Streamer, Streamen, Streaming

Streamer, Streamen, Streaming

Was hat das eigentlich mit diesem Streaming auf sich?

Begrifsserklärung

„Stream“ kommt aus dem Englischen und heißt übersetzt „Strom“ im Sinne von „River“, also einem großen „Fluss“.
Allerdings sagt man im Englischen nicht, „the stream streams“ und auch nicht „the stream is streaming“ sondern üblicher ist es zu sagen, „the stream flows“ und eben auch wieder nicht „the stream ist flowing“.
Ein „ing” hängt der Engländer nämlich gerne immer dann an ein Wort, wenn er ausdrücken will, dass jemand dabei aktiv werden muss.
So wird aus einem Walk dann „walking” und aus Sleep wird sleeping. Was jetzt wieder etwas seltsam ist, denn es stellt sich ja die Frage, ob man aktiv werden muss, um zu schlafen!?  🙂

Konstruiert man nun aus dem Substantiv „Stream“ das Verb „streaming“, dann meint man wohl damit, dass jemand aktiv dafür sorgt, dass etwas „strömt“.
Und damit passt „Streaming“ dann am Ende doch wieder genau zu dem, was dieses Wortgebilde andeuten soll.
Man sorgt beim Streamen dafür, dass eine digitale Musik- oder Videodatei von „A“ nach „B“ strömt, ohne dabei auf „A“ gelöscht oder auf „B“ gespeichert zu werden. Sie wird also nicht kopiert, nicht verschoben und nicht heruntergeladen, sondern lediglich gestreamt.
Das hat praktische, aber auch rechtliche Gründe.
Beim Streamen befinden sich die Musikstücke nämlich niemals komplett auf „B“, also in unserem System, sondern immer nur ein kleiner Teil von einem Song. Haben wir uns diesen kleinen Teil angehört, wird er wieder gelöscht und nach dem Anhören des kompletten Songs ist er auch wieder vollständig aus unserem System verschwunden. Wir haben die Musik oder das Video ja nicht „gekauft“ sondern durften sie einfach nur anhören oder den Film eben anschauen – mehr nicht.

Die Vorgeschichte, oder: Deshalb gibt es das Streaming überhaupt

Das digitale Musik-Medium, was uns seit gut 30 Jahren angeboten wird, ist die CD.
Wenn wir eine Musik-CD kaufen, befinden sich darauf die einzelnen Titel in Form von digitalen Dateien und die gehören nach dem Erwerb uns.
Um uns diese Musik anhören zu können, brauchen wir zwingend unsere CD und ein Abspielgerät. Wir nehmen deshalb unsere CD auch gerne mit ins Auto oder zu unseren Freunden und spielen sie dort ab. Keine CD = keine Musik.

Doch so komfortabel uns anfangs so eine CD im Vergleich zur Schallplatte auch erschien, irgendwann empfanden wir es als zu umständlich, dass wir unsere CDs erstens immer gut sortiert aufbewahren und zweitens jedes mal erst „suchen und auflegen“ müssen, wenn wir sie hören wollen.
Und deshalb fingen wir an, nach einer alternativen Lösung zu suchen.

Die Idee: Man müsste alle seine CDs auf den Computer überspielen!

Der erste Schritt, den einige von uns gegangen sind, war,  alle seine CDs zu „rippen“, also auf einen Computer zu überspielen.
Denn wer seine CDs gerippt hatte, konnte sie in einen Umzugskarton packen und als Reserve irgendwo aufbewahren – er brauchte sie jetzt nicht mehr. Alle Titel befanden sich ja nun „auf dem Computer“.
Nein, verkaufen durfte er sie nicht – denn dann hätte er die Titel auch wieder vom PC löschen müssen!

Am meisten hat an dieser Vorgehensweise genervt, dass wir uns um die Ordnung in unserem Computer selbst kümmern mussten und dabei schwierige Fragen zu lösen hatten.

  • Sortiere ich die Titel nach Interpreten oder lege ich einfach alle im gleichen Ordner ab?
  • Lasse ich die Titel so zusammen, wie sie auf dem Album waren?
  • Ordne ich sie nach Genre und wenn ja, wer bestimmt dann, welcher Titel wo hin gehört?
  • Rippe ich einen Titel, den ich auf 4 Alben habe auch 4 mal?

Wer sich Playlisten, also Abspiel-Listen machen wollte, der musste diese Titel noch einmal zusätzlich in einen Ordner kopieren. Wollte man eine bestimmte Abspiel-Reihenfolge einhalten, wurde es richtig kompliziert.
Wir mussten begreifen, dass es keine Ordnung geben konnte, wenn die Titel nicht die notwendigen Informationen hierfür selbst kannten und in sich trugen.

Jeder einzelne Titel musste getaggt werden

„Taggen“ war das Stichwort und bedeutete, dass man den Titeln mit speziellen Programmen alle nur erdenklichen Informationen hinzufügen konnte.
Interpret, Komponist, Dirigent, Mitwirkende, Album-Zugehörigkeit, Genre …
Eine gut getaggte Datei beinhaltet diese und viele weitere Informationen und diese können dann von speziellen Programmen ausgelesen und genutzt werden.
Bis alle unsere Titel „gut getaggte Dateien“ waren, hatten wir aber eine Menge Arbeit vor uns.

Zum Glück wurden schnell Programme entwickelt und Online-Datenbanken erstellt, die uns das Taggen erleichterten, wenn nicht sogar komplett abnahmen.
So richtig komfortabel wurde es dann mit Software wie z.B. iTunes. Sie stammt aus dem Hause Apple, läuft aber auch auf Windows-Rechnern.
Mit diesen Programmen geht das Taggen vollautomatisch und alles was wir tun müssen ist, unsere CD in das CD-ROM-Laufwerk zu schieben und auf „importieren“ zu klicken.
Wenn wir vorher das Import-Format von MP3 auf FLAC (microsoft) oder ALAC (Mac) umgestellt haben, stehen uns alle Titel in unserem PC  sogar in echter CD-Qualität zur Verfügung.
Und das Foto vom Album-Cover liefern uns diese Programme auch noch gleich mit.

Aber auch iTunes und all die ähnlichen Programme können ein anderes Problem nicht beseitigen:
Da sich die Dateien ja jetzt auf der Festplatte im Computer befinden, sind sie nicht mehr einfach über unsere HiFi-Anlage abzuspielen, denn wer hat schon seinen Computer an der HiFi-Anlage angeschlossen?
Jetzt mussten wir also eine Möglichkeit finden, die Titel vom Computer zur HiFi-Anlage zu bringen.

Eine mögliche Lösung: Externe Festplatten

Zwar ist eine externe Festplatte größer und schwerer als z.B. ein USB-Stick – aber dafür ist ja auch auf ihr viel mehr Platz für Musik! Und diese Festplatte kann ich nun vom Computer lösen, mit ins Wohnzimmer nehmen und –  dort an meine HiFi-Anlage anschließen?
Nun – wohl eher nicht, oder!?

Uns fehlte dazu ein Gerät, das in der Lage ist, die Musik, die auf der externen Festplatte liegt, zu lesen und sie unserer HiFi-Anlage zuzuleiten.

Aber bevor wir hierfür eine Lösung gefunden hatten, brauchten wir sie eigentlich auch schon wieder nicht mehr – denn diese Idee mit der externen Festplatte ist ja auch nur wieder mit ziemlichen Umständen verbunden, oder?

Wir suchten also nach einer Lösung, bei der alle benötigten Komponenten einfach immer dort angeschlossen bleiben können, wo sie angeschlossen sind.
Selbst dann, wenn der PC im Büro steht und die HiFi-Anlage logischerweise im Wohnzimmer aufgebaut ist.
Tja – und was braucht man für so etwas? Richtig:

Ein Heim-Netzwerk muss her!

Doch Moment mal – haben wir nicht schon längst alle so ein Heim-Netzwerk?
Hat uns unser Telefonanbieter nicht so eine „Box“ geliefert, an die man auch Netzwerkkabel anschließen kann und die manche Geräte sogar ohne Kabel verbindet? Mit unserem Smartphone und unserem Tablet surfen wir zum Beispiel – kabellos.
Und haben wir nicht auch unseren Receiver und unseren Fernseher an das Netz angeschlossen?
Weil die doch so „smart“ sind?
Unser Computer ist jedenfalls ganz bestimmt am Netz angeschlossen, denn sonst könnten wir mit ihm ja weder surfen noch mailen.
Und wenn wir jetzt die externe Festplatte am PC angeschlossen lassen, dann muss uns der PC nur noch erlauben, „von überall im Netz“ auf die Festplatte zuzugreifen und …
… ja und – er muss natürlich eingeschaltet sein, wenn wir Musik hören wollen.

Das ist ja jetzt auch wieder irgendwie doof, oder?

Hat die Box vom Telefonanbieter nicht einen Anschluss für eine Festplatte?

Nun, einige dieser Boxen (Router) verfügen tatsächlich über einen USB-Anschluss und eine entsprechende Software, so dass wir unsere externe Festplatte daran anschließen können, um sie im Netz verfügbar zu machen.
Leider funktioniert das in der Praxis nicht immer ganz zufriedenstellend. So ein System stellt keine Geschwindigkeitsrekorde auf und die externen Festplatten „legen sich gerne mal schlafen“, wenn sie eine Weile nicht gebraucht wurden und müssen dann erst wieder geweckt werden. Hierzu müssen sich der Router und die Festplatte „verstehen“, was nicht immer gewährleistet ist. Ein Router ist ja nun auch erst einmal ein Router und kein Gerät, was sich mit externen Festplatten verstehen muss. Dafür gibt es ja:

NAS – Network attached storages!

Ein NAS ist eine externe Festplatte mit eingebautem Computer.
Verrückt, oder?
Es gibt Computer, die Festplatten eingebaut haben und es gibt Festplatten, die Computer eingebaut haben?
Ja, genau so ist es!

Der Vorteil von so einem NAS ist logischerweise, dass wir selbst wenn alle Geräte im Netz ausgeschaltet sind, trotzdem Zugriff auf alle Dateien haben, die auf diesem NAS liegen.
Sein integrierter Computer hält die Verbindung zum Netz aufrecht.
Und der „schläft nie“!
Natürlich schaltet auch er die integrierten Festplatten ab, wenn sie eine Weile nicht benötigt worden sind, aber er selbst lauert ununterbrochen darauf, dass wieder jemand etwas anfordert und sorgt dafür, dass die Festplatten wieder zuverlässig starten.

An unserer Stereo-Anlage brauchen wir jetzt also nur noch ein Gerät, was über das Netz auf diesen NAS zugreifen kann. Findet er dort unsere gerippten CDs, dann streamt er sie zu unserer Stereoanlage und wir hören unsere CDs, obwohl die selber im Umzugskarton liegen.
Praktisch, oder?

Software- oder Hardware-Streamer?

Gegenfrage:  Welche Anforderungen an die Klangqualität stellen Sie?
Die einfachste Möglichkeit zu streamen, ist eine App auf dem Smartphone.
Diese Streaming-App holt sich die Musik von unserem NAS und spielt sie ab.

Die anspruchsvollere Lösung ist ein Hardware-Streamer, der an unsere HiFi-Anlage angeschlossen wird.
Das ist doch genau das, was wir haben wollen, oder?

Aber ist das Rippen der eigenen CDs nicht irgendwie „total bescheuert“?

Kann es sein, dass wir nur deshalb unsere CDs rippen, weil sich im Moment alles viel zu schnell entwickelt und wir gedanklich mit den heutigen Möglichkeiten überhaupt nicht mehr Schritt halten können?

Schauen wir uns doch einmal den uns allen gut bekannten Vertriebsweg für digital angebotene Musik an:
Im Tonstudio wird die Musik aufgenommen und dort entsteht am Ende ein „Original-Masterband“.
Arbeitet das Studio mit Analogtechnik, muss das analoge Masterband noch in ein digitales Masterband umgewandelt werden.
Arbeitet es mit Digitaltechnik, erhalten wir direkt unser digitales Masterband.

Statt diese hohe Qualität des digitalen Masterbandes zu nutzen und uns zu verkaufen, wird die Musik stattdessen komprimiert und konvertiert – mit bösen Worten: So lange „misshandelt“, bis sie klein genug ist, um mit verkaufbarer Spieldauer auf eine CD zu passen.

Wir …
kaufen dann diese „verkorkste“ CD und schleppen sie mit nach Hause.
Was könnten wir denn auch tun?
Außer uns der CD zu verweigern und bei der analogen Schallplatte zu bleiben?

Doch unser Thema heißt Streamen und deshalb tun wir nun folgendes:
Wir rippen diese CD, unabhängig von der Frage, für wie gut wir die Qualität auf der CD halten und speichern ihre Dateien auf einem NAS, um sie dann mit einem Streamer in unsere HiFi-Anlage zu streamen und uns die Musik anzuhören.

Wieso machen wir so einen Blödsinn?

Kommen wir immer noch nicht gegen unsere Urinstinkte an, die uns zum Jagen und Sammeln zwingen? Zählt selbst die Kopie einer digitalen Datei für uns nur dann, wenn wir sie in einem Laden gekauft und samt Plastikhülle mit nach Hause genommen haben?

Frage:  Und wieso holen wir uns die Musik nicht einfach aus dem Internet?

Mehr als ein Dutzend Musik-Portale buhlen mittlerweile um unsere Gunst und da sind die reinen Download-Portale noch nicht mitgerechnet.
So ein Musik-Portal müssen wir uns vorstellen wie ein NAS, nur viel viel größer und mit viel viel mehr Liedern.
Mit 30 Millionen Titeln geben die meisten Portale derzeit die Anzahl der vorgehaltenen Musik-Dateien an. Aber jeder kann sich denken, dass sich diese Zahl fortlaufend erhöht und schon bald bei einem Vielfachen liegen wird.

Als Platzhirschen muss man hier wohl Spotify nennen. Dieses Portal arbeitet ausschließlich mit MP3-Dateien, was sehr niedrige Ansprüche an die Netzbandbreite stellt und sogar unterwegs mit dem Handy sehr gut funktioniert.

Wie will man mit der eigenen CD-Sammlung gegen diese Zahl von 30 Millionen Titeln anstinken?
Wer nennt ein jeweils fast vollständiges Repertoire an indischer, pakistanischer, mexikanischer … Musik sein Eigen? Wer besitzt wirklich alle Alben von den Beatles, den Stones, den Hollies, der Callas, oder Herbert von Karajan?
Ganz bestimmt niemand.
Also womit will man gegen ein MP3-Musik-Portal anstinken?

Richtig! Mit der besseren Qualität der CD!?

Viele richteten also einen Workflow ein, der mit den Erkundungsreisen auf Spotify und Co. begann und dann im CD-Laden mit dem Kaufen bestimmter CDs endete.

Die nächste Entwicklungsstufe waren dann aber die Download-Portale. Hier gab und gibt es nichts zu streamen, hier kann man nur kaufen. Und billig sind die Alben dort in der Regel nicht.
Wieso also sollte ich ein Album kaufen und dann auf meine Festplatte laden?

Richtig! Wieder wegen der besseren Qualität!

Unter dem Namen High-Resolution-Audio schlich sich eine echte Revolution in unsere Wohnzimmer. Mit diesem Verfahren wird es uns nämlich ermöglicht, tatsächlich die Original-Qualität der Masterbänder zu erwerben und auf unsere Festplatten zu ziehen und uns nicht mehr mit der CD-Qualität zufrieden geben zu müssen.

Wer nun behauptet, das sei doch wieder alles nur Werbe-Geplapper und deshalb argwöhnt, man wolle uns doch nur wieder an der Nase herumführen, so wie mit der CD, der reagiert absolut verständlich und liegt in seiner Einschätzung von meiner persönlichen auch gar nicht so weit entfernt.
Allerdings kann man diesen Standpunkt nur so lange beibehalten, bis man – so wie ich – einen richtig guten Streamer hören durfte.

Wer jemandem erklären will, was an einer High-Res-Audio-Datei anders (besser) ist als an dem CD-Format, der verstrickt sich und verliert sich in Zahlen und Abkürzungen, die niemand mehr versteht.

Dass „24 Bit mit 192 kHz“ (Beispiel für eine High-Res-Audio-Datei) wohl besser sein müssen als „16 Bit mit 44,1 kHz“ (CD-Format), das mag man ja noch irgendwie erkennen können, so wie ein Fotoapparat mit 24 MP ja auch wohl besser auflösen wird als eine Knipse mit nur 6 MP.
Aber am Ende folgt es doch nur der knabenhaften Vorstellung, dass immer nur die Länge zählt, oder?

Und spätestens, wenn sich die Fachleute über die Vorteile von „DSD“ gegenüber „PCM“ unterhalten und dann noch jemand die Abkürzung „MQA“ in den Raum wirft, muss sich jeder, der nicht Nachrichtentechnik und IT studiert hat, fehl am Platze fühlen, weshalb ich es an dieser Stelle auch unterlassen werde, diese Abkürzungen zu erläutern. (Was mir zugegebenermaßen auch wirklich schwer fallen würde)

Lassen Sie mich stattdessen von einer dritten Variante der Musik-Portale berichten, die ich so interessant finde, dass sie aus mir einen richtigen Streaming-Freak gemacht hat.

Hinter den Namen Tidal und Qobuz verbergen sich High-End-Streaming-Portale! Beide liefern Musik in einer Qualität, die die Verantwortung für einen gescheiten Klang jetzt wieder an den Besitzer einer HiFi-Anlage abschiebt. Bis seine Anlage sich der Qualität von Tidal und Qobuz angepasst hat, wird wohl der Gegenwert eines Mittelklassewagens über die Theke gewandert sein. Aber selbst eine günstige Anlage lebt auf, wenn man mit einem guten Quellgerät (Streaming-Client) Akzente setzt.

Ob man sich für Tidal oder Qobuz entscheidet, ist reine Geschmacksache, wobei Qobuz derzeit noch einen echten Vorteil aufweisen kann:
Immer dann, wenn mir ein Album (oder sogar nur ein einzelner Titel!!) klanglich so gut gefällt, dass ich die maximale Klangqualität haben möchte, kaufe ich den Titel oder das Album, lade es in der höchsten Auflösung herunter und speichere die Dateien auf meinem NAS oder einer Festplatte.
Mit meinem Streamer bringe ich dann diese Qualität in meine HiFi-Anlage und kann mir sicher sein, dass es in der heutigen Digital-Technik nichts besseres gibt.
Unter dem Namen “Sublim” vertreibt Qobuz ein Account-Konzept, bei dem ich die Downloads zu einem verbilligten Preis angeboten bekomme, so dass viele Alben nicht einmal mehr 10,- € kosten. Und gleichzeitig nutze ich die Streaming-Angebote – bei allen gekauften Titeln in der besten Qualität! Sonst eben “nur” in 16 Bit, 44,1 Khz.

Genau das bezeichne ich als Revolution und sie findet in meinem Wohnzimmern statt!

Endlich macht eine gute Anlage wieder Spaß

Wer sich in den letzten Jahren so nach und nach von seinen Traum-Komponenten getrennt hat, weil ihm das Musikhören einfach keinen Spaß mehr gemacht hat, der könnte das jetzt möglicherweise bitter bereuen, wenn er zufällig mal irgendwo so einen Streamer hören kann.
High-End-Lautsprecher wurden entwickelt, um feinste Klangnuancen darstellen zu können.
Klangnuancen, die ihnen leider in den letzten drei Jahrzehnten auch die besten Verstärker der Welt gar nicht mehr haben zukommen lassen können, weil die CD sie gar nicht in sich trug. Klangnuancen, die beim Konvertieren und Komprimieren aus wirtschaftlichen Gründen einfach „weggerechnet“ wurden, weil es „Fachleute“ gab, die behaupteten, Menschen könnten das alles sowieso nicht hören.
Sicher waren das die Nachkommen von den Fachleuten, die bei Einführung der Eisenbahn behauptet haben, der Mensch sei für Geschwindigkeiten von mehr als 20 km/h nicht geschaffen und sein Körper würde während der Fahrt zerrissen werden.

Festzustellen und zu vermuten bleibt wohl, das für ernsthafte Musikliebhaber eine Zeit heran brechen wird, von der die Menschheit bislang nur träumen konnte. Er kann sich für 10,- Euro eine 1:1-Kopie des Masterbands kaufen – Wahnsinn!
Und die “zweite Wahl” wird das Streamen in CD-Qualität sein.
Das muss man sich mal überlegen!

Ist da nur Licht und gar kein Schatten?

Eine solche Aussage wäre schlicht gelogen.
Die Integration eines Streamers in die HiFi-Anlage stellt recht hohe Anforderungen an das technische Know-How des Besitzers. Er muss in der Lage sein, das Gerät im Netzwerk anzumelden. Er muss mit einem PC umgehen können und wissen, wie man sich an einem Portal anmeldet. Er braucht ein Tablet, um den Streamer komfortabel bedienen zu können. Er muss einen Netzwerkspeicher konfigurieren können …
… naja – oder er muss jemanden kennen, der das alles kann und weiß.

Hat die CD diese „Schläge“ wirklich verdient?

In meinem Bericht stelle ich die CD-Qualität so dar, als ginge es bei ihr um so etwas wir Gammelfleisch – was natürlich nicht korrekt ist.
Zwar will ich den Leser mit diesem Bericht dazu bringen, über seine zukünftige Verhaltensweise intensiv nachzudenken, aber jede Kritik an der CD-Qualität ist:
„Stöhnen auf hohem Niveau“!

Bereits die MP3-Qualität ist unter Berücksichtigung gewisser Aspekte in der Lage, Spaß zu machen. Und die CD-Qualität liegt deutlich über einer MP3-Datei. Ich besitze über 2.000 CDs und werde auch in naher Zukunft noch meine Komponenten mit CDs vorführen und die von meinen Kunden zur Hörprobe mitgebrachten CDs abspielen, ohne mich vor dem Ergebnis zu fürchten.

Und doch behaupte ich, dass sie ihren Rang als “bestes digitales Medium” bereits heute nicht mehr halten kann.
Noch ist das nicht bei allen angekommen und noch erscheint vielen das Handling eines Streamers als zu kompliziert, aber das wird sich schnell ändern.

Musik nur noch online zur Verfügung zu stellen, klammert den Handel aus der Vertriebskette aus, was die Marge für die Labels erhöht. Leidtragende werden die Betreiber von CD-Läden sein.
So – wie die vielen Videotheken aus unseren Stadtbildern verschwunden sind, werden auch viele dieser CD-Läden schließen müssen.

Mein Wunsch, dass die Nachfrage nach der Schallplatte wieder so groß wird, dass die CD-Händler nur wieder auf Analog umzuschwenken brauchen, wird mir wohl nicht erfüllt werden.

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