Auralic Altair

Auralic Altair

 

Ein “Blitzbericht” – drei Stunden, nachdem wir diesen Ausnahme-Streamer kennenlernen durften:
(weitere Berichte werden sicherlich folgen)

Der AURALIC Altair ist angekommen!
„Jetzt hat die Seele endlich Ruhe!“

Heute ist endlich der Altair angekommen!
Anschließen – warm werden lassen und ein paar Kunden anrufen, die um die Ecke wohnen und auch schon seit Monaten auf diesen Moment warten.

Bis sie eintrudeln, höre ich ihn mir schon mal kurz an, um heraus zu finden, ob auch dieser Auralic auf das Auswechseln des Stromkabels reagiert. Das Netzteil ist ja integriert und da bleibt zum „Spielen“ nur das Stromkabel.
Und nach wenigen Sekunden steht fest: Für den folgenden Test brauchen wir das beste Stromkabel, was ich auftreiben kann. Logischerweise werde ich da beim Progressive Audio mit den 50-er Furutechs ganz schnell fündig.

Ein Kunde nach dem anderen trifft ein und der Platz auf meiner Couch ist hart umkämpft.
Den folgenden Dialog gebe ich einfach mal so ungefiltert weiter, denn er benötigt wohl keinerlei Kommentare:

„Ist das ne Röhre? Wie weich spielt der denn!? Hört mal die Saiten!“ (Nils Lofgren, Keith don`t go)
„Weich? Was hörst Du denn? Hört doch mal den Unterschied zwischen den einzelnen Fingern, mit denen Nils spielt! Eine Röhre, die das soo deutlich macht, die muss wohl erst noch erfunden werden!“
„Aber hör Dir das doch mal an! Die einen Saiten klingen klar nach Stahl und andere nach Nylon. Der hat doch nicht unterschiedliche Saiten drauf, oder?“
„Nee – der spielt nur manche mit den Fingern und andere mit dem Daumen – daher kommt das!“
„Aber ich bleibe dabei – gerade diese Scheibe klingt in 99% aller Fälle ätzend kalt, hart, viel zu hell, zu dünn und einfach nur nervig. Hier ist das ja auf einmal wie zu Weihnachten, fehlen nur noch die goldenen Christbaumkugeln. Das ist einfach nur wunderschön und gemütlich!“
„Gemütlich? Wo hörst Du denn hin? Das ist doch so dynamisch, wie ich den Song in meinem ganzen Leben noch nicht gehört hab. Hör doch mal mit welcher Power der eine oder andere Ton kommt, während andere Töne fast lautlos zu sein scheinen! Und hört doch mal auf diesen riesigen Raum! Wie willst Du denn mit einem gemütlich spielenden System einen solchen Raum derart klar umrissen abbilden, wie Du ihn hier hörst!“
„Ja, sicher, der Raum ist einfach nur geil, aber ich bleib dabei, manche Töne von diesem Stück habe ich noch nie so voller Körper gehört. Spiel doch mal was anderes.“
Ich wechsle zu Patricia Barber – Summertime und es herrscht minutenlange Stille. Dann:
„Wie schwingt denn der Bass? Das gibts doch gar nicht. Ich hab ja das Gefühl, die Luft vor den Saiten würde zu mir herüberschwingen! Aber nicht aus den Lautsprechern – sondern von genau dort aus der Mitte, da, wo der Bass steht. Mach doch mal My Girl!“.
„Ja, gibt es denn so was? Habt Ihr dieses Gööörl schon mal so gehört? Die Barber singt nicht einfach nur Göörl – die singt irgendwie Gö-ö-örl – der Mund bewegt sich bei diesem einen Ton und der Ton verändert sich dadurch. Er bekommt ein anderes Volumen, einen anderen Ausdruck. Bisher hab ich immer nur Göörl gehört – ein (!) Ton – ein (!) Ausdruck – ein (!) Volumen – eine (!) Klangfarbe – und jetzt?!! Die Barber macht ja aus dem einen Ton ein ganzes Lied!!!“
„Aber was mich wundert ist, wie viel Fleisch in jedem Ton steckt! Wie viel Körper, wie viel Mensch!!! Ich kenne analytische Ketten, die die Informationen irgendwie auch fast so spielerisch aufbauen, aber auf Kosten des Volumens!! Hier geht nicht der Hauch einer Information verloren, hier kann man die Lippen von der Barber berühren – denn man sieht sie ja fast! Aber es sind eben nicht nur die Lippen, es ist eine echte Frau dahinter!“

Dialog ende. Nicht tatsächlich, denn das ging noch fast zwei Stunden so weiter. Aber inhaltlich schon, denn die Aussagen wiederholten sich sozusagen in einer Schleife.

Ich hab dieses Teil jetzt gerade einmal seit etwa 3 Stunden in Betrieb und sollte Profi genug sein, um mich erst einmal zurück zu halten.
Doch ich schaffe es nicht.
Dieses Teil zwingt mich einfach zu folgenden Aussagen:

Hören Sie gerne auch die allerfeinste Information? Den Raum, die Größe und die Umrisse eines Instrumentes? Den Standort? Wollen Sie mitbekommen, wenn der Musiker seine Position verändert, wenn er sich ein wenig dreht? Wollen Sie unbedingt hören, mit welchem Finger der Gitarrist die Saiten anschlägt? Wollen Sie das Zischen der Luft hören, wenn ein Saxophon gespielt wird? Wollen Sie hören, wie eine Saite förmlich explodieren kann – wie ein Geschoss?
Stehen Sie also auf Präzision, Analytik, Dynamik, Schnelligkeit und Lebendigkeit?
Herzlichen Glückwunsch!
Sie haben den richtigen Streamer samt Wandler gefunden!!

Hören Sie viel lieber warme, fast gemütliche Töne? Körperhafte Klänge? Wollen Sie die Größe und die Holzart eines Konzertflügels erahnen können? Hören können, wie hoch die Snare des Schlagzeugers ist und seinem virtuellen Spiel folgen, wenn er vom Schlägel auf Strohbüschel wechselt wie bei Kari Bremnes Band?
… wenn er Wasser auf das Fell der Stand-Tom gibt? Wollen Sie diese hölzernen Geräusche von den Pedalen auf Keith Jarrets Köln Konzert so sonor hören, wie sie klingen würden, wenn Sie vor diesem Instrument stehen dürften? Wollen Sie die Übergänge von einem Ton zum Hauchen und danach zum Atmen so hören, als würde der Sänger direkt vor Ihnen stehen? Möchten Sie die unterschiedlichen Körper zwischen Sängerinnen dargeboten bekommen, auch wenn es sich nicht im Vergleich um Suzanne Vega und Mercedes Sosa handelt?
Kurz – lieben Sie die Wärme und die Harmonie in der Musik? Das was Sie dazu bringt, stundenlang Musik hören zu können, ohne sich dabei anstrengen zu müssen? Musik, die Ihnen das Gefühl gibt, in einer warmen Badewanne zu liegen und Ihren Gedanken nachgehen zu können, um sich einfach nur einmal auszuruhen?
Herzlichen Glückwunsch!
Auch Sie haben den richtigen Streamer samt Wandler gefunden!!

Bleibt nur die Frage: Geht das noch besser?
Und ich bin mir sicher, wer sein Geld mit der Schubkarre zu seinem Händler fährt, der wird möglicherweise an irgendeiner Stelle noch ein Schüppchen drauflegen können.
Ohne an anderer Stelle wieder auf etwas verzichten zu müssen?
Das wird wohl eher schwer werden!

Doch es geht hier überhaupt nicht um die Frage, ob das jetzt noch besser geht.
Schon der Auralic Mini, aufgerüstet mit dem externen Netzteil und einem guten Stromkabel, wird in den allermeisten Ketten zu Recht darauf hinweisen dürfen, dass man bitteschön doch erst einmal die anderen Komponenten anpassen sollte, denn um den Mini zum „schwächsten Glied“ in der Kette benennen zu dürfen, muss man schon echte „Kaliber“ an Lautsprechern und Verstärkern auffahren.
„Einem reichen“ – wird also auch der Mini schon in den allermeisten Fällen.
Der Altair jedoch wird seinen Platz in den allerbesten High-End-Ketten suchen und finden.
Vor allem wird er dort Einzug halten, wo man eben nicht bereit ist, nur für ein wenig Chrom, fette Gehäuse und image-trächtige Logos Unsummen zu bezahlen; jedenfalls nicht, wenn sie dem Altair doch klanglich nicht das Wasser reichen können.
Sicher tut sich hier die Frage auf, ob nicht ein Aries Femto an einem Vega aus eigenem Hause den Altair in die Schranken verweisen kann. Doch angesichts des erforderlichen Zubehörs (Kabel) sprechen wir hier über einen Preisaufschlag von mindestens 3.000,- Euro.
Für einen echten High-Ender ganz bestimmt keine unüberwindbare Hürde, aber um meine Kunden dahin zu beraten, fehlt mir einfach die Vergangenheit in einem reichen Elternhaus.
Als Sohn eines Bergmannes habe ich es mit seiner Unterstützung und seinem Antrieb – wie man so sagt – „weit gebracht“ – und der Altair zeigt mir eines deutlich: Mit ihm habe ich es auf jeden Fall weit genug gebracht. Weit genug, um zufrieden zu sein. Nicht zufrieden sein zu müssen, sondern zufrieden sein zu können.
Und wenn Sie mich am Ende dieses „Blitzberichtes“ nach einer Zusammenfassung zur Altair-Beschreibung fragen, kann ich nur sagen: Er macht zutiefst zufrieden; beendet die Suche nach mehr und besser und schenkt “innere Ruhe”.
Ich hatte viel erhofft und auch einiges erwartet, aber was hier heute vor mir steht, übertrifft das alles.

 

 

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