AUDIOSAUL Produktberichte

AUDIOSAUL Produktberichte

Auralic Polaris Explosionszeichnung

Produktberichte von AUDIOSAUL sind weder objektiv, noch sachlich, noch richtungsweisend.
Und es sind auch keine Vergleichstests, die Ihnen bewusst suggerieren wollen, dass Sie sich den eigenen Vergleich sparen können.

Hier geht es nicht darum zu messen, welcher Akku am längsten durchhält oder welcher Kühlschrank am wenigsten Strom verbraucht. (Solange man niemals seine Tür öffnet)

 

 

Hier geht es allein um die Fragen:

Wie klingt es? Wie verändert es den Klang?

AUDIOSAUL Produktberichte sind ehrlich, offen, jederzeit überprüfbar, subjektiv und stammen von jemandem, der schon länger als 32 Jahre mit HiFi-Geräten handelt.
Jemand, der sich in all den Jahren seine Unabhängigkeit bewahrt hat und für den nicht der Hersteller und nicht der Umsatz, sondern der Kunde im Vordergrund steht.

AUDIOSAUL Produktberichte sollen neugierig machen und Sie dazu auffordern, sich die beschriebenen Produkte zuhause anzuhören. Denn nur dort können Sie herausfinden, ob Sie zum gleichen Ergebnis kommen wie ich, oder eben nicht.

So ziehen Sie den größtmöglichen Nutzen aus meinen Produktberichten:

Weisses Männchen liest in Riesenbuch

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Erstens –  Informieren!
Lesen Sie meine Produktberichte mit Interesse, Neugierde und Offenheit.
Ich will Sie nicht bekehren, nicht manipulieren und nicht lenken. Ich will Ihnen berichten, was ich mit diesem Produkt erlebt habe, was ich von ihm halte, wie es mich begeistert hat und wie ich es im Gesamtzusammenhang sehe.

Ich –
bin weder ein HiFi-Papst, noch ein HiFi-Guru, kein Klang-Ingenieur und kein Professor der High-Fidelity. Ich bin lediglich ein Musik- und Klang-Besessener, der 1985 „irgendwie in diese Szene gerutscht“ ist und seitdem da nicht wieder heraus kommt.
Nicht mehr und nicht weniger.

 

Frau im Labor arbeitet mit flüssigem Stickstoff

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Zweitens – Abwägen!
Prüfen Sie, ob dieses Produkt anhand meiner Beschreibung für Sie interessant sein könnte. Besprechen Sie Ihre Gedanken und Ideen mit Freunden und Bekannten und finden Sie heraus, was Sie selber suchen und was nicht.

 

 

 

Weisses Männchen bekommt Post

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Drittens – Prüfen!
Wenn ich Ihr Interesse wecken konnte, dann testen Sie das Produkt zuhause, um heraus zu finden, ob Sie das nachvollziehen können, was Sie in meinem Bericht gelesen haben. Manchmal passt es sofort, manchmal später und manchmal nie.

 

 

 

 

Weisses Männchen mit Einkaufswagen

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Viertens – Entscheidung treffen!
Nun treffen Sie eine Kauf- oder Nichtkauf-Entscheidung.

 

 

 

Am Ende werden Sie vielleicht feststellen, dass Ihnen meine Produktbericht irgendwie geholfen haben.
Und genau deshalb schreibe ich diese Produktberichte so gerne.

Auralic Aries G1 und Vega G1

Auralic Display

AURALIC Aries G1 und Vega G1

Time will come,
time will go …

Sorry, ich wollte Ihnen mit dieser Einleitung keinen Wurm ins Ohr setzen! 
Aber sie passt so wunderbar zu dem, was jüngst im Hause Auralic geschehen ist und außerdem heißt es ja in dem alten Song von Herman`s Hermits auch “Years may com, years may go…”.

Gehen wir einmal ein paar Jahre zurück …
Wie war das damals im Jahre 2015?

Wer oder was war Auralic schon?
Und aus welchem Grund sollte hier in Deutschland irgendjemand ein HiFi-Gerät von diesem chinesischen Hersteller kaufen?
Chinaware!
Wir alle wissen, was wir uns darunter vorzustellen haben, oder!?

Auralic Mini schwarz

Auralic Mini schwarz

Und irgendwie passte unsere Vorstellung auch exakt zu dem, was uns Auralic da zu liefern hatte.
Da gab es nämlich für schlappe 498,- € einen „Aries Mini“.

… von niemandem ernst genommen.

 

 

Und:  Es gab nicht einmal eine Zielgruppe für dieses Teil!

Wer gerade einmal 498,- € ausgibt, der stellt keine audiophilen Ansprüche.
(… die der Mini aber durchaus zu befriedigen wusste!)
Ähnliche Funktionen boten aber auch Geräte zum halben Preis und weniger.

Wer dagegen audiophile Ansprüche stellt, der interessiert sich nicht für Komponenten, die lächerliche 498,- € kosten!
Schlimmer noch:
Der will auf jeden Fall mehr Geld ausgeben, weil so ein Teil für gerade mal 498,- € einfach nicht gut sein kann.
Das war so, das ist so und das wird auch immer so bleiben!

Und deshalb gab es für den Mini einfach keine Zielgruppe.

Aber gekauft – wurde er trotzdem!

Von denen, die zwar audiophile Ansprüche stellten, aber der Sache nicht so recht trauten, der Marke Auralic sowieso nicht.
Durch den Mini konnten sie aber nun wunderbar und ohne jedes Risiko in die neue Welt des Streamings eintauchen und sie kennen lernen.

Qobuz

Qobuz

Schnell noch ein Qobuz- oder Tidal-Abo abgeschlossen und schon hatte man einen Zeitsprung gemacht.
Raus aus dem Gestern, in dem es nur CDs gab – und rein in das Heute!?

Na – so richtig will das Streaming noch nicht in das Heute passen. Also wird der Zeitsprung noch größer – nämlich rein in das Morgen!

Der Mini überzeugte die Käufer zu ihrer großen Überraschung auf ganzer Linie, was dafür sorgte, dass man ihn schnell wieder verkaufte.

Das verstehen Sie nicht?
Doch, ist doch ganz einfach. Wer mit dem Mini gehört und Vertrauen ins Streaming bekommen hatte; Vertrauen in die Marke Auralic gewonnen hatte, der hatte auch mitbekommen, dass es bei Auralic noch Geräte oberhalb des Mini zu erwerben gab.

Auralic Femto blau

Auralic Femto blau

Da gab es zum einen den Aries Femto (den LE lasse ich mal aus, den mochte ich nicht), der für alle Interessenten gedacht war, die schon einen zur Lieblingsmarke gehörenden DAC besaßen.
Klanglich war dieses Teil eine Offenbarung.
Das Design war auch gar nicht schlecht – fast schon extravagant – doch leider – genau wie der Mini – hatte der Aries ein Plastikgehäuse.

 

So etwas geht gar nicht.
Dennoch – der Femto wurde gekauft und versteckt oder auch nicht versteckt – auf jeden Fall machte das Hören mit ihm großen Spaß.

Von vornherein hatte man bei Auralic diesen Streaming-Transport, der ja selber nicht wandeln konnte, so ausgelegt, dass er mit fast allen DACs des Marktes wunderbar harmonierte.
Das war ein wirklich geschickter Schachzug – denn die meisten anderen Marken trauten sich zwar daran DACs zu entwickeln oder hatten schon längst solche Wandler im Programm – aber ein Streaming-Transport – das ist etwas ganz anderes.

Einen Streaming-Transport entwickelt man nicht mal eben.

Dabei geht es nämlich gar nicht um die Hardware an sich. So etwas bekommt man hin – das ist überhaupt kein Hexenwerk.
Es geht um die Software.

Einen Streaming-Transport entwickelt man nicht – und dann ist er fertig, wie ein CD-Player – sondern so ein Teil entwickelt man und von dann an muss man als Hersteller fortlaufend „am Ball bleiben“.
Fast stündlich ändert sich da irgend etwas.

Mal kommen die Änderungen von apple, mal vom Hersteller des Routers, mal vom Provider, mal von Qobuz, Tidal …
Dann taucht da so ein MQA-Format auf …
Und immer wieder führt so etwas dazu, dass die Geräte, die ja längst beim Kunden zuhause stehen, plötzlich nicht mehr brauchbar funktionieren.
Bis man ihnen ein Update zukommen lässt.
Und dabei muss es schnell gehen, denn bis zur benötigten Anpassung kann der Kunde im schlimmsten Fall keine Musik hören.
Genau diese Tatsache hat schon einigen Marken schwer zu schaffen gemacht. Da wurden tolle, teure Geräte angeboten – aber schon noch ein paar Wochen kam es zu Problemen, mit denen der Kunde dann monatelang allein gelassen wurde.

Schnelle Updates!

Das funktioniert bei Auralic zum Glück deutlich besser. Fast wöchentlich gibt es zumindest kleinere Updates. Mal betrifft es die Firmware der Geräte, mal die „Lightning App“, also das Programm, mit denen wir unsere Auralic-Geräte bedienen.
Perfekt ist das beileibe nicht – damit werden wir noch eine Weile leben müssen. 
So lange – bis diese Portale wie Qobuz und Tidal es dem wohl bekanntesten Streaming-Portal -Spotify- gleich gemacht haben und nur noch den Kern der hauseigenen Software zulassen, der sich bei Spotify „Connect“ nennt.

Das Connect-Prinzip

Der Unterschied ist folgender:
Bis zur Einführung von Spotify-Connect durfte jeder Hersteller oder Entwickler eine eigene Software erschaffen, mit der er auf die Datenbank von Spotify zugreifen konnte. Das hieß nicht nur für jeden Hersteller, dass er fortlaufend auf die Veränderungen bei Spotify reagieren musste, sondern das hieß auch für Spotify, dass man bei jedem Vorhaben auf die Entwicklungen der Hersteller Rücksicht nehmen musste. … was eine wichtige Umstellung schon mal ganz schön lange blockieren konnte.
Deshalb stellte Spotify auf das „Connect-System“ um. Nun muss jeder Hardwarehersteller diesen Programm-Kern nutzen und darf seine Geräte lediglich als eine Art „Fernbedienung“ einsetzen.
Auf welchem Gerät auch immer Sie heute Spotify verwenden, Sie nutzen immer (!!) Spotify-Connect.
Und das muss man Spotify lassen – die App haben die da gut im Griff.

Und genau das – muss auch irgendwann mit Qobuz und Tidal passieren. Anders geht es auf die Dauer gar nicht.

Zurück zur Hardware

So oder so – brauchen wir aber in jedem Fall gute Streaming-Geräte.
Und wenn wir in audiophile Sphären einsteigen wollen, dann brauchen wir auch Geräte, deren Äußeres sich nahtlos in die „Upper-Class“ einfügen lässt. Und das gelang dem Aries Femto eben leider nicht so richtig.

Auralic Display

Auralic Display

 

 

 

 

 

Time will go,
Time will come …

Der Aries G1

Doch nun steht er vor uns, der Auralic Aries G1 und man möchte am liebsten sagen:  „Na, Herr Wang, wieso denn nicht gleich so?“.

Aries G1

Aries G1

Komplett aus massivem Stahl hergestellt. Im gleichen „Corporate-Design“ wie die größere Serie namens G2 auch, mit einem tollen Display, das uns das Album-Cover anzeigt.

Von vorne unterscheidet er sich lediglich durch die silbernen Bedienknöpfe, die der G2-Serie aus meiner Sicht auch gut zu Gesicht gestanden hätten, denn die schwarzen Dinger sieht man kaum.

Auralic Aries G2 silberne Knöpfe

Auralic Aries G2 silberne Knöpfe

Auralic Aries G2 schwarze Knöpfe

Auralic Aries G2 schwarze Knöpfe

 

 

 

Von hinten betrachtet fehlt eigentlich nur der HDMI-Port, den Auralic für die hauseigene „Lightning-Link-Verbindung“ nutzt. Wer sich hier nun aber erhofft, er könnte die Geräte an seinen Fernseher anschließen, der wird also enttäuscht. Mit Bildern hat der Aries (noch?) nichts am Hut.

Aries Vergleich G1 und G2 Rückseiten

Aries Vergleich G1 und G2 Rückseiten

Ansonsten könnte der Aries G1 tatsächlich der Zwillingsbruder vom G2 sein. Man muss schon die technischen Daten und Beschreibungen zur Hand nehmen, um die Unterschiede zu entdecken.

 

 

 

 

G1 – ein G2 ohne “Voodoo”?

Eigentlich aber – kann man die hauptsächlichen Unterschiede ziemlich schnell auf einen Nenner bringen:
Beim Aries G1 wurde einfach alles das weggelassen, was in der audiophilen Welt konträr diskutiert werden kann.

Auralic G2 Füße

Auralic G2 Füße

Auralic G1 Füße

Auralic G1 Füße

Bringen federnde Füße etwas? Ist es erforderlich, zwischen den Hauptbausteinen für eine galvanische Trennung zu sorgen?

Wer diese und viele ähnliche Fragen mit einem klaren „Nein!“ beantwortet, der wird am G1 seine wahre Freude haben. Bei ihm hat sich Auralic darauf konzentriert, nur die Kern-Bausteine vom G2 1:1 zu übernehmen. Die, die für den klanglichen Abstand zu den Geräten anderer Hersteller zu sorgen haben.

G1 Einschaltknopf

G1 Einschaltknopf

Jeder „Hokuspokus“ aber wurde weggelassen.
So entstand ein Gerät mit einem Preis, den man kaum für möglich hält.
Wer einen Aries Femto alter Baureihe und den Aries G1 miteinander vergleicht, der kann es einfach nicht glauben, dass der G1 nicht deutlich teurer geworden ist.

Knopf Vega G1

Knopf Vega G1

Ist er doch sehr deutlich das bessere, modernere und schönere Gerät.
Und von der Wertigkeit her wird man so schnell keine Topp-Anlage finden, in der man sich seiner schämen müsste.

Genau die (!) benötigt man aber – also die absolute Topp-Anlage – um den Klangunterschied zwischen dem Aries G1 und dem G2 wahrnehmen zu können.

Wer schon lange eine bessere Wandsteckdose besitzt und mehr Geld in seine Stromkabel gesteckt hat als ein Mini kostet – der wird nicht lange hinhören müssen, um festzustellen, dass der G2 für eine genauere Raumabbildung sorgt und den Hörer auch besser in den Hörraum mit einbezieht. Das Gefühl, dem Musiker näher sein zu dürfen, ihn beobachten zu können, das ist für den einen vielleicht eine unbedeutende Kleinigkeiten, die man sich vielleicht sogar nur einbildet. Für den anderen aber sind es Klangerlebnisse, auf die er einfach nicht mehr verzichten kann, wenn er sie einmal wahrgenommen hat.

Mehr Klang-Erlebnisse beim Aries G2

Wenn ich auch so manche Entscheidungen des Herrn Wang nicht so richtig nachvollziehen konnte, den Schritt, dem Markt einen Aries G1 und einen Aries G2 anzubieten – den halte ich für einen sehr guten Weg.
Am Ende werden es zwar seltener die innere Überzeugung und der Grad der „audiophilen Ansteckung“ sein, die zu einer Entscheidung für oder gegen den G2 führen, als wohl der Geldbeutel, aber genau das ist das schöne an diesem Zwillingspaar – man kann wählen und aus welchem Grund auch immer den auf die eigene Situation angepassten Weg einschlagen.

Und am schönsten ist daran:
Auch der G1 wird dafür sorgen, dass man das Gefühl hat, seinen DAC noch nie so gut gehört zu haben wie mit einem Streaming-Transport aus dem Hause Auralic.

Wer bisher noch keinen Grund gesehen hatte, sich einen Digital-Analog-Wandler anzuschaffen und wer nicht aus Treue-Gefühlen heraus an eine bestimmte Marke gebunden ist, der sollte sich unbedingt auch mit den Wandlern aus dem Hause Auralic auseinander setzen, denn die warten mit einer fast unglaublichen Überraschung auf, die man erst einmal verstehen muss.

Auralic Vega G1 und Vega G2, die DACs, die keinen Streamer brauchen.

Ja, Sie haben richtig gelesen. Wer sich einen Vega G1 oder G2 zulegt, der muss sich nicht zwangsläufig auch einen Aries kaufen, sondern kann sie wunderbar auch solo einsetzen.
Um das zu verstehen, muss man wissen, dass es aus dem Hause Auralic noch ein anderes Gerät gibt, nämlich den Altair (Alta:ir gesprochen).

Auralic Polaris Front

Auralic Polaris Front

Der Altair ist die „eierlegende Wollmilchsau“, das „schweizer Armeemesser unter den Streaming-Komponenten“ – oder was Sie auch immer für Begriffe kennen – für etwas, was eben irgendwie „alles“ kann.

Der Altair ist Streaming-Transport, er ist DAC, er ist Server, man kann eine Festplatte einbauen, man kann weitere Geräte anschließen, man kann ihn an einen DAC anschließen …

 

Er sieht verdammt gut aus, hat ein Gehäuse aus Stahl und passt sowohl als Spitzengerät in einfache als auch in eine hochwertige Anlagen und ist so ein echter „Tausendsassa“.

Für unter 2.000,- € nach wie vor der Preistip überhaupt – wenn es um die Frage geht, wie viel Geld man heute ausgeben muss, um nach dem Kauf jahrelang so richtig rundherum zufrieden zu sein.
Klanglich ist er einfach die „Wucht in Tüten“.

So – genug Reklame gemacht für den Altair, denn heute will ich Ihnen ja Gründe dafür liefern, noch tiefer ins Beinkleid zu greifen und sich eben keinen Altair zu kaufen, sondern ein Gerät aus der G1-, wenn nicht sogar aus der G2-Serie.
Beide Vega tragen die Tesla-Plattform des Auralic in sich. Und auf dieser Tesla-Plattform – da sitzt das Modul, das im Altair dafür sorgt, dass er streamen kann.

Jedoch – so ein Vega ist ein DAC und bleibt ein DAC. Das Streamen selber übernehmen zu müssen, belastet seinen Prozessor.
Das ist grundsätzlich nicht gut.
Auralic hat deshalb auch eine Weile überlegen müssen, ob man da nicht besser das Streamen durch einen Eingriff verhindern soll. Dieser Entschluss hätte aber bedeutet, dass man etwas abschalten muss, was aber trotzdem physikalisch weiter vorhanden bleiben würde. Solch ein Vorgehen empfand man bei Auralic als falsch und entschloss sich dazu, die Tesla-Plattform so zu belassen wie sie ist.

Im Endeffekt bedeutet dies deshalb, dass wir sowohl beim Vega G1 als auch beim Vega G2 die Möglichkeit haben, den Streaming-Transport einzuschalten und ihn genau so zu verwenden wie wir es beim Altair auch machen.
Das ist fantastisch und es führt dazu, dass sich viele Kunden nun problemlos stufenweise ihrer Traumkombi nähern können.
Man beginnt mit einem Vega und hat damit praktisch schon ein komplettes Streaming-Gerät.
Irgendwann testet man ob der Klang durch das Hinzufügen eines Aries besser wird und falls man das so empfindet, kann man den Vega entlasten und ihm einen Aries zur Seite stellen.
Es gibt allerdings eine Einschränkung, die Auralic vornehmen musste, um den Prozessor nicht in den ungesunden Bereich zu treiben. Ein Vega verfügt nicht über die Serverfähigkeit.
Dies bedeutet, dass er keine Software mitgeliefert bekommt, die es ihm ermöglicht, die Musik aus Ihrem Heim-Netzwerk oder von einer externen Festplatte zu spielen. Er kann also keine (!) Bibliotheken verwalten.
Dafür benötigt man im elegantesten Fall einen Aries, im einfachsten Fall einen Auralic Mini – irgendwo im Heimnetz.
Wer also noch einen Mini im Büro oder in der Küche … einsetzen kann, der holt sich damit genau diese Serverfähigkeiten ins Haus und kann nun auch mit dem Vega die eigenen Bibliotheken spielen, so – als würde der Vega sie selber verwalten.
Der Mini liefert also dem gesamten Heimnetz den Zugang zur eigenen Bibliothek.

Hinweis:
Zwar verfügen auch Router (Fritzbox …) über solche Serverfähigkeiten, die Einbindung ist aber in der Regel eher suboptimal. Eine entsprechende Software auf einem NAS dagegen funktioniert möglicherweise mindestens genau so gut wie die Lightning-App aus dem Hause Auralic.

Zurück zum Vega G1

Alles was ich oben zum Aries G1 geschrieben habe, lässt sich auch genau so auf den Vega G1 übertragen.
Wer mit dem Vega G1 Musik hört, der hat so ein Gefühl, das man auch dann hat, wenn man in einem erstaunlich gut ausgerüsteten Serien-Auto unterwegs ist und man einfach spürt, wie viel dieses Gefährt aus der Motorsport-Entwicklung geerbt hat.
Dieser Vergleich passt auch dann noch, wenn wir ihn weiter spinnen.
Fahrwerk und Bremsanlage – scheinen identisch zu sein. Es fehlen lediglich die Dinge, die man nicht im öffentlichen Straßenverkehr benötigt, sondern nur auf der Rennstrecke.

Die Rennstrecke –

das ist in unserem Falle die HiFi-Anlage der besonderen Art; die für den Liebhaber, der seine Anlage nicht etwa deshalb betreibt, weil sie nun mal zu einer Wohnungseinrichtung dazugehört, sondern weil er ohne sie nicht glücklich wäre.

Auralic Vega G1 und G2 Vergleich Rückseite

Auralic Vega G1 und G2 Vergleich Rückseite. (hier wirkt der G1 schon ein wenig “leergeräumt, oder?)

Auch hier kann ich mich im Fazit also nur auf das oben bereits Geschriebene beziehen und damit zum Ausdruck bringen, dass der Vega G1 klanglich durchaus in der Lage ist, seinen Besitzer rundherum zufrieden zu machen, aber er ist kein G2.

Um aber den Unterschied zum G2 hören zu können, müssen ein paar Voraussetzungen vorliegen.
Sprich: Die Anlage, der Verstärker, die Boxen, die Kabel … müssen im wahrsten Sinne des Wortes auf dem Niveau des G2 mitspielen können!
Dann aber – ist es eine Sache von Sekunden, um sich gar nicht mehr anders entscheiden zu können als für die G2-Serie.

Auralic Vega G2 KH

Auralic Vega G2/G1 Zwei KH-Ausgänge

 

 

 

 

Hörbericht und Klangaussagen

Glauben Sie mir, ich habe seitenweise Material zur Verfügung. Allerdings habe ich mich entschieden, nichts davon zu veröffentlichen. Es scheint mir einfach unmöglich, die Klangunterschiede zwischen Altair, G1-Serie und G2-Serie in einer Art zu beschreiben, die nicht auf der einen Seite übertrieben wirkt und auf der anderen Seite etwas zu Unrecht viel schlechter beschreibt als es tatsächlich der Fall ist.
Hier streikt meine Rhetorik. Ich sehe mich dazu nicht in der Lage.
Ich kann Sie also nur bitten, sich die Geräte einfach selber anzuhören.

Wenn Sie Lust dazu haben, uns zu besuchen, machen wir das gerne mit Ihnen gemeinsam.

Auralic Leo Gx

Auralic Leo Gx Front

Auralic Leo Gx

Mein lieber Leo!

Und es stimmt doch:  Der Takt macht die Musik!
Ein Bericht über den Auralic Leo Gx (externe Clock).

LEO_GX_Front flach
LEO_GX_Front flach

Heute habe ich überraschend Besuch bekommen. 

Christian Rechenbach, der Auralic-Support-Leiter für Europa und Christoph Zingel vom Auralic-Vertrieb audionext, fläzen sich gerade auf mein Sofa und wollen Musik hören.

Die Situation ist etwas “verdächtig”, aber ich mutmaße einfach mal, dass sie wohl immer noch enttäuscht sind, weil ich nicht gleich in München auf der High-End einen Leo Gx geordert habe. Und sicher wollen sie mich heute mit vereinter Kraft davon überzeugen, dass das so nicht länger bleiben darf.

Ob sie ihr Ziel erreichen?

Eines muss ich ja zugeben. Schon in München hat mich der direkte Vergleich mit und ohne Leo in Staunen versetzt. Da ging es nicht nur um Nuancen, die man sich vielleicht auch hätte einbilden können.

Aber so, wie man sich wohl besser an einen teuren Wein gar nicht erst gewöhnt, so habe auch ich versucht, mich so lange wie möglich von diesem Leo fern zu halten.

Der Grund dafür?  Ganz klar – der Preis!

6.899,- € ruft Auralic für dieses „Zubehör“ auf – da fällt eine ziemliche große Anzahl meiner Kunden gleich mal komplett als Zielgruppe weg.
Aber das wird wohl den anderen Händlern auch nicht anders gehen.

Ja sicher, es gibt auch Autos für 150.000,- € und mehr.
Aber die sind nicht „meine Welt“.
In „meiner Welt“ gibt man noch nicht einmal 6.899,- € für eine externe Clock aus.
Oder doch?
Eines steht jedenfalls fest:  Die Qual der Wahl hat man bei Auralic wenigstens nicht. Wer mal versucht hat, ein Reisestativ für seine Fotokamera zu kaufen, der weiß, wovon ich spreche. 
Hundert Marken, doppelt so viele Ausführungen und zehn mal so viele unterschiedliche Aussagen darüber, was das beste ist und was nicht.
Wer sich mit der Frage beschäftigt, ob er sich einen LEO gönnen soll, der muss sich entscheiden zwischen “Ja ” oder “Nein” – mehr Auswahl hat er nicht. Gott sei Dank!

So oder so frage ich mich aber, was den Herrn Wang da denn wohl geritten hat, diesen LEO anzubieten. Ich kann es ja verstehen, wenn man gerne auf einer HiFi-Ausstellung in Kanada, den USA oder Fernost derjenige sein möchte, der die Komponenten mit dem besten Klang vorstellen konnte, aber ich weiß auch, dass man solch ein Ziel gar nicht erreichen kann.

Was am besten klingt und was nicht – das wird nun einmal immer noch unterschiedlich gesehen.
So – wie es ja auch nicht das beste Rezept für Kohlrouladen geben kann.

Die Einzigartigkeit eines Leo Gx

Kommen wir zum Leo Gx und seinen Eigenarten.

Der Leo ist nicht die einzige externe Clock die man kaufen kann, aber doch ist er in seiner Art wohl vollkommen einzigartig.

Externe Clocks finden überwiegend im Tonstudio Verwendung. Dort also, wo wir etliche digitale Geräte und Zusatzkomponenten finden, die allesamt mit einem Problem behaftet sind:  Sie müssen sich auf eine Clock – also auf einen Takt – einigen.

Deshalb stellt man ihnen gerne eine Master-Clock an die Seite. Da werden dann alle anderen Komponenten angeschlossen und von nun an hören alle Geräte auf diesen Taktgeber.

Um so eine Master-Clock kompatibel zu machen, stattet man sie einfach mit einer mehr oder weniger genormten Frequenz von meistens 100 MHz aus. Das ist dann die so genannte Referenzfrequenz und nicht die Clock muss dafür sorgen, dass sie kompatibel ist, sondern die angeschlossenen Geräte.

Diese verfügen deshalb einfach über eine PLL  (Phasenregelschleife) – das ist so ein elektronisches Bauteil, das ich hier nicht erklären will – und diese PLL sorgt dafür, dass aus der Referenzfrequenz die eigentlich benötigte Frequenz erzeugt wird, sagen wir einfach mal 48 MHz.

Alle anderen Komponenten können aber völlig andere Frequenzen benötigen – das spielt überhaupt keine Rolle, denn sie alle generieren sich den benötigten Takt aus dem 100 MHz-Takt der externen Clock.

Das gefiel dem Herrn Wang überhaupt nicht. Er mag diese PLLs nicht, weil bei diesem Schritt wieder unnötig Jitter entstehen kann und er hat sich gefragt, wieso er denn überhaupt erst eine Frequenz erzeugen soll, die kein einziges Gerät – also eben auch der Vega G2 nicht – benötigt. Nur, um den Vega dann dazu zu zwingen, die Frequenz mit einer PLL wieder zu verändern.

Folgerichtig erzeugt nun also der Leo ganz einfach direkt genau die Frequenz, die der Vega G2 braucht. Kein Hz höher, kein Hz niedriger.

Auralic Leo Gx Innenansicht
Auralic Leo Gx Innenansicht

Auch ist es überhaupt nicht die Aufgabe eines Leo, mehrere Komponenten dazu zu bringen, auf den gleichen Takt zu hören. Seine Aufgabe ist einzig und allein, dem Vega G2 den genauesten Takt zu liefern, den man wohl unter dieser Sonne jemals gemessen hat.

Anders als man vermutlich meinen könnte, wird also der Aries G2 eben nicht (!!) ebenfalls an den Leo angeschlossen! Der Aries übernimmt zwar intern den Takt des Vega – und damit genau genommen jetzt auch wieder den Takt des Leo  – aber dennoch handelt es sich hier nicht um den klassischen „sternförmigen“ Aufbau der Geräte.

So ein Leo ist also derzeit einzig und allein zum Vega G2 kompatibel und zu keiner anderen Komponente sonst. Weder von Auralic noch von irgendeinem anderen Hersteller.

Die Zukunft ist gesichert!

Zukünftige Auralic-Wandler dürften allerdings von vornherein einen passenden Anschluss für den Leo erhalten, weshalb man ihn eben auch nicht Leo G2 genannt hat, sondern Leo Gx.

Nun gut, ich verfüge bereits seit mehr als einem Jahr über einen Vega G2 und auch über einen Aries G2 in meiner Vorführung, hatte aber bislang zu keinem Zeitpunkt den Eindruck, sie hätten es nötig, einen „Turbolader“ oder so etwas zur Seite gestellt zu bekommen.

Man muss schon verdammt intensiv suchen, um überhaupt klanglich etwas gleichwertiges zu finden. Dass die beiden Komponenten ein gescheites Stromkabel (z.B. das Progressive Audio Power One MK II) gut gebrauchen können und auch das mitgelieferte Lightning Link-Kabel zwingend gegen z.B. das Audioquest Diamond getauscht werden sollte, das dürfte jedem Besitzer dieser Geräte längst klar sein.

Während meine beiden Gäste die Klangqualität meiner Anlage loben und ich nicht weiß, wie viel davon ernst gemeint ist – und bevor wir die Kartons öffnen, die mir die beiden mitgebracht haben, will ich mir vielleicht noch einmal ganz sachlich – ich befürchte, ich werde nach dem Hörtest dazu nicht mehr in der Lage sein – die Fakten anschauen.

Zur Technik habe ich mich bereits ein wenig ausgelassen. Diese Aussagen mögen interessant sein – ich – will aber heute vor allem wissen, ob es mit dem Leo besser klingt oder nicht.

Der Preis ist nun einmal da – angeblich reicht die Summe nicht einmal aus, aber man will sich nicht so weit von den Mitbewerbern entfernen und und und … bla-bla-bla.
Eines steht fest – der Leo richtet sich an eine Zielgruppe, die das nötige Equipment längst zuhause stehen hat und die bereit ist, für einen besseren Klang auch entsprechend in die Tasche zu greifen.

Die Gehäuse-Ausführung ist zu den G2-Geräten identisch. Das sieht schon sehr edel aus – die wahren Leckerbissen sitzen aber im Gerät.
Wie sehr man im Hause Auralic darauf erpicht ist, elektrischen Störungen keine Chance zu lassen, erkennt man schon alleine daran, dass hinter dem Lightning-Link-Eingang sofort ein optischer Wandlerbaustein sitzt, der für eine galvanische Trennung sorgt. Obwohl es sich bei dieser Verbindung im Prinzip ja “nur” um eine Bus-Schnittstelle handelt.

Außer dieser Buchse für das Lightning Link Kabel und der für ein Stromkabel finden wir nur noch den Clock-Anschluss.
Bevor wir das Trio verbinden können, muss Christian meinen Vega umrüsten. Christoph ist wie immer gut gelaunt und hätte jetzt sogar Lust darauf, ein Produkt-Video zu drehen.

Christoph Zingel und Christian Rechenbach
Christoph und Christian

Hinweis:
Bevor Sie einen LEO an Ihren Vega G2 anschließen, sollten Sie Auralic oder Audionext die Seriennummer des Vegas durchgeben, denn möglicherweise muss dieser erst angepasst werden. Bei den meisten Geräten wird nur das interne Kabel vom Clock-Anschluss gegen ein aktuelles auszutauschen sein. Manchmal ist es aber auch erforderlich, weitere Anpassungen vorzunehmen. Diese Anpassungen werden natürlich für den Besitzer kostenfrei vorgenommen.

Christian baut das Kabel in den Leo
Christian baut das Kabel in den Leo

So – alles ist getauscht und angeschlossen und bevor wir Musik hören, gönnen wir dem Trio eine kleine Aufwärmphase und uns eine Tasse Kaffee mit Kuchen, den Christoph liebenswürdiger Weise mitgebracht hat.

Diese Aufwärmphase braucht der Leo  – und er zeigt uns auch an, wie weit er noch von seiner idealen Spieltemperatur entfernt ist. Beim ersten Einschalten sehen wir oben in seinem Display eine Uhr, die eine volle Stunde die Zeit herunter zählt. So lange benötigt er, um seine Kern-Bauteile intern auf exakt 80° zu bringen. Dies ist laut Wang die ideale Temperatur und genau die wird dann auch gehalten. Selbst wenn wir also das G2-Trio über den Schalter vom Aries ausschalten, hält die Heizung im Leo die wichtigen Bausteine auf exakt 80°.

Der Klang

So – die Kaffeetassen sind leer und ich starte „Dey o, Dey o“ vom schwedischen Sangensemble (Amanda). Einfach deshalb, weil ich die Aufnahme für sehr gelungen und natürlich halte. Der Titel beginnt mit einer einzelnen Frauenstimme, die bei der Aufnahme überhaupt nicht „geschönt“ wurde, was sie auf manchen Anlagen fast schon etwas aggressiv, direkt oder gar nervig erscheinen lässt. Es folgt dann ein großer, gemischter Chor, der zeitweise kanonartig „durcheinander (?) singt“. Und genau eben das darf nicht passieren!

Man darf nicht (!) „durcheinander“ singen, sondern es muss eine wunderbar harmonische Einheit aus unterschiedlichen Stimmgruppen und Themen entstehen.

Es muss im Bauch glucksen – sonst stimmt was nicht.

Der Vega allein schafft es spielend, es in meinem Bauch glucksen zu lassen.

Mit dem Leo verwandelt sich dieses Glucksen gerade in einen Schwarm Schmetterlinge.

Ohne den Leo können wir die Stimmen wunderbar orten. Die Größe eines jeden Mundes ist natürlich – also nicht zu groß und nicht zu klein – mit dem Leo trennen sich aber die Stimmen deutlicher vom Raumklang. Erst jetzt stellen wir fest, dass der Direktschall und die Reflexionen ohne den Leo deutlich mehr miteinander verschmelzen. Mit dem Leo sind sie klar und deutlich voneinander zu trennen.

Habe ich mich noch vor wenigen Sekunden über die Plastizität der Frauenstimme gefreut, besteht diese Dame jetzt dank Leo plötzlich leibhaftig aus Fleisch und Blut. Beeindruckend.

Mal wieder die Laura!

Ich starte „Laura“ von Rolf Kühn.

Der Vega schafft es mit Leichtigkeit, mir links die Oboe als Oboe (das ist ganz und gar nicht selbstverständlich!) und nicht irgendein anderes Blasinstrument zu reproduzieren. Der Bass in der Mitte klingt nicht (!!) nach einem Trommelwirbel, sondern tatsächlich nach einem schnell gestrichenen Kontrabass. Die später einsetzende Klarinette von Rolf Kühn ist in ihrem Klangbild deutlich von der Oboe zu unterscheiden.

Wer meine Berichte regelmäßig liest, der wird mir glauben wenn ich sage, dass ich diese Aufnahme schon hunderte male gehört habe.

Jetzt kommt der Leo und bringt meine Welt durcheinander.

Mit dem Leo ist da deutlich mehr Holz an der Oboe und ich glaube, die blankgeputzten Klappen erkennen zu können. Noch viel mehr Holz höre ich vom Kontrabass. Wenn ich jetzt immer noch jemandem erzählen würde, dass dieser Bass in vielen Ketten eher nach einer Konzerttrommel klingt, würde er nur den Kopf schütteln und mich fragen, wie ich denn auf das schmale Brett komme.

Dann folgen zwei einzelne Zupfer – Zupfer!

Ich höre mir das – jetzt, wo ich darauf aufmerksam geworden bin, noch einmal ohne Leo an. Und siehe da – aus den Zupfern wird eher etwas, das klingt, als würde man mit einem Lederschlegel auf ein Tamburin schlagen. Ich schließe den Leo wieder an und jetzt ist es wieder selbstverständlich als Zupfer zu erkennen. Also dieser Unterschied ist weit mehr als „nur gravierend“. 😉 

Da macht der Kopf nicht mehr mit.

Ich wechsle Titel um Titel und lasse die Augen die meiste Zeit geschlossen.

Deshalb, weil mein Kopf gerade überfordert wird. Er hört Dinge, die nicht da sind, die er nicht sehen kann. Zumindest nicht dort, von wo die Geräusche kommen.

Bei Mary Blacks „Shine“ steht auf einmal eine echte Basstrommel in meinem Flur – denn der befindet sich hinter meiner Wohnzimmerwand.

Leonhard Cohen ist auf einmal wieder „lebendig“.

Ich liebe sein Album „You want it darker“. Ich liebe diese direkte Aufnahme seiner Stimme. Aber hier und da wünschte ich mir, er wäre doch mal einen Schritt weiter vom Mikro weg gegangen. Es klingt einfach zu oft so, als reichte seine Stimme von der Mitte bis zum rechten Lautsprecher.

Das klingt voll, das klingt präsent, das macht den Zuhörer devot und man beginnt unweigerlich, sich auf seine Texte einzulassen und darüber nachzudenken, wie kurz das Leben doch ist.

Mit dem Leo – steht Leonhard Cohen auf einmal weit genug weg vom Mikro und jetzt – ist sein Mund nicht eine große „Fläche“, sondern jetzt – steht er leibhaftig vor mir.

Hugh Masekela, Stimela – ja – die muss jetzt sein!
Und es lohnt sich. Innerhalb von Sekunden beamt man sich nach Südafrika.

Was kann der Leo?

Große Konzertsäle? Der Leo zeigt uns, welche Mäusekinos wir vorher für groß gehalten haben.

Kleine Jazz-Clubs der 80-er? Sie werden unweigerlich nach ein paar Sekunden aufstehen und die Fenster öffnen, damit der Zigarettenrauch verziehen kann.

Wenn Sie bei Cowboy Junkies „The Trinity Session“ die Straßenbahn an der Kirche vorbeifahren hören, werden Sie auf Ihre Armbanduhr schauen. Und gerne die nächste nehmen.

Huch! Was ist jetzt auf einmal los?

Dann spiele ich ein paar Songs mit abgrundtiefem Bass – und auf einmal gefällt mir da so einiges überhaupt nicht mehr.

Vor allem dann nicht, wenn der Bass elektronisch erzeugt wird – also klanglich mehr so etwas wie ein Rechtecksignal darstellt – dann passiert etwas seltsames: Der Bass teilt sich in drei Phasen.

Phase eins:  Man kann sich vorstellen, wie der Bass vom „Instrument Computer“ erzeugt wurde. Das klingt mehr nach einem Sägeblatt als nach einer Schwingung.

Phase zwei: Die Lautsprecher folgen diesem Signal und das derart korrekt wie ich das selten erlebt habe.

Phase drei: Der Bass befindet sich nun in meinem Hörraum und passt auf einmal weder vom Timing noch von der Phase her zu dem, was die Boxen da produzieren wollen.

Ich versuche, mehr elektronische Titel zu finden, mit denen ich das Gefühl bestätigen kann. Und ich finde sie. Hier stimmt die Lautsprecheraufstellung nicht – ganz eindeutig.

Die Lösung – Boxen schieben!

Wir starten eine wilde Schieberei – nein nicht in Metern – es geht hier um Zentimeter. Nach etwa einer halben Stunde stehen die Boxen etwa 5 cm weiter hinten. Und die Raumanpassungsrohre der aktiven Progressive Audio Extreme III musste ich wieder gut 15 Millimeter weiter in die Boxen einschieben. Doch jetzt passt es im Bassbereich und irgendwie automatisch oder zufällig auch im Hochtonbereich deutlich besser. Von nun an macht auch das Hören elektronischer Musik Spaß.
Dass jetzt auf einmal  auch die akustischen Stücke von dieser Aufstellung profitieren, dürfen wir im Anschluss zufrieden wahrnehmen.
Das war das Tüpfelchen auf dem i – das Sahnehäubchen – welche Floskel Sie auch immer mögen, jetzt ist es perfekt.

Kein Zweifel – genau in diesem Moment glaube ich dem Herrn Wang jedes Wort, wenn er mir versichert, dass er keine Vorstellung davon hat, wie man heutzutage eine externe Clock noch besser bauen könnte als er es mit dem Leo umgesetzt hat.

Fazit:

Der Vega G2 klingt bereits für sich alleine hervorragend gut.
Eigentlich – kauft man sich ja für rund 6.000,- € „nur“ einen DAC.
Aber dadurch, dass Auralic die Tesla-Plattform verbaut hat, kann man mit dem Vega G2 auch schon hervorragend gut streamen, auch ohne Aries.
Dass der Prozessor des Vegas mit dieser Aufgabe an seine Leistungsgrenze getrieben wird und welche klanglichen Auswirkungen das hat, haben wir zwar als Argumente dafür wahrgenommen, uns auch einen Aries hinzuzukaufen, aber rund 4.000,- € zusätzlich – bringen viele Vega-Besitzer doch dazu, auch ohne einen Aries glücklich und zufrieden zu sein.
Und diese Einstellung kann ich nur unterstreichen.
Der Vega G2 ist auch solo schon richtig klasse!
Aus einem ganz anderen Holz sind deshalb diejenigen geschnitzt, die sich nun ernsthaft mit der Anschaffung eines Leo befassen. 
Ihnen geht es nicht mehr nur darum, eine zum Preis passende klangliche Leistung zu erhalten, das klappt mit Geräten für 100,- € viel besser. Sondern ihnen geht es darum, das heute Machbare zu erhalten. 

Kein Zweifel:  Wer nach einer Klangverbesserung sucht, der wird sie mit dem Leo finden. Deutlicher, als man es erwartet.
Mit dem Leo Gx im Zusammenspiel mit einem Vega G2 und einem Aries G2 erschafft man sich ein Trio aus Spezialisten, mit dem man sich wohl vor keinem Vergleich auf diesem Erdball mehr fürchten muss.
Ob es sich dabei um Produkte eines großen Konzerns oder einer kleinen Manufaktur handelt – dieses Trio muss erst mal geschlagen werden.

Kaufen oder nicht kaufen?

Ich jedenfalls –
komme gar nicht umhin, den Leo mit in die Vorführung zu nehmen.
Ihn nach diesem Erlebnis wieder abzugeben – das geht überhaupt nicht.
Wie sollte ich jemals wieder meine Kunden davon überzeugen können, dass es mir um den besten Klang geht?  Ein NCF-Booster für 350,- € ist auch nicht billig. Man hört aber den Unterschied, auch wenn das an Voodoo grenzt.
Stromkabel, Gerätesicherungen, Netzteile …
sie alle kosten Geld.
Und alles, was sie bewirken können ist – den Klang zu verbessern.
Deshalb sind manche Menschen bereit, dafür Geld zu bezahlen.
Manche mehr – manche weniger.
Das Prinzip ist beim Leo identisch.
Er verbessert den Klang – ohne Wenn und Aber.

Ob Sie ihn sich leisten können oder wollen, das entscheiden Sie – nicht ich.

Tipp:
Kommen Sie nicht auf die Idee, sich das Teil einfach mal so anzuhören, wenn Sie einen Vega G2 besitzen.

Auralic Leo Gx jetzt bestellen.https://audiosaul.de/produkt/auralic-leo-gx/

Sie haben etwas in Zahlung zu geben oder brauchen weitere Informationen? Genau deshalb gibt es AUDIOSAUL nicht nur online. Wir leben tatsächlich, uns kann man besuchen oder einfach anrufen:  
0208-671424.
Wir freuen uns auf Sie!

Meine Abhörkomponenten:

Stromkabel: Progressive Audio Power One MK II mit Furutech NCF-Stecker, Auralic Aries G2, Auralic Vega G2 mit HDMI-Kabel Audioquest „Diamond“, Ethernetkabel Audioquest Diamond, XLR-Kabel Progressive Audio – Prototyp, Lautsprecher Progressive Audio Extreme III -aktiv-.
… und natürlich:  Auralic Leo Gx.

Musik-Quelle:  HRA-Qobuz-Abo.

Roon … in der Praxis

Roon Einstellungen Parametrischer EQ

Teil 2 meines AUDIOSAUL-Berichtes über Roon.
Hier geht es zu Teil 1: Klick

Genug der Theorie und Erklärungen, jetzt will ich Ihnen an praktischen Beispielen einen Eindruck von der Roon-Arbeitsweise vermitteln.

Tipp:
Wer sich einen Roon Nucleus zulegt, hat mit der Installation von Linux und weiteren Anwendungen nichts mehr zu tun. Alle anderen sollten weiterlesen, wenn Sie Ihren PC entsprechend eingerichtet haben.

Wir öffnen die Roon-Software und wechseln zunächst zu unserem Profil (Einstellungen):

Roon Einstellungen Allgemein 1
Roon Einstellungen Allgemein 2
Roon Einstellungen Allgemein 2

Der Reiter „Allgemein“ lässt uns Einfluss darauf nehmen, wie uns die gefundenen Titel angezeigt werden und welche Informationen wir erhalten möchten.

Roon Einstellungen Speicherorte
Roon Einstellungen Speicherorte

Unter “Speicherorte” geben wir dem Nucleus an, wo er unsere Musik finden kann. Das können durchaus mehrere verschiedene „Quellen“ sein.

Roon Einstellungen Dienste
Roon Einstellungen Dienste

Unter dem Menüpunkt “Dienste” geben wir die Daten zu unserem TIDAL-Account und falls vorhanden unserem Dropbox-Speicherplatz ein.
Für mich persönlich ist es schmerzlich zu sehen, dass es immer noch keine Unterstützung für Qobuz und highresaudio.com gibt.  Wie heißt es?:
Kommt Zeit, kommt Rat, kommt …

Roon Einstellungen System
Roon Einstellungen System

Ein paar Daten und Informationen zum System.

Roon Einstellungen Wiedergabepräferenzen
Roon Einstellungen Wiedergabepräferenzen

Im Menü “Wiedergabepräferenzen” teilen Sie Roon mit, welche Steuerbefehle Sie sehen wollen. Sicher ist es für den Anfang ein guter Tipp, einfach erst mal alles bei den Standardwerten zu belassen.

Roon Einstellungen Importeinstellungen
Roon Einstellungen Importeinstellungen

Roon importiert die Titel Ihrer Bibliotheken genau so wie Sie es wünschen (und hier eingestellt haben)

Roon Einstellungen Komposition aufbrechen
Roon Einstellungen Komposition aufbrechen

Roon erlaubt es seinen Nutzern, Interpreten zu „vereinen“. Wenn man dann z.B. „Beatles“ eingibt, zeigt uns Roon auch die Solo-Alben der Mitglieder an, die wir mit Beatles “vereint” haben. Wollen wir diese Verbindungen lösen, machen wir das hier.
Und Roon lässt es sogar zu, dass wir Kompositionen “vereinen”. Auch diese Trennung nehmen wir hier unter dem Menüpunkt “Bibliotheken” vor.

Roon Einstellungen Genre Zuordnung
Roon Einstellungen Genre Zuordnung

Die Möglichkeiten der Genre-Zuordnung ist an Vielfalt nicht zu überbieten. Und jeder Eintrag kann noch weiter verfeinert, erweitert oder korrigiert werden.

Roon Einstellungen Übersprungene Dateien
Roon Einstellungen Übersprungene Dateien

Sie haben Ihre Bibliothek importiert und jetzt fehlen Ihnen ein paar Aufnahmen?  Schauen Sie doch einfach bei “Übersprungene Dateien” nach. Sollte Roon Titel oder ganze Alben nicht importiert haben, erfahren Sie an dieser Stelle den Grund dafür.

Roon Einstellungen Bibliothek
Roon Einstellungen Bibliothek

Ordnung muss sein. An dieser Stelle können Sie Roon Ihre Bibliothek mal wieder so richtig aufräumen lassen. Keine Angst – hier wird nichts gelöscht, sondern nur nicht mehr passende Einträge entfernt oder korrigiert. Logischerweise werden Sie ja von Zeit zu Zeit mal neue Titel in Ihre Bibliothek aufnehmen und andere löschen. Ab und zu sollte man also eine Wartung vornehmen. Ist nur ein Klick.

Roon Einstellungen Audioanalyse
Roon Einstellungen Audioanalyse

Unter den Punkten “Geschwindigkeit der Hintergrundanalyse” und “… der Audioanalyse bei Bedarf” können wir Roon mitteilen, wie viele Ressourcen dabei genutzt werden dürfen. Eine hohe Geschwindigkeit setzt eine entsprechend leistungsfähige Hardware voraus. Am besten experimentieren Sie mal mit höheren Werten und senken diese, wenn das System zu stark belastet wird. Natürlich können Sie auch alles bei den Standardwerten belassen und nur an diesen “Schrauben drehen”, wenn Ihnen das System als zu langsam erscheint.

Roon Einstellungen Audio
Roon Einstellungen Audio

Unter dem Punkt „AUDIO“ konfigurieren wir unsere Endgeräte, denen Roon die Musik zuspielen soll. Das iPAD (oder irgendein anderes Tablet!!) ist dabei natürlich nur die Minimalausstattung. Interessant wird es, wenn wir einen guten DAC wie den Auralic Vega G2 anschließen oder im Haus noch weitere “Roon-Ready-Endpoints” installieren.
Durch einen Klick auf die Zahnräder zeigt uns Roon drei Optionen an, von denen natürlich der Punkt “DSP-Engine” unser größtes Interesse weckt. Aber dazu später mehr.

Roon Einstellungen Geräte-Einrichtung
Roon Einstellungen Geräte-Einrichtung

Das Menü zur Geräteeinrichtung.
Sollten Sie bei den angebotenen Möglichkeiten lauter Fragezeichen vor den Augen haben, ist es sicher klug, sich erst einmal ein wenig Hintergrundwissen zu verschaffen, bevor man hier etwas umstellt. 
So lange Sie nur mit selbst gerippten Dateien und Tidal arbeiten, können Sie diesen Punkt aber auch einfach überspringen. Im besten Fall sollten Sie hier entscheiden, ob Sie die MQA-Unterstützung wünschen oder nicht.

Roon Einstellungen Backups
Roon Einstellungen Backups

Fall Sie jetzt die ganze Zeit schon Angst davor bekommen, dass Ihnen das Roon-System abstürzt oder was kaputt geht, wenn Sie gerade alles mühselig konfiguriert haben, dann werden Sie sich über diesen Punkt sicherlich ganz besonders freuen. Hier können Sie Backups planen, sofort durchführen oder wieder einspielen. Gut gemacht Roon!

Unter dem Menüpunkt “Erweiterungen” können eventuell für bestimmte Hardware erforderliche Zusätze installiert und konfiguriert werden.

Roon Einstellungen Account
Roon Einstellungen Account

Informationen über Ihren Roon-Account. Nach einem Klick auf “Info” erscheinen weitere Informationen über unser Roon-System:

Roon Einstellungen Über Roon
Roon Einstellungen Über Roon

Damit haben wir – bis auf wenige Ausnahmen, das Einstellungsmenü komplett abgearbeitet.
Wir schließen die Konto-Details und klicken im linken Hauptmenü auf „Übersicht“.

Roon Hauptmenü
Roon Hauptmenü

Diese Übersicht lässt sich weiter nach unten scrollen und wir finden einige Alben-Empfehlungen oder andere aktuelle Informationen.

Roon Genres Übersicht
Roon Genres Übersicht

Nach einem Klick auf Genres gelangen wir zu einer Übersicht, die uns die  in unserer Bibliothek vorhandenen Genres sortiert anzeigt. Wie viele Genres Roon kennt und wie fein hier unterschieden wird, erkennen wir, wenn wir hier zum Beispiel auf den Eintrag „Vince Guaraldi“ klicken, den wir unter „Holiday“ gefunden haben.

Roon Vince Guaraldi
Roon Vince Guaraldi

Nicht weniger als 14 Genres werden diesem Künstler zugeordnet.

Die Biografie ist mehrere „Seiten“ lang, wir finden Informationen über seine Herkunft, seine Geburtsdaten, wann und wo er verstorben ist und können direkt zu seiner Seite wechseln.

Roon Beteiligt an
Roon Beteiligt an

Scrollen wir herunter, sehen wir, an welchen Alben er beteiligt gewesen ist und uns werden seine Hauptalben angezeigt. 

Darunter finden wir noch weitere Verbindungen und Verknüpfungen und es folgen die üblichen Hinweise auf ähnliche Künstler.

Roon Album
Roon Album

Starten wir einen Song von Ihm, zeigt die blaue Schrift an, dass wir uns weitere Informationen über die Mitwirkenden an diesem Album und die vorhandenen Versionen anzeigen lassen können.

Roon Mitwirkende
Roon Mitwirkende

Ein Klick auf „Mitwirkende“ …
und wir tauchen richtig tief in dieses Album ein.

Jeder blau hinterlegte Eintrag kann nun wieder angeklickt werden und so können wir uns von Künstler zu Künstler hangeln, erkennen Zusammenhänge und lernen viel über die Szene, der Vincent Guaraldi angehörte. Natürlich funktioniert das auch mit Ihrem Lieblingskünstler.

Ich kann es nicht lassen, auf den Eintrag Eddie Duran zu klicken und dort den Titel „From here to the moon“ zu starten.

Ein erneuter Klick auf „Mitwirkende“ offenbart uns eine nicht enden wollende Liste mit blau hinterlegten Namen, die ich alle wieder anklicken kann, um mehr über sie zu erfahren.

Weit über 100 Einträge finden wir hier. Die meisten natürlich von den Komponisten. (Dylan, Santana, Goodman, Chuck Berry …)

Roon Entdecken
Roon Entdecken

Unter dem Menüpunkt „Entdecken“ gibt es – wie könnte es anders sein – vieles zu entdecken.

Roon Tidal
Roon Tidal

Durch Klick auf Tidal wechseln wir logischerweise in unseren Tidal-Account.

Roon Interpreten
Roon Interpreten

Wechseln wir zu “Interpreten” erhalten wir eine entsprechende Übersicht über die Inhalte unsere Bibliothek.

Hier können wir nun einfach eine Zufallswiedergabe starten, oder wir können ein wirklich mächtiges Werkzeug namens „Fokus“ nutzen.

Roon Fokus 1
Roon Fokus 1

Durch Klick auf „Fokus“ eröffnen sich ein Auswahlfenster, in dem wir dann unendlich feine „Filter“ setzen können.
Diese Fokus-Option verändert sich je nachdem, ob wir uns in der Rubrik „Interpreten“, „Alben“, „Titel“, „Komponisten“ oder „Kompositionen“ befinden. Hier nur ein paar Beispiele unter der Rubrik „Alben“

Roon Fokus 2
Roon Fokus 2

Sie sehen selbst – wer hier nicht das finden kann, was er sucht – ob Titel, Künstler oder einfach nur eine Information über seinen Datenbestand – also seine Musikbibliothek – der sollte dann wohl doch wohl besser bei seinem Plattenschrank bleiben. 🙂  

Roon Fokus Format
Roon Fokus Format

Ein Klick auf “Format” öffnet uns ein entsprechendes Auswahlfenster. Hinter den Punkten sehen wir, wie viele Dateien der Auswahl entsprechen.

Roon Fokus Inspektor
Roon Fokus Inspektor

Nach einem Klick auf “Inspektor” werden uns Auswahlmöglichkeiten gezeigt, die vor allem das herz von Informatikern und datenbank-Freaks höher schlagen lassen. Sie helfen ungemein dabei, unsere Bibliothek sauber und funktionsfähig zu halten.

Innerhalb der Überschrift „Bibliothek“ finden wir dann noch den Eintrag „Internetradio“, der mich nicht so sehr interessiert und als nächstes folgen dann unsere Playlists, gesetzte Tags und ein Überblick über unsere letzten Aktivitäten, damit wir etwas wiederfinden können, was wir letztens erst gehört haben, von dem wir aber noch gar nicht wissen, wie es heißt und von wem es ist.

Roon Verlauf
Roon Verlauf

Im “Verlauf” bekommen wir eine Übersicht über unsere letzten Aktivitäten.

Der Eintrag „Einstellungen“ führt uns dann wieder zum anfangs beschriebenen Menü.

In der unteren Bedienungsleiste haben wir die gewohnten „Knöpfe“ zum Starten des Titels usw. In der Mitte können wir den Titel und den Interpreten erkennen, sowie den Fortschritt beim Abhören.

Rechts daneben finden wir das Icon, um den Titel zu unseren Favoriten hinzuzufügen (Herzchen) und das „weiße Mikrofon“ rechts daneben zeigt uns, dass uns der Songtext zur Verfügung steht, falls mit mitsingen möchten.

Roon Lyrics
Roon Lyrics

Klicken wir rechts neben dem Mikrofonzeichen auf unser „Device“ (hier mein iPAD) werden uns die eingerichteten „Zonen“ angezeigt.
Jedes Abspielgerät wird als Zone dargestellt. Jede Zone kann mit unterschiedlicher Musik beliefert werden.
Und nicht nur das!

Roon kann Ihren Geräten klanglich mächtig auf die Sprünge helfen.

Gut – ein High-Ender wird diesen Teil der Einstellungen vermutlich niemals zu Gesicht bekommen.

Aber mal ganz ehrlich – wer hat schon in der Küche, im Bad, im Schlafzimmer, auf der Terrasse …. High-End-Komponenten?

Nun – und wenn die „Trööte“ in der Küche krächzt und die ausrangierten Jugendsünden im Büro bullern wie verrückt, dann kann ein DSP Wunder bewirken.

Roon Einstellungen DSP Aussteuerungskorrektur
Roon Einstellungen DSP Aussteuerungskorrektur

Aber die Möglichkeiten, die der DSP von Roon zur Verfügung stellt, gehen noch weiter. Schauen wir uns das mal der Reihe nach an:

Aussteuerngskorrektur

… kann zum Beispiel sehr hilfreich sein, wenn wir verhindern wollen, dass einzelne Lautsprecher durch eine zu hohe Lautstärke „abgeschossen“ werden.

Roon Einstellungen DSP Samplerate-Konvertierung
Roon Einstellungen DSP Samplerate-Konvertierung

Beim Unterpunkt „Samplerate-Konvertierung“ muss man schon ein wenig Hintergrundwissen mitbringen. Ansonsten lässt man einfach alles so, wie es eingestellt ist.

Roon Einstellungen DSP Crossfeed
Roon Einstellungen DSP Crossfeed

Der Menüpunkt „Crossfeed“ richtet sich die User, die über Kopfhörer hören. Hier kann z.B. die harte Kanaltrennung korrigiert werden.

Roon Einstellungen Parametrischer EQ
Roon Einstellungen Parametrischer EQ

Mit dem Punkt „Parametrischer EQ“ liefert uns Roon einen altbekannten Equalizer mit, den wir für jede Zone unterschiedlich nutzen können.

Roon Einstellungen DSP Audeze
Roon Einstellungen DSP Audeze

Der Eintrag „Audeze Presets“ ist für Besitzer dieser ausgezeichneten Kopfhörer von Bedeutung. Sie brauchen lediglich das genutzte Modell auszuwählen.

Roon Einstellungen DSP Procedural EQ
Roon Einstellungen DSP Procedural EQ

Nach Auswahl des Punktes „Procedural EQ“ können wir vor allem unsere Surroundanlage beherrschen.

Roon Einstellungen DSP Procedural EQ 2
Roon Einstellungen DSP Procedural EQ 2

Wir bestimmen die Zuordnung der Ein- und Ausgänge, natürlich kanalgetrennt, konfigurieren Klangregler, setzen Filter, legen Verzögerungen fest, invertieren die Phasen …

Roon Einstellungen Lautsprecher-Einstellungen
Roon Einstellungen Lautsprecher-Einstellungen

Mit dem Menü „Lautsprecher-Einstellungen“ können grobe Aufstellungsfehler oder schlechte örtliche Gegebenheiten ausgeglichen werden. Dies sollte nicht als Aufforderung angesehen werden, seine Lautsprecher nur noch nach optischen Aspekten auf zu stellen, aber in vielen Situationen wird diese Einstellmöglichkeit dafür sorgen können, dass man überhaupt halbwegs gescheit Musik hören kann.

Roon Einstellungen Faltung
Roon Einstellungen Faltung

Der Punkt „Faltung“ ist dann wieder eher etwas für diejenigen unter uns, die genau wissen, was sie da machen und wieso. Im Groben kann man hiermit eine Raumkorrektur erreichen. Aber versprechen Sie sich besser nicht allzu viel davon. 

Hier geht es zu Teil 1: Klick

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Bitte sprechen Sie uns an. Wir kümmern uns darum. 0208-671424

Was ist eigentlich Roon und wieso ist mein neues Streaming-Gerät “roon-ready”?

Roon-Nucleus

Was ist eigentlich Roon und wieso ist mein neues Streaming-Gerät “roon-ready”?

Teil 1 meines AUDIOSAUL-Berichtes über Roon – die Theorie.
Zum Teil 2 meines Audiosaul-Berichtes – die Praxis – hier klicken.

Einerseits ist Roon wohl die genialste Erfindung seit Einführung der digitalen Musikdatei, andererseits hört und sieht man aber über dieses Roon erstaunlich wenig.

Roon-Reade-Symbol

Allenfalls dieses „roon-ready“-Zeichen ist irgendwie allgegenwärtig. Was hat das zu bedeuten?

Gehen wir der Sache doch mal auf den Grund.

* Was ist Roon überhaupt?

* Was brauche ich für Roon?

* Was macht Roon besser als alles andere?

Musik als digitale Datei

Bevor ich an die Beantwortung der eingangs gestellten Fragen gehe, lassen Sie mich noch ein wenig über digitale Dateien sagen.

Eine digitale Datei kann „alles sein“,
… ein ausführbares Programm, ein Treiber …

Handelt es sich bei der Datei um ein Foto oder um einen Musiktitel, dann kommt sie nur selten alleine daher, sondern gehört in der Regel zu weiteren Fotos und anderen Musiktiteln.

Und wenn es dann ganz viele Dateien werden, dann verlieren wir schnell den Überblick.

Spätestens dann fangen wir Menschen an aufzuräumen und einzusortieren.

Die Bilder vom letzten Urlaub kommen in einen eigenen Ordner, die von der Geburtstagsfeier in einen anderen.

Das alles wandert in den Überordner namens “2018” und der wieder in „Familienfotos“ oder umgekehrt.

Musiktitel kommen in den Ordner für ein bestimmtes Album (wenn wir wissen, auf welchem Album der Titel gewesen ist), der in den Überordner für einen Interpreten und dann wandert alles nach Jazz, Klassik oder Pop/Rock.

Sowohl bei den Fotos als auch bei den Musiktiteln hat sich diese Vorgehensweise aber ganz schnell als recht unpraktisch erwiesen und eine andere Methode bewährt.

Bei ihr werden in die Dateien zusätzliche Informationen eingefügt. Diese nennt man Metatags.

Bei unseren Fotos fügt schon unsere Digitalkamera eine ganze Menge Informationen automatisch hinzu. Datum, Uhrzeit, Ort, Kamera, Objektiv, Belichtungseinstellungen und vieles mehr wird in diese Metatags geschrieben.

Mit einem speziellen Computerprogramm können wir diese Informationen auslesen oder sogar erweitern. Etwa automatisch durch eine Gesichtserkennung oder manuell durch eigene Zuordnungen wie zum Beispiel „Hochzeitsfeier“.

Bei Musiktiteln sind die Interpreten interessant, der Albumtitel, der Songtitel, der Komponist, der Dirigent, das Genre und noch einiges mehr.

Kaufen wir eine digitale Datei in einem Download-Portal, dann sollten wir erwarten, dass sich all diese Informationen in professioneller Art und Weise bereits in den Metatags befinden. Rippen wir unsere eigene Musik, werden die Infos spärlicher sein und spätestens beim Rippen von Schallplatten ist da gar nichts vorhanden, weshalb wir das manuell vornehmen oder ein spezielles Musikerkennungs-Programm damit beauftragen müssen.

Sind ausreichend viele Informationen in allen Dateien vorhanden, könnten wir Hunderttausende Dateien einfach in einen einzigen Ordner schieben und es wieder einem speziellen Programm überlassen, uns in Sekundenbruchteilen alle Beatles-Songs aus 1965 oder Stücke von Mozart anzubieten.

Haben wir uns eine richtig gute Software gekauft, so kann sie sogar mit „intelligenten Ordnern“ umgehen. Das bedeutet, sie weiß, welche Dateien wir zuletzt zu unserer Sammlung hinzugefügt haben, welche wir am meisten hören, welche Genres wir bevorzugen, welche Dateien in einem bestimmten Format vorliegen und vieles vieles mehr.

Wie gesagt – wenn wir uns für eine richtig gute Software entschieden haben.

Und diese Aufgabe führt uns unweigerlich zu unserem Ausgangsthema zurück:

Was ist eigentlich Roon?

Besitzen Sie bereits eine Streaming-Komponente? Einen speziellen “Transport”, eine integrierte Lösung, eine App auf Ihrem Device?
Man muss lange suchen, um auf dem Markt zwei Marken zu finden, die miteinander harmonieren, die also “systemübergreifend” funktionieren.
Jeder Hersteller kocht sein eigenes Süppchen und haben wir uns erst einmal für ein Produkt entschieden, leben wir mit ihm auf einer “Insel”, die uns der Hersteller vorgibt.

Genau damit räumt Roon auf. Hier sieht es mittlerweile völlig anders aus. Eine Komponente, die nicht roon-ready ist?  Unverkäuflich!
Und dennoch, die “Karre Roon” war bisher schwer zu schieben. Das soll sich jetzt ändern und um das zu beschleunigen, möchte ich hier etwas ausführlicher über dieses ROON schreiben.

Zunächst einmal ist Roon eine „Server-Software“.

Dieser Server-Software teilen wir mit, wo in unserem Netzwerk unsere Musikdateien liegen und von diesem Moment an verwaltet Roon unseren Musikbestand.

Die Roon-Software jedoch ist auf eine umfassende „Beschriftung“ (Informationen in den Metatags) nicht (!!!) angewiesen. Ihr reicht es völlig aus zu erkennen, um welchen Titel es sich da handelt, den wir in unserer Sammlung haben.

Roon ist eine „Informations-Software“.

Roon ist es ziemlich gleichgültig, wie “wenig” Informationen sich in unseren Musikdateien befinden, denn genau über die verfügt Roon selber.

Mehrere Musik-Zeitschriften-Redaktionen betätigen sich dabei als Zulieferer für Roon. Das Wissen dieser Redaktionen über Klassik, Jazz und viele andere Genres fließt hier zusammen und wartet darauf, von Roon unseren Titeln dynamisch zugeordnet zu werden.

Und hier liegt wohl der Haupt-Nutzen von Roon. Wer nicht einfach nur Musik hören will, sondern wer sich für die Dinge dahinter interessiert, der braucht entweder ein oder mehrere Abos für Musik-Zeitschriften oder er braucht Roon. Mehr dazu, welche Informationen Roon bereitstellt, später.

Roon ist ein Streaming-Transport

Streaming-Transport hat sich als Bezeichnung für ein Gerät durchgesetzt, dass in der Lage ist, Musikdateien von einem Netzwerkspeicher oder einem Musik-Portal aus dem Internet zu holen und zu einem DAC zu “transportieren”.

Der Begriff Streaming wird leider zurzeit ein wenig überstrapaziert und das verwirrt uns, weil man dabei nicht zwischen den verschiedenen Wegen unterscheidet.

Spielt ein Gerät einen Musiktitel, der von einem Musik-Portal oder von einem Netzwerkspeicher stammt, so nennt man das Streaming. Schickt das Gerät diesen Titel dann in unserer Wohnung zu einem Abspielgerät, so nennt man auch das Streaming. Tatsächlich sind diese beiden Wege auch ziemlich ähnlich, aber zum besseren Verständnis sollte man doch mal dazu übergehen, diese Vorgänge unterschiedlich zu bezeichnen. 

Roon jedenfalls ist in der Lage, die gewünschten Musiktitel sowohl von einem Netzwerkspeicher zu streamen als auch aus dem Internet. Derzeit kann Roon zwar die Musik nur von Tidal beziehen, aber da soll sich schon recht bald etwas ändern. Den richtigen Durchbruch schafft Roon aus meiner Sicht nur dann, wenn wir auch Qobuz und highresaudio.com mit einbinden können.
Toll ist jedenfalls, dass uns Roon unsere Suchergebnisse sozusagen „nebeneinander“ präsentiert. Wir finden den Titel also möglicherweise sowohl bei Tidal als auch in unserer Sammlung und die Playlist spielt auch gerne die Songs kreuz und quer aus den unterschiedlichen Quellen gemischt. Das können die meisten anderen Apps leider nicht.

Roon ist ein Multiroom-Server

Hat sich Roon den Titel erst einmal irgendwo her geholt, muss er natürlich auch abgespielt werden. Hierzu benötigt Roon einen DAC und ein Abspielgerät. Jede Komponente, auf der wir das roon-ready-Zeichen finden, ist hierzu fähig.

Das kann unser Tablet sein, spezielle Multiroom-Systeme, aktive Lautsprecher mit integriertem DAC oder was auch immer. 

Roon arbeitet dabei nicht nur mit verschiedenen Geräten zusammen, sondern kann sie auch alle gleichzeitig und mit unterschiedlichem Musikmaterial beliefern. So reicht also ein einzelner Roon-Core, um eine große Familie und ein großes Haus mit Musik zu versorgen und jeder kann in seinem Zimmer die Musik hören, die er will.

Roon ist ein DSP (Digitaler Sound Prozessor)

Sind die kleinen Boxen in der Küche recht bass-schwach? … die Lautsprecher für das große Wohnzimmer eigentlich zu klein? Klingt die Musik im Büro irgendwie „blechern“?

Keine Bange – Roon sorgt für Abhilfe!

Im Roon-Core ist ein DSP, also ein digitaler Sound-Prozessor enthalten, der es dem Benutzer erlaubt, sich den Klang nach Geschmack „zurecht zu biegen“ und so bestehende Unzulänglichkeiten auszugleichen, ohne sich überall neue Boxen und Geräte kaufen zu müssen.

Roon ist ein Kopfhörer-DSP

Kopfhörer polarisieren, aber manchmal geht es nicht anders, will man seine Familienmitglieder oder die Nachbarn nicht verärgern.

Viele Nachteile von Kopfhörern können heute elektronisch ausgeglichen werden. Hierzu verfügt Roon über ein eigenes DSP-Programm.

Roon bietet die beste Übertragungsqualität

So lange es Kabel gibt, so lange sind sie zumindest den Ästheten unter uns ein Dorn im Auge. Mittlerweile sind wir auch nicht mehr grundsätzlich auf Kabel angewiesen, denn es gibt eine ganze Reihe von kabellosen Übertragungswegen.

WLAN, Bluetooth, Airplay, Chromcast …

… und RAAT, dem roon-eigenen Übertragungsformat.

Und das hat es in sich. Es gibt kaum ein zweites Formate, das mit RAAT mithalten kann.  Dieses Format reicht allemal aus, um Musik im eigenen Hause in CD-Qualität „verteilen“ zu können.

Roon bietet eine geniale Fokus-Funktion

Diese Funktion ist vor allem für diejenigen unter uns interessant, die eine wirklich große Musiksammlung besitzen. Mit dieser Funktion setzen wir „Filter“, mit denen wir eingrenzen können, was wir hören wollen.

Aber diese Funktion hilft uns nicht nur beim Hören, sondern vor allem auch beim Aufräumen.

Und so sieht das in der Praxis aus …
zum nächsten Teil “Praxis”

… jetzt einen Roon Nucleus bestellen

Sie benötigen noch eine Roon-Lizenz?
Auch da helfen wir Ihnen gerne weiter.
Bitte sprechen Sie uns an:  0208-671424
Oder senden Sie uns eine E-Mail:  hifistudio@audiosaul.de 

Furutech NCF Booster

Furutech NCF Booster

Furutech NCF Booster

Furutech NCF Booster

… oder:  Tschüss Affenscheiße!

Alles Voodoo oder was?

Wer hat sich nicht schon mal ausgiebig über „Klangschalen“, „informierte Glaslinsen“ oder CD-Entmagnetisierer lustig gemacht!?
Manche amüsiert so etwas, andere möchten vor Wut aus der Haut fahren und wieder andere schwören auf solche Hilfsmittel zur Klangverbesserung.
Im Verhältnis zu ihrem materiellen Gegenwert gesehen, kosten sie ein Vermögen und genau das ist meistens der Stein des Anstoßes.

Auf das Butylband von Würth  (sowohl bei den Karosseriebauern als auch im HiFi-Bereich unter dem Begriff „Affenscheisse“ bekannt) passt diese Beschreibung aber so ganz und gar nicht.
Erstens bekommt man für rund 17,- € eine große Rolle Band, mit der man vermutlich sein Leben lang auskommt (wenn man nicht ausgerechnet Karosseriebauer ist).
Zweitens kann man dieses Zeugs für so viele unterschiedliche Reparaturen im Haus gebrauchen, dass es eigentlich in keinem Haushalt fehlen dürfte.
Drittens kann man es bei keinem der angeblich so „geschäftstüchtigen HiFi-Händlern“ erwerben, sondern nur im Auto-Zubehör-Handel.

Zweckentfremdung
Hat ein HiFi-Freak so eine Rolle ergattert, reißt er Stücke von dem Band ab und knetet damit sämtliche angeblich „wackeligen“ Verbindungen so zu, dass da nichts mehr vibrieren kann.
Genauer:
Alle (!) Stecker werden wie üblich in die Buchsen gesteckt, dann aber mit reichlich Butylband festgeknetet.
Keine Angst – wer das wieder entfernen will, entdeckt das wirklich Gute an diesem seltsamen Zeugs – es löst sich, ohne jegliche Spuren oder Verfärbungen zu hinterlassen
… wofür ich allerdings hier keine Garantie übernehmen möchte!  🙂

Ergebnis:  Mit viel „Knete“ klingt es prima.

Hier im doppelten Sinne!

Probieren Sie es doch einfachmal aus. Selbst wenn Sie extrem großzügig damit umgehen, werden Sie wohl kaum mehr als 3,- oder 4,- € „verkneten“. Das sollte sich doch verkraften lassen, oder?

Was das ganze „Affentheater“ soll?

Nun, schon vor 30-40 Jahren haben findige Köpfe entdeckt, dass sich der Klang verändert, wenn man alle vorhandenen Steckverbindungen einer Stereoanlage „fixiert und dämmt“.
Hier im Ruhrgebiet verbindet man dieses Butylband vor allem mit dem Namen Alfred Rudolph (A Capella) – aber auch anderswo hat man ziemlich intensiv mit dem Band experimentiert.
Das Unglaubliche ist, dass man tatsächlich einen Unterschied hört. Auch – wenn man nicht daran glauben mag.

Nicht für den Audiomarkt entwickelt.

Doch eines stellt man auch ziemlich schnell fest, nämlich, dass dieses Butylband leider nicht (!!) für Audiozwecke entwickelt wurde.
Es verändert zwar den Klang, oft verbessert es ihn auch, aber es kommt auch zu ungewollten Nebeneffekten.

Manchmal geht etwas an Schnelligkeit und Spielfreude verloren und durch ein sehr ruhiges und „stabiles“ Klangbild ersetzt. Körper gewinnen an Masse hinzu und die Klangfarben werden intensiver, aber die Luft im Raum wird weniger spürbar. Hektisch abgestimmte Anlagen profitieren davon, eher gelassen aufspielende Komponenten werden dann aber doch etwas zu “lahm”.

Manche Freaks beginnen dann, nur einen Teil der Stecker mit Knete zu versehen, um die „goldene Mitte“ zu finden, aber meistens gibt man irgendwann einfach auf, weil die Ergebnisse dann auch noch von Titel zu Titel anders zu sein scheinen.

Trifft man heute noch auf schwarzes Butylband, ist es meistens ein Zeichen dafür, dass sich da gerade wieder jemand in der Experimentierphase befindet und die Erfahrungen anderer nachholen möchte.

Das könnte jetzt anders werden

Zumindest bei den Stromsteckern, bei denen sich Schwingungs-Störungen ja noch viel deutlicher bemerkbar machen als bei den Cinch-Steckern, zeichnet sich jetzt eine professionelle, speziell für die audiophile Welt entwickelte Lösung ab.
Niemand anderer als Furutech (wer auch sonst !?) hat etwas erfunden, wovon die Schweizer nur träumen können. Was sind schon Ricola-Bonbons gegenüber NCF Boostern?  🙂

Furutech NCF Booster

Furutech NCF Booster

Aber machen wir mal Schluss mit lustig und beginnen wir hier ganz von vorne:

NCF

NCF steht für Nano Crystal Formula.

Eigentlich ist es nichts anderes als winzige Kristallstaub-Partikel in Nano-Größe. Mit diesem Staub füllt man die „Lücken“ in den verwendeten Materialien für Stecker, Buchsen, Kabelhüllen usw.
Hierdurch nimmt man den Materialien die Eigenschaft, sich durch die Wechselfrequenz des Stroms oder andere Ursachen zum Schwingen verleiten zu lassen. Denn Materialschwingungen, also Vibrationen – sind für eine elektrische Verbindung unvorteilhaft, wie wir es schon mit dem Butylband nachweisen konnten.

Nebenbei soll das Material der NCF-Booster noch eine ganze Menge anderer Dinge bewirken, so zu einer Reduzierung von elektromagnetischen Interferenzen und statischer Aufladung führen und so weiter …

Da der Mensch grundsätzlich nur an Dinge glaubt, die er mit seinen Sinnen erfassen kann, verweist der Deutschlandvertrieb gerne mal auf die Effekte bei Hochspannungsleitungen. Wer schon mal im Regen unter ihnen hergelaufen ist, der wird bestätigen können, dass die Leitungen nicht gerade leise sind. Es summt, singt und jeder kann die „Energie hören“, die sich unter diesen Umständen lautstark bemerkbar macht.

Und so macht sich auch die Energie – also der Strom – in unserem Schukostecker oder dem Kaltgerätestecker bemerkbar. Nur, dass die „Geräusche“ hier für unsere Ohren nicht hörbar sind.
Was nicht nur daran liegt, dass es in den meisten Wohnzimmern selten regnet.  🙂

Bei Furutech hat man sich gefragt, wie sinnvoll es wohl sein kann, solche „Störungen“ zu bekämpfen, die der Mensch ja eigentlich gar nicht wahrnehmen kann. Zum Glück aber hat man sich von diesem Bewusstsein wie so oft bei Furutech nicht davon abbringen lassen, dieses NCF-Material zu entwickeln.
Wer einmal so eine Steckdose oder einen Stecker mit NCF getestet hat, der will ganz sicher nie wieder darauf verzichten.

Christian, einer meiner Kunden, berichtet passend:
„NCF ist wie eine kleine Lampe in einem dunklen Zimmer. Jeder NCF-Stecker zeigt uns das klangliche geschehen um diese Lampe herum. Es ist dabei völlig gleichgültig, an welcher Stelle man den ersten NCF-Stecker einsetzt. Plötzlich „sieht“ man dort etwas. Und wenn alle Stecker ausgewechselt sind, dann herrscht ein wunderbares Licht im Raum voller Farben, Details, Wärme, Körper, Dynamik und Informationen.“

Furutech hat Lösungen für Probleme, die Sie noch gar nicht hatten!

NCF ist für mich wieder einmal der Beweis, dass der Mensch in der Lage ist, Lösungen selbst dann zu entwickeln, wenn er das Problem noch gar nicht begriffen hat.
Ja sicher, wir filtern unseren Strom, zerhacken ihn, stabilisieren ihn, trennen ihn, bauen ihn erneut auf …

Vieles davon ist notwendig, weil unsere Stromlieferanten uns Audiophile zu keiner Zeit auf dem Schirm hatten.  Und auch wohl in den nächsten Jahrzehnten nicht haben werden.
Kilometerlang leben wir mit Stromkabeln, auf die wir keinen Einfluss haben,
Irgendwann landet der Strom in unserem Verteilerkasten. Hausbesitzer können ab hier Einfluss nehmen und auf audiophile Sicherungen und Stromkabel zurückgreifen. Mietern bleibt aber meist nur, auch diesen Punkt noch außer Acht zu lassen und sich die Wandsteckdose als früheste Eingriffsmöglichkeit genauer zu betrachten,

Es ist noch nicht zu spät!

Umso erstaunlicher und erfreulicher ist es, dass es hier noch lange nicht „zu spät“ zu sein scheint.
Völlig gleichgültig, mit welch miesem Installationsmaterial wir es bis zu dieser Wandsteckdose auch zu tun haben – das Auswechseln der Steckdose ist bei einer hochwertigen Anlage immer sehr deutlich zu hören.

Welchen Perfektionsgrad wir damit erreichen können, das vermag ich auch nicht vorher zu sagen, aber dass es besser klingt – deutlich besser klingt, das bin ich bereit Ihnen zu beweisen.

Wenn Sie also Lust dazu haben, dann fordern Sie doch einfach eine entsprechende Wandsteckdose an. Wir haben fast immer ein paar NCF-Steckdosen zum Ausleihen auf Lager. Bei Nichtgefallen nehmen wir sie einfach wieder zurück. Natürlich auch dann, wenn sie schon verbaut wurden. Nur kaputt dürfen sie natürlich nicht sein.

Doch kommen wir jetzt zu diesen NCF-Boostern.

Furutech NCF Booster Explosion

Furutech NCF Booster Explosion

Mit dem klanglichen Zugewinn der NCF-Stecker hatte wohl selbst Furutech anfangs nicht so richtig gerechnet. Doch das Ergebnis ist eindeutig und so hat man erkannt, dass das Klangbild umso besser wird, je mehr man von dem NCF-Material einsetzen kann.
Jetzt hätte man einfach deutlich klobigere Stecker bauen können, aber erstens wollte man das nicht und zweitens hat man sich bei Furutech die Frage gestellt, wie man selbst einen Stecker klanglich verbessern kann, der selber nicht aus NCF besteht.
Das Ergebnis sind zwei recht schwere NCF-Halbschalen, die einen Schuko- oder Kaltgerätestecker fest umklammern.

 

 

 

 

Furutech NCF Booster Kabelbrücke

Furutech NCF Booster Kabelbrücke

Findige Köpfe haben bereits herausgefunden, dass man mit den NCF Boostern auch wunderbare „Brücken“ für Kabel aller Art bauen kann, so dass die nicht mehr den Boden berühren.
Ich bin gespannt, was da noch für Ideen auftauchen.

Und was kostet so ein Furutech NCF Booster nun?

Ein NCF Booster steht mit 350,- € in der Preisliste. Der Deutschlandvertrieb bietet sie für eine kurze Einführungszeit von etwa 4 Wochen für 265,- € an. Wer sich also ernsthaft für ein oder sogar mehrere NCF-Booster interessiert, der sollte schnell sein und dieses Angebot nutzen.

 

 

Und was passiert da klanglich?

Das ist ziemlich einfach erklärt:  Der NCF Booster nimmt die Hektik und die Unruhe aus dem Klanggeschehen.
Das feinste Anschlagen der Becken, das Anlegen der Fingernägel an die Gitarrensaite, die Dynamik eines großen Instrumentes und die Luft, die in ein Mundstück geblasen wird, das Atmen der Musiker und die Größe des Aufnahmeraumes – alles wird einfach natürlicher abgebildet.
Nichts wird verändert, manipuliert, verfärbt, beeinträchtigt oder anders dargestellt als vorher.
Wer von den NCF-Boostern eine Klangveränderung erwartet, der wird enttäuscht sein. Nichts klingt „anders“. Man hört es einfach nur besser, deutlicher, klarer, ruhiger, selbstverständlicher.

Fazit

An der Art und Weise, wie ich diesen Produktbericht geschrieben habe, werden Sie sicher schon gemerkt haben, dass ich Ihnen mit dem Furutech NCF Booster nicht zu viel versprechen möchte.
Der Booster ist kein Problemlöser nach dem Motto:  Klingt es nicht gut? Dann brauchen Sie den Furutech NCF-Booster.

Er ist eher etwas für Anlagen, die so hervorragend klingen, dass man es für unmöglich hält, noch mehr Klangqualität dazu gewinnen zu können. Er beseitigt keine stehenden Wellen, keine überzogenen Höhen und macht auch ein matschiges Klangbild nicht strukturierter.

Der Furutech NCF Booster beweist uns, dass es Störquellen gibt, an die manche von uns noch gar nicht gedacht haben. Andere haben versucht, die Wirkung der NCF-Booster mit Materialien zu erreichen, die für völlig andere Zwecke entwickelt wurden. Zumindest für Stromstecker bietet Furutech uns jetzt eine professionelle Lösung.
Ich bin mir sicher, dass dies zwar das erste Produkt dieser Art ist, aber es ganz sicher nicht bleiben wird.

Einsatzmöglichkeiten:

Furutech NCF Booster Beispiel1

Furutech NCF Booster Beispiel1

 

Hier sehen wir die klassische Verwendungsart. Der Kaltgerätestecker wird in die Buchse des Gerätes gesteckt und dann mit dem NCF-Booster fixiert und gedämmt.

 

 

 

 

Furutech NCF Booster Wandsteckdose

Furutech NCF Booster Wandsteckdose

 

Hier sehen wir ein Anwendungsbeispiel bei einer sehr hoch angebrachten Wandsteckdose. Um sie erfassen zu können, kommt ein Verlängerungsset zum Einsatz.

 

 

 

 

 

ACHTUNG!   Einführungsangebot!

Um dieses Produkt in Deutschland bekannter zu machen, hat sich der Vertrieb dazu entschieden, den Listenpreis von 350,- € pro Booster für etwa 4 Wochen auf 265,- € zu senken. Dieses Angebot läuft etwa Mitte April aus.

Bei Interesse kommen Sie hier direkt zur Bestellseite:  Jetzt Furutech NCF Booster bestellen.

Progressive Audio PEARL TDC Hörbericht

Progressive Audio  Pearl TDC Hörbericht

Progressive Audio  Pearl TDC Hörbericht

(Triple-Directdriven-Ceramicspeaker)

Erfahren Sie mehr über den Hersteller „Progressive Audio“ (Link)

Die ersten beiden Paare Pearl TDC sind ausgeliefert. 
Das eine ging nach Münster, das andere nach Berlin.
Und beide Besitzer sind super happy mit ihrem neuen, außergewöhnlichen Aktivlautsprecher.

Aber beginnen wir mal ganz vorne:

Progressive Audio Elise

Progressive Audio ELISE

 

Als Progressive Audio im Jahre 1998 die Elise präsentierte, waren die Testredakteure, ihre Leser und alle anderen, die sie hörten, sofort einer Meinung.
Ein solcher Ausnahme-Lautsprecher durfte kein Einzelstück bleiben. Er musste einfach einen „großen Bruder“ bekommen.

 

 

 

 

 

 

Progressive Audio Pearl

Progressive Audio Pearl

Und Ralf Koenen, der Kopf hinter Progressive Audio, hatte die Pläne dafür auch schon in der Tasche.
Es sollte aber noch bis zum Jahr 2002 dauern, bis er die „Pearl“ der Öffentlichkeit präsentierte. Unverkennbar eine „große Elise“.

Progressive Audio avancierte in den darauf folgenden Jahren zu einem Voll-Sortimenter. Bereits im Jahre 2005 bestand das Portfolio aus vier Lautsprechermodellen, zwei Vollverstärkern, zwei Phono-Verstärkern, einem Digital-Analog-Wandler, einem CD-Player, drei Kabelserien und einer selbst entwickelten Gerätesicherung.

 

 

 

Spätestens 2010
gehörte Progressive Audio endgültig zu den anerkannten Deutschen High-End-Herstellern und Ralf Koenen gelang es, mit jedem neuen Projekt vorhandene Lücken zu schließen.
Allen voran die Extreme-Serie sorgte für eine echte Aufregung in der Lautsprecherlandschaft.

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Progressive Audio Extreme Serie

 

Eine solch hohe Klangqualität in dieser Preisklasse zu liefern, das schien bislang unmöglich zu sein.

Wie groß der Unterschied zu anderen Boxen in der gleichen Preisklasse tatsächlich ist, merkt man sehr schnell, wenn man sie sich mal „richtig“ anhört – also eben nicht unter Messebedingungen, sondern in aller Ruhe zuhause oder bei einem guten HiFi-Händler.

 

 

 

Transformer2-2.8

Transformer2-2.8

Auch wenn man sich im Hause Progressive Audio über diese Erfolge freut, so verfolgt man dennoch die eigene kompromisslose Leidenschaft für das Musikhören weiter und erfüllt sich so ganz nebenbei die eigenen Hörwünsche mit der Transformer-Serie, deren Preise von 45.000,- € bis hin zu rund 130.000,- € reichen.
Jedenfalls, wenn man sich den Luxus gönnen will, einen der weltbesten Lautsprecher in einer vollaktiven Ausführung zu besitzen.

 

 

 

 

 

Progressive Audio Pearl Keramik

Pearl-Käufer brauchen dabei ganz und gar nicht neidisch auf die großen Brüder der Pearl zu schauen, sondern dürfen sich darüber freuen, dass viele der für die Transformer entwickelten Lösungen auch in der Pearl Anwendung finden.

So nutzt Ralf Koenen nicht nur die Keramik-Chassis vom Hersteller Accuton in seiner Pearl, sondern auch viele exklusive Weichenlösungen, die eigens für die Transformer-Serie entwickelt werden mussten.

 

Mit dem Entschluss, die 22.000,- € kostende passive Pearl jetzt auch in einer vollaktiven Version anzubieten, trifft er den Zeitgeist wie mit wohl keiner anderen vorherigen Entscheidung.

 

 

 

 

30.000,- € muss Progressive Audio für die Pearl TDC aufrufen, wahrlich kein Schnäppchen. Solange man sie nicht mit deutlich teureren Lautsprechern vergleicht. Denn dann wendet sich das Blatt ganz schnell wieder.

Streamer – Box – fertig

Das Geniale liegt in der Tatsache, dass die Pearl TDC mit einem Streamer/Wandler wie z.B. dem Vega G2 von Auralic eine extrem harmonische Ehe eingeht.
… und man dann zum Musikhören bis auf ein paar Kabel nichts weiter mehr benötigt!
Einen Streamer/Wandler – ein Paar Lautsprecher – fertig ist eine High-End-Anlage mit einem Klangbild, das nicht von dieser Welt zu sein scheint.

Was steckt nun hinter dem Geheimnis einer Pearl TDC?

TDC steht für Triple-Directdriven-Ceramicspeaker.

Triple-Directdriven …
weil wir für jedes der drei Chassis einen eigenen internen Verstärker vorfinden.
Hier wird keine Aktivelektronik vorgegaukelt oder herkömmliche Verstärker einfach mit in das Lautsprechergehäuse eingebaut, sondern hier geht es tatsächlich darum, an jedes einzelne Chassis jeweils einen eigens auf die speziellen Anforderungen hin abgestimmten Verstärker zu betreiben.
Bei einem Paar Pearl TDC bringt der Hersteller es also auf  insgesamt sechs „direktantreibende“ Verstärker.

Ceramicspeaker …
weil es sich bei jedem der drei Chassis um ein Keramik-Chassis aus dem Hause Accuton handelt.
Die Creme de la Creme des Chassis-Baus sozusagen, die aber beherrscht werden will.
Wie eben jedes andere außergewöhnliche Bauteil auch.

Wie gut Ralf Koenen diese Keramik-Chassis kontrolliert und zu welchen musikalischen Tönen er sie im wahrsten Sinne des Wortes antreiben kann, das offenbart sich einem schon bei den ersten Tönen dieser Box.

Was ist das Besondere an ihrem Klangbild?

Machen wir uns nichts vor!
Wer sich einen Lautsprecher für 30.000,- € anhört, der will sich „anschnallen müssen“, um nicht „weggeblasen“ zu werden.
Und wenn die Pearl auch selbstverständlich in der Lage ist, hohe Lautstärken zu erreichen und einen  “trommelfellgefährdenden” Schalldruck zu erzeugen, so ist das doch in keiner Weise das vorrangige Ziel des Entwicklers gewesen.

Mit der Pearl TDC stellt Ralf Koenen vielmehr eindrucksvoll unter Beweis, wie viele feine Informationen bei vielen Lautsprecherkonstruktionen unbemerkt „verloren“ gehen.
Und das sind die vielen filigranen Töne, Klang-Nuancen, Rauminformationen und hauchzarte Klangfarben.
Kurz und gut:  Das Gefühl, alles eben im Original und nicht über Boxen zu hören.

Wenn bei „Cold Rain“ (Blues Company) die Mikrophone hochgezogen werden, nickt man den Musikern unweigerlich höflich zu – weil sich das einfach so gehört, wenn man mit anderen zusammen einen Raum teilt. Und das macht man hier schon, noch bevor die Musik beginnt.

Wenn Arne Domnerus sein Saxophon in der Kirche spielt, dann hören wir nicht nur ein Gemisch aus Direkt- und Indirektschall, der uns klar macht, wie groß dieser Raum gewesen ist.
Wir hören und „sehen“ dieses Saxophon dreidimensional vor uns. In seiner natürlichen Größe. Und erst danach erreicht der indirekte Schall unser Ohr und zeigt uns die Ausmaße dieser Kirche.
Das ist ein himmelweiter Unterschied zu dem, was man gewohnt ist.

Wenn das Sangensemble Amanda aus Göteborg seine Hawaii-Gesänge anstimmt (Dey O Dey O), dann muss man nicht lange rätseln, um heraus zu finden, dass die Solosängerin vor (!) dem Männerchor steht und nicht mittendrin. Hier gibt es kein Durcheinander sondern ein beeindruckendes Nebeneinander verschiedener Stimmlagen, die alle gemeinsam das gleiche Stück singen.

Die unbändige Kraft und die geradezu erstaunliche Dynamik, die dieser Lautsprecher in der aktiven Version entwickelt. die zeigt sich nicht erst, wenn man „volle Pulle“ hört.
Selbst bei kleinsten Lautstärken explodieren Bassdrum-Kicks und schwingen Saiten, als könnten sie durch nichts gestoppt werden.

Geradezu beängstigend wird es, wenn sich die Pearl mit der Reproduktion eines wirklich großen Orchesters zu befassen hat. Das komplette Programm des Boston Pops Orchesters (Arthur Fiedler) scheint eigens für die Pearl aufgenommen worden zu sein.

Klassische Musik ist ihr Zuhause. Die Darbietung berühmter Bühnen gelingt ihr spielend – in sämtlichen Dimensionen.

Um zu sehen, was auf der Bühne geboten wird, muss man bei der Pearl einfach nur die Augen schließen.

Wir sehen nicht nur, dass jemand singt, wir können ihm in den Mund schauen.
Und wieder einmal müssen wir wohl von vorne beginnen und all unsere Lieblingstitel noch einmal neu kennen lernen.
Dieses mal so, als hätten wir das große Glück, den Künstler endlich live erleben zu dürfen.

Hat man seine Hörprobe beendet, stellt man erleichtert fest, dass man sich nun nicht etwa wieder “abschnallen” und von einem ungeheuren Spektakel erholen muss. Man erwacht vielmehr sanft aus einem wunderbaren Traum.

Virtual Reality –
 so lautet das Zauberwort, mit dem man heute eigentlich Video-Freaks für sich gewinnen will.
Mit einer Progressive Audio Pearl TDC bekommt dieser Begriff eine ganz eigene Bedeutung.
Näher kann man dem Original gar nicht sein als mit einem Paar Pearl Triple-Directdriven-Ceramikspeaker.

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Klangunterschiede bei Digitalkabeln

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Klangunterschiede bei Digitalkabeln

Klangunterschiede bei Digitalkabeln

Ein gut gemeintes Wort vorab:
Seit gut 40 Jahren kennen wir zum Thema „Klangunterschiede durch Kabel“ die eine und die andere Meinung.
Als man sich noch alles von den Profi-Musikern abgeguckt hat und ein gerade mal 60 Pfennig teures RG58 (das Mikrofonkabel) als klanglichen Geheimtipp zuflüsterte, waren beide Lager noch vereint.
Als dann aber die einen etwas von Skin-Effekten erzählten und bereitwillig Hundert Mark oder mehr für ein Cinch-Kabel ausgaben, kam es zu einer Trennung der Gemüter, die bis heute anhält.
Schon lange sind einige Ursachen für die Klangunterschiede bekannt. Vieles ist aber immer noch unerforscht und gibt viel Raum für Theorien.
… leider auch für Scharlatanerien.
Die einzige funktionierende Methode ist deshalb heute, sich etwas anzuhören und dann für sich selber zu entscheiden, welchen Betrag für welchen Zugewinn man ausgeben will.
Die enorme Aggressivität, mit der diese Kabel-Diskussion zum Teil geführt wird, hat überhaupt nichts mit der Sache an sich zu tun.
Diese stark emotionale Beteiligung ergibt sich allein aus der Tatsache, dass sich beide Lager gegenseitig der Dummheit bezichtigen.
Die einen sind so dumm, sich etwas unsinniges, teures aufschwatzen zu lassen, und die anderen sind zu dumm, selbst die deutlichsten Klangunterschiede hören zu können.
Solche Aussagen müssen beide Seiten ja wütend machen.
Und Wut ist nicht gerade ein guter Antrieb, sich dem anderen Lager freundlich und neugierig nähern zu wollen.
Und deshalb werden uns diese unter die Gürtellinie gehenden Diskussionen auch wohl noch begleiten, wenn der Mensch schon längst in der Lage ist, schwarze Löcher im Weltall für Zeitreisen zu benutzen.

Sollten Sie zu den Kabelklang-Gegnern gehören, empfehle ich Ihnen dringend, den nachfolgenden Bericht besser nicht zu lesen.
Für Sie ist er ganz bestimmt “zum Haare raufen”.  🙂

Gibt es Klangunterschiede bei digitalen Verbindungen und Kabeln?

Um das heraus zu finden, habe ich mich für eine Test-Kombi bestehend aus den beiden neuen Modellen Aries G2 (Streaming-Transport) und Vega G2 (DAC) von Auralic entschieden.

Diese beiden Geräte verfügen über die folgenden fünf digitalen Ein-/Ausgänge:

  • AURALIC Lightning Link
  • TOSLINK (Lichtleiter)
  • USB HS
  • COAX (RCA-Digital, Cinch, unsymmetrisch)
  • AES (Digital-XLR, symmetrisch)
Auralic Aries G2 und Vega G2 hinten

Auralic Aries G2 und Vega G2 hinten

AURALIC Lightning Link
Die maximalen Abtastraten, die von AURALiC Lightning Link unterstützt werden, sind 384kHz/32Bit und DSD512. Lightning Link verwendet zwar einen physikalischen HDMI-Anschluss, aber es ist weder ein HDMI-Port noch ein I2S-Ausgang.

USB HS (Highspeed)
Die maximalen Abtastraten, die von USB HS unterstützt werden, sind ebenfalls 32Bit/384KHz und DSD512.

TOSLINK (Lichtleiter)
COAX (RCA, Cinch, unsymmetrisch)
AES (XLR, symmetrisch)
Die maximalen Abtastraten, die von diesen drei Verbindungen unterstützt werden, sind 192kHz/24Bit..

Die von mir gewählten Kabel-Anbieter

 

QED_logo

QED_logo

QED

Dieser englische Hersteller nimmt in Deutschland an Bedeutung immer mehr zu. Ich empfehle die Produkte von QED gerne dann, wenn es so wenig wie möglich kosten darf, aber klanglich so viel wie möglich erreicht werden soll.

 

 

supra-cable

supra-cable

SupraCables

„Töfte Jungs“ aus Schweden, die ganz genau wissen, was sie da machen. Sie überraschen nicht nur die HiFi-Szene immer wieder mit erstaunlichen Lösungen, sondern haben sich vor allem in der Video-Welt einen hervorragenden Ruf erarbeiten können, wo es für das „beste Bild“ unverzichtbar ist, dass definierte Werte in den Kabeln exakt eingehalten werden.
Unser Lieblingsartikel ist jedoch das Stromkabel „LoRad“ für etwa 100,- € (für ein fertig konfektioniertes 1.5m-Kabel).

 

audioquest-logo

audioquest-logo

Audioquest
Dieser Hersteller nimmt eine Sonderstellung auf dem Markt ein. Es gibt wohl keinen zweiten, der ein derart breit aufgestelltes Portfolio aufzuweisen hat.
Welches Kabel mit welchen Steckern dran Sie auch immer suchen – wenn Sie es bei Audioquest nicht finden, wird es das auch wohl nicht geben.

Ein Adapter von HDMI auf Gardena?
Nun gut, da muss dann allerdings auch dieser Hersteller passen. 🙂

Außerhalb der Wertung
Seit Jahren führe ich die Kabel von Furutech und von Progressive Audio. Sie dienen mir in diesem Bericht aber nur als Möglichkeit, mich immer mal wieder zu „erden“, also auf den klanglichen Resetknopf zu drücken.

Kann es überhaupt Klangunterschiede bei Digital-Kabeln geben?

„Da müssen einfach nur Nullen und Einsen durchkommen, alles andere ist egal!“
So viel zu der Theorie, die wir selber noch in den 80-er Jahren mit tiefster Überzeugung von uns gegeben haben.

Irgendwann haben wir dann aber alle etwas von einer „Clock“ gehört und von diesem ominösen  „Jitter“.
Nein, keinem von der Kokosnuss – der schreibt sich ja mit „R“ – scheint einem aber irgendwie genau so „unseriös“ zu sein, wie die vielen Aussagen über diesen Jitter, oder?
Aber genau der soll wohl die meiste Schuld daran haben, wenn ein Digitalkabel nicht gescheit klingt.
Die einen gehen nun die Frage nach dem passenden Digitalkabel rein wissenschaftlich an und pochen auf den korrekten Wellenwiderstand, die anderen probieren einfach etwas aus.
Was aber nicht immer klappt, weil plötzlich dieser blöde Wellenwiderstand doch nicht stimmt und der DAC uns ein „ERROR“ zeigt, statt seine Arbeit zu verrichten.
Aber sich darüber zu streiten, wer oder was schuldig ist, bedeutet natürlich auch gleichzeitig, längst festgestellt zu haben, dass da manchmal was nicht passt und deshalb eben auch nicht klingt. Also lautet die Antwort:

Ja, es gibt Klangunterschiede bei Digitalkabeln

… und zwar größere, als uns lieb ist.

… und deshalb habe ich mich dazu entschlossen, einige Digitalkabel miteinander zu vergleichen.

Hier ein Blick auf einen Teil (!!) der vielen Testkabel:

Digitalkabel

Digitalkabel

Welche digitale Schnittstelle klingt eigentlich am besten?

Bei den QED-Kabeln war die Antwort am ersten Tag ganz einfach:

QED

QED_Digital_HDMI

QED_Digital_HDMI

QED HDMI war am ersten Tag der klare Gewinner

Laut Auralic soll man unbedingt das mitgelieferte Lightning-Link-Kabel verwenden und kein anderes. Aber schon bei meinem ersten Kontakt zu der G2-Serie hat mich diese Strippe keineswegs überzeugen können. Damals war ich mir aber noch nicht sicher, ob es tatsächlich an diesem Kabel lag. Heute kam die Bestätigung.
Das HDMI-Kabel von QED katapultierte die Klangqualität der Kombi um etliche Klassen nach oben. Da ist mehr Druck, mehr Präzision, mehr Gefühl, mehr Raum …

QED TOSLINK

QED_Digital_Toslink

QED_Digital_Toslink

Das TOSLINK-Kabel von QED war für mich die allergrößte Überraschung. Vor dem Test vermutete ich, dass diese Schnittstelle das klangliche Schlusslicht bilden müsste. Bei ihr muss ja das elektrische Signal in Licht und das Licht beim Empfänger wieder in ein elektrisches Signal zurück verwandelt werden. Es gibt also eine zusätzliche Wandler-Stufe und so etwas kann ja gar nicht gut sein.

… es sei denn, unser Kabel muss auf dem Weg zum DAC äußerst ungünstige Wege gehen (sehr lange Strecken, zusammen mit Stromkabeln in einem Leerrohr …).
Ist das nämlich der Fall, gleicht das Lichtleiterkabel den Nachteil der zusätzlichen Wandlung natürlich wieder aus, denn es lässt sich ja bekanntlich von elektrischen Strahlungen oder der Kraft der Induktivität … nicht stören.
Doch in meinem Versuch gab es weder lange Wege noch liefen Kabel parallel – und dennoch lag das TOSLINK- mit dem HDMI-Kabel nahezu gleichauf.

 

QED USB – COAX (Cinch/RCA) und AES/EBU (XLR)
Alle drei Kabel sackten klanglich im Vergleich zum HDMI-Kabel deutlich ab. Ihr Klang war muffig, verschmiert, glanzlos und teilweise dann doch wieder harsch und nervig. Es machte sich wohl eindeutig bemerkbar, dass sie noch überhaupt nicht eingespielt waren. So war ein fairer Vergleich nicht durchzuführen.
Ich verschob also den weiteren Test und spielte die drei Kabel über mehrere Tage ein.

Danach:

QED_Digital_XLR

QED_Digital_XLR

QED AES
Wie eine Schlange hatte sich dieses Kabel in den letzten Tagen klanglich um eine gedachte Linie geschlängelt. Zunächst mit großen Bögen hin zu beiden Seiten, dann wurden die „Ausschläge“ immer sanfter. Auch heute kann ich noch feststellen, dass das Kabel von einem Tag auf den anderen seinen Charakter leicht verändert.
Was die Plastizität, die Analytik, die Durchsichtigkeit und die Luftigkeit des HDMI-Kabels angeht, erreicht das XLR in diesen Disziplinen dessen Level immer noch nicht. Dafür schenkt es uns eine angenehme Wärme, Harmonie und Körperhaftigkeit.  Es ist also weder schlechter noch besser, es ist einfach anders.

 

QED_Digital_RCA

QED_Digital_RCA

QED COAX (Cinch/RCA)
Die Aussagen vom XRL-Kabel kann man einfach wiederholen. Ich höre keinerlei Unterschied zwischen diesem RCA- und dem XLR-Kabel und habe das Gefühl, dass sich an dieser Stelle der Vorteil der Symmetrie nicht zeigt.

 

 

 

QED_Digital_USB

QED_Digital_USB

 

QED USB
Irgendwie bleibt dieses Kabel hinter den anderen immer noch hörbar zurück. Vermutlich wurde es auf andere Verbindungen hin optimiert, zum Beispiel zum Betrieb an einer externen Festplatte oder einem NAS. Das steht aber heute nicht zur Debatte.

 

 

Fazit QED:
Das HDMI-Kabel spielt sich von der ersten Sekunde an nach vorne und bleibt auch dort. Das Toslink ist ihm dabei dicht auf den Versen. Das COAX- und das XLR-Kabel brauchen ein paar Tage, um das gleiche Niveau zu erreichen, belohnen uns dann aber mit einem wunderschönen Klangbild. Das USB-Kabel fällt nach unten raus.

Audioquest

Ich muss zugeben, dass mich die günstige Carbon-Serie zu diesem Zeitpunkt noch nicht sonderlich interessierte hat. Ich war einfach zu neugierig und wollte wissen, was sich tut, wenn wir die Preise deutlich ansteigen lassen und griff gleich zur „Coffee“-, bzw. zur Vodka-Serie.

HDMI_Coffee

HDMI_Coffee

HDMI Coffee
Das Coffee-HDMI- und das Vodka-TOSLINK-Kabel legten sofort los, als hätten sie einen 100m-Sprint zu absolvieren, die anderen drei richteten sich wohl eher auf einen Marathon ein.

Erneut war Einspielen angesagt.
Für so einen „geduldigen“ Menschen wie mich eine echte Tortur!
Also logisch, dass ich zwischendurch auch ab und zu hinein gehört habe. Und auch hier konnte man wieder die „Schlange“ beobachten, die sich sich um die gedachte Linie gewunden hat.
Heute harsch, dünn und nervös, morgen träge, fett und verhangen …
Nach drei Tagen pro Kabel musste es gut sein.

Und das war es auch.

USB_Coffee

USB_Coffee

Allerdings wieder mal mit anderen Ergebnissen, als ich erwartet hatte.
Wünschenswert wäre es ja gewesen, wenn sich die teuren HDMI- und TOSLINK-Kabel den Luxus geleistet hätten, sich in den Punkten Wärme und Körper unseren Wünschen anzupassen. Aber genau das ist nicht geschehen.
Stattdessen legten sie in allen bereits von den QED-Kabeln hervorragend absolvierten Disziplinen noch einmal deutlich eins drauf.
Wärmer – „musikalischer“ klingen – wollten sie nicht.
Worin ich aber auch nach längerem Hören keinen Nachteil entdecken kann.
Man muss sich mal Ed Sheerans „Perfect“ anhören. Da bleibt ganz sicher kein einziges Haar auf den Unterarmen liegen!
Man glaubt, man könnte Ed Sheeran den Finger in den Mund stecken – so präsent ist dieser Typ in unserem Hörraum.
Schier unglaublich.
Man spürt einfach, dass sich dieses Klangergebnis von dem, was man gewohnt ist, deutlich abhebt. Die Stimme Ed Sheerans ist so präsent, so „direkt“, dass man sich

RCA_Digi_Coffee

RCA_Digi_Coffee

daran gewöhnen muss.

Lassen Sie mich den Begriff „direkt“ etwas erläutern:
Ich hatte mal eine Kollegin, die schon lange Jahre Gesangsunterricht nahm. Ab und zu hatte sie so gute Laune, dass sie einfach auf dem Flur vor sich hin sang. Aber jetzt vergessen Sie mal alles, was Sie kennen, wenn irgendjemand im Hause “so vor sich hin singt”.
Diese ausgebildete Stimme der Kollegin sorgte auf der Stelle für Gänsehautwellen am ganzen Körper.

Haben Sie mal ein Fahrsicherheitstrainig absolviert und hat der Fahrlehrer zu Ihnen gesagt, Sie sollen eine Notbremsung vornehmen?
Dann wissen Sie in etwa, was und wie ich es meine, wenn ich den Begriff “direkt” verwende.
Die meisten Schüler brauchen nämlich mindestens fünf Versuche, um eine echte

AES_Coffee

AES_Coffee

Notbremsung umsetzen zu können. Bis dahin bremst man so, als hätte der Beifahrer einen Getränkebecher in der Hand und man wollte verhindern, dass der was verschüttet.
Wenn Sie wissen, wie spektakulär sich eine echte Notbremsung anfühlt und wie weit sie von dem weg ist, was wir normalerweise als „abbremsen“ kennen – dann können Sie sich jetzt vorstellen, wie „direkt“ ich gerade diesen Titel von Ed Sheeran erlebe.
Dieses Stück ist einfach spektakulär!
Und nein – es ist nicht das “Maß der Dinge”, es ist künstlich auf “direkt” getrimmt. Es ist fast unmöglich, einen zweiten Titel zu finden, bei dem wir die gleichen Feststellungen treffen können.

Nachdenklich macht es mich da eher, wenn dieser Titel mit anderen Kabeln “ganz normal” klingt. Denn da stimmt dann ganz sicher irgend etwas nicht. Dieser Titel klingt nicht “normal”.

Ethernet_Vodka

Ethernet_Vodka

Aber:
So toll das ja auf der einen Seite war, so unangenehm klang das alles auch. Ich hatte so ein Gefühl, als wollte mir dieses Coffee-HDMI-Kabel mitteilen, dass es nicht besser klingen kann, weil es an einer anderen Stelle noch einen Engpass gibt.
Doch wo könnte er stecken?

Ich wühlte in der Audioquest-testbox herum und mir viel das Vodka-Ethernetkabel in die Hände.
Ja gut – ein Netzwerkkabel. Aber da hatte ich doch schon das QED angeschlossen und das war doch schon deutlich besser als ein Standardkabel.
Langer Rede kurzer Sinn – ich habe es angeschlossen.
Als ich wieder Ed Sheeran singen lasse, trifft mich fast ein Schock. Was hier gerade zu hören ist, das kann nicht wahr sein.
Und mir wurde im gleichen Moment klar, dass ich darüber nicht viel schreiben darf, wenn ich mich nicht für immer und ewig unglaubwürdig machen wollte.
Ich ließ es für die nächsten Tests stecken, und vielleicht schreibe ich auch noch mal irgendwann etwas darüber, aber im Moment traue ich mich das noch nicht.

Weiter zum Hörvergleich zwischen den Digitalkabeln.
Obwohl es mir gerade schwer fällt, die Hörergebnisse in Relation zu dem bisher gehörten zu stellen. Es ist, als sei ich bisher auf einem Feldweg unterwegs gewesen und mit diesem Vodka-Netzwerkkabel beweg ich mich plötzlich auf der mit Flüsterasphalt gerade eben frei gegebenen Autobahn.
Mhh – jetzt hab ich doch schon wieder was über dieses Ethernetkabel geschrieben,

Audioquest Coffee-USB
Ganz anders als bei QED hält dieses USB-Kabel ganz locker das Niveau des HDMI-Kabels. Es klingt eine Idee wärmer, aber insgesamt liegen sie ganz dicht beieinander.

Audioquest XLR und COAX
Auch diese beiden Kabel schaffen es nach einer dreitägigen Einspielzeit, sich als gleichwertige Gegner den anderen Kabeln zu präsentieren. Sehr offen, frei und sauber, aber auch genau so körperhaft und “musikalisch” wird hier Musik auf allerhöchstem Niveau reproduziert.
Ich spiele „Smile“ von Hugh Coltman, übrigens ein Titel von „dem“ Charlie Chaplin und bin sofort in einem Aufnahmestudio der 50-er Jahre. Man hört scheinbar die Röhrenmikrofone einer guten RCA Living Stereo heraus und alles klingt so echt, so improvisiert, fast provisorisch. Als würde hier noch auf ausgeliehenen, alten Instrumenten geprobt werden.
Ich weiß nicht, was das Team um Hugh Coltman mit diesem Album erreichen wollte, aber wenn es das ist, was ich da gerade beschrieben habe, dann ist es ihnen wohl gelungen.

Ich spiele „Harbour“ von Sohn oder ein paar Stücke von Yello und bin in einer modernen Szenerie, die „digitaler“ gar nicht sein kann.

Fazit Audioquest:
Die Coffee/Vodka-Serie von Audioquest zeigt sehr deutlich, dass sich eine wirkliche Klangverbesserung bei Kabeln nur in eine einzige Richtung hin entwickeln kann:  Hin zum Original und weg von Sounds – egal wie sehr wir sie lieben oder bevorzugen.
Aber sie führen uns auch in eine Welt, in der selbst kleinste Fehler nicht mehr verziehen werden.
Das Vodka-Netzwerkkabel am Aries G2 zusammen mit dem Coffee-HDMI-Kabel hin zum Vega G2 – das überreizt das Klangbild fast, zumindest bei Ed Sheerans “Perfect”. Wer das Vodka-Netzwerkkabel aber direkt am Vega G2 hört, könnte den Eindruck bekommen, der  Vega G2 steuere 20% der Klangqualität bei, das Vodka den Rest.

„Gar kein Kabel ist das beste Kabel“.

WiFi

WiFi

Was ist dran, an diesem Slogan?
Schafft es WLAN (WiFi), selbst einem Vodka-Ethernetkabel den Rang abzulaufen?

Während Auralic beim Vega G2 aus klanglichen Gründen ganz auf ein WLAN-Modul verzichtet und er damit als Solo-Gerät zwingend über ein Ethernetkabel betrieben werden muss, habe ich beim Aries G2 die Wahl zwischen „drahtlos“ und „kabelgebunden“.

Ich beginne den Vergleich mit „kabelgebunden“, lasse also das Vodka-Ethernetkabel stecken und höre etwa eine halbe Stunde mit dem Coffee-HDMI-Kabel noch einmal meine mir bestens bekannten Teststücke.
Dann ziehe ich das Vodka-Ethernet-Kabel ab und stelle den Aries auf drahtlos um.
Auralic empfiehlt diese Betriebsart und weist auf die galvanische Trennung hin, was so viel bedeutet, dass hier weder elektrische Störsignale, noch vagabundierende Potentiale oder eben etwas anderes durch das Verbindungskabel übertragen werden kann als das reine Musiksignal.

Ich starte den ersten Song …
… und sofort hat WLAN verloren.
Gut – zugegeben – gegen dieses Vodka-Ethernetkabel.

Aber über WLAN klingt es härter und es gibt mehr Zischlaute. Nicht bei allen Aufnahmen auszumachen, bei Ed Sheeran aber liegen Welten zwischen diesen beiden Präsentationen.
Nach zwei weiteren Titeln ist mir klar, dass ich etwas ändern muss. Das Klangbild ist nicht nur härter, es ist auch ungenauer und wirkt dadurch schlicht unangenehm.
Ich schließe das Coax-Kabel von Progressive Audio an und siehe da – es bringt alles schön wieder in Ordnung.
Das Coffee-HDMI-Kabel wirkt in Kombination mit dem Vodka-Ethernetkabel wie ein Turbolader, nach dem Umschalten auf WLAN gefällt es mir aber im Moment nicht so gut. Der Sache muss man noch mal nachgehen.
Das Progressive Audio dagegen liebt anscheinend diese WLAN-Verbindung und lässt keine Wünsche offen.
Ich lasse es also stecken, schließe wieder das Vodka Ethernetkabel an, schalte von WLAN auf kabelgebunden um und …
… erhalte die Bestätigung, dass das Progressive Audio-Kabel im WLAN-Betrieb irgendwie besser klingt als mit diesem Vodka Netzwerkkabel.

Kabel um Kabel folgt, es geht von „drahtlos“ zu „kabelgebunden“ und wieder zurück.
Und ich höre, dass es mal über WLAN besser klingt und mal über Kabel.

Manche Digitalkabel danken es mir, wenn ich das Vodka-Netzwerkkabel gegen das von SupraCables austausche. Überhaupt ist es geradezu erstaunlich, wie gut sich das Ethernetkabel von Supra gegen das deutlich teurere Vodka schlägt. Das Supra mit dem Coffee-HDMI zum Beispiel, gefällt mir besser als das Coffee-HDMI mit dem Vodka. Das Coffee-USB dagegen, das läuft mit dem Vodka zu einer deutlich besseren Leistung auf und scheint das Netzwerkkabel von Supra nicht wirklich zu mögen.
Nachdem man das Vodka-Ethernetkabel gehört hat, darf man sich allerdings das Netzwerkkabel von QED dann nicht wieder anhören.

Ergebnis WLAN gegen Kabel

Bevor ich dem Irrglauben verfalle, dass ein Kabel – egal welches – auf jeden Fall besser sein muss, als eine WLAN-Verbindung, sollte ich mir das einfach mal anhören.
Also:
Lieber WLAN als ein billiges Netzwerkkabel!

Gelten die Aussagen sowohl bei 2,4 GHz als auch bei 5 GHz?

Das 2,4 GHz-Netz ist vor allem in dicht bewohnten Gebieten in Verruf geraten, weil es eben von sehr vielen genutzt wird und die paar zur Verfügung stehenden Kanäle dann nicht mehr ausreichen.
Da nur die neueren Geräte das 5 GHz-Netz beherrschen, ist es da (noch) nicht so voll auf den Kanälen.
Allerdings erkauft man sich den Umstieg auf das 5 GHz-Netz auch mit ein paar Nachteilen. Es reicht nicht ganz so weit und wird schneller instabil als das 2,4-er.
Wer also weit weg von anderen WLAN-Nutzern wohnt, der bekommt mit dem 5 GHz-Netz nicht – wie der Name das suggerieren könnte – die doppelte Bandbreite oder Geschwindigkeit, sondern tut sogar möglicherweise gut daran, im stabileren 2,4 GHz Netz zu bleiben.
Nun gut – ich will herausfinden, ob es sich klanglich auswirkt, in welchem Netz wir uns bewegen. Dazu muss man aber wissen, dass meine Fritzbox für dieses Tests in der Nähe der Anlage steht und selbst das 75cm-Vodka Ethernetkabel zum Testen ausreicht.
Und in dieser Konstellation kann ich beim besten Willen keinen Klangunterschied zwischen den beiden Netzen ausmachen.

Um heraus zu finden, ob sich der Klang verschlechtert, wenn man sich vom Router entfernt, melde ich den Aries G2 jetzt mal an meiner Time-Capsule (Apple) an, die im Büro – also im Keller steht. Das sind zwar auch nur so sieben Meter, aber dazwischen liegt eine dicke Betondecke.
Und das Ergebnis ist leicht zu beschreiben, denn nun klingt es „unsauberer“, um nicht „schmutzig“ verwenden zu müssen.
Je „anspruchsloser“ das musikalische Geschehen ist (einzelne Instrumente), um so kleiner wird der Klangunterschied. Sobald aber ein ganzes Orchester spielt oder wir uns gar eine Arie anhören – wird das alles schnell unangenehm.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Time-Capsule selbst diesen schlechteren Klang verursacht, sondern gehe davon aus, dass es einfach an der Entfernung liegt.
Also lautet hier meine Empfehlung:
Versuchen Sie, Ihre Fritzbox (oder was auch immer) so nah wie möglich an Ihr Streaming-Gerät heran zu bringen. Größere Entfernungen wirken sich klangverschlechternd aus. Halten Sie aber auch mindestens 2m Abstand zur Anlage ein, denn so ein Router ist schon ein rechter “Strahlemann”!

Und was ist mit den wirklich hoch aufgelösten Datei-Formaten?

Diese Antwort muss ich Ihnen zurzeit tatsächlich noch schuldig bleiben. Ich habe versucht, Titel in unterschiedlichen Auflösungen zu bekommen, die dann jeweils “im Original” vorliegen. Aber entweder wurden Dateien einfach nur hoch gerechnet oder die besseren Formate wieder herunter gerechnet. Da spielen dann so viele Faktoren mit, dass mir eine Aussage derzeit nicht seriös erscheint.
Sobald ich also “echtes” Material zur Verfügung habe, werde ich noch einmal der Frage nachgehen, ob die Schnittstellen Lightning-Link und USB HS bei entsprechendem Material tatsächlich noch einmal zulegen können, wenn alle anderen Schnittstellen schon längst die Segel streichen mussten.

Schlussworte

Das Hören der Kabel in den unterschiedlichen Kombinationen war anstrengend und hat ingesamt drei Wochen in Anspruch genommen. Aber es hat auch Spaß gemacht und die Ergebnisse waren interessant. Mit der Tatsache, bei den Netzwerkkabeln derart deutliche Unterschiede hören zu können, hätte ich noch vor 3 Wochen niemals gerechnet.

Das Netzwerk- und das USB-Kabel von QED haben es am Ende nicht geschafft, einen Platz in meiner audiophilen Schublade zu ergattern. Sowohl das HDMI-, das TOSLINK-, das RCA-, als auch das AES-Kabel von QED sind aber selbst an einer 10.000,-€-Streamer-Wandler-Kombination absolut vertretbare audiophile Verbindungen und verdienen sich ohne Zweifel meinen Respekt.
Die Pendants von SupraCables liegen preislich leicht über den QEDs, sollten aber ruhig mal mit den QED-Kabeln verglichen werden. Ganz sicher wird es Kombis geben, die das eine oder das andere Kabel lieber mögen.
Und damit es nicht so langweilig wird – sollte man sich dann auch die entsprechenden Kabel von Audioquest zum Test besorgen. Hier hat man dann sogar “in allen Lebenslagen” gleich mehrere Serien zur Auswahl.
Darf es “ein bisschen mehr sein” – bleibt bei den echten Digitalverbindungen (HDMI, USB, TOSLINK und Ethernet) am Ende nur noch ein einziger Markenname stehen:  AUDIOQUEST.
Bei RCA und AES wiederum, lohnt es sich, auf das neue Progressive Audio zu warten. Kurz vor Testende habe ich in ein paar Muster hinein hören dürfen und ich freue mich darauf, in ein paar Wochen mal die absoluten Top-Modelle von Audioquest mit den neuen Progressive-Audio-Strippen vergleichen zu dürfen.
Es bleibt spannend.
Vielen Dank für Ihr Interesse und Ihre Geduld.

AUDIOSAUL Bericht Auralic Vega G2

Vega G2 Installation

AUDIOSAUL Bericht Auralic Vega G2

AUDIOSAUL Bericht Auralic Vega G2

Vega G2 Versandkarton

Vega G2 Versandkarton

„Surprise! Surprise!“

Irgendwie muss ich ja doch bei den Audionext-Jungs „`n Stein im Brett“ haben. 🙂

Eigentlich bekam ich ja immer wieder zu hören:
„In diesem Jahr können wir nicht mehr liefern!“
Jetzt ist er gerade doch angekommen, der Vega G2.
Zehn Tage vor Weihnachten.

 

Nun gut, all zu groß kann der Stein auch wieder nicht sein, denn der Aries G2 fehlt leider noch und wird auch tatsächlich erst im nächsten Jahr geliefert. Ist aber nicht die Schuld von Audionext.

So bleiben mir denn Zeit und Muße, mich um dieses hübsche Teilchen hier zu kümmern, falls mich nicht die flehenden Blicke eines guten Kunden dazu verleiten, meine Errungenschaft doch gleich wieder an ihn weiter zu reichen. Dann ist eben der nächste Vega für mich oder der übernächste … 🙂

Vega G2

Bereits in jugendlichem Alter träumte ich davon, eine HiFi-Komponente namens Vega zu besitzen. Wenn sich diese Marke aus Württemberg damals auch noch mit „W“ also Wega schrieb.
(Erschreckend – wie lang das schon her ist.)
Doch jetzt ist keine Zeit für Sentimentalität.

Auspacken und erste -wichtige- Erkenntnisse!

Vega G2 Karton2

Vega G2 Karton2

 

Wer weiß, was eine Matrjoschka ist, der kann sich in etwa vorstellen, wie man sich fühlt, wenn man ein Gerät von Auralic auszupacken hat.

 

 

Nach dem ersten Karton folgt ein zweiter Karton, folgt ein dritter Karton …

 

Vega G2 Karton1

Vega G2 Karton1

 

 

Das mitgelieferte Stromkabel darf allerdings getrost in den selbigen verbleiben – das verwenden wir ganz sicher nicht. Die beigepackten HDMI- und USB-Kabel müssen mangels eines Aries G2 dort ebenfalls noch eine Weile schlummern.

 

 

Weiterhin finden wir ein paar Stoffhandschuhe – aber keine Antennen – keine Bedienungsanleitung – keine Fernbedienung.

Mhh – da müssen wir doch gleich mal nachhaken, wie es sich mit diesen Dingen so verhält und ich rufe Christian Rechenbach an, den Auralic-Support-Mann.
Ergebnis:
Die gedruckte Bedienungsanleitung gibt es – aber nur auf Wunsch und in englisch. Für die deutsche Version hat man sich bei Auralic dafür entschieden, sie online zur Verfügung zu stellen, um schneller auf Software-Veränderungen reagieren zu können.

Hier klicken, um eine Vorabversion der Anleitung zu lesen.

Dann folgt aber eine für mich überraschende Info mit ziemlich hoher Bedeutung:

Der Vega G2 hat kein WLAN !!!
Die Antennen benötigt er also deshalb nicht, weil er gar kein WLAN-Modul integriert hat – er muss zwingend an ein Netzwerkkabel angeschlossen werden, oder eben an einen Aries G2. Der hat dann nämlich wieder WLAN.

Der Vega G2 wird ohne Fernbedienung ausgeliefert

Was im ersten Moment so wirkt, als hätte hier jemand mit Gewalt ein paar Cent einsparen wollen, entpuppt sich dann aber doch als recht clevere Angelegenheit. Statt nämlich dem Vega G2-Besitzer jetzt noch wieder eine Fernbedienung mehr auf den Tisch zu knallen, hat man dem Vega G2 ganz einfach beigebracht, die Befehle einer beliebigen IR-Fernbedinung zu erlernen. Man geht einfach auf den Menüpunkt (Bedienungsanleitung Seite 17) drückt dann auf seiner Fernbedienung den gewünschten Knopf und der Vega G2 erlernt ihn. Statt also einer Fernbedienung etwas beizubringen, was der Vega kann, bringt man dem Vega etwas bei, was die Fernbedienung kann. Hierbei unterscheidet er sogar zwischen einem kurzen und einem langen Druck auf eine Taste. Also ich bin mir sicher, dass diese Möglichkeit in der Praxis noch deutlich mehr Freude bereiten wird, als man das jetzt so auf Anhieb glauben mag.

Ich packe weiter aus.

Vega G2 Stofftasche

Vega G2 Stofftasche

Der Vega G2 selbst ist nicht einfach in eine Plastiktüte gesteckt worden, sondern befindet sich in einer weichen Stoff-Tasche. Das finde ich gut.

 

 

 

 

 

 

Vega G2 Bodenplatte

Vega G2 Bodenplatte

 

Nach dem Umdrehen des Gerätes sehen wir die Ursache für die Klackergeräusche, die entstehen, wenn man mal feste zupackt. Die Füße sind mit einer Federung versehen. Ein Vega G2 steht also schon von Hause aus wunderbar entkoppelt auf der Stellfläche und man muss nicht noch teures Zubehör zukaufen.

 

 

 

 

Vega G2 Padis Sicherung

Vega G2 Padis Sicherung

 

Schnell baue ich noch eine 1A-PADIS-Sicherung ein und verbinde den Vega G2 dann über ein Progressive Audio Power One MK II / NCF mit der Wandsteckdose.

Nun darf sich der Vega G2 warm laufen.

 

 

 

Hinweis zu den PADIS-Sicherungen:
Alle meine Aussagen zu audiophilen Gerätesicherungen beziehen sich ausschließlich (!!) auf die PADIS-Sicherungen und nicht (!!) grundsätzlich auf alle auf dem Markt befindlichen Audio-Sicherungen! Leider gibt es neben guten Sicherungen wie der von PADIS auch ein paar Exemplare, die das Klangbild regelrecht zerstören. Ich habe es schon erlebt, dass das Klangbild durch diese Sicherungen aufgedunsen und matschig wurde.
Wer behauptet, man könne durch das Auswechseln der Gerätesicherungen keinen Klangunterschied erzeugen, der muss sich nur mal diese Dinger besorgen.
Es scheint mittlerweile so zu sein, dass wir uns nicht nur die Komponenten, sondern sogar noch verschiedene Gerätesicherungen anhören müssen.  Verrückte HiFi-Welt.

Hinweis zu den Stromkabeln:
Beipackstrippen wie die üblichen Stromkabel mit angegossenen Schuko- und Kaltgerätesteckern, wie sie auch z.B. einem PC beigelegt werden, sind Ursachen für eine deutliche Klangverschlechterung und man sollte sie nicht benutzen!
Schon für unter 100,- € bekommt man zum Beispiel die LoRad-Kabel von SupraCable und kann damit diese Fehlerursache beseitigen.
Ob man dann noch tiefer in die Tasche greifen möchte, um noch bessere Stromkabel zu erwerben, das muss jeder für sich selbst entscheiden.

Was ist dieser Vega G2 und was nicht?

Der Vega G2 ist ein Digital-Analog-Wandler, oder kurz – ein DAC (Digital-Analog-Converter).
Seine Aufgabe besteht darin, die digital angelieferten Signale eines Streaming-Transporters in tolle Musik zu verwandeln.

Vega G2 Eingänge

Vega G2 Eingänge

 

Hierzu verfügt er über praktisch sämtliche Eingänge, die wir heutzutage in der Digitaltechnik finden können.

USB, Toslink (Lichtleiter), RCA (Cinch-Digital), AES (XLR-Digital) und die hauseigene Schnittstelle mit einer HDMI-Buchse, die Auralic aber „Lightning Link“ getauft hat, weil doch noch ein wenig mehr über diese Schnittstelle stattfindet als bei einer gewöhnlichen HDMI-Verbindung.

 

Zu den Eingängen:
Messen und Hören stehen sich hier wieder einmal gegenüber. Messtechnisch gesehen sind die hauseigene Schnittstelle “Lightning Link” und USB allen anderen Eingängen überlegen, denn sie ermöglichen uns eine Datenübertragung bis hin zu 32Bit, 384 kHz sowie DSD512, während wir uns bei AES, Coax und Toslink auf 24Bit, 192 kHz beschränken lassen müssen.
Zum einen ist das ja aber nur für jemanden interessant, der auch an entsprechende Datenformate heran kommt, und zum anderen ist da die Frage nach der Qualität des Kabels. Leider ist es bei jeder Schnittstelle so, dass wir zwischen verschiedenen Kabeln deutliche Klangunterschiede hören können. Die Aussage: “Da müssen doch nur Nullen und Einsen durchkommen!”, die ist längst überholt.
Da selbst Qobuz als das Musik-Streaming-Portal mit der derzeit höchstmöglichen Klangqualität maximal mit 24 Bit und 192 kHz streamt, dürften im Moment noch die technischen Daten in den Hintergrund treten. Was uns allerdings dazu verpflichtet, uns verschiedene Kabel und Schnittstellen anhören zu müssen.
Wenn wir auch einen Aries G2 zur Verfügung haben, werden wir uns diesen Verbindungen mal in einem eigenen Bericht widmen.

Vega G2 Ausgänge

Vega G2 Ausgänge

 

Ausgangsseitig finden wir ein Paar Cinch-Buchsen und – wie man es bei Komponenten in dieser Preisklasse als unverzichtbar bezeichnen muss – auch ein Paar XLR-Anschlüsse.

Intern werkelt dahinter selbstverständlich nicht etwa eine billige Symmetrieplatine, sondern ein echter symmetrischer Aufbau. Auch das muss man zu diesem Preis erwarten können.

 

Interessant ist noch, dass wir am Vega G2 auch einen Analogeingang vorfinden. Zwar wird hier nichts verstärkt, aber so doch in der Lautstärke geregelt. Wir können hier also einen CD-Player oder sogar das Phonoteil unseres Plattenspielers anschließen und dann unsere analoge Schallplattenwiedergabe über das iPAD in der Lautstärke regeln – nicht schlecht.

Hier noch einmal eine Übersicht über die Ausstattungsmerkmale der Auralic-Geräte:

Mini Aries Vega Altair Polaris Aries G2 Vega G2
Streaming-Modul x x   x x x x
WLAN x x   x x x  
Über Fernbedienung steuerbar   x   x x x  x
Server-Software x x   x x x  
Interne HDD möglich x     x   x  
DAC x   x x x   x
Hochpegeleingang         x   x
Solobetrieb möglich x     x x   x
Vollverstärker integriert         x    
Vorverstärker-Ausgang         x    
Phono-Eingang         x    

 

Wie klingt ein Vega G2 im Solo-Betrieb?

Auch wenn es langweilig werden sollte – aber ich beginne die Hörprobe wieder einmal mit dem „Fräulein Laura“ von Rolf Kühn.
Es ist einfach leichter, wenn man ein Stück in- und auswendig kennt.
Doch was ich da in diesem Moment höre, wühlt mich auf.  Bringt mich durcheinander.

Ich habe Hemmungen, das zu schreiben, was ich höre. Befürchte, dass man mich für durchgedreht hält oder mir meine Worte nicht abnehmen will.
Ich habe keine Ruhe – brauche Bestätigungen, starte „Summertime“ von Patricia Barber.

Machen Sie das mal!
Starten Sie den Song (auf Qobuz) und achten sie mal auf diese Percussion-Instrumente, diese „zischelnden Rasseln“.
Was genau hören Sie?
Ich – höre gerade ein Instrument, etwas erhoben in der linken Hand des Musikers und ein zweites etwas tiefer in der rechten Hand. Beide klingen auch leicht unterschiedlich in der Tonhöhe und im Volumen.

Bässe
Wir haben es hier mit einer elektrischen Bass-Gitarre zu tun und einem großen akustischen Bass.
Das eine Instrument beginnt, ab und zu steuert das zweite Instrument mal einen Ton hinzu.
Können Sie die beiden Instrumente sicher auseinander halten?
Bei mir hier –  gibt es im Moment nicht den Hauch eines Zweifels.
Obwohl so ein elektrischer Bass ja einen Tonabnehmer in der Gitarre hat – höre ich ihn hier gerade so, als könnte ich ihn vor mir sehen. So, als hätte der Tonmeister diesem Bass zusätzlich noch ein Mikro gegönnt – wofür?
Die Antwort höre ich jetzt hier gerade.

Ich starte „Antiphone Blues“ von Arne Domnerus. Seit mehr als 30 Jahren ein immer wieder gern gespieltes Vorführstück, das dadurch begeistern kann, dass dieses Saxophon durch das Kirchenschiff „geistert“ und dem Hörer einen Eindruck von diesem riesigen Raum vermittelt. Begleitet von der Kirchenorgel entstand ein ganz seltsames, aber nicht uninteressantes Duo.

Hier – erwartet mich aber plötzlich ein „kleines“ Saxophon (also in korrekter Größe dargestellt), das in einer großen Kirche gespielt wird. Ich bin mir nicht sicher, ob ich Ihnen den Unterschied deutlich machen kann. Oft ist es eben nur ein nicht genau zu ortendes Saxophon, was in dieser großen Kirche gespielt wird. Hier sehe ich das „kleine Ding“ vor mir und der Hall trennt sich komplett vom Instrument.
Sa-gen-haft!!!

Ich habe an diesem Tag noch fast meine komplette Playlist durchgespielt und jeden einzelnen Titel mal wieder neu entdecken und genießen dürfen. Besonders auffällig ist diese Leichtigkeit, mit der Instrumente, Stimmen und Geräusche in der korrekten Größe, mit dem richtigen Abstand zueinander dreidimensional und völlig natürlich reproduziert werden. Über allem liegt ein Gefühl für das richtige Timing. Man ist so weit zu behaupten, hier würde kein elektronisches Gerät Signale in Musik umwandeln, sondern hier musiziert ein elektronisches Gerät. Ich muss aufpassen, mich nicht zu weit aus dem Fenster zu lehnen.

Denn am Ende des Tages …
sitze ich da und frage mich, wie ich mich denn wohl fühlen werde, was ich denn wohl schreiben werde, wenn das mit dem Aries G2 zusammen noch einmal besser wiedergegeben wird.
Wieder einmal …
sitze ich also da und frage mich, wo denn da was noch besser klingen können soll.
Und wieder einmal …
kann ich mir schon denken, dass es wohl so sein wird. Ich weiß nur noch nicht wie genau.
Aber das ist es – was mich an diesem Hobby so fasziniert, dass es immer weiter geht und nichts still steht.

Fazit

Ich habe einen DAC gehört, der nur deshalb mit einem Streaming-Modul versehen wurde, weil es den Hersteller nichts gekostet hat und weil dieser sowieso davon ausgeht, dass sich jeder, der diesen DAC besitzt, sowieso auch den Streaming-Transporter namens Aries G2 dazu kaufen wird.
Nachdem ich dieses Teil gehört habe – wäre ich mir da allerdings nicht so sicher wie es der Herr Wang ist.
Heute nicht.

Betrachtet man die Preise eines Mini – eines Altair und eines Vega G2, muss man sagen, dass man diese Sprünge klanglich nachvollziehen kann – wobei das teuerste Gerät natürlich auch das beeindruckendste Gerät ist. Weil es einen glauben lässt, dass nichts auf der Welt noch besser klingen kann.

Ich bin wirklich gespannt darauf, wie sich die Kombi schlagen wird.
Nur eines steht für mich jetzt schon fest:

Noch nie war es einfacher, sich mit etwas zufrieden zu geben …
als mit dem Vega G2.

Link zu weiteren Informationen über die G2-Serie.

Jetzt einen AURALIC Vega G2 bestellen.

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AURALIC Aries G2 und Vega G2

Auralic G2

AURALIC Aries G2 und Vega G2

AURALIC Aries G2 und Vega G2

Wir warten aufs Christ (-ian)-Kind.  🙂
Christian Rechenbach, der Auralic Support-Mann und Carsten Hicking von Audionext (Auralic-Vertrieb) haben sich bei mir angekündigt und wollen mir die G2-Serie vorstellen.
Endlich.
Klar – ich hätte sie ja einfach schon auf der High-End in München ordern können. Aber erstens ist AUDIOSAUL zu klein, um mal eben den Gegenwert von 10.000,- € „auf Verdacht“ zu blocken und zweitens gehört man mit 63 Jahren nicht mehr so richtig zu den ungestümen Menschen, die immer ganz vorne dabei sein müssen.

Um so dankbarer habe ich das Angebot von Auralic und Audionext angenommen, mir die endgültige G2-Serie in meinem Studio/Wohnzimmer zu präsentieren.

Christian Rechenbach und Carsten Hicking bei AUDIOSAUL

Christian Rechenbach und Carsten Hicking bei AUDIOSAUL

Gemäß dem Motto “Jeder Arbeiter braucht mindestens zwei schlau-schwätzende Beobachter” durfte Christian die ehrenvolle Aufgabe des Auspackens unter  fachkundiger Begleitung allein übernehmen.

 

 

 

 

 

Schieferplatte und Stromkabel

Natürlich wollte ich die G2-Geräte so „pur“ wie möglich hören und so hatte ich bereits die passenden Stromkabel von Progressive Audio und die XLR-Strippen hin zur aktiven Extreme III parat liegen. So gibt es keine Vorstufe und keinen Endverstärker, die sich zu sehr in das Klangbild einmischen könnten.

 

 

 

 

Auralic Aries G2 und Vega G2 Fronten

Auralic Aries G2 und Vega G2 Fronten

Platz nehmen durfte die Kombi auf einer 4 cm starken, massiven Schieferplatte von einem alten Billardtisch.

 

 

 

 

 

Christian Rechenbach bei AUDIOSAUL

Christian Rechenbach bei AUDIOSAUL

 

Zwar ungewohnt, aber durchaus angenehm war es, mal nicht der Macher zu sein, sondern Christian beim Aufbau der Kombi zusehen zu dürfen.

 

 

 

 

Im ersten Schritt ging es mir jetzt zunächst einmal darum, die unterschiedlichen und zum Teil widersprüchlichen Aussagen aus den diversen Berichten im Internet gerade zu ziehen. Sprich, mich von der Ausstattung der Geräte selbst zu überzeugen.

 

Aries G2

Der Aries G2 ist ein reiner Streaming-Transporter – genau wie sein Vorgänger. Mit ihm holen wir uns also Musikdateien aus unserem Heimnetz oder aus dem WWW, vorzugsweise von Qobuz oder Tidal in High-Res-Audio-Qualität und leiten die Signale an einen externen Wandler (DAC) weiter. Es gibt im Aries G2 also auch weiterhin keine eigene Wandlerstufe.
Neu ist, dass man in den Aries eine Festplatte einbauen kann und dies auch selber vornehmen darf, ohne die Garantieansprüche zu gefährden.

Auralic Aries G2 und Vega G2 hinten

Auralic Aries G2 und Vega G2 hinten

Anschlussseitig hat sich zum Ur-Aries nicht viel verändert. Was der kleine Aries hat, das hat der große Bruder auch.
Eingangsseitig ist das ein USB-Anschluss für eine externe Festplatte oder einen Stick. Ausgangsseitig die üblichen Anschlüsse, Cinch, XLR, Toslink und USB.

 

 

Hinzugekommen sind: Ein HDMI-Anschluss Dieser Anschluss ist nicht dafür gedacht, Video-Signale an einen Fernseher zu übertragen, sondern stellt die neue, hauseigene Schnittstelle zum Vega G2 dar. Über ihn laufen nicht nur die Musiksignale, sondern auch erforderliche Informationen zur Abstimmung der beiden Geräte untereinander und nicht zuletzt auch Steuersignale, damit wir die Aries-Vega-Kombination genau so komfortabel über das iPAD steuern können wie ein einzelnes Gerät.

Ein weiterer Anschluss (eigentlich 2 Anschlüsse) für eine externe Clock Moderne digitale Geräte – wie eben die Aries-Kombi auch – sind darauf angewiesen, dass sich eine Clock um die taktgenaue Signalverarbeitung kümmert. Hierzu müssen sich die Komponenten untereinander abstimmen. Das klappt nicht immer so toll wie man das für eine hochwertige Musikwiedergabe gebrauchen kann. Besser ist es deshalb, im Verbund ein Gerät zu besitzen, was sich ausschließlich um diese Taktung, also um die Clock kümmert und allen anderen Geräten als Orientierung dient. So eine Komponente kann man also am ehesten mit einem Dirigenten vergleichen. Diese externe Clock wird Auralic schon bald der Kombi beiseite stellen und deshalb sind für sie am Aries zwei Spezialanschlüsse vorbereitet. Dabei handelt es sich um einen weiteren HDMI- und einen zusätzlichen BNC-Anschluss.

Das Design

Man kann darüber denken wie man will, aber das Design des ersten Aries hat schon ziemlich stark polarisiert.
Das wird sich mit dem G2 ganz sicher ändern.
Viel edler kann man so eine Komponente nicht designen. Das große Display sieht einfach toll aus und ist ein echter Mehrwert.

Die wichtigsten Veränderungen haben aber wohl im Inneren des Aries G2 stattgefunden. Angefangen bei einer ganzen Reihe von Maßnahmen, die sich um die Verbesserung der elektromagnetischen Eigenschaften und der Abschirmung des Aries G2 kümmern, bis hin zu einem völlig neuen elektronischen Design.

>>Hier klicken für weitere technische Infos zur G2-Serie.<<

Vega G2

Eigentlich – ist der Vega G2 „nur“ eine neue Generation des Vorgängers  – also ein Digital-Analog-Konverter (DAC) im Design der neuen Serie. Auch er besitzt nun ein Display auf der Frontplatte und auch der Vega sieht schon beim ersten Hinsehen richtig gut aus.
Wer ihn in Betrieb nimmt, der stellt aber fest, dass er auch genau so gut die nächste Generation des Altair darstellen könnte.

Christian und Carsten bringen mir heute bei, dass es nicht Altär heißt sondern Alta-ir. Die Auralic-Geräte beziehen ihre Bezeichnungen offensichtlich von unseren Gestirnen (Polaris, Aries …)  Nur den Stern “Mini” habe ich nicht gefunden. 🙂

Zurück zum Vega G2:
Dieser Vega G2 verfügt neben dem Wandler-Baustein auch über ein integriertes Streaming-Transport-Modul – so wie der Altair ja auch. Das reicht nun (Überraschung) nicht ganz an die Qualität des Aries oder gar des Aries G2, ist aber durchaus überzeugend – wie wir gleich noch erfahren werden.

Als Schmankerl gibt es dann noch einen Analog-Eingang. Der kann und macht jetzt nicht sonderlich viel, ist also keineswegs ein Vorverstärker-Eingang, versetzt uns aber in die Lage, ein hier angeschlossenes Gerät auch über unser iPAD in der Lautstärke regeln zu können.
Dann gibt es natürlich wieder die üblichen Digital-Eingänge Cinch, XLR, Toslink, USB und AURALIC-HDMI und ebenfalls die Anschlüsse für die externe Clock, die das System ja bald abrunden wird.
Nur – eine Festplatte lässt sich in den Vega nun nicht mehr einbauen.
Und über eine Server-Software (Lightning Server) verfügt der Vega G2 ebenfalls nicht mehr.

Letzteres ist nicht weiter tragisch, denn auf einem NAS ist schnell so etwas wie ein Twonky-Server installiert.
Weitere Software-Alternativen gibt es da reichlich.

Was man am Ende festhalten muss ist, dass man sich mit der Auralic-Range schon gut auskennen sollte, um auch das richtige Gerät zu erwerben.

Der Mini ist der Einstieg in die Streaming-Welt und kann mit einem besseren Netzteil klanglich getuned werden. Außerdem kann man eine Festplatte in den Mini einbauen.  Er verfügt zudem über einen internen DAC, kann also als vollständiges Streaming-Gerät betrieben werden.

Der Aries LE ist der kostengünstigste High-End-Streaming-Client, muss aber ebenfalls von Haus aus auf ein gutes Netzteil und die Femto-Clock verzichten, die dann beide den

Aries “Femto” auszeichnen. Beide bisherigen Aries-Modelle verfügen über keinen DAC und lassen es auch nicht zu, dass man eine Festplatte integriert.

Der Altair verfügt über ein Streaming-Transport-Modul, was fast so gut ist wie das vom Aries und über einen Wandler, der fast so gut ist wie der vom alten Vega. Außerdem kann man eine Festplatte einbauen.
Er ist sozusagen die „eierlegende Wollmilchsau“ von Auralic, kann alles, hat alles und klingt außergewöhnlich gut.

Der Vega ist ein DAC und fertig.

Der Polaris ist ein Altair mit eingebautem Vollverstärker.

Der Aries G2 ist das neue Streaming-Transport-Flaggschiff von AURALIC. In ihn kann man jetzt auch eine Festplatte einbauen.

Der Vega G2 ist für mich der Nachfolger vom Altair, gilt aber offiziell als Nachfolger vom Vega. Er verfügt über das identische Streaming-Transport-Modul, will aber beim Konvertieren (DAC) neue Maßstäbe setzen.

Hinzu kommen werden bald die externe Clock und ein Upsampler, der dafür sorgen soll, dass auch die allerorts noch vorhandenen CD-Player klanglich nicht all zu sehr abfallen. Damit wäre die aktuelle Auralic-Range komplett, wenn man von der Verstärker-Elektronik mal absieht. Wir wissen nun aus erster Hand, was die neue G2-Serie hat und was sie kann.
So weit so gut.
Kommen wir zu der alles entscheidenden Frage:

Wie klingen die Dinger?

Ich starte meine üblichen Playlists und höre etwa 20 Minuten, ohne einen Ton zu sagen. Für meine beiden Gäste muss das schon ein wenig quälend gewesen sein. 20 Minuten zu hören und nichts zu sagen, sind für mich sehr lang. In der Regel dauert es so fünf Minuten, bis ich mir eine erste Meinung gebildet habe und vielleicht 10 Sekunden, bis ich mein Schweigen breche. 🙂

Heute brauchte ich deshalb so lange, weil sich mir nicht nur ein Ergebnis zeigte, sondern gleich zwei.

Das erste Ergebnis:
Man hört auf Anhieb, dass Herrn Wang mit diesen G2-Geräten ein klanglicher Quantensprung gelungen ist. Aus einem rabenschwarzen Hintergrund heraus erscheinen feinste Gitarrenklänge wie ein Hologramm. Ich weiß, dass es völlig Banane klingt, wenn man schreibt, dass man da wo nichts ist auch nichts gehört hat, aber genau das ist nun einmal der große Unterschied zwischen „ganz guten“ und „richtig guten“ Geräten.
Die Ruhe zwischen den Tönen, die Festigkeit in der Dreidimensionalität, die Exaktheit der Größenabbildung und die Korrektheit, mit der Aufnahmeräume dargestellt werden  – das alles und noch viel mehr, zeichnet diese neue Aries-Vega-Kombi aus und hebt die Geräte aus meiner Sicht in die winzig kleine Gruppe der Weltklasse-Geräte hinein.
Hier finden wir alle Antworten auf die Frage, wieso diese Geräte denn so teuer sind – im Klangbild und nirgendwo anders. …
was wohl das überzeugendste Argument überhaupt darstellt.

Halten wir als Zwischenfazit fest:
Was diese Kombi qualitativ leistet, ist außergewöhnlich und unfassbar.

Das zweite Ergebnis:

Ich suche nach Emotionen, nach Spielfreude, nach Wucht und Volumen. Deshalb dauert es heute so lange mit dem Hören. Doch nach zwanzig Minuten bin ich mir sicher:  Dies mag einer der besten Spitzenweine der Welt sein, schmecken tut er mir nicht.

Wie kann ich das beschreiben, damit Sie das nachvollziehen können?
Ich will es so versuchen: Verbinden Sie zwei wirklich gut klingende Komponenten mit einer billigen Beipackstrippe. Sie werden hören, dass es gut klingt, aber sie werden nicht verstehen können, was Sie daran begeistern sollte.
Dann verbinden Sie die gleichen Komponenten mit einem hervorragend guten Kabel und im gleichen Moment haben Sie das Gefühl, sie hätten sich soeben über beide Ohren hoffnungslos verknallt.

Genau dieser Gedanke bringt mich hier gerade dazu, es zu bedauern, dass man die Aries-Vega-Kombi ausschließlich über dieses Spezialkabel verbinden kann, denn ich hätte alle Lust dazu, mal ein paar von meinen eigenen Digital-Kabeln anzuschließen und spreche mein Bedauern darüber laut aus.
… und schaue in zwei fragende Gesichter.

Ich wiederhole, was mir Christian in München gesagt hatte:  “Man muss die Kombi über diese hauseigene Schnittstelle miteinander verbinden.”
Und ich stoße auf ein heftiges Dementi. …
gefolgt von der folgenden Richtigstellung:

Das HDMI-Kabel sorgt zwar dafür, dass nicht nur die Musiksignale ihren Weg finden, sondern es findet auch die gesamte Kommunikation der beiden Geräte über dieses Kabel statt – bis hin zu der Fernsteuerung über das iPAD.
Es handelt sich aber nicht (!) um ein Spezialkabel, sondern um ein handelsübliches HDMI-Kabel.
Man kann es also durch jedes x-beliebige HDMI-Kabel ersetzen.
Außerdem muss man die beiden Geräte nicht zwingend über HDMI verbinden, sondern kann auch jede weitere Verbindung wählen, die man nutzen möchte.

Für mich war genau das die alles entscheidende Information des Tages.
Sofort klemmte eines meiner Lieblings-Digitalkabel zwischen den Geräten und was soll ich sagen – die Sonne ging auf.

Kraft, Wucht, Volumen, Harmonie, Fülle, Wärme, Emotionen –  vereint mit einer Detailverliebtheit, wie man sie nicht für möglich hält, wenn man sie nicht selbst gehört hat. Erklären Sie mich ruhig für bekloppt – aber diese Kombi zeigt klar und deutlich, wie wichtig eine passende Verkabelung ist.
Und an diese Kombi gehört ein absolutes Spitzenkabel!
Ob man USB-Kabel bevorzugt, Cinch oder XLR – das mag jeder halten wie er will, aber es muss vom Feinsten sein.

Das mitgelieferte HDMI-Kabel funktioniert. Ja. Aber das ist es auch.

Mich interessierte jetzt aber viel mehr eine ganz andere Frage:

Wie klingt der Vega G2 ohne Aries?

 

Christian Rechenbach bei AUDIOSAUL 2

Christian Rechenbach bei AUDIOSAUL 2

Christian Rechenbach zupft ein paar Kabel heraus, steckt sie wieder hinein, konfiguriert ein wenig um und schon läuft der Vega G2 genau so wie ein Altair – als Solo-Gerät.

 

 

 

Ich finde es prima, dass ich weiterhin ein Display sehe, das mir das Cover anzeigt.
Die Handhabung ist zum Altair identisch.

Nun startet wieder Laura von Rolf Kühn, bei dem die Kombi mir den allergrößten Unterschied zu allem geliefert hatte, was ich bis heute kennen gelernt hatte.

Noch einmal kurz zu diesem Stück:
Ich weiß, dass für diese Aufnahme die Musiker nacheinander in einer Art “Aufnahme-Kabine“ aufgenommen wurden. Dennoch hat es der Tonmeister geschafft, der Aufnahme akustisch auch einen gemeinsamen Aufnahmeraum zu geben, in dem die drei Musiker scheinbar gemeinsam musiziert haben.
Das ist zwar Schummelei, aber so etwas lasse ich mir gefallen, weil es einfach glaubhaft und natürlich wirkt.

Mit der G2-Kombi höre ich nun tatsächlich vier (!) Aufnahmen mit vier Aufnahmeräumen:
Oboe, Bass, Klarinette und Raum.

Es ist unglaublich, aber jedes einzelne Instrument wird mit seinem eigenen, kleinen Raum abgebildet und dann gibt es da noch einen großen Raum, in dem diese drei kleinen Räume ihren Platz zugewiesen bekommen.

Wie bilde ich akustisch einen leeren Raum ab?
Wie nehme ich ihn auf?
Rufe ich ihn einfach aus einem Raumsimulator ab?
Gerne würde ich mich mal mit dem Tonmeister unterhalten, der diese Aufnahme so überzeugend hinbekommen hat.

Und die Aries-Vega-G2-Kombi schafft es spielend, diesen Trick hörbar zu machen.

Der Vega G2 für sich alleine rückt da wieder ein Stück in Richtung Altair. Bei Altair und Polaris gibt es nur den gemeinsamen Aufnahmeraum. Der Vega G2 deutet die vier Räume an und bei der Kombi sind sie so deutlich zu erkennen wie Licht an und Licht aus.

Am Solo-Betrieb des Vega G2 gefällt mir wie beim Altair die Tatsache, dass sich keine Kabel (bis auf das NF-Kabel) ins Klanggeschehen einmischen. So möchte ich fast wetten, dass einige Aries/Vega-G2-Kombinationen deshalb schlechter als ein Vega G2 solo laufen werden, weil sie mit den falschen Kabeln benutzt werden.

Während Christian und Carsten die Kombi wieder verpacken, ziehe ich mein Resümee:

Die Kombi verdeutlicht uns, was derzeit auf diesem Gerätesektor machbar ist. Bevor ich sie gehört hatte, habe ich mir die Frage gestellt, was ein Hersteller, der so phantastische “bezahlbare” Geräte anbietet, damit bezwecken will, eine Kombi für 10.000,- € anzubieten. 6.000,- € Vega G2,
4.000,- € Aries G2.

Man könnte jetzt als Antwort geben, dass er es gemacht hat, weil er es kann.
Und sicher ist das so.
Aber tatsächlich bin ich mir heute sicher, dass Herr Wang nicht mehr und nicht weniger beabsichtigt hat, als mit der Aries/Vega G2-Kombi schon mal einen der obersten Plätze zu belegen und allen anderen zu zeigen, was sie abzuliefern haben, wenn sie sich zu ihm setzen möchten.

Einfach einen altehrwürdigen Namen auf eine hübsche Frontplatte zu kritzeln, wird jedenfalls ab sofort nicht mehr ausreichen.

Schlusswort:
Die G2-Kombi ist klanglich ein echtes Machtwort. Was da an Klangzauber abgeliefert wird, das ist schier unglaublich – geradezu unfassbar.
Man sollte sich nur eines merken:  Die Beispackstrippen lässt man besser im Karton.

Lieferbarkeit:
Derzeit sind die G2-Geräte ausverkauft. Wir hoffen, dass noch in diesem Jahr weitere Geräte nach Deutschland kommen. Falls Sie also verständlicherweise solche Komponenten nicht einfach auf Verdacht ordern möchten, ist also ein wenig Geduld angesagt. Ich kann Ihnen allerdings versprechen, dass sich das Warten lohnt.

Progressive Audio Extreme Serie

Progressive Audio Messe 2016-1

Progressive Audio Extreme Serie

Progressive Audio Extreme Serie

Machen Sie jetzt den Lautsprecher-Test
Welcher Lautsprecher ist für Sie der richtige?

Sein Design ist extrem wichtig                             (   )
Er muss zur Einrichtung passen                          (   )
Er soll nur so groß wie nötig sein                        (   )
Der Preis muss stimmen                                       (   )
Er muss traumhaft gut klingen                             (   )
Man muss ihn auch als Aktivbox kriegen            (   )
Es soll ein deutscher Hersteller sein                    (   )

Zählen Sie jetzt für jedes Kreuzchen oder Häkchen einen Punkt.

Ergebnis  1 bis 7 Punkte:

Der richtige Lautsprecher für Sie stammt vom deutschen Hersteller „Progressive Audio“ und heißt so wie er ist:  Extreme
Vom kleinen Regal-Lautsprecher Extreme I für 3.998,- €/Paar bis hin zur mannshohen Extreme IV für 12.998,- €/Paar finden Sie die für Sie richtige Größe im herausragenden Design, das sich jedem Ambiente unterwirft.
Und das Allerbeste an dieser Lautsprecher-Serie ist ihr beeindruckend realistisches Klangbild.
Vom trockenen aber wunderbar voluminösen Bass über einen authentischen Mitteltonbereich mit gefühlt mehr als einer Milliarde Klangfarben bis hin zum zeitrichtigen, phasenrichtigen und turboschnellen Hochtonbereich ohne einen Hauch von Lästigkeit – verwöhnt diese Lautsprecherserie ihren Besitzer und seine ganze Familie.

In jeder Preisklasse und in jeder Größe findet der Musikliebhaber hier eine Möglichkeit, sich von der Massenware abzusetzen, ohne in die Falle zu tapsen, einen begangenen Fehler mit einem zweiten ausgleichen zu wollen.

Dann verfallen wir doch schon lieber von einer Extreme zur anderen, oder?  🙂

Extreme I
Passivlautsprecher   3.998,- €/Paar
Aktivlautsprecher     7.418,- €/Paar (inkl. Ständer)
Passivlautsprecher “Edition I”  5.998,- €/Paar inkl. USM-Haller-Ständer
Aktivlautsprecher “Edition I” 8.998,- €/Paar inkl. USM-Haller-Ständer
Ständer:  720,- €/Paar

Progressive Audio Extreme 1

Progressive Audio Extreme 1 auf Original-Ständer

Extreme I USM-Haller 1

Extreme Edition I (USM-Haller-Design)

Extreme II
Passivlautsprecher   4.998,- €/Paar
Aktivlautsprecher     8.418,- €/Paar
Passivlautsprecher “Edition II”  nicht lieferbar
Aktivlautsprecher “Edition II” nicht lieferbar

Progressive Audio Extreme 2

Progressive Audio Extreme 2

Extreme III
Passivlautsprecher   7.998,- €/Paar
Aktivlautsprecher     12.498,- €/Paar
Passivlautsprecher “Edition III”  12.998,- €/Paar
Aktivlautsprecher “Edition III” 18.000,- €/Paar

Progressive Audio Extreme 3

Progressive Audio Extreme3

 

Extreme IV
Passivlautsprecher   12.998,- €/Paar
Aktivlautsprecher     18.998,- €/Paar
Passivlautsprecher “Edition IV” 22.000,- €/Paar
Aktivlautsprecher “Edition IV”  28.000,- €/Paar

Extreme-4-Edition

Progressive Audio, Extreme Edition IV,  USM-Haller-Design, Ralf Koenen Messe München  (Foto:  fairaudio.de)

Alle Extreme-Lautsprecher sind ohne Aufpreis in schwarz und in weiß lieferbar.
Sonderfarben in der Original-Design-Serie sind mit 10-15% Aufpreis lieferbar.
Sonderfarben in der Edition-Serie auf Anfrage.

 

 

Bei weiteren Fragen zu Bestellmöglichkeiten, rufen Sie uns bitte an:  0208 – 671424
oder senden uns eine E-Mail:   info@audiosaul.de

Progressive Audio Messe 2016-1

Progressive Audio High-End München

UMS

Progressive Audio Extreme Edition I (USM-Haller-Design)

 

Alle Angaben mit Stand vom 15.11.2017

Progressive Audio Extreme III, passiv vs. aktiv.

Progressive Audio Logo neu

Progressive Audio Extreme III, passiv vs. aktiv.

Progressive Audio Extreme III, passiv vs. aktiv.

In diesem Bericht „Progressive Audio Extreme III, passiv vs. aktiv“ gehe ich auf einen Lautsprechervergleich ein, bei dem mich viele vorab gefragt haben, was genau ich denn damit bezwecken wolle.

In unserem Studio steht schon seit geraumer Zeit eine passive Extreme III in der MK II-Version.
Die MK II-Version hat im Vergleich zur MK I an Reife und Volumen dazu gewonnen. Sie klingt jetzt erwachsener, souveräner und stellt Sänger und Instrumente mit noch mehr Körper dar. Die Raumausleuchtung hat sich ebenfalls noch einmal verbessert.
Richtig in der Zeit und in der Phase spielte bereits die MK I. Zudem besaß auch sie schon eine ungeheure Spielfreude. Aber die MK II-Version rundet das Klangbild mit allem ab, was man von einem Lautsprecher in dieser Preisklasse erwartet und auch erwarten darf.

Progressive Audio Messe 2016-3

Progressive Audio A901

Ihre Musiksignale erhält sie bei uns, wenn nicht ein Kunde einen anderen Wunsch äußert, vom A901, ebenfalls aus dem Hause Progressive Audio. Zwar begnügt sie sich durchaus auch schon mit deutlich günstigeren Amps wie einem Elac Element oder einem Creek A50, aber in der Kombination mit dem A901 hört man einfach sofort die ganze Klasse dieses Lautsprechers.

Ausgerechnet gegen diese Traumkombination nun einen Aktivlautsprecher laufen zu lassen, bei dem man im direkten Vergleich auch noch satte 7.000,- € sparen kann, das schien mir zwischendurch manchmal selber ein wenig unsinnig zu sein.

 

In meinem Bericht “Aktivlautsprecher vs. Passivlautsprecher” erläutere ich die Unterschiede zwischen diesen beiden Systemen. In dem Bericht „Aktivboxen – Neues Spiel, neues Glück?“ geht es um die neuen Chancen, die das Streaming den Aktivlautsprechern verschafft und darum, dass viele meiner Kunden deshalb so richtig Spaß daran finden, konsequent auf ein aktives System umzusteigen.

Und vor diesem Hintergrund musste ich mich dann wohl einfach mit diesem Lautsprechervergleich befassen.

Beginnen wir zunächst mit den Fakten:

Design und Größe

Progressive Audio Extreme 3 a-p-vorne

Progressive Audio Extreme 3 a-p-vorne

Will man einen optischen Unterschied zwischen den beiden Ausführungen erkennen, muss man schon

Progressive Audio Extreme 3 a-p-hinten

Progressive Audio Extreme 3 a-p-hinten

auf die Rückseite schauen – von vorne gibt es jedenfalls keinen Unterschied.

Auf meinen Fotos sind zwar unterschiedliche Ausführungen des Logos zu sehen, aber alle derzeit ausgelieferten Boxen erhalten das „leichtere“ Logo und nicht mehr das große silberne Schild.

Progressive Audio Logo neu

Progressive Audio Logo neu

Progressive Audio Logoschild alt

Progressive Audio Logoschild alt

 

 

 

 

 

 

Gewicht

Die aktive Version mit ihren 27 kg bringt es lediglich auf ein Mehrgewicht von 2 kg im Vergleich zu der passiven Ausführung. Das erstaunt im ersten Moment, denn irgendwie erwartet man ja doch einen größeren Gewichtsunterschied, oder?  Der Grund dafür, dass sie sich kaum unterscheiden, liegt darin, dass die Passivweiche ja auch so einige Kilo auf die Waage bringt und diese bei der aktiven Version natürlich komplett wegfällt.

Kabelkosten

Da uns bei beiden Lautsprechern der komplette Kabelmarkt offen steht, kann man diesen Punkt nur schlecht bewerten. Ich habe einfach mal die hauseigenen Kabel vom Typ 711 zum Vergleich herangezogen und stelle fest, dass sich daraus ein Unterschied von 10,- € errechnen lässt.

Gesamtkosten

Beim aktiven Lautsprecher stehen die Kosten für den Verstärker fest. Habe ich vor, nicht nur ein einzelnes Gerät (wie den Auralic Altair) an die Boxen anzuschließen, kommt der Preis für eine passende Vorstufe als Schaltzentrale noch hinzu.
Beim passiven Lautsprecher reichen die zu berücksichtigenden Kosten für den Verstärker von der Milchmädchenrechnung Null Euro (ich behalte meinen vorhandenen Verstärker) bis ins Unendliche.
Um aber auch hier eine Vergleichbarkeit für diesen Bericht herzustellen, greife ich bei der passiven Version auf den hauseigenen A901 zurück. So ist sichergestellt, dass beide Ausführungen auf gleich hohem Klang-Niveau spielen können.

Passiv:
7.998,- € Extreme III
11.498,- € A901
1.998,- € Auralic Altair
21.494,- € Gesamtkosten

Aktiv:
12.498,- € Extreme III
1.998,- € Auralic Altair
14.496,- € Gesamtkosten

Wer keinen Vorverstärker benötigt, der kann hier also bei der aktiven Box einen ordentlichen Batzen Geld sparen.

So viel zu den Fakten und theoretischen Überlegungen, mit denen wir jetzt wohl noch keine überzeugenden Gründe für oder gegen die eine oder andere Version gefunden haben.

Ich beginne meinen Hörtest mit der passiven Kette.

Margo Price, „Hands of Time“ vom Album „ Midwest Farmer´s Daughter“

Den Beginn des Stücks dominieren die Sechszehntel des Schlagzeugers auf dem geschlossenen HiHat und das Schlagen auf den Rand der Snare.
In beeindruckend dynamischer Weise wird der Bass gespielt. Das Anzupfen geschieht so dynamisch und wuchtig, dass man glaubt, es würde jeweils von der Basedrum begleitet. Die Gitarre ist überraschend weit rechts – noch neben dem rechten Lautsprecher zu hören.
Margos Stimme klingt kräftig – es ist nun einmal keine Flüster- und keine Hauchstimme, sondern mehr so eine klassische Country-Stimme, die es versteht, sich selbst in lauten Saloons Gehör zu verschaffen.
Es dauert keine 10 Sekunden, um beim Hören mitten in so einem Saloon zu sein.

David Munyon, „Leaving Moscow in a stolen Car“ vom Album „Clark“

Ein Mann, ein Pferd – oder doch eher eine Stimme, eine Gitarre.
Während man die Mikrofonaufstellung für die Gitarre sicher kritisieren kann, beeindruckt die Aufnahme mit einer überaus realistischen Wiedergabe des Gesangs. Wer erfahren will, was es bedeutet, wenn jemand sagt:  „Man kann dem Sänger in den Mund fassen“ oder ähnliches, der muss sich diesen Titel mal über die Extreme III von Progressive Audio anhören.
Hier wirkt absolut gar nichts künstlich oder unnatürlich. Hier will man einfach nur die Augen schließen und Musik genießen, als erlebe man David Munyon live auf einer ganz kleinen Bühne.

Jilette Johnson, „In Repair“ vom Album „All I ever see in you is me“

Ganz im anfänglichen Stil von Cowboy Junkies empfängt uns Jilette Johnson in diesem Titel mit einer Gänsehaut-Atmosphäre und genau so einer Gänsehaut-Stimme.
Wer das Album durchhört, den beschleicht vielleicht schon so eine Ahnung, dass es in den RCA-Studios in der Nähe von Nashville aufgenommen wurde. Genau dort, wo auch Dolly Pardon ihre Aufnahmen machen ließ.
“In Repair” setzt links mit einem „schwingenden Piano“ ein – und über den gesamten Titel hinweg kommt nicht ein einziges mal ein Zweifel darüber auf, wo es steht und wie groß es ist.
Beim Schlagzeuger hat man zum Glück darauf verzichtet, jeder einzelnen Trommel und jedem Becken ein eigenes Mikro zu gönnen, um jede Tom nach Gutdünken im Raum verteilen zu können. Stattdessen befindet es sich schön nach hinten versetzt in der Mitte und bleibt dort auch als Einheit hörbar.
Je mehr Titel man von diesem Album hört, umso überzeugter ist man davon, dass das RCA-Studio hier mal wieder eine Sängerin aufzeichnen durfte, die der großen Dolly Pardon in nichts nachsteht.

Kari Bremnes, Byssan Lyll vom Album Go Gatt Vol.1

Kari Bremnes ist eine „audiophile Institution“ und der Titel Byssan Lyll, ursprünglich vom Album Svarta Björn, fast schon eine Legende. Hier auf diesem Album hören wir eine neue Interpretation von ihr mit einer sehr spärlichen Begleitung, die von dem Sound der stark im Klang veränderten Instrumente lebt. „Kari auf dem Schrottplatz“ nannte einer unserer Kunden dieses Stück recht treffend.

Räumlichkeit, Ortbarkeit, Dreidimensionalität und Authentizität dieser Aufnahme sind schlicht und ergreifend außergewöhnlich und ein sehr überzeugendes Beispiel dafür, wie man heute Musik spannend aufnehmen kann.
Die Extreme III „schenkt“ uns förmlich diesen Titel mit allem, was im Tonstudio eingespielt wurde. Und wenn ich schreibe „mit allem“, dann meine ich hier auch „mit allem“.
Karis Stimme wird derart authentisch abgebildet, dass man ihr fast intim nahe kommt. Lippen, Zunge und Spucke im Mund erlebt man, wie man es wohl sonst nur während eines Techtelmechtels erleben kann.
Froh über etwas mehr Abstand ist man dann aber ab etwa 2:19, wenn ein gigantisches Fell einen unglaublich tiefen Bass in den Raum hinein pulsieren lässt.
Mit einer überzeugenden Souveränität produziert die Extreme III die Dynamik metallischer Geräusche und das mächtige Schwingen abgrundtiefer Bässe, während sie uns ganz am Ende des Titels noch einmal die Zusammenhänge zwischen Karis Stimme und dem Aufnahmeraum „erklärt“.

Fazit Hörtest Progressive Audio Extreme III – passiv

So weit, so gut, so faszinierend.
Der erste Durchgang dieses Tests brachte für mich jetzt keine Überraschungen, sondern bestätigte meine Erfahrungen mit dieser Box und rechtfertigte erneut meine Entscheidung, meinen Kunden in dieser Preisklasse genau diesen Lautsprecher zu empfehlen.

Beim Abschalten des A901 und Umstöpseln des Altair beschlich mich deshalb das Gefühl, dass es jetzt gleich im zweiten Durchgang schwer werden könnte, eindeutige Klangunterschiede heraus zu hören.

Hörtest Teil zwei – Progressive Audio Extreme III – aktiv

Margo Price, „Hands of Time“ vom Album „ Midwest Farmer´s Daughter“

Ich sitze da, höre den Titel und  – ich weiß nicht, was ich denken soll, schreiben soll.
Das Problem, keinen Unterschied zu hören, stellt sich hier jedenfalls nicht.
Doch es ist nicht so wie ein Vergleich zwischen einem schlechteren und einem besseren Lautsprecher, bei dem die Stimme mal natürlich klingt und mal nicht, die Instrumente mal falsch und mal richtig abgebildet werden.
Es ist vielmehr so, wie einmal draußen vor dem Saloon zu stehen und einmal drin zu sein.

David Munyon, „Leaving Moscow in a stolen Car“ vom Album „Clark“

Auch hier beschleicht mich wieder das Gefühl, einfach in den Aufnahmeraum hinein gegangen zu sein. Und es ist auch wieder nicht so, dass die Gitarre einen anderen Klang angenommen hätte. Davids Stimme bleibt ebenfalls identisch zur ersten Präsentation. Irgendwie hat sich eigentlich überhaupt gar nichts verändert. Ich bin einfach nur in den Aufnahmeraum hinein gegangen.

Jilette Johnson, „In Repair“ vom Album „All I ever see in you is me“

Sprach ich bei der passiven Extreme III von Gänsehaut? Wirklich?  Mh.
Und wie nennt man dann die Steigerung von Gänsehaut?
Ich weiß es auch nicht. Mit der passiven Extreme III habe ich Jelette zugehört, mit der aktiven Extreme III kann ich sie beobachten. Seltsam – äußerst seltsam.

Kari Bremnes, Byssan Lyll vom Album Go Gatt Vol.1

Nichts kommt dazu – nichts geht verloren. Nichts wird wirklich anders.
Wieder ist man „einfach nur dabei“. Mit Kari Bremnes gemeinsam auf dem Schrottplatz. 🙂
Muss man einfach erlebt haben.

Fazit Hörtest Progressive Audio Extreme III – aktiv

Zweifelsohne ist dies die Zwillingsschwester der passiven Extreme III. Und definitiv sind es eineiige Zwillinge, die man kaum auseinander halten kann.
Und doch dürfte wohl tatsächlich niemand ein Problem damit haben, zu erkennen, welche der beiden Versionen gerade musiziert, wenn er sie erst einmal beide gehört hat.

Wer in einem passiven System festhängt, weil er einen hervorragenden Verstärker besitzt, der muss nicht mit seinem Schicksal hadern. Doch wer in seiner Entscheidung noch frei ist und gerade einen neuen Lautsprecher sucht, der sollte sich unbedingt beide Versionen anhören, denn es könnte sein, dass er kurz vor einem Systemwechsel steht.

Ich jedenfalls bin froh und glücklich, diese beiden Ausnahmelautsprecher in meinem Studio vorführen zu können und lade Sie gerne zu einem persönlichen Hörvergleich ein.

 

Q Acoustics Concept 500 Produktbericht

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Q Acoustics Concept 500 Produktbericht

Q Acoustics Concept 500 Produktbericht

Q Acoustics Concept 500 Produktbericht

Musik wird oft nicht schön gefunden,
weil sie stets mit Geräusch verbunden.
Wilhelm Busch

Geht es Ihnen auch manchmal so, dass Sie ja gerne Musik hören würden,
aber es dann doch lassen, weil Sie sie irgendwie auch wieder als störend empfinden?

Wenn es so ist und Sie daran gerne etwas ändern würden, dann sollten Sie unbedingt diesen Bericht lesen!
In ihm geht es um den Lautsprecher Concept 500 von Q Acoustics

„Ein Lautsprecher, der uns dazu verführt, gleich morgens Musik einzuschalten und abends mit ihr einzuschlafen.“

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Lassen Sie mich diesen Bericht mit zwei Eingangsfragen beginnen.

Erste Frage:
Wie viele Kaffeesorten gibt es auf der Welt?

Antwort:
Genau zwei!
Nämlich Robusta und Arabica. Das war`s.
Alles, was wir vermeintlich an „unterschiedlichen“ Kaffees trinken, stammt entweder von der einen oder der anderen Sorte oder wird eben aus beiden zusammengemischt.

Zweite Frage:
Wie viele Lautsprechersorten gibt es?

Antwort:
Auch genau zwei?
Wieder richtig!

Da gibt es die Audiophilen und die, die für den Markt entwickelt werden.

Audiophile Boxen

Audiophile Boxen werden „so gut klingend wie möglich“ entwickelt und danach erst errechnet man den notwendigen Preis.
Die meist recht kleinen Hersteller dieser audiophilen Boxen nehmen ihre Aufgabe sehr ernst. Das klangliche Vorbild und damit das erklärte Ziel ist nichts anderes als die akustische Realität, die eben genau so wiedergegeben werden soll, wie sie einst von Aufnahme-Spezialisten aufgezeichnet wurde.
Um diese Boxen zuhause zur Geltung zu bringen, reicht es nicht etwa aus, sie einfach dort hin zu stellen, wo noch Platz ist und sie mit der Elektronik und den Kabeln zu verbinden, die noch von der alten Anlage übrig sind, sondern ihre Inbetriebnahme ist komplex und erfordert viel Erfahrung. Gut, wenn man da jemanden an seiner Seite weiß, der sich auskennt und es ehrlich mit einem meint.

Die für den Markt produzierten Boxen.

Für sie wird von den meist recht großen und global agierenden Herstellern zunächst ein Markt-Bedarf ermittelt. Dabei stehen die Größe, das Design und die Preisklasse regelmäßig im Vordergrund.
Bei der Festlegung des Portfolios muss zwingend darauf geachtet werden, dass sich die preislich definierte Reihenfolge auch im Klang widerspiegelt. So darf es nicht sein, dass ein günstiger Lautsprecher besser klingt als ein teurer.
Jeder weiß ja, dass eine bessere Qualität mehr kostet und so muss es „im Leben“ auch bleiben.
Ein lückenloses Angebot zwischen etwa 250,- € und 25.000,- € pro Paar sichert den Absatz in allen Preisbereichen und verhindert, dass der markentreue Kunde abwandern will.

Der Mark akzeptiert nur übliche Preise

So akzeptieren die meisten Verbraucher, dass ein Kilo Kaffee so um die 8,- € kosten darf. Im Angebot für 6,- € kauft man auch gerne auf Vorrat.
Und selbst wenn Kaffeeliebhaber rund um den Globus sich den Mund fusselig reden und uns erklären, was an diesem 8,-€-Kaffee alles so richtig mies ist, lassen wir uns weder bekehren noch ändern.
Andererseits muss die Frage erlaubt sein, ob denn nur der Kaffee gut ist, den schon mal irgendwelche Schleichkatzen in Indonesien (Kopi Luwak) gefressen und wieder ausgeschieden haben?!
Solche Extreme sind es nämlich, die uns Menschen in einen Zustand der Resignation versetzen.

Wir würden ja gerne

Wir wollen ja alle einen guten Kaffee trinken und wir wollen auch alle gute Lautsprecher kaufen.
Wir wollen es aber nicht so extrem treiben, wollen nicht über unsere Verhältnisse leben.

Wir können es uns einfach nicht leisten, immer nur das Beste zu kaufen.

200,- € für ein Kilo Kaffee? Niemals, oder?
„Da muss doch was im Kopf dieser Käufer passiert sein!“ so lautet wohl das einhellige Urteil.

20.000,- € für ein Paar Lautsprecher?
Auch hier befinden sich die meisten von uns schnell in der Opposition.
Doch die Resignation ist hüben wie drüben ein schlechter Berater, weil sie sich an den Extremen orientiert und das ist eben nicht gut.

Es müssen ja nicht gleich die 200,- € für ein Kilo Kaffee sein!
Für 20,- € bekommt man Kaffees, die so gut sind, dass man angesichts des Kopi Luwak ganz sicher nicht in Resignation verfallen muss. … die einem vielleicht sogar besser schmecken.

Und wie ist das bei Lautsprechern?

Ganz nach dem Motto „Nachtigall, ick hör Dir trapsen!“ – werden Sie jetzt vermutlich schon ahnen, auf was ich mit dieser langen Einleitung beim Thema Lautsprecher hinaus will, oder?

Q Acoustics Concept 500

… entwickelt vom Fink Audio Consulting – Team in Essen (FAC, http://www.fink-audio.net )

Karl-Heinz Fink

Karl-Heinz Fink

Karl-Heinz Fink hat – da bin ich mir ganz sicher – die Idee zu der Q Acoustics C500 bei einer guten Tasse Kaffee gehabt.

„Es müsste ein Paar bezahlbare audiophile Lautsprecher geben, die nicht nur für eine Handvoll HiFi-Freaks produziert werden, sondern mit denen man dieses Schubladendenken endgültig verlassen und das Zwei-Klassen-System durchbrechen kann. Lautsprecher, die uns dazu verführen, gleich morgens die Musik einzuschalten und abends mit ihr einzuschlafen.“

So ungefähr muss das Karl-Heinz Fink wohl empfunden haben, als er sich mit seinem Essener Team daran machte, die C500 im Auftrag des britischen Herstellers Q Acoustics zu entwickeln.

Und wer ihn kennt, der weiß:  Karl-Heinz will nicht spielen, Karl-Heinz will beißen.

Wie sehr seine Bisse schmerzen können, das haben die Mitbewerber bereits  bei der C20 und der C40 spüren dürfen. Mit der Concept 500 könnte er es schaffen, so manch einen seit Jahren sicher geglaubten Mitbewerber endgültig vom Siegersockel zu stürzen. Denn die C500 richtet sich nicht an die, die in Musik hauptsächlich Lärm sehen, sondern an die, die Musik gerne mit allen Sinnen aufnehmen.

Zu Q Acoustics

Q Acoustic Logo3

Q Acoustic Logo3

Der noch recht junge britische Hersteller hat von Anfang an nichts anbrennen lassen und statt sich in die lange Liste derer einzureihen, die bei der Lautsprecherentwicklung mit mehr oder weniger Erfolg versuchen, ihre eigenen Vorstellungen umzusetzen, hat Q Acoustics gleich auf Spezialisten gesetzt.

Outsourcing – nennt man so etwas heutzutage.
Getreu der Frage:  Wofür gibt es denn Spezialisten, wenn man sie nicht fragt?,
ging auch die Gestaltung des Designs  der C 500 an niemand anderen als an das Team rund um Kieron Dunk (Industrial Design Associates,  http://www.uk-ida.com/home.shtml ), das sich bereits bei der Gestaltung von vielen anderen HiFi-Produkten einen hervorragenden Leumund erarbeitet hat.

 

Bei allen technischen und konzeptionellen Fragen verlässt man sich auf FAC aus Essen.

concept500diagrammGerman

concept500

Wer mehr über die interessante Technik in diesen Lautsprechern erfahren will, der findet weitere Informationen unter dem Link:  https://www.qacoustics.de/concept500speakers

Wer sich lieber für die Praxis und den Klang interessiert, der ist eingeladen, den Bericht hier an dieser Stelle weiter zu lesen.

Die Anlieferung

Der Spediteur schaut ängstlich auf unsere Eingangstreppe mit ihren lächerlichen fünf Stufen:  „Müssen die da rauf?“ fragt er und ist sichtlich erleichtert, als ich ihm erkläre, dass es mir ausreicht, wenn er mir die Palette mit seiner „Ameise“ in die Garage fährt.
Um die 120 kg wiegt das „Paket“ – inkl. Europalette natürlich.
In der Garage entferne ich alles an Verpackungsmaterial was nicht nötig ist und mit den Grifflöchern in den Kartons lässt sich jede Box zu zweit problemlos transportieren.
Nachdem wir die Lautsprecher aus der hervorragend durchdachten Verpackung herausgeholt und im Studio aufgestellt haben, entlockt uns der erste Anblick der Box so etwas wie ein sattes:    „Flaggschiff!“.
Mit ihren Ausmaßen, ihren 42 kg Gewicht pro Stück und ihrem gelungenen und hochwertigen Gehäuse kann man gar nicht anders als genussvoll: „Flaggschiff“ zu sagen.
Und noch vor dem allerersten Ton deutet die C500 an, wo sie hingehören will.
Sie ist nicht etwa wie ein Kilo Kaffee für 8,- € aus dem Lebensmittelhandel und auch nicht wie der für 15,- € vom spezialisierten Versender, sondern sie will ein 20,- €-Kaffee für den ganz besonderen Anlass sein.
Allerdings mit der Besonderheit, dass sie nicht einmal die 15,- € kostet.

Real hat der zukünftige Eigner 4.498,- € für dieses Flaggschiff von Q Acoustics an die Werft, äh, an den Händler zu überweisen.
Das ist wahrlich keine kleine Summe und der Massenmarkt wird sie genau so wenig akzeptieren wie 15,- € oder 20,- € für ein Kilo Kaffee.
Doch alle die, die auf der Suche nach einem besseren Lautsprecher sind, ohne gleich zu den „Abgehobenen“ zählen zu wollen und zu können, die sollte schon alleine der interessante Preis neugierig auf die C500 werden lassen.
Und das völlig zu Recht!

Bereits die ersten Töne – also ohne sich an die Einspielvorgaben des Herstellers zu halten – bestätigen diesen Flaggschiff-Eindruck mit Nachdruck!
Hier spielt eine äußerst „erwachsene“ Box auf.

Verzicht und Kompromisse?

Fremdworte, die eine Concept 500 nicht im Ansatz mit Inhalten füllen will.

Volumen, Wärme …

Die Concept 500 macht etwas mit uns, sobald sie zu spielen beginnt. Sie verändert uns.
Es ist angenehm und entspannend, sie im Hintergrund musizieren zu hören.

Sobald die Musik stoppt, fehlt etwas im Raum.

Der eine braucht seine Räucherstäbchen, Klangschalen, Windspiele oder seine Meditationsmusik.
Mit der C500 wirkt nahezu jede Musik auf uns wie Meditationsmusik.
Sie beruhigt und schenkt uns ein Gefühl der Ausgeglichenheit und Entspannung.
Fast schon wirkt sie psychedelisch auf uns.

Das alles ist so deutlich spürbar, dass ich mir die Frage stellen muss, ob mich die C500 irgendwie „einlullen“ will. Und das führt mich wieder zu der Frage:

Was kann sie denn, die C500, wenn ich sie nicht einfach nur im Hintergrund laufen lasse?

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Ich lege recht anspruchsvolle Musikstücke auf und die Concept 500 meistert sie – fast möchte ich schreiben „überraschend“ mit Bravour.

Was ich auch auflege, die Concept 500 trifft die Seele eines jeden Titels.„Bullseye“ – würde der Dart-Spieler wohl sagen.

Ein Hörbeispiel.
Rolf Kühn, Laura (Spotlights)
Natürlich muss ich mit diesem Stück meine Höreindrücke beschreiben. Meine Leser kennen es bereits aus vielen anderen Berichten.
Links beginnt es mit einer Oboe, während in der Mitte hinten ein akustischer Bass sehr schnell gestrichen wird. So schnell, dass er eine starke Ähnlichkeit mit einer Konzerttrommel (Snare) bekommt.
Ganz wichtig:  Die Oboe klingt nach Oboe!
Und – für mich immer das Ausschlaggebende – ich „sehe“ Albrecht Meyer auf der Oboe spielen. Konzentriert, angestrengt, emotional, leidenschaftlich, begeistert und vor allem mit viel Lust darauf, dieses Stück zu spielen.

Auch Rolf Kühn versprüht ein paar Takte später genau diese Lust auf das Musizieren.
Irgendwie scheint es bei Künstlern Mode geworden zu sein, im gewissen Alter der interessierten Welt noch einmal etwas „nie wieder Erreichbares“ da lassen zu wollen.
Bei Johnny Cash hat es noch für eine ganze Reihe an guten Alben gereicht (American I bis VI), Leonard Cohen schaffte nur noch ein einziges, dafür aber umso bewegenderes Abschluss-Album (You want it darker).
Rolf Kühn drücke ich die Daumen dafür, dass das Album „Spotlights“ nur der Beginn einer neuen wertvollen Sammlung ist.

Über die Concept 500 jedenfalls macht es hier gerade außerordentlich viel Freude, den drei Musikern zuzuhören und den Stimmungswechseln zu folgen.

Wie bei einer aufgeregten Diskussion „unterhalten“ sich hier Oboe und Klarinette, übernehmen abwechselnd die Führung und berichten offensichtlich von völlig verschiedenen Ereignissen.

Das alles macht die Concept 500 so deutlich, so, also wolle sie mir sagen:

concept500whiteback

concept500whitebac

„Das ist doch gar nicht mein Verdienst. Das ist doch so aufgenommen worden!“.

Und genau darum geht es doch bei einem guten Lautsprecher. Dass er mich nicht mit einem immer gleichen Sound überzeugt, der mir nach 2 Tagen schon mächtig auf den Keks geht, sondern dass er in der Lage ist, ein musikalisches Geschehen so abzubilden, wie es aufgenommen worden ist.

Zumindest soll er mir

  1. das Gefühl vermitteln, es sei so und
  2. beim nächsten Song auch wieder völlig anders klingen können.

Die Flexibilität, mit jedem neuen Stück völlig andere Klangeigenschaften zu zeigen, genau das ist doch der Kern einer audiophilen Wiedergabe.

Mir die Schnelligkeit eines Horns, die Plastizität einer Fläche oder den Magenkuhlentritt einer Rutsche zu präsentieren, lasse ich mir gefallen, solange das alles nicht zum Selbstzweck wird und sich von der Realität weg hin zu einem immer wieder gleichen Sound entwickelt.

Es gab Zeiten hier in unserem Land, zu denen Knechte und Mägde dafür kämpften, dass sie nicht mehr als drei mal pro Woche Lachs essen mussten. Können Sie das verstehen?

Aber genau das ist es, was ich sagen will. Irgendwann wird man einfach alles leid, was sich nicht verändert.

„Wir haben jetzt vier mal hintereinander eine Weltreise gemacht. Im nächsten Jahr wollen wir aber mal wieder woanders hin!“  🙂

Für mich liegt die wichtigste Aufgabe eines Lautsprecherherstellers darin, seinen Boxen beizubringen, nicht wie „die Box“ zu klingen, sondern mit jedem anders klingenden Song auch einen völlig anderen Klangcharakter zu erzeugen.

Mal schnell, offen, präsent, fast angriffslustig und attackierend, mal dramatisch, träge, emotional ergreifend und dann wieder beschwingt, lustig oder mit ganz viel Herzschmerz.
In allen Disziplinen weiß die C500 mehr als zu überzeugen.

Tiefton und Pegel – gehasst und geliebt?

Tatsache ist, dass sich gerade an diesen beiden Punkten oft die Geister scheiden.
Der eine sagt:  „Wenn es nicht echt klingt, dann lasse ich es lieber ganz.“
Der andere sagt: „Wenn Frequenzbereiche fehlen, kann die Musik gar nicht echt klingen!“.

Und an dieser Stelle muss ich noch einmal meinen Hut vor Karl-Heinz Fink und seinem Team ziehen.
Man sitzt vor der C500 und hört ihren angenehm vollen Klang.
Es ist einfach „alles da“.
Und es ist gut.

Kann sie auch Pegel machen?

Sie kann Pegel machen!
Ich lege ein Stück von Jussi Björling, meinem Lieblings-Tenor auf. Hier singt er im Duett mit Robert Merril das Stück „Au fond du temple saint“ aus den Perlenfischern von Bizet.
Es dauert nicht lange und meine Frau gesellt sich zu mir. Es ist nämlich auch eines ihrer Lieblingsstücke. Und schon singen wir beide so kräftig mit, dass man von einer zierlich aufspielenden Box wohl nicht mehr viel mitbekommen würde. Die C500 jedoch spielt uns in Grund und Boden. Ein Segen, dass wir nicht in einem Mehrfamilienhaus wohnen.  🙂

Wobei ich noch einmal sagen muss, dass man bei der C500 wirklich gerne auf Pegel verzichtet.
Seitdem die C500 geliefert wurde, läuft sie praktisch den ganzen Tag im Hintergrund.

Sobald die Musik stoppt, fehlt da was im Raum.

Das habe ich schon einmal geschrieben? Ja?
Nun, es ist aber auch wirklich so.

Deshalb lade ich Sie hiermit ein, das bei mir einfach mal selber zu testen. Das mit dem schönen Gefühl, wenn die C500 leise vor sich hin spielt und das mit den audiophilen Eigenschaften, wenn man sie fordert.

Dabei spielt es keine Rolle, ob Sie gerne klassische Musik hören oder mehr der Rock-Musik verfallen sind.
Mit der Q Acoustics Concept 500 ist der musikalische Spaß garantiert.

Audiophile Netzteile – ein Hörbericht

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Audiophile Netzteile – ein Hörbericht

Audiophile Netzteile – ein Hörbericht

Audiophile Netzteile – ein Hörbericht. Bitte lesen Sie auch den Bericht  “Netzteile – Klang-Garanten ohne Anerkennung.”

Meine Test-Anlage:

Lautsprecher:
Progressive Audio Extreme III
Verstärker:
Progressive Audio A901
Quellgerät:
Auralic Mini
Router:
Fritzbox 7490
Kabel:
Progressive Audio (Verdi NF und Lautsprecherkabel und Power One-Stromkabel) – alle mit rhodinierten Furutech-Steckern konfektioniert. Zum Teil bereits mit NCF-Steckern versehen. (NCF= Nano-Crystal-Formula)

Die Test-Kandidaten:

* Das mitgelieferte Standard-Netzteil von Auralic  ( 0,- €)
* Auralic Super-Low-Noise-Netzteil (299,- €)
* SBOOSTER (16V für den Mini) (249,- €)
* Keces DC116 mit 12V und 16 V (399,- €)

Die Fritzbox lief während aller Hörsitzungen über den zweiten Ausgang des KECES. Alle Netzteile wurden über das gleiche Modell des Power One-Stromkabels von Progressive-Audio an die selbe Furutech-Verteilerleiste mit rhodinierten Kontakten angeschlossen und vorher korrekt ausgephast. Als Titel-Auswahl habe ich die Stücke aus meinem Bericht Hörschule verwendet.

Erster Durchgang KECES DC116

Keces

Keces DC 116

Ich kenne den Mini gut, sowohl mit seinem Standard-Netzteil als auch mit dem Auralic-Netzteil. Ein besonderes Netzteil an der Fritzbox hatte ich bisher noch nicht ausprobiert. Nach den ersten Tönen musste ich aber erst einmal kontrollieren, ob nicht aus Versehen der Altair „angesprungen“ war. Irgendwie klang der Mini heute aus dem Stand heraus einfach besser.

Hugh Coltman – Pretend
Von der ersten Sekunde an ist man mitten im Geschehen. Das korrekte Timing fällt auf, die Base-Drum kommt einfach nur „saftig“. Hugh Coltman, der mit diesem Stück in vielen Konstellationen wie ein buchbarer Sänger für Vereinsfeiern wirkt, präsentiert sich hier wie ein aufs Feinste ausgebildeter Profi-Sänger. Der Raum ist wie er sein muss und ich sitze gerade tatsächlich da und frage mich wie groß, oder besser wie klein der Unterschied zum Altair wohl geworden sein mag.

Rolf Kühn – Laura
Die Oboe ist etwas weiter hinten als ich das kenne, dafür nicht ganz so weit links. Der Bass, der in den ersten Sekunden wie eine in der Ferne gespielte Trommel klingt, ist hier noch weiter hinten als sonst. Auffällig werden dann die geradezu spürbaren Schwingungen, die von der Oboe ausgehen. Der Bass ist mal trocken und mal sonor schwingend – je nach Spielweise. Die Klarinette scheint sich mit mir zu unterhalten. Sie wirkt abwechselnd melancholisch und kokettierend. Das Mundstück mit den vibrierenden „Zungen“ ist deutlich zu hören. Die Atemgeräusche von Rolf Kühn sind präsent, drängen sich aber nicht in den Vordergrund. Was vor allem auffällt ist einfach diese ungemeine Spielfreude, die von den Musikern ausgeht. Da ist Begeisterung, Faszination, Anstrengung, Konzentration und ganz viel Spaß.

Al Green – For the good times
Diese Aufnahme ist ganz offensichtlich „totgemischt“ worden, aber in dieser Konstellation macht sie dennoch sehr viel Spaß. Al Greens Stimme kommt einfach nur „schön“. Bei allen Macken, die diese Musik hat, kann ich mir das Stück, so wie es gerade läuft, sehr gut anhören.

Cassandra Wilson – Strange Fruit
Der Kontrabass ist zum Greifen nah – er steht tatsächlich groß und mächtig dreidimensional vor uns. Der Trompeter scheint etwas kleinwüchsig zu sein, aber der Ton der Trompete ist überzeugend authentisch. Wenn Cassandra Wilson zu singen beginnt, ist Gänsehaut angesagt. Diese Aufnahme hören wir gerade in 24Bit, 96 KHz – und das verschweigt sie uns keine Sekunde lang.

Chuck Mangione – Death Scene aus Children of Sanches
Ich schließe die Augen und bin mit den beiden Musikern in einem Raum. Was will man mehr?

Brav habe ich alle Stücke durchgehört, obwohl mich die Neugierde schon längst gepackt hatte, doch jetzt musste endlich das Auralic-Netzteil zeigen, was es kann.

Auralic Netzteil

Auralic Netzteil

Zweiter Durchgang Auralic „Super-Low-Noise“-Netzteil

Ich starte wieder mit Hugh Coltman.
Und mir fällt auf, dass auch das jetzt anders klingt, als ich es bisher kannte. Sollte dieses Keces-Netzteil an der Fritzbox sich tatsächlich klanglich auswirken? Seit geraumer Zeit treffe ich immer wieder auf die Aussage, ich sollte doch der Fritzbox mal ein gutes Netzteil gönnen, aber an eine konkrete Umsetzung hatte ich bisher nicht gedacht.

Tatsächlich spielte der Mini mit dem Auralic-Netzteil hier gerade auf einem höheren Niveau als sonst.
Es klang präsenter, trockener als mit dem Keces am Mini. Hugh Coltman war um einige Jahre jünger geworden. Es war unmöglich, eine Bewertung nach besser oder schlechter vorzunehmen. Während die Stimme stellenweise besser zu gefallen wusste, klang die Gitarre manchmal etwas hart.

Dieser Eindruck setzte sich auch bei Laura von Rolf Kühn fort.
Die Oboe war etwas kleiner als mit dem KECES-Netzteil, weiter links, dafür nicht so weit weg. Der Bass war wunderbar trocken. Die Klarinette klang aber wieder ein wenig härter, unterschied sich dadurch noch deutlicher von der Oboe. Zum Teil klang sie im direkten Vergleich fast ein wenig unangenehm. Und obwohl sie in ihrer Größe sehr präzise zu erfassen war, ging der Sound des Mundstücks im Vergleich zum Keces-Netzteil ein wenig unter.

Auch bei Al Greene wurde dieser Eindruck bestätigt.
Die Stimme hatte eine Spur weniger Volumen, dafür aber mehr Präzision. Der Bass bei Cassandra Wilson allerdings verlor schon recht deutlich an realistischer Größe und die Stimme von Cassandra W. machte weniger Gänsehaut.

Auch der Gitarre aus Children of Sanchez fehlte es letzten Endes ein wenig an Dynamik. Zwar gewann die Ortbarkeit dazu, aber die Emotionen wurden weniger.

Auch wenn die Unterschiede zwischen diesen beiden Netzteilen sehr gering sind, werden sich Besitzer eines Minis wohl nicht schwer damit tun, einen persönlichen Favoriten zu benennen. Ich bin mir sicher, dass das Auralic-Netzteil denen gefallen wird, die sich mehr Präzision wünschen und in deren Kette es auch ruhig ein klein wenig lebendiger klingen darf. Das KECES dagegen kümmert sich gerne um die Fraktion, die vor allem das Emotionale in der Musik als Ziel vor Augen hat und ein Grundtonfundament nicht vermissen wollen.

sbooster

sbooster

Dritter Durchgang – SBOOSTER

Der Klang der Gitarre  bei Hugh Coltmans „Pretend“ hat wieder mehr Facetten. Der Bass und die Base-Drum geben sich „saftiger“, druckvoller; Hugh Coltman klingt wieder „erfahrener“.

Rolf Kühn.
Die Oboe ist etwas größer als mit dem Auralic, ihre Bewegungen spürbarer. Das Schwingen des Tones fällt einem wieder auf. Das Mundstück der Klarinette ist deutlicher wahrzunehmen. Rolf Kühns Atmen ist nicht zu überhören, noch deutlicher als beim Keces.

Die musikalische Wirkung des Stücks von Al Green ist überzeugender als beim Auralic-Netzteil. Beim Wort „World“ können wir fast Al Greens Zunge vor uns sehen. Allerdings mischen sich hier und dort auch leichte Zischlaute mit ein.

Das bestätigt sich bei Cassandra Wilson. Irgendwie besser als mit dem Auralic-Netzteil aber hier und da mischen sich diese Zischlaute störend dazu. Die gab es beim Auralic und beim Keces weniger.

Beim Stück von Chuck Magnione allerdings möchte ich gerne bei dem bleiben, was ich gerade höre. Da, wo mit den anderen Netzteilen die Gitarre ständig leicht bewegt zu werden scheint, steht sie mit dem SBOOSTER wie angenagelt im Raum. Das bringt Ruhe und ermöglicht es uns, uns mehr auf die Musik zu konzentrieren.

Fazit nach dem dritten Durchlauf

Das Keces und das SBOOSTER liegen klanglich dicht beieinander. Das Super-Low-Noise-Netzteil von Auralic spielt dagegen anders. Wer auf Dynamik und Präzision aus ist – sollte definitiv im Hause Auralic bleiben. Die Entscheidung zwischen dem SBOOSTER und dem KECES fällt da schwerer. Wer nur ein einzelnes Netzteil benötigt, der wird zum günstigen SBOOSTER greifen können, ohne sich grämen zu müssen, nicht das bessere gekauft zu haben.

Wer aber zwei Geräte über audiophile Netzteile zu versorgen hat, der macht mit dem Keces alles richtig. Es ist zwar das teuerste – aber es beliefert dafür gleich zwei Geräte autark mit Strom und wird somit unterm Strich zum günstigsten Netzteil des Testfeldes.

Doch jetzt stand die große Frage im Raum, was denn mit dem Klang passieren würde, wenn wir das Keces an der Fritzbox belassen und den Mini über das Standardnetzteil mit Strom versorgen.

Das mitgelieferte Standard-Netzteil

Zunächst sitzt man ein paar Sekunden vor seiner Anlage und fragt sich: Wo bitteschön soll denn jetzt hier irgendwas schlechter geworden sein?
Doch es dauert nur etwa eine Minute und schon wird man mit der Nase – äh mit den Ohren – drauf gestoßen. Da fehlt es an Dynamik, an Druck. Von „saftig“ darf hier niemand mehr sprechen. Die Oboe klingt fast tröötig. Egal, welches Stück man hört – alle Musiker sind plötzlich schlecht gelaunt und es macht keinen Spaß mehr, ihnen zuhören zu müssen.
„Da kann man sich jetzt wirklich die Ausgabe für den Mini auch noch sparen und wieder MP3 hören!“ geht es mir so durch den Kopf und ich breche diesen Durchlauf ab.

Fritzbox mit Standard-Netzteil

Und stehe damit vor der abschließenden Frage, was denn passiert, wenn ich der Fritzbox wieder das Standard-Netzteil gebe und genau das tue ich jetzt.
Aber das Ergebnis ist nicht eindeutig.
Kommt man nicht „von oben“ sondern hört das gleich so wie es bei den allermeisten wohl laufen dürfte, dann fehlt einem nichts und fällt einem auch nichts auf.
Die Unterschiede zwischen den Netzteilen, so wie ich sie wahrgenommen und hier niedergeschrieben habe, die bleiben auch dann erhalten, wenn man die Fritzbox am mitgelieferten Netzteil betreibt. Ich hätte die Testdurchläufe also auch komplett ohne das Keces an der Fritzbox durchführen können und ich wäre zum gleichen Ergebnis gekommen.

Der Unterschied ist erst zu hören, wenn er da ist.

Blöder Satz, oder?
Aber ich weiß nicht, wie ich das anders ausdrücken soll.
Es ist nicht so, dass ich das Keces für die Fritzbox als Pflichtprogramm sehe. Und ich habe jetzt auch noch nicht versucht, z.B. den SBOOSTER an die Fritzbox zu hängen, weil der Wert leider nicht stimmt. Es gibt das SBOOSTER aber auch passend zur Fritzbox.
Ich glaube aber, dass ich mir das hier auch gerade zu kompliziert mache.
Festzuhalten ist, dass das Auswechseln des Standard-Netzteils am Mini gegen irgend ein audiophiles Netzteil definitiv „die Welt verändert“.
Die Auswahl des Netzteils sollte man meiner Meinung nach aus praktischen (brauche ich zwei Ausgänge?), aus preislichen (nehme ich das günstigste oder das beste?) oder im Bezug auf die eigene Anlage treffen. Das Auralic-Netzteil bringt „Leben in die Bude“, das SBOOSTER und das Keces klingen „harmonischer“. Das Keces macht weniger Zischlaute.

Und wer eine Fritzbox betreibt, die in der Nähe der Anlage steht – der dürfte nun wohl keine Zweifel mehr haben, welches Netzteil für ihn das richtige sein könnte.

Genau so gut kann man aber den zweiten Ausgang des Keces natürlich auch für einen Plattenspieler oder ein Phonoteil verwenden.

Jetzt bestellen:

* Auralic Super-Low-Noise-Netzteil (299,- €)
* SBOOSTER (16V für den Mini) (249,- €)
* Keces DC116 mit 12V und 16 V (399,- €)

Die drahtlosen Verbindungen des Auralic Altair

Auralic Altair schwarz

Die drahtlosen Verbindungen des Auralic Altair

Die drahtlosen Verbindungen des Auralic Altair

Hinweis:
Bluetooth ist ein geschütztes Markenzeichen von Bluetooth SIG, Inc.
AirPlay® , iPAD und iPOD sind geschützte Markenzeichen von  Apple Inc.
Songcast ist eine Open-Source Software von oss.linn.co.uk
Roon ist ein geschütztes Markenzeichen von Roon Labs LLC a New York Limited Liability Company

In diesem Bericht geht es um die Nutzung der „drahtlosen“ Schnittstellen eines Auralic Altair.
(Der Mini verfügt über eine eingeschränkte Konnektivität)

Wichtiger Hinweis!
Um die drahtlosen Verbindungen verwenden zu können, muss sich der Altair zwingend im Streaming-Betrieb befinden.
Sollten Sie ihn soeben im reinen DAC-Betrieb als Wandler für eine digitale Quelle verwenden, sind alle Streaming-Module heruntergefahren. Das geschieht, um den DAC nicht bei seiner Arbeit zu stören und somit die Voraussetzungen für einen bestmöglichen Klang zu schaffen.
In dieser Betriebsart stehen aber trotz einer möglicherweise korrekten Konfiguration die drahtlosen Verbindungen nicht zur Verfügung.

Auralic Display Streamingbetrieb

Auralic Display Streamingbetrieb

Am einfachsten drücken Sie dafür auf der Fernbedienung die Taste „iPOD“ – damit starten Sie den Streaming-Betrieb und die Module für die drahtlosen Verbindungsarten. Bis der Altair den Streaming-Betrieb wieder „hochgefahren“ hat, kann bis zu einer Minute vergehen. Sie erkennen die Bereitschaft des Altair an der Anzeige im Display. (siehe Grafik links)

Bluetooth wireless technology

(Schulnote Klang: 3 bei gutem Quellmaterial)
Wichtig zu wissen:
Für die Bluetooth-Übertragung wird das Audiomaterial (falls erforderlich) komprimiert und entspricht danach etwa der Qualität einer MP3-Datei.
Der Empfang und die erforderliche Wandlung/Komprimierung der Original-Tonsignale in das Bluetooth-Format erfolgt durch das eingesetzte mobile Gerät (Sender). Der Altair (Empfänger) gibt also lediglich die Musikqualität wieder, die er vom Sender geliefert bekommt und kann sie in dieser Betriebsart nicht verbessern.

Herstellung der Bluetooth-Verbindung

Hierzu ist sicher zu stellen, dass im Konfigurationsmenü des Altair der Schalter „Bluetooth“ auf „on“ steht.
Der Bluetooth-Betrieb ist nicht auf IOS-Geräte beschränkt! Sie können also jeden beliebigen Bluetooth-Sender mit dem Altair verbinden. Hierzu gehen Sie in das Konfigurationsmenü Ihres mobilen Gerätes und stellen die Bluetooth-Verbindung zum Altair her. Befolgen Sie hierzu bitte die Anleitung des Geräteherstellers.
Sobald Ihr Gerät Ihnen den Status „verbunden“ anzeigt, dient Ihre Stereoanlage nun als Lautsprecher für alle Tonsignale, die Ihr Mobile-Device ausgibt. Sie können sowohl Musik aus den unterschiedlichen Portalen streamen als auch den Ton Ihrer Videos  über den Altair an Ihre HiFi-Anlage ausgeben.

Parallelübertragung von Bild und Ton:

Empfehlung:
Senden Sie Bild und Ton an einen Bluetooth-Empfänger (Set-Top-Box …) und verbinden Sie dieses Gerät zur Tonübertragung per Kabel (XLR, Coax, Toslink, USB)  mit dem Altair (für den Ton) und parallel dazu mit einem zweiten Kabel (z.B. HDMI) mit dem TV (fürs Bild).

Parallele drahtlose Übertragungen von Bild und Ton sind möglich, führen aber zu Verzögerungen. (Versatz der Mundbewegungen)

 

Airplay

(Schulnote Klang: 2 bei gutem Quellmaterial)

Format:  16Bit 44,1 KHz, höhere Auflösungen werden gesampelt.
Clock;  Es wird die Clock des Senders (z.B. iPAD, PC/MAC) verwendet.

Über Airplay übertragene Musikdateien sind in etwa mit der Wiedergabequalität einer CompactDisc zu vergleichen.

Wichtig zu wissen.
Der Empfang und die Wandlung der Original-Tonsignale in das Airplay-Format erfolgt durch das eingesetzte mobile Gerät (Sender). Möglicherweise steht die Musikwiedergabe im Airplay-Betrieb der Klangqualität im Auralic-Streaming-Betrieb um einiges nach.

Herstellung der Airplay-Verbindung

Zunächst ist sicher zu stellen, dass im Konfigurationsmenü des Altair der Schalter „Airplay“ auf „on“ steht.

Kontroll-Zentrum

Kontroll-Zentrum (rechtes Feld “Sie hören”)

An Ihrem iPAD wischen Sie nun vom unteren Displayrand das “Kontroll-Zentrum“  ins Display und schieben Sie das Menü ganz nach links, sodass Sie am rechten Bildschirmrand zum Bedienungsfeld „Sie hören“ gelangen. Hier finden Sie alle airplayfähigen Geräte aufgelistet. Tippen Sie dort den Namen Ihres Altairs an, warten Sie, bis die Verbindung aufgebaut ist und danach können Sie den Altair als Ihre Airplay-Brücke verwenden.

 

Sie können nun sowohl Musik aus den unterschiedlichen Portalen streamen, als auch den Ton Ihrer Videos  über den Altair an Ihre HiFi-Anlage ausgeben.

Parallelübertragung von Bild und Ton:

Empfehlung:
Senden Sie Bild und Ton an einen Airplay-Empfänger (Set-Top-Box …) und verbinden Sie dieses Gerät zur Tonübertragung per Kabel (XLR, Coax, Toslink, USB)  mit dem Altair (für den Ton) und parallel dazu mit einem zweiten Kabel (z.B. HDMI) mit dem TV (fürs Bild).

Parallele drahtlose Übertragungen von Bild und Ton sind möglich, führen aber zu Verzögerungen. (Versatz der Mundbewegungen)

 

Songcast (Linn)

(Schulnote Klang: 2 bei gutem Quellmaterial)

Format:  Max. 16Bit 44,1 KHz, höhere Auflösungen werden gesampelt.
Hinweis: Songcast selbst kann bis zu 24Bit/192KHz übertragen – die Betriebssysteme der PC/MAC limitieren derzeit noch das Format.
Clock;  Es wird die Clock des Senders (PC/MAC) verwendet und mit der des Empfängers synchronisiert.

Die Nutzung von Songcast setzt eine entsprechende Installation und Konfiguration der Software auf Ihrem PC/MAC voraus.
Eine Anleitung hierzu finden Sie unter:

http://support.auralic.com/hc/de/articles/206084348-Songcast-mit-Ihrem-Lightning-Gerät-nutzen
oder hier:
http://oss.linn.co.uk/trac/wiki/Songcast_4_2_DavaarManual

Songcast bringt Ihren PC/MAC dazu, seine Audiosignale nicht an die interne Soundkarte auszugeben, sondern über das Heimnetz den zur Verfügung stehenden Songcast-Empängern zuzustellen.
Hierdurch werden alle interne Sound-Bausteine in Ihrem PC/MAC übergangen und die für den Klang wichtigen Aufgaben an den Auralic Altair übertragen.

Parallelübertragung von Bild und Ton:

Über Songcast können nach meinem Kenntnisstand keine Bildinformationen übertragen werden.
Parallele drahtlose Übertragungen von Bild und Ton (über Bluetooth oder Airplay) sind möglich, führen aber zu Verzögerungen. (Versatz der Mundbewegungen)

Roon Advanced Audio Transport (RAAT)

(Schulnote Klang: 1 bei gutem Quellmaterial)
Format:  Max. 32Bit/ 192KHz, Mehrkanal.
Clock;  Es wird die Clock des Empfängers verwendet.

Die Nutzung der Roon-Software setzt eine kostenpflichtige Lizenzierung und die Installation der Server-Software (Core) auf einem leistungsfähigen PC/MAC oder einem geeigneten NAS voraus.  Die Server-Software muss den Geräten im Heimnetz jederzeit zur Verfügung stehen. Wird der PC/MAC von Ihnen nicht verwendet, muss er dennoch eingeschaltet und im Netz verfügbar sein.
Diese Aussage prädestiniert wohl eher einen NAS für diese Aufgabe, denn dieser steht uns ja in der Regel bereits aus anderen Gründen permanent zur Verfügung.
Als Musik-Quelle ist Roon aktuell auf Tidal und auf lokal gespeicherte Musiksammlungen begrenzt.

Parallelübertragung von Bild und Ton:

Über RAAT können nach meinem Kenntnisstand keine Bildinformationen übertragen werden.

Da Roon derzeit seine Musiksignale lediglich aus Tidal-Audio und aus lokalen Musik-Bibliotheken beziehen kann, eignet sich Roon nicht für eine parallele Bild- und Ton-Übertragung.

Auralic Lightning DS Anleitung

Auralic Altair silbern

Auralic Lightning DS Anleitung

Auralic Lightning DS Anleitung

Never read the fu…ng manual?

Ja – ich weiß, es gibt nicht viele Dinge, die noch weniger Spaß machen, als eine Bedienungsanleitung lesen zu müssen. Aber ich verspreche Ihnen, dass ich mir sehr viel Mühe damit gemacht habe, diese hier “unterhaltsam” zu gestalten.
Natürlich – es bleibt eine Bedienungsanleitung. Sorry!

Auralic Lightning DS

 

Anleitung als pdf-Datei downloaden (54 MB)

ELAC Element EA101EQ-G mit AudioQuest NRG-X3 C5

Mickymaus-Stecker

ELAC Element EA101EQ-G mit AudioQuest NRG-X3 C5

ELAC Element EA101EQ-G mit AudioQuest NRG-X3 C5

„Ja, sach ich doch!“
Das ist die Lösung:  ELAC Element EA101EQ-G mit AudioQuest NRG-X3 C5

Was bisher geschah …    😉

Wir erhielten vor einigen Tagen unseren ELAC Element Vollverstärker, bestätigten ihm in unserem Hörbericht einen wirklich ungewöhnlich guten Klang – auch weit über seine tatsächliche Preisklasse hinaus, zeigten uns aber angesichts der „Mickymaus-Kaltgerätebuchse“ (C5) nahezu schockiert.
Was uns daran ärgerte war, dass wir nicht einfach mal eben schnell ein paar andere Stromkabel ausprobieren konnten.  Dieses Ritual gehört bei uns einfach zum Testen neuer Geräte dazu.
Natürlich sind die Ergebnisse dieses Rituals manchmal „völlig Banane“.
Wenn eine 400,- €-Komponente mit einem Stromkabel für 1.200 € über sich hinaus wächst, was soll man dann mit dieser Erkenntnis anstellen, außer, sie für sich zu behalten?
Nun gut, die Behauptung in meiner Produktbeschreibung war, dass es kein einziges „audiophiles“ Stromkabel mit diesem C5-Stecker gibt, das man mal ausprobieren könnte.

Holland rettet Deutschland

Diese Aussage ließ jedoch Bernd van Hal, ein befreundeter HiFi-Händler aus den Niederlanden (NOVUS Audio in Kampen) so nicht gelten und wies mich auf das NRG-X3 Kabel von AudioQuest hin, das es mit dem besagten C5-er Stecker geben sollte.
Bisher hatte er für ein solches Kabel in seinem Studio noch keine Verwendung gefunden. Da er aber auch ELAC führt und sein Element bereits geordert war, war die Sache für uns klar:  Er musste uns beiden ein solches Kabel ordern, damit wir es ausprobieren können.

Heute Morgen ist es nun angekommen.
Ergebnis unseres Hörtests:
Ich brauchte nicht einmal ganz eine Minute, um nie wieder das mitgelieferte Kabel anschließen zu wollen.
Wer nun behauptet, das würde ich nur schreiben, um noch ein schönes Zusatzgeschäft zu generieren, der sollte wissen, dass ich gar kein AudioQuest-Händler bin und ich daher keinen Nutzen davon habe, wenn Sie nun „alle ausströmen, um dieses Kabel zu kaufen“.
Aber was wahr ist, das muss wahr bleiben.

Was passiert da?

Ganz einfach: Ich habe mal wieder am Elac Discovery mit einem Tidal-Zugang den Titel „Laura“ von Rolf Kühn mit Albrecht Mayer an der Oboe gestartet.
Sicherheitshalber habe ich mir die ersten Minuten noch einmal mit dem Beipack-Kabel angehört und auch noch einmal den Stecker in der Steckerleiste gedreht, obwohl ich bisher nicht feststellen konnte, dass der Element da empfindlich wäre.
Angesichts seines Preises darf man eigentlich keine Sekunde darüber nachdenken, ob das überhaupt noch besser gehen könnte.
So mein Fazit aus dem ersten Teil der Hörprobe.
Aber natürlich sind wir HiFi-Bekloppte und deshalb geht es jetzt daran, das Stromkabel auszutauschen.

ELAC Element EA101EQ-G mit AudioQuest NRG-X3 C5

Audioquest NRG-X3 C5

Audioquest NRG-X3 C5

Die ersten 25 Sekunden bin ich mir überhaupt nicht sicher, ob sich da jetzt etwas verändert hat – eher nicht.
Dann, zwischen 0:26 und 0:27, gibt es eine Ungenauigkeit, eine Schmutzigkeit im Spiel des Albrecht Mayer. Was war das? Wieso hatte ich das bisher nicht gehört? Ja, sicher, das muss auch mit dem anderen Kabel da sein – werde ich anschließend mal prüfen.
Doch spätestens beim Einsetzen der Klarinette interessiert es mich nicht mehr.
Ich sitze da zwischen einer Oboe und einer Klarinette und werde von beiden Instrumenten umworben!

Wer hören will, wie virtuos man das Spiel auf der Oboe gestalten kann, wie man einen Ton gleiten oder schwingen lassen kann, wie man einen Ton aus dem Instrument heraus in den Mundraum des Musikers ziehen kann, wie man aus einem einzelnen Instrument einen ganzen Fächer aus verschiedenen Instrumenten kreieren kann, der muss sich Albrecht Mayer anhören.

Gleichzeitig versucht Rolf Kühn eifrig, seinen Partner zurück in die Nebenrolle zu drängen und scheint uns beweisen zu wollen, warum „Rolf Kühn“ auf dem Cover steht und nicht „Albrecht Mayer“.
Doch für mich persönlich muss ich sagen, dass ihm das bei diesem Stück keineswegs gelingt.
Die Oboe bleibt mein klarer Favorit – sorry Rolf!

Langer Rede kurzer Sinn. Ich brauche keinen zweiten Titel und keine ganze Litanei an Songs. Ich laufe im Raum umher und genieße diese Körper, die in den Tönen mitschweben und sie formen. Das Timing ist noch etwas stimmiger, punktgenauer und noch eindeutiger in der Vorgabe der Emotionen. Die Musik hat noch mehr Volumen und Souveränität.

Hat der ELAC Element EA101EQ-G auch schon mit dem mitgelieferten Kabel gehörig Musik im Blut, mit diesem AudioQuest-Kabel scheint er ganz und gar aus und für Musik geschaffen zu sein. Und nein, man mag nicht wieder den Schritt zurück zum Beipack-Kabel gehen.

Ist das AudioQuest NRG-X3 das beste Stromkabel der Welt?
Ja!
Denn es ist wohl das einzige audiophile Stromkabel, das an einen ELAC Element EA101EQ-G passt. Also ist es das beste Kabel der Welt. Oder kennt noch jemand ein zweites klangoptimiertes Kabel mit einem C5-Stecker dran?
Ich kann nur hoffen, dass ein Hersteller diese Zeilen liest, der sie als Herausforderung annimmt.

Mickymaus-Stecker

Mickymaus-Stecker

Sie möchten das AudioQuest-Kabel kaufen?
Nach meinen Recherchen ist das NRG-X3 C5  in Deutschland bisher nicht erhältlich. Wer es also erwerben möchte, der mag sich an meinen Kollegen aus Holland richten:  infonovusaudio@gmail.com  , oder seinen AudioQuest-Händler unter Druck setzen. 🙂

Wenn ich mir aber was wünschen darf, – ich meine – es ist ja schließlich die Weihnachtswoche – dann haben die nächsten ELAC Element-Verstärker eine C13-Buchse und wir können wieder mit all den tollen Kabeln aus unserer Kabelkiste experimentieren. Denn ich bin mir fast sicher, dass es uns gelingen wird, das NRG-X3 zu übertreffen.

Progressive Audio Extreme I

Progressive Audio Extreme 1

Progressive Audio Extreme I

Progressive Audio Extreme I

Ein Bericht über den Sinn kleiner Lautsprecher, 
über den Hersteller Progressive Audio aus Essen
und über seine kleinste Box, die Extreme I.

Bei der Progressive Audio Extreme I handelt es sich um einen Lautsprecher aus der Kompaktklasse, Allerdings kostet er nicht weniger als eine ausgewachsene Standbox. Lesen Sie hier, wieso diese Aussage keineswegs gegen die Progressive Audio Extreme I spricht.

Wieso sind manche Dinge eigentlich teurer als andere?

Wer versucht, eine Waschmaschine zu verschieben, der wird davon überzeugt sein, die Gründe dafür entdeckt zu haben, wieso manche Dinge teurer sind als andere: Ihre Größe und Ihr Gewicht.
Wer danach auf seine Armbanduhr sieht, um zu schauen wie spät es ist, stellt aber möglicherweise fest, dass diese noch teurer war als die Waschmaschine und fühlt sich dann frei nach Goethe „so klug als wie zuvor“.

Doch wie wird eigentlich der Preis für einen Lautsprecher festgesetzt?

Größe und Gewicht sind zwar auch hier gute Anhaltspunkte, allein – können sie aber wohl eher nicht den Ausschlag geben.
Beim Discounter ist es nämlich kein Problem, schwere, mannshohe Lautsprecher „für ganz kleines Geld“ zu finden.
Auch die Anzahl der eingebauten Chassis (Membranen) verrät uns noch nicht viel über den Preis, denn auch da stechen manche Billigteile mit ihren 6 Chassis pro Box die deutlich teurere Konkurrenz gnadenlos aus.
Dass so etwas immer dann kaufmännisch nicht mehr funktionieren kann, wenn bereits ein einzelner Hochtöner im Einkauf einige Hundert Euro verschlingt, leuchtet ein, aber welcher Boxenbauer zeigt seinen Kunden schon seine Einkaufsrechnungen?

Und was würden die auch über die Qualität des Lautsprechers aussagen?
So wenig, wie der Preis einer Fotokamera über die Qualität eines Fotos oder der Preis von Farben über den Wert eines Gemäldes, das mit ihnen gemalt wurde.

Nur zwei Zutaten braucht es für einen Lautsprecher!

Ein Lautsprecher ist ein Konstrukt, dessen Entwicklung aus zwei „Zutaten“ besteht:

  1. aus den verwendeten Bauteilen und
  2. aus der Kompetenz des Entwicklers.

Während wir den Punkt a) nach betriebswirtschaftlichen Aspekten für eine Preiskalkulation verwenden können, ist der Punkt b) wohl kaum finanziell zu erfassen.

Progressivität

Wenn ein Entwickler niemals inne hält und immer wieder erfolgreich Neuland betritt, nennt man das Progressivität.
Den anderen immer ein Stück voraus zu sein, sich nie auf seinen Lorbeeren auszuruhen, sondern immer wieder „die Latte für alle höher zu legen“ – das hat sich Ralf Koenen bei seiner Firmengründung im Jahre 1996 auf die Fahne geschrieben.

Progressive Audio  

Progressive Audio Logo

Und genau aus diesem Grund nannte Koenen seine Firma damals „Progressive Audio“.
Heute, zwanzig Jahre später, muss man ihm nicht nur bestätigen, dass dieser Name Programm war und Programm geblieben ist, sondern dass er in vielen Bereichen Meilensteine gesetzt hat.

Verstärker mit SiC-Transistoren

Progressive Audio A901 CD2

Progressive Audio ist der einzige mir bekannte Hersteller weltweit, dem es gelungen ist, unter Verwendung von Siliciumcarbid-Transistoren einen wirklich praxistauglichen Verstärker anzubieten, der mehr als 50 Watt in Class A an die Lautsprecher liefern kann. Und das in einer atemberaubenden Klangqualität.

Die PADIS-Gerätesicherung

PADIS Sicherungen

Furutech, ein global agierendes Vertriebs-Unternehmen, lieferte Ralf Koenen Gerätesicherungen, die er in Deutschland vertreiben sollte. Er prüfte sie – und er befand sie für gut, aber nicht für gut genug. Also entwickelte er eine neue Gerätesicherung. Diese überzeugte die Furutech-Manager so sehr, dass sie die hauseigene Sicherung fallen liessen und von Stund an den weltweiten Vertrieb der PADIS-Sicherung übernahmen. (PADIS steht für Progressive Audio Distribution)

Progressive Audio Übertrager

Es gibt Zulieferer für Übertrager, die damit seit Jahrzehnten den Weltmarkt beliefern. Für alle möglichen Anforderungen und mit unterschiedlichen Spezifikationen. Man sollte also annehmen, dass solch ein Hersteller alles über Übertrager weiss und die Kundenwünsche mit Leichtigkeit erfüllen kann. Zumal so ein Übertrager ja auch kein wahnsinnig kompliziertes Bauteil ist.
Doch was Koenen auch versuchte – der beste Übertrager des Marktes hatte leider eine Resonanzfrequenz bei 40.000 Hz und einen Frequenzgang bis maximal 50.000 Hz, damit wollte er nicht arbeiten.
Also entwickelte er seinen eigenen, völlig resonanzfreien Übertrager mit einem Frequenzgang von bis zu 300.000 Hz.
Die Qualität dieses Bauteils sprach sich in der Szene schnell herum und so „wandert“ es heute auch in Geräte von Marken, die wir eigentlich als Konkurrenten zu Progressive Audio gesehen hätten.
Wundern Sie sich also nicht, wenn Sie irgendwann eines Ihrer High-End-Komponenten aufschrauben und darin einen Übertrager von Progressive Audio entdecken.

Portfolio

Progressive Audio Transformer

Die derzeitige Produktpalette reicht von vier Lautsprecher-Serien über zwei Verstärkern, einen CD-Player, einen DAC, zwei Phonoteilen und drei Kabel-Reihen zwischen 448,- € und 15.600,- €. Schon „in der Pipeline“ befindet sich ein neuer DAC, ein preisgünstiger Vollverstärker und ein Phonoverstärker, der seine Informationen aus dem „Strom“ und nicht aus der „Spannung“ des Tonabnehmers zieht. Ein Prototyp des Stromverstärkers befindet sich seit fast einem Jahr in meiner Vorführung und ich kenne weder etwas klanglich vergleichbares noch etwas unkomplizierteres als diesen Phono-Amp.

Die Extreme-Serie

Progressive Audio Messe 2016-1

Im Jahre 2015 präsentierte uns Progressive Audio eine Lautsprecher-Serie, mit der wohl kein Kenner der Szene gerechnet hatte:  Die Extreme.
Wer nur den Namen hört, wird vermuten, dass er diese Serie noch über seinem bisherigen Referenz-Modell, der „Transformer Diamant“ für mehr als 80.000,- Euro angesiedelt hat, doch da irrt er sich.
Tatsächlich überraschte Koenen die Szene mit einer „kleinen, schicken“ und für Progressive Audio-Verhältnisse geradezu preisgünstigen Serie, die in passiver Ausführung zwischen 4.000,- € und 8.000,- € angesiedelt ist, die es aber durchaus auch als Aktivboxen zu erwerben gibt.
Kennern treibt er damit Fragezeichen ins Gesicht. „Eine günstige Lautsprecher-Serie von Progressive Audio?“ .
Ist das nicht so, als würde man ein Familienauto mit einem springenden Pferd auf dem Abzeichen angeboten bekommen?
Doch die Begründung von Koenen ist einfach.
Schon seit Jahren geisterte in ihm der Wunsch herum, eine wie man sagt „bezahlbare“ Lautsprecher-Serie zu entwickeln und immer wieder setzte er sich deshalb mit einem Koaxial-Chassis von SEAS auseinander. Bei einem Koaxial-Chassis befindet sich der Hochtöner in der Mitte vom Tief-/Mitteltöner.
Die Idee, die hinter einem Koaxial-Chassis steckt, ist weder neu noch einzigartig, faszinierte ihn aber dennoch. Doch das Chassis von SEAS machte nicht das, was Koenen suchte.
2015 änderte sich das auf einmal und Koenen berichtete geradezu euphorisch von den „neuen Eigenschaften“ dieses Chassis, das nun endlich der Grundstein zu seiner neuen Serie sein konnte.
Die Frage, ob Ralf Koenen hier etwa auch für SEAS Entwicklungsarbeit geleistet hat, verneint er auffallend deutlich und vehement. Ich akzeptiere seine Antwort, denke mir aber meinen Teil.

Die Progressive Audio Extreme I kostet 3.998,- € pro Paar.

Progressive Audio Extreme 1 schwarz

©fairaudio.de

Mit diesem Preis will die Progressive Audio Extreme I eigentlich nicht mehr so recht zur Beschreibung „günstige Boxenserie“ passen.
Während die Extreme II und III als ausgewachsene Standlautsprecher daher kommen und man bei dieser Spezies auch noch höhere Preise akzeptiert, sieht das bei einem Kompakt- oder Regallautsprecher ganz anders aus, oder!?
Auf die Frage, ob er nicht besser den „Markt mit einer günstigeren Box bedient hätte“, antwortet Koenen nur:  „Es war niemals mein Ziel, einen kleinen Lautsprecher anzubieten, der klingt wie kleine Lautsprecher eben klingen. Mir ging es darum, die Vorteile dieser Bauart auszuschöpfen und mit der Progressive Audio Extreme I eine richtig (!) klingende Box anzubieten!“ Wie immer folgen „Vorträge“ über Zeitkonstanten und Phasenverläufe, denen ich nur zum Teil folgen kann.

Progressive Audio stellt etwas her, weil man es herstellen kann.

„Eher hätte ich auf die II-er und die III-er verzichtet als auf die I-er“ kontert Koenen fast ein wenig verärgert auf die Frage, ob er die „Kleine“ nicht einfach hätte ganz weglassen können.
„Hör nur eine Weile mit der Progressive Audio Extreme I Musik und mit jedem Takt wird sie Dir erklären, wieso sie so gut funktioniert.“ so Koenen.
Und exakt diese Aussage kann man einfach nur bestätigen. Das Außergewöhnliche in der Wiedergabe der Extreme I macht deutlich, weshalb das Konzept des Kompaktlautsprechers immer wieder die besten Boxenbauer dieser Erde dazu bringt, sich an ihm zu versuchen.
Einen richtig guten Kleinlautsprecher zu entwickeln, ist die „Königsklasse der Boxen-Entwicklung“. Nicht wenige der besten Boxenbauer sind sich einig und überraschen uns mit folgender Aussage:

Die Kunst bei der Entwicklung von großen Boxen ist, sie immer noch genau so gut klingen zu lassen wie kleine.

Große Lautsprecher sind in vielfacher Hinsicht überzeugend.
Ihr Erscheinungsbild ist oft genau so imposant wie das Klangerlebnis. Doch machen wir uns nichts vor, wenn der Tiefbass genau so sauber klingen soll wie die Mitten und die Höhen und alles wie „aus einem Guss“ wirken muss, dann wird es teuer – sehr teuer.
Und wenn das alles dann auch noch bei großen Lautstärken immer noch gut funktionieren muss, dann sollte man noch ein wenig mehr als nur die Portokasse im Rücken haben.
Und den passenden Raum natürlich auch.
Aber die Extreme I ist nicht das „Trostpflaster“ für alle, die sich einen großen Lautsprecher nicht leisten können.

Die Progressive Audio Extreme I bringt ihre Hörer dazu, „Weltbilder“ neu zu überdenken und sich endgültig von alten Vorurteilen zu trennen.

Immer noch braucht man als Mann ein starkes Ego, sich für einen teuren Kompaktlautsprecher zu entscheiden.
Die Progressive Audio Extreme I kann das ändern.
Fragen wie: „Wieso hast Du denn bei dem Preis nicht die …gekauft?“ sind heute immer noch vorprogrammiert.
Doch mit einer Extreme I kann man es sich sparen, Argumente zu sammeln und dem Fragenden verbale Antworten und Rechtfertigungen zu liefern.

Eine Progressive Audio Extreme I muss man einfach nur „spielen lassen“.

Der Markt wird sich verändern – ganz sicher.
Moderne Techniken wie das Streaming eröffnen moderne Möglichkeiten.
Immer mehr Musikliebhaber verstehen, dass man heute keine HiFi-Türme mehr benötigt, um auf höchstem Niveau Musik genießen zu können. Hier und da „ein keines Kästchen“, ein Tablet-PC in der Hand und schon hat man den Zugriff auf bis zu 40 Millionen Titel in hochauflösender Klangqualität.
Da passen dann die alten „Telefonzellen“ nicht mehr so richtig in dieses Konzept.
Doch klanglich verschlechtern – will man sich ja auch nicht.
Eine unlösbare Aufgabe?
Nicht mit der Extreme I.

Die Progressive Audio Extreme I ist kein Wunder – sie macht sich nur die Physik zu nutze.

Losgelöst von den Boxengehäusen und mit viel Spielfreude entstehen hier Töne dreidimensional und „lebendig“ im Raum. Rechts, links, oben, unten, vorne und hinten sind lokale Adverbien, mit denen wir hier die Quelle eines Klangs „auf den Punkt genau“ bestimmen können.
Geradezu holographische Darstellungen von Sängern und Instrumenten mit den richtigen Abständen zueinander und der exakt natürlichen Größe, entführen den Hörer in die jeweiligen Aufnahmeräume. Die Luft im Aufnahmeraum und die Beschaffenheit der Wände gehören zum Klanggeschehen wie selbstverständlich dazu – wir hören die Aufnahme – nicht den Lautsprecher.

So klein wie möglich, so groß wie nötig

Progressive Audio Extreme I USM-Haller

Extreme I “Edition”

Die gewählte Gehäusegröße der Progressive Audio Extreme I entspricht schlicht und ergreifend dem kleinsten Volumen, in dem das verwendete Koaxial-Chasis sauber arbeiten und somit zeigen kann, was in ihm steckt. Es wird ein Frequenzumfang von 35 bis 24.000 Hz ermöglicht.
Die Progressive Audio Extreme I baut dabei an keiner Stelle etwas auf, was nie da gewesen ist.
Doch wenn es da war, dann hört man es auch.
Bis auf die große Kirchenorgel gibt es keine akustischen Musikinstrumente, die unter 35 Hz herunterreichen würden. Auch nicht dann, wenn wir ein „Bass“ vor ihre Bezeichnung schreiben, wie „Bassgeige“ (41 Hz), „Basstuba“ (43 Hz) oder „Bassklarinette“ (61 Hz).

Legt sich AUDIOSAUL hier für die Extreme I „zu weit aus dem Fenster“?

Die Progressive Audio Extreme I ist ein außergewöhnlicher Lautsprecher für eine immer größer werdende Zielgruppe.
Das sind Menschen, die sich den technischen Fortschritten sehr schnell anpassen, weil sie schon lange auf diese Möglichkeiten gewartet haben. Kaum noch sichtbare Komponenten und Lautsprecher, die sich dem Einrichtungs-Stil unterordnen, ohne vom Hörer die Bereitschaft zu klanglichen Verlusten abzuverlangen, ziehen gerade bei uns ein. Kabel verschwinden und die Technik findet im Verborgenen statt.
Mit dieser Beschreibung kann die Progressive Audio Extreme I nicht „Everybodys Darling“ sein.
Aber wenn sie zu Ihrem Wohnkonzept passt – dann wird es schwer werden, eine Alternative zu finden.
Und am Ende muss man wohl diesem Entwickler aus Essen wieder einmal bestätigen, mit der Extreme I „ganz vorne“ zu sein.

Link zum Hersteller:  http://www.progressiveaudio.de
Link zum Shop: Jetzt Progressive Audio Extreme I im Shop bestellen

AUDIOSAUL und ELAC FS 407

ELAC FS 407 jet

AUDIOSAUL und ELAC FS 407

AUDIOSAUL und ELAC FS 407

 

AUDIOSAUL und ELAC FS 407, ist das so etwas wie „Sex mit der Ex“?

Gute 25 Jahre ist das jetzt her, dass AUDIOSAUL die letzte ELAC-Box verkauft hat und wir uns getrennt haben.
Das lag überhaupt nicht an Elac – und auch nicht an Audiosaul.
Irgendwie passte das damals einfach nicht mehr.

Wieso? Das kann ich heute nicht mehr so genau sagen.
Bis etwa 1990 war Elac bei AUDIOSAUL fest im Programm.

ELAC FS 407 logo

ELAC

Weil die Lautsprecher von Elac so angenehm anders geklungen haben, als der damals allgegenwärtige  „Taunus-Sound“.
Weil sie aber auch nicht „englisch“ abgestimmt waren – wie die anderen alle, die nicht nach Taunus-Sound geklungen haben.
Weil sie so innovativ waren – ich erinnere nur an den 4 Pi-Hochtöner, den es heute immer noch gibt.

Elac 4Pi

Elac 4Pi

… weil sie so todschick waren, traumhaft verarbeitet.

ELAC FS 407 swof

ELAC FS 407

Weil sie deutsch waren – typisch deutsch waren.
Das fing bei der Kartonage an und hörte beim Zubehör noch lange nicht auf.
Weil sie Bändchen für den Hochton einsetzten, die aber so gar nicht nach Bändchen klangen, zumindest dann nicht, wenn man sie mit einem gescheiten Verstärker ansteuerte.

ELAC FS 407 jet

ELAC FS 407 jet

Und das muss man ja nun einmal festhalten, dass es Audiosaul zu keiner Zeit an gescheiten Verstärkern gemangelt hat.

… weil man mit einer Elac-Box stundenlang Musik genießen konnte.
Weil sie ein Schmuckstück waren für jedes Wohnzimmer.

ELAC FS 407 nb

ELAC FS 407 nb

Nein, ich weiß es nicht mehr, warum wir uns aus den Augen verloren haben.

Ein neues Zusammentreffen

Genau so weiß ich nicht mehr, welcher Teufel mich jetzt geritten hat, nach so langer Zeit mal wieder Kontakt zu Elac aufzunehmen. Vielleicht war es der Discovery, dieser so moderne Streamer? Vielleicht der neue Plattenspieler? Oder waren es doch die aktuellen Boxen-Baureihen?
Egal – ein Anruf, ein paar Messebesuche, ein, zwei persönliche Gespräche und schon steht sie wieder in unserem Studio:
Die FS 407 – unser erstes Paar Elac-Lautsprecher nach einem viertel Jahrhundert.

ELAC FS 407 swmf

ELAC FS 407 swmf

Es dauert geschätzte 20 Sekunden – und alles ist wieder in meinem Kopf, wieder in meinem Bauch.
Ganz ehrlich – ich glaube, genau so muss man sich fühlen, wenn man nach so langer Zeit mal wieder den so legendären “Sex mit der Ex” erlebt.
Eigentlich kann man das alles gar nicht mehr wissen, gar nicht mehr kennen – und doch ist es so, als würde man früh morgens einfach eine Arbeit wieder aufnehmen, die man gestern unterbrochen hat. Alles ist so vertraut.

Das Auspack-Erlebnis

Ich öffne den Karton und als sei die Zeit stehen geblieben, schaue ich wieder auf ein durch und durch professionell gestaltetes Innenleben. Da gibt es Schaumstoffteile, Styroporteile, Plastiktüten, weiche Umhüllungen, Querträger für die Spikes, die Spikes, Pucks, Handschuhe, Putztücher und Beschreibungen … und zwar in jedem Karton – bei zwei Boxen hat man also alles doppelt.

ELAC FS 407 swf

So kenne ich Elac.
Das sind alles keine Reichtümer, die da beigepackt sind, aber es macht Spaß, so etwas auszupacken. Es vermittelt einem die Gewissheit, dass die Entwickler von Elac ihre Kunden kennen und wissen, dass es angenehm ist, so etwas „geschenkt“ zu bekommen.
Schließlich dienen diese Tücher und Handschuhe dazu, den edlen Lack und damit den Wert der Lautsprecher zu erhalten.
So etwas zeugt einfach von Respekt.
Elac mag seine Lautsprecher wirklich – das merkt man – schon beim Auspacken.

Der Aufbau

Etwa 30 Minuten braucht man, um wirklich alle Teile auszupacken, zu montieren und die Boxen anzuschließen.
Dann braucht man noch ein paar Minuten, um sie sich in Ruhe anzuschauen. Der schwarze Lack wirkt schon verdammt edel!
Die Bässe und Mittentöner mit den diamantartigen Membranoberflächen scheinen eigens aus Designgründen so gestaltet worden zu sein, wie sie sind. Da tut es gut zu wissen, dass das eigentlich klangliche Gründe hat.

ELAC FS 407 dia

ELAC FS 407 dia

Last – but really not least – fällt mein Blick auf den „Jet-Hochtöner“.
Ob Elac den immer noch so gut im Griff hat wie damals?
Ist er gar noch besser geworden?

Hörbericht Teil 1 … mit feinster Elektronik

Ich will es jetzt wissen und schließe das beste Equipment an, das mein Studio gerade zu bieten hat. Als Verstärker dient der neue A901 von Progressive Audio, dazu der Altair von Auralic und als Kabel dürfen es bei mir in solchen Situationen sowieso nur die von Progressive Audio sein. Natürlich alles mit Furutech-Steckern versehen und zwar die „vom Feinsten“ – wenn schon, denn schon.

Mit dem iPAD in der Hand zappe ich mich kreuz und quer durch meine Musiklisten in Qobuz. Ich hab da eine Playlist, die nennt sich „Vorführstücke“ – alles ziemlich anspruchsvolle Stücke – hervorragend aufgenommen.
Und schon sitze ich da und denke:  „Hey – das musst Du doch alles gar nicht können, so teuer bist Du doch gar nicht.”
Keine 4.000,- Euro kostet so ein Paar FS 407 laut Elac-Preisliste. So etwas muss nicht spielen, als würde es 40.000,- Euro kosten.
… und – natürlich tut es das auch nicht.
Aber die FS 407 schafft etwas anderes, etwas viel viel wichtigeres.
Sie scheint einem sagen zu wollen:
“Hey – das ist doch gut so, oder nicht?
Deine Frau braucht mal eine neue Spülmaschine, Waschmaschine, einen neuen Mantel.
Nächstes Jahr ist Dein Auto fällig – wie soll das gehen, wenn Du jetzt Deine Kohle für unendlich teure Lautsprecher ausgibst?
Musst Du nicht!
Hör mir zu und suche den Punkt, bei dem Du allen Ernstes behaupten kannst, dass das so ja nun mal gar nicht geht.”

Man sitzt vor diesen Lautsprechern, hört sich durch seine Musik und denkt sich: „Macht sie gut, die Box. Richtig gut.”
Was gibt es nicht alles für Konstruktionen, die deutlich teurer sind, vielleicht wirklich richtig teuer sein müssen. Weil eben ihre Konstruktionen so teuer sind, die aber unterm Strich nicht an dieses Ergebnis hier herankommen oder zumindest auch nicht besser spielen.

Doch wir wollen fair sein.
Mit 14.000,- Euro für die feinste Elektronik und fast 5.000,- Euro für Kabel, da sollte man natürlich von so ziemlich jeder Box erwarten, dass sie etwas anständiges zu Wege bringt. Wie schlägt sich denn die Elac FS 407, wenn wir ein paar Gänge herunterschalten?

Hörbericht Teil 2 … mit bezahlbaren Komponenten

Ich klemme die mit rhodinierten Kabelschuhen versehenen Super-Boxenkabel ab und stecke einen Satz QED-Kabel in die Terminals der Elac FS 407. Der komplett fertig konfigurierte 3m-Satz kostet nicht einmal 100,- Euro. Vorne dran an diesen QED-Kabeln hängt ein CREEK Evolution A50 Vollverstärker. Dank Brexit nicht einmal mehr 1.000,- Euro teuer. Passend dazu kommt die Musik vom CREEK CD-Player und abwechselnd auch vom Auralic Mini für nicht einmal 500,- Euro.
Und während sich so manch ein Leser jetzt denken mag:  „Oh ha  – das muss ja gleich doch etwas weh tun!“, kann ich sie alle beruhigen.
Da tut gar nichts weh.
Zugegeben – ich habe mir mit Creek eine Elektronik-Marke ausgesucht, die sich in ihrer Preisklasse durch einen mehr als konkurrenzfähigen Klang auszeichnet – aber das ist doch legitim, oder?
Nun, jedenfalls bricht da kein „großer Klang“ zusammen und es werden keine Stimmen verfärbt, der Bass wummert nicht, die Höhen kreischen nicht  – absolut nichts von alledem passiert.

Töne verlieren einen Tacken an Volumen und Natürlichkeit – jedenfalls dann, wenn man die bessere Wiedergabe kennt wie seine eigene Westentasche.
Doch wer tut das schon, wenn man nicht bereit oder in der Lage ist, 10.000,- Euro oder mehr für einen Verstärker auszugeben? Wer quält sich denn schon selbst und hört mit solchen Edelteilen, wenn man nicht einmal davon träumen darf?

Nein – so ein Creek-Verstärker ist deshalb noch lange nicht so etwas wie „Klang-Almosen“ – so ein Creek-Verstärker zwinkert Dir mit einem Auge zu und wenn Du ihm vertraust, dann beweist er Dir täglich aufs neue, dass der eigentlich Schlaue nicht der Käufer der teuren Komponenten ist, sondern der Creek-Käufer. Der bekommt nämlich für 1.000,- Euro schon gute 95% der erreichbaren Klangqualität.
Für einen Aufpreis von 9.000,- Euro oder mehr, gibt es dann also der Logik und Mathematik folgend „nur noch die restlichen 5%“ .
Ja, zugegeben, sitzt man vor diesen Edelteilen, ist man geneigt zu sagen:
„Das sind diese restlichen 5% aber auch allemale wert!“.
Aber haben muss man das Geld dafür und am besten noch „übrig haben“.

Angenehm:  Kein Sound!

Ich will überhaupt nicht behaupten, dass die Elac FS407 „die Box ist, die eigens für Creek-Verstärker geschaffen wurde“, dafür kenn ich zu viele Boxen, die ebenfalls mit einem Creek wunderbar laufen, aber die schlechteste Wahl ist diese Kombi hier ganz sicher nicht.
Beide weigern sich, mit irgendeinem besonderen Sound auf Kundenfang zu gehen.
Solche Sound-Teile kommen mir überhaupt nicht ins Studio.
Einen Sound – den findet man ein paar Wochen lang „geil“ (sorry) – und dann nervt der nur noch und man wird ihn einfach nicht mehr los. Man sucht dann nach ausgleichenden Komponenten und Kabeln, aber findet sie nicht, denn sie gibt es nicht.
Also weg mit dem Ding!?
Aber mit welchen Konsequenzen?
Meistens merkt man am erzielbaren Preis, dass man irgendwie wohl der einzige gewesen ist, der das mit der Sound-Dose nicht gewusst hat.
Nun ja – der Creek erlaubt sich jedenfalls keinen eigenen, alles überdeckenden Sound und diese Elac FS 407 ebenso wenig.

Man wechselt die Musik, das Genre, hört was mit viel Bass, mit wenig Bass, etwas schnelles, etwas liebliches, etwas klassisches, etwas modernes, etwas rockiges, etwas akustisches, etwas synthetisches … und die Anlage marschiert in jede Richtung, in die man sie schickt.
Leise hören? Wunderbar! Laut hören? Klasse!
Nun gut – die Marke Creek gehört seit rund 20 Jahren zu unserem festen Programm. Für uns nichts neues also – aber dass die Elac das alles so gut mitmachen, das freut mich doch gewaltig.

Wieder vereint?

Irgendwie erschleicht mich gerade das Gefühl, damals nicht unbedingt die schlaueste Entscheidung getroffen zu haben, als ich mich von Elac getrennt habe.
Ich frage mich, wie die Elac FS 407 wohl mit dem Auralic Polaris harmonieren wird, der im November vorgestellt werden soll. Ein Vollverstärker, der den Altair integriert hat – eine „eierlegende Wollmilchsau“ sozusagen. Also wenn das funktioniert, dann hat man für unter 8.000,- Euro eine hochmoderne High-End-Anlage, die es einem schwer machen wird, dazu eine Alternative zu finden.
Man sagt immer, alles wird teurer.
Ich glaube, ich hoffe – nein, ich bin mir sicher – diese Kombi wird nicht nur verdammt gut aussehen – die setzt einen der berühmten und so heiß begehrten Meilensteine!

Also – ich weiß tatsächlich nicht, wie so ein “Sex mit der Ex” normalerweise empfunden wird, denn ich bin seit 46 Jahren glücklich mit meiner Frau Marianne zusammen – ohne Pause – aber wenn das Gefühl danach so ist wie hier zwischen mir und Elac – dann kann ich ihn durchaus empfehlen!  😉

Auralic Vergleichstest

Auralic ltd. Logo

Auralic Vergleichstest

Auralic Vergleichstest

Auralic Aries Mini – geht es überhaupt noch besser?

Wer zum ersten mal in seinem Leben einen AURALIC Aries Mini an seine Anlage anschließt, der hat ein paar Tage etwas zum Nachdenken – so viel ist sicher.
Im Vergleich zum gewohnten CD-Player wird dieses Erlebnis oft wie das Eintreten in eine neue Klangwelt empfunden. Man geht durch eine Tür und will nie wieder zurück in den alten Raum.
Schnell entsteht die Frage, ob das, was man da gerade hört, überhaupt noch klanglich zu überbieten ist und man wäre glatt bereit, sich darauf festzulegen, dass das unmöglich sein muss.

Auralic Aries Mini mit Ultra-Low-Noise-Netzteil – geht das immer noch besser?

Doch wie trügerisch dieser Eindruck ist, zeigt uns schon das Anschließen des externen Linear-Netzteils von Auralic. Das Klangbild wird geordnet und stabilisiert. Was im rückblickenden Vergleich jetzt ein wenig „anstrengend“ wirkte, überzeugt plötzlich mit einer souveränen Ruhe.
Hat man vorher gar nicht bemerkt, fällt jetzt aber auf.
Und wieder sitzen wir da und wieder stellen wir uns die Frage, ob das denn nun „das Ende der Fahnenstange“ sein könnte.

Auralic Aries Mini mit Ultra-Low-Noise-Netzteil und Super-Stromkabel – ist das jetzt “das Ende der Fahnenstange”?

Bis wir das mitgelieferte Standard-Netzkabel durch ein hochwertiges Kabel austauschen und plötzlich feststellen, dass dieses Stromkabel für einen größeren Zugewinn sorgen kann, als das Netzteil selber.
Nun gut – mittlerweile haben wir auch den Kaufpreis von knapp 500,- Euro für den Auralic Aries Mini mit dem Ultra-Low-Noise-Netzteil für knapp 300,- und einem Stromkabel für rund 200,- Euro (hier ein Furutech FP-314ag) mal eben verdoppelt.

Aber es hat sich mehr als gelohnt und man wäre ja jetzt auch rundherum zufrieden, gäbe es da nicht den Auralic-Katalog, in dem der Hersteller Geräte anbietet, die noch viel mehr kosten als so ein Aries Mini.

Wozu mit dem Altair noch teurere Geräte anbieten?

Neuerdings gibt es da auch einen „Altair“ genannten „großen Bruder“ vom Aries Mini. Der kostet knappe 2.000,- €, hat das bessere Netzteil schon gleich eingebaut; wird aber leider ebenfalls nur mit einem Standard-Netzkabel geliefert.

Heißt hier doppelter Preis auch doppelte Klangqualität?

Um es kurz zu machen:  Der Sprung in der Klangqualität ist weder mathematisch noch sinnbildlich  zu erfassen oder zu beschreiben, auch wenn wir versuchen, noch so passende Begriffe zu erfinden.

Der Fußballer kennt diesen kleinen aber alles entscheidenden Unterschied zwischen „drin“ und „beinahe drin“.
Beinahe drin ist daneben – basta! Und knapp daneben ist genau so daneben wie ganz weit daneben.
Das Tor zählt nicht – tschüß Pokal!
Wenn Sie wissen wollen, wie sich die Mannschaft “mit dem Pott“ in der Hand fühlt, dann probieren Sie den Altair aus!

Wieder in der Welt der Musikwiedergabe angekommen, behaupte ich, der Altair kann zaubern.
Mit einer absoluten Leichtigkeit vollbringt er das Kunststück, gleichzeitig einerseits explosiv, dynamisch, präzise, analytisch, feinzeichnend, schnell und akkurat zu sein und andererseits den Hörer mit seiner Wärme, seinem Schmelz, seinem Volumen und seiner Klang-Schönheit fast zu hypnotisieren.

Sich davon zu lösen, diesem Klangbild also gleichgültig – emotionslos – gegenüber zu stehen – das wird wohl den allerwenigsten gelingen. Zumindest dann nicht, wenn man den Altair wie ich mit einem der besten Stromkabel des Marktes betreibt, also mit einem Power One von Progressive Audio.

Um es an dieser Stelle mal ausnahmsweise kurz zu machen:  Das Klangbild des Altairs ist für mich etwas Besonderes. Ich merke, dass ich „meinen Altair“ gar nicht mehr hergeben möchte. Ich merke, dass ich nach einer Möglichkeit suche, zu verhindern, dass zukünftige Software-Updates etwas klanglich  „durcheinander“ bringen könnten. Ich merke – dass ich am liebsten einen Zaun um dieses Gerät ziehen würde. Dieses Teil verkaufen? Niemals!
Der Klang muss für mich nicht mehr noch besser werden und schon lange nicht anders. Er muss genau so bleiben wie er beim Altair ist!!!!

Der Altair – nur das Sprungbrett zur Eliteklasse?

Aber bleibt das auch noch so, auch wenn ich meinen Geldbeutel noch weiter öffne und mir mal die „Geräte für Erwachsene“ von AURALIC schnappe?
Was passiert, wenn ich den Aries Femto für rund 1.700,- Euro und den Vega für etwa 3.300,- Euro mit einem adäquaten Digitalkabel verbinde und beiden (!) so ein edles Progressive Audio Netzkabel gönne?
Fliegt mir dann etwa „das Blech weg“ und macht mich das Ergebnis sprachlos?

„Nu mal langsam mit die jungen Pferde!“

Die Antwort darauf ist dann doch etwas komplizierter und für mich eher überraschend.
Beginnen wir mit der Frage, wie wir die beiden Komponenten denn miteinander verbinden wollen.

Viele Wege führen nach Rom?

Es bieten sich an:    USB – COAX – Toslink – und AES
Wählen wir zu jeder Verbindungsart 3 unterschiedliche Test-Kabel, kommen wir bereits auf 12 verschiedene Möglichkeiten.
Bei den USB- und den optischen Kabeln ist der Markt noch nicht ganz so unüberschaubar wie bei den Vertretern mit RCA- oder XLR-Steckern, aber wer will, kann die Anzahl der Testgestellungen hier trotzdem locker einmal verzehnfachen.

Doch reagiert diese Kombi überhaupt auf die unterschiedlichen Verbindungsarten und dann auch noch auf unterschiedliche Kabel?
Die Antwort lautet klipp und klar:  „Und wie!“.

Ob ich den kompletten Hochtonbereich „niederknüppeln“ will oder ob ich die Schärfe der Kombi so übertreiben will, dass man den Hörraum nur noch in einem Schutzanzug eines Kettensägenherstellers betreten darf, mit dem passend ausgesuchten Kabel gebe ich dieser Kombi deutlich mehr als nur den letzten Feinschliff. (sorry – ich musste das einfach so schreiben)
Doch sehen wir einmal von den klanglichen Entgleisungen einiger Kabelhersteller ab, kommen wir schnell zu der Erkenntnis, dass die Auralic-Kombi es einem nicht übel nimmt, wenn man sich einfach für irgendeine Verbindungsart entscheidet. Es ist mir jedenfalls mit den von mir eingesetzten Kabeln nicht gelungen, eine Anschlussvariante heraus zu hören, die den anderen überlegen gewesen wäre.
Viele Techniker bevorzugen aus theoretisch begründbaren Motiven heraus die USB-Verbindung, aber in meinen Tests haben sich die anderen Verbindungsarten keineswegs schlechter geschlagen.
Der Besitzer dieser Kombi ist also gut beraten, aus dieser Kabelfrage keine Wissenschaft zu machen. Solange er sich vor den extremen Ausrutschern hütet, kann er sich auf der sicheren Seite fühlen.

Wer es aber liebt zu experimentieren, der sollte daran denken, dass das Experimentierfeld ja bei den Kabeln noch lange nicht endet. Der Markt hält etliche Zusatzgeräte parat, die sich um die Taktung, Clock, Jitter und noch viel mehr kümmern und zwischen Femto und Vega eingeschleust werden können. Dafür brauchen wir dann natürlich ein Kabel für die Verbindung Femto-Zusatzgerät und ein zweites für die Verbindung Zusatzgerät-Vega. Natürlich bieten die meisten Zusatzgeräte dann auch noch alle vier Anschlussarten an und jetzt überlasse ich es Ihnen, sich auszurechnen, auf wie viele Testgestellungen Sie mit Ihrem Geräte- und Ihrem Kabelpark insgesamt kommen.

Kann man diese so „schreckliche anmutende Aufgabe“ vermeiden?
Ja – kann man getrost.

Wir hatten ein paar Kabel zum Testen da, die zum Teil „selbstgebastelt“ waren, zum Teil aber auch auf ganz bestimmte Sounds getrimmt waren. Jeder dieser Versuche führte zu deutlichen Klangverschlechterungen.
Griffen wir einfach zu einem beliebigen USB-Kabel vom PC, einem optischen Kabel für 10,- Euro oder einem der Digitalkabel, die wir ständig im Programm haben, ließen sich die Klangunterschiede in engen Grenzen halten.

Und wie ist nun die Kombi aus Aries Femto und Vega?

Alles in allem, hat man mit der Femto-Vega-Kombi eine Zusammenstellung vor sich, die mit ihrem akkuraten Klangbild überzeugend aufzutreten weiß.
Also lasse ich jetzt mal die Kombi aus Femto und Vega gegen den Altair antreten.

Nehmen wir dazu folgendes Musikbeispiel:
Dean Martin – „Smile“ vom Album „Dream with Dean“ (übrigens ein Song von Charlie Chaplin)

Wieso nehme ich ausgerechnet dieses Beispiel? Ganz einfach: Weil es so wunderbar polarisiert.

Dean Martin kennt meine Generation aus den Filmen mit Jerry Lewis und der Name Jerry Lewis allein dürfte bei vielen schon einen Würgreiz auslösen, denn auch er polarisiert extrem.
Dean Martin ist für viele von uns denn auch nichts anderes als eine “Witzfigur” – ein singender Komödiant.
Alkohol- und medikamentensüchtig – und wenn er Musik gemacht hat, dann waren es Schnulzen, die das Ziel hatten, die Damenwelt zu umgarnen, damit sie seine Alben kauften.
Es war nicht seine Stimme, die darüber entschied, ob man ihn mochte oder nicht, es war das „Paket“, ohne dass es diese Stimme von Dean Martin eben nicht gab.
Und jetzt streame ich diesen Song über den Altair – was geschieht?

Dean Martin – was für eine Stimme!

Ich sitze zunächst ein wenig angespannt vor meiner Anlage. Merke aber nach ein paar Tönen, wie ich mich lockere. Ich höre diese sonore Stimme, die auf mich plötzlich eine ähnliche Wirkung auszuüben scheint, wie die Stimme einer Mutter auf ihr Kleinkind, das sie beruhigen will.
Ich erlebe, wie Dean Martin Töne mit unterschiedlichem Charakter zu einer ganzheitlichen Melodie kunstvoll aneinanderreiht; jeder Ton passt dabei exakt zu jedem Wort und ich bemerke, dass ich wie ein Wiederkäuer auf dem Sofa sitze, weil ich gar nicht anders kann, als mit meinem Mund seine Art zu singen nach zu äffen. Er singt nicht “clouds” und es klingt wie “cloutz” – er singt “clau” dann ein nur angedeutetes, ganz zartes “d” und sofort folgt das “s” – kein ß – sondern ein S wie wenn wir eine Stubenfliege nachmachen.
Es besteht kein Zweifel. Was auch immer ich in meinem Leben von Dean Martin gehalten habe, ich bin gerade dabei, mich in seine Stimme, seine Ausstrahlung und seine Art zu artikulieren zu verlieben.
Ich habe gar nicht gewusst, wie toll so ein Dean Martin singen kann.
Und ich kann gar nicht anders: Ich höre das Album fast komplett durch.

Wie klingt Dean Martin über die Kombi Femto – Vega?

Und jetzt kommen wir zu der Frage:  Was macht denn unsere Femto-Vega-Kombi daraus?
Ich starte wieder den Song “Smile”.

Nanu!?  Was ist passiert?
Irgendwie ist das jetzt nicht „besser“ geworden, oder?

Dean Martin steht weiter weg von mir. Ich höre nicht mehr nur „den Kopf“, seinen Mund, ich bekomme ein Bild von einem singenden Mann präsentiert, der auf einmal in „Lebensgröße“ (1,79 m) vor mir steht.

Mir gehen so Begriffe wie “entglorifiziert” durch den Kopf, denn das Schmeichelnde ist verschwunden. Vor mir steht ein singender Mann mit einer tollen Stimme – aber er begeistert mich nicht.
Der Bass, die E-Gitarre – alle Töne, die mit dem Altair den Raum mit Schwingungen gefüllt haben, stehen jetzt präzise ortbar an ihren zugeteilten Plätzen. „Das Schöne“ aber ist irgendwie weg.
Ich musste andere Aufnahmen auflegen und meine Feststellungen bestätigten sich.

Die Kombination aus Femto und Vega ist in der Lage, die Aufnahmesituation und damit den Aufnahmeraum und jedes einzelne Instrument darin klar umrissen abzubilden und zu positionieren.
Präsentiert mir der Altair den singenden Mund von Dean Martin, präsentiert mir die Kombi seine komplette Statur – bis hin zu den Füßen.

Was soll ich mit Dean Martins Füßen?

Entschuldigung – mit dieser polemischen Frage ergreife ich Partei – das sollte ich an dieser Stelle nicht tun.
Schon deshalb nicht, weil Femto und Vega eine ganze Klangklasse höher anzusiedeln sind als der Altair – irgendwie.
Und doch möchte ich im Moment nicht tauschen.

Das „Richtigere“ zieht mich hier gerade nicht an – ich flirte da lieber weiter mit dem Altair.
Bei klassischer Musik „erklärt“ mir die Kombi, an welcher Stelle im Orchester welche Instrumente sind, der Altair zieht mich in die Musik hinein.
Hardrock ist eh nicht so mein Fall – die Kombi zeigt mir, wieso. Der Altair versucht, zwischen mir und dieser Musik eine Brücke zu bauen.„Der Altair spielt einfach viel schöner!“ höre ich mich sagen, obwohl ich allein im Zimmer bin.
Aber ist es die Aufgabe eines Streamers, schön zu spielen?
Kommt nicht die Kombi deutlich stärker ihrer Aufgabe nach als der Altair?

Wer macht das?  Femto oder Vega?

Ich versuche herauszufinden, ob sich meine Feststellungen einem der beiden Geräte aus der Kombi zuschreiben lassen und schließe zunächst den Femto an den Wandlereingang des Altair an und danach im zweiten Testdurchgang den DAC-Ausgang des Altairs an den Vega.
Was dadurch geschieht, ist die Bestätigung meiner Logik.
Beide Varianten führen dazu, dass das Klangbild des Altairs einen Tacken an Schönheit verliert, dafür aber akkurater wird.

Ob man den Femto zum Streamen und den Altair zum Wandeln benutzt, oder mit dem Altair streamt und dem Vega die Aufgabe des Wandelns überlässt, führt fast zu exakt gleichen Ergebnissen.

Beide Kombinationen tun dem Altair gut – aber wie sieht nun das alles-entscheidende „Zielfoto“ aus?

Wer geht hier als “Sieger” hervor?

Für mich persönlich lautet die Antwort darauf eindeutig:  Der Altair !!

Er gibt mir in keiner Sekunde das Gefühl, nicht akkurat oder präzise genug zu arbeiten. Seine Dynamik ist immer wieder fast schon als „explosiv“ zu bezeichnen, doch baut er auch eine faszinierende emotionale Brücke zwischen mir, der Musik und den Musikern auf.

Das ist süchtig machend und davon komme ich wohl so schnell nicht wieder los.

Empfehlungen?

Wer für seinen vorhandenen DAC einen perfekt abbildenden Streamer sucht, der sollte den Auralic Aries Femto in seiner Test-Range nicht vergessen – er unterschlägt nicht das kleinste Detail und bildet sowohl kleine Besetzungen als auch große Orchester mühelos naturgetreu ab.

Wer seinen digitalen Quellgeräten einen „ganz großen Wandler“ an die Hand geben will, der wird auch an einem Vega-Test nicht vorbei kommen können, denn klangliche Unzulänglichkeiten sind ihm ebenso fremd wie der Versuch, sich durch einen auffallenden Sound ins Ohr zu schmeicheln, der sich immer über alles legt.

Wer jedoch im Moment darüber nachdenkt, ob er sich „nur den Altair“ oder gar die Kombi zulegen soll, der muss wissen, dass er sich mit Femto und Vega zwei Diven ins Haus holt, die es einem nicht verzeihen, wenn sie nicht eine „Kette ihres Standes“ als Mitspieler erhalten.

Und wie reize ich die Kombi aus Femto und Vega aus?

Um dieser Kombi zu der bereits von Anfang an überzeugenden „Richtigkeit“ in der Darstellung auch noch die Emotionen des Altairs hinzuzufügen, musste ich richtig tief in die Trickkiste (und die Tasche) greifen.
Erst als ich die Stromkabel noch einmal gegen die MK II-Versionen von Progressive Audio gewechselt und alle Verbindungen durch die Monteverdi-Serie aus gleichem Hause ersetzt hatte, war der Weg frei und ich hatte den Eindruck, als würde sich die Kombi „endlich wohl fühlen“.
Welchen Gesichtspunkt man auch immer betrachten wollte, nun stimmte einfach alles und selbst der emotionale Teil stellte den Altair nun endlich in den Schatten.
Mittlerweile waren wir aber natürlich auch bei einem Gesamtpreis von über 10.000,- Euro angekommen.

Fazit:

Wer alles, was in China produziert wird, immer noch mit den Wegwerfartikeln gleichsetzt, die wir von dort gewohnt sind, der wird wohl bald umdenken müssen.
Mit Auralic sehen wir eine noch recht junge Firma wachsen, die den Nerv der Zeit erkannt und das nötige Wissen dazu hat, die heute benötigten Geräte zu entwickeln und zu liefern.
Mit der aktuellen Angebotspalette deckt man vom gehobenen Konsumbereich bis hin zum Luxus-High-End-Artikel den gesamten Marktbedarf ab und gehört zudem in jedem Preisbereich mit zu den klanglichen Vorreitern.

Der Mini ist dabei das erstaunlichste Gerät.
Denn wer ihn einfach mal gegen seinen heutigen CD-Spieler antreten lässt, der versteht die Welt nicht mehr.

Der Altair ist eine Woche nach seinem Erscheinungstermin schon „Everybodys Darling“.
Beherrscht er doch die Kunst, unterschiedliche Prioritätensetzungen zu vereinen und beide Lager glücklich zu machen. Und das auf einem Klang-Niveau, mit dem man nicht nur aus preislichen Gründen zufrieden sein muss, sondern mit dem man vom Preis losgelöst auch extrem gut zufrieden sein kann.

Erst wenn man auch zu deutlich höheren Preisen keine Berührungsängste hegt, sorgt die Kombination aus Femto und Vega noch einmal für einen klanglichen Abstand.
Um aber wie der Altair beide Klang-Lager zufrieden stellen zu können, bedarf es einer extrem fein abgestimmten Verkabelung.
Dann allerdings dürfte man damit den derzeitigen Streaming-Olymp bestiegen haben.

Den Mini in beiden Farben haben wir eigentlich immer lagermäßig vorhanden und auch ein persönliches Abholen ist nach Absprache kurzfristig möglich.
Da einige unserer Kunden vom Mini auf den Altair wechseln, haben wir derzeit auch einige Gebrauchtgeräte günstig im Angebot. Einfach mal anrufen.

Den Altair haben wir in der Vorführung und auch bereits mit schwarzem Gehäuse ausgeliefert. Mit silberfarbenem Gehäuse ist er für Ende September angekündigt. Wer aus der ersten Lieferung einen ergattern will, sollte rechtzeitig vorbestellen.

Auch den Femto haben wir in der Vorführung. Er ist genau wie der Vega kurzfristig lieferbar.

Wenn Ihnen der Artikel gefallen hat, würden wir uns sehr darüber freuen, wenn Sie “Ihren Lieblings-Auralic” bei uns ordern würden.
Am besten ist, sie rufen uns vor Ihrer Bestellung kurz an. Manchmal laufen bei uns Gutscheinaktionen und die wollen Sie sich doch nicht entgehen lassen, oder?

Auralic Altair

Auralic Altair

Auralic Altair

Auralic Altair

 

Ein “Blitzbericht” – drei Stunden, nachdem wir diesen Ausnahme-Streamer kennenlernen durften:
(weitere Berichte werden sicherlich folgen)

Der AURALIC Altair ist angekommen!
„Jetzt hat die Seele endlich Ruhe!“

Heute ist endlich der Altair angekommen!
Anschließen – warm werden lassen und ein paar Kunden anrufen, die um die Ecke wohnen und auch schon seit Monaten auf diesen Moment warten.

Bis sie eintrudeln, höre ich ihn mir schon mal kurz an, um heraus zu finden, ob auch dieser Auralic auf das Auswechseln des Stromkabels reagiert. Das Netzteil ist ja integriert und da bleibt zum „Spielen“ nur das Stromkabel.
Und nach wenigen Sekunden steht fest: Für den folgenden Test brauchen wir das beste Stromkabel, was ich auftreiben kann. Logischerweise werde ich da beim Progressive Audio mit den 50-er Furutechs ganz schnell fündig.

Ein Kunde nach dem anderen trifft ein und der Platz auf meiner Couch ist hart umkämpft.
Den folgenden Dialog gebe ich einfach mal so ungefiltert weiter, denn er benötigt wohl keinerlei Kommentare:

„Ist das ne Röhre? Wie weich spielt der denn!? Hört mal die Saiten!“ (Nils Lofgren, Keith don`t go)
„Weich? Was hörst Du denn? Hört doch mal den Unterschied zwischen den einzelnen Fingern, mit denen Nils spielt! Eine Röhre, die das soo deutlich macht, die muss wohl erst noch erfunden werden!“
„Aber hör Dir das doch mal an! Die einen Saiten klingen klar nach Stahl und andere nach Nylon. Der hat doch nicht unterschiedliche Saiten drauf, oder?“
„Nee – der spielt nur manche mit den Fingern und andere mit dem Daumen – daher kommt das!“
„Aber ich bleibe dabei – gerade diese Scheibe klingt in 99% aller Fälle ätzend kalt, hart, viel zu hell, zu dünn und einfach nur nervig. Hier ist das ja auf einmal wie zu Weihnachten, fehlen nur noch die goldenen Christbaumkugeln. Das ist einfach nur wunderschön und gemütlich!“
„Gemütlich? Wo hörst Du denn hin? Das ist doch so dynamisch, wie ich den Song in meinem ganzen Leben noch nicht gehört hab. Hör doch mal mit welcher Power der eine oder andere Ton kommt, während andere Töne fast lautlos zu sein scheinen! Und hört doch mal auf diesen riesigen Raum! Wie willst Du denn mit einem gemütlich spielenden System einen solchen Raum derart klar umrissen abbilden, wie Du ihn hier hörst!“
„Ja, sicher, der Raum ist einfach nur geil, aber ich bleib dabei, manche Töne von diesem Stück habe ich noch nie so voller Körper gehört. Spiel doch mal was anderes.“
Ich wechsle zu Patricia Barber – Summertime und es herrscht minutenlange Stille. Dann:
„Wie schwingt denn der Bass? Das gibts doch gar nicht. Ich hab ja das Gefühl, die Luft vor den Saiten würde zu mir herüberschwingen! Aber nicht aus den Lautsprechern – sondern von genau dort aus der Mitte, da, wo der Bass steht. Mach doch mal My Girl!“.
„Ja, gibt es denn so was? Habt Ihr dieses Gööörl schon mal so gehört? Die Barber singt nicht einfach nur Göörl – die singt irgendwie Gö-ö-örl – der Mund bewegt sich bei diesem einen Ton und der Ton verändert sich dadurch. Er bekommt ein anderes Volumen, einen anderen Ausdruck. Bisher hab ich immer nur Göörl gehört – ein (!) Ton – ein (!) Ausdruck – ein (!) Volumen – eine (!) Klangfarbe – und jetzt?!! Die Barber macht ja aus dem einen Ton ein ganzes Lied!!!“
„Aber was mich wundert ist, wie viel Fleisch in jedem Ton steckt! Wie viel Körper, wie viel Mensch!!! Ich kenne analytische Ketten, die die Informationen irgendwie auch fast so spielerisch aufbauen, aber auf Kosten des Volumens!! Hier geht nicht der Hauch einer Information verloren, hier kann man die Lippen von der Barber berühren – denn man sieht sie ja fast! Aber es sind eben nicht nur die Lippen, es ist eine echte Frau dahinter!“

Dialog ende. Nicht tatsächlich, denn das ging noch fast zwei Stunden so weiter. Aber inhaltlich schon, denn die Aussagen wiederholten sich sozusagen in einer Schleife.

Ich hab dieses Teil jetzt gerade einmal seit etwa 3 Stunden in Betrieb und sollte Profi genug sein, um mich erst einmal zurück zu halten.
Doch ich schaffe es nicht.
Dieses Teil zwingt mich einfach zu folgenden Aussagen:

Hören Sie gerne auch die allerfeinste Information? Den Raum, die Größe und die Umrisse eines Instrumentes? Den Standort? Wollen Sie mitbekommen, wenn der Musiker seine Position verändert, wenn er sich ein wenig dreht? Wollen Sie unbedingt hören, mit welchem Finger der Gitarrist die Saiten anschlägt? Wollen Sie das Zischen der Luft hören, wenn ein Saxophon gespielt wird? Wollen Sie hören, wie eine Saite förmlich explodieren kann – wie ein Geschoss?
Stehen Sie also auf Präzision, Analytik, Dynamik, Schnelligkeit und Lebendigkeit?
Herzlichen Glückwunsch!
Sie haben den richtigen Streamer samt Wandler gefunden!!

Hören Sie viel lieber warme, fast gemütliche Töne? Körperhafte Klänge? Wollen Sie die Größe und die Holzart eines Konzertflügels erahnen können? Hören können, wie hoch die Snare des Schlagzeugers ist und seinem virtuellen Spiel folgen, wenn er vom Schlägel auf Strohbüschel wechselt wie bei Kari Bremnes Band?
… wenn er Wasser auf das Fell der Stand-Tom gibt? Wollen Sie diese hölzernen Geräusche von den Pedalen auf Keith Jarrets Köln Konzert so sonor hören, wie sie klingen würden, wenn Sie vor diesem Instrument stehen dürften? Wollen Sie die Übergänge von einem Ton zum Hauchen und danach zum Atmen so hören, als würde der Sänger direkt vor Ihnen stehen? Möchten Sie die unterschiedlichen Körper zwischen Sängerinnen dargeboten bekommen, auch wenn es sich nicht im Vergleich um Suzanne Vega und Mercedes Sosa handelt?
Kurz – lieben Sie die Wärme und die Harmonie in der Musik? Das was Sie dazu bringt, stundenlang Musik hören zu können, ohne sich dabei anstrengen zu müssen? Musik, die Ihnen das Gefühl gibt, in einer warmen Badewanne zu liegen und Ihren Gedanken nachgehen zu können, um sich einfach nur einmal auszuruhen?
Herzlichen Glückwunsch!
Auch Sie haben den richtigen Streamer samt Wandler gefunden!!

Bleibt nur die Frage: Geht das noch besser?
Und ich bin mir sicher, wer sein Geld mit der Schubkarre zu seinem Händler fährt, der wird möglicherweise an irgendeiner Stelle noch ein Schüppchen drauflegen können.
Ohne an anderer Stelle wieder auf etwas verzichten zu müssen?
Das wird wohl eher schwer werden!

Doch es geht hier überhaupt nicht um die Frage, ob das jetzt noch besser geht.
Schon der Auralic Mini, aufgerüstet mit dem externen Netzteil und einem guten Stromkabel, wird in den allermeisten Ketten zu Recht darauf hinweisen dürfen, dass man bitteschön doch erst einmal die anderen Komponenten anpassen sollte, denn um den Mini zum „schwächsten Glied“ in der Kette benennen zu dürfen, muss man schon echte „Kaliber“ an Lautsprechern und Verstärkern auffahren.
„Einem reichen“ – wird also auch der Mini schon in den allermeisten Fällen.
Der Altair jedoch wird seinen Platz in den allerbesten High-End-Ketten suchen und finden.
Vor allem wird er dort Einzug halten, wo man eben nicht bereit ist, nur für ein wenig Chrom, fette Gehäuse und image-trächtige Logos Unsummen zu bezahlen; jedenfalls nicht, wenn sie dem Altair doch klanglich nicht das Wasser reichen können.
Sicher tut sich hier die Frage auf, ob nicht ein Aries Femto an einem Vega aus eigenem Hause den Altair in die Schranken verweisen kann. Doch angesichts des erforderlichen Zubehörs (Kabel) sprechen wir hier über einen Preisaufschlag von mindestens 3.000,- Euro.
Für einen echten High-Ender ganz bestimmt keine unüberwindbare Hürde, aber um meine Kunden dahin zu beraten, fehlt mir einfach die Vergangenheit in einem reichen Elternhaus.
Als Sohn eines Bergmannes habe ich es mit seiner Unterstützung und seinem Antrieb – wie man so sagt – „weit gebracht“ – und der Altair zeigt mir eines deutlich: Mit ihm habe ich es auf jeden Fall weit genug gebracht. Weit genug, um zufrieden zu sein. Nicht zufrieden sein zu müssen, sondern zufrieden sein zu können.
Und wenn Sie mich am Ende dieses „Blitzberichtes“ nach einer Zusammenfassung zur Altair-Beschreibung fragen, kann ich nur sagen: Er macht zutiefst zufrieden; beendet die Suche nach mehr und besser und schenkt “innere Ruhe”.
Ich hatte viel erhofft und auch einiges erwartet, aber was hier heute vor mir steht, übertrifft das alles.

 

 

Progressive Audio A901

Progressive Audio Messe 2016-3

Progressive Audio A901

Progressive Audio A901

Auf den Namen Progressive Audio A901 taufte Ralf Koenen jetzt seinen neuen Vollverstärker, der auf der High-End in München seine Premiere feiern durfte.

Progressive Audio A901 auf der High-End

Progressive Audio A901 auf der High-End

Was steckt nun aber hinter dem Progressive Audio A901?  Etwa ein völlig neues Konzept, ein Gerät, was sich von seinem Vorgänger vollends unterscheidet? Wohl kaum. Genau genommen handelt es sich beim A901 “lediglich” um eine etwas umfassendere Modifikation des A1.
Die Tatsache, das Progressive Audio diesem neuen Spross eine neue Modellbezeichnung verpasst hat, findet ihre Begründung darin, dass es nicht möglich, oder sagen wir mal nicht wirtschaftlich sein wird, aus einem A1 einen A901 machen zu lassen.

Progressive Audio A901 CD2

Progressive Audio A901 und CD2

Was ist beim Progressive Audio A901 genau so wie beim A1?
Geblieben sind die Eckpfeiler – denn natürlich handelt es sich beim A901 immer noch um einen reinen Class-A-Verstärker mit einer Leistung von etwa 100 Watt an 6 Ohm.
Die Besonderheit, die den A1 jetzt schon seit mehreren Jahren konstruktiv von allen anderen Verstärkern des Weltmarktes unterscheidet, finden wir auch im A901 wieder:  Die Siliciumcarbit-Transistoren.
Selbstverständlich macht sich Ralf Koenen diesen Vorsprung in der Entwicklung weiterhin zunutze und baut ihn im A901 mit neuen Eingangsstufen sogar noch weiter aus.
Die SiC-Technik ist nicht unumstritten. Wer sich im Netz auf die Suche nach mehr Informationen über diese SiC-Transistoren begibt, fühlt sich wie mittendrin in einem Kampf. Selbst die Meinung von Elektronik-Fachleuten geht da von “Unsinn” bis hin zu “sonst nicht erreichbar” und deckt auch alles dazwischen ab.
Ralf Koenen schmunzelt dann immer nur, ist er sich doch ganz sicher, dass vor allem die Entwickler die SiC-Technik verdammen, die sie einfach nicht beherrschen.
Die Frage, wieso ausgerechnet Progressive Audio der einzige sein soll, der etwas beherrscht, die habe ich mir schon lange abgewöhnt.
Wieso trennt sich die weltweit agierende Marke Furutech von der eigenen Gerätesicherung und kauft die von Ralf Koenen entwickelte ein? Wieso bestellen Hersteller, die wir als Konkurrenten zu Progressive Audio sehen würden, bei Ralf Koenen Übertrager ein? Wieso müssen sich Chassis-Hersteller von einem Ralf Koenen zeigen lassen, wie man die bestehenden Fehler beseitigt? Wieso muss sich ein etablierter Kabelhersteller von Koenen sagen lassen, welche Temperatur er beim Verlacken verwenden soll?

Ich frage nicht mehr – ich nehme es so hin wie es ist. Denn für mich zählt nur, wie es am Ende klingt.
Ein neues Netzteil wird im Progressive Audio A901 sitzen. Ein Schaltnetzteil. Das wird dem einen nichts sagen und andere werden nach dem Grund fragen. Die allermeisten wird es aber freuen, denn die Qualitäten solcher Schaltnetzteile sind hinlänglich bekannt.

Weitere Modifikationen finden dann eher ihre Begründung im internen Ablauf. So lässt sich ein A901 ökonomischer montieren als es noch beim A1 der Fall war. Das macht sich vor allem bei späteren Modifikationen bemerkbar, die durch den neuen Aufbau schneller, einfacher und günstiger durchzuführen sein sollen. Und genau hier liegt auch der Grund dafür, wieso ein A1 nicht aufrüstbar sein wird.
Bei einem Update würde nicht einmal das Gehäuse komplett übernommen werden können.

Das Design behält Ralf Koenen beim Progressive Audio A901 im Prinzip bei, schenkt ihm aber jetzt erstens eine 20 mm starke Acrylglas-Front, die ihm schon einen “mächtigen” Charakter verleiht und stattet ihn (Gott sei Dank!) mit Bedienknöpfen aus, die beim A1 völlig fehlten. Wer schon mal 150 km mit dem A1 zum Kunden gefahren ist, um dort festzustellen, dass er die Fernbedienung vergessen hat, der wird das zu schätzen wissen.
Aber auch jeder Eigener eines A901 wird es begrüßen, nicht für alles und jedes die Fernbedienung benutzen zu müssen. Mal ganz davon abgesehen, dass die Batterien, die in einer Progressive Audio Fernbedienung zwar jahrelang ihren Dienst verrichten, aber garantiert am Wochenende ihren Geist aufgeben, wenn alle Läden geschlossen sind.

Progressive Audio A901 gross

Progressive Audio A901 gross

Der Progressive Audio A901 Vollverstärker stellt im Endeffekt eine kluge, praxisbezogene Weiterentwicklung zum A1 dar. Hierdurch ist die Befürchtung, es könnten sich Kinderkrankheiten einstellen, unbegründet und wir haben selbstverständlich gleich zugelangt und uns einen A901 auf der Messe in München geordert. Von der ersten Juni-Woche an, wird er unser Wohnraumstudio zieren und dann werde ich diesen Bericht mit der Schilderung meiner ersten Klangeindrücke vervollständigen.

Bleibt im Moment nur eine wichtige Frage:  Was wird der neue A901 denn dann jetzt wohl kosten müssen?
Die Antwort darauf ist mehr als erfreulich:  Der Preis des Progressive Audio A901 wird sich zum Vorgänger hin nicht verändern.
“Für die verwendeten Bauteile und Gehäuseveränderungen müssten wir den Preis eigentlich anheben.”, meint Ralf Koenen und setzt fort: “Dadurch, dass wir aber bei der Produktionszeit deutliche Einsparungen erzielen konnten, gleicht sich das fast wieder aus und wir haben uns entschlossen, den Preis nicht anzuheben.”

Jetzt könnte man behaupten, dass es einem Käufer eines solchen Artikels “schnuppe” sei, ob er nun fast 11.000,- oder fast 12.000,- Euro zu bezahlen hat, aber uns freut es trotzdem.

Wenn auch Sie an diesem neuen Progressive Audio A901 Vollverstärker interessiert sind, dann setzen Sie sich bitte mit uns in Verbindung und vereinbaren Sie einen Hörtermin. Wir freuen uns auf Sie!

Link zur Herstellerbeschreibung Progressive Audio

Link zum Progressive Audio A901 im AUDIOSAUL-Online-HiFi-Shop

Streamer, Streamen, Streaming

Auralic Altair

Streamer, Streamen, Streaming

Streamer, Streamen, Streaming

Was hat das eigentlich mit diesem Streaming auf sich?

Begrifsserklärung

„Stream“ kommt aus dem Englischen und heißt übersetzt „Strom“ im Sinne von „River“, also einem großen „Fluss“.
Allerdings sagt man im Englischen nicht, „the stream streams“ und auch nicht „the stream is streaming“ sondern üblicher ist es zu sagen, „the stream flows“ und eben auch wieder nicht „the stream ist flowing“.
Ein „ing” hängt der Engländer nämlich gerne immer dann an ein Wort, wenn er ausdrücken will, dass jemand dabei aktiv werden muss.
So wird aus einem Walk dann „walking” und aus Sleep wird sleeping. Was jetzt wieder etwas seltsam ist, denn es stellt sich ja die Frage, ob man aktiv werden muss, um zu schlafen!?  🙂

Konstruiert man nun aus dem Substantiv „Stream“ das Verb „streaming“, dann meint man wohl damit, dass jemand aktiv dafür sorgt, dass etwas „strömt“.
Und damit passt „Streaming“ dann am Ende doch wieder genau zu dem, was dieses Wortgebilde andeuten soll.
Man sorgt beim Streamen dafür, dass eine digitale Musik- oder Videodatei von „A“ nach „B“ strömt, ohne dabei auf „A“ gelöscht oder auf „B“ gespeichert zu werden. Sie wird also nicht kopiert, nicht verschoben und nicht heruntergeladen, sondern lediglich gestreamt.
Das hat praktische, aber auch rechtliche Gründe.
Beim Streamen befinden sich die Musikstücke nämlich niemals komplett auf „B“, also in unserem System, sondern immer nur ein kleiner Teil von einem Song. Haben wir uns diesen kleinen Teil angehört, wird er wieder gelöscht und nach dem Anhören des kompletten Songs ist er auch wieder vollständig aus unserem System verschwunden. Wir haben die Musik oder das Video ja nicht „gekauft“ sondern durften sie einfach nur anhören oder den Film eben anschauen – mehr nicht.

Die Vorgeschichte, oder: Deshalb gibt es das Streaming überhaupt

Das digitale Musik-Medium, was uns seit gut 30 Jahren angeboten wird, ist die CD.
Wenn wir eine Musik-CD kaufen, befinden sich darauf die einzelnen Titel in Form von digitalen Dateien und die gehören nach dem Erwerb uns.
Um uns diese Musik anhören zu können, brauchen wir zwingend unsere CD und ein Abspielgerät. Wir nehmen deshalb unsere CD auch gerne mit ins Auto oder zu unseren Freunden und spielen sie dort ab. Keine CD = keine Musik.

Doch so komfortabel uns anfangs so eine CD im Vergleich zur Schallplatte auch erschien, irgendwann empfanden wir es als zu umständlich, dass wir unsere CDs erstens immer gut sortiert aufbewahren und zweitens jedes mal erst „suchen und auflegen“ müssen, wenn wir sie hören wollen.
Und deshalb fingen wir an, nach einer alternativen Lösung zu suchen.

Die Idee: Man müsste alle seine CDs auf den Computer überspielen!

Der erste Schritt, den einige von uns gegangen sind, war,  alle seine CDs zu „rippen“, also auf einen Computer zu überspielen.
Denn wer seine CDs gerippt hatte, konnte sie in einen Umzugskarton packen und als Reserve irgendwo aufbewahren – er brauchte sie jetzt nicht mehr. Alle Titel befanden sich ja nun „auf dem Computer“.
Nein, verkaufen durfte er sie nicht – denn dann hätte er die Titel auch wieder vom PC löschen müssen!

Am meisten hat an dieser Vorgehensweise genervt, dass wir uns um die Ordnung in unserem Computer selbst kümmern mussten und dabei schwierige Fragen zu lösen hatten.

  • Sortiere ich die Titel nach Interpreten oder lege ich einfach alle im gleichen Ordner ab?
  • Lasse ich die Titel so zusammen, wie sie auf dem Album waren?
  • Ordne ich sie nach Genre und wenn ja, wer bestimmt dann, welcher Titel wo hin gehört?
  • Rippe ich einen Titel, den ich auf 4 Alben habe auch 4 mal?

Wer sich Playlisten, also Abspiel-Listen machen wollte, der musste diese Titel noch einmal zusätzlich in einen Ordner kopieren. Wollte man eine bestimmte Abspiel-Reihenfolge einhalten, wurde es richtig kompliziert.
Wir mussten begreifen, dass es keine Ordnung geben konnte, wenn die Titel nicht die notwendigen Informationen hierfür selbst kannten und in sich trugen.

Jeder einzelne Titel musste getaggt werden

„Taggen“ war das Stichwort und bedeutete, dass man den Titeln mit speziellen Programmen alle nur erdenklichen Informationen hinzufügen konnte.
Interpret, Komponist, Dirigent, Mitwirkende, Album-Zugehörigkeit, Genre …
Eine gut getaggte Datei beinhaltet diese und viele weitere Informationen und diese können dann von speziellen Programmen ausgelesen und genutzt werden.
Bis alle unsere Titel „gut getaggte Dateien“ waren, hatten wir aber eine Menge Arbeit vor uns.

Zum Glück wurden schnell Programme entwickelt und Online-Datenbanken erstellt, die uns das Taggen erleichterten, wenn nicht sogar komplett abnahmen.
So richtig komfortabel wurde es dann mit Software wie z.B. iTunes. Sie stammt aus dem Hause Apple, läuft aber auch auf Windows-Rechnern.
Mit diesen Programmen geht das Taggen vollautomatisch und alles was wir tun müssen ist, unsere CD in das CD-ROM-Laufwerk zu schieben und auf „importieren“ zu klicken.
Wenn wir vorher das Import-Format von MP3 auf FLAC (microsoft) oder ALAC (Mac) umgestellt haben, stehen uns alle Titel in unserem PC  sogar in echter CD-Qualität zur Verfügung.
Und das Foto vom Album-Cover liefern uns diese Programme auch noch gleich mit.

Aber auch iTunes und all die ähnlichen Programme können ein anderes Problem nicht beseitigen:
Da sich die Dateien ja jetzt auf der Festplatte im Computer befinden, sind sie nicht mehr einfach über unsere HiFi-Anlage abzuspielen, denn wer hat schon seinen Computer an der HiFi-Anlage angeschlossen?
Jetzt mussten wir also eine Möglichkeit finden, die Titel vom Computer zur HiFi-Anlage zu bringen.

Eine mögliche Lösung: Externe Festplatten

Zwar ist eine externe Festplatte größer und schwerer als z.B. ein USB-Stick – aber dafür ist ja auch auf ihr viel mehr Platz für Musik! Und diese Festplatte kann ich nun vom Computer lösen, mit ins Wohnzimmer nehmen und –  dort an meine HiFi-Anlage anschließen?
Nun – wohl eher nicht, oder!?

Uns fehlte dazu ein Gerät, das in der Lage ist, die Musik, die auf der externen Festplatte liegt, zu lesen und sie unserer HiFi-Anlage zuzuleiten.

Aber bevor wir hierfür eine Lösung gefunden hatten, brauchten wir sie eigentlich auch schon wieder nicht mehr – denn diese Idee mit der externen Festplatte ist ja auch nur wieder mit ziemlichen Umständen verbunden, oder?

Wir suchten also nach einer Lösung, bei der alle benötigten Komponenten einfach immer dort angeschlossen bleiben können, wo sie angeschlossen sind.
Selbst dann, wenn der PC im Büro steht und die HiFi-Anlage logischerweise im Wohnzimmer aufgebaut ist.
Tja – und was braucht man für so etwas? Richtig:

Ein Heim-Netzwerk muss her!

Doch Moment mal – haben wir nicht schon längst alle so ein Heim-Netzwerk?
Hat uns unser Telefonanbieter nicht so eine „Box“ geliefert, an die man auch Netzwerkkabel anschließen kann und die manche Geräte sogar ohne Kabel verbindet? Mit unserem Smartphone und unserem Tablet surfen wir zum Beispiel – kabellos.
Und haben wir nicht auch unseren Receiver und unseren Fernseher an das Netz angeschlossen?
Weil die doch so „smart“ sind?
Unser Computer ist jedenfalls ganz bestimmt am Netz angeschlossen, denn sonst könnten wir mit ihm ja weder surfen noch mailen.
Und wenn wir jetzt die externe Festplatte am PC angeschlossen lassen, dann muss uns der PC nur noch erlauben, „von überall im Netz“ auf die Festplatte zuzugreifen und …
… ja und – er muss natürlich eingeschaltet sein, wenn wir Musik hören wollen.

Das ist ja jetzt auch wieder irgendwie doof, oder?

Hat die Box vom Telefonanbieter nicht einen Anschluss für eine Festplatte?

Nun, einige dieser Boxen (Router) verfügen tatsächlich über einen USB-Anschluss und eine entsprechende Software, so dass wir unsere externe Festplatte daran anschließen können, um sie im Netz verfügbar zu machen.
Leider funktioniert das in der Praxis nicht immer ganz zufriedenstellend. So ein System stellt keine Geschwindigkeitsrekorde auf und die externen Festplatten „legen sich gerne mal schlafen“, wenn sie eine Weile nicht gebraucht wurden und müssen dann erst wieder geweckt werden. Hierzu müssen sich der Router und die Festplatte „verstehen“, was nicht immer gewährleistet ist. Ein Router ist ja nun auch erst einmal ein Router und kein Gerät, was sich mit externen Festplatten verstehen muss. Dafür gibt es ja:

NAS – Network attached storages!

Ein NAS ist eine externe Festplatte mit eingebautem Computer.
Verrückt, oder?
Es gibt Computer, die Festplatten eingebaut haben und es gibt Festplatten, die Computer eingebaut haben?
Ja, genau so ist es!

Der Vorteil von so einem NAS ist logischerweise, dass wir selbst wenn alle Geräte im Netz ausgeschaltet sind, trotzdem Zugriff auf alle Dateien haben, die auf diesem NAS liegen.
Sein integrierter Computer hält die Verbindung zum Netz aufrecht.
Und der „schläft nie“!
Natürlich schaltet auch er die integrierten Festplatten ab, wenn sie eine Weile nicht benötigt worden sind, aber er selbst lauert ununterbrochen darauf, dass wieder jemand etwas anfordert und sorgt dafür, dass die Festplatten wieder zuverlässig starten.

An unserer Stereo-Anlage brauchen wir jetzt also nur noch ein Gerät, was über das Netz auf diesen NAS zugreifen kann. Findet er dort unsere gerippten CDs, dann streamt er sie zu unserer Stereoanlage und wir hören unsere CDs, obwohl die selber im Umzugskarton liegen.
Praktisch, oder?

Software- oder Hardware-Streamer?

Gegenfrage:  Welche Anforderungen an die Klangqualität stellen Sie?
Die einfachste Möglichkeit zu streamen, ist eine App auf dem Smartphone.
Diese Streaming-App holt sich die Musik von unserem NAS und spielt sie ab.

Die anspruchsvollere Lösung ist ein Hardware-Streamer, der an unsere HiFi-Anlage angeschlossen wird.
Das ist doch genau das, was wir haben wollen, oder?

Aber ist das Rippen der eigenen CDs nicht irgendwie „total bescheuert“?

Kann es sein, dass wir nur deshalb unsere CDs rippen, weil sich im Moment alles viel zu schnell entwickelt und wir gedanklich mit den heutigen Möglichkeiten überhaupt nicht mehr Schritt halten können?

Schauen wir uns doch einmal den uns allen gut bekannten Vertriebsweg für digital angebotene Musik an:
Im Tonstudio wird die Musik aufgenommen und dort entsteht am Ende ein „Original-Masterband“.
Arbeitet das Studio mit Analogtechnik, muss das analoge Masterband noch in ein digitales Masterband umgewandelt werden.
Arbeitet es mit Digitaltechnik, erhalten wir direkt unser digitales Masterband.

Statt diese hohe Qualität des digitalen Masterbandes zu nutzen und uns zu verkaufen, wird die Musik stattdessen komprimiert und konvertiert – mit bösen Worten: So lange „misshandelt“, bis sie klein genug ist, um mit verkaufbarer Spieldauer auf eine CD zu passen.

Wir …
kaufen dann diese „verkorkste“ CD und schleppen sie mit nach Hause.
Was könnten wir denn auch tun?
Außer uns der CD zu verweigern und bei der analogen Schallplatte zu bleiben?

Doch unser Thema heißt Streamen und deshalb tun wir nun folgendes:
Wir rippen diese CD, unabhängig von der Frage, für wie gut wir die Qualität auf der CD halten und speichern ihre Dateien auf einem NAS, um sie dann mit einem Streamer in unsere HiFi-Anlage zu streamen und uns die Musik anzuhören.

Wieso machen wir so einen Blödsinn?

Kommen wir immer noch nicht gegen unsere Urinstinkte an, die uns zum Jagen und Sammeln zwingen? Zählt selbst die Kopie einer digitalen Datei für uns nur dann, wenn wir sie in einem Laden gekauft und samt Plastikhülle mit nach Hause genommen haben?

Frage:  Und wieso holen wir uns die Musik nicht einfach aus dem Internet?

Mehr als ein Dutzend Musik-Portale buhlen mittlerweile um unsere Gunst und da sind die reinen Download-Portale noch nicht mitgerechnet.
So ein Musik-Portal müssen wir uns vorstellen wie ein NAS, nur viel viel größer und mit viel viel mehr Liedern.
Mit 30 Millionen Titeln geben die meisten Portale derzeit die Anzahl der vorgehaltenen Musik-Dateien an. Aber jeder kann sich denken, dass sich diese Zahl fortlaufend erhöht und schon bald bei einem Vielfachen liegen wird.

Als Platzhirschen muss man hier wohl Spotify nennen. Dieses Portal arbeitet ausschließlich mit MP3-Dateien, was sehr niedrige Ansprüche an die Netzbandbreite stellt und sogar unterwegs mit dem Handy sehr gut funktioniert.

Wie will man mit der eigenen CD-Sammlung gegen diese Zahl von 30 Millionen Titeln anstinken?
Wer nennt ein jeweils fast vollständiges Repertoire an indischer, pakistanischer, mexikanischer … Musik sein Eigen? Wer besitzt wirklich alle Alben von den Beatles, den Stones, den Hollies, der Callas, oder Herbert von Karajan?
Ganz bestimmt niemand.
Also womit will man gegen ein MP3-Musik-Portal anstinken?

Richtig! Mit der besseren Qualität der CD!?

Viele richteten also einen Workflow ein, der mit den Erkundungsreisen auf Spotify und Co. begann und dann im CD-Laden mit dem Kaufen bestimmter CDs endete.

Die nächste Entwicklungsstufe waren dann aber die Download-Portale. Hier gab und gibt es nichts zu streamen, hier kann man nur kaufen. Und billig sind die Alben dort in der Regel nicht.
Wieso also sollte ich ein Album kaufen und dann auf meine Festplatte laden?

Richtig! Wieder wegen der besseren Qualität!

Unter dem Namen High-Resolution-Audio schlich sich eine echte Revolution in unsere Wohnzimmer. Mit diesem Verfahren wird es uns nämlich ermöglicht, tatsächlich die Original-Qualität der Masterbänder zu erwerben und auf unsere Festplatten zu ziehen und uns nicht mehr mit der CD-Qualität zufrieden geben zu müssen.

Wer nun behauptet, das sei doch wieder alles nur Werbe-Geplapper und deshalb argwöhnt, man wolle uns doch nur wieder an der Nase herumführen, so wie mit der CD, der reagiert absolut verständlich und liegt in seiner Einschätzung von meiner persönlichen auch gar nicht so weit entfernt.
Allerdings kann man diesen Standpunkt nur so lange beibehalten, bis man – so wie ich – einen richtig guten Streamer hören durfte.

Wer jemandem erklären will, was an einer High-Res-Audio-Datei anders (besser) ist als an dem CD-Format, der verstrickt sich und verliert sich in Zahlen und Abkürzungen, die niemand mehr versteht.

Dass „24 Bit mit 192 kHz“ (Beispiel für eine High-Res-Audio-Datei) wohl besser sein müssen als „16 Bit mit 44,1 kHz“ (CD-Format), das mag man ja noch irgendwie erkennen können, so wie ein Fotoapparat mit 24 MP ja auch wohl besser auflösen wird als eine Knipse mit nur 6 MP.
Aber am Ende folgt es doch nur der knabenhaften Vorstellung, dass immer nur die Länge zählt, oder?

Und spätestens, wenn sich die Fachleute über die Vorteile von „DSD“ gegenüber „PCM“ unterhalten und dann noch jemand die Abkürzung „MQA“ in den Raum wirft, muss sich jeder, der nicht Nachrichtentechnik und IT studiert hat, fehl am Platze fühlen, weshalb ich es an dieser Stelle auch unterlassen werde, diese Abkürzungen zu erläutern. (Was mir zugegebenermaßen auch wirklich schwer fallen würde)

Lassen Sie mich stattdessen von einer dritten Variante der Musik-Portale berichten, die ich so interessant finde, dass sie aus mir einen richtigen Streaming-Freak gemacht hat.

Hinter den Namen Tidal und Qobuz verbergen sich High-End-Streaming-Portale! Beide liefern Musik in einer Qualität, die die Verantwortung für einen gescheiten Klang jetzt wieder an den Besitzer einer HiFi-Anlage abschiebt. Bis seine Anlage sich der Qualität von Tidal und Qobuz angepasst hat, wird wohl der Gegenwert eines Mittelklassewagens über die Theke gewandert sein. Aber selbst eine günstige Anlage lebt auf, wenn man mit einem guten Quellgerät (Streaming-Client) Akzente setzt.

Ob man sich für Tidal oder Qobuz entscheidet, ist reine Geschmacksache, wobei Qobuz derzeit noch einen echten Vorteil aufweisen kann:
Immer dann, wenn mir ein Album (oder sogar nur ein einzelner Titel!!) klanglich so gut gefällt, dass ich die maximale Klangqualität haben möchte, kaufe ich den Titel oder das Album, lade es in der höchsten Auflösung herunter und speichere die Dateien auf meinem NAS oder einer Festplatte.
Mit meinem Streamer bringe ich dann diese Qualität in meine HiFi-Anlage und kann mir sicher sein, dass es in der heutigen Digital-Technik nichts besseres gibt.
Unter dem Namen “Sublim” vertreibt Qobuz ein Account-Konzept, bei dem ich die Downloads zu einem verbilligten Preis angeboten bekomme, so dass viele Alben nicht einmal mehr 10,- € kosten. Und gleichzeitig nutze ich die Streaming-Angebote – bei allen gekauften Titeln in der besten Qualität! Sonst eben “nur” in 16 Bit, 44,1 Khz.

Genau das bezeichne ich als Revolution und sie findet in meinem Wohnzimmern statt!

Endlich macht eine gute Anlage wieder Spaß

Wer sich in den letzten Jahren so nach und nach von seinen Traum-Komponenten getrennt hat, weil ihm das Musikhören einfach keinen Spaß mehr gemacht hat, der könnte das jetzt möglicherweise bitter bereuen, wenn er zufällig mal irgendwo so einen Streamer hören kann.
High-End-Lautsprecher wurden entwickelt, um feinste Klangnuancen darstellen zu können.
Klangnuancen, die ihnen leider in den letzten drei Jahrzehnten auch die besten Verstärker der Welt gar nicht mehr haben zukommen lassen können, weil die CD sie gar nicht in sich trug. Klangnuancen, die beim Konvertieren und Komprimieren aus wirtschaftlichen Gründen einfach „weggerechnet“ wurden, weil es „Fachleute“ gab, die behaupteten, Menschen könnten das alles sowieso nicht hören.
Sicher waren das die Nachkommen von den Fachleuten, die bei Einführung der Eisenbahn behauptet haben, der Mensch sei für Geschwindigkeiten von mehr als 20 km/h nicht geschaffen und sein Körper würde während der Fahrt zerrissen werden.

Festzustellen und zu vermuten bleibt wohl, das für ernsthafte Musikliebhaber eine Zeit heran brechen wird, von der die Menschheit bislang nur träumen konnte. Er kann sich für 10,- Euro eine 1:1-Kopie des Masterbands kaufen – Wahnsinn!
Und die “zweite Wahl” wird das Streamen in CD-Qualität sein.
Das muss man sich mal überlegen!

Ist da nur Licht und gar kein Schatten?

Eine solche Aussage wäre schlicht gelogen.
Die Integration eines Streamers in die HiFi-Anlage stellt recht hohe Anforderungen an das technische Know-How des Besitzers. Er muss in der Lage sein, das Gerät im Netzwerk anzumelden. Er muss mit einem PC umgehen können und wissen, wie man sich an einem Portal anmeldet. Er braucht ein Tablet, um den Streamer komfortabel bedienen zu können. Er muss einen Netzwerkspeicher konfigurieren können …
… naja – oder er muss jemanden kennen, der das alles kann und weiß.

Hat die CD diese „Schläge“ wirklich verdient?

In meinem Bericht stelle ich die CD-Qualität so dar, als ginge es bei ihr um so etwas wir Gammelfleisch – was natürlich nicht korrekt ist.
Zwar will ich den Leser mit diesem Bericht dazu bringen, über seine zukünftige Verhaltensweise intensiv nachzudenken, aber jede Kritik an der CD-Qualität ist:
„Stöhnen auf hohem Niveau“!

Bereits die MP3-Qualität ist unter Berücksichtigung gewisser Aspekte in der Lage, Spaß zu machen. Und die CD-Qualität liegt deutlich über einer MP3-Datei. Ich besitze über 2.000 CDs und werde auch in naher Zukunft noch meine Komponenten mit CDs vorführen und die von meinen Kunden zur Hörprobe mitgebrachten CDs abspielen, ohne mich vor dem Ergebnis zu fürchten.

Und doch behaupte ich, dass sie ihren Rang als “bestes digitales Medium” bereits heute nicht mehr halten kann.
Noch ist das nicht bei allen angekommen und noch erscheint vielen das Handling eines Streamers als zu kompliziert, aber das wird sich schnell ändern.

Musik nur noch online zur Verfügung zu stellen, klammert den Handel aus der Vertriebskette aus, was die Marge für die Labels erhöht. Leidtragende werden die Betreiber von CD-Läden sein.
So – wie die vielen Videotheken aus unseren Stadtbildern verschwunden sind, werden auch viele dieser CD-Läden schließen müssen.

Mein Wunsch, dass die Nachfrage nach der Schallplatte wieder so groß wird, dass die CD-Händler nur wieder auf Analog umzuschwenken brauchen, wird mir wohl nicht erfüllt werden.

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Wer sich im www auf die Suche nach Antworten begibt, der findet sie in der Regel auch.
Meistens findet er mehr Antworten, als ihm lieb ist – vor allem dann, wenn sie sich auch noch widersprechen.
Eine dieser Fragen mit den sich widersprechenden Antworten lautet:

Klingt die Musik auf der internen Festplatte des Auralic Mini besser oder schlechter?

Ich habe deshalb einfach einen Selbst-Versuch mit einer kleinen SSD gestartet und muss sagen, dass ich so zufrieden mit dem Ergebnis war, dass ich mir eine größere SSD bestellt habe.
Die erste Frage hierbei lautet natürlich:  Wie groß sollte sie sein?

Und da sind wir bei einer Frage, die Sie wirklich nur selbst beantworten können.
Ich habe gestern 40 Alben auf meine neu eingebaute SSD geschoben und damit sind dann rund 25 GB belegt. Die meisten Alben wurden selbst gerippt, ein paar wenige stammen von einem Qobuz-Download im aiff-Format.
Ohne ein Rechenkünstler sein zu wollen, kann ich also sagen, dass auf eine SSD mit einem TB gut und gerne 1.500 Alben passen.

Wer jetzt der Meinung ist, dass sei doch viel zu viel und die SSD viel zu groß, der tut sich mit dieser Einstellung wohl kaum einen Gefallen, denn für eine SSD mit nur rund 500 GB Speicherplatz zahlt er heute praktisch den gleichen Preis wie für die große.

Wobei ich folgendes klarstellen muss:

Es gibt da von der Firma SanDisk eine SSD mit der Bezeichnung Ultra II 960 GB.
Dieser SSD wird zwar bescheinigt, dass sie grundsolide gebaut ist, aber sie soll auch nicht gerade die schnellste sein. Allerdings muss man auch sagen, dass sie mit einem Straßenpreis von etwa 230,- Euro für die besagten 1 TB preislich zurzeit wohl kaum zu schlagen sein dürfte.
Bei diesem Preis habe ich jedenfalls nicht eingesehen, eine kleinere oder gar eine gebrauchte SSD zu kaufen.
Gestern kam sie nun endlich mit der Post an und ich begab mich sofort daran, die SSD einzubauen.
Die erste freudige Überraschung stellte sich in Form eines kleinen Rahmens ein. Er mag ja nicht einmal einen Cent kosten, leistet aber doch gute Dienste.

Auralic Mini erweitern Sandisk Rahmen

Beseitigt man die beiden Klebestreifen, kann man ihn auf die SSD kleben und das Tolle daran?

Auralic Mini erweitern Sandisk Rahmen geklebt

Jetzt passt die Höhe der SSD exakt mit der Position des SATA-Slots im Mini.

Auralic Mini erweitern Sandisk in Mini eingelegt

Man kann also einfach die SSD in das Fach legen und ohne den geringsten Versatz zu spüren in den Slot schieben. So entsteht auch ein kleiner Abstand zwischen der SSD und dem Gehäuse des Mini, so dass sich Hitzeentwicklungen weder von der einen noch von der anderen Seite übertragen.

Auralic Mini erweitern Sandisk in Slot

Jetzt nur noch das Halte- und Kühlblech anschrauben und man kann das alles wieder mit dem Deckelchen schließen.

Auralic Mini erweitern Sandisk eingebaut

Hat man den Mini dann wieder an die Kabel angeschlossen, geht es daran, die Festplatte zu initialisieren und in Betrieb zu nehmen.

Dies ist auf der Auralic-Support-Seite :   http://support.auralic.com/hc/de/categories/200358258-AURALiC-ARIES-MINI
wunderbar beschrieben.
Doch sicherheitshalber will ich hier noch einmal eine Information veröffentlichen:

Alle Daten, die sich auf der Festplatte befinden, werden bei diesem Vorgang gelöscht!!!

Also ist es keine gute Idee, einfach schon mal eine Festplatte vorzubereiten und bereits vor dem Einbau mit Hunderten von Alben zu füllen – die sind nach der Inbetriebnahme alle gelöscht!
Also legen wir lieber eine „farbrikneue“ Festplatte ein.

Nun wechseln wir zu unserem Computer, öffnen den Explorer oder den Finder und schieben einfach unsere Musikdateien auf das Laufwerk des Auralic Mini.
Hier muss man noch ein wenig aufpassen, denn es gibt nach der Inbetriebnahme schon zwei Ordner auf der Festplatte:  Der eine nennt sich „HDD“ und der zweite „README“.
Was passiert, wenn man jetzt seine Musik in den README-Ordner schiebt, habe ich nicht ausprobiert – aber ich gehe mal davon aus, dass Auralic hier ein Herz für Scherzkekse beweist und auch die Musik in diesem Ordner akzeptiert.

So – jetzt sind wir eigentlich fertig – oder?

Ja!  Eigentlich!

Denn jetzt habe ich plötzlich folgendes Problem:
Während die Alben, die ich von Qobuz heruntergeladen habe, mir ihre Cover zeigen, sehe ich bei allen selbst gerippten CDs nur so graue Platzhalter.

Ja, natürlich kann man damit leben – will ich aber nicht.

Im festen Glauben daran, mal eben schnell eine Lösung für dieses Problem zu finden, muss ich schon bald einsehen, dass ich mir mal wieder so ein richtiges Luxusproblem aufgehalst habe.
Ich kämpfe mich durch iTunes-Foren – ohne Erfolg, denn dort würde es problemlos gehen – wenn ich mich mit MP3 begnügen könnte. Würg!
Ich kämpfe mich durch Foren, die sich mit dem Taggen befassen, wechsle zu den Audirvana-Foren, XLD-Foren, Video-Foren …
Doch eine Lösung bleibt lange Zeit außer Sichtweite.
Aber – das ist der Lohn des Fleißigen:  Ich hab`s !!!!!

Und es ist soooooo einfach !!!!!!!

Die Lösung hört auf den Namen Yate!

Nein! Nicht Jeiht!  Sondern:  Yah-Teh!
Also “japanisch”, oder?

Diese App, die Sie unter:    http://2manyrobots.com/yate/   finden können, kann – das erkennt man sofort – so ziemlich alles, was mit dem Taggen einer Datei zu tun hat und ganz bestimmt werde ich mich in diese Software noch intensiv einarbeiten.
Jetzt aber interessiert mich nur eines:

Ist sie nun meine Lösung oder nicht?

Und sie ist es!!!

Ich öffne Yate – konfiguriere überhaupt nichts, schiebe nur das Fenster ein Stück nach rechts.
Jetzt öffne ich den Finder und wechsle zu meinen Alben auf der SSD im Mini.
Ich ziehe ein Album einfach vom Finder auf die Yate-Oberfläche und Yate baut mir die einzelnen Songs im „Eingangsfenster“ auf.
Nun klicke ich erst auf den Reiter Artwork und dann oben auf die Lupe mit dem Pluszeichen „Artwork Search“.
Danach fragt mich Yate, welche Suche ich verwenden will, was ich aber einfach mit „Auto search“ beantworte.
In Sekundenbruchteilen erscheint das Coverfoto des Albums.
Ich klicke auf „Save“ – und damit ist meine „Arbeit“ auch schon abgeschlossen!
Ich kann beobachten, wie die vorangestellten roten Punkte der Songs nacheinander grün werden und in der Zwischenzeit schon im Finder-Fenster nach dem nächsten Album schauen.
Das ziehe ich einfach wieder ins Eingangsfenster von Yate und Yate „schmeißt“ das alte Album raus, um die Songs des neuen Albums anzuzeigen.
Ein Klick auf „Artwork Search“ und schon kommt so etwas wie Routine auf.  Bei meinem zweiten Album !!!!!

Ob man alle Alben gleichzeitig in das Eingangsfenster ziehen kann?
Ob man das alles automatisieren kann?
Ob man …
Keine Ahnung!
Ich verwende diese App ja auch gerade erst ein paar Sekunden.
Ja, da steht irgendwo etwas von Batch-Dateien und so und ja, da gibt es eine Hilfe-Datei und ein Forum und …
Aber ich bin gerade so begeistert von dieser App, dass ich das so schnell wie möglich loswerden musste.

Ich bin mir sicher, ich werde da noch mit der Zeit ein paar Tipps nachreichen können.
Oder jemand, der die App schon länger kennt?
Ich würde mich sehr darüber freuen!
Diese knappen 22,- Euro sind ganz bestimmt gut angelegt!

Bei Ihnen werden in Lightning DS die Cover trotzdem nicht angezeigt?
Tipp:  Lassen Sie mal die Bibliothek neu scannen!

Und? Bingo?
Na bitte!

Hörbericht Q Acoustics Concept 40

Q Acoustic Concept 40 weiss

Hörbericht Q Acoustics Concept 40

Hörbericht Q Acoustics Concept 40

Q Acoustics Logo2

Der Hörbericht Q Acoustics Concept 40 macht deutlich, wieso AUDIOSAUL die Boxen dieses Herstellers ab sofort in sein Programm aufgenommen hat.

Ja, ist denn schon wieder Weihnachten …?

So langsam habe ich den Eindruck, als wolle man mir meine HiFi-Welt auf den Kopf stellen.

Zuerst schneit mir dieser Auralic Mini ins Haus und zeigt mir, dass man mit einem Streamer für 499,- Euro (!) so manch teuren CD-Player „verdammt alt aussehen“ lassen kann.
Und jetzt stehen da auf einmal Lautsprecher zum Paarpreis von 1.398,- € in meinem Hörraum und klingen tatsächlich so gut, dass ich das noch gar nicht richtig einordnen kann.
Doch lassen Sie mich ganz vorne anfangen:

Hörbericht Q Acoustics Concept 40

Natürlich haben Sie es als Kenner des Marktes längst erraten, dass es hier um die Lautsprecher des Herstellers Q Acoustics aus England gehen muss.
Neu – sind die nicht. Die Marke gibt es seit etwa 10 Jahren. Aber alt – ist das für einen Lautsprecherhersteller auch nicht.

So hat auch Q Acoustics nicht unbedingt einen „Senkrecht-Start“ hingelegt. Das geht auch gar nicht, denn der HiFi-Markt ist im Allgemeinen eher träge.
Wer aber zurzeit die Markt-Entwicklung von Q Acoustics verfolgt, der kann wohl einen Zug beobachten, der schon ordentlich Fahrt aufgenommen hat und sich zum ICE entwickeln könnte.

Was mir als HiFi-Händler besonders gut gefällt, ist vor allem, dass ich mir nicht wieder diese ewig gleiche Geschichte von der Firmenentstehung anhören muss.
Man war Ingenieur und mit keiner Box der Welt zufrieden, also hat man selber welche konstruiert. Die waren so gut, dass alle Freunde und eigentlich „die ganze Straße“ unbedingt diese Boxen haben wollten und irgendwann hat man dann eben die Firma gegründet und alle anderen Boxenhersteller können jetzt Konkurs anmelden.

Ja ja, mag sie ja auch hier und da ein klein wenig stimmen, diese Geschichte, so langweilt es dennoch gewaltig, wenn man sie zum 50-sten mal hören, lesen und glauben muss.

Völlig anders beschreibt Q Acoustics seine Entstehungsgeschichte und völlig gleichgültig, was an dieser nun Wahrheit ist und was Werbung – sie ist schon mal erfrischend anders.

Und obwohl diese vielen Entstehungsgeschichten überhaupt nichts damit zu tun haben, wie denn so ein Lautsprecher klingt, ist sie in diesem Fall viel mehr als nur eine Entstehungsgeschichte – sie ist zugleich Programm.

Und das ist denn auch mehr als sympathisch:
Man will nicht die „weltbesten Boxen“ bauen und sich das honorig bezahlen lassen, sondern man will preisgünstige Boxen anbieten, die so gut klingen wie teure oder sogar besser!?

Und genau mit dieser Aussage kommen wir zum Kern der Sache und zur Frage:
Wie gut klingen diese Dinger denn nun tatsächlich und wie viel Prozent von all den Aussagen, Tests und Lobeshymnen, die es schon zu lesen gibt, sind berechtigt und wie viel ist reine Werbung?

Vor zwei Wochen hatte ich mir mal die kleine Concept 20 bringen lassen und war zugegebenermaßen vom Klangergebnis überrascht. Was angesichts eines Paarpreises (!) von 498,- € ja nicht schwer ist, oder vielleicht gerade doch?

Na, jedenfalls wollte ich mehr.
Mehr Q Acoustics.

Mehr von dem, was man als High-Ender ernst nehmen kann. Also nicht so eine kleine Regalbox, weil ja auf gar keinen Fall „irgendwelche Kisten im Zimmer stehen dürfen“ – sondern  einen ausgewachsenen Standlautsprecher.

Q Acoustic Concept 40 weiss

Q Acoustic Concept 40 weiss

Der teuerste Vertreter dieses Herstellers hört auf die Bezeichnung Concept 40 und kostet die besagten 1.398,- Euro pro Paar.
So lange ich auch suche – da finde ich nichts teureres in der Preisliste. Also muss dieses Modell hier in mein Hörstudio und schon ist ein Paar davon geordert.
In der Zwischenzeit informiere ich mich ein wenig intensiver, lese mich durch die Herstellerseiten, die Tests und durch die Foren.
Was dabei auffällt ist die Tatsache, dass sie, obwohl der Hersteller in England sitzt, von einem deutschen Entwicklungsbüro konstruiert wurden.
Der Boxenspezialist Karl-Heinz Fink aus Essen zeigt sich hierfür verantwortlich. Vielen Lesern wird dieser Name möglicherweise überhaupt nichts sagen, obwohl es gut möglich ist, dass Sie über eine Komponente verfügen, an deren Entwicklung sein Team beteiligt gewesen ist. Denn genau damit verdient seine Firma ihr Geld. Sie verkauft Know-How an Hersteller, die dieses dann unter ihrem eigenen Namen vermarkten.
Nun gut – ganz bestimmt nicht die schlechteste Adresse, wenn man sich beim Bau eines Lautsprechers helfen lassen will.

Und obwohl die besondere (Gelcore-) Konstruktion dieser Boxen, mit der die Chassis vom Gehäuse entkoppelt werden (oder umgekehrt), durchaus eine ausführliche Beschreibung wert ist, will ich an dieser Stelle darauf verzichten, denn die ist jetzt schon so oft beschrieben und zitiert worden, dass ich hier aus meiner Sicht nicht noch einmal auf sie eingehen muss. Sie finden mehr dazu auf den Seiten des Herstellers und Vertriebes:

Herstellerseite: http://www.qacoustics.co.uk
(kann man auch auf deutsch umschalten!)
Vertriebsseite: http://www.idc-klaassen.com/index.php?page=qacoustics

Mich – und vermutlich auch Sie – interessiert doch jetzt wirklich vielmehr:
Wie muss man diese Box jetzt einschätzen?

Q Acoustic Concept 40 Explosion

Q Acoustic Concept 40 Explosion

Ist eine Concept 40 ein „High-End-Boxen-Killer“  – oder wird auch bei Q Acoustics „nur mit Wasser gekocht“?

Packen wir sie doch einfach mal aus.

Q Acoustic Concept 40 Rückseite

Q Acoustic Concept 40 Rückseite

Den Karton muss man der Länge nach aufschneiden und auch die kurzen Seiten aufklappen. Denn so kann man die ganze Box in ihrer Schaumstoff-Verpackung auf die Front drehen und hinten den Glasfuß anschrauben.
Das jedenfalls ist eine tolle Idee und sieht richtig gut aus. An den Ausläufern der Glasscheibe gibt es zwei Spikes – der dritte Spike ist vorne unter dem Boxengehäuse.
Ganz nach dem Motto „Ein dreibeiniger Tisch kann nicht wackeln!“ – eine gute Konstruktion und da die Spikes höhenverstellbar sind, ist es auch schnell gemacht, dass die Boxen lotrecht stehen.
Viel besser, einfacher und edler kann man das kaum lösen. Kompliment.

Nächste Feststellung:  Überraschend schwer sind sie! (fast 20 kg pro Stück)
Und nicht nur die Concept 40 ist schwer, auch der Ständer für die Concept 20 bringt ordentlich was auf die Waage!

Ganz ehrlich – die Ständer der Concept 20 sind „der Hammer“!
Ich habe in meinen 30 Jahren als Händler schon viele Boxenständer gesehen und verkauft – Ständer wie diese und zu diesem Preis sind mir noch nicht untergekommen. Selbst wenn man den Preis für Boxen und Ständer zusammenzieht und dafür dann Ständer vom Mitbewerber kaufen wollte, müsste man wohl noch ein paar Euro drauflegen – nur für dessen Ständer!
Zurück zur Concept 40, die mittlerweile aufgestellt und angeschlossen sind.

Nächste Feststellung: Gut sehen sie aus – ohne Wenn und Aber – richtig schick.
Die Farbe und die Oberflächen wirken edel und sind ohne Makel. Wieder fallen mir etliche Beispiele ein, die einen Vergleich allein beim Hinschauen schon verlieren würden.
Und sie haben sogar BiWiring-Anschlüsse.
Bei der Concept 20, die ja ebenfalls 4 Terminals aufweisen, mache ich mir so meine Gedanken, wie sinnvoll das denn sein kann. Viele echte High-Ender, für deren „große“ Boxen die BiWiring-Terminals Pflicht sind, lassen sie bei den kleinsten Modellen weg.
Bei einer Box vom Kaliber der Concept 40 ist diese Ausstattung ebenfalls nicht zu diskutieren – ganz bestimmt eine Möglichkeit, die Boxen noch ein wenig zu verbessern.
Gut finde ich auch, dass die „Brücken“ in Form von Stiften gleich mitgeliefert werden. Blöd finde ich, dass es Stifte sein mussten, denn wenn ich jetzt versuche, die Bananas in die Terminals zu stecken, verhindern das diese Stifte. Ich muss also auf Kabel zurückgreifen, die mit Schuhen ausgestattet sind, oder eben wirklich BiWiring betreiben.

Jetzt will ich aber wirklich wissen, was passiert, wenn ich die Extreme 3 von Progressive Audio (7.998,- €/Paar), die ich derzeit für die interessantesten Lautsprecher des Marktes halte – gegen die Concept 40 austausche, ohne irgend etwas an der Kette zu ändern.
Ich höre demnach gerade mit einem Auralic Mini am Progressive Audio A1 Vollverstärker samt kompletter Verkabelung von Progressive Audio.
Eine Kombination, die man wohl in diesem Zusammenhang als völlig „oversized“ bezeichnen muss, denn niemand hängt eine 15.000,- Euro-Kette an Lautsprecher zum Paarpreis von rund 1.400,- Euro.
Oder?

Egal – vom Stand weg spielt diese Box erstaunlich gut auf.
Wer auch nur den Hauch einer Kritik an diesem Lautsprecher vorzubringen mag, der sollte sich wohl mal um seine Elektronik oder seine Verkabelung kümmern, denn möglicherweise steckt die Ursache dort.
Doch auch ich kann mich nicht dagegen wehren, diese Boxen anders zu hören als teurere Vertreter.
Wenn ein Lautsprecher zig Tausend Euro kostet, dann hat er die Psychologie einfach schon mal auf seiner Seite.
Gemäß der alten Weisheit:
Wenn teuer – dann gut oder Hersteller frech!
Wenn gut, dann teuer, oder Hersteller blöd!

Ich sitze jedenfalls vor der Concept 40 und suche …
suche nach Fehlern, suche nach tonalen Verfälschungen, suche nach klanglichen Mängeln.
Doch die Suche gestaltet sich schwierig.
Erst wenn man bereit ist, sich selbst als „pingelig“ zu geben, als jemand, der unbedingt nörgeln will, findet man Dinge, die man kritisieren kann.
Allerdings immer wieder nur mit dem Wissen, dass es auch teurere Lautsprecher gibt, die die gleiche Kritik verdient hätten.
So deutet sich vielleicht eine winzige Härte bei den Stimmen an, aber die Boxen sind flatschneu und spielen noch keine 10 Minuten!
Manche High-Boxen müssen Monate lang eingespielt werden, um ausgewogen klingen zu können.
Die Raumabbildung ist gut – so gut, dass ich im Moment gar keine Lust habe herauszufinden, ob ich sie anwinkeln muss oder nicht.
Der Bass ist satt und trocken. Selbst „Limit to your love“ von James Blake stellt sie vor keine unüberwindbare Aufgabe. Die Schaumstoff-Stopfen, die Q Acoustics für die Bassreflexöffnungen mitschickt, bleiben schön im Karton – die brauchen wir nicht!
Wer auf die technischen Daten schaut, sieht als untere Grenzfrequenz 53 Hz und wird sich fragen, wie man denn damit einen ordentlichen Bass hinkriegen will, wo es doch die teureren Vertreter locker auch mal auf unter 30 Hz bringen?

Nun, dazu muss man natürlich folgendes Wissen:
53 Hz sind schon verdammt tief!
Und viele Boxen, die laut Datenblatt noch tiefer heruntergehen, schaffen das auch nur theoretisch!

Bei der Concept 40 ist offensichtlich, dass sich das Entwicklungsteam dafür entschieden hat, den Lautsprecher nichts machen zu lassen, für das er überhaupt nicht gebaut worden ist.
Und das war genau die richtige Entscheidung, denn so erleben wir einen wunderschönen und zugleich „staubtrockenen“, sprich: gut kontrollierten Bass, der Spaß macht und auch den höheren Frequenzen ein sattes Fundament zur Verfügung stellt, um Körper aus Fleisch oder Holz aufbauen zu können.
Das macht sich tatsächlich selbst in den Höhen bemerkbar, die alles andere als nerven. Wunderbar sauber und mit realistisch werden Instrumenten und Stimmen reproduziert.
Hier geht man nicht mit überzogenen Höhen auf Kundenfang. Hier klingt nichts „glasklar“ und „stählern“, es sei denn, es wurde so aufgenommen.
Die Ortbarkeit und die Größenabbildung erfüllen Ansprüche, die die Mehrzahl der typischen Concept-40-Käufer vermutlich gar nicht stellen werden.
Patricia Barber steht bei ihrem Titel „Summertime” wunderbar fixiert im Raum und man kann „mit den Augen“ die Percussion-Instrumente verfolgen. Deutlich werden auch die Unterschiede zwischen dem akustischen und dem E-Bass geradezu „herausgepellt”.

Und jetzt mal ganz ehrlich – sind sie nun die High-End-Boxen-Killer?

Fast möchte ich als High-End-Händler sagen:  „Zum Glück nicht!“
Und das war auch niemals die Absicht des Herstellers.

Was ihm mit der Concept 40 jedoch gelungen ist, muss man wohl so beschreiben, dass er den Abstand zwischen der „Kommerzklasse“ und der „Luxus-Klasse“ auf ein fast schon erschreckend kleines Maß zusammenschrumpfen lässt.
Nein, er kommt nicht in Frage für den typischen High-Ender.
Aber ich bin mir ganz sicher, dass dieser typische High-Ender, der ja immer wieder von seinen Bekannten gefragt wird, was man sich denn so „untenrum“ kaufen kann, dass der jetzt endlich eine Antwort kennt!

Um die Concept 40 richtig einschätzen zu können, muss man sich folgendes vor Augen führen:

Jeder Lautsprecher ist das Ergebnis aus zwei Faktoren:

  1. Können des Entwicklers
  2. Qualität der Bauteile

Das ist auch in anderen Bereichen immer wieder so.

Stellen wir uns einmal vor, wir wären mit unserer digitalen Spiegelreflex-Kamera unzufrieden, weil unser Lieblings-Hersteller so ein tolles neues Modell heraus gebracht hat … und wir erklären unserer Frau gerade, was an unserer Kamera alles so richtig schlecht ist, weshalb man da einfach keine wirklich guten Bilder mit machen kann, ohne endlich auf dieses tolle Vollformat hoch zu wechseln.
Und gerade, als sie es uns glauben will, kommt ein Berufsfotograf daher, entdeckt unsere Kamera und meint: „Oh die XY55! Damit arbeite ich auch immer noch sehr gerne. Es ist erstaunlich wie toll… blablabla“
… und macht auch noch gleich ein paar richtig tolle Fotos von uns damit.

Da stehen wir auf einmal ziemlich blöd da, oder?
Jedenfalls werden wir uns von unserer Frau anhören müssen, dass das mit den schlechten Bildern wohl nicht nur an der Kamera liegen kann.
Und diese kleine Geschichte zeigt genau, was bei Q Acoustics geschieht.
Wer einen preisgünstigen Lautsprecher anbieten will, muss zwangsläufig sein Budget für die Bauteile limitieren.
Was aber nicht damit gleichgesetzt werden darf, dass man schlechte Bauteile verwenden muss.
Wer ausschließlich das Ziel hat, preisgünstige Boxen anzubieten und wem der Klang egal ist, der kann das tun.
Wer aber das Ziel auf der Firmenflagge stehen hat, Lautsprecher zu bauen, die im Vergleich zu anderen Boxen bei niedrigerem Preis besser klingen, der muss sich was einfallen lassen.

Und genau das ist hier offensichtlich geschehen.
Das Entwicklungsbüro FAC (Fink Audio Consulting) hat hier eine bemerkenswert gute Auswahl bei den Bauteilen getroffen und zudem bewiesen, dass die Team-Mitglieder allesamt ihr Handwerk verstehen. Professionalität durch die Bank also.

Ein solch gutes Gesamtergebnis zu diesem Preis rüttelt aber auch durchaus an der Mark-Struktur der High-Fidelity und bringt  einige Leutchen in eine Konflikt-Situation.
Test-Redakteure müssen ganz vorsichtig taktieren, um ihre Glaubwürdigkeit (und ihre Werbeaufträge) zu behalten.
Händler wie ich selbst auch – müssen ihre Begeisterung zügeln, wenn sie sich nicht von ihren Kunden fragen lassen wollen, ob man die bestellten teuren Boxen noch wieder abbestellen darf.
Da ist man doch fast froh, wenn man hier und da glaubt, doch eine kleine Schwäche erkennen zu können.

Aber nach wie vor hängt die Concept 40 bei mir immer noch an einer Kette im Gegenwert von 15.000,- Euro – das ist sicher nicht realistisch, zumindest nicht repräsentativ  – muss also geändert werden.

Ich schaue mich um und erblicke den Creek Vollverstärker. Um es „rund“ zu machen, schließe ich auch gleich den Creek CD-Player mit an.
Bei der Verkabelung muss ich zunächst ein wenig „Jugend forscht“ betreiben. Viel – was da preislich passen könnte, habe ich leider nicht da. Niemand hat bei mir bisher Kabel für unter 100,- € haben wollen. Ja, sicher ein Teufelskreis.

Nach ein paar Hörsitzungen lande ich beim 711-er von Progressive Audio, das mit 448,- Euro eigentlich zu teuer für diese Kette ist. Es bringt sie aber klanglich dermaßen auf den Punkt, dass jedes andere Cinch-Kabel den Test einfach nur zerstört, deshalb bleibe ich dabei.
Beim Lautsprecherkabel gelingt es mir, mit dem QED Ruby Anniversary Evolution zum 3m-Set-Preis von 98,- € ein erstaunlich gutes Klangbild hinzubekommen.

Tja, und so macht das alles denn auch auf einmal richtig Spaß.
Eine Kette im Wert von unter 4.000,- Euro, inklusive aller Kabel und der Concept 40 (!) –  spielt hier so auf, dass man ganz locker auf den doppelten wenn nicht gar dreifachen Preis tippen könnte.
Diese Kette scheint sich sogar charakterlich gesucht und gefunden zu haben.

Und wäre das alles angesichts des Preises für die Concept 40 ja nicht schon Wunder genug, so toppt man das Ganze irgendwie noch einmal, wenn man frech hergeht und die Concept 20 auf ihren wunderschönen Ständern an diese Kette anschließt.
Das sieht mal richtig schick aus!

Q Acoustics Concept 20 weiss Ständer

Q Acoustics Concept 20 weiss Ständer

Und wetten, dass es einem niemand glauben wird, was man für diese Boxen ausgegeben hat!?
Stellen Sie sich lieber schon mal auf Äußerungen ein wie:
„498,- € das Paar? Ja ja, die sind dann ja wohl vom LKW gefallen, oder?“.

Fazit:
Aus meiner Euphorie habe ich in diesem Bericht keine Mördergrube gemacht und mich für sehr preisgünstige Lautsprecher ziemlich weit aus dem Fenster gelehnt.
Das alles habe ich mir lange und gut überlegt.
Es wäre einfacher gewesen, zu der Entscheidung zu kommen, dass ich mich aus diesem Preissegment – so wie in der Vergangenheit – heraus halte.
Aber ich wäre mir selbst nicht treu geblieben.
Denn genau so, wie es der Auralic Mini als Streamer verdient hat, dass man über ihn berichtet, genau so haben diese Lautsprecher es verdient.
Der Hersteller versucht tatsächlich etwas in Gang zu setzen, was Schule machen könnte.
Es ist kein Geheimnis, dass die MP3-Generation ihr Geld nicht mehr so in HiFi-Geräte steckt, wie wir es mal gemacht haben.
Mit Lautsprechern wie der Concept 40, oder auch schon der Concept 20, kann man auch MP3-Hörer für sich gewinnen.
… und im nächsten Schritt dann sogar für die „Losless-Formate“?

Wenn Sie Lust darauf bekommen haben, meine Aussagen überprüfen zu wollen, dann sind Sie herzlich zu einem Besuch eingeladen.

Meine Daumen gehen bei Q Acoustics jedenfalls beide nach oben!

„Überraschende Klanglebendigkeit und Ruhe… ein unglaublich einladender Klang“

Technische Daten
Gehäusetyp: 2-Wege-Reflexgehäuse mit mit Doppelwoofer
Tieftöner: 2 x 125 mm
Hochtöner: 25 mm
Frequenzbereich: 53 Hz – 22 kHz
Nennimpedanz: 6 Ohm
Minimalimpedanz: 4 Ohm
Empfindlichkeit: 90 dB
Empfohlene Leistung: 25 – 150 W
Übergangsfrequenz: 2,3 kHz
Maße H/T/B mm: 972 x 170 x 288
Gewicht: 18,5 kg
Erhältlich: paarweise
Verfügbare Lackierungen:
schwarz Hochglanz / weiß Hochglanz
Garantie: 5 Jahre

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Tonarmkabel Hörbericht

Furutech Silver Arrows

Polklemmen

Das Tonarmkabel

Ein Tonabnehmer (das ist das Ding mit der „Nadel“) ist vorne am Tonarm angebracht und erzeugt beim Lesen der Schallplatte eine elektrische Spannung. Diese Spannung enthält das Musiksignal in sich und muss deshalb zu unserer HiFi-Anlage geleitet werden.

Da wir es heute in der Regel mit einem Stereo-Signal zu tun haben, gibt es einen linken und einen rechten Kanal (wir haben ja auch einen linken und einen rechten Lautsprecher) – und pro Kanal brauchen wir zwei Leiter (Käbelchen), weil Strom ja nur in einem Kreislauf fließen kann.

Insgesamt macht das  vier Pole – und damit vier erforderliche Käbelchen.
In vielen Konstruktionen finden wir aber noch ein fünftes Käbelchen, das Massekabel.
Aufgabe eines solchen Massekabels ist es, Brummgeräusche zu verhindern. Leider kommt es aber manchmal vor, dass dieses Brummen gerade durch dieses Massekabel erzeugt wird, aber das ist ein anderes Kapitel.

So oder so müssen also vier bis fünf Käbelchen vom Tonabnehmer, bzw. von der Headshell zum Verstärker geführt werden. Die meisten Tonarmkonstrukteure führen diese Käbelchen durch das Tonarmrohr hindurch.
Erstens sieht das besser aus und zweitens schützt so das Tonarmrohr die Käbelchen vor hochfrequenten Einstreuungen.

Spätestens aber, wenn wir uns das Tonarmlager anschauen, entsteht in uns die Frage, wie man diese 4-5 Kabel wohl so führen kann, dass sie die Beweglichkeit des Tonarms nicht einengen.
Logischerweise dürfen diese Kabel also so gut wie nichts wiegen und sollten so dünn und so flexibel sein wie ein menschliches Haar.
Eine dicke, schützende Isolierschicht oder Abschirmung kommt da nicht in Frage.

Lager

Lager (wir sehen die vier Goldkäbelchen und den schwarzen Masseleiter)

Manch einer kommt nun auf die Idee, diese extrem dünnen und ungeschützten Kabel nicht nur durch den Tonarm, sondern weiter bis hin zum Verstärker zu führen.
Man kann sich aber gut vorstellen, welche Probleme dabei auftreten können. Schnell ist so ein dünnes Käbelchen abgerissen. Schlimmer ist, dass wir mit Ihnen wunderbare Antennen für hochfrequente Einstrahlungen bauen würden.

Der leiseste Tonabnehmer, den ich bisher verbaut habe, hatte nach eigenen Messungen 0,08 mV Ausgangsspannung.  Ist das viel? Ist das wenig? Übliche MC-Systeme haben eine Ausgangsspannung von ca. 0,4 mV, Magnetsysteme kommen auf etwa 4 mV.

Zum Vergleich:
Schaut man mal in die Richtlinien für Baubiologie + Ökologie IBN finden wir für den Schlafbereich unter „schwach auffällig“ eine maximal zulässige erdbezogene Körperspannung von 100 mV.
Auf Internetseiten über Elektrosmog (und wie man ihn verhindert) lesen wir von „Normalwerten“ bei einem schlafenden Menschen, die bei 1.000 bis 2.000 mV liegen, manche sprechen gar von 100.000 mV – die sich in unserem Körper aufbauen.

Doch zurück zu unseren Käbelchen. Wir leben in einer strahlenden Welt und das darf man leider nicht positiv sehen. Handys, Mikrowelle, WLAN, Bluetooth …
Und diese Strahlungen dürfen nicht in unsere Tonarmkäbelchen gelangen, denn unser Verstärker besitzt keinen Baustein, der zwischen Musiksignal und Einstrahlung unterscheiden kann. Er verstärkt einfach alles.

Manch ein Tüftler „bastelt“ sich deshalb ein Kabel, das außerhalb des Tonarmes mit einer Abschirmung versehen ist. Die 4-5 freiliegenden ersten 40 cm dieses Kabels zieht er von hinten durch den Tonarm und lötet danach vorne die kleinen Klemmen für die Polstifte an. Dann gilt es noch, sie mit kleinen Schrumpfschläuchen farblich zu markieren.
Eine solche Lösung dürfte wohl nur für sehr wenige Anwender in Frage kommen. Und selbst Lötprofis kommen da so manches mal an ihre Grenzen. Spätestens aber, wenn man es mit den Goldkabeln der Marke Deskadel aus Belgien zu tun hat, wie man sie auf meinen Bildern sehen kann, ist der Gang zum Goldschmied unausbleiblich. Diesem Kabel brauchen wir nur den Lötkolben zu zeigen, schon verschwindet es wie die brennende Zündschnur einer Sylvester-Rakete.

Tiffany

Es gibt aber noch einen weiteren Grund, der gegen eine solche Lösung spricht:
Es ist die endgültige Festlegung auf ein bestimmtes Kabel.
Wann immer uns jemand einen neuen „Geheimtipp“ in Form eines neuen Tonarmkabels in die Hand drücken will – können wir damit ohne eine Stecker/Buchsen-Kombination nichts anfangen.
Aus diesem Grund versehen die meisten Tonarmhersteller ihre Tonarme im Fuß mit einer Buchse, in die dann das passende Gegenstück gehört. Weit verbreitet ist hierbei eine 5-polige, runde Konstruktion. Für sie gibt es unterschiedliche Bezeichnungen wie „DIN-“, „Tonarm-“, „Phono-„ oder „Tiffany-Stecker“ – sicher noch eine ganze Reihe mehr.

Bei vielen SME-Armen finden wir aber auch zwei Cinch-Buchsen (RCA-Buchsen). Dies verlockt dazu, ein gutes Cinch-Kabel zu verwenden, was man noch in der Kabelkiste gefunden hat, aber das ist möglicherweise problematisch, da an ein Tonarmkabel spezielle Anforderungen gestellt werden.
Nicht nur die Widerstandswerte, sondern auch die Kapazität eines Kabels sind im Phonobereich mehr noch als woanders von hoher Bedeutung. Genau so wie die Leitfähigkeit. Silber gehört zum Beispiel nicht unbedingt zu meinen bevorzugten Kabelmaterialien, im Phonobereich ist Silber jedoch oftmals geradezu unverzichtbar.
So oder so hat eine Steckverbindung den großen Vorteil, dass die Innverkabelung mitgeliefert wird und wir uns keine Lötarbeiten mehr aufbürden müssen.
Wenn wir den Tonabnehmer einbauen, stecken wir vorne die Klemmen (niemals drehen!!) auf die Stifte und hinten schließen wir das Tonarmkabel an.
Und wenn uns danach ist, mal ein anderes Tonarmkabel (Außenkabel!) auszuprobieren, dann stecken wir die Kabel einfach um und hören uns das Ergebnis an.

Beginn des Hörberichts:

Angesichts des „tiefen Tales“, das das analoge Medium in den letzten Jahrzehnten durchwandern musste, ist das Thema Tonarmkabel (und von nun an meine ich damit immer die Außenverkabelung) in Vergessenheit geraten.
Es gab Zeiten, da kam ich ohne 10 bis 15 verschiedene Tonarmkabel im Laden gar nicht aus und meistens waren fast alle Kabel unterwegs bei den Kunden – zum Testen.
Zu den heutigen Zeiten ist dieses Kabelthema irgendwie verloren gegangen. Entweder hat man noch eines von früher in seiner Kabelkiste, oder man benutzt eben das, was beim Tonarm dabei war.

Den Anschubser, mich aktuell mal wieder mit diesem Thema auseinander zu setzen, bekam ich von meinem Kunden Christian. Er hatte sich zu Weihnachten das Xtension 10 Super-Pack von Pro-Ject gegönnt und gemeint, dass Weihnachten für ihn seitdem gar nicht mehr enden würde.
Beim Xtension SuperPack mit dem Carbon-Arm und dem Ortofon Cadenza Black gibt es das Tonarmkabel „Pro-Ject Connect-it 5P-CC“ für 135,- € sozusagen als „Beipackstrippe“ dazu. Sicher eine ziemlich teure Beipackstrippe, aber ich kann den Pro-Ject-Leuten nur zustimmen, wenn sie  sagen, dass es in solch einem Paket ein gut klingendes und auch passendes Kabel darstellt. „Alle die mehr wollen, werden ihre eigenen Vorlieben haben.“ heißt es und genau so ist es auch.

Doch wo sollen heute diese Vorlieben für bestimmte Tonarmkabel herkommen?!

Ich will versuchen, mit diesem Bericht das Thema wieder etwas mehr in den Fokus zu stellen und gehe deshalb der Frage nach „besseren“ Tonarmkabeln nach.
Wie immer steht aber zunächst etwas anderes als die Frage nach dem besseren Klang im Vordergrund, nämlich die Frage nach dem passenden Preis.
Zu wem oder was muss ein Tonarmkabel überhaupt passen?
In Frage kommen da:

  • der Tonarm mit seinem Innenkabel
  • der Tonabnehmer
  • das Laufwerk
  • der Phonoverstärker

Da das preisgünstigste Tonarmkabel meiner Testreihe bereits bei 135,- € liegt, muss man wohl davon ausgehen, dass dieser Bericht nur jemanden interessieren wird, der einen Plattenspieler so ab 500,- Euro aufwärts sein Eigen nennt.

Beginnen wir mit der Marktschau.
Und die erste Feststellung lautet denn auch schon:  „Das Angebot ist recht mager geworden!“.
Einige Hersteller haben „immer noch“ ihre alten Kabel im Programm. Spricht man sie an, merkt man schon an den Reaktionen, dass das Thema Tonarmkabel für sie gar nicht mehr existiert. Man hat noch welche, baut aber eigentlich keine mehr, weil sie niemand mehr haben will.
Und ich suche gerade welche, hab aber kaum Auswahl, weil die Hersteller mir nicht mehr viel bieten.
Ich frage mich, wo denn dieser Teufelskreis begonnen hat und möchte ihn mit diesem Bericht durchbrechen.

Am Ende habe ich mich für folgende Testteilnehmer entschieden.
Pro-Ject Connect-it 5P-CC ab 135,- € (Die „Beipack-Strippe”)
Pro-Ject Connect-it 5P-Si  ab 345,- €  (The next Pro-Ject-Step)
Ortofon 6NX TSW-1010 ab 250,- € (Der Nachfolger vom legendären 8N TSW-1000)
Furutech AG12  ab 621,- € (Das „Einstiegskabel“ vom japanischen Stecker- und Kabel-Spezialisten)
Furutech Silver Arrows ab 2.026,- €  (Das Top-Kabel – aus Japan)

Gründe für diese Auswahl:
Pro-Ject – weil wir von diesem Hersteller Preis-/Leistungswunder gewohnt sind.
Ortofon – weil ich es „von früher“ noch gut in Erinnerung habe.
Furutech – um das Machbare auszuloten.

Hinweis:
Sollten wir einen Entwickler nicht bedacht haben, der gerne mit seinem Kabel an diesem Test teilgenommen hätte, so bitten wir ihn, sich einfach bei uns zu melden, damit wir in einem zweiten (oder dritten?) Teil weiter auf dieses Thema eingehen können.

Zarathustra

Ich selbst teste die Kabel an einem (echten!) Zarathustra S4 mit Pluto Audio 8A Prestige Tonarm und einem Jan Allaerts MC 1 MK II. Der 8A verfügt über eine Gold-Innenverkabelung der Marke Deskadel aus Belgien und die ist nach wie vor (für mich) unübertroffen.
Mein Kunde Christian hat sich bereit erklärt, an diesem Hörtest teil zu nehmen und führt ihn mit seinem Xtension 10 SuperPack durch.

Logischerweise war unser beider Ausgangspunkt jeweils die „Beipackstrippe“, also das 5P-CC.
Wer mit diesem Kabel hört, mag sich zu Recht die Frage stellen, ob es denn überhaupt noch „besser“ geht, denn spätestens nach Ablauf dieses Tests steht fest, dass dieses Kabel tatsächlich das Preis-/Leistungswunder ist, das wir erwartet hatten.

Das 5P-CC macht einfach rundherum glücklich und selbst wenn es zu Ihrem Plattenspieler nicht kostenfrei mitgeliefert wird, über eine Ausgabe von 135,- € muss man bei diesem Klangergebnis nicht eine Sekunde nachdenken.

Im nächsten Schritt interessiert es uns nun, wie das teurere Pro-Ject-Kabel gegen die preisgünstige Konkurrenz aus gleichem Hause abschneidet.

Pro-Ject 5P-CC

Pro-Ject 5P SI

Ergebnis Pro-Ject Connect-it 5P-Si:

Das 5P-Si bringt uns sofort viel näher an das Geschehen heran. Es schenkt uns mehr Informationen, mehr Details, mehr Klangfarben, mehr Raum, mehr Dynamik.
Das 5P-Si sorgt also klar und deutlich für einen dieser „Wow-Effekte“.
Allerdings verschweigt es auch nicht, wie es das anstellt. Hier und da kann es den hohen Silberanteil am Material nicht verleugnen. Sehr analytische Tonabnehmer dürften mit diesem Kabel wohl übers Ziel hinausschießen. Betreiben wir dagegen so ein „gemütliches Teilchen“, also z.B. ein schönes Magnetsystem, wird es sich über diese Frischzellenkur auf der Stelle bedanken.

Also ganz klar:  Das 5P-Si küsst Ihre Anlage wach.

Ergebnis Ortofon

Wer auch immer geneigt ist, den Klangunterschied zwischen Kabeln zu bestreiten und für nicht existent zu erklären, der muss sich nur mal direkt nach dem 5P-Si das Ortofon anhören. Gegensätzlicher können Kabel gar nicht klingen. Die Ortofon-Entwickler jagen ganz offensichtlich der Schönheit der Musik nach. Hier darf nichts analytisch, gar metallisch klingen. Hier darf uns kein Bass in die Magenkuhle treten. Sondern hier zählt nur die absolute Ausgewogenheit.

Für mich zeigt sich damit auch das Ortofon-Kabel als Spezial-Lösung für ganz bestimmte Tonabnehmer. So ein ZYX-Tonabnehmer, der sich bereits in der Schönheit der Musik förmlich austobt, braucht diese Unterstützung ganz bestimmt nicht. Auch die meisten Tonabnehmer aus dem Hause Ortofon selbst haben sie sicher nicht nötig. Ich sehe für das Ortofon-Kabel die Tonabnehmer als Spielpartner, die Druck, Dynamik und auch Analytik im Überfluss besitzen. Das Ortofon beruhigt diese Vertreter und zeigt ihnen, was man unter Harmonie zu verstehen hat.

Ortofon

Zwischenfazit
Das Pro-Ject 5P-CC zeigt sich überraschender Weise (oder hatten wir es nicht doch erwartet?) als das beste Allroundkabel ohne eigene Charakter-Eigenschaften.
Das 5P-Si hilft müden Tonabnehmern auf die Sprünge und das Ortofon hält die jungen Pferde im Zaum.
Ein Allrounder, der auf noch höherem Niveau spielt als das 5P-CC ist hier noch nicht dabei gewesen.

Ändert sich das, wenn wir unsere Geldbörse ein wenig weiter öffnen und nachsehen, ob nicht doch noch ein paar grüne Scheinchen mehr zu finden sind?
Wenden wir uns einem solchen deutlich teureren Vertreter zu.

Furutech Ag 12

Furutech Ag 12.

Der erste Begriff, der mir beim Hören mit diesem Kabel in den Sinn kommt, lautet: Konsequenz.
Hier hat der Hersteller nicht nur eine Tür zu einer neuen Klangwelt aufgestoßen, hier ist er auch hindurch gegangen.

Alles – wirklich jeder Punkt, den es zu betrachten gibt, schenkt einem sofort das sichere Gefühl, dass Furutech nicht mit der Entwicklung aufgehört hat, bevor man nicht dieses überzeugende Klangergebnis erreicht hatte. Bass, Mitten, Höhen, Raum, Staffelung, Größen, Klangfarben, Volumen, Harmonie, Durchsichtigkeit, Präzision, Wärme, Emotionalität …

Ob es Anblasgeräusche sind, ob es leichte „Verzupfer“ sind, ob es ein Hall ist, der sich unter einem Schlagzeugbecken fängt, ob es das Holzmundstück des Saxophons ist, ob es die Bewegungen sind, die jemand mit Percussion-Instrumenten vollzieht …

Konsequent hat Furutech dafür gesorgt, dass eine solche Geldausgabe zu einem sinnvollen und herausragend zufriedenstellenden Ereignis führt. Ein Ereignis, dass uns nicht eine Sekunde daran zweifeln lässt, mit dem Kauf etwas Richtiges gemacht zu haben. Man adoptiert sozusagen die Furutech-Philosophie und ist mit sich und der Welt im Reinen.

Sofort wäre man bereit, ein Dokument zu unterschreiben, was dieses Tonarmkabel als „einfach nicht mehr zu toppen” bezeichnen würde.

Wäre da nicht …
Mein Blick geht in Richtung des Furutech Silver Arrows, was drei mal so teuer ist wie das 12 Ag.

Ist das nur so eine Laune der Furutech-Entwickler gewesen? Hat hier die Marketingabteilung beschlossen, dass man so ein Kabel braucht, um das Portfolio komplett zu haben?
Oder sollte dieses Kabel tatsächlich in der Lage sein, dem 12 Ag noch eins drauf zu setzen?
Die Antwort ist ganz einfach:
Wer nicht bereit und nicht in der Lage ist, 2.000,- € „nur für ein Tonarmkabel“ zu bezahlen, der sollte die Existenz dieses Kabels einfach ganz schnell vergessen und sich hier von mir nicht verrückt machen lassen.
So wie ein Aston Martin Lagonda oder eine Tourbillon von Lange & Söhne uns „völlig kalt lassen“ können, so wird auch dieses Tonarmkabel bei den meisten von uns ganz bestimmt nicht für schlaflose Nächte sorgen.
Die meisten Menschen haben eine angeborene Schutzfunktion in sich. Etwas, was man ganz bestimmt nicht haben kann, das will man auch gar nicht haben. Oder quält es Sie, dass Sie keine Yacht für ein paar Millionen Euro besitzen? Nicht wirklich, oder?

Und so ähnlich, wenn natürlich auch nicht mit solchen Ausmaßen, geht es uns mit diesem Silver Arrows. Das 12 Ag ist ein Traumkabel und in keiner Weise stellt es einen Kompromiss dar!

Es sei denn…

… ja, es ist einfach so wie es ist.
Wer sich die Aufgabe gestellt hat, einem echten Traumplattenspieler mit einem der besten Tonarmkabel das i-Tüpfelchen zu verpassen, der handelt sträflich, wenn er sich das Silver Arrows nicht wenigstens mal anhört.

Wenn ich mit diesem Kabel höre, geht mir folgende Szene nicht aus dem Kopf:
Da gibt es eine Edel-Disco in einer der Metropolen dieser Erde.
Als „Normalo“ kann man nur weit weg stehen und beobachten, wie selbst VIPs nicht einfach so hineingelassen werden.

Und jetzt kommt das Silver Arrows ins Spiel!

Rechts und links haken mich die beiden Besitzer dieser Edel-Disco unter und marschieren auf das Portal zu. Und wie durch Geisterhand öffnen sich alle Türen und man gewährt mir Einlass.

Bekloppte Assoziation, oder?

Aber ich bin mir sicher, dass Sie ein ähnliches Gefühl haben werden, wenn Sie Ihren Plattenspieler das erste mal mit dem Silver Arrows hören werden.
Mit diesem Kabel entsteht endlich aus einer Reihe von Tönen Musik, Geräusche sind plötzlich dazu da, uns in einen Raum „hineinsehen“ zu lassen. Musikstücke werden zu Kunst. Musiker zu Künstlern.
Hat man dieses Kabel an seinen Plattenspieler angeschlossen, bleibt nur noch eine einzige Frage offen:

 

„Wieso, wieso klingen nicht einfach alle Tonarmkabel so?“

Silver Arrows

Wir nehmen Ihr altes Kabel in Zahlung!

Sie würden auch gerne mal eines dieser (oder ein anderes?) Tonarmkabel ausprobieren, wissen aber nicht, was Sie dann mit Ihrem jetzigen Kabel anstellen sollen?
Wir geben Ihnen Recht, wenn Sie der Meinung sind, dass es zum “Rumliegen” ganz bestimmt zu schade ist!
Schreiben Sie uns eine e-Mail , beschreiben Sie uns Ihr vorhandenes Tonarmkabel und teilen Sie uns mit, welches Kabel Sie mit welchen Anschlüssen erwerben/testen möchten und wir machen Ihnen ein Angebot.

Gefällt Ihnen unser Angebot, senden wir Ihnen nach Zahlungseingang das gewünschte Kabel zu. Sie haben dann Zeit und Ruhe (bei dieser Aktion vier Wochen), beide Kabel miteinander zu vergleichen. Nach Ablauf der Zeit teilen Sie uns Ihre Entscheidung mit und senden Sie uns innerhalb von einer Woche (Versanddauer) eines der Kabel zu. Also entweder Ihr altes Kabel – oder das neue, weil es Ihnen nicht gefallen oder weil es nicht gepasst hat.
Noch am Post-Eingangstag werden wir den Kauf stornieren und Ihnen den gezahlten Betrag zurückzahlen.

Wird mir vom gezahlten Betrag etwas abgezogen? Wer trägt die Kosten für die beiden Versandwege? Wer trägt das Versandrisiko?
Diese Punkte sind vom Gesetzgeber geregelt.
Mehr dazu lesen Sie in unseren Allgemeinen Geschäftsbedingungen.

 

Auralic Aries Mini Teil 2

Auralic Mini schwarz

Auralic Aries Mini

 Auralic Netzteil

Auralic Aries Mini – Hörtest Teil 2

Den ersten Teil zu diesem Bericht finden Sie unter:   Link zum Teil 1

Endlich hatte ich Zeit, das „Spezial-Netzteil“ von Auralic auszuprobieren.
Herr Zingel vom Auralic-Vertrieb hat mir versichert, dass dieses Netzteil immer dann nicht (!) erforderlich ist, wenn man den Mini als reines Streaming-Gerät verwendet und das Wandeln der digitalen in analoge Signale einem externen Wandler überlässt.

Da ich das nicht vor hatte, schloss ich also sowohl das Spezial-Netzteil als auch das mitgelieferte Steckernetzteil an die gleiche Verteilerleiste an und beide Klinkenstecker lagen somit für einen Vergleich parat.

Wer sich Gedanken darüber machen will, wie sinnvoll es sein kann, einen Streamer für 499,- € mit einem Netzteil für 299,- € zu betreiben, der muss das jetzt noch schnell machen, denn nach dem Hören wird es für solche Überlegungen keinen Platz mehr geben.

Aber der Reihe nach.
Noch einmal kurz in den Auralic Aries Mini mit dem mitgelieferten Steckernetzteil hineingehört und schon heißt es Stecker raus und den anderen Stecker rein.
Hier schwebt jetzt natürlich die Frage im Raum, was denn dadurch wohl netzwerktechnisch geschehen wird. Findet der Mini das WLAN-Netz wieder? Findet der Mini meine Bibliotheken wieder? Findet er mein iPAD und umgekehrt?
Die eintönige Antwort auf alle Fragen lautet: Ja.
Es dauert nicht einmal eine Minute und alles ist genau so wie vorher.
Bis auf eine Sache!
Der Zugewinn in der Wiedergabe ist deutlich genug, um keinen A/B-Vergleich zu brauchen, den ich sowieso grundsätzlich nicht mag.
Da ist mehr Körper, mehr Raum, mehr Volumen, … es ist einfach von allem mehr.

Am Ende bleiben damit dann nur zwei Fragen:
Die erste lautet:  Wieso gehört dieses Netzteil nicht grundsätzlich zum Lieferumfang?
Die zweite lautet: Gibt es wirklich so viele Besitzer eines Auralic Mini, deren Anlage den Klangunterschied nicht hörbar machen würde?

Ich meine – entweder hat man einen Mini – weil der so toll klingt – dann hat man auch die dazugehörige Anlage, oder man hat so eine Anlage gar nicht, dann reicht auch ein Streamer für 200,- €, oder?
Also – eigentlich könnte ich den Bericht hier bereits mit folgender Aussage enden lassen:
Wer den Mini aus klanglichen Gründen gekauft hat und seinen internen Wandlerbaustein nutzt, der kommt ohne das Netzteil überhaupt nicht aus! Ein Zurück zum Steckernetzteil ist nach einer Hörprobe völlig ausgeschlossen!

Doch der Bericht ist hier noch nicht zu Ende – denn jetzt wird er erst mal so „richtig bekloppt“ !!

Und das kam so:
Während ich mir den Mini mit dem Super-Netzteil anhörte, schaute ich auf die Kaltgerätebuchse eines Stromkabels von Progressive Audio, um genau zu sein, von einem Power One. Den Stecker hatte ich von einem CD-Player abgezogen, um an die Verteilerleiste zu kommen.

Auralic Netzteil mit Kabel

Auralic Netzteil mit Kabel

Es dauerte eine Weile, doch dann war da auf einmal folgende Frage in mir: „Würde man es hören können, wenn ich jetzt dieses Power One an das Super-Netzteil anschließen würde?“
Das Super-Netzteil hat ja eine Kaltgerätebuchse als Stromeingang – mechanisch passen würde es also.
Aber kann ein Kabel von rund 1.000,- € preislich zu einem Netzteil für 299,- € passen, das dann einen Streamer für 499,- € beliefert? Nein, ganz bestimmt nicht!
Ich denke, wir sind uns alle darüber einig, dass das „völlig Banane“ wäre!

Aber geht es hier darum, was denn wohl klug und was schlau wäre?
Machen wir High-Ender nicht permanent Sachen, die „völlig Banane“ sind?
Geht es hier nicht eigentlich darum heraus zu finden, ob so ein Auralic Aries Mini klanglich zu „pimpen“ ist und wenn ja, dann wie und womit?
Und genau das habe ich getan.
Ich bin aufgestanden, habe das Progressive Audio Power One mit dem Netzteil verbunden, eine Minute brav gewartet und dann wieder hineingehört.
Sie ahnen, was passiert ist?
Sie glauben es mir aber nicht?
Ich gestehe es Ihnen zu!

Was da zu hören war, das gehört unbedingt in das Märchenbuch der High-Fidelity.
Und weil ich genau weiß, dass die allermeisten Leser mir hier ab sofort kein Wort mehr glauben werden, schreibe ich auch gar nicht mehr viel.
Nur noch das:
Wenn Sie in Ihrer Kette gute Stromkabel verwenden und eines davon gerade nicht brauchen, also z.B. das vom CD-Player oder so, dann schließen Sie es einfach mal an dieses Super-Netzteil an und hören Sie mal ganz kurz hinein.
Wenn Sie keinen Unterschied hören, dann seien Sie froh, stecken Sie einfach wieder das mitgelieferte Stromkabel in das Netzteil und alles ist gut.
Ich prophezeie Ihnen aber, dass Sie das Kabel am Mini lassen und Ihrem CD-Player ab sofort das Billig-Stromkabel zuteilen werden.

Falls Sie das ja nun auch wieder nicht fertig bringen und für den CD-Player ein weiteres gutes Stromkabel suchen, melden Sie sich doch einfach bei mir. Ich hab da was für Sie!
Vielleicht das Furutech FP314Ag?
Für rund 200,- Euro schalten Sie damit die „Fehlerursache Stromkabel“ einfach ab.

Fazit:
Wer sich einen Auralic Aries Mini gönnt und den internen DA-Wandler benutzt, der braucht dieses Super-Netzteil mit einem gescheiten Stromkabel dran.
Alles andere ist “Perlen vor die Säue geworfen”.
Denn dann reicht auch ein Streamer für ganz kleines Geld.

AURALiC Mini

AURALiC Mini

AURALiC Mini

Oder:  … wenn nicht sein kann, was nicht sein darf.

Lesen Sie hier einen Bericht über den Streamer „AURALiC Mini“ –
aber auch etwas darüber, wie eine CD gelesen wird,
über das Streamen an sich,
über das Rippen von CDs,
über Musik-Portale und über HighResAudio-Downloads.
Kurz: Lesen Sie etwas darüber, wie das Musikhören der nächsten Jahre aussehen könnte.

Und sorry!  Der Bericht ist mal wieder “etwas länger” geworden.

AURALiC Mini

Früher –

da haben wir uns doch tatsächlich Widerstände angehört!
Nein – keine politischen Parolen!
Sondern diese kleinen elektronischen Bauteile meine ich.

Sie hatten alle den gleichen Wert, sagen wir mal 30 Ohm.

30 Ohm sind 30 Ohm sagen Sie? Korrekt!
Aber erstens gibt es Toleranzen und zweitens gibt es Klangunterschiede.
Oder genauer:
Unterschiedliche Qualitäten führen zu unterschiedlichen Klangergebnissen.

„Military Quality“ –  das höchste der Gefühle!?
Jedenfalls nicht selten – genau die richtige Wahl!

Heute –

halte ich eine meiner Lieblings-Test-CDs in der Hand (Just Friends von LA4) – aber nicht, um sie gleich in einen sündhaft teuren CD-Player zu stecken, der mit „per Gehör selektierten Widerständen in Military-Quality“ vollgestopft wurde, sondern um sie in den externen Billig-DVD-Brenner zu stecken, der an meinem MAC angeschlossen ist.

Der Grund ist:
Ich soll das tun, um ihr zu noch besserem Klang zu verhelfen!

Haben Sie gerade lauter Fragezeichen vor den Augen?
Hatte ich auch!
Ich soll diese CD auf Geheiss eines guten Bekannten „rippen“, also mit einem Computer einlesen.
Die gerippte CD soll ich mir dann über den AURALiC Mini, einem Streamer für 499,- € Ladenpreis anhören –

… und ab dann angeblich die Welt nicht mehr verstehen – sagt er.

Ich verstehe sie jetzt schon nicht mehr.

Und was hat es eigentlich mit diesem AURALiC Mini auf sich?

Kaum jemand aus der Szene, ob Hersteller oder Vertreter, der in letzter Zeit nicht erwähnt hätte, dass er sich auch diesen AURALiC Mini angeschafft hat, anschaffen will …

Hab ich einen Trend verpasst? Ist da was völlig an mir vorbeigegangen?

Nun – jetzt nicht mehr, denn vor mir steht:  Ein AURALiC Mini!

Gehört das Runde wirklich in das Eckige?

Alles in mir wehrt sich immer noch dagegen, diesen audiophilen Silberling in diesen „Billigbrenner“ schieben zu müssen.
Aber ich überwinde mich.

Beim Rippen entziehe ich mich zunächst noch jeder berechtigten oder unberechtigten Diskussion über die weltbeste Ripp-Software und das weltbeste digitale Format und nutze stattdessen für diesen Test einfach die Bordmittel meines Betriebssystems.
Und die heißen in meinem Fall „iTunes“.
In angenehm kurzer Zeit sind alle Titel der CD gerippt und liegen mir nun als AIFF-Dateien vor.
Diese schiebe ich auf einen USB-Stick und den stecke ich hinten in den besagten AURALiC Mini  … und starte die Musik.

… und was ich jetzt höre, das haut mich tatsächlich vom Hocker! Ganz ehrlich!

Das ist nicht nur „ganz gut für 500,- Euro“ – es ist erstaunlich gut!
Nein, natürlich nicht so gut, dass wir jetzt alle unsere Plattenspieler oder edlen CD-Player wegschmeißen müssen, aber doch erheblich besser, als es eine solche Geldausgabe erwarten lassen würde.

Kann das sein?
Darf das sein?

Was genau ist der AURALiC Mini eigentlich?

Der AURALiC Mini ist ein Streamer.
Also ein Gerät, das digitale Dateiformate lesen, oder Musik aus dem Internet holen und wiedergeben kann. Gleichgültig, ob sie nun von einem Internet-Radio-Sender stammt, von der eigenen Festplatte kommt oder von einem Streaming-Portal.

Der Mini kann dabei eine überzeugend große Anzahl an Datei-Formaten lesen, jedenfalls alle, die zurzeit in audiophilen Kreisen angesagt sind und die, die noch angesagt sein werden – in ein paar Monaten oder Jahren vielleicht.

Er ist natürlich nicht der einzige Streamer auf dem Markt!
Schon unter 100,- Euro sind einige seiner Mitbewerber zu haben. Aber ihre Preise schrauben sich auch gern schon mal in luftige Höhen.

Um mit einem Streamer Musik hören zu können, brauchen wir auf jeden Fall noch einen D/A-Wandler. Denn der Streaming-Part öffnet ja praktisch nur die Datei. Im nächsten Schritt muss die digitale Information in eine analoge umgewandelt werden, damit wir sie hören können.
Auch D/A-Wandler gibt es in allen Preisklassen.
Welche Kombi ist hier wohl sinnvoll?
Das vermag ich jetzt noch nicht zu sagen, ich kenne den Mini ja noch gar nicht richtig.
Ich nutze deshalb erst einmal den analogen Ausgang des Minis, also seinen internen D/A-Wandler. Und selbst der macht seine Sache schon überzeugend gut!

Kann das sein?
Darf das sein?

Lassen sich nun CDs in einem Billig-Computerlaufwerk veredeln?

Zurück zu meiner CD.
Gibt es wirklich einen Trick, sie mit dem DVD-Brenner „veredeln“ zu können?
Nun, in gewisser Weise schon. Lassen Sie mich das erläutern.

Ausgangspunkt ist natürlich unsere CD, denn auf ihr ist ja die Musik gespeichert.
Die für alle CDs gültigen „technischen Daten“ lauten 44,1 kHz bei 16 Bit. Das ist das Maximum an Qualität, was wir von einer üblichen Musik-CD erwarten können.
Und selbstverständlich kann jeder CD-Player diese Datenmenge auch verarbeiten.

Die Anforderungen steigen – endlich!

In letzter Zeit jedoch wird die Forderung immer lauter, digitale Musik-Dateien mit besseren Werten zu verwenden, also z.B. mit 96 kHz bei 24 Bit. Manche fordern 192 kHz oder gar 384 kHz bei 32 Bit, was andere wieder für völligen Unsinn halten.

Eines haben die neuen Dateien jedoch sowieso gemeinsam:
Es passt nicht mehr genug Musik auf eine CD.
Um so große Dateien verkaufen zu können, muss nach einem neuen Vermarktungsweg gesucht werden, wobei sich wohl ein Download als beste Lösung erweist.

Und das ist jetzt irgendwie doppelt und dreifach doof.

Denn die Zielgruppe mit der größten Kaufkraft, also die Ü50-, wenn nicht sogar die Ü60-Generation – die steht zum großen Teil immer noch mit allem auf dem Kriegsfuß, was mit Computern, Tablets oder Smartphones zu tun hat.
Die will immer noch etwas „im Laden kaufen und mit nach Hause nehmen“.

Die jüngere Generation hat einerseits nicht genug Kohle – und andererseits auch keinen Anspruch mehr an die Musik-Qualität.
Genau diese „nachwachsende Zielgruppe“ hat man sich nämlich in den letzten 30 Jahren regelrecht versaut. Ihr hat man erzählt, dass man 90% der Musik einfach weglassen kann, weil wir angeblich sowieso nur 10% hören.

Wie will man diese Generation jetzt wieder für eine gute Musikwiedergabe gewinnen?

Nun, wir dürfen gespannt sein, was die Industrie sich da einfallen lässt.

Der gerade aufkommende und immer stärker werdende Trend, Original-Masterbänder in HighResAudio-Qualität anzubieten, ist dabei aus meiner Sicht ganz bestimmt ein guter Anfang! Erhöht dies doch den Druck auf die Tonstudios, mal wieder richtig gut aufgenommene Musik zu produzieren.

Zurück zu meiner CD:

Wie genau veredelt man sie denn nun mit so einem Billig-DVD-Brenner?

Die Antwort: Selbst der billigste DVD-Brenner kann möglicherweise „mehr Qualität“ von einer CD holen, als es der beste CD-Player vermag.

Dem HiFi-Vertreter bereiten nämlich die Stellen auf der CD echte Probleme, die er nicht “in Echtzeit” korrekt lesen kann. Ihm ist es nicht gestattet, diese „schwierigen Stellen“ einfach so lange neu zu lesen, bis er weiß, was dort für Informationen vorhanden sind!
Ähnlich wie ein Musiker in einem Orchester, der sich vertan hat, kann auch er nicht einfach “wieder zurück” und es erneut spielen, sondern Musiker wie auch CD-Player müssen so tun, als hätte es den Fehler nicht gegeben, damit der Musikfluss nicht unterbrochen wird.

CD-Player haben eine “künstliche Intelligenz”.

Der CD-Spieler besitzt hierfür so etwas wie eine „künstliche Intelligenz“ und füllt problematische Stellen einfach mit einem „ähnlichen Musikmuster“ aus.
Ein zum Original „ähnliches Musikmuster“ kann aber nicht authentisch sein, sondern wirkt sich immer klangverschlechternd aus.

Ein an den Computer angeschlossenes CD-ROM-Laufwerk nimmt jedoch beim Rippen der CD keine Rücksicht auf den Musikfluss.
Seine Aufgabe besteht darin, dem Computer die Daten der CD so korrekt und vollständig wie möglich zu übermitteln.
Wenn Stellen nicht eindeutig gelesen werden konnten, dann wird der Lesevorgang eben wiederholt – zur Not auch etliche Male – bis man die Information mit einer ausreichend hohen Genauigkeit erfasst hat.

Musik zu hören, ist mit diesem Verfahren undenkbar.

Hinweis:
Natürlich kann man auch mit einem CD-ROM-Laufwerk eine Musik-CD abspielen und dabei anhören, aber in dem Moment, da wir den „Player“ starten, wird aus dem CD-ROM-Laufwerk ebenfalls ein  „ganz normaler“ CD-Player, der sich genau so „intelligent“ die fehlenden Musikbereiche ausdenken kann und muss.

Wer jetzt glaubt, eine neue oder gut gepflegte CD hätte keine „Problemstellen“, der irrt sich!
Genau genommen, ist sogar die komplette CD eine einzige Problemstelle.

Schauen wir uns mal an, was beim Lesen einer CD geschieht.

Ein CD-Laufwerk schickt einen Laserstrahl in Richtung CD und misst mit einem Sensor die Menge des reflektierten Lichts. Die Oberfläche der CD wirkt wie ein Spiegel. Die Menge des reflektierten Lichts ist deshalb entsprechend hoch und der Sensor interpretiert diesen Zustand als den digitalen Wert „Null“.

Auf der CD befinden sich aber auch kleine „Hügel“ (die „Pits”), die den Laserstrahl in alle Richtungen zerstreuen und die zusätzlich durch die gewählte Höhe dafür sorgen, dass sich die reflektierten Wellen mit den ausgestrahlten Wellen auslöschen (Berg auf Tal, Tal auf Berg – Sie wissen schon).

Kommt zu wenig Licht beim Sensor an, interpretiert er diesen Zustand als den digitalen Wert „Eins“.
Schauen Sie sich zur Erklärung einmal folgende Zeichnung an. Die Wellenlinie zeigt die Menge des reflektierten Lichts an.

Sauber gelesene CD

Sensor erkennt eine “Null”

In der nebenstehenden Zeichnung sehen Sie die Phase, in der der Laserstrahl auf die spiegelnde Fläche trifft.

100%

Sensor erkennt eine “Eins”

Nebenstehend sehen Sie die Phase, in der der Laserstrahl auf ein Pit trifft.

Eins

Sensor erkennt einen Wechsel

Der Wechsel zwischen spiegelnder Oberfläche und Pit findet nicht „rechteckig“ statt, sondern es gibt ein Auf und Ab, weil sich ein Pit nun einmal erst komplett unter den Laserstrahl bewegen muss und ihn danach ja auch „fließend“ wieder verlässt..

50%

Es entsteht eine analoge Lichtwelle

Der Sensor im Laufwerk „sieht“ eine an- und absteigende Lichtmenge. Ab einer definierten Menge geht er davon aus, dass der Laserstrahl die spiegelnde Oberfläche der CD getroffen hat und damit kein Pit vorhanden ist. Nimmt die Lichtmenge ab, wird dies als Pit gewertet.
Jetzt kann man sich aber vorstellen, dass dieser Lesevorgang ziemlich leicht gestört werden kann.
Schließlich rotiert die CD im Laufwerk und vibriert natürlich dabei.
Vielleicht ist die CD aber auch schmutzig oder verkratzt?
Möglicherweise dringt störendes Fremdlicht in das Laufwerk ein oder der Laserstrahl wird im CD-Material ungünstig abgelenkt?
Können Sie sich noch daran erinnern, dass es mal „Mode“ war, die Kanten seiner CDs schwarz zu malen? So ganz dumm ist das gar nicht gewesen!
All diese Ursachen können nun also die Reflektion des Laserstrahls stören und zu falschen Ergebnissen führen.

unsauber

Diese Zeichnung zeigt uns eine ziemlich stark beeinflusste Lichtwelle, die das Lesegerät nun interpretieren muss. Hierfür gibt es ausgeklügelte Verfahren, die dem Modul bei der Entscheidung helfen. So „weiß“ dieser Wandler zum Beispiel, dass es in dem dargestellten Zeitrahmen gar keine elf unterschiedlichen Informationen geben kann.  Die Zeichnung zeigt uns 5 Pits – die in diese Zeitspanne nicht hineinpassen. Also geht das Modul her und streicht die „unwahrscheinlichsten“ Pits  (die kürzesten)  einfach weg.

Das größte Problem dabei ist wohl, dass Anfang und Ende der Pits nicht sauber getrennt werden können. Trifft das Modul eine Fehlentscheidung, passt das nächste Pit nicht so richtig in seine „Wahrscheinlichkeitsrechnung“ und wird möglicherweise ebenfalls unkorrekt interpretiert.

Und hier sind wir auch schon wieder beim großen Unterschied zwischen einem Computer-Laufwerk und einem CD-Player. Das Computerlaufwerk kann es sich „leisten“, eine nicht sauber lesbare Stelle immer und immer wieder neu zu lesen und die Information erst dann weiter zu geben, wenn es sich sicher genug ist, die Information korrekt gelesen zu haben.

Der Musikfluss hat beim CD-Player oberste Priorität

Für den CD-Player hat der Musikfluss absoluten Vorrang – und was er nicht genau genug lesen konnte, das „denkt er sich dann eben aus“.
Es ist also weder die CD, noch ist es die Qualität der Laufwerke die einen Unterschied ausmachen, sondern die Kombination aus der mechanisch/optischen Leseweise des CD-Players und der Verpflichtung, die Musik nicht zu unterbrechen.
Liegt die Musik dagegen als Datei auf unserem Speicher – und das logischerweise am besten auf einer SSD – dann haben wir die Probleme eines CD-Players eliminiert.

Zusammenfassung:
Bemerkt ein HiFi-CD-Player einen Fehler, muss er so tun, als gäbe es ihn gar nicht und einfach „irgendetwas“ weiterspielen – auch wenn es nicht das ist, was eigentlich auf der CD drauf ist.
Bemerkt ein Computer beim Rippen einen Fehler, lässt er die Stelle auf der CD eben noch einmal lesen. Ist die fehlerfreie Datei dann auf einer SSD-Festplatte gespeichert, gibt es keine Lesefehler mehr.

Vertrauen ist gut – Kontrolle ist besser!

Nutzt man nun zum Rippen spezielle Computer-Programme (EAC, XLD …), kommt sogar noch eine weitere „Kontroll-Instanz“ hinzu.
Wer nämlich mit ihnen eine CD rippt, der baut eine Online-Verbindung zu der Vergleichs-Datenbank AccurateRip auf. Alle anderen Nutzer – weltweit – die vor uns mit einer solchen App bereits die gleiche CD gerippt haben, die haben ihre Ergebnisse als Vergleichsmuster in dieser Datenbank abgelegt.

Wurden durch diese Datenbank anfangs nur Kontrollsummen (CRC-Prüfsummen) verglichen, geht die neuere „CUETools-Datenbank” (CTDB) noch einen Schritt weiter und kann fehlerhaft gelesene Sektoren erkennen und die Fehler durch die korrekten „Referenz-Sektoren“ ersetzen oder uns zumindest anzeigen.
Die Qualität dieses Dienstes wächst mit jedem Nutzer und jeder eingelesenen CD und er sollte wohl noch seine beste Zeit vor sich haben.

Da kann der CD-Player nur neidisch blicken!

Ein High-End-CD-Player wird aber auf solch eine Lösung immer nur neidisch blicken können. Ihm fehlt die Zeit für solche Kontroll-Mechanismen!

Fazit:
Wir müssen erkennen, dass es beim Rippen nicht darauf ankommt, ein besonders gutes und teures Laufwerk zu verwenden, sondern es reicht, ein gutes Program zu verwenden, das unsere Lese-Ergebnisse mit einer Online-Datenbank abgleicht und uns auf Fehler aufmerksam macht.

Kommen wir zurück zum AURALiC Mini

Dass er uns gerippte CDs in einer hervorragenden Qualität reproduzieren kann, das hat er mir schnell und eindrucksvoll unter Beweis gestellt.
Aber was kann er denn sonst noch so, der Mini?

Als „Ausstattungswunder“ ist er ja nicht gerade zu bezeichnen.
Wenn wir seine Feature-Liste betrachten, kann er nicht einmal gegen ein Apple-TV  für rund 75,- € bestehen.
Das ATV kann nämlich im Gegensatz zum Mini nicht nur Musik streamen, sondernd auch Bilder, Videos, DIA-Shows, Youtube-Filmchen und noch eine Menge mehr.
Kein Wunder also, dass es der Mini in manchen Foren derzeit schwer hat und sich dort mit verbalen Fußtritten malträtiert sehen muss.

„So teuer und dann auch noch aus China?“

Ein solches Vorurteil – dass auch von mir stammen könnte, entpuppt sich beim AURALiC Mini aber als Fehler.
Im Vergleich zu anderen Mitbewerbern, die ebenfalls im reinen Musikbereich bleiben, kann er dann schon allein mit der Menge der digitalen Formate, die er beherrscht, einen deutlichen Punktsieg einfahren:

Herstellerangaben zu den Formaten:
AAC, AIFF, ALAC, APE, DIFF, DSF, FLAC, MP3, OGG, WAV, WV und WMA
Herstellerangaben zu den Abtastraten:
PCM 44,1 – 384kHz mit 16 – 32 bit, DSD 64,128, 256

Wer den Mini als Gesamtpaket betrachtet, muss erkennen, dass er wohl niemals dafür gebaut worden ist, sich gegen irgendwelche Multiroom-Multimedia-Kommerz-Produkte behaupten zu müssen.
Seine Zielgruppe ist vielmehr die audiophile Gemeinde, deren Portemonnaie weder Hose noch Jacke ausbeult, denn für den Anspruch, den er erfüllen kann, ist er ein echtes Schnäppchen.
… und den Vergleich mit deutlich teureren Streamern braucht er auch nicht zu fürchten.

Let`s have a look

Schauen wir uns das Teilchen doch einfach mal genauer an.
Das Symbol eines angebissenen Apfels suchen wir vergebens – aber es würde hier durchaus auch gut auf den Deckel passen!

Mini Rückseite

Auf der Rückseite findet man folgende Anschlüsse:

  • Die analogen Cinch-Ausgänge, denn der Mini hat ja bereits einen Wandler integriert.
  • Einen digitalen Cinch-Ausgang
  • Einen digitalen optischen Ausgang
  • Zwei USB-Anschlüsse
  • Einen Netzwerkanschluss

Vorne gibt es drei Bedienelemente – das war`s.
Intern gibt es dann noch WLAN und Bluetooth als drahtlose Verbindungen und einen Slot für eine Notebook-Festplatte.
Eine Fernbedienung gibt es nicht.
Allerdings gibt es eine kostenlose App namens Lightning DS für Android und Apple und die App findet man sogar im App-Store.

Die Inbetriebnahme

Die erste Inbetriebnahme ist ein Kinderspiel, wenn man sie mit der nötigen Portion Gelassenheit angeht. Mit Hektik bringt man hier nur das durcheinander, was sich ganz von alleine konfiguriert.
Sobald das Gerät ans Stromnetz angeschlossen wird, beginnt der Mini nämlich damit, ein eigenes WLAN-Netz aufzubauen. Diesem Vorgang sollte man am besten überhaupt keine Beachtung schenken, sondern einfach mal 10 Minuten gar nichts tun. Nach abgeschlossener Erst-Installation fügt sich der Mini nämlich gerne in das vorhandene WLAN-Netz ein.
Wer seiner Erfahrung und seinem Gefühl folgt und meint, er würde dem Mini etwas Gutes tun, wenn er auf die Netzwerkkabel-Verbindung zurückgreift, der macht möglicherweise einen Fehler.
Der Vertrieb empfiehlt nämlich den WLAN-Betrieb, weil hierdurch eine völlige elektrische, also galvanische Trennung der Geräte stattfindet.

Sein Passwort für das Heimnetz sollte man also parat haben.
Ist die Integration abgeschlossen, geht es an die Einbindung der Musik-Bibliothek.
Hat man eine solche nicht – ist man eigentlich auch schon fertig.

Auf der linken Seite der App findet man ein Menü mit mehreren Icons.
Ein Eintrag davon ist für das Internetradio.
Mit einem Klick auf das Symbol erscheinen rechts unzählige Radiosender und damit ist es dann auch schon vorbei mit der Ruhe im Haus.  🙂
Doch nur zum Radiohören kauft man sich natürlich keinen AURALiC Mini.

Ich habe ein NAS, also einen Netzwerkspeicher und darauf eine eigene Partition für Musik, die ich vor mehr als 15 Jahren mal zusammengestellt habe. Die Qualität ist gruselig, weshalb ich davon auch schon ewig nichts mehr hören wollte.
Hier geht es mir aber mehr darum herauszufinden, wie schnell der Mini, bzw. die Lightning DS-App, diese Bibliothek erfasst.

Wie ein Rennwagen!

Und an dieser Stelle muss man dem Mini ein riesiges Lob aussprechen. So rasant hat bisher noch kein einziges Programm bei mir eine Bibliothek mit rund 600 GB MP3-Dateien durchforstet und erfasst.

Wer seine Musik auf externen Festplatten oder Sticks gespeichert hat – kommt genau so schnell, wenn nicht sogar noch schneller zum gleichen Erfolg. Einfach eine der beiden USB-Buchsen verwenden und die Integration starten.

Wer jedoch mit dem AURALiC Mini seine Streamer-Ära starten will, der baut am besten noch schnell eine interne Notebook-Festplatte ein (hier ist natürlich eine lautlose SSD die erste Wahl!!) und kann dann dort auch gleich seine Musik speichern. (Datensicherung aber nicht vergessen!!)

Und die Musik-Portale?

Kommen wir zum nächsten Schritt, besser gesagt zum nächsten Icon, das für Musikportale steht.
Zunächst bin ich enttäuscht, dass ich hier Spotify nicht finden kann.
Ich nutze halt Spotify – die Qualität hat mir bisher gereicht und ich habe etliche Playlisten erstellt. Weihnachten mit Kindern, irischer Abend, Titel, die ich mir nochmal anhören möchte …
Spotify – das ist für mich schon Musik-Konsum – aber auch Kennenlern-Möglichkeit — für das Genießen habe ich sowieso andere Dinge!

Ich sehe ein Icon für TIDAL und natürlich weiß ich, dass sich dahinter ein Portal für Musik in besserer Qualität verbirgt, als man sie bei Spotify bekommt. Daneben sieht man die Icons für WIMP und für Qobuz.
WIMP ist der Vorgänger von TIDAL und es wundert mich, dass ich es hier noch finde. Nach einem Klick auf das Symbol gelangt man zu einer Seite, auf der man seinen WIMP-Account in einen TIDAL-Account umwandeln kann – nun gut.

Ich hatte bisher beides nicht, denn TIDAL oder WIMP über ein Apple-TV zu hören, das wäre ja wohl Perlen vor die Säue geworfen.
Die Anmeldung bei TIDAL geht schnell und unkompliziert vonstatten – es gibt einen Monat als Probe-Abo für lau – das ist jetzt genau das richtige.
Wer Spotify gewohnt ist, findet sich bei TIDAL zunächst nur schwer zurecht – das gilt jedenfalls für mich.
Die Musikangebote auf den Startseiten lassen unschwer erkennen, wer als Geldgeber hinter TIDAL steckt, aber das Angebot ist auch darüber hinaus erstaunlich vielfältig.

Ich starte also ein paar Songs – und bin zutiefst enttäuscht!

Das soll besser sein als Spotify?
Im Leben nicht!

Dafür soll ich doppelt so viel bezahlen wie für Spotify?
Im Leben nicht!
Der AURALiC Mini soll beim Streamen besser klingen als ein Apple-TV?
Im Leben nicht!

Doch lassen Sie mich das alles hier gleich auflösen – der Dumme  – bin eindeutig ich.
Ich bin nämlich davon ausgegangen, dass TIDAL mir automatisch die versprochene beste Qualität anliefert.
Doch dem ist leider nicht so!
Ohne eine entsprechende Konfiguration meines Accounts steht nämlich alles auf „Normal“, also auf MP3 – und da gibt es logischerweise keinen Qualitätsunterschied zu Spotify. Erst nachdem man das Häkchen bei „HiFi“ gesetzt hat, tut sich eine andere Klangwelt auf.

Wer hat uns eigentlich MP3 angetan?

Und diese “HiFi-Qualität” setzt sich derart deutlich von der MP-3-Qualität ab, dass ich mich einerseits frage, wieso wir uns eigentlich diese MP3-Dateien gefallen lassen und uns nicht mit aller Kraft gegen sie wehren und andererseits, ob jetzt nicht doch HighResAudio noch einen weiteren „Klangschub“ auf Lager haben könnte.

Wie komme ich aber jetzt an ein paar HighResAudio-Dateien?

Tja – und da nützen mir meine suchenden Blicke, die durch meinen Raum gleiten – gar nichts! Ein solch hoch aufgelöstes Digitalformat hat bisher den Weg zu mir noch nicht gefunden.
So etwas gibt es nicht auf Datenträgern zu kaufen. So etwas muss man „downloaden“ und kann es dann auf einer Festplatte speichern.

Das ist nicht gerade billig – meine ersten Ausflüge auf die Seiten der HighResAudio-Anbieter ergaben dann auch locker mal so 25,- Euro für ein Uralt-Album von Simon and Garfunkel.
Zu teuer – meine Meinung.

Aber – gab es in dem Portal-Menü vom AURALiC nicht noch ein drittes Icon?
Ich schaue nach und da ist es:

Qobuz !

Seltsamer Name, den werde ich mir wohl schwer merken können.
Laut Wikipedia verbirgt sich dahinter ein fernöstliches Musik-Instrument – aber auch davon hatte ich noch nie etwas gehört.

Bevor ich mich bei „so etwas“ anmelde, googele ich natürlich erst und  – ach Du Schreck:
„Qobuz insolvent“ – „Qobuz pleite“ steht da an erster Stelle.

Ich lese die Berichte und erfahre, dass es Ende 2015 (und das ist ja gerade mal ein paar Wochen her) eine Übernahme gegeben hat. Ein französischer Geldgeber pumpt soeben insgesamt 12 Millionen Euro in „sein neues Portal“. Das lässt wieder hoffen, wenigstens für ein paar Jahre.
Ich besuche also die Qobuz-Seite und irgendwie gefällt sie mir.

Das Musik-Angebot ist toll!
Es gibt viel Klassik, was auf Spotify ja mal gar keinen Spaß gemacht hat, aber auch die Pop-Rock-Indie-Musik, die mir liegt, ist ziemlich stark vertreten. Zum Teil sogar umfassender als bei Spotify. Weltmusik? Auch kein Problem! Das ist wirklich prima!

Die einfache Aufmachung ist gefällig!
Natürlich muss man sich auch hier umstellen, wenn man von Spotify kommt – aber mal ganz ehrlich! Wie oft musste ich mich denn in den letzten Jahren selbst bei Spotify schon umstellen!? Und dass alles immer besser geworden ist, kann ich auch nicht sagen.

Der redaktionelle Teil ist klasse!
Es gibt viel zu lesen – über die Künstler – über die Musik – über Abspielgeräte … Es macht Spaß, sich auf dieser Seite aufzuhalten und neben dem Musikhören zu surfen.

Da ist sie ja – die Quelle für meine HighResAudio-Dateien!

Und ich kann meine Lieblingsmusik auch kaufen!
Sie meinen, es sei hirnrissig, Musik zu kaufen, die man innerhalb seines Abos uneingeschränkt streamen kann?

Ja – da haben Sie grundsätzlich wohl Recht – aber hier bei Qobuz kann ich die Titel als HighResAudio-Dateien herunterladen!
Und der Preis dafür ist akzeptabel!
Im Schnitt liegt so ein Album hier bei 15,- Euro.
Und wenn ich das „Sublim-Abo“ wähle, bekomme ich sogar noch mal so etwa 5,- Euro pro Album Nachlass – na, damit sollte man doch leben können, oder?
Ein Album in Masterband-Qualität für „nen Zehner“?
Akzeptiert!

Insgesamt bietet uns Qobuz drei verschiedene Abo-Modelle an:
Premium
Das ist Spotify-Qualität zum Spotify-Preis.
HiFi
Das ist TIDAL-Qualität zum TIDAL-Preis.
Ein Zufall?
Wohl eher nicht.
Das interessanteste Angebot jedoch hört wie schon gesagt auf den Namen Sublim.

Sublim –
steht für das „Erhabene“, also für etwas Großes, Außergewöhnliches.

Tatsächlich scheint mir der Name durchaus passend gewählt zu sein, denn wer bereit ist, seinen Jahres-Abo-Betrag vorab zu bezahlen, der bekommt für 219,99 €/Jahr nicht nur einen Nachlass von fast 10 % auf den Abo-Preis, sondern noch diesen erstaunlichen Rabatt auf seine  Downloads dazu.

Ich habe mich jedenfalls gleich mal bei Qobuz angemeldet.
Spotify brauche ich nicht mehr – tschüss MP3!!!!

Und eine SSD habe ich auch gleich in den Mini eingebaut.
Als nächstes will ich mir das “bessere Netzteil” ordern …

… hm – jetzt hat es doch tatsächlich ein digitales Produkt geschafft, mich für sich einzunehmen?
… und ich schäme mich gar nicht dafür?

Tja – genau so ist es. Tue ich nicht!

ssd

Obwohl ich die Kritiken an den Mini verstehen kann – denn wer nicht über eine wirklich gute Stereoanlage verfügt, der kann nicht verstehen, was an einem Mini “so toll” sein soll, steht für mich fest, dass der Mini seinen festen Platz in meinem Wohnzimmer eingenommen hat.
Für Bilder und Videos habe ich ja mein Apple TV.

Sollten Sie gerade im Begriff sein, sich einen teuren Streamer oder CD-Player zuzulegen, kann ich Ihnen nur empfehlen, sich den AURALiC Mini trotz aller Vorbehalte vorher (!) einmal anzuhören.
Möglicherweise haben Sie urplötzlich mehrere tausend Euro für Festplatten und Downloads über!

Wenn Sie Lust darauf bekommen haben, die in diesem Bericht geschilderten Aussagen einmal selbst zu prüfen, dann kommen Sie doch bei uns vorbei und hören sich das gute Stück bei uns an!

Oder bestellen Sie doch gleich Ihren eigenen AURALiC Mini!

Null Risiko!

Wenn er Ihnen nicht gefällt, schicken Sie ihn uns wieder zurück! So einfach geht das!

Das einzige Problem bei diesem Teil ist, dass derzeit mehr Bestellungen vorliegen als Geräte produziert werden können.
Ein wenig Geduld ist also schon angesagt.

AURALiC Mini

Pro-Ject Super-Packs

Pro-Ject Xtension10

Pro-Ject schnürt die Super-Packs!

 

Können Sie sich vorstellen, dass Ihnen jemand einfach so …

… einen funkelniegelnagelneuen Tonarm schenkt?
… ein neues Laufwerk billiger anbietet, als es gebraucht kosten würde?
… einen Traum-Tonabnehmer günstiger dazu gibt,
als der “Vernunfts-Tonabnehmer”
gewesen wäre?

Nein?
Na  – dann müssen Sie unbedingt weiterlesen:

 

 

SP

Lauter Milchmädchen-Rechnungen?

Ja, klar!

Natürlich sind das Milchmädchenrechnungen!

Aber sie gehen auf!

 Und wie!

Pro-Ject RPM 5.1  9cc  für 950,- statt 1.100,- Euro!

Möchten Sie mal eben schnell 160,- Euro sparen?

Der RPM 5.1 9cc mit einem Magnetsystem von Ortofon (2M Silver) ist das günstigste Pro-Ject-Super-Pack.
Und das Phonokabel für eigentlich 115,- Euro ist natürlich auch schon im Preis enthalten.

Klicken Sie auf das Photo und Sie gelangen direkt zur Produktbeschreibung.

RPM 5.1 SP

Xperience 9 Acryl SP

Pro-Ject Xperience SB Acryl 9cc Evolution
mit Ortofon 2M Bronze für 1.295,- statt 1.510,- Euro!

Das sind dann mal eben schlappe 215,- Euro, die mehr in Ihrer Kasse bleiben.

Am besten, Sie klicken auf das Foto und ordern es gleich, dann haben Sie es auf jeden Fall noch vor dem Fest und können Heiligabend endlich mal wieder “Platte hören”.

Und bedenken Sie:  Für alle Super-Packs haben wir die Versandkosten abgeschafft! Und wenn Sie es abholen wollen, dann vereinbaren Sie einfach einen Termin mit uns. Schon zwei Werktage nach Ihrer Bestellung halten wir es hier für Sie bereit!

 

Pro-Ject Xperience SB 9cc Evolution
mit Ortofon 2M Bronze für 1.395,- statt 1.610,- Euro!

Suchen Sie sich doch einfach ein tolles Design aus! Ganz bestimmt ist etwas für Sie dabei!

Bei einem Plattenspieler legen Sie einen ganz besonderen Wert darauf, dass alles richtig montiert und justiert ist?

Genau wie wir!  Auf Wunsch wird jeder Plattenspieler von uns ausgepackt, kontrolliert, montiert und noch einmal justiert.
Und bei jedem Super-Pack-Angebot selbstverständlich kostenlos!!!

Xperience SB

Pro Ject RPM 9

Pro-Ject RPM 9 Carbon mit 9cc Evolution 5P
und Ortofon Quintet Bronze für 2.300,- statt 2.700,- Euro!

Ein tolles Laufwerk zu einem wirklich tollen Preis!
Mit einem tollen Tonarm und einem tollen System.

Toll! Toll! Toll!

Oder nicht?

Pro-Ject Xtension 9 mit 9cc-Evolution und Quintet Black
für 2.600,- statt für 3.100,- Euro.

Mein ganz besonderer “Liebling” unter den Super-Packs mit einem wunderbaren Tonabnehmer.
Damit bleibt Ihnen nichts verborgen.

Und der Plattenspieler – eine optische Augenweide.

Genau passend dazu:  Der umfassende AUDIOSAUL-Service!
Was wünschen Sie? Nur Versand oder das “volle Programm”? Wählen Sie!

Xtension 9

Xtension 10

Pro-Ject Xtension 10cc Evolution mit Cadenza Black
für 4.490,- statt für 5.725,- Euro!

Bei einem Plattenspielerkauf mal eben 1.235,- Euro sparen können?
Nur weil so ein Plattenspieler-Hersteller Spaß daran gefunden hat, durch gute Angebote sicher zu stellen, dass nicht an der falschen Stelle gespart wird?

Bravo Pro-Ject!  Alles richtig gemacht!

Es treibt einem HiFi-Händler immer wieder den Schweiß auf die Stirn, wenn auf Superlaufwerken Tonabnehmer für wenige Hundert Euro zum Einsatz kommen oder sündhaft teure Lautsprecher mit “Klingeldraht” verbunden werden.

Pro-Ject zeigt hier Weitsicht und sorgt dafür, dass ein außergewöhnliches Laufwerk auch ein außergewöhnliches System bekommt.
Denken Sie keine Sekunde über dieses Super-Pack nach, wenn Sie dieses Laufwerk sowieso gerade kaufen wollten!
Klicken Sie auf das Foto, wechseln Sie zur Bestellseite und schnappen Sie sich dieses Cadenza Black, so lange es diese Super-Packs noch gibt!

Pro-Ject Signature 10 mit Signatur-Tonarm und Ortofon Windfeld Heritage
für 6.995,- statt für 8.520.- Euro!

Als Pro-Ject die Super-Pack-Aktion ins Leben rief, vermutete ich, dass man die “unteren Preisklassen” mit Tonabnehmer-Großeinkäufen noch attraktiver machen wollte, als sie es ohnehin ja schon sind.
“Niemals wird Pro-Ject das auch für die größeren Modelle anbieten!” – so war meine Überzeugung.

Können Sie sich vorstellen, wie überrascht ich war, als ich dieses Super-Pack hier entdeckt habe!?

Nein! Natürlich ist das Angebot hier nicht billig!
Oder doch?

 

 

 

Signature

Hörbericht Ortofon – Pro-Ject

Pro-Ject Signature10_2

Foto SP

Hörbericht Ortofon / Pro-Ject

Laufwerk:  Pro-Ject Xtension Superpack
Tonarme:  4x  Pro-Ject 10cc-Evolution
Tonabnehmer:  Ortofon  Quintet Bronze, Quintet Black, Cadenza Black, Windfeld Heritage

Meinen ersten großen Analog-Hörbericht habe ich mit der Aufforderung an Sie abgeschlossen, mir Ihre Wünsche für weitere Hörberichte zukommen zu lassen. Der Name Ortofon viel dabei so häufig, dass ich Armin Kern von Audio Trade darüber informierte.
Heute schaue ich auf meine HiFi-Bank und Armin Kern hat mir kein kleines Aufgabenfeld dagelassen:
Mein Blick führt mich zu einem Pro-Ject Xtension Evolution Laufwerk aus einem „Super-Pack“ und drei (!) weitere 10“ Pro-Ject-Evolution-Tonarme.
Damit stehen mir insgesamt vier Ortofon-Tonabnehmer zum Vergleich zur Verfügung:

  1. Das Cadenza Black aus dem Super-Pack ( Einzelpreis 2.200,- Euro)
  2. ein Quintet Bronze (600,- Euro)
  3. ein Quintet Black (800,- Euro)
  4. ein Windfeld Heritage (3.270,- Euro)

Das Laufwerk ist ein klassisches „Kistenlaufwerk“, wobei diese „Kiste“ nicht wie üblich die Tonarmautomatik und Antriebseinheiten in sich birgt, sondern resonanzvernichtendes Granulat. Es ist also eher ein „dickes Anti-Resonanz-Board“ als eine hohle Kiste, wovon sich Zweifler gerne auch überzeugen und es mal anheben dürfen.

Dieses Gehäuse ruht auf vier äußerst stabilen und magnetunterstützten Füßen, die man in der Höhe justieren kann. Selbst einem „ordentlichen Trittschall“ dürfte es damit kaum gelingen, diese magnetisch erzeugte Luftschicht zu durchdringen und sich ins Klanggeschehen einzumischen.
Nachdem man jahrelang gerne zu „Waffeleisen“ oder gehäuselosen Design-Objekten griff,  scheint es verstärkt wieder eine Nachfrage nach klassisch anmutenden Gehäusen zu geben.
Setzt das Pro-Ject-Laufwerk hier einen neuen Trend oder folgt es ihm?
Die Antwort ist nicht relevant.

Pro-Ject 10cc

Pro-Ject 10cc-Evolution Tonarm

Schick sieht sie aus, diese Carbon-Oberfläche, die in vielen Lifestyle-Bereichen zum Einsatz kommt, immer dann, wenn etwas sowieso schon Edles richtig dekadent gemacht werden soll. Hier dient sie nicht nur als Oberflächen-Veredlung sondern bildet das Material der Wahl – durch und durch.
Wer nun nach einem kurzen Betrachten des Arms drauflos schimpft und sich darüber ärgert, dass mal wieder eine Headshell übergangslos in das Tonarm-Rohr „hineinfließt“, ohne einem die Chance einzuräumen, den Azimuth zu verändern, der muss sich nur mal kurz die Bedienungsanleitung schnappen. In ihr erfährt er, dass Pro-Ject diese Funktion nach hinten in das Lager verfrachtet hat. Da gibt es eine kleine Madenschraube, die man lösen kann. Nach der korrekten Azimutheinstellung zieht man sie wieder fest und aus die Maus.

Einen Bericht zum Thema Azimuth finden Sie hier.

Zurück zum Pro-Ject-Tonarm.
Es gibt ein Gegengewicht, eine Antiskating-Vorrichtung mit einem kleinen Gewicht und drei Kerben im Ausläufer, also zum Glück keine Federlösung.

Einen Bericht zum Skating/Anti-Skating finden Sie hier.  (Ist noch nicht online – folgt aber bald!!!)

Der Arm steckt in einem festen, runden Fuß, bei dem ich die Tonarmhöhe dadurch einstellen kann, dass ich zwei Inbusschrauben löse und nach korrekter Einstellung wieder fixiere.
Eine Skala oder eine Rändelschraube, die mir die Einstellungen erleichtern würden, findet man nicht, sie sind aber auch nicht wirklich notwendig.

Eine in dieser Preisklasse positiv auffallende Besonderheit, die bei teureren Tonarmen zur Selbstverständlichkeit gehört, ist die Feststellung, dass beim Pro-Ject-Arm die Masse der Innenverkabelung nicht mit auf einen Kanal gelegt worden ist.

Diese Masseführung ist bei Tonarmen grundsätzlich ein Problempunkt und wie man es auch macht – man macht es immer verkehrt.
Ein Tonabnehmer hat vier Pole, für rechts und links jeweils ein mal „Plus“ und ein mal „Minus“, macht vier.
Oft kommt es aber aus unterschiedlichen Gründen zu einem Brummen.
Eine Möglichkeit, dieses Brummen zu beseitigen oder zu verhindern, liegt darin, einen fünften Pol, also die „Masse“ an einen Minuspol (rechts oder links) mit anzulegen und ihn am Phonoteil mit der Erdungsklemme zu verbinden.

Unabhängig davon, ob diese Maßnahme zum Ziel führt, wird es von nun an aber unmöglich, den Tonarm symmetrisch, also per XLR-Stecker an ein symmetrisch arbeitendes Phonoteil anzuschließen, weil ein symmetrisch aufgebautes Gerät zwingend eine Trennung zwischen den Signalführungen und der Masse benötigt.

Der Pro-Ject-Arm ist darauf vorbereitet und freut sich also über den Anschluss an ein symmetrisch arbeitendes Phonoteil.

SP

Das Super-Pack

Wie erwähnt – gehören zu diesem „Super-Pack“ ein 10CC-Evolution, ein Cadenza Black und ein hervorragendes Phonokabel zum Xtension 10 in Olive und das macht die Einheit hier gerade zu einem echten Knaller!

Das Cadenza schlägt mit einem Preis von 2.200,- Euro zu Buche. Betreibe ich also das beliebte Spiel des Herunter-Rechnens und ziehe 2.200,- Euro vom Gesamtpreis von 4.490,- Euro ab, komme ich auf ein Zwischenergebnis von 2.290,- Euro. Ziehe ich hiervon noch den Tonarm mit 885,- Euro ab, bin ich bei 1.405,- Euro für das Laufwerk und das Tonarm-Kabel.

Und da muss ich doch tatsächlich sehr lange überlegen, um dem Xtension in dieser Preisklasse ein adäquates Laufwerk gegenüberstellen zu können. Nicht einmal auf dem Gebrauchtmarkt fallen mir da spontan Plattenspieler ein, die in der gleichen Liga spielen würden.
Also wenn Sie gerade mit dem Gedanken spielen, sich so ein richtig tolles Laufwerk im klassischen Design zuzulegen, dann sollten Sie sich dieses Super-Pack genauer anschauen!

Bronze

Ortofon Quintet Bronze

Kommen wir nun zu den Tonabnehmern und beginnen wir mit dem günstigsten System, dem Quintet Bronze für 600,- Euro.

Die technischen Daten finden Sie auf der Seite
http://www.audiotra.de/startseite/marken/ortofon2/mc-tonabnehmer/mc-quintet-bronze/

Das Bronze habe ich bereits in der Kombination mit dem AVID-Sequel und SME M2-9-Tonarm beschrieben.
Auf dem Pro-Ject-Laufwerk bestätigt sich der Eindruck in fast allen Bereichen. Man hört zwar, dass die Dämpfungseigenschaften des Laufwerks ihre Wirkung zeigen (oder ist es der Tonarm?) und man noch einmal einen getrennten Test darüber starten muss, ob es „genau richtig“ oder „zuviel“ bedämpft, aber unabhängig von diesem Ergebnis ist es nichts, was in eine Gesamtbetrachtung mit einfließen würde. Im Umkehrschluss sorgt diese Bedämpfung nämlich für festere Körper und damit klarere Umrisse um die Instrumente und außerdem für etwas mehr Volumen.

Das Bronze bleibt für mich damit ein Favorit für alle, die auf keinen Fall einen Sound akzeptieren können, sondern die einfach nur „ein Fenster öffnen möchten, um zu sehen, was es zu sehen gibt“.

QB

Quintet Black

Ich entferne den Tonarm und montiere den zweiten 10CC-Evolution mit einem verbauten Quintet Black. Es ist bereits perfekt justiert und ich brauche lediglich die korrekte Tonarm-Höhe einzustellen.
Angesichts der geraden Kanten der Quintet-Tonabnehmer ist die Justage und vor allem die Einstellung der Tonarmhöhe ein Kinderspiel.

Irgendwie kann ich es mir nicht verkneifen auf die Gehäuseform zu sprechen zu kommen. Wer sie betrachtet, der wird unweigerlich davon überzeugt sein, dass Lego da seine Finger mit im Spiel gehabt hat. 🙂

Die technischen Daten des Quintet Black finden Sie unter:
http://www.audiotra.de/startseite/marken/ortofon2/mc-tonabnehmer/mc-quintet-black/

Zuerst gilt es hier wieder, den korrekten Abschlusswiderstand zu finden.

Einen Bericht über den Abschlusswiderstand finden Sie hier.

In den 80-ern hat Ortofon steif und fest behauptet, es gäbe kein wirklich gutes System, das man mit mehr als 30 Ohm abschließen kann. Als Audio-Technica dann anfangs der 90-er den Gegenbeweis anstellte und Ortofon Marktanteile wegnahm, besann man sich bei Ortofon und entwickelte ebenfalls Tonabnehmer, die mit 100 Ohm abgeschlossen werden mussten.

Heute hat sich das wieder ein wenig zurückentwickelt und für die beiden Quintets lautet die Empfehlung:  >20 Ohm.
Wirklich viel kann man mit diesen Angaben nicht anfangen, weshalb ich es zunächst im Leerlauf betreibe, also mit 47 KOhm.

Eine solche Maßnahme ist immer dann recht dienlich, wenn man den korrekten Abschlusswert nicht kennt. Im Leerlauf zeigen die meisten MC-Systeme mindestens 90% Ihrer Fähigkeiten, vor allem deuten sie aber schon mal klar ihre klangliche Abstimmung an. Darauf aufbauend kann man dann recht gut den genau passenden Wert suchen, um auch an die restlichen 10% zu kommen.

Das Black läuft mit 100 Ohm gut, ich gönne mir aber zunächst eine Session mit 50 Ohm, um heraus zu finden, ob meine frühere Vorliebe für eher niedrig abgeschlossene Ortofons noch Gültigkeit hat.
Die Korrektheit des Bronze ist auch beim Black sofort wieder zu finden, allerdings kommen jetzt mehr und deutlichere Klangfarben zum Vorschein. Um jedes Instrument herum kommt noch mehr Luft hinzu. Insgesamt würde ich mir aber doch ein wenig mehr Dynamik wünschen, weshalb ich dann doch die 100 Ohm wähle.

Hier scheint sich dieses Black zuhause zu fühlen. Ich lege meine LA4 auf und erlebe sofort wieder eine Darstellung, die sich mir als „richtig, logisch und nachvollziehbar“ präsentiert.
Im Vergleich zum Bronze kann ich nur sagen, dass mir der Preisunterschied wie „nur 200,- Euro“ vorkommt.
600,- Euro sind auch viel Geld, aber ich würde doch gerne noch 2-3 Monate länger sparen, um mir das Black zu gönnen.

Schaut man sich das „Super-Pack-Angebot“ genau an, kann man es aber auch so für sich auslegen, dass man hier zum Quintet-Preis sogar das Cadenza Black erhalten kann.
Für alle Realisten tut sich aber logischerweise die Frage auf, wo sich denn hier jetzt noch etwas derart steigern lassen könnte, das einen Aufpreis von 1.400,- Euro rechtfertigen würde.

Cadenza

Cadenza Black

Ich bin wieder zuhause! Ich bin wieder in „meiner Ortofon-Welt“!
Das SPU war „mein Ortofon“ – das MC30 State of the Art mit 20 Ohm abgeschlossen war „mein Ortofon“ und das Cadenza hier ist locker in der Lage, diese Tradition weiter fort zu führen.
Jeder einzelne Ton schwingt in den Raum hinein.
Das Saxophon ist dreidimensional als körperhaftes Instrument begreifbar.
Es ist lieblich, leidenschaftlich, romantisch, traurig und böse.

Timing, Dynamik … alles exakt so wie es sein muss. Hier wird aus einem einfachen Song wieder eine Geschichte, der wir gerne und gespannt lauschen.
Diese LP habe ich immer und immer wieder gehört, so wie Kinder Geschichten immer und immer wieder hören wollen.
Aber es gibt Erzähler, denen die Kinder lieber lauschen.
Und beim Cadenza Black fühle ich mich gerade wie diese Kinder und ich habe das Glück, die Geschichte besonders spannend erzählt zu bekommen und will sie immer wieder hören.

Das Cadenza Black gibt uns nicht die Antwort darauf, was ein so teurer Tonabnehmer besser machen muss als preisgünstigere  Tonabnehmer – es dreht die Fragestellung einfach um!

Es fragt uns, was denn hier “nicht in Ordnung” – nicht “real” sein soll!?
Und es macht es uns unmöglich, darauf eine Antwort zu finden.

Wem der Preis von 2.200,- Euro nicht zu hoch ist und wer die passende Laufwerks-Tonarm-Kombi besitzt, der sollte diesen Tonabnehmer einmal hören, unbedingt.
Und wer noch nicht die passende Kombi besitzt, der sollte bei diesem Super-Pack „zuschlagen“ !
Ich habe das Gefühl, dass solch ein Angebot so schnell nicht wiederkommt.

Die technischen Daten zum Cadenza Black finden Sie unter:
http://www.audiotra.de/startseite/marken/ortofon2/mc-tonabnehmer/mc-cadenza-black/

Informationen zum Super-Pack gibt es unter:
http://www.audiotra.de/startseite/marken/pro-ject-plattenspieler/xtension-line/xtension-10-evolution-super-pack/

Windfeld

Windfeld Heritage

Habe ich mich bei der Beschreibung des Cadenza bereits zu weit aus dem Fenster gelehnt? Geht es mir so wie beim ZYX Fuji, was ich wie „aus der Hüfte geschossen“ mal eben schnell zu meinem Referenz-System in der 2.000,- Euro-Klasse ernannt habe und was gegen das ZYX 4D auf einmal wirkt, als sei es „überflüssig“ ?
Was um Himmels Willen schreibe ich denn dann zu einem Windfeld, wenn es so viel besser sein sollte, wie es der Preis ja wohl erwarten lassen sollte?

Und wenn es “besser” ist, ist es dann überhaupt in Ordnung, das Fuji oder das Cadenza zu loben?

„Ja, aber hallo!“ – kann ich da nur sagen und will wohl mehr sagen: „Ja, aber natürlich!“

Wieso sollte denn die Tonabnehmer-Welt anders „gestrickt“ sein als alle anderen Welten?

Soll ein Redakteur schreiben, dass ein 7-er BMW oder eine S-Klasse Hybrid langweilige Allerweltsautos sind, die der Markt nicht braucht, nur weil er gerade einem 150.000,-Euro Luxus-Gefährt entsteigt und er mehrere Wochen benötigen wird, um wieder in der Realität ankommen zu können?

Nein, bei einem Tonabnehmer ticken die Uhren da auch nicht anders!
Und ich hoffe inständig, dass Sie es mir nachsehen, wenn es mir so geht, wie dem oben beschriebenen Auto-Zeitschriften-Redakteur.

Erstes Hören:

Ich lasse den Tonarm herunter und setze mich auf meinen Hörplatz.
Es dauert geschätzte 5 Sekunden, bis ich wieder kopfschüttelnd vor meiner Anlage sitze und selber nicht verstehen kann, was da gerade vor sich geht.

Almeida zaubert wieder!

Ich sitze wieder da und frage mich, wie jemand auf einer Gitarre so spielen kann, als seien es zwei Gitarren und zwei Gitarristen!?
Shanks Saxophon ist neu poliert und da sind Mundbewegungen, die es vorher nicht gegeben hat.
Wir können Hamilton dabei beobachten, wie er seine Schießbude bedient, was er da macht und was für Werkzeuge er dafür benutzt.
Wenn Ray Brown einzelne, meistens den tiefsten Ton einer Reihe, sanfter zupft, dann ist das klar und deutlich nachvollziehbar und man meint sogar den Sinn darin zu verstehen.

Oohps –
mein Blick geht in Richtung Phonoteil. Hatte ich doch glatt vergessen, die Abschlusswiderstände wieder hinein zu stecken. Was ich hier gerade höre, das läuft mit 47 KOhm und damit im Leerlauf!!
Was braucht denn das Windfeld überhaupt?
Die technischen Daten sind zunächst nicht sonderlich hilfreich:
Dort steht einfach >10 Ohm.
Nun gut 47 KOhm sind größer als 10 Ohm.

Hier die weiteren technischen Daten:
http://www.audiotra.de/startseite/marken/ortofon2/mc-tonabnehmer/mc-windfeld-heritage/

Ich stecke die 100 Ohm-Widerstände ein und muss mich fast beim Windfeld entschuldigen.
Hatte mich doch gerade noch das „polierte Saxophon“ fasziniert, sehe ich jetzt Shanks Lippen klar und deutlich ein Holzmundstück umschließen, was einem jeden Ton seinen sonoren Klang verpasst bevor er seine Reise durch diese mächtige „Messingröhre“ beginnt.

Geht das jetzt etwa mit 50 Ohm noch besser oder wird es „anders“?

Nicht gut!
Mit 50 Ohm spielt LA4 plötzlich auf einer Weihnachtsfeier für Senioren und scheint zu glauben, dass diese älteren Menschen die Töne nicht mehr so schnell unterscheiden können.
An Feierlichkeit ist das kaum zu überbieten, möchte man doch am liebsten die Wunderkerzen  anstecken und sanft schunkelnd mitsingen.
Aber hier gibt es nichts mitzusingen oder zu schunkeln.
Es ist ja ein Instrumental-Stück.

Nein – das mag hier und da mal gefallen, aber in dieser Kombi sind die 50 Ohm zu wenig und ich gehe wieder rauf auf 100 Ohm.
Sofort ist wieder alles perfekt!
Ist es wirklich perfekt?

Wie schlägt es sich im Vergleich zum ZYX 4D, das preislich in der gleichen Liga spielt und dessen Hörbericht ich Ihnen ja auch noch schuldig bin?
Irgendwie werde ich auch das Gefühl nicht los, dass der Pro-Ject-Arm mit dem Windfeld nicht ganz mithalten kann. Er schlägt sich tapfer, aber ich frage mich, wie der Vergleich wohl aussehen wird, wenn ich das Windfeld in das AVID-Sequel einbaue und dort gegen das ZYX 4D höre.

Ich werde nachberichten!

Möchten Sie eines der genannten Tonabnehmer hören? Interessiert Sie das Super-Pack? Bis Freitag, den  11.12.2015 werde ich die komplette Testgestellung noch hier haben. Rufen Sie doch schnell an und wir finden ganz bestimmt noch einen Termin für Sie!

Hörbericht AVID Sequel SP mit SME M2-9, ZYX Bloom 2, ZYX R100 Fuji XH, Ortofon Quintet Bronze

AVID Sequel SP

AVID HiFi Sequel SP AUDIOSAUL

Plattenspieler – Hörbericht

AVID HiFi Sequel SP
SME  M2-9
ZYX Bloom 2
ZYX R100 Fuji XH
Ortofon Quintet Bronze

Björn Kraayvanger, der Aussendienstleiter von Audioplan hatte sich soeben ein hehres Ziel gesetzt.
Er wollte aus mir einen ZYX-Fan machen.

Headshell

AUDIOSAUL und ZYX?

Japanische Systeme, die heißen doch Sumiko oder Kiseki …  aber ZYX?

Nun gut, der Entwickler mit seinem schon eher typisch japanischen Namen Hisayoshi Nakatsuka, ist ja kein Unbekannter. Er hatte in den 70-er Jahren für Ortofon entwickelt (z.B. das MC20 Signature) und hatte sich dann 1986 selbstständig gemacht. Seitdem gehen 15 Patente auf ihn.

Nun saß Björn Kraayvanger vor mir und bestand darauf, dass ich mir ein ZYX Boom 2 anhören sollte.
Und irgendwie kam mir das sogar gelegen, denn ich war gerade dabei, ein AVID-Sequel SP mit einem SME -M2-9 aufzubauen und mein Jan Allaerts, das vom Preis und vom Anspruch her da genau hineingepasst hätte, war zur Reparatur (hatte keinen Diamanten mehr). Diesmal allerdings nicht bei Jan, sondern bei Axel Schürholz aus Geseke, dem deutschen Nadeldoktor.
Lediglich 2 Wochen (!!) Reparaturdauer – das musste ich jetzt einfach auch mal mit einem Jan Allaerts ausprobieren. Andere Tonabnehmer hatte Herr Schürholz schon für mich wieder in Ordnung gebracht und das immer zu meiner vollsten Zufriedenheit. Ich werde berichten.

Die größte Überraschung war für mich heute dieses AVID-Laufwerk.
Ich weiß gar nicht, wie oft ich es schon beim Deutschland-Vertrieb gesehen und gehört hatte, aber irgendwie hat es mich nie “erreichen können”.

Aber schon beim Aufbau änderte sich das nun und wir beide freundeten uns regelrecht an.
Conrad Mas, Entwickler und Inhaber von AVID-HiFi, scheint tatsächlich ein Mann der Praxis zu sein. Immer wieder, wenn man sich fragt, wie man gleich wohl dieses oder jenes zu bewerkstelligen hat, gibt es schon eine fertige Lösung.

Bauen wir es also auf, das Sequel SP.

Alles beginnt wie immer damit, dass man dem Laufwerk eine waagerechte Plattform anbieten sollte. Zwar lässt sich mit den drei Füßen so einiges ausgleichen, aber eine “im Wasser” befindliche, solide Basis ist immer eine gute Ausgangslage. Ich pflege für gute Laufwerke eine Basis aus 4 cm dickem Schiefer zu verwenden.

AVID HiFi Sequel tragendes Chassis

Harte Steinsorten wie Granit führen ein klangliches Eigenleben. Gefüllte Holzbasen sind mir oft zu kompliziert, weil man an viel zu vielen “Stellschrauben” drehen und damit die klanglichen Eigenschaften verändern kann. Je nach Holzart, Holzstärke und Füllmaterial klingen diese Basen immer wieder unterschiedlich. Jedenfalls unter einem guten Plattenspieler.
Schiefer besteht aus einzelnen Schichten und wenn wir es wollten, könnten wir unsere Schieferbasis in viele kleine Scheiben zerlegen, was wir heute natürlich nicht wollen und auch nicht tun.
Dieser Aufbau in Schichten ist in der Lage, Resonanzen, die in den Untergrund abwandern wollen “aufzubrauchen”, ohne deshalb gleich das ganze Klangbild zu bedämpfen.

Um das “Prinzip Schiefer” zu verstehen, können Sie mal ein Experiment machen.
Nehmen Sie zwei geschlossene Telefonbücher und legen Sie sie so mit ihren Rücken nebeneinander, dass zwischen ihnen ein Abstand von etwa einer Seitenbreite vorhanden ist.
Nun blättern Sie abwechseln von links und von rechts  jeweils ein Blatt von den beiden Büchern in diesen Zwischenraum, sodass die Blätter der beiden Bücher „ineinander verzahnen“.

Verzahnte Telefonbücher

Wenn Sie danach eines der Bücher hochnehmen, hängt das zweite Buch durch die Verzahnung an dem zweiten und je stärker Sie an dem hängenden Buch ziehen, umso kräftiger halten beide Bücher zusammen. Es wird Ihnen selbst mit einem Helfer nicht gelingen, die Bücher wieder auseinander zu ziehen.

So wurden schon Pagoden erdbebensicher gemacht.
Statt starrer Bolzen-Verbindungen, gibt es bei diesen Pagoden lediglich Kanthölzer, die ineinandergreifen, so wie unsere Blätter der beiden Telefonbücher.

Unsere Plattenspieler-Basis muss zwar nicht erdbebensicher sein, aber dieses Prinzip Schiefer funktioniert hier genau so und braucht die Energie der Resonanzen bei ihrem Weg durch das Material einfach auf.

Tipp:
Wenn ein Billard-Tisch entsorgt werden soll, dann sichern Sie sich unbedingt die Schieferplatte von diesem Tisch! In der Regel sind diese Platten nämlich genau 4 cm stark und selbst wenn sie zerbrochen sein sollte, ist bestimmt noch ein Stück groß genug, um als Gerätebasis dienen zu können!
So etwas können Sie nicht einfach beim Steinmetz kaufen. Irgendwo bei 25 mm ist bei ihm meistens Schluss und Ihr Steinmetz wird versuchen, Ihnen eine geklebte Platte anzubieten. Nehmen Sie davon aber bitte Abstand – so eine geklebte Schieferplatte macht den Klang „tot“.

Falls es Ihnen nicht gelingen sollte, an eine 4 cm starke Schieferplatte zu gelangen, sprechen Sie uns bitte an. 2-3 Stück können wir gerade wieder anbieten.

Weiter geht´s

Nun kommen die untere Konstruktion des Laufwerks und der Motor auf die Plattform. Hierbei ist noch überhaupt nichts gefedert und man kann wunderbar einfach überprüfen, ob diese Basis des Laufwerks im Wasser ist. Falls nicht, lässt sich das durch Verdrehen der großen unteren Fußscheiben erreichen.

Die obere Basis soll laut Manual so lange nicht aufgesetzt werden, wie man noch Tonarm und System zu montieren hat. Sogar die vollständige Justage des Tonabnehmers kann und soll so durchgeführt werden.
Das ist wunderbar simpel und komfortabel. Kann man doch das Oberteil einfach vor sich auf einen Tisch stellen und hat nun von allen Seiten Zugang zu der Konstruktion.

AVID HiFi Sequel Subchassis

 

AVID HiFi Justage

Erst wenn alles korrekt eingestellt ist, geht es daran, Ober- und Unterteil miteinander zu verheiraten. Hierzu müssen wir den Plattenteller noch einmal abheben.

AVID HiFi Sequel Hochzeit

Das obere Chassis wird mit seinen drei “Spinnenbeinen” in die Federn gesteckt.

Eine Überzeugung, die sich in den letzten 30 Jahren in mir gebildet hat ist, dass nur ein Laufwerk richtig gut klingen kann, dessen Resonanzkreislauf geschlossen ist.  Dieser Kreis schließt sich über folgende Komponenten:
Tonabnehmer – Tonarm – Tonarmlager – Tonarmfuß – Chassis – Plattentellerlager – Plattenteller – -Plattentellerauflage – Schallplatte – Tonabnehmer.

Wird dieser Kreislauf an einer Stelle unterbrochen (wie z.B. bei bei einer getrennt aufgestellten Tonarmbasis oder durch eine weiche Filzmatte), wird es schwer, diesen Verlust wieder auszugleichen.

Dieses obere Chassis des AVID folgt jedoch dieser Theorie und ich bin mir nicht sicher, ob Conrad Mas meine Überzeugung teilt, oder ob das reiner Zufall ist.

Die Federn

Dann betrachte ich mir die drei Federn und muss zwangsläufig an die vielen (lustigen) Geschichten von Simon Yorke denken, die er mir über seine Suche nach der perfekten Feder erzählt hat. Und ich bin mir sicher, Simon hätte diese Federn hier gemocht. Und vor allem die von Conrad Mas entwickelten Lösungen!

Schon Simon wollte gerne sehr “weiche”, elastische Federn verwenden, weil sie Resonanzen nicht übertragen. Aber weiche Federn geben keine gute Stabilität. Conrad verwendet daher keine stehenden Federn, sondern hängende. Damit ist das Problem eins – also die fehlende Stabilität – schon mal gelöst.

Weiche Federn lassen aber auch die Bedienung eines Laufwerks zur Qual werden. Schon das Aufsetzen des Tonarmes versetzt das Chassis in viel zu starke Schwingungen.
Und genau hier überrascht uns Conrad Mas mit einer deutlichen Unterscheidung:

Resonanzen und Bewegungen

Er unterscheidet zwischen den “sichtbaren” Bewegungen (Wackeln des Chassis) und den “unsichtbaren” Bewegungen, also den Resonanzen.
Durch einen Gummiring an jedem der drei Beine, koppelt er das obere Chassis an das untere und vermindert die “sichtbaren” Bewegungen auf ein Mass, mit dem wir sehr gut leben können. Auf die “unsichtbaren” Bewegungen, also auf die Resonanzen, haben diese Verbindungen jedoch keinerlei Auswirkungen.

AVID Anbindung Subchassis

Während die “großen” Bewegungen so sehr wirkungsvoll gebremst werden, findet der Resonanzkreislauf im oberen Teil des Plattenspielers weiterhin statt – im unteren jedoch sucht man sie vergebens, da sie den Weg durch die weichen Federn einfach nicht nehmen können. Irgendwo auf dem Weg durch diese Federn verschwinden sie.

Also meine Daumen zeigen hier beide nach oben!

Wie detailverliebt Conrad Mas bei seiner Arbeit vorgeht, das erkennen wir dann spätestens, wenn es darum geht, den, bzw. die beiden Antriebsriemen aufzulegen.
Zunächst einmal stelle ich jedoch mit einem gewissen Unbehagen fest, dass auch das Sequel zu den Plattenspielern gehört, die sowohl auf einen Subteller verzichten, als auch darauf, den Riemen außen am Plattenteller laufen zu lassen. Stattdessen ist die Unterseite des Plattentellers zum Subteller geformt, was mich schon bei vielen anderen Laufwerken immer mal wieder verzweifeln ließ.

AVID HiFi Plattenteller Unterseite

Denn nicht nur der als Subteller geformte Unterboden des Plattentellers, sondern auch der Motor mit seinem Antriebs-Pulley “verschwinden” unter dem Plattenteller, wenn wir ihn auflegen.
Wie um Himmels Willen soll man bitteschön die beiden Antriebsriemen um Teller und Pulley legen können, wenn da nicht einmal Platz für kleine Kinderhände, ja nicht einmal für irgendwelche “Haken” ist, mit denen man sich behelfen könnte?

Aber bevor wir hier weiter drauf los schimpfen, sollten wir uns das Zubehörtütchen genauer ansehen.
Dort findet sich nämlich ein kleines Zusatz-Pulley.
Und wenn man sich den Plattenteller von unten genauer betrachtet, findet man auch heraus, wo dieses kleine Teil eingesteckt werden muss.

AVID Riemenzubehör

Nun legt man sich also den Plattenteller auf den Schoß, steckt das Zubehörteil in das dafür vorgesehene Loch am Plattentellerrand und zieht die beiden Rundriemen auf.

Sequel Plattenteller von unten

Das klingt jetzt allerdings einfacher als es tatsächlich ist. Wenn wir die Riemen mit den Fingern aufziehen, führt das automatisch dazu, dass wir die runden Riemen auf den Subteller “rollen”. Die Riemen quittieren diese Vorgehensweise einfach damit, dass sie sofort wieder herunter rollen, sobald wir sie loslassen. Wir sollten also lieber einen kleinen dünnen Gegenstand nehmen und mit ihm die Riemen um den Subteller führen. So bleiben Sie wie auf dem vorherigen Foto zu sehen ist schön brav auf dem Subteller.

Die zweite Hürde ist dann am Plattenspieler selbst zu nehmen. Dieses “Dreieck” zwischen Plattenteller und Zubehörteil muss natürlich genau über das Antriebspulley des Motors gelegt werden – das ist noch einfach.
Nun gilt es, den Plattenteller langsam gegen den Uhrzeigersinn mit der Hand zu drehen, so dass sich die beiden Riemen um das Antriebspulley legen können und sich das kleine Zusatzpulley zwischen Motor und linkem Bein befindet.  Jetzt können Sie mit dem Zeigefinger der linken Hand die beiden Riemen über das Zubehörteilchen heben und langsam in Richtung Plattentellermitte hin loslassen.
Theoretisch müsste man jetzt den Motor einschalten können und die Riemen müssten sich ihre Endposition suchen. Leider fällt mir dabei immer wieder der untere Riemen ab und ich befürchte, dass es anderen da genau so geht wie mir.

Zunächst habe ich geglaubt, dass ich das obere Chassis einfach in den Federn zu hoch eingestellt habe und versucht, das Chassis tiefer zu stellen – aber irgendwann geht das nicht mehr tiefer und der untere Riemen macht sich trotzdem von dannen.
Hier hätte ich mir jetzt eine Lösung von AVID HiFi gewünscht, so aber musste ich mir selber eine basteln.

Hilfs-Schablone

Selbst gebastelte Hilfs-Schablone

Dazu nimmt man einfach irgendein Stück Pappe, schneidet es so ähnlich zu wie auf dem Foto zu sehen ist, legt es auf das Subchassis und kann nun den Teller aufsetzen. Hat man das Zubehörteil entfernt, dreht man den Teller jetzt ein paar mal per Hand, bis sich die Riemen “entrollt” haben und dort sitzen, wo sie sitzen sollen. Herunterfallen können sie nicht, weil der Teller ja auf der Pappe aufliegt. Ist man sich sicher, dass die Riemen ihre Position gefunden haben, zieht man das Stück Pappe nach vorne weg! Das hat bei mir bisher jedes mal sofort funktioniert.
Wer sich nun fragt, wieso Conrad Mas denn keine anderen Riemen verwendet, der muss sich wohl zunächst der grundsätzlichen Riemenproblematik stellen.

Welchen Tod will der Entwickler sterben?

Bei der Wahl der Antriebsriemen hat sich der Entwickler für eine von zwei “Todesarten” zu entscheiden. Ist der Riemen sehr elastisch, hält er die Störgeräusche des Motors vom Plattenteller fern, kann aber Gleichlaufschwankungen schlecht verhindern. Ist der Riemen sehr fest, gehören Gleichlaufschwankungen der Vergangenheit an, aber die Störgeräusche des Motors finden wieder ihren Weg über diesen Riemen zum Plattenteller.

Die beiden Antriebsriemen vom Sequel gehören eher zur zweiten Sorte. So etwas sollte man nur dann wählen, wenn man seinen Motor kennt und man „ganz ruhig“ bei diesem Gedanken bleiben kann.
Conrad und Motor bleiben „ganz ruhig“.
Zumindest für den Motor konnte ich entsprechende Messungen durchführen, die die Auswahl als durchaus richtig bestätigten. Nach seinem letzten Besuch unseres Studios weiß ich aber auch, dass Conrad Mas ebenfalls zu den eher “ruhigen Vertretern” gehört.

Endjustage des oberen Chassis

Bevor wir jetzt unseren Plattenspieler anhören, sollten wir noch dafür sorgen, dass das obere Chassis auch im Wasser ist, weil es uns sonst nicht gelingen wird, die Antiskatinkraft korrekt einzustellen.

Hierzu legen wir eine Schallplatte auf, drehen das Plattengewicht auf das Gewinde und nutzen eine kleine leichte Wasserwaage. Die Justierschrauben der drei Federn sind mit kleinen Plastikdeckelchen abgedeckt, die wir entfernen. Dann stecken wir den mitgelieferten Inbus-Schlüssel tief in die Feder und verstellen die drei Beine so lange, bis das Chassis in der Waage ist. Hierbei sollten Sie immer nach dem Motto verfahren “runter vor rauf”!
Stellen Sie das Chassis zu hoch ein, wird Ihnen irgendwann wieder der untere Riemen vom Plattenteller fallen, das Chassis wird unnötig stark wackeln können und es klingt auch nicht mehr so gut. Ihr Ziel sollte es sein, das Chassis so niedrig wie möglich einzustellen, ohne dass es auf eines der Beine aufschlägt.

Federn einstellen

 

Nun gut – mein Plattenspieler steht.
Als Tonarm dient ein SME M2-9 und als System ist das ZYX Bloom 2 eingebaut. Gehört wird über eine Anlage von Progressive Audio.
Aufschlussreicher wäre es für mich gewesen, den AVID-Plattenspieler mit einem der Tonabnehmer zu hören, die ich wirklich gut kenne, aber heute muss es mal so gehen.

ZYX Bloom 2

Zunächst hat es mich ein wenig geärgert, dieses System. Es ist leicht – viel zu leicht! Gerade einmal 5 gr.! Ohne ein zusätzliches Gewicht ist es in viele heute etablierte Tonarme nicht zu montieren. Man muss das Gegengewicht dieser Arme dann nämlich so weit nach vorne schieben, dass es am Lager anschlägt, bevor der Arm die Auslaufrille erreicht – das ist so nicht brauchbar.
Beim SME M2-9 funktioniert der Einbau zwar auch ohne Zusatzgewicht, aber man braucht kein Messgerät zu verwenden, um eine Fehlanpassung feststellen zu können. Die Art der Verschraubung ist bei vielen anderen Tonabnehmern auch einfacher ausgeführt, aber auch das ist mir gelungen. Die Justage ist durch das kantige Gehäuse des Bloom 2 durchaus auch ohne Hilfsmittel wie Bleistiftminen o.ä. gut zu bewerkstelligen.

Jetzt aber endlich hören!

Gerade als ich hineinhören wollte, kam zufällig Christian, ein guter Kunde hinzu und war am Ergebnis höchst interessiert. Also hörten wir gemeinsam ein Stück von folgender LP:
LA4, Just friends, Nouveau Bach, Concorde Jazz LELP114, 1978, (1992 Bellaphon Deutschland) mit Almeida, Brown, Hamilton und Shank.

Was mir auffiel, war eine zu schmale Bühne. Das Geschehen reichte weder bis zur linken noch bis zur rechten Box.

„Wahnsinn, dieses Saxophon!“ hörte ich meinen Kunden sagen, der die Aufnahme nicht kannte und genau so war es.
Wer bezweifelt, dass ein Saxophon ein Holzblasinstrument ist, der muss sich das mal mit dem ZYX anhören!
Ich konnte so gerade eben noch ein „Ist doch aber zu schmal“ herausbringen.
Danach verstummten wir beide, saßen innerlich grinsend wie die Honigkuchenpferde vor der Anlage und hörten Musik.
Die ganze Plattenseite hindurch!
Wortlos.
So etwas passiert einem Händler sehr selten.
Meistens haben die Kunden es zu eilig und viel zu viele Fragen, um sich wirklich konzentriert etwas anzuhören.
Hier saßen wir beide nebeneinander wie ein altes Ehepaar – schweigend und glücklich.

„Ich finde das Klangbild gar nicht zu schmal!“ hörte ich Christian sagen.
Kurzerhand legte ich die CD von LA4 ein. Jetzt kam das Glockenspiel von rechts oben – noch hinter und rechts neben der rechten Box.

„Aber das ist doch auch falsch!“ hörte ich Christian einwerfen: „Hör Dir mal die Gitarre an! Das sind auf einmal zwei Gitarren! Die höhere, schnellere Melodie ist halb links, die tiefere Melodie ist aber noch gut einen Meter weiter links. Eine solch große Gitarre gibt es doch gar nicht! Und sag mir mal, wie der Schlagzeuger da rechts an das Glöckchen herankommen soll!“.

Er sprach damit genau das aus, was ich an der CD auch nicht leiden mochte. Irgendwie hatte man es wohl bei der Abmischung zu gut gemeint.

Nun wanderte Patricia Barber auf den Plattenteller
café blue, Premonition Records 737, 1994

Tipp
Wenn Sie eine LP suchen, mit der Sie Justagefehler erhören möchten, weil Sie keine Möglichkeit zu messen haben, können Sie diese Scheibe dazu verwenden. Auf der zweiten Seite gibt es das Stück „Too rich for my blood“. Viele von uns lieben Patricia Barbar auf Grund ihrer vollen, tiefen Stimme – in diesem Stück zeigt sie uns mal, was am „anderen Ende der Fahnenstange“ möglich ist. Hierbei ist eines erlaubt:  Gänsehaut! Und zwar deshalb, weil ihre Stimme absolut sauber und frei von jeder Verzerrung bleibt. Der kleinste Justagefehler, egal ob Auflagekraft, Antiskating, Kröpfung, Überhang, Azimuth, Tonarmhöhe – hier hören Sie ihn gnadenlos!

Wir beide hatten Gänsehaut!

Wenn mein Kunde nicht zur Arbeit gemusst hätte, hätten wir wohl den ganzen Nachmittag gemeinsam gehört.
So konnte ich mich allein Platte für Platte und in aller Ruhe in dieses System hinein hören. Konnte es mal mit 800 Ohm abschließen oder mit 100 Ohm und feststellen, dass es mit 47 KOhm auch ganz gut läuft (also „im Leerlauf“) aber mit 350 Ohm doch noch am besten klingt. So wie es in den Unterlagen gefordert wird.

Der gute Klang war mit keinem der Widerstandswerte in Frage zu stellen. Immer wieder hörte man länger als man es vorgehabt hatte. Das ZYX erzeugt einfach eine wahnsinnige Ruhe und Zufriedenheit im Bauchraum und das Gehirn stellt irgendwie schlagartig jede Bemühung ein, über irgend etwas noch lange nachdenken zu wollen.

Nein, der Klang, die Klangfarben, die Körper und die erzeugten Luftsäulen – sie alle gaben keinen Anlass zur Kritik – einzig die mir persönlich zu kleine Breitenstaffelung war es, die das Haar in der Suppe darstellte.

Ich baute also das Bloom 2 aus und ein Quintet Bronze von Ortofon ein.

Ortofon Quintet Bronze

Ortofon Quintet Bronze

 

Bei ihm braucht man keine Zusatzgewichte und der geforderte 100 Ohm-Abschluss ist ein Standard-Wert. Beste Voraussetzungen also, um auf Anhieb gute Leistungen zu zeigen.
Und genau so kam es. Sowohl das ZYX Bloom 2 als auch die CD-Wiedergabe wurden auf Anhieb des Betrugs bezichtigt. Sauber stellten sich die vier Musiker von LA4 auf. Nicht so breit, wie die CD es darstellt aber auch nicht so eng wie mit dem Bloom 2.

Das Saxophon zeigte uns denn zudem, dass man es nicht umsonst „Alt-Saxophon“ nennt. Stellenweise erlaubte es sich eine höchst angenehme „Dreckigkeit“ im Klangbild, dass sich nun wieder aus einer Mischung aus Holz und Blech (Messing) präsentierte.
Obwohl mit 600,- Euro nur halb so teuer wie das Bloom 2, vermochte das Ortofon in den Punkten „Richtigkeit“ alle Lorbeeren einzusammeln, die zu vergeben waren.
Und doch saß man da mit ein wenig Wehmut – fast schon Sehnsucht – nach diesem ZYX.
Aber wollte man sich um des schönen Klanges Willen „betrügen“ lassen? 😉
Irgendwie hatte ich gerade gar nicht so wirklich etwas dagegen.

Also stellte ich mir die Frage, was denn hier jetzt wohl passiert, wenn wir ZYX in einer höheren Preisklasse eine Chance einräumen würden.

Bei seinem nächsten Besuch trug ich Björn Kraayvanger meine Feststellungen vor und er wunderte sich offensichtlich, konnte sich das nicht erklären und versicherte mir, das Bloom 2 zur Kontrolle zu geben.
Um ZYX eine zweite Chance einzuräumen und auf meine Anfrage einzugehen, holte er ein Päckchen mit Tonabnehmern aus seinem Auto, das gerade eben aus Japan eingetroffen war.
Ich entschied mich gegen seine Empfehlung für das Fuji mit einem Preis von 2.000,- Euro.

Björn meinte, ich solle zu einem der teureren Systeme greifen, weil die in gleicher Preislage liegen würden, wie die stärksten Mitbewerber und gerade im Vergleich ihre Stärken ausspielen könnten.
Aber das wollte ich mir dann noch für später offenhalten und entschied mich wie gesagt für das Fuji.
Fuji bedeutet in diesem Zusammenhang nicht etwa, dass man mit diesem Tonabnehmer auch fotografieren kann, sondern es stellt die besondere Bedeutung des Fujiyamas für Japan dar.

Es war „flatschneu“ und ich hatte die Ehre, es aus der Umverpackung nehmen zu dürfen, die aus einem kleinen blauen und außerordentlich gut riechenden Säckchen mit japanischem Blumenmuster besteht. Dieser angenehme Duft nach Zedernholz (vermute ich mal) setzt sich im Inneren des Kästchens fort und verbreitet sich nach dem Öffnen der Verpackung im ganzen Raum. Geradeso als wolle er einen betören, schon mal für sich gewinnen, noch bevor die ersten Töne erklungen sind.
Egal – ich mag den Duft und könnte ihn mir auch als Aftershave vorstellen.

Unter der Halterung des Tonabnehmers finde ich einen Schraubenzieher und ein Nadelbürstchen in ihren Schaumstoffspalten und ein paar unterschiedlich lange Schräubchen.
Es gibt allerdings kein Begleitheftchen und auf dem Karton finden sich auch keine technischen Daten.
Was wiegt der Tonabnehmer? Welche Nadelnachgiebigkeit hat er? Mit welcher Auflagekraft will er gefahren werden? Wie muss ich ihn abschließen? Das alles kann ich nur vermuten oder ich muss es mir aus dem Internet ziehen.

Nun gut – möglicherweise liegt es daran, dass dieser Tonabnehmer ganz frisch aus Japan gekommen ist und gar nicht den Weg über die Vertriebs-Zentrale nehmen konnte. Ich gehe also mal davon aus, dass man normalerweise bei Audioplan so ein Manual in unserer Sprache hinzugefügt hätte.

Es ging also wieder daran, das Zusatzgewicht von etwa 5 gr und den Tonabnehmer unter die Headshell zu schrauben. Diesmal habe ich es mir allerdings einfacher gemacht und die Schrauben von unten eingesteckt. Logischerweise also die Muttern oben auf der Headshell aufgeschraubt. Von der Funktion her ist es natürlich völlig gleichgültig, wie rum man das anschraubt, aber es sieht nicht so professionell aus – finde ich.

Außerdem besteht immer die Gefahr, dass man mit dem Schraubenzieher unten den Nadelträger beschädigt oder mit der Zange oben Kratzer macht. Kurz und gut – ich mag es anders herum lieber.

Nun war das System justiert und suchte Anschluss. Zum Glück diesmal mit 100 Ohm – so wie es heute Standard ist. Als Händler freue ich mich immer darüber, weil man dann nicht dem Risiko ausgesetzt ist, dass der Kunde ein Phonoteil besitzt, bei dem man den richtigen Wert gar nicht einstellen kann. Niemand ist in der Lage, ein falsch abgeschlossenes System zu hören und sich vorstellen zu können, wie es wohl klingt, wenn es korrekt abgeschlossen worden ist. Deshalb ist das immer ein sehr wichtiger Punkt, vor allem, wenn man beim Kunden zuhause ist.
Aber das alles konnte ich hier getrost vergessen. Das Fuji braucht 100 Ohm – basta.

Wie so oft lege ich als erstes die LA4 mit Nouveau Bach auf.
Und was hier gerade geschieht – kann einem den Atem verschlagen.
Lassen Sie mich erklären, wieso.

Wenn Sie sich, wie ich das eingangs bereits beschrieben habe, die CD anhören, dann werden Sie sich nach dem Stück sicher sein, dass hier LA6 und nicht LA4 gespielt haben.
Links gibt es zwei statt einer Gitarre und rechts an das Glöckchen kommt nur jemand heran, der dort auch steht. Hamilton sitzt aber mittig an seinem Schlagzeug.

Hört man sich die Schallplatte über das Bloom 2 an, ist das alles Blödsinn. Dieser Tonabnehmer rückt die Musiker so dicht zusammen, dass sie fast schon “ineinander fließen”. Für sechs Musiker ist beim Bloom 2 kein Platz!

Mit dem Ortofon Quintet Bronze kommt eine große Glaubhaftigkeit in das Geschehen. Es zieht zwar die Musiker lange nicht so sehr in die Breite wie der CD-Player das macht, aber dafür dürfen wir jetzt auch Almeida`s Fingerfertigkeiten auf einer (!) Gitarre bewundern. Und wenn Hamilton mal von seinem Stuhl aufsteht, kommt er auch an das Glockenspiel.

Bud Shanks mit seinem Saxophon holt das Ortsfon von ganz rechts nach halb rechts und dadurch passt dann auch das Glockenspiel noch nach rechts hinter das Saxophon in den „akustischen Bilderramen“.

Was soll man also tun? Sich in die Klangfarben des ZYX verlieben? Die Korrektheit des Ortofons genießen?
Oder gibt man sich der Erkenntnis hin, dass man doch ein wenig tiefer in die Tasche greifen muss, um beides zu bekommen?

Damit sind wir bei der Frage, was denn das Fuji zu diesem hohen Preis aus der LA4-Aufnahme macht.

Und das ist zunächst einmal höchst erstaunlich.
Das Fuji sorgt nämlich für die Rehabilitation der CD und gibt ihr Recht! Zumindest, was das Glockenspiel angeht.

Fast identisch zur CD stellt das Fuji das Glöckchen „viel zu weit“ (?) nach rechts und erzeugt wieder die Frage, wie Jeff Hamilton da denn wohl drangekommen sein soll.

Bei Almeidas Gitarrenspiel straft es sowohl die CD als auch das Bloom 2 Lügen. Hier bildet das Fuji ein Meisterstück eines spanischen Instrumentes ab und lässt uns dabei zuschauen, wie Almeida`s Finger samt Daumen über die Saiten „flirren“.

Und genau hier stellt sich dieses kleine musikalische Wunder ein, das uns immer wieder in die Konzerte zieht.
Wie Almeida das Kunststück fertig bringt, diese beiden Themen gleichzeitig zu spielen, das wird mir immer ein Geheimnis bleiben.

Das Bloom 2 hat mich das Holzmundstück des Saxophons betrachten lassen. Das Ortofon, hat das mal eben schnell „gerade gerückt“ und deutlich gemacht, dass so ein Saxophon auch noch aus „Blech“ besteht. Das Fuji steht souverän über diesem Streit, der angesichts seiner Leistungen zur Farce degradiert wird.
Dreckig? Ja!
Holzmundstück? Ja!!
Messingkörper? Ja!!!
Anblasgeräusche? Ja, endlich!!!!
Nebengeräusche des Saxophons? Eine Menge!!!!

Man “sieht” tatsächlich, wie Bud das Saxophon hält, wie er sich krümmt und dreht.
Es ist der Wahnsinn.

Wieder packt mich also der Klang eines ZYX-Tonabnehmers, so wie schon beim Bloom 2. Aber diesmal, ohne dass ich ein schlechtes Gewissen dabei haben muss. Ohne dass ich Prioritäten setzen muss.
Das Bloom 2 stellt mir die Künstler einfach nicht korrekt auf. Als High-Ender darf und will ich das nicht gutheißen. Nicht zu diesem Preis. Mit seinem Klangbild hat mich das Bloom 2 aber gefangen genommen und ich sitze vor diesem Tonabnehmer wie vor einem riesigen Stück Torte.
Haben wollen würd ich es ja schon gerne, aber …

Beim Fuji ist da keine Spur von Reue oder schlechtem Gewissen. Was hier spielt, das spielt auf allerhöchster Ebene! Das ist gut für mich in jeder Beziehung!
Ich hebe den Tonarm an und wechsle zum dritten Stück, das den Namen des Albums trägt „Just friends“.

Es beginnt wieder mit Almeida`s Gitarrenspiel und er sitzt immer noch halb links. Doch irgendwie hören wir seine Gitarre hier und da auch von leicht rechts – aber irgendwie anders und sehr leise.

Eine Weile rätsle ich herum, was das wohl sein könnte – ein Aufnahmefehler? Ist da ein Mikrofon zu weit offen? Irgendwie klingt es blechern und manchmal auch „rasselnd“. Und dann glaube ich die Ursache zu erkennen. Sein Gitarrenspiel fängt sich unter Hamiltons großem Ride-Becken und ich höre diese Reflektionen, die die Klangfarbe des Beckens angenommen haben – es ist – sagte ich es schon?  Der Wahnsinn.

Ich sitze da und erinnere mich an Björns Worte: „Das Fuji wird von den Händlern irgendwie nicht gerne genommen. Es ist günstiger als die Tonabnehmer der direkten Mitbewerber und wird deshalb von den Kunden nicht beachtet. ZYX hat ja noch das Airy XH für 2.700,- € und das 4D-XH SB für 3.600,- €. Die liegen preislich mit ihren stärksten Mitbewerbern gleichauf und das empfinden die Händler und die Kunden dann als fair. Mit dem Fuji beschäftigen sie sich nicht lange.

Also das will ich jetzt wissen und beschließe, nach und nach auch die Mitbewerber in dieser Konstellation zu hören.

Doch wie heißen die „Herausforderer“ denn eigentlich, wie man beim Boxkampf jetzt wohl sagen würde?
Gehen wir doch mal den Markt durch:
Da wären das Lyra Kleos für ca. 3.000,- Euro, das Benz Ruby Z für 2.900,- Euro, das Clearaudio Stradivari V2 für 3.000,- Euro, das van den Hul Grashopper für etwa 2.600,- € oder das Canary für rund 3.300,- €, das Ortofon Windfeld Heritage für 3.300,- Euro und das Kiseki Blue NS für 3.300,- €.

Sie alle können uns verzaubern, viele kenne ich bereits in eigenen Kombinationen oder durfte sie bei meinen Kunden Zuhause justieren. Sie alle verfügen über Stärken, in die man sich durchaus verlieben kann – manchmal auf den ersten Ton, manchmal muss man sich erst hinein arbeiten. Wobei hier das Wort „arbeiten“ ja wohl gar nicht passen will, oder?

Kommen wir zum Fazit.

Ein langer, aber wie ich hoffe für Sie genau so interessanter Bericht wie für mich.
Wie lautet es also jetzt das Fazit?

AVID HiFi Sequel SP, 7.900,- Euro
Bei diesem Laufwerk und bei Conrad Mas muss ich mich für mein bisheriges Desinteresse entschuldigen. Immer wieder führe ich mit Laufwerksentwicklern heiße Diskussionen, in denen man die eigenen Ansichten verteidigt. Beim Sequel muss ich erkennen, dass ich meine Theorien, Philosophien und Überzeugungen in die Tat umgesetzt sehe – gerade so, als hätte ich es selbst entwickelt. Wieso nur haben wir nicht schon viel eher zusammengefunden?

SME M2-9, 1.898,- Euro
Ganz bestimmt gehört dieser Tonarm nicht zur kleinen Gruppe der Weltelite und ich hab mich fast schon darüber geärgert, dass ich ihn nicht in einer längeren Version geordert habe. Was umso mehr erstaunt ist deshalb die Tatsache, wie brav er die Klangunterschiede zwischen den Systemen zur Geltung bringt und wie sehr er sie uns geradezu auf dem Silbertablett präsentiert. Also wenn auch nicht “Elite” so doch ein super Preis-/Leistungsverhältnis!

ZYX Bloom 2, 1.200,- Euro
Ich werde noch eine Rückmeldung darüber bekommen, ob mein Test-Exemplar einen Fehler hatte. Falls nicht, ist dieses System zwar etwas für alle Liebhaber des „analogen Klangs und satter Klangfarben“ – aber nichts für diejenigen, die auf eine korrekte Breitenstaffelung achten.

Ortofon Quintet Bronze, 600,- Euro
Hut ab! Ich weiß ja, dass ich zu ihm unfair gewesen bin und Ortofon hätte ja durchaus auch „größere Kaliber“ dazu beisteuern können, aber einer musste ja preislich das „untere Ende der Fahnenstange“ bilden und dafür hat sich das Ortofon mehr als prima geschlagen

ZYX Fuji, 2.000,- Euro
Dieser Tonabnehmer ist in diesem Vergleichstest nicht nur der klare Gewinner, sondern er besteigt auch soeben unseren Referenz-Thron in der 2.000,- Euro-Klasse.

AVID HiFi Sequel SP

Während Sie diesen Bericht lesen, werden wir uns aber bereits mit den Mitbewerbern befassen. Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie mit Interesse dabei bleiben und mich auch bei den weiteren Analog-Berichten begleiten würden.

Und falls Sie eine Idee haben – falls Sie gerne wissen möchten, wie sich denn ein ganz bestimmtes System oder ein Tonarm in dieser Kombi „schlägt“, dann schicken Sie mir doch einfach eine E-Mail und ich prüfe, ob ich Ihrem Wunsch nachkommen kann.
Und das Beste:  Wenn wir es aufgebaut haben, dann kommen Sie doch einfach zum Hören dazu! So wie unser Kunde Christian. Lassen Sie uns das Ergebnis gemeinsam bewerten. Und vielleicht kommen wir ja zu völlig verschiedenen Ergebnissen? Genau das macht doch den Spaß aus!
Ihr Wolfgang Saul

Kommentar von Björn Kraayvanger:

Hallo Wolfgang!  Toller Bericht!!!!
Das Bloom 2 lassen wir prüfen und werden es Dir dann noch einmal zur Verfügung stellen. Selbstverständlich gehört zu jedem Tonabnehmer von ZYX ein Begleitheftchen mit allen technischen Daten zum Lieferumfang. Wie Du ja aber schon selber schreibst, hat dieses System eben nicht den Vertriebsweg genommen sondern aus Japan den direkten Weg zu Dir gefunden.
Und nächste Woche bringe ich Dir das 4D.  Du wirst staunen!
Gruß! Björn
(www.lenhifi.de)

Creek Evolution mit Ruby Teil 1

Creek Evolution 50A Front

Creek Evolution 50A Front

Creek Ruby DAC

Creek Evolution mit Ruby Teil 1

schon vor „ewigen Zeiten“ baute der Radio- und Fernseh-Händler Michael Creek in der Nähe von London richtig gut klingende Tuner und HiFi-Verstärker für seine damals eher „minderbemittelten“ Bewohner in der Nachbarschaft.

Seitdem hat sich zwar viel getan – allerdings ist der Stolz auf diese lange Geschichte über ein halbes Jahrhundert hinweg so groß, dass man nicht müde wird, immer und immer wieder auf sie zu verweisen. Und man lässt sich davon auch nicht dadurch abbringen, dass schon längst der Sohnemann das Schiff übernommen hat.

Ergebnis:   Creek? Ja sicher – klingt gut, aber ist doch auch ziemlich „Old Scool“, altbacken, langweilig!
Was soll der „User von heute“ noch mit so einem Verstärker von Creek?

AUFWACHEN!!!!!

Creek ist längst in der Gegenwart angekommen – und Ihnen möglicherweise sogar schon einen Schritt voraus!?
Ich lehne mich da verdammt weit aus dem Fenster?
Prüfen Sie es:

Smartphone-Generation?

Sie hören Musik über Ihr Smartphone? Nutzen Portale wie Spotify, Deezer, Apple-Music, …? Streamen es von Ihrem NAS? Hören Radio nur noch im Auto oder mal am Samstag – für Fußball?

Aber lassen Sie mich raten:  „Funzt klasse – klingt bescheiden!“

Irgendwie passt diese neue Art des Musikhörens noch nicht zu der vorhandenen HiFi-Anlage und wird in der Regel eben auch getrennt betrieben.
Das könnte sich jetzt bald ändern!

Creek hat zur Entwicklung der beiden aktuellen Vollverstärker unter den Bezeichnungen Evolution 50A (1.125,- Euro) und Evolution 100A (2.100,- Euro) in Ihr Wohnzimmer hinein gesehen und Sie ganz genau beobachtet.
Entdeckt – hat man dabei sowohl den klassischen Musikhörer, der ist nämlich mit dem Verstärkerkauf schon fertig, als auch die „Smartphone-Generation“.
Und dieser zweite Halbsatz, der bereitet mir gerade außergewöhnlich viel Freude.

Oh Ruby …

Zwar tun einem die 550,- Euro Aufpreis für die auf den Namen  „Ruby“ hörende DAC-Platine möglicherweise zunächst etwas weh, aber danach präsentiert sich der Creek als ein Vollverstärker, wie er heute sein sollte. Für mich führt daran gar kein Weg vorbei, den Ruby dazu zu nehmen und ich würde mir fast wünschen, es gäbe die Creeks nur noch so.

Die Ruby-Platine erweitert den Evolution-Verstärker durch:

2 x TOSLINK-Eingänge –
das sind die genormten Lichtleiter-Verbindungen, wie wir sie zum Beispiel auch am Apple-TV vorfinden.

2 x S/PDIF-Eingänge –
das sind die digitalen Cinch-Verbindungen, wie sie von vielen Wandlern oder Laufwerken als Ausgang genutzt werden.

1 x USB-Eingang –
damit kann ich dann z.B. meinen PC oder mein Notebook anschließen.

1 x Bluetooth-Eingang/-Antenne –
das ist für mich der absolute Knaller! Endlich einfach mit dem Smartphone oder dem Tablet direkt – ohne irgendein anderes Gerät dazwischen – zum Verstärker streamen!

1 x UKW-Empfangsteil –
und dafür ist natürlich ebenfalls ein Antennenanschluss vorhanden.

Jetzt mag sich der eine oder andere fragen: „Und warum gibt es keinen Netzwerk-Eingang?“. Dann kann ich doch direkt aus dem Internet in meinen Verstärker streamen!?

Doch mit dieser Frage zielen wir auf ein Thema, das man wohl als äußerst kritisch bezeichnen muss. Unzählige Entwickler verbrennen sich gerade fortlaufend die Finger an dieser sich rasant entwickelnden Angelegenheit und ich bin heilfroh, dass sich Creek dagegen entschieden hat. Und das ist ja auch gar nicht nötig!
Die Netzwerkverbindung baut ja Ihr Smartphone oder Ihr Tablet auf – und dort haben Sie ja auch die entsprechende App installiert.
… und sind es gewohnt, diese fortlaufend auch updaten zu müssen/zu können oder sie einfach zu wechseln.

Sollte sich die Situation mal ändern, wird uns sicher auch Creek so einen „Digital-Streamer“ präsentieren, aber ich glaub, das dauert noch.

So viel zur Theorie – jetzt zur Praxis:

Ich habe die Ruby-Platine in meinen Evolution 100A (geht mit dem 50A genau so) eingebaut und schließe den Verstärker an die neuen Ausnahmewandler Extreme 3 von Progressive Audio an.

Zunächst will ich einmal Radio hören. Zur Bedienung muss man kurz in die Anleitung schauen, da es die speziellen Radio-Knöpfe nicht gibt, aber da das Radioteil wie andere Tuner auch funktioniert, sind die Sender schnell gefunden und gespeichert. Die mitgelieferte „Wurfantenne“ bringt es aber definitiv nicht. Wie üblich quittiert sie jede meiner Bewegungen mit einem veränderten Rauschteppich – so macht das keinen Spaß. Eine gescheite Antenne muss her – also mehr zum UKW-Empfang in einem späteren Teil des Creek-Berichts.

Jetzt schließe ich meinen Solisto-Digitalwandler an den Line 1-Eingang des Evolution an.

Dieser Eingang kann – wenn man es so will – mit einer Phonoplatine versehen werden, sodass man auch einen Plattenspieler direkt anschließen kann. Hierzu gibt es je nach Bedarf sogar drei verschiedene Ausführungen: eine für MM-Systeme, eine für „laute“ MC-Systeme und eine dritte für „leise“ MC-Systeme.
Ich habe aber im Moment nicht vor, an dem Evolution einen Plattenspieler zu betreiben, daher läuft mein Line 1-Eingang zurzeit als Hochpegel-Eingang.

Der Solisto wird von meinem Apple-TV II über ein Lichtleiterkabel gespeist. Und mein Apple-TV erhält seine Signale von meinem iPAD Mini. So höre ich das schon eine ganze Weile.
Das Apple-TV hat leider nicht viel Auswahl an Verbindungen anzubieten und die bisherigen Verstärker boten mir keinen TOSLINK-Eingang an. Langer Rede kurzer Sinn – ich höre, was ich seit Monaten über diese Konstellation höre – an verschiedenen Verstärkern.
Auch am Evolution klingt das – trotz Spotify und MP3 und so – schon richtig gut. Ich spiele gerade zufällig einen Song aus meiner Playliste „Can wie go home now“ von The Roches. Das ist harmonisch, das macht Spaß. Ist so, wie ich es kenne.
Danach folgt Gotye mit seinem „Somebody used to know“. Macht genau so viel Spaß.

Zwei Kunden „stören“ gerade diesen Test, wollen ein Kabel abholen. Sie setzen sich dazu und ich höre ihre Fragen:  „Da läuft jetzt Spotify? Ist das nicht MP3? Wir hören jetzt tatsächlich iPAD – Apple-TV – Wandler – Verstärker – Boxen, und das klingt so gut? Unglaublich!“ Die Beiden waren offensichtlich noch niemals auf die Idee gekommen, Spotify über die Stereo-Anlage zu hören.
Doch dieser Begeisterung folgte eine schnelle Wandlung ins Gegenteil. Ich stoppte die Musik und schaltete am Evolution auf den Bluetooth-Eingang um. Zunächst galt es, die Lautstärke-Unterschiede auszugleichen, da die Musik über den Bluetooth-Empfänger deutlich lauter ist.
Ich starte erneut „Can we go home now“ – und frage mich auf der Stelle, wieso die Stimmen jetzt auf einmal da sind, wo sie nun herkommen. Da waren sie vorher definitiv nicht. Ich schalte wieder weiter auf „Somebody used to know“ – da gibt es auf einmal ein „echtes Xylophon“ und nicht mehr so eins aus Garageband oder so. Nicht, dass ich etwas gegen Garageband, Logig X und Co. hätte, ich mache da wahnsinnig gerne selber Musik mit, aber dieses Xylophon wird gerade von einem Menschen „in echt“ gespielt, was klar und deutlich anhand der unterschiedlichen Anschläge zu vernehmen ist.

Ich will noch einmal prüfen, woher die Stimmen vorher kamen und wie sich das Xylophon über Apple-TV und Wandler anhören, aber alles, was meine beiden Kunden und ich nach dem erneuten Umschalten und dem Pegelausgleich höre ist, dass das so kein fairer Vergleich sein kann. Zwischen diesen beiden Ergebnissen liegen Galaxien und ich breche den Test hier ab.

Mein Blick geht hin zu den Beipack-Strippen vom Apple-TV und vom Wandler. Bisher hatten sie mich nicht interessiert. Dass die Musik auf Spotify „nur MP3“ ist, habe ich ja gewusst. Ich wollte ja auch nur neue Künstler und neue Songs kennen lernen und nicht anspruchsvoll Musik hören. Zu keiner Zeit bin ich bisher auf die Idee gekommen, das Apple-TV mal an einen richtig guten Wandler zu hängen.
Doch hier kommen mir im Sekundentakt neue Fragen in den Kopf und ich glaube, dieser Test wird deutlich umfangreicher, als ich das bisher schon geahnt hatte.

Die PADIS Sicherung

Padis Sicherung groß

Padis Sicherung

Die PADIS Sicherung

Sie kennen dieses Spielchen:  Ich hab da eine gute und eine schlechte Nachricht …
Ich beginne hier mit der schlechten:  Eine PADIS-Sicherung kostet 22,- Euro pro Stück!

Ende der schlechten Nachricht.

War doch noch erträglich, oder?

Und nun zur guten:  Eine PADIS-Sicherung dürfte auch zehn mal so viel kosten …
… zumindest wenn man den klanglichen Aspekt berücksichtigt.
Denn ganz ehrlich, um einen ähnlichen Zugewinn durch Kabel, Spikes, Pucks oder gar andere Komponenten zu erreichen, müsste man ganz sicher mehr als das Zehnfache ausgeben.

Aber genug gelobhudelt – kommen wir zu den Hintergründen.

Ausgangssituation

Hersteller und Entwickler von HiFi-Geräten, vor allem von Verstärkern jeglicher Bauart, hassen die Gerätesicherung! Machen sie doch alle Bemühungen, mit mächtigen Kabelquerschnitten und allerfeinstem Kupfer oder Silber zu arbeiten, wieder zunichte.

Wie man es auch dreht und wendet – die Sicherung bleibt das Nadelöhr und alle Signale müssen wie das berühmte Kamel da hindurch.

Signale durch die Feinsicherung?
Was ist das denn für ein Blödsinn?
Die Sicherung sitzt doch nicht im Signalweg, sie sitzt doch an der stromführenden Stelle und hat mit dem Musiksignal absolut überhaupt gar nichts zu tun!!!!!!!!!!!!

Oder doch?

Mal davon abgesehen, dass es auch Sicherungen gibt, die tatsächlich im Signalweg sitzen, dürften die meisten Vertreter aber im Eingangsbereich des Verstärkers angebracht sein, also dort, wo der Strom “reinkommt”.

Doch auch bei dieser Sicherung behaupte ich ganz einfach mal folgendes:
Klemmen wir ein empfindliches Messgerät (einen Oszi) zwischen den Schukostecker eines Verstärkers und der Schuko-Steckdose in der Wand und spielen wir Musik, dann wird man am Oszilloskop klar und deutlich “Ausschläge” erkennen können.  Da fließen nicht einfach immer die gleichen Werte, sondern wir werden Ausschläge erkennen können, die durchaus eine Beziehung zum Musiksignal haben.

Bei lauten Orchestereinsätzen gehen die gemessenen “Spitzen” nach oben – in den Pausen nach unten.
Hören wir uns eine bekannte Test-CD mit den riesigen japanischen Trommeln (Taiko) an, werden wir am Oszilloskop jeden einzelnen Schlag beobachten können. Ich bin nicht Techniker genug, um beurteilen zu können, ob man anhand der Messdaten das ursprüngliche Signal reproduzieren könnte, aber mein technisches Verständnis reicht dafür allemale aus, um hier einen Zusammenhang erkennen zu können.

… und um nachvollziehen zu können, wieso einige Entwickler versuchen, diese Gerätesicherungen zu vermeiden.
Doch das ist nicht so einfach.

Es gibt Vorschriften und es gibt Verbraucherrechte. Beides geht schlecht einher mit dem Weglassen von Sicherungen. Ist doch die namensgebende Aufgabe dieses Bauteils, das Gerät und seine Benutzer abzusichern; vor größerem Schaden zu bewahren.

Es dürfte ja auch jedem einleuchten, dass ein Verstärker dann, wenn er gerade sehr laut spielen muss, mehr “Strom zieht”, als dann, wenn ziemliche Ruhe herrscht.

Irgendwie hat also selbst die im Eingang sitzende Sicherung etwas mit dem Musiksignal zu tun.
Wie viel das messtechnisch ist – das weiß ich nicht.

Wie stark sich das auf den Klang auswirkt – das weiß ich sehr gut.

Das auslösende Ereignis

Ralf Koenen, der Mann hinter Progressive Audio, ist von einem seiner Lieferanten auf eine Gerätesicherung aufmerksam gemacht worden, die speziell für HiFi-Zwecke entwickelt worden ist. Aber sie bestand seine Qualitätsprüfung nicht.

Allerdings hatte sich diese Idee, die dahinter steckte, bereits in seinen Kopf gebohrt und saß dort wie der Stachel einer Wespe.

Einige Monate später präsentierte er seine Gerätesicherung – die PADIS-Sicherung.

Nein – damit war er nicht “allein auf dieser Welt”, aber er war auf Anhieb “sehr weit vorne”.

HIGH END FUSE

Es gab bereits andere Feinsicherungen und es gibt sie auch immer noch. Und wer auf der Suche nach einer Klangverbesserung ist und sich nun auch einmal an dieses Thema wagt, der tut sicher gut daran, sich mal verschiedene Sicherungen auszuleihen.

AUDIOSAUL führt ausschließlich die PADIS-Sicherung, weil sie uns am besten gefällt und die Rücksendequote praktisch bei Null liegt.

Unsere Erfahrungen

Wer so weit ist, sich eine PADIS-Sicherung auszuleihen und zu probieren, der kauft sie – und nicht nur eine.

Unser Höchstwert liegt derzeit bei 63 Sicherungen, die ein einzelner Kunde bei uns bestellt hat. Aber ich vermute, dass dahinter ein HiFi-Club oder zumindest eine Sammelbestellung steckt, denn wer hat schon so viele Geräte?

Ich kenne zwar Kunden, die diese Sicherungen nach den ersten positiven Erfahrungen auch in alle Video-Geräte gepackt haben, aber auch damit käme selbst ich nicht auf diese Anzahl.

Wie ist denn nun die klangliche Wirkung?

Einerseits ist das sehr leicht zu beschreiben: U-N-F-A-S-S-B-A-R  !!

Andererseits aber auch wieder sehr schwierig zu beschreiben.
In der High-Fidelity gibt es “zwei große Klangschubladen”, in die der Kenner immer gerne alles hineinpackt.

Auf der einen Schublade steht:  analytisch und auf der anderen steht: muffig.

Nutzt man nun die Beschreibung:  “Es wird ein Vorhang weggezogen” – ist das ein klares Signal dafür, dass das Klangbild jetzt in die Schublade “analytisch” gehört, also kalt, metallisch und unangenehm geworden ist.

Doch die PADIS-Sicherung passt sich dieser einfach strukturierten Welt nicht an.

Hier muss ich an ein Erlebnis mit Jan Allaerts, einem Entwickler von wahnsinnig guten Tonabnehmern denken. Ich war geradezu verliebt in dieses volle, warme, harmonische, ja musikalische Klangbild dieser Systeme. Als ich ihn fragte, was denn für ihn das wichtigste klangliche Entwicklungsziel sei, antwortete er: “Analytik! Ganz klar Analytik!”.

Das passte für mich nicht zu seinen Tonabnehmern und ich hakte nach. Seine Antwort lautete:

“Ich weiß, dass die Menschen nach diesem berühmten Analogsound suchen. Sie wollen Wärme und Volumen. Es soll schön klingen. Aber mein Ziel ist es, alle Informationen aus einer Schallplattenrille heraus zu lesen, die vorhanden sind.
Das Problem dabei ist, dass die meisten Hersteller zwar das gleiche Ziel verfolgen, aber ihren Weg nicht konsequent bis zum Ende gehen. Aus kommerziellen Gründen und vielleicht auch, weil ihnen das geeignete Material und die Fähigkeiten fehlen. Also versuchen sie, trotzdem das Klangbild analytischer zu machen. Sie erreichen aber nur einen helleren Sound, der unangenehm wirkt. Du musst diesen Weg durch die unangenehme Phase hindurch gehen und nicht von Deinem Ziel abweichen. Wenn Du es schaffst, dass Dein Tonabnehmer so enorme Abtastfähigkeiten besitzt, dass man das nicht einmal mehr mit professionellen Testschallplatten prüfen kann, dann hast Du dieses Tal durchschritten. Die dadurch erreichte Analytik führt zu solch einem realen Klangbild, dass die Wärme und das Volumen, das das Original zu bieten hat, 1:1 reproduziert werden. Die echte Wärme und Musikalität erreichst Du nur durch eine absolut konsequente Entwicklung hin zur Analytik. Die Analytik ist nicht der Teufel – sie ist die Musik!”

Ich musste lange darüber nachdenken. Beim Schreiben dieses Artikels ist es mit wieder eingefallen und ich kann nur sagen, dass  Jan´s Aussagen absolut auch auf die PADIS-Sicherung übertragbar ist.

Sie zieht jeden Vorhang zwischen uns und dem Klanggeschehen zurück. Anfangs glaubt man, es läge daran, dass jetzt die Kontakte mal wieder “gereinigt” worden sind, was ja beim Einstecken automatisch geschieht, aber je länger man hört, um so mehr erkennt man, dass man ein solches Klangbild nicht einmal hatte, als das Gerät noch flammneu war.

Da, wo man vorher durch eine “Ribbelscheibe” gesehen hat, die wir von der Duschabtrennung kennen, schauen wir jetzt durch eine Klarglasscheibe und ab und zu “greifen wir sogar mal hin”, weil wir glauben, es gäbe gar keine Abtrennung mehr.

Metallisches klingt so metallisch, wie wir es noch nie über unsere Anlage gehört haben. Sonores erhält ein Volumen, das so schön ist, dass wir es immer wieder hören wollen. Stimmen sind so authentisch, dass wir Gänsehaut bekommen, sobald wir die Augen schließen, weil wir uns und den Sänger im gleichen Raum wähnen.

Ist es also eine Zaubersicherung?

Können wir jeden “Schund an Komponenten” kaufen – zack – Padis-Sicherung rein – zack – haben wir ein High-End-Gerät?

Würden Sie mir das glauben?

Nein, ganz bestimmt nicht und solch eine Aussage wäre auch unseriös.

Die PADIS-Sicherung zeigt, wie Ihre Komponenten klingen können.
Wer also mit seinem Verstärker oder seinem CD-Spieler … völlig unzufrieden ist, der wird es mit der PADIS-Sicherung noch immer sein. Ich habe es noch nie erlebt, dass ein Kunde seine Komponente abgeben wollte und sich dieser Entschluss durch die PADIS-Sicherung geändert hätte.

Nein, die PADIS-Sicherung ist vielmehr für die Besitzer gedacht, die so sehr mit ihren Komponenten zufrieden sind, dass sie sich fragen ob und wie das jetzt noch zu verbessern sei.

Wer so weit ist, dass er glaubt, man müsse jetzt unbedingt “die Finger von der Anlage lassen”, weil sie auf den Punkt genau spielt, der sollte die PADIS-Sicherung testen. Er wird das Ergebnis nicht für möglich halten!

Alles leere Versprechungen und Werbegetrommel, aber es steckt nichts dahinter?

Wenn Sie das glauben, haben Sie jetzt genau zwei Möglichkeiten:

A) Sie mögen Ihre Vorurteile und pflegen sie weiter. Die Erde kann nicht rund sein, dann würden wir ja runterfallen!

B) Sie sind neugierig genug, um diese Sicherung tatsächlich einmal testen zu wollen.

Doch wie kommt man an solch eine Test-Sicherung heran?

Nun, die einfachste Möglichkeit:
Sie haben einen PADIS-Händler in der Nähe und holen sich da den passenden Wert zum Ausprobieren ab.

Die genau so einfache Möglichkeit:

Sie fordern bei AUDIOSAUL eine Test-Sicherung an. Einfach das Kontaktformular unten auf dieser Seite benutzen.

Was geschieht dann?

Wir werden Ihne eine E-Mail zusenden, um zu prüfen, ob die angegebene E-Mailadresse fehlerfrei ist. Dann bekommen Sie von uns eine Zahlungsaufforderung über 25,-€ (FS20) bzw. 28,- € (FS30) Pfand- und Schutzgebühr pro angeforderter Sicherung, die Sie am einfachsten und schnellsten über Paypal bezahlen. Sobald die Zahlung eingetroffen ist, geht das Päckchen raus.

Sie haben dann einen Monat Zeit, die Sicherung(-en) zu testen. Bekommen wir keine Nachricht von Ihnen, erhalten Sie nach Ablauf dieser Zeit eine ordentliche Rechnung an die gleiche E-Mail-Adresse zugeschickt. Da die Zahlung bereits in voller Höhe erfolgt ist, ist der Kauf damit abgeschlossen.

Wollen Sie die Sicherung nicht behalten, schicken Sie sie einfach innerhalb des ersten Monats an uns zurück. Nach einer  Funktionsprüfung werden wir die Schutzgebühr auf dem von Ihnen zuvor gewählten Zahlungsweg zurück überweisen.

Welchen Sicherungswert kann ich anfordern?

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Die PADIS-Sicherungen gibt es in zwei unterschiedlichen Größen:

FS 20 (5mm x 20mm) – dies ist die genormte europäische Gerätesicherung.

FS 30 (6,3mm x 32mm) – dies ist die große “amerikanische” Gerätesicherung.

Die FS20 (22,-€) gibt es in den Werten:
0.125A, 0.25A, 0.315A, 0.5A, 0.8A, 1.0A, 2.0A, 2.5A, 3.15A, 4.0A, 5.0A, 6.3A, 8.0A, 10A, 15A

Die FS30 (28,- €) gibt es in den Werten:
0.8A, 1.0A, 1.25A, 1.6A, 2.0A, 2.5A, 3.15A, 4.0A, 5.0A, 6.3A, 8.0A, 10A, 15A

Welchen Wert nehme ich, wenn der von meinem Gerätehersteller genannte Wert nicht vorhanden ist?

Immer den nächst höheren Wert!

Die Angaben der Hersteller sind schon in der Regel sehr sinnvoll gewählt. Dennoch ist es in der Praxis so, dass da ziemlich große Toleranzen eingerechnet sind. Das liegt zum einen daran, dass die Standardsicherungen eine gewisse Abweichung vom angegebenen Wert haben dürfen und zum anderen daran, dass die Hersteller in dem Durchbrennen einer Gerätesicherung keinen “großen Akt” erkennen können – “ist ja nur Pfennigkram!”.

Nun – das stimmt bei einer PADIS-Sicherung leider nicht mehr so ganz. Wenn Sie also nicht sicher sind, welchen Wert Sie anfordern sollen, dann schreiben Sie uns einfach, in welchem Gerät Sie die Sicherungen einsetzen wollen und wir schauen nach oder erkundigen uns beim Hersteller über den passenden Wert.

Progressive Audio Extreme 3 Bericht

Progressive Audio Extreme 3

Progressive Audio Extreme 3

Progressive Audio Extreme III

Ralf Koenen, Inhaber und Chef-Entwickler bei Progressive Audio, hat mich dazu eingeladen, seinen neuen Lautsprecher, die Extreme 3 zu hören.

Meine Erwartungen waren hoch, kannte ich doch die ersten beiden Modelle aus der neuen Serie mittlerweile sehr gut. Da ist die Extreme 1 vom Typ Regallautsprecher, bei der ich immer das Gefühl habe, einen 911-er aus der Garage zu holen, wenn ich sie aus dem Regal heraus nehme und auf die passenden Ständer stelle. Im Regal oder auf dem Highboard spielen sie toll, aber so frei im Raum aufgestellt, gehen die Kinnladen schon mal gern in Richtung Erdboden.
Nun gut – die Presse ist sich einig und voll des Lobes. Also können wir die Einser schon mal als „erledigt“ abhaken.
Aber was ist jetzt mit der Dreier?

Ganz oben im schlanken Gehäuse thront wie bei der Extreme 1 das Koaxial-Chassis von Seas. Vor mehr als 10 Jahren schon habe ich in diesen Räumen genau diese Chassis herumliegen sehen. Doch kann ich mich nur daran erinnern, dass sie als „nicht ernst zu nehmende Tröten“ abgetan wurden. Heute schaue ich mir die Extreme an und erblicke in der Dreier wie auch in beiden kleineren Modellen diese „Tröten“?
Ralf lächelt, nein, ich will ehrlich sein: Er grinst!

„Über zehn Jahre hat es gedauert, bis diese Chassis das konnten, was Du gleich hören wirst!“ höre ich ihn sagen. Er deutet an, dass er maßgeblich an der Weiterentwicklung beteiligt war und dass auch die Bässe für ihn speziell in einer 30 Ohm-Version gefertigt werden, aber mehr will er über die Zusammenarbeit nicht verraten. Ich kenne ihn lang genug, weiß, dass er solche Dinge nicht gern erzählt und bohre nicht weiter nach.
Ich setze mich auf seine Ledercouch und während er nach einer CD sucht, schaue ich mir die Box ein wenig genauer an. Schlank, elegant, klassisch, modern, nicht zu groß, nicht zu klein … und nach und nach drängt sich mir ein Begriff in den Vordergrund: Optisch perfekt!
Und eine Frage entsteht: „Wieso?“
Hat die Extreme ein atemberaubendes Design erhalten? Eine Form, die es so noch nie gegeben hat? Hängt man sie an die Decke? Verschwindet sie hinter Bildern? Oder ist da vielleicht eine so neue Idee vorhanden, dass man selbst niemals auf die Lösung gekommen wäre? Nein, stimmt alles nicht. Aber was stimmt denn dann? Wieso erfasst mich hier gerade dieses Gefühl der Anerkennung für dieses Design?
Und eigentlich ist das ziemlich schnell beschrieben:
Manche mögen bestimmte Farben, andere mögen sie nicht. Manche mögen bestimmte Formen, andere mögen sie nicht. Manche mögen bestimmte Muster, andere mögen sie nicht.

Seas Chassis

Was passiert, wenn man einfach alles, was auch nur irgendwie „Geschmack“ sein kann, Design seiner selbst Willen sein kann, Diplomatie sein kann, Trend sein kann …
… wenn man alles das einfach weg lässt?
Muss es ein Lautsprecher den Blüten unserer Blumen nachmachen, um Kunden wie Insekten anzulocken?
… muss er bunt gefiedert für uns tanzen?
Wer wie ich gerade vor der Extreme 3 sitzt und sie seit Minuten anstarrt, der merkt, dass in ihm etwas geschieht. Er verändert sich. Man glaubt, etwas zu erkennen, zu einer neuen Sicht der Dinge zu gelangen. Wozu andere durch Indien reisen, erlebt man hier auf seiner Couch. Die Einfachheit der Dinge, die Lehre Zarathustras, die Besinnung auf das Wesentliche …
Finden diese Veränderung in mir gerade wirklich statt, oder trifft die Extreme 3 mit ihrem Erscheinungsbild einfach nur meinen persönlichen Geschmack?
Ich weiß es nicht, aber ich bin mir sicher, dass Sie sich ähnliche Fragen stellen werden.
Dann startet die Musik. Im Player hat der FIM-Sampler Producer`s Choice I Platz genommen. Das erste Stück spielt an: Carmen Habanera Fantasia, Harold Faberman & Northwest Sinfonietta, zu bekommen bei Sievekind-Sound.

Nach wenigen Takten tut sich mir eine Erkenntnis auf und ich höre mich sagen: „Ist ja kein Wunder, dass so wenige Menschen zuhause klassische Musik hören. Weil Orchestermusik einfach keinen Spaß macht, wenn man keinen Hinweis darauf erhält, welche Instrumente in welcher Anzahl wo im Orchester ihren Platz haben. Es ist einfach schier unglaublich, wie selbstverständlich hier gerade jedes Instrument dreidimensional im Raum steht.”
Die Kastagnetten ziehen mich in ihren Bann mir geht der Begriff Holographie durch den Kopf. Mit Leichtigkeit erahnt man die Anstrengung und Hingabe des Musikers. Jeden einzelnen Gesichtszug, jede Falte sehe ich vor mir. Wieso ich von einem Musiker und nicht von einer Musikerin spreche? Ganz einfach, weil die Kastagnetten derart kräftig und körperhaft gespielt werden, wie ich es selten gehört habe, nicht einmal live. Diese Kraft kann nur in Männerhänden stecken. Wenn ich falsch liegen sollte, dann mag die Musikerin meine Ausführungen als Kompliment auffassen.
Doch ich konzentriere mich bereits auf die Geige, die sich hier in der Mitte auftut. Konzentriere ich mich wirklich? Muss ich mich konzentrieren, um die Geige zu hören? Nein, ich muss mich berichtigen. Es erfordert keiner Konzentration, dieser Geige zu lauschen. Sie wird mir so selbstverständlich präsentiert, dass ich mich frage, in welchem Saal diese Aufnahme wohl entstanden sein mag. Denn bei all meinen bisherigen Konzertbesuchen scheine ich entweder die falsche Lokalität gewählt zu haben oder ich habe auf dem falschen Platz gesessen.
Dieser Musiker spielt nur für mich, oder? Auch wieder falsch. Dafür ist er viel zu weit weg von mir.
Doch bevor ich meine Gedanken zu Ende bringen kann, lausche ich lieber dem Wechselspiel zwischen der kleineren, heller klingenden und der größeren, voller spielenden Geige. Kurz danach steigen die Streicher auf der rechten Seite mit ein.

Es gibt Bücher darüber, die uns die Platzierung der Instrumente in einem Orchester genau beschreiben. Wer wie ich gerade diese Carmen-Einspielung über die Extreme 3 hört, fragt sich: Wozu? Hört man doch!

Sie mögen keine klassische Musik?

Prospekt Progressive Audio Extreme 3 Seite 1

O.k. – legen wir doch mal was ganz anderes auf.  Sagt Ihnen noch Ummagumma etwas?
Richtig! Pink Floyd!
(Die eigentlich Bedeutung dieses Begriffs will ich hier mal dezent unbeachtet lassen).
Auf dieser Scheibe gibt es ein Stück namens „Grantchester Meadows“, das Roger Waters beigesteuert hat. Eine durch Akustikgitarre begleitete Folkballade – nichts besonderes also, oder doch?
Für diesen Artikel hat diese Aufnahme etwas Besonderes: Nämlich die Koexistenz von natürlichen und künstlichen Raumabbildungen, sowie die dreidimensionale Zuordnung von Geräuschen.
Da gibt es diesen zwitschernden Vogel, der hier und da ziemlich nervt.
Was aber viel mehr nervt als das Gezwitscher an sich, ist die Tatsache, dass der Tonmeister es mit der dreidimensionalen Verschiebung dieses Geräuschs arg übertreibt.
Über eher zweidimensional abbildende Lautsprecher mag es interessant wirken, wenn der Vogel scheinbar immer wieder von rechts nach links und umgekehrt im Zimmer umherfliegt. Obwohl man selbst bei einer Wiedergabe in Mono schnell bemerken wird, dass es sich immer wieder um den gleichen „Loop“, also um eine Aufnahmeschleife handelt.
Über die Extreme 3 abgehört, kommt aber noch die „Vorne-Hinten-Schiene“ dazu. Manchmal scheint der Vogel in greifbarer Entfernung vor einem zu singen und baut damit fast so etwas wie eine Barriere zwischen dem Hörer und der weiter hinten spielenden Musik auf.
Aber spätestens wenn man sich fragt, ob so ein Vogel denn wohl überhaupt in der Lage ist, während des Flugs so zu singen, kommt man schnell zur verneinenden Antwort und das lässt den Tonmeister dann vollends als Spielkind dastehen.
Anders wird es dann mit der Gans (oder ist es eine Ente?). Sie ist zunächst links zu hören und startet dann aus dem Wasser heraus nach rechts schwenkend. Das ist überzeugend echt!
Aber so richtig gut – ja ich weiß, dass man mich gleich zum Spinner erklären wird – richtig gut wird es zum Schluss, wenn die Musik schon aus ist.
Hier wiederholt sich das, was wir vom Vogel her kennen, jetzt aber mit einer dicken Stubenfliege.
Deutlich in jeder 3D-Achse ortbar und mit einer frappierend natürlich wirkenden Raumabbildung, steigt jemand links eine hölzerne Treppe herunter, geht nach rechts herüber und versucht, mit einer Klatsche diesen Brummer zu erlegen, bis er es dann mit einem heftigen Schlag fast genau in der Mitte zwischen den Boxen offensichtlich geschafft hat. Jedenfalls brummt danach nichts mehr.

Was das alles mit Musik zu tun hat?
Nichts und doch sehr viel.
Der Mensch sucht beim Musikhören nach akustischen Hinweisen und Erläuterungen. Er will verstehen was er da hört. Jetzt sind wir es gewohnt, diese Hinweise nicht oder nur unzureichend zu erhalten. Mit einer Extreme wird das wieder anders. Sie stellt die Musik dar als eine Fülle an Informationen. Echte, glaubhafte und deutliche Informationen. Aus einem Orchesterstück bildet sie eine Art Blumenstrauß an Informationen. Von Blüte zu Blüte können wir unsere Sinne wechseln lassen und jede einzeln oder den Strauß als Ganzes genießen.
Denn das erstaunlichste an sich ist tatsächlich, dass die Extreme 3 die Musik mit ihren analytischen Fähigkeiten nicht zerreißt.
Sicher haben Sie es auch schon einmal erlebt, wenn Boxen so „analytisch“ spielten, dass man glauben konnte, jeder Musiker spiele ein anderes Stück oder er befände sich gar in einem anderen Raum.
Bei der Extreme 3 ist das völlig anders. Weil sie jedem Instrument den richtigen Platz zuweist, es in der korrekten Größe abbildet und in der realen Entfernung zu den anderen Instrumenten positioniert. Ortbarkeit und Raumabbildung sind einfach „r-i-c-h-t-i-g“.
Unser Ohr registriert das.
Wir bekommen die Informationen, die wir benötigen, um unsere Fragen beantwortet zu bekommen. Und unser Kopf rekonstruiert den Originalschauplatz, gerade so, als seien wir bei der Aufnahme dabei gewesen.
Und ich will das noch einmal erläutern, weil es so wichtig ist:
Oftmals erhalten wir nur falsche oder viel zu wenig Informationen über den Aufnahmeraum. In der Folge resignieren wir und geben uns damit zufrieden.
Manche Lautsprecher geben uns die gewünschten Informationen. Aber durch winzige Phasenverschiebungen oder sonstige kleinste Konstruktionsfehler werden sie doch minimal verfälscht. Das ist anstrengend für den Hörer, weil das Gehirn hier permanent „Rätsel“ lösen muss, in der Form von: Kann das jetzt echt sein?
Die Extreme 3 bildet das Musikgeschehen (ich ziehe es hier absichtlich erneut auseinander) r-i-c-h-t-i-g  ab.
Unser Gehirn bemerkt das und geht deshalb davon aus, das Original zu hören. Keine Rätsel kein Gefühl der Anstrengung. Unser Gehirn akzeptiert das Gehörte.

Prospekt Progressive Audio Extreme 3 zweite Seite

Progressive Audio Extreme 3 Messefoto Fairaudio

Ich bin in den letzten dreißig Jahren immer wieder mit neuen, erstaunlichen Lautsprechern in Berührung gekommen. Doch die letzte Begegnung ist ziemlich lange her. Heute ist es mal wieder so weit.
Besonders erstaunlich ist dabei, dass die Extreme 3 diese holographische Darstellung hinbekommt, ohne deshalb auf ein Fundament verzichten zu müssen, das wir benötigen, um den Tönen Körper zu verleihen.
Immer wieder ist es doch so, dass wir zwar das eine bekommen, aber nur, weil wir auf das andere verzichten müssen. Von Verzicht ist bei der Extreme 3 in keinem Bereich etwas zu spüren.
Bevor man auch nur auf die Idee kommen kann, „untenrum“ könnte etwas fehlen, serviert sie uns auch die tiefsten Töne in der gleichen Natürlichkeit wie alle anderen Frequenzbereiche auch, eben einfach  r-i-c-h-t-i-g.

Mein Fazit:
Ich war völlig ohne Absichten zu Progressive Audio gefahren, außer einfach mal wieder ein wenig zu quatschen. Und nun? Selbstverständlich habe ich ein Paar für meine Vorführung bestellt.
Gut – das ist jetzt nicht wirklich erwähnenswert – aber eines dagegen schon:
Eigentlich mag ich gar keine weißen Boxen.

Die Extreme 3 – die kommt mir aber nicht anders ins Haus als in weiß!

Und so fahre ich wieder nach Hause mit der Erkenntnis, dass die High-Fidelity auch nach 30 Jahren immer noch wieder ein paar Glanzpunkte zu bieten hat und man auch nach so einer langen Zeit noch wieder etwas dazulernen kann.