Super-Pack ( Einzelpreis 2.200,- Euro)
  2. ein Quintet Bronze (600,- Euro)
  3. ein Quintet Black (800,- Euro)
  4. ein Windfeld Heritage (3.270,- Euro)

Das Laufwerk ist ein klassisches „Kistenlaufwerk“, wobei diese „Kiste“ nicht wie üblich die Tonarmautomatik und Antriebseinheiten in sich birgt, sondern resonanzvernichtendes Granulat. Es ist also eher ein „dickes Anti-Resonanz-Board“ als eine hohle Kiste, wovon sich Zweifler gerne auch überzeugen und es mal anheben dürfen.

Dieses Gehäuse ruht auf vier äußerst stabilen und magnetunterstützten Füßen, die man in der Höhe justieren kann. Selbst einem „ordentlichen Trittschall“ dürfte es damit kaum gelingen, diese magnetisch erzeugte Luftschicht zu durchdringen und sich ins Klanggeschehen einzumischen.
Nachdem man jahrelang gerne zu „Waffeleisen“ oder gehäuselosen Design-Objekten griff,  scheint es verstärkt wieder eine Nachfrage nach klassisch anmutenden Gehäusen zu geben.
Setzt das Pro-Ject-Laufwerk hier einen neuen Trend oder folgt es ihm?
Die Antwort ist nicht relevant.

Pro-Ject 10cc

Pro-Ject 10cc-Evolution Tonarm

Schick sieht sie aus, diese Carbon-Oberfläche, die in vielen Lifestyle-Bereichen zum Einsatz kommt, immer dann, wenn etwas sowieso schon Edles richtig dekadent gemacht werden soll. Hier dient sie nicht nur als Oberflächen-Veredlung sondern bildet das Material der Wahl – durch und durch.
Wer nun nach einem kurzen Betrachten des Arms drauflos schimpft und sich darüber ärgert, dass mal wieder eine Headshell übergangslos in das Tonarm-Rohr „hineinfließt“, ohne einem die Chance einzuräumen, den Azimuth zu verändern, der muss sich nur mal kurz die Bedienungsanleitung schnappen. In ihr erfährt er, dass Pro-Ject diese Funktion nach hinten in das Lager verfrachtet hat. Da gibt es eine kleine Madenschraube, die man lösen kann. Nach der korrekten Azimutheinstellung zieht man sie wieder fest und aus die Maus.

Einen Bericht zum Thema Azimuth finden Sie hier.

Zurück zum Pro-Ject-Tonarm.
Es gibt ein Gegengewicht, eine Antiskating-Vorrichtung mit einem kleinen Gewicht und drei Kerben im Ausläufer, also zum Glück keine Federlösung.

Einen Bericht zum Skating/Anti-Skating finden Sie hier.  (Ist noch nicht online – folgt aber bald!!!)

Der Arm steckt in einem festen, runden Fuß, bei dem ich die Tonarmhöhe dadurch einstellen kann, dass ich zwei Inbusschrauben löse und nach korrekter Einstellung wieder fixiere.
Eine Skala oder eine Rändelschraube, die mir die Einstellungen erleichtern würden, findet man nicht, sie sind aber auch nicht wirklich notwendig.

Eine in dieser Preisklasse positiv auffallende Besonderheit, die bei teureren Tonarmen zur Selbstverständlichkeit gehört, ist die Feststellung, dass beim Pro-Ject-Arm die Masse der Innenverkabelung nicht mit auf einen Kanal gelegt worden ist.

Diese Masseführung ist bei Tonarmen grundsätzlich ein Problempunkt und wie man es auch macht – man macht es immer verkehrt.
Ein Tonabnehmer hat vier Pole, für rechts und links jeweils ein mal „Plus“ und ein mal „Minus“, macht vier.
Oft kommt es aber aus unterschiedlichen Gründen zu einem Brummen.
Eine Möglichkeit, dieses Brummen zu beseitigen oder zu verhindern, liegt darin, einen fünften Pol, also die „Masse“ an einen Minuspol (rechts oder links) mit anzulegen und ihn am Phonoteil mit der Erdungsklemme zu verbinden.

Unabhängig davon, ob diese Maßnahme zum Ziel führt, wird es von nun an aber unmöglich, den Tonarm symmetrisch, also per XLR-Stecker an ein symmetrisch arbeitendes Phonoteil anzuschließen, weil ein symmetrisch aufgebautes Gerät zwingend eine Trennung zwischen den Signalführungen und der Masse benötigt.

Der Pro-Ject-Arm ist darauf vorbereitet und freut sich also über den Anschluss an ein symmetrisch arbeitendes Phonoteil.

SP

Das Super-Pack

Wie erwähnt – gehören zu diesem „Super-Pack“ ein 10CC-Evolution, ein Cadenza Black und ein hervorragendes Phonokabel zum Xtension 10 in Olive und das macht die Einheit hier gerade zu einem echten Knaller!

Das Cadenza schlägt mit einem Preis von 2.200,- Euro zu Buche. Betreibe ich also das beliebte Spiel des Herunter-Rechnens und ziehe 2.200,- Euro vom Gesamtpreis von 4.490,- Euro ab, komme ich auf ein Zwischenergebnis von 2.290,- Euro. Ziehe ich hiervon noch den Tonarm mit 885,- Euro ab, bin ich bei 1.405,- Euro für das Laufwerk und das Tonarm-Kabel.

Und da muss ich doch tatsächlich sehr lange überlegen, um dem Xtension in dieser Preisklasse ein adäquates Laufwerk gegenüberstellen zu können. Nicht einmal auf dem Gebrauchtmarkt fallen mir da spontan Plattenspieler ein, die in der gleichen Liga spielen würden.
Also wenn Sie gerade mit dem Gedanken spielen, sich so ein richtig tolles Laufwerk im klassischen Design zuzulegen, dann sollten Sie sich dieses Super-Pack genauer anschauen!

Bronze

Ortofon Quintet Bronze

Kommen wir nun zu den Tonabnehmern und beginnen wir mit dem günstigsten System, dem Quintet Bronze für 600,- Euro.

Die technischen Daten finden Sie auf der Seite
http://www.audiotra.de/startseite/marken/ortofon2/mc-tonabnehmer/mc-quintet-bronze/

Das Bronze habe ich bereits in der Kombination mit dem AVID-Sequel und SME M2-9-Tonarm beschrieben.
Auf dem Pro-Ject-Laufwerk bestätigt sich der Eindruck in fast allen Bereichen. Man hört zwar, dass die Dämpfungseigenschaften des Laufwerks ihre Wirkung zeigen (oder ist es der Tonarm?) und man noch einmal einen getrennten Test darüber starten muss, ob es „genau richtig“ oder „zuviel“ bedämpft, aber unabhängig von diesem Ergebnis ist es nichts, was in eine Gesamtbetrachtung mit einfließen würde. Im Umkehrschluss sorgt diese Bedämpfung nämlich für festere Körper und damit klarere Umrisse um die Instrumente und außerdem für etwas mehr Volumen.

Das Bronze bleibt für mich damit ein Favorit für alle, die auf keinen Fall einen Sound akzeptieren können, sondern die einfach nur „ein Fenster öffnen möchten, um zu sehen, was es zu sehen gibt“.

QB

Quintet Black

Ich entferne den Tonarm und montiere den zweiten 10CC-Evolution mit einem verbauten Quintet Black. Es ist bereits perfekt justiert und ich brauche lediglich die korrekte Tonarm-Höhe einzustellen.
Angesichts der geraden Kanten der Quintet-Tonabnehmer ist die Justage und vor allem die Einstellung der Tonarmhöhe ein Kinderspiel.

Irgendwie kann ich es mir nicht verkneifen auf die Gehäuseform zu sprechen zu kommen. Wer sie betrachtet, der wird unweigerlich davon überzeugt sein, dass Lego da seine Finger mit im Spiel gehabt hat. 🙂

Die technischen Daten des Quintet Black finden Sie unter:
http://www.audiotra.de/startseite/marken/ortofon2/mc-tonabnehmer/mc-quintet-black/

Zuerst gilt es hier wieder, den korrekten Abschlusswiderstand zu finden.

Einen Bericht über den Abschlusswiderstand finden Sie hier.

In den 80-ern hat Ortofon steif und fest behauptet, es gäbe kein wirklich gutes System, das man mit mehr als 30 Ohm abschließen kann. Als Audio-Technica dann anfangs der 90-er den Gegenbeweis anstellte und Ortofon Marktanteile wegnahm, besann man sich bei Ortofon und entwickelte ebenfalls Tonabnehmer, die mit 100 Ohm abgeschlossen werden mussten.

Heute hat sich das wieder ein wenig zurückentwickelt und für die beiden Quintets lautet die Empfehlung:  >20 Ohm.
Wirklich viel kann man mit diesen Angaben nicht anfangen, weshalb ich es zunächst im Leerlauf betreibe, also mit 47 KOhm.

Eine solche Maßnahme ist immer dann recht dienlich, wenn man den korrekten Abschlusswert nicht kennt. Im Leerlauf zeigen die meisten MC-Systeme mindestens 90% Ihrer Fähigkeiten, vor allem deuten sie aber schon mal klar ihre klangliche Abstimmung an. Darauf aufbauend kann man dann recht gut den genau passenden Wert suchen, um auch an die restlichen 10% zu kommen.

Das Black läuft mit 100 Ohm gut, ich gönne mir aber zunächst eine Session mit 50 Ohm, um heraus zu finden, ob meine frühere Vorliebe für eher niedrig abgeschlossene Ortofons noch Gültigkeit hat.
Die Korrektheit des Bronze ist auch beim Black sofort wieder zu finden, allerdings kommen jetzt mehr und deutlichere Klangfarben zum Vorschein. Um jedes Instrument herum kommt noch mehr Luft hinzu. Insgesamt würde ich mir aber doch ein wenig mehr Dynamik wünschen, weshalb ich dann doch die 100 Ohm wähle.

Hier scheint sich dieses Black zuhause zu fühlen. Ich lege meine LA4 auf und erlebe sofort wieder eine Darstellung, die sich mir als „richtig, logisch und nachvollziehbar“ präsentiert.
Im Vergleich zum Bronze kann ich nur sagen, dass mir der Preisunterschied wie „nur 200,- Euro“ vorkommt.
600,- Euro sind auch viel Geld, aber ich würde doch gerne noch 2-3 Monate länger sparen, um mir das Black zu gönnen.

Schaut man sich das „Super-Pack-Angebot“ genau an, kann man es aber auch so für sich auslegen, dass man hier zum Quintet-Preis sogar das Cadenza Black erhalten kann.
Für alle Realisten tut sich aber logischerweise die Frage auf, wo sich denn hier jetzt noch etwas derart steigern lassen könnte, das einen Aufpreis von 1.400,- Euro rechtfertigen würde.

Cadenza

Cadenza Black

Ich bin wieder zuhause! Ich bin wieder in „meiner Ortofon-Welt“!
Das SPU war „mein Ortofon“ – das MC30 State of the Art mit 20 Ohm abgeschlossen war „mein Ortofon“ und das Cadenza hier ist locker in der Lage, diese Tradition weiter fort zu führen.
Jeder einzelne Ton schwingt in den Raum hinein.
Das Saxophon ist dreidimensional als körperhaftes Instrument begreifbar.
Es ist lieblich, leidenschaftlich, romantisch, traurig und böse.

Timing, Dynamik … alles exakt so wie es sein muss. Hier wird aus einem einfachen Song wieder eine Geschichte, der wir gerne und gespannt lauschen.
Diese LP habe ich immer und immer wieder gehört, so wie Kinder Geschichten immer und immer wieder hören wollen.
Aber es gibt Erzähler, denen die Kinder lieber lauschen.
Und beim Cadenza Black fühle ich mich gerade wie diese Kinder und ich habe das Glück, die Geschichte besonders spannend erzählt zu bekommen und will sie immer wieder hören.

Das Cadenza Black gibt uns nicht die Antwort darauf, was ein so teurer Tonabnehmer besser machen muss als preisgünstigere  Tonabnehmer – es dreht die Fragestellung einfach um!

Es fragt uns, was denn hier “nicht in Ordnung” – nicht “real” sein soll!?
Und es macht es uns unmöglich, darauf eine Antwort zu finden.

Wem der Preis von 2.200,- Euro nicht zu hoch ist und wer die passende Laufwerks-Tonarm-Kombi besitzt, der sollte diesen Tonabnehmer einmal hören, unbedingt.
Und wer noch nicht die passende Kombi besitzt, der sollte bei diesem Super-Pack „zuschlagen“ !
Ich habe das Gefühl, dass solch ein Angebot so schnell nicht wiederkommt.

Die technischen Daten zum Cadenza Black finden Sie unter:
http://www.audiotra.de/startseite/marken/ortofon2/mc-tonabnehmer/mc-cadenza-black/

Informationen zum Super-Pack gibt es unter:
http://www.audiotra.de/startseite/marken/pro-ject-plattenspieler/xtension-line/xtension-10-evolution-super-pack/

Windfeld

Windfeld Heritage

Habe ich mich bei der Beschreibung des Cadenza bereits zu weit aus dem Fenster gelehnt? Geht es mir so wie beim ZYX Fuji, was ich wie „aus der Hüfte geschossen“ mal eben schnell zu meinem Referenz-System in der 2.000,- Euro-Klasse ernannt habe und was gegen das ZYX 4D auf einmal wirkt, als sei es „überflüssig“ ?
Was um Himmels Willen schreibe ich denn dann zu einem Windfeld, wenn es so viel besser sein sollte, wie es der Preis ja wohl erwarten lassen sollte?

Und wenn es “besser” ist, ist es dann überhaupt in Ordnung, das Fuji oder das Cadenza zu loben?

„Ja, aber hallo!“ – kann ich da nur sagen und will wohl mehr sagen: „Ja, aber natürlich!“

Wieso sollte denn die Tonabnehmer-Welt anders „gestrickt“ sein als alle anderen Welten?

Soll ein Redakteur schreiben, dass ein 7-er BMW oder eine S-Klasse Hybrid langweilige Allerweltsautos sind, die der Markt nicht braucht, nur weil er gerade einem 150.000,-Euro Luxus-Gefährt entsteigt und er mehrere Wochen benötigen wird, um wieder in der Realität ankommen zu können?

Nein, bei einem Tonabnehmer ticken die Uhren da auch nicht anders!
Und ich hoffe inständig, dass Sie es mir nachsehen, wenn es mir so geht, wie dem oben beschriebenen Auto-Zeitschriften-Redakteur.

Erstes Hören:

Ich lasse den Tonarm herunter und setze mich auf meinen Hörplatz.
Es dauert geschätzte 5 Sekunden, bis ich wieder kopfschüttelnd vor meiner Anlage sitze und selber nicht verstehen kann, was da gerade vor sich geht.

Almeida zaubert wieder!

Ich sitze wieder da und frage mich, wie jemand auf einer Gitarre so spielen kann, als seien es zwei Gitarren und zwei Gitarristen!?
Shanks Saxophon ist neu poliert und da sind Mundbewegungen, die es vorher nicht gegeben hat.
Wir können Hamilton dabei beobachten, wie er seine Schießbude bedient, was er da macht und was für Werkzeuge er dafür benutzt.
Wenn Ray Brown einzelne, meistens den tiefsten Ton einer Reihe, sanfter zupft, dann ist das klar und deutlich nachvollziehbar und man meint sogar den Sinn darin zu verstehen.

Oohps –
mein Blick geht in Richtung Phonoteil. Hatte ich doch glatt vergessen, die Abschlusswiderstände wieder hinein zu stecken. Was ich hier gerade höre, das läuft mit 47 KOhm und damit im Leerlauf!!
Was braucht denn das Windfeld überhaupt?
Die technischen Daten sind zunächst nicht sonderlich hilfreich:
Dort steht einfach >10 Ohm.
Nun gut 47 KOhm sind größer als 10 Ohm.

Hier die weiteren technischen Daten:
http://www.audiotra.de/startseite/marken/ortofon2/mc-tonabnehmer/mc-windfeld-heritage/

Ich stecke die 100 Ohm-Widerstände ein und muss mich fast beim Windfeld entschuldigen.
Hatte mich doch gerade noch das „polierte Saxophon“ fasziniert, sehe ich jetzt Shanks Lippen klar und deutlich ein Holzmundstück umschließen, was einem jeden Ton seinen sonoren Klang verpasst bevor er seine Reise durch diese mächtige „Messingröhre“ beginnt.

Geht das jetzt etwa mit 50 Ohm noch besser oder wird es „anders“?

Nicht gut!
Mit 50 Ohm spielt LA4 plötzlich auf einer Weihnachtsfeier für Senioren und scheint zu glauben, dass diese älteren Menschen die Töne nicht mehr so schnell unterscheiden können.
An Feierlichkeit ist das kaum zu überbieten, möchte man doch am liebsten die Wunderkerzen  anstecken und sanft schunkelnd mitsingen.
Aber hier gibt es nichts mitzusingen oder zu schunkeln.
Es ist ja ein Instrumental-Stück.

Nein – das mag hier und da mal gefallen, aber in dieser Kombi sind die 50 Ohm zu wenig und ich gehe wieder rauf auf 100 Ohm.
Sofort ist wieder alles perfekt!
Ist es wirklich perfekt?

Wie schlägt es sich im Vergleich zum ZYX 4D, das preislich in der gleichen Liga spielt und dessen Hörbericht ich Ihnen ja auch noch schuldig bin?
Irgendwie werde ich auch das Gefühl nicht los, dass der Pro-Ject-Arm mit dem Windfeld nicht ganz mithalten kann. Er schlägt sich tapfer, aber ich frage mich, wie der Vergleich wohl aussehen wird, wenn ich das Windfeld in das AVID-Sequel einbaue und dort gegen das ZYX 4D höre.

Ich werde nachberichten!

Möchten Sie eines der genannten Tonabnehmer hören? Interessiert Sie das Super-Pack? Bis Freitag, den  11.12.2015 werde ich die komplette Testgestellung noch hier haben. Rufen Sie doch schnell an und wir finden ganz bestimmt noch einen Termin für Sie!

Hörbericht AVID Sequel SP mit SME M2-9, ZYX Bloom 2, ZYX R100 Fuji XH, Ortofon Quintet Bronze

AVID HiFi Sequel SP AUDIOSAUL

Plattenspieler – Hörbericht

AVID HiFi Sequel SP
SME  M2-9
ZYX Bloom 2
ZYX R100 Fuji XH
Ortofon Quintet Bronze

Björn Kraayvanger, der Aussendienstleiter von Audioplan hatte sich soeben ein hehres Ziel gesetzt.
Er wollte aus mir einen ZYX-Fan machen.

Headshell

AUDIOSAUL und ZYX?

Japanische Systeme, die heißen doch Sumiko oder Kiseki …  aber ZYX?

Nun gut, der Entwickler mit seinem schon eher typisch japanischen Namen Hisayoshi Nakatsuka, ist ja kein Unbekannter. Er hatte in den 70-er Jahren für Ortofon entwickelt (z.B. das MC20 Signature) und hatte sich dann 1986 selbstständig gemacht. Seitdem gehen 15 Patente auf ihn.

Nun saß Björn Kraayvanger vor mir und bestand darauf, dass ich mir ein ZYX Boom 2 anhören sollte.
Und irgendwie kam mir das sogar gelegen, denn ich war gerade dabei, ein AVID-Sequel SP mit einem SME -M2-9 aufzubauen und mein Jan Allaerts, das vom Preis und vom Anspruch her da genau hineingepasst hätte, war zur Reparatur (hatte keinen Diamanten mehr). Diesmal allerdings nicht bei Jan, sondern bei Axel Schürholz aus Geseke, dem deutschen Nadeldoktor.
Lediglich 2 Wochen (!!) Reparaturdauer – das musste ich jetzt einfach auch mal mit einem Jan Allaerts ausprobieren. Andere Tonabnehmer hatte Herr Schürholz schon für mich wieder in Ordnung gebracht und das immer zu meiner vollsten Zufriedenheit. Ich werde berichten.

Die größte Überraschung war für mich heute dieses AVID-Laufwerk.
Ich weiß gar nicht, wie oft ich es schon beim Deutschland-Vertrieb gesehen und gehört hatte, aber irgendwie hat es mich nie “erreichen können”.

Aber schon beim Aufbau änderte sich das nun und wir beide freundeten uns regelrecht an.
Conrad Mas, Entwickler und Inhaber von AVID-HiFi, scheint tatsächlich ein Mann der Praxis zu sein. Immer wieder, wenn man sich fragt, wie man gleich wohl dieses oder jenes zu bewerkstelligen hat, gibt es schon eine fertige Lösung.

Bauen wir es also auf, das Sequel SP.

Alles beginnt wie immer damit, dass man dem Laufwerk eine waagerechte Plattform anbieten sollte. Zwar lässt sich mit den drei Füßen so einiges ausgleichen, aber eine “im Wasser” befindliche, solide Basis ist immer eine gute Ausgangslage. Ich pflege für gute Laufwerke eine Basis aus 4 cm dickem Schiefer zu verwenden.

AVID HiFi Sequel tragendes Chassis

Harte Steinsorten wie Granit führen ein klangliches Eigenleben. Gefüllte Holzbasen sind mir oft zu kompliziert, weil man an viel zu vielen “Stellschrauben” drehen und damit die klanglichen Eigenschaften verändern kann. Je nach Holzart, Holzstärke und Füllmaterial klingen diese Basen immer wieder unterschiedlich. Jedenfalls unter einem guten Plattenspieler.
Schiefer besteht aus einzelnen Schichten und wenn wir es wollten, könnten wir unsere Schieferbasis in viele kleine Scheiben zerlegen, was wir heute natürlich nicht wollen und auch nicht tun.
Dieser Aufbau in Schichten ist in der Lage, Resonanzen, die in den Untergrund abwandern wollen “aufzubrauchen”, ohne deshalb gleich das ganze Klangbild zu bedämpfen.

Um das “Prinzip Schiefer” zu verstehen, können Sie mal ein Experiment machen.
Nehmen Sie zwei geschlossene Telefonbücher und legen Sie sie so mit ihren Rücken nebeneinander, dass zwischen ihnen ein Abstand von etwa einer Seitenbreite vorhanden ist.
Nun blättern Sie abwechseln von links und von rechts  jeweils ein Blatt von den beiden Büchern in diesen Zwischenraum, sodass die Blätter der beiden Bücher „ineinander verzahnen“.

Verzahnte Telefonbücher

Wenn Sie danach eines der Bücher hochnehmen, hängt das zweite Buch durch die Verzahnung an dem zweiten und je stärker Sie an dem hängenden Buch ziehen, umso kräftiger halten beide Bücher zusammen. Es wird Ihnen selbst mit einem Helfer nicht gelingen, die Bücher wieder auseinander zu ziehen.

So wurden schon Pagoden erdbebensicher gemacht.
Statt starrer Bolzen-Verbindungen, gibt es bei diesen Pagoden lediglich Kanthölzer, die ineinandergreifen, so wie unsere Blätter der beiden Telefonbücher.

Unsere Plattenspieler-Basis muss zwar nicht erdbebensicher sein, aber dieses Prinzip Schiefer funktioniert hier genau so und braucht die Energie der Resonanzen bei ihrem Weg durch das Material einfach auf.

Tipp:
Wenn ein Billard-Tisch entsorgt werden soll, dann sichern Sie sich unbedingt die Schieferplatte von diesem Tisch! In der Regel sind diese Platten nämlich genau 4 cm stark und selbst wenn sie zerbrochen sein sollte, ist bestimmt noch ein Stück groß genug, um als Gerätebasis dienen zu können!
So etwas können Sie nicht einfach beim Steinmetz kaufen. Irgendwo bei 25 mm ist bei ihm meistens Schluss und Ihr Steinmetz wird versuchen, Ihnen eine geklebte Platte anzubieten. Nehmen Sie davon aber bitte Abstand – so eine geklebte Schieferplatte macht den Klang „tot“.

Falls es Ihnen nicht gelingen sollte, an eine 4 cm starke Schieferplatte zu gelangen, sprechen Sie uns bitte an. 2-3 Stück können wir gerade wieder anbieten.

Weiter geht´s

Nun kommen die untere Konstruktion des Laufwerks und der Motor auf die Plattform. Hierbei ist noch überhaupt nichts gefedert und man kann wunderbar einfach überprüfen, ob diese Basis des Laufwerks im Wasser ist. Falls nicht, lässt sich das durch Verdrehen der großen unteren Fußscheiben erreichen.

Die obere Basis soll laut Manual so lange nicht aufgesetzt werden, wie man noch Tonarm und System zu montieren hat. Sogar die vollständige Justage des Tonabnehmers kann und soll so durchgeführt werden.
Das ist wunderbar simpel und komfortabel. Kann man doch das Oberteil einfach vor sich auf einen Tisch stellen und hat nun von allen Seiten Zugang zu der Konstruktion.

AVID HiFi Sequel Subchassis

 

AVID HiFi Justage

Erst wenn alles korrekt eingestellt ist, geht es daran, Ober- und Unterteil miteinander zu verheiraten. Hierzu müssen wir den Plattenteller noch einmal abheben.

AVID HiFi Sequel Hochzeit

Das obere Chassis wird mit seinen drei “Spinnenbeinen” in die Federn gesteckt.

Eine Überzeugung, die sich in den letzten 30 Jahren in mir gebildet hat ist, dass nur ein Laufwerk richtig gut klingen kann, dessen Resonanzkreislauf geschlossen ist.  Dieser Kreis schließt sich über folgende Komponenten:
Tonabnehmer – Tonarm – Tonarmlager – Tonarmfuß – Chassis – Plattentellerlager – Plattenteller – -Plattentellerauflage – Schallplatte – Tonabnehmer.

Wird dieser Kreislauf an einer Stelle unterbrochen (wie z.B. bei bei einer getrennt aufgestellten Tonarmbasis oder durch eine weiche Filzmatte), wird es schwer, diesen Verlust wieder auszugleichen.

Dieses obere Chassis des AVID folgt jedoch dieser Theorie und ich bin mir nicht sicher, ob Conrad Mas meine Überzeugung teilt, oder ob das reiner Zufall ist.

Die Federn

Dann betrachte ich mir die drei Federn und muss zwangsläufig an die vielen (lustigen) Geschichten von Simon Yorke denken, die er mir über seine Suche nach der perfekten Feder erzählt hat. Und ich bin mir sicher, Simon hätte diese Federn hier gemocht. Und vor allem die von Conrad Mas entwickelten Lösungen!

Schon Simon wollte gerne sehr “weiche”, elastische Federn verwenden, weil sie Resonanzen nicht übertragen. Aber weiche Federn geben keine gute Stabilität. Conrad verwendet daher keine stehenden Federn, sondern hängende. Damit ist das Problem eins – also die fehlende Stabilität – schon mal gelöst.

Weiche Federn lassen aber auch die Bedienung eines Laufwerks zur Qual werden. Schon das Aufsetzen des Tonarmes versetzt das Chassis in viel zu starke Schwingungen.
Und genau hier überrascht uns Conrad Mas mit einer deutlichen Unterscheidung:

Resonanzen und Bewegungen

Er unterscheidet zwischen den “sichtbaren” Bewegungen (Wackeln des Chassis) und den “unsichtbaren” Bewegungen, also den Resonanzen.
Durch einen Gummiring an jedem der drei Beine, koppelt er das obere Chassis an das untere und vermindert die “sichtbaren” Bewegungen auf ein Mass, mit dem wir sehr gut leben können. Auf die “unsichtbaren” Bewegungen, also auf die Resonanzen, haben diese Verbindungen jedoch keinerlei Auswirkungen.

AVID Anbindung Subchassis

Während die “großen” Bewegungen so sehr wirkungsvoll gebremst werden, findet der Resonanzkreislauf im oberen Teil des Plattenspielers weiterhin statt – im unteren jedoch sucht man sie vergebens, da sie den Weg durch die weichen Federn einfach nicht nehmen können. Irgendwo auf dem Weg durch diese Federn verschwinden sie.

Also meine Daumen zeigen hier beide nach oben!

Wie detailverliebt Conrad Mas bei seiner Arbeit vorgeht, das erkennen wir dann spätestens, wenn es darum geht, den, bzw. die beiden Antriebsriemen aufzulegen.
Zunächst einmal stelle ich jedoch mit einem gewissen Unbehagen fest, dass auch das Sequel zu den Plattenspielern gehört, die sowohl auf einen Subteller verzichten, als auch darauf, den Riemen außen am Plattenteller laufen zu lassen. Stattdessen ist die Unterseite des Plattentellers zum Subteller geformt, was mich schon bei vielen anderen Laufwerken immer mal wieder verzweifeln ließ.

AVID HiFi Plattenteller Unterseite

Denn nicht nur der als Subteller geformte Unterboden des Plattentellers, sondern auch der Motor mit seinem Antriebs-Pulley “verschwinden” unter dem Plattenteller, wenn wir ihn auflegen.
Wie um Himmels Willen soll man bitteschön die beiden Antriebsriemen um Teller und Pulley legen können, wenn da nicht einmal Platz für kleine Kinderhände, ja nicht einmal für irgendwelche “Haken” ist, mit denen man sich behelfen könnte?

Aber bevor wir hier weiter drauf los schimpfen, sollten wir uns das Zubehörtütchen genauer ansehen.
Dort findet sich nämlich ein kleines Zusatz-Pulley.
Und wenn man sich den Plattenteller von unten genauer betrachtet, findet man auch heraus, wo dieses kleine Teil eingesteckt werden muss.

AVID Riemenzubehör

Nun legt man sich also den Plattenteller auf den Schoß, steckt das Zubehörteil in das dafür vorgesehene Loch am Plattentellerrand und zieht die beiden Rundriemen auf.

Sequel Plattenteller von unten

Das klingt jetzt allerdings einfacher als es tatsächlich ist. Wenn wir die Riemen mit den Fingern aufziehen, führt das automatisch dazu, dass wir die runden Riemen auf den Subteller “rollen”. Die Riemen quittieren diese Vorgehensweise einfach damit, dass sie sofort wieder herunter rollen, sobald wir sie loslassen. Wir sollten also lieber einen kleinen dünnen Gegenstand nehmen und mit ihm die Riemen um den Subteller führen. So bleiben Sie wie auf dem vorherigen Foto zu sehen ist schön brav auf dem Subteller.

Die zweite Hürde ist dann am Plattenspieler selbst zu nehmen. Dieses “Dreieck” zwischen Plattenteller und Zubehörteil muss natürlich genau über das Antriebspulley des Motors gelegt werden – das ist noch einfach.
Nun gilt es, den Plattenteller langsam gegen den Uhrzeigersinn mit der Hand zu drehen, so dass sich die beiden Riemen um das Antriebspulley legen können und sich das kleine Zusatzpulley zwischen Motor und linkem Bein befindet.  Jetzt können Sie mit dem Zeigefinger der linken Hand die beiden Riemen über das Zubehörteilchen heben und langsam in Richtung Plattentellermitte hin loslassen.
Theoretisch müsste man jetzt den Motor einschalten können und die Riemen müssten sich ihre Endposition suchen. Leider fällt mir dabei immer wieder der untere Riemen ab und ich befürchte, dass es anderen da genau so geht wie mir.

Zunächst habe ich geglaubt, dass ich das obere Chassis einfach in den Federn zu hoch eingestellt habe und versucht, das Chassis tiefer zu stellen – aber irgendwann geht das nicht mehr tiefer und der untere Riemen macht sich trotzdem von dannen.
Hier hätte ich mir jetzt eine Lösung von AVID HiFi gewünscht, so aber musste ich mir selber eine basteln.

Hilfs-Schablone

Selbst gebastelte Hilfs-Schablone

Dazu nimmt man einfach irgendein Stück Pappe, schneidet es so ähnlich zu wie auf dem Foto zu sehen ist, legt es auf das Subchassis und kann nun den Teller aufsetzen. Hat man das Zubehörteil entfernt, dreht man den Teller jetzt ein paar mal per Hand, bis sich die Riemen “entrollt” haben und dort sitzen, wo sie sitzen sollen. Herunterfallen können sie nicht, weil der Teller ja auf der Pappe aufliegt. Ist man sich sicher, dass die Riemen ihre Position gefunden haben, zieht man das Stück Pappe nach vorne weg! Das hat bei mir bisher jedes mal sofort funktioniert.
Wer sich nun fragt, wieso Conrad Mas denn keine anderen Riemen verwendet, der muss sich wohl zunächst der grundsätzlichen Riemenproblematik stellen.

Welchen Tod will der Entwickler sterben?

Bei der Wahl der Antriebsriemen hat sich der Entwickler für eine von zwei “Todesarten” zu entscheiden. Ist der Riemen sehr elastisch, hält er die Störgeräusche des Motors vom Plattenteller fern, kann aber Gleichlaufschwankungen schlecht verhindern. Ist der Riemen sehr fest, gehören Gleichlaufschwankungen der Vergangenheit an, aber die Störgeräusche des Motors finden wieder ihren Weg über diesen Riemen zum Plattenteller.

Die beiden Antriebsriemen vom Sequel gehören eher zur zweiten Sorte. So etwas sollte man nur dann wählen, wenn man seinen Motor kennt und man „ganz ruhig“ bei diesem Gedanken bleiben kann.
Conrad und Motor bleiben „ganz ruhig“.
Zumindest für den Motor konnte ich entsprechende Messungen durchführen, die die Auswahl als durchaus richtig bestätigten. Nach seinem letzten Besuch unseres Studios weiß ich aber auch, dass Conrad Mas ebenfalls zu den eher “ruhigen Vertretern” gehört.

Endjustage des oberen Chassis

Bevor wir jetzt unseren Plattenspieler anhören, sollten wir noch dafür sorgen, dass das obere Chassis auch im Wasser ist, weil es uns sonst nicht gelingen wird, die Antiskatinkraft korrekt einzustellen.

Hierzu legen wir eine Schallplatte auf, drehen das Plattengewicht auf das Gewinde und nutzen eine kleine leichte Wasserwaage. Die Justierschrauben der drei Federn sind mit kleinen Plastikdeckelchen abgedeckt, die wir entfernen. Dann stecken wir den mitgelieferten Inbus-Schlüssel tief in die Feder und verstellen die drei Beine so lange, bis das Chassis in der Waage ist. Hierbei sollten Sie immer nach dem Motto verfahren “runter vor rauf”!
Stellen Sie das Chassis zu hoch ein, wird Ihnen irgendwann wieder der untere Riemen vom Plattenteller fallen, das Chassis wird unnötig stark wackeln können und es klingt auch nicht mehr so gut. Ihr Ziel sollte es sein, das Chassis so niedrig wie möglich einzustellen, ohne dass es auf eines der Beine aufschlägt.

Federn einstellen

 

Nun gut – mein Plattenspieler steht.
Als Tonarm dient ein SME M2-9 und als System ist das ZYX Bloom 2 eingebaut. Gehört wird über eine Anlage von Progressive Audio.
Aufschlussreicher wäre es für mich gewesen, den AVID-Plattenspieler mit einem der Tonabnehmer zu hören, die ich wirklich gut kenne, aber heute muss es mal so gehen.

ZYX Bloom 2

Zunächst hat es mich ein wenig geärgert, dieses System. Es ist leicht – viel zu leicht! Gerade einmal 5 gr.! Ohne ein zusätzliches Gewicht ist es in viele heute etablierte Tonarme nicht zu montieren. Man muss das Gegengewicht dieser Arme dann nämlich so weit nach vorne schieben, dass es am Lager anschlägt, bevor der Arm die Auslaufrille erreicht – das ist so nicht brauchbar.
Beim SME M2-9 funktioniert der Einbau zwar auch ohne Zusatzgewicht, aber man braucht kein Messgerät zu verwenden, um eine Fehlanpassung feststellen zu können. Die Art der Verschraubung ist bei vielen anderen Tonabnehmern auch einfacher ausgeführt, aber auch das ist mir gelungen. Die Justage ist durch das kantige Gehäuse des Bloom 2 durchaus auch ohne Hilfsmittel wie Bleistiftminen o.ä. gut zu bewerkstelligen.

Jetzt aber endlich hören!

Gerade als ich hineinhören wollte, kam zufällig Christian, ein guter Kunde hinzu und war am Ergebnis höchst interessiert. Also hörten wir gemeinsam ein Stück von folgender LP:
LA4, Just friends, Nouveau Bach, Concorde Jazz LELP114, 1978, (1992 Bellaphon Deutschland) mit Almeida, Brown, Hamilton und Shank.

Was mir auffiel, war eine zu schmale Bühne. Das Geschehen reichte weder bis zur linken noch bis zur rechten Box.

„Wahnsinn, dieses Saxophon!“ hörte ich meinen Kunden sagen, der die Aufnahme nicht kannte und genau so war es.
Wer bezweifelt, dass ein Saxophon ein Holzblasinstrument ist, der muss sich das mal mit dem ZYX anhören!
Ich konnte so gerade eben noch ein „Ist doch aber zu schmal“ herausbringen.
Danach verstummten wir beide, saßen innerlich grinsend wie die Honigkuchenpferde vor der Anlage und hörten Musik.
Die ganze Plattenseite hindurch!
Wortlos.
So etwas passiert einem Händler sehr selten.
Meistens haben die Kunden es zu eilig und viel zu viele Fragen, um sich wirklich konzentriert etwas anzuhören.
Hier saßen wir beide nebeneinander wie ein altes Ehepaar – schweigend und glücklich.

„Ich finde das Klangbild gar nicht zu schmal!“ hörte ich Christian sagen.
Kurzerhand legte ich die CD von LA4 ein. Jetzt kam das Glockenspiel von rechts oben – noch hinter und rechts neben der rechten Box.

„Aber das ist doch auch falsch!“ hörte ich Christian einwerfen: „Hör Dir mal die Gitarre an! Das sind auf einmal zwei Gitarren! Die höhere, schnellere Melodie ist halb links, die tiefere Melodie ist aber noch gut einen Meter weiter links. Eine solch große Gitarre gibt es doch gar nicht! Und sag mir mal, wie der Schlagzeuger da rechts an das Glöckchen herankommen soll!“.

Er sprach damit genau das aus, was ich an der CD auch nicht leiden mochte. Irgendwie hatte man es wohl bei der Abmischung zu gut gemeint.

Nun wanderte Patricia Barber auf den Plattenteller
café blue, Premonition Records 737, 1994

Tipp
Wenn Sie eine LP suchen, mit der Sie Justagefehler erhören möchten, weil Sie keine Möglichkeit zu messen haben, können Sie diese Scheibe dazu verwenden. Auf der zweiten Seite gibt es das Stück „Too rich for my blood“. Viele von uns lieben Patricia Barbar auf Grund ihrer vollen, tiefen Stimme – in diesem Stück zeigt sie uns mal, was am „anderen Ende der Fahnenstange“ möglich ist. Hierbei ist eines erlaubt:  Gänsehaut! Und zwar deshalb, weil ihre Stimme absolut sauber und frei von jeder Verzerrung bleibt. Der kleinste Justagefehler, egal ob Auflagekraft, Antiskating, Kröpfung, Überhang, Azimuth, Tonarmhöhe – hier hören Sie ihn gnadenlos!

Wir beide hatten Gänsehaut!

Wenn mein Kunde nicht zur Arbeit gemusst hätte, hätten wir wohl den ganzen Nachmittag gemeinsam gehört.
So konnte ich mich allein Platte für Platte und in aller Ruhe in dieses System hinein hören. Konnte es mal mit 800 Ohm abschließen oder mit 100 Ohm und feststellen, dass es mit 47 KOhm auch ganz gut läuft (also „im Leerlauf“) aber mit 350 Ohm doch noch am besten klingt. So wie es in den Unterlagen gefordert wird.

Der gute Klang war mit keinem der Widerstandswerte in Frage zu stellen. Immer wieder hörte man länger als man es vorgehabt hatte. Das ZYX erzeugt einfach eine wahnsinnige Ruhe und Zufriedenheit im Bauchraum und das Gehirn stellt irgendwie schlagartig jede Bemühung ein, über irgend etwas noch lange nachdenken zu wollen.

Nein, der Klang, die Klangfarben, die Körper und die erzeugten Luftsäulen – sie alle gaben keinen Anlass zur Kritik – einzig die mir persönlich zu kleine Breitenstaffelung war es, die das Haar in der Suppe darstellte.

Ich baute also das Bloom 2 aus und ein Quintet Bronze von Ortofon ein.

Ortofon Quintet Bronze

Ortofon Quintet Bronze

 

Bei ihm braucht man keine Zusatzgewichte und der geforderte 100 Ohm-Abschluss ist ein Standard-Wert. Beste Voraussetzungen also, um auf Anhieb gute Leistungen zu zeigen.
Und genau so kam es. Sowohl das ZYX Bloom 2 als auch die CD-Wiedergabe wurden auf Anhieb des Betrugs bezichtigt. Sauber stellten sich die vier Musiker von LA4 auf. Nicht so breit, wie die CD es darstellt aber auch nicht so eng wie mit dem Bloom 2.

Das Saxophon zeigte uns denn zudem, dass man es nicht umsonst „Alt-Saxophon“ nennt. Stellenweise erlaubte es sich eine höchst angenehme „Dreckigkeit“ im Klangbild, dass sich nun wieder aus einer Mischung aus Holz und Blech (Messing) präsentierte.
Obwohl mit 600,- Euro nur halb so teuer wie das Bloom 2, vermochte das Ortofon in den Punkten „Richtigkeit“ alle Lorbeeren einzusammeln, die zu vergeben waren.
Und doch saß man da mit ein wenig Wehmut – fast schon Sehnsucht – nach diesem ZYX.
Aber wollte man sich um des schönen Klanges Willen „betrügen“ lassen? 😉
Irgendwie hatte ich gerade gar nicht so wirklich etwas dagegen.

Also stellte ich mir die Frage, was denn hier jetzt wohl passiert, wenn wir ZYX in einer höheren Preisklasse eine Chance einräumen würden.

Bei seinem nächsten Besuch trug ich Björn Kraayvanger meine Feststellungen vor und er wunderte sich offensichtlich, konnte sich das nicht erklären und versicherte mir, das Bloom 2 zur Kontrolle zu geben.
Um ZYX eine zweite Chance einzuräumen und auf meine Anfrage einzugehen, holte er ein Päckchen mit Tonabnehmern aus seinem Auto, das gerade eben aus Japan eingetroffen war.
Ich entschied mich gegen seine Empfehlung für das Fuji mit einem Preis von 2.000,- Euro.

Björn meinte, ich solle zu einem der teureren Systeme greifen, weil die in gleicher Preislage liegen würden, wie die stärksten Mitbewerber und gerade im Vergleich ihre Stärken ausspielen könnten.
Aber das wollte ich mir dann noch für später offenhalten und entschied mich wie gesagt für das Fuji.
Fuji bedeutet in diesem Zusammenhang nicht etwa, dass man mit diesem Tonabnehmer auch fotografieren kann, sondern es stellt die besondere Bedeutung des Fujiyamas für Japan dar.

Es war „flatschneu“ und ich hatte die Ehre, es aus der Umverpackung nehmen zu dürfen, die aus einem kleinen blauen und außerordentlich gut riechenden Säckchen mit japanischem Blumenmuster besteht. Dieser angenehme Duft nach Zedernholz (vermute ich mal) setzt sich im Inneren des Kästchens fort und verbreitet sich nach dem Öffnen der Verpackung im ganzen Raum. Geradeso als wolle er einen betören, schon mal für sich gewinnen, noch bevor die ersten Töne erklungen sind.
Egal – ich mag den Duft und könnte ihn mir auch als Aftershave vorstellen.

Unter der Halterung des Tonabnehmers finde ich einen Schraubenzieher und ein Nadelbürstchen in ihren Schaumstoffspalten und ein paar unterschiedlich lange Schräubchen.
Es gibt allerdings kein Begleitheftchen und auf dem Karton finden sich auch keine technischen Daten.
Was wiegt der Tonabnehmer? Welche Nadelnachgiebigkeit hat er? Mit welcher Auflagekraft will er gefahren werden? Wie muss ich ihn abschließen? Das alles kann ich nur vermuten oder ich muss es mir aus dem Internet ziehen.

Nun gut – möglicherweise liegt es daran, dass dieser Tonabnehmer ganz frisch aus Japan gekommen ist und gar nicht den Weg über die Vertriebs-Zentrale nehmen konnte. Ich gehe also mal davon aus, dass man normalerweise bei Audioplan so ein Manual in unserer Sprache hinzugefügt hätte.

Es ging also wieder daran, das Zusatzgewicht von etwa 5 gr und den Tonabnehmer unter die Headshell zu schrauben. Diesmal habe ich es mir allerdings einfacher gemacht und die Schrauben von unten eingesteckt. Logischerweise also die Muttern oben auf der Headshell aufgeschraubt. Von der Funktion her ist es natürlich völlig gleichgültig, wie rum man das anschraubt, aber es sieht nicht so professionell aus – finde ich.

Außerdem besteht immer die Gefahr, dass man mit dem Schraubenzieher unten den Nadelträger beschädigt oder mit der Zange oben Kratzer macht. Kurz und gut – ich mag es anders herum lieber.

Nun war das System justiert und suchte Anschluss. Zum Glück diesmal mit 100 Ohm – so wie es heute Standard ist. Als Händler freue ich mich immer darüber, weil man dann nicht dem Risiko ausgesetzt ist, dass der Kunde ein Phonoteil besitzt, bei dem man den richtigen Wert gar nicht einstellen kann. Niemand ist in der Lage, ein falsch abgeschlossenes System zu hören und sich vorstellen zu können, wie es wohl klingt, wenn es korrekt abgeschlossen worden ist. Deshalb ist das immer ein sehr wichtiger Punkt, vor allem, wenn man beim Kunden zuhause ist.
Aber das alles konnte ich hier getrost vergessen. Das Fuji braucht 100 Ohm – basta.

Wie so oft lege ich als erstes die LA4 mit Nouveau Bach auf.
Und was hier gerade geschieht – kann einem den Atem verschlagen.
Lassen Sie mich erklären, wieso.

Wenn Sie sich, wie ich das eingangs bereits beschrieben habe, die CD anhören, dann werden Sie sich nach dem Stück sicher sein, dass hier LA6 und nicht LA4 gespielt haben.
Links gibt es zwei statt einer Gitarre und rechts an das Glöckchen kommt nur jemand heran, der dort auch steht. Hamilton sitzt aber mittig an seinem Schlagzeug.

Hört man sich die Schallplatte über das Bloom 2 an, ist das alles Blödsinn. Dieser Tonabnehmer rückt die Musiker so dicht zusammen, dass sie fast schon “ineinander fließen”. Für sechs Musiker ist beim Bloom 2 kein Platz!

Mit dem Ortofon Quintet Bronze kommt eine große Glaubhaftigkeit in das Geschehen. Es zieht zwar die Musiker lange nicht so sehr in die Breite wie der CD-Player das macht, aber dafür dürfen wir jetzt auch Almeida`s Fingerfertigkeiten auf einer (!) Gitarre bewundern. Und wenn Hamilton mal von seinem Stuhl aufsteht, kommt er auch an das Glockenspiel.

Bud Shanks mit seinem Saxophon holt das Ortsfon von ganz rechts nach halb rechts und dadurch passt dann auch das Glockenspiel noch nach rechts hinter das Saxophon in den „akustischen Bilderramen“.

Was soll man also tun? Sich in die Klangfarben des ZYX verlieben? Die Korrektheit des Ortofons genießen?
Oder gibt man sich der Erkenntnis hin, dass man doch ein wenig tiefer in die Tasche greifen muss, um beides zu bekommen?

Damit sind wir bei der Frage, was denn das Fuji zu diesem hohen Preis aus der LA4-Aufnahme macht.

Und das ist zunächst einmal höchst erstaunlich.
Das Fuji sorgt nämlich für die Rehabilitation der CD und gibt ihr Recht! Zumindest, was das Glockenspiel angeht.

Fast identisch zur CD stellt das Fuji das Glöckchen „viel zu weit“ (?) nach rechts und erzeugt wieder die Frage, wie Jeff Hamilton da denn wohl drangekommen sein soll.

Bei Almeidas Gitarrenspiel straft es sowohl die CD als auch das Bloom 2 Lügen. Hier bildet das Fuji ein Meisterstück eines spanischen Instrumentes ab und lässt uns dabei zuschauen, wie Almeida`s Finger samt Daumen über die Saiten „flirren“.

Und genau hier stellt sich dieses kleine musikalische Wunder ein, das uns immer wieder in die Konzerte zieht.
Wie Almeida das Kunststück fertig bringt, diese beiden Themen gleichzeitig zu spielen, das wird mir immer ein Geheimnis bleiben.

Das Bloom 2 hat mich das Holzmundstück des Saxophons betrachten lassen. Das Ortofon, hat das mal eben schnell „gerade gerückt“ und deutlich gemacht, dass so ein Saxophon auch noch aus „Blech“ besteht. Das Fuji steht souverän über diesem Streit, der angesichts seiner Leistungen zur Farce degradiert wird.
Dreckig? Ja!
Holzmundstück? Ja!!
Messingkörper? Ja!!!
Anblasgeräusche? Ja, endlich!!!!
Nebengeräusche des Saxophons? Eine Menge!!!!

Man “sieht” tatsächlich, wie Bud das Saxophon hält, wie er sich krümmt und dreht.
Es ist der Wahnsinn.

Wieder packt mich also der Klang eines ZYX-Tonabnehmers, so wie schon beim Bloom 2. Aber diesmal, ohne dass ich ein schlechtes Gewissen dabei haben muss. Ohne dass ich Prioritäten setzen muss.
Das Bloom 2 stellt mir die Künstler einfach nicht korrekt auf. Als High-Ender darf und will ich das nicht gutheißen. Nicht zu diesem Preis. Mit seinem Klangbild hat mich das Bloom 2 aber gefangen genommen und ich sitze vor diesem Tonabnehmer wie vor einem riesigen Stück Torte.
Haben wollen würd ich es ja schon gerne, aber …

Beim Fuji ist da keine Spur von Reue oder schlechtem Gewissen. Was hier spielt, das spielt auf allerhöchster Ebene! Das ist gut für mich in jeder Beziehung!
Ich hebe den Tonarm an und wechsle zum dritten Stück, das den Namen des Albums trägt „Just friends“.

Es beginnt wieder mit Almeida`s Gitarrenspiel und er sitzt immer noch halb links. Doch irgendwie hören wir seine Gitarre hier und da auch von leicht rechts – aber irgendwie anders und sehr leise.

Eine Weile rätsle ich herum, was das wohl sein könnte – ein Aufnahmefehler? Ist da ein Mikrofon zu weit offen? Irgendwie klingt es blechern und manchmal auch „rasselnd“. Und dann glaube ich die Ursache zu erkennen. Sein Gitarrenspiel fängt sich unter Hamiltons großem Ride-Becken und ich höre diese Reflektionen, die die Klangfarbe des Beckens angenommen haben – es ist – sagte ich es schon?  Der Wahnsinn.

Ich sitze da und erinnere mich an Björns Worte: „Das Fuji wird von den Händlern irgendwie nicht gerne genommen. Es ist günstiger als die Tonabnehmer der direkten Mitbewerber und wird deshalb von den Kunden nicht beachtet. ZYX hat ja noch das Airy XH für 2.700,- € und das 4D-XH SB für 3.600,- €. Die liegen preislich mit ihren stärksten Mitbewerbern gleichauf und das empfinden die Händler und die Kunden dann als fair. Mit dem Fuji beschäftigen sie sich nicht lange.

Also das will ich jetzt wissen und beschließe, nach und nach auch die Mitbewerber in dieser Konstellation zu hören.

Doch wie heißen die „Herausforderer“ denn eigentlich, wie man beim Boxkampf jetzt wohl sagen würde?
Gehen wir doch mal den Markt durch:
Da wären das Lyra Kleos für ca. 3.000,- Euro, das Benz Ruby Z für 2.900,- Euro, das Clearaudio Stradivari V2 für 3.000,- Euro, das van den Hul Grashopper für etwa 2.600,- € oder das Canary für rund 3.300,- €, das Ortofon Windfeld Heritage für 3.300,- Euro und das Kiseki Blue NS für 3.300,- €.

Sie alle können uns verzaubern, viele kenne ich bereits in eigenen Kombinationen oder durfte sie bei meinen Kunden Zuhause justieren. Sie alle verfügen über Stärken, in die man sich durchaus verlieben kann – manchmal auf den ersten Ton, manchmal muss man sich erst hinein arbeiten. Wobei hier das Wort „arbeiten“ ja wohl gar nicht passen will, oder?

Kommen wir zum Fazit.

Ein langer, aber wie ich hoffe für Sie genau so interessanter Bericht wie für mich.
Wie lautet es also jetzt das Fazit?

AVID HiFi Sequel SP, 7.900,- Euro
Bei diesem Laufwerk und bei Conrad Mas muss ich mich für mein bisheriges Desinteresse entschuldigen. Immer wieder führe ich mit Laufwerksentwicklern heiße Diskussionen, in denen man die eigenen Ansichten verteidigt. Beim Sequel muss ich erkennen, dass ich meine Theorien, Philosophien und Überzeugungen in die Tat umgesetzt sehe – gerade so, als hätte ich es selbst entwickelt. Wieso nur haben wir nicht schon viel eher zusammengefunden?

SME M2-9, 1.898,- Euro
Ganz bestimmt gehört dieser Tonarm nicht zur kleinen Gruppe der Weltelite und ich hab mich fast schon darüber geärgert, dass ich ihn nicht in einer längeren Version geordert habe. Was umso mehr erstaunt ist deshalb die Tatsache, wie brav er die Klangunterschiede zwischen den Systemen zur Geltung bringt und wie sehr er sie uns geradezu auf dem Silbertablett präsentiert. Also wenn auch nicht “Elite” so doch ein super Preis-/Leistungsverhältnis!

ZYX Bloom 2, 1.200,- Euro
Ich werde noch eine Rückmeldung darüber bekommen, ob mein Test-Exemplar einen Fehler hatte. Falls nicht, ist dieses System zwar etwas für alle Liebhaber des „analogen Klangs und satter Klangfarben“ – aber nichts für diejenigen, die auf eine korrekte Breitenstaffelung achten.

Ortofon Quintet Bronze, 600,- Euro
Hut ab! Ich weiß ja, dass ich zu ihm unfair gewesen bin und Ortofon hätte ja durchaus auch „größere Kaliber“ dazu beisteuern können, aber einer musste ja preislich das „untere Ende der Fahnenstange“ bilden und dafür hat sich das Ortofon mehr als prima geschlagen

ZYX Fuji, 2.000,- Euro
Dieser Tonabnehmer ist in diesem Vergleichstest nicht nur der klare Gewinner, sondern er besteigt auch soeben unseren Referenz-Thron in der 2.000,- Euro-Klasse.

AVID HiFi Sequel SP

Während Sie diesen Bericht lesen, werden wir uns aber bereits mit den Mitbewerbern befassen. Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie mit Interesse dabei bleiben und mich auch bei den weiteren Analog-Berichten begleiten würden.

Und falls Sie eine Idee haben – falls Sie gerne wissen möchten, wie sich denn ein ganz bestimmtes System oder ein Tonarm in dieser Kombi „schlägt“, dann schicken Sie mir doch einfach eine E-Mail und ich prüfe, ob ich Ihrem Wunsch nachkommen kann.
Und das Beste:  Wenn wir es aufgebaut haben, dann kommen Sie doch einfach zum Hören dazu! So wie unser Kunde Christian. Lassen Sie uns das Ergebnis gemeinsam bewerten. Und vielleicht kommen wir ja zu völlig verschiedenen Ergebnissen? Genau das macht doch den Spaß aus!
Ihr Wolfgang Saul

Kommentar von Björn Kraayvanger:

Hallo Wolfgang!  Toller Bericht!!!!
Das Bloom 2 lassen wir prüfen und werden es Dir dann noch einmal zur Verfügung stellen. Selbstverständlich gehört zu jedem Tonabnehmer von ZYX ein Begleitheftchen mit allen technischen Daten zum Lieferumfang. Wie Du ja aber schon selber schreibst, hat dieses System eben nicht den Vertriebsweg genommen sondern aus Japan den direkten Weg zu Dir gefunden.
Und nächste Woche bringe ich Dir das 4D.  Du wirst staunen!
Gruß! Björn
(www.lenhifi.de)

Creek Evolution mit Ruby Teil 1

Creek Evolution mit Ruby Teil 1

schon vor „ewigen Zeiten“ baute der Radio- und Fernseh-Händler Michael Creek in der Nähe von London richtig gut klingende Tuner und HiFi-Verstärker für seine damals eher „minderbemittelten“ Bewohner in der Nachbarschaft.

Seitdem hat sich zwar viel getan – allerdings ist der Stolz auf diese lange Geschichte über ein halbes Jahrhundert hinweg so groß, dass man nicht müde wird, immer und immer wieder auf sie zu verweisen. Und man lässt sich davon auch nicht dadurch abbringen, dass schon längst der Sohnemann das Schiff übernommen hat.

Ergebnis:   Creek? Ja sicher – klingt gut, aber ist doch auch ziemlich „Old Scool“, altbacken, langweilig!
Was soll der „User von heute“ noch mit so einem Verstärker von Creek?

AUFWACHEN!!!!!

Creek ist längst in der Gegenwart angekommen – und Ihnen möglicherweise sogar schon einen Schritt voraus!?
Ich lehne mich da verdammt weit aus dem Fenster?
Prüfen Sie es:

Smartphone-Generation?

Sie hören Musik über Ihr Smartphone? Nutzen Portale wie Spotify, Deezer, Apple-Music, …? Streamen es von Ihrem NAS? Hören Radio nur noch im Auto oder mal am Samstag – für Fußball?

Aber lassen Sie mich raten:  „Funzt klasse – klingt bescheiden!“

Irgendwie passt diese neue Art des Musikhörens noch nicht zu der vorhandenen HiFi-Anlage und wird in der Regel eben auch getrennt betrieben.
Das könnte sich jetzt bald ändern!

Creek hat zur Entwicklung der beiden aktuellen Vollverstärker unter den Bezeichnungen Evolution 50A (1.125,- Euro) und Evolution 100A (2.100,- Euro) in Ihr Wohnzimmer hinein gesehen und Sie ganz genau beobachtet.
Entdeckt – hat man dabei sowohl den klassischen Musikhörer, der ist nämlich mit dem Verstärkerkauf schon fertig, als auch die „Smartphone-Generation“.
Und dieser zweite Halbsatz, der bereitet mir gerade außergewöhnlich viel Freude.

Oh Ruby …

Zwar tun einem die 550,- Euro Aufpreis für die auf den Namen  „Ruby“ hörende DAC-Platine möglicherweise zunächst etwas weh, aber danach präsentiert sich der Creek als ein Vollverstärker, wie er heute sein sollte. Für mich führt daran gar kein Weg vorbei, den Ruby dazu zu nehmen und ich würde mir fast wünschen, es gäbe die Creeks nur noch so.

Die Ruby-Platine erweitert den Evolution-Verstärker durch:

2 x TOSLINK-Eingänge –
das sind die genormten Lichtleiter-Verbindungen, wie wir sie zum Beispiel auch am Apple-TV vorfinden.

2 x S/PDIF-Eingänge –
das sind die digitalen Cinch-Verbindungen, wie sie von vielen Wandlern oder Laufwerken als Ausgang genutzt werden.

1 x USB-Eingang –
damit kann ich dann z.B. meinen PC oder mein Notebook anschließen.

1 x Bluetooth-Eingang/-Antenne –
das ist für mich der absolute Knaller! Endlich einfach mit dem Smartphone oder dem Tablet direkt – ohne irgendein anderes Gerät dazwischen – zum Verstärker streamen!

1 x UKW-Empfangsteil –
und dafür ist natürlich ebenfalls ein Antennenanschluss vorhanden.

Jetzt mag sich der eine oder andere fragen: „Und warum gibt es keinen Netzwerk-Eingang?“. Dann kann ich doch direkt aus dem Internet in meinen Verstärker streamen!?

Doch mit dieser Frage zielen wir auf ein Thema, das man wohl als äußerst kritisch bezeichnen muss. Unzählige Entwickler verbrennen sich gerade fortlaufend die Finger an dieser sich rasant entwickelnden Angelegenheit und ich bin heilfroh, dass sich Creek dagegen entschieden hat. Und das ist ja auch gar nicht nötig!
Die Netzwerkverbindung baut ja Ihr Smartphone oder Ihr Tablet auf – und dort haben Sie ja auch die entsprechende App installiert.
… und sind es gewohnt, diese fortlaufend auch updaten zu müssen/zu können oder sie einfach zu wechseln.

Sollte sich die Situation mal ändern, wird uns sicher auch Creek so einen „Digital-Streamer“ präsentieren, aber ich glaub, das dauert noch.

So viel zur Theorie – jetzt zur Praxis:

Ich habe die Ruby-Platine in meinen Evolution 100A (geht mit dem 50A genau so) eingebaut und schließe den Verstärker an die neuen Ausnahmewandler Extreme 3 von Progressive Audio an.

Zunächst will ich einmal Radio hören. Zur Bedienung muss man kurz in die Anleitung schauen, da es die speziellen Radio-Knöpfe nicht gibt, aber da das Radioteil wie andere Tuner auch funktioniert, sind die Sender schnell gefunden und gespeichert. Die mitgelieferte „Wurfantenne“ bringt es aber definitiv nicht. Wie üblich quittiert sie jede meiner Bewegungen mit einem veränderten Rauschteppich – so macht das keinen Spaß. Eine gescheite Antenne muss her – also mehr zum UKW-Empfang in einem späteren Teil des Creek-Berichts.

Jetzt schließe ich meinen Solisto-Digitalwandler an den Line 1-Eingang des Evolution an.

Dieser Eingang kann – wenn man es so will – mit einer Phonoplatine versehen werden, sodass man auch einen Plattenspieler direkt anschließen kann. Hierzu gibt es je nach Bedarf sogar drei verschiedene Ausführungen: eine für MM-Systeme, eine für „laute“ MC-Systeme und eine dritte für „leise“ MC-Systeme.
Ich habe aber im Moment nicht vor, an dem Evolution einen Plattenspieler zu betreiben, daher läuft mein Line 1-Eingang zurzeit als Hochpegel-Eingang.

Der Solisto wird von meinem Apple-TV II über ein Lichtleiterkabel gespeist. Und mein Apple-TV erhält seine Signale von meinem iPAD Mini. So höre ich das schon eine ganze Weile.
Das Apple-TV hat leider nicht viel Auswahl an Verbindungen anzubieten und die bisherigen Verstärker boten mir keinen TOSLINK-Eingang an. Langer Rede kurzer Sinn – ich höre, was ich seit Monaten über diese Konstellation höre – an verschiedenen Verstärkern.
Auch am Evolution klingt das – trotz Spotify und MP3 und so – schon richtig gut. Ich spiele gerade zufällig einen Song aus meiner Playliste „Can wie go home now“ von The Roches. Das ist harmonisch, das macht Spaß. Ist so, wie ich es kenne.
Danach folgt Gotye mit seinem „Somebody used to know“. Macht genau so viel Spaß.

Zwei Kunden „stören“ gerade diesen Test, wollen ein Kabel abholen. Sie setzen sich dazu und ich höre ihre Fragen:  „Da läuft jetzt Spotify? Ist das nicht MP3? Wir hören jetzt tatsächlich iPAD – Apple-TV – Wandler – Verstärker – Boxen, und das klingt so gut? Unglaublich!“ Die Beiden waren offensichtlich noch niemals auf die Idee gekommen, Spotify über die Stereo-Anlage zu hören.
Doch dieser Begeisterung folgte eine schnelle Wandlung ins Gegenteil. Ich stoppte die Musik und schaltete am Evolution auf den Bluetooth-Eingang um. Zunächst galt es, die Lautstärke-Unterschiede auszugleichen, da die Musik über den Bluetooth-Empfänger deutlich lauter ist.
Ich starte erneut „Can we go home now“ – und frage mich auf der Stelle, wieso die Stimmen jetzt auf einmal da sind, wo sie nun herkommen. Da waren sie vorher definitiv nicht. Ich schalte wieder weiter auf „Somebody used to know“ – da gibt es auf einmal ein „echtes Xylophon“ und nicht mehr so eins aus Garageband oder so. Nicht, dass ich etwas gegen Garageband, Logig X und Co. hätte, ich mache da wahnsinnig gerne selber Musik mit, aber dieses Xylophon wird gerade von einem Menschen „in echt“ gespielt, was klar und deutlich anhand der unterschiedlichen Anschläge zu vernehmen ist.

Ich will noch einmal prüfen, woher die Stimmen vorher kamen und wie sich das Xylophon über Apple-TV und Wandler anhören, aber alles, was meine beiden Kunden und ich nach dem erneuten Umschalten und dem Pegelausgleich höre ist, dass das so kein fairer Vergleich sein kann. Zwischen diesen beiden Ergebnissen liegen Galaxien und ich breche den Test hier ab.

Mein Blick geht hin zu den Beipack-Strippen vom Apple-TV und vom Wandler. Bisher hatten sie mich nicht interessiert. Dass die Musik auf Spotify „nur MP3“ ist, habe ich ja gewusst. Ich wollte ja auch nur neue Künstler und neue Songs kennen lernen und nicht anspruchsvoll Musik hören. Zu keiner Zeit bin ich bisher auf die Idee gekommen, das Apple-TV mal an einen richtig guten Wandler zu hängen.
Doch hier kommen mir im Sekundentakt neue Fragen in den Kopf und ich glaube, dieser Test wird deutlich umfangreicher, als ich das bisher schon geahnt hatte.

Die PADIS Sicherung

Padis Sicherung

Die PADIS Sicherung

Sie kennen dieses Spielchen:  Ich hab da eine gute und eine schlechte Nachricht …
Ich beginne hier mit der schlechten:  Eine PADIS-Sicherung kostet 22,- Euro pro Stück!

Ende der schlechten Nachricht.

War doch noch erträglich, oder?

Und nun zur guten:  Eine PADIS-Sicherung dürfte auch zehn mal so viel kosten …
… zumindest wenn man den klanglichen Aspekt berücksichtigt.
Denn ganz ehrlich, um einen ähnlichen Zugewinn durch Kabel, Spikes, Pucks oder gar andere Komponenten zu erreichen, müsste man ganz sicher mehr als das Zehnfache ausgeben.

Aber genug gelobhudelt – kommen wir zu den Hintergründen.

Ausgangssituation

Hersteller und Entwickler von HiFi-Geräten, vor allem von Verstärkern jeglicher Bauart, hassen die Gerätesicherung! Machen sie doch alle Bemühungen, mit mächtigen Kabelquerschnitten und allerfeinstem Kupfer oder Silber zu arbeiten, wieder zunichte.

Wie man es auch dreht und wendet – die Sicherung bleibt das Nadelöhr und alle Signale müssen wie das berühmte Kamel da hindurch.

Signale durch die Feinsicherung?
Was ist das denn für ein Blödsinn?
Die Sicherung sitzt doch nicht im Signalweg, sie sitzt doch an der stromführenden Stelle und hat mit dem Musiksignal absolut überhaupt gar nichts zu tun!!!!!!!!!!!!

Oder doch?

Mal davon abgesehen, dass es auch Sicherungen gibt, die tatsächlich im Signalweg sitzen, dürften die meisten Vertreter aber im Eingangsbereich des Verstärkers angebracht sein, also dort, wo der Strom “reinkommt”.

Doch auch bei dieser Sicherung behaupte ich ganz einfach mal folgendes:
Klemmen wir ein empfindliches Messgerät (einen Oszi) zwischen den Schukostecker eines Verstärkers und der Schuko-Steckdose in der Wand und spielen wir Musik, dann wird man am Oszilloskop klar und deutlich “Ausschläge” erkennen können.  Da fließen nicht einfach immer die gleichen Werte, sondern wir werden Ausschläge erkennen können, die durchaus eine Beziehung zum Musiksignal haben.

Bei lauten Orchestereinsätzen gehen die gemessenen “Spitzen” nach oben – in den Pausen nach unten.
Hören wir uns eine bekannte Test-CD mit den riesigen japanischen Trommeln (Taiko) an, werden wir am Oszilloskop jeden einzelnen Schlag beobachten können. Ich bin nicht Techniker genug, um beurteilen zu können, ob man anhand der Messdaten das ursprüngliche Signal reproduzieren könnte, aber mein technisches Verständnis reicht dafür allemale aus, um hier einen Zusammenhang erkennen zu können.

… und um nachvollziehen zu können, wieso einige Entwickler versuchen, diese Gerätesicherungen zu vermeiden.
Doch das ist nicht so einfach.

Es gibt Vorschriften und es gibt Verbraucherrechte. Beides geht schlecht einher mit dem Weglassen von Sicherungen. Ist doch die namensgebende Aufgabe dieses Bauteils, das Gerät und seine Benutzer abzusichern; vor größerem Schaden zu bewahren.

Es dürfte ja auch jedem einleuchten, dass ein Verstärker dann, wenn er gerade sehr laut spielen muss, mehr “Strom zieht”, als dann, wenn ziemliche Ruhe herrscht.

Irgendwie hat also selbst die im Eingang sitzende Sicherung etwas mit dem Musiksignal zu tun.
Wie viel das messtechnisch ist – das weiß ich nicht.

Wie stark sich das auf den Klang auswirkt – das weiß ich sehr gut.

Das auslösende Ereignis

Ralf Koenen, der Mann hinter Progressive Audio, ist von einem seiner Lieferanten auf eine Gerätesicherung aufmerksam gemacht worden, die speziell für HiFi-Zwecke entwickelt worden ist. Aber sie bestand seine Qualitätsprüfung nicht.

Allerdings hatte sich diese Idee, die dahinter steckte, bereits in seinen Kopf gebohrt und saß dort wie der Stachel einer Wespe.

Einige Monate später präsentierte er seine Gerätesicherung – die PADIS-Sicherung.

Nein – damit war er nicht “allein auf dieser Welt”, aber er war auf Anhieb “sehr weit vorne”.

HIGH END FUSE

Es gab bereits andere Feinsicherungen und es gibt sie auch immer noch. Und wer auf der Suche nach einer Klangverbesserung ist und sich nun auch einmal an dieses Thema wagt, der tut sicher gut daran, sich mal verschiedene Sicherungen auszuleihen.

AUDIOSAUL führt ausschließlich die PADIS-Sicherung, weil sie uns am besten gefällt und die Rücksendequote praktisch bei Null liegt.

Unsere Erfahrungen

Wer so weit ist, sich eine PADIS-Sicherung auszuleihen und zu probieren, der kauft sie – und nicht nur eine.

Unser Höchstwert liegt derzeit bei 63 Sicherungen, die ein einzelner Kunde bei uns bestellt hat. Aber ich vermute, dass dahinter ein HiFi-Club oder zumindest eine Sammelbestellung steckt, denn wer hat schon so viele Geräte?

Ich kenne zwar Kunden, die diese Sicherungen nach den ersten positiven Erfahrungen auch in alle Video-Geräte gepackt haben, aber auch damit käme selbst ich nicht auf diese Anzahl.

Wie ist denn nun die klangliche Wirkung?

Einerseits ist das sehr leicht zu beschreiben: U-N-F-A-S-S-B-A-R  !!

Andererseits aber auch wieder sehr schwierig zu beschreiben.
In der High-Fidelity gibt es “zwei große Klangschubladen”, in die der Kenner immer gerne alles hineinpackt.

Auf der einen Schublade steht:  analytisch und auf der anderen steht: muffig.

Nutzt man nun die Beschreibung:  “Es wird ein Vorhang weggezogen” – ist das ein klares Signal dafür, dass das Klangbild jetzt in die Schublade “analytisch” gehört, also kalt, metallisch und unangenehm geworden ist.

Doch die PADIS-Sicherung passt sich dieser einfach strukturierten Welt nicht an.

Hier muss ich an ein Erlebnis mit Jan Allaerts, einem Entwickler von wahnsinnig guten Tonabnehmern denken. Ich war geradezu verliebt in dieses volle, warme, harmonische, ja musikalische Klangbild dieser Systeme. Als ich ihn fragte, was denn für ihn das wichtigste klangliche Entwicklungsziel sei, antwortete er: “Analytik! Ganz klar Analytik!”.

Das passte für mich nicht zu seinen Tonabnehmern und ich hakte nach. Seine Antwort lautete:

“Ich weiß, dass die Menschen nach diesem berühmten Analogsound suchen. Sie wollen Wärme und Volumen. Es soll schön klingen. Aber mein Ziel ist es, alle Informationen aus einer Schallplattenrille heraus zu lesen, die vorhanden sind.
Das Problem dabei ist, dass die meisten Hersteller zwar das gleiche Ziel verfolgen, aber ihren Weg nicht konsequent bis zum Ende gehen. Aus kommerziellen Gründen und vielleicht auch, weil ihnen das geeignete Material und die Fähigkeiten fehlen. Also versuchen sie, trotzdem das Klangbild analytischer zu machen. Sie erreichen aber nur einen helleren Sound, der unangenehm wirkt. Du musst diesen Weg durch die unangenehme Phase hindurch gehen und nicht von Deinem Ziel abweichen. Wenn Du es schaffst, dass Dein Tonabnehmer so enorme Abtastfähigkeiten besitzt, dass man das nicht einmal mehr mit professionellen Testschallplatten prüfen kann, dann hast Du dieses Tal durchschritten. Die dadurch erreichte Analytik führt zu solch einem realen Klangbild, dass die Wärme und das Volumen, das das Original zu bieten hat, 1:1 reproduziert werden. Die echte Wärme und Musikalität erreichst Du nur durch eine absolut konsequente Entwicklung hin zur Analytik. Die Analytik ist nicht der Teufel – sie ist die Musik!”

Ich musste lange darüber nachdenken. Beim Schreiben dieses Artikels ist es mit wieder eingefallen und ich kann nur sagen, dass  Jan´s Aussagen absolut auch auf die PADIS-Sicherung übertragbar ist.

Sie zieht jeden Vorhang zwischen uns und dem Klanggeschehen zurück. Anfangs glaubt man, es läge daran, dass jetzt die Kontakte mal wieder “gereinigt” worden sind, was ja beim Einstecken automatisch geschieht, aber je länger man hört, um so mehr erkennt man, dass man ein solches Klangbild nicht einmal hatte, als das Gerät noch flammneu war.

Da, wo man vorher durch eine “Ribbelscheibe” gesehen hat, die wir von der Duschabtrennung kennen, schauen wir jetzt durch eine Klarglasscheibe und ab und zu “greifen wir sogar mal hin”, weil wir glauben, es gäbe gar keine Abtrennung mehr.

Metallisches klingt so metallisch, wie wir es noch nie über unsere Anlage gehört haben. Sonores erhält ein Volumen, das so schön ist, dass wir es immer wieder hören wollen. Stimmen sind so authentisch, dass wir Gänsehaut bekommen, sobald wir die Augen schließen, weil wir uns und den Sänger im gleichen Raum wähnen.

Ist es also eine Zaubersicherung?

Können wir jeden “Schund an Komponenten” kaufen – zack – Padis-Sicherung rein – zack – haben wir ein High-End-Gerät?

Würden Sie mir das glauben?

Nein, ganz bestimmt nicht und solch eine Aussage wäre auch unseriös.

Die PADIS-Sicherung zeigt, wie Ihre Komponenten klingen können.
Wer also mit seinem Verstärker oder seinem CD-Spieler … völlig unzufrieden ist, der wird es mit der PADIS-Sicherung noch immer sein. Ich habe es noch nie erlebt, dass ein Kunde seine Komponente abgeben wollte und sich dieser Entschluss durch die PADIS-Sicherung geändert hätte.

Nein, die PADIS-Sicherung ist vielmehr für die Besitzer gedacht, die so sehr mit ihren Komponenten zufrieden sind, dass sie sich fragen ob und wie das jetzt noch zu verbessern sei.

Wer so weit ist, dass er glaubt, man müsse jetzt unbedingt “die Finger von der Anlage lassen”, weil sie auf den Punkt genau spielt, der sollte die PADIS-Sicherung testen. Er wird das Ergebnis nicht für möglich halten!

Alles leere Versprechungen und Werbegetrommel, aber es steckt nichts dahinter?

Wenn Sie das glauben, haben Sie jetzt genau zwei Möglichkeiten:

A) Sie mögen Ihre Vorurteile und pflegen sie weiter. Die Erde kann nicht rund sein, dann würden wir ja runterfallen!

B) Sie sind neugierig genug, um diese Sicherung tatsächlich einmal testen zu wollen.

Doch wie kommt man an solch eine Test-Sicherung heran?

Nun, die einfachste Möglichkeit:
Sie haben einen PADIS-Händler in der Nähe und holen sich da den passenden Wert zum Ausprobieren ab.

Die genau so einfache Möglichkeit:

Sie fordern bei AUDIOSAUL eine Test-Sicherung an. Einfach das Kontaktformular unten auf dieser Seite benutzen.

Was geschieht dann?

Wir werden Ihne eine E-Mail zusenden, um zu prüfen, ob die angegebene E-Mailadresse fehlerfrei ist. Dann bekommen Sie von uns eine Zahlungsaufforderung über 25,-€ (FS20) bzw. 28,- € (FS30) Pfand- und Schutzgebühr pro angeforderter Sicherung, die Sie am einfachsten und schnellsten über Paypal bezahlen. Sobald die Zahlung eingetroffen ist, geht das Päckchen raus.

Sie haben dann einen Monat Zeit, die Sicherung(-en) zu testen. Bekommen wir keine Nachricht von Ihnen, erhalten Sie nach Ablauf dieser Zeit eine ordentliche Rechnung an die gleiche E-Mail-Adresse zugeschickt. Da die Zahlung bereits in voller Höhe erfolgt ist, ist der Kauf damit abgeschlossen.

Wollen Sie die Sicherung nicht behalten, schicken Sie sie einfach innerhalb des ersten Monats an uns zurück. Nach einer  Funktionsprüfung werden wir die Schutzgebühr auf dem von Ihnen zuvor gewählten Zahlungsweg zurück überweisen.

Welchen Sicherungswert kann ich anfordern?

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Die PADIS-Sicherungen gibt es in zwei unterschiedlichen Größen:

FS 20 (5mm x 20mm) – dies ist die genormte europäische Gerätesicherung.

FS 30 (6,3mm x 32mm) – dies ist die große “amerikanische” Gerätesicherung.

Die FS20 (22,-€) gibt es in den Werten:
0.125A, 0.25A, 0.315A, 0.5A, 0.8A, 1.0A, 2.0A, 2.5A, 3.15A, 4.0A, 5.0A, 6.3A, 8.0A, 10A, 15A

Die FS30 (28,- €) gibt es in den Werten:
0.8A, 1.0A, 1.25A, 1.6A, 2.0A, 2.5A, 3.15A, 4.0A, 5.0A, 6.3A, 8.0A, 10A, 15A

Welchen Wert nehme ich, wenn der von meinem Gerätehersteller genannte Wert nicht vorhanden ist?

Immer den nächst höheren Wert!

Die Angaben der Hersteller sind schon in der Regel sehr sinnvoll gewählt. Dennoch ist es in der Praxis so, dass da ziemlich große Toleranzen eingerechnet sind. Das liegt zum einen daran, dass die Standardsicherungen eine gewisse Abweichung vom angegebenen Wert haben dürfen und zum anderen daran, dass die Hersteller in dem Durchbrennen einer Gerätesicherung keinen “großen Akt” erkennen können – “ist ja nur Pfennigkram!”.

Nun – das stimmt bei einer PADIS-Sicherung leider nicht mehr so ganz. Wenn Sie also nicht sicher sind, welchen Wert Sie anfordern sollen, dann schreiben Sie uns einfach, in welchem Gerät Sie die Sicherungen einsetzen wollen und wir schauen nach oder erkundigen uns beim Hersteller über den passenden Wert.

Progressive Audio Extreme 3 Bericht

Progressive Audio Extreme 3

Progressive Audio Extreme III

Ralf Koenen, Inhaber und Chef-Entwickler bei Progressive Audio, hat mich dazu eingeladen, seinen neuen Lautsprecher, die Extreme 3 zu hören.

Meine Erwartungen waren hoch, kannte ich doch die ersten beiden Modelle aus der neuen Serie mittlerweile sehr gut. Da ist die Extreme 1 vom Typ Regallautsprecher, bei der ich immer das Gefühl habe, einen 911-er aus der Garage zu holen, wenn ich sie aus dem Regal heraus nehme und auf die passenden Ständer stelle. Im Regal oder auf dem Highboard spielen sie toll, aber so frei im Raum aufgestellt, gehen die Kinnladen schon mal gern in Richtung Erdboden.
Nun gut – die Presse ist sich einig und voll des Lobes. Also können wir die Einser schon mal als „erledigt“ abhaken.
Aber was ist jetzt mit der Dreier?

Ganz oben im schlanken Gehäuse thront wie bei der Extreme 1 das Koaxial-Chassis von Seas. Vor mehr als 10 Jahren schon habe ich in diesen Räumen genau diese Chassis herumliegen sehen. Doch kann ich mich nur daran erinnern, dass sie als „nicht ernst zu nehmende Tröten“ abgetan wurden. Heute schaue ich mir die Extreme an und erblicke in der Dreier wie auch in beiden kleineren Modellen diese „Tröten“?
Ralf lächelt, nein, ich will ehrlich sein: Er grinst!

„Über zehn Jahre hat es gedauert, bis diese Chassis das konnten, was Du gleich hören wirst!“ höre ich ihn sagen. Er deutet an, dass er maßgeblich an der Weiterentwicklung beteiligt war und dass auch die Bässe für ihn speziell in einer 30 Ohm-Version gefertigt werden, aber mehr will er über die Zusammenarbeit nicht verraten. Ich kenne ihn lang genug, weiß, dass er solche Dinge nicht gern erzählt und bohre nicht weiter nach.
Ich setze mich auf seine Ledercouch und während er nach einer CD sucht, schaue ich mir die Box ein wenig genauer an. Schlank, elegant, klassisch, modern, nicht zu groß, nicht zu klein … und nach und nach drängt sich mir ein Begriff in den Vordergrund: Optisch perfekt!
Und eine Frage entsteht: „Wieso?“
Hat die Extreme ein atemberaubendes Design erhalten? Eine Form, die es so noch nie gegeben hat? Hängt man sie an die Decke? Verschwindet sie hinter Bildern? Oder ist da vielleicht eine so neue Idee vorhanden, dass man selbst niemals auf die Lösung gekommen wäre? Nein, stimmt alles nicht. Aber was stimmt denn dann? Wieso erfasst mich hier gerade dieses Gefühl der Anerkennung für dieses Design?
Und eigentlich ist das ziemlich schnell beschrieben:
Manche mögen bestimmte Farben, andere mögen sie nicht. Manche mögen bestimmte Formen, andere mögen sie nicht. Manche mögen bestimmte Muster, andere mögen sie nicht.

Seas Chassis

Was passiert, wenn man einfach alles, was auch nur irgendwie „Geschmack“ sein kann, Design seiner selbst Willen sein kann, Diplomatie sein kann, Trend sein kann …
… wenn man alles das einfach weg lässt?
Muss es ein Lautsprecher den Blüten unserer Blumen nachmachen, um Kunden wie Insekten anzulocken?
… muss er bunt gefiedert für uns tanzen?
Wer wie ich gerade vor der Extreme 3 sitzt und sie seit Minuten anstarrt, der merkt, dass in ihm etwas geschieht. Er verändert sich. Man glaubt, etwas zu erkennen, zu einer neuen Sicht der Dinge zu gelangen. Wozu andere durch Indien reisen, erlebt man hier auf seiner Couch. Die Einfachheit der Dinge, die Lehre Zarathustras, die Besinnung auf das Wesentliche …
Finden diese Veränderung in mir gerade wirklich statt, oder trifft die Extreme 3 mit ihrem Erscheinungsbild einfach nur meinen persönlichen Geschmack?
Ich weiß es nicht, aber ich bin mir sicher, dass Sie sich ähnliche Fragen stellen werden.
Dann startet die Musik. Im Player hat der FIM-Sampler Producer`s Choice I Platz genommen. Das erste Stück spielt an: Carmen Habanera Fantasia, Harold Faberman & Northwest Sinfonietta, zu bekommen bei Sievekind-Sound.

Nach wenigen Takten tut sich mir eine Erkenntnis auf und ich höre mich sagen: „Ist ja kein Wunder, dass so wenige Menschen zuhause klassische Musik hören. Weil Orchestermusik einfach keinen Spaß macht, wenn man keinen Hinweis darauf erhält, welche Instrumente in welcher Anzahl wo im Orchester ihren Platz haben. Es ist einfach schier unglaublich, wie selbstverständlich hier gerade jedes Instrument dreidimensional im Raum steht.”
Die Kastagnetten ziehen mich in ihren Bann mir geht der Begriff Holographie durch den Kopf. Mit Leichtigkeit erahnt man die Anstrengung und Hingabe des Musikers. Jeden einzelnen Gesichtszug, jede Falte sehe ich vor mir. Wieso ich von einem Musiker und nicht von einer Musikerin spreche? Ganz einfach, weil die Kastagnetten derart kräftig und körperhaft gespielt werden, wie ich es selten gehört habe, nicht einmal live. Diese Kraft kann nur in Männerhänden stecken. Wenn ich falsch liegen sollte, dann mag die Musikerin meine Ausführungen als Kompliment auffassen.
Doch ich konzentriere mich bereits auf die Geige, die sich hier in der Mitte auftut. Konzentriere ich mich wirklich? Muss ich mich konzentrieren, um die Geige zu hören? Nein, ich muss mich berichtigen. Es erfordert keiner Konzentration, dieser Geige zu lauschen. Sie wird mir so selbstverständlich präsentiert, dass ich mich frage, in welchem Saal diese Aufnahme wohl entstanden sein mag. Denn bei all meinen bisherigen Konzertbesuchen scheine ich entweder die falsche Lokalität gewählt zu haben oder ich habe auf dem falschen Platz gesessen.
Dieser Musiker spielt nur für mich, oder? Auch wieder falsch. Dafür ist er viel zu weit weg von mir.
Doch bevor ich meine Gedanken zu Ende bringen kann, lausche ich lieber dem Wechselspiel zwischen der kleineren, heller klingenden und der größeren, voller spielenden Geige. Kurz danach steigen die Streicher auf der rechten Seite mit ein.

Es gibt Bücher darüber, die uns die Platzierung der Instrumente in einem Orchester genau beschreiben. Wer wie ich gerade diese Carmen-Einspielung über die Extreme 3 hört, fragt sich: Wozu? Hört man doch!

Sie mögen keine klassische Musik?

Prospekt Progressive Audio Extreme 3 Seite 1

O.k. – legen wir doch mal was ganz anderes auf.  Sagt Ihnen noch Ummagumma etwas?
Richtig! Pink Floyd!
(Die eigentlich Bedeutung dieses Begriffs will ich hier mal dezent unbeachtet lassen).
Auf dieser Scheibe gibt es ein Stück namens „Grantchester Meadows“, das Roger Waters beigesteuert hat. Eine durch Akustikgitarre begleitete Folkballade – nichts besonderes also, oder doch?
Für diesen Artikel hat diese Aufnahme etwas Besonderes: Nämlich die Koexistenz von natürlichen und künstlichen Raumabbildungen, sowie die dreidimensionale Zuordnung von Geräuschen.
Da gibt es diesen zwitschernden Vogel, der hier und da ziemlich nervt.
Was aber viel mehr nervt als das Gezwitscher an sich, ist die Tatsache, dass der Tonmeister es mit der dreidimensionalen Verschiebung dieses Geräuschs arg übertreibt.
Über eher zweidimensional abbildende Lautsprecher mag es interessant wirken, wenn der Vogel scheinbar immer wieder von rechts nach links und umgekehrt im Zimmer umherfliegt. Obwohl man selbst bei einer Wiedergabe in Mono schnell bemerken wird, dass es sich immer wieder um den gleichen „Loop“, also um eine Aufnahmeschleife handelt.
Über die Extreme 3 abgehört, kommt aber noch die „Vorne-Hinten-Schiene“ dazu. Manchmal scheint der Vogel in greifbarer Entfernung vor einem zu singen und baut damit fast so etwas wie eine Barriere zwischen dem Hörer und der weiter hinten spielenden Musik auf.
Aber spätestens wenn man sich fragt, ob so ein Vogel denn wohl überhaupt in der Lage ist, während des Flugs so zu singen, kommt man schnell zur verneinenden Antwort und das lässt den Tonmeister dann vollends als Spielkind dastehen.
Anders wird es dann mit der Gans (oder ist es eine Ente?). Sie ist zunächst links zu hören und startet dann aus dem Wasser heraus nach rechts schwenkend. Das ist überzeugend echt!
Aber so richtig gut – ja ich weiß, dass man mich gleich zum Spinner erklären wird – richtig gut wird es zum Schluss, wenn die Musik schon aus ist.
Hier wiederholt sich das, was wir vom Vogel her kennen, jetzt aber mit einer dicken Stubenfliege.
Deutlich in jeder 3D-Achse ortbar und mit einer frappierend natürlich wirkenden Raumabbildung, steigt jemand links eine hölzerne Treppe herunter, geht nach rechts herüber und versucht, mit einer Klatsche diesen Brummer zu erlegen, bis er es dann mit einem heftigen Schlag fast genau in der Mitte zwischen den Boxen offensichtlich geschafft hat. Jedenfalls brummt danach nichts mehr.

Was das alles mit Musik zu tun hat?
Nichts und doch sehr viel.
Der Mensch sucht beim Musikhören nach akustischen Hinweisen und Erläuterungen. Er will verstehen was er da hört. Jetzt sind wir es gewohnt, diese Hinweise nicht oder nur unzureichend zu erhalten. Mit einer Extreme wird das wieder anders. Sie stellt die Musik dar als eine Fülle an Informationen. Echte, glaubhafte und deutliche Informationen. Aus einem Orchesterstück bildet sie eine Art Blumenstrauß an Informationen. Von Blüte zu Blüte können wir unsere Sinne wechseln lassen und jede einzeln oder den Strauß als Ganzes genießen.
Denn das erstaunlichste an sich ist tatsächlich, dass die Extreme 3 die Musik mit ihren analytischen Fähigkeiten nicht zerreißt.
Sicher haben Sie es auch schon einmal erlebt, wenn Boxen so „analytisch“ spielten, dass man glauben konnte, jeder Musiker spiele ein anderes Stück oder er befände sich gar in einem anderen Raum.
Bei der Extreme 3 ist das völlig anders. Weil sie jedem Instrument den richtigen Platz zuweist, es in der korrekten Größe abbildet und in der realen Entfernung zu den anderen Instrumenten positioniert. Ortbarkeit und Raumabbildung sind einfach „r-i-c-h-t-i-g“.
Unser Ohr registriert das.
Wir bekommen die Informationen, die wir benötigen, um unsere Fragen beantwortet zu bekommen. Und unser Kopf rekonstruiert den Originalschauplatz, gerade so, als seien wir bei der Aufnahme dabei gewesen.
Und ich will das noch einmal erläutern, weil es so wichtig ist:
Oftmals erhalten wir nur falsche oder viel zu wenig Informationen über den Aufnahmeraum. In der Folge resignieren wir und geben uns damit zufrieden.
Manche Lautsprecher geben uns die gewünschten Informationen. Aber durch winzige Phasenverschiebungen oder sonstige kleinste Konstruktionsfehler werden sie doch minimal verfälscht. Das ist anstrengend für den Hörer, weil das Gehirn hier permanent „Rätsel“ lösen muss, in der Form von: Kann das jetzt echt sein?
Die Extreme 3 bildet das Musikgeschehen (ich ziehe es hier absichtlich erneut auseinander) r-i-c-h-t-i-g  ab.
Unser Gehirn bemerkt das und geht deshalb davon aus, das Original zu hören. Keine Rätsel kein Gefühl der Anstrengung. Unser Gehirn akzeptiert das Gehörte.

Prospekt Progressive Audio Extreme 3 zweite Seite
Progressive Audio Extreme 3 Messefoto Fairaudio

Ich bin in den letzten dreißig Jahren immer wieder mit neuen, erstaunlichen Lautsprechern in Berührung gekommen. Doch die letzte Begegnung ist ziemlich lange her. Heute ist es mal wieder so weit.
Besonders erstaunlich ist dabei, dass die Extreme 3 diese holographische Darstellung hinbekommt, ohne deshalb auf ein Fundament verzichten zu müssen, das wir benötigen, um den Tönen Körper zu verleihen.
Immer wieder ist es doch so, dass wir zwar das eine bekommen, aber nur, weil wir auf das andere verzichten müssen. Von Verzicht ist bei der Extreme 3 in keinem Bereich etwas zu spüren.
Bevor man auch nur auf die Idee kommen kann, „untenrum“ könnte etwas fehlen, serviert sie uns auch die tiefsten Töne in der gleichen Natürlichkeit wie alle anderen Frequenzbereiche auch, eben einfach  r-i-c-h-t-i-g.

Mein Fazit:
Ich war völlig ohne Absichten zu Progressive Audio gefahren, außer einfach mal wieder ein wenig zu quatschen. Und nun? Selbstverständlich habe ich ein Paar für meine Vorführung bestellt.
Gut – das ist jetzt nicht wirklich erwähnenswert – aber eines dagegen schon:
Eigentlich mag ich gar keine weißen Boxen.

Die Extreme 3 – die kommt mir aber nicht anders ins Haus als in weiß!

Und so fahre ich wieder nach Hause mit der Erkenntnis, dass die High-Fidelity auch nach 30 Jahren immer noch wieder ein paar Glanzpunkte zu bieten hat und man auch nach so einer langen Zeit noch wieder etwas dazulernen kann.