Auralic vs. Melco vs. Innuos vs. SOtM vs. PrimeMini 4 (ROON-NUC)

Auralic vs. Melco vs. Innuos vs. SOtM vs. PrimeMini 4 (ROON-NUC)

Für meinen Bericht „Auralic vs. Melco vs. Innuos vs. SOtM vs. PrimeMini 4 (ROON-NUC)“ habe ich mir heute einmal fünf Komponenten ausgesucht, die unterschiedlicher nicht sein können und dabei doch alle dasselbe Ziel haben: Musik in High-Resolution-Audio-Qualität zu streamen.

Mir geht es dabei nicht darum, die Geräte in allen Einzelheiten zu beschreiben, sondern darum, Ihre Unterschiede aufzuzeigen.

Link zum Thema: Streaming und Ripping.

Hier zur Verdeutlichung noch einmal die beteiligten Streaming-Module:

Musik-Quelle im Netz = Musikportale, Cloud-Services
Musik-Quelle im Heimnetz = NAS
Musik-Quelle lokal = interne/externe Festplatte, USB-Stick, CD

Router = Schnittstelle (Modem) zwischen WAN (Internet) und LAN/WLAN (Heimnetz)
DHCP-Server = Verwalter der IP-Adressen (meistens im Router integriert)

Streamer (Client, Bridge, Transport) =  Holt sich die Musik von der Quelle (siehe oben)
Server (Software) = Verwaltet die Musik-Titel und versorgt uns mit Informationen über sie
Renderer = Erzeugt aus den Ethernet-Informationen (OSI-Modell) ein digitales Musiksignal
DAC = Erzeugt aus den digitalen Signalen ein analoges Musiksignal.

Vor allem die vier zuletzt genannten Module gehören zu den Geräten, die wir heute „Streamer“ oder „Netzwerkplayer“ nennen.
Wer genau hinschaut, der wird feststellen, dass wir es hier drei mal mit Modulen zu tun haben, die eindeutig der Computer- und IT-Welt zuzuordnen sind (Streamer, Server, Renderer). Und lediglich der Digital-Analog-Converter ist noch der klassischen Audio-Linie zuzuordnen.

Immer mehr Hersteller finden deshalb zu der Aussage (zurück):  Schuster, bleib bei Deinen Leisten!“ und kümmern sich je nach historisch geprägter Ausrichtung entweder um das eine oder um das andere.

Wobei der Software ROON immer mehr eine ganz besondere „Vermittlerrolle“ zukommt. Dazu später noch mehr.

Reicht nicht schon ein einfacher PC zum Rippen und Streamen völlig aus?

Alter PC

PC

Klare Antwort:  Ja!  Reicht!

Der allerbeste und teuerste Streamer/Netzwerkplayer der Welt ist auch „nur“ ein Computer!
Legen Sie Ihr Smartphone, Ihr Tablet und Ihren NAS neben Ihren PC – und Sie schauen auf vier (!) „Devices“, mit denen Sie streamen können.
Alexa, Siri, Sonos … und noch vieles mehr – alles reicht zum Streamen völlig aus.
Solange wir die Frage nach der Klangqualität aussen vor lassen.

 

Jede Kette ist so stark, wie ihr schwächstes Glied.

Kette

Um ganz ehrlich zu sein:
Damit diese Computer das klanglich schwächste Glied bilden, brauchen Sie schon eine richtig gute HiFi-Anlage, denn sie alle klingen schon erstaunlich gut!
Sobald Sie aber eine richtig gute HiFi-Anlage besitzen – scheiden viele der „Computer- und Kommerz-Lösungen“ aus.

 

 

 

Meistens sind es die praktischen Gründe, die für den Kauf einer speziellen Streaming-Komponente sprechen.

Wieso sonst kaufen wir uns denn einen Computer, ein MacBook, ein NAS, ein Tablet und (!) ein Smartphone?

Weil sie alle ihre speziellen Verwendungszwecke verfolgen und sich alle für irgendetwas viel besser eignen als die anderen Teile.
Und Personal-Computer sind nun einmal laut, groß und hässlich.  Die wollen wir nicht im Wohnzimmer haben!
Beim Smartphone wäre eine Doppelnutzung auf Dauer nervig, die Cover sind zu klein und ruckzuck ist der Akku leer.

Fazit:
Ein Computer kann das!
Ein Streamer oder Netzwerkplayer kann das besser, klingt besser, ist lautlos und sieht besser aus.
Lesen Sie diesen Bericht und finden Sie heraus, welcher Hersteller Ihre (!) Vorstellungen von einem perfekten Streaming-Gerät am ehesten trifft.

Die Probanden

SOtM sMS200-Ultra Neo (inkl. Clockeingang 1.599,- €)
Melco N1A EX-H60 (2.999,- €)
ROON-Core-Server PrimeMini 4 (1.580,- €)
Innuos Zen (2.099,- €)
Auralic Aries G1 (2.198,- €)

SOtM sMS 200 Ultra Neo Mini-Netzwerkserver

SOtM sMS 200 silber

SOtM sMS 200 silber

SOtM richtet sich mit dem sMS 200 Ultra Neo vor allem an Computer-Freaks, die sich endlich einen durch und durch audiophilen PC zum Musikhören zulegen wollen, ohne sich aber von ihren lieb gewonnenen Applikationen trennen zu müssen. 

Der sMS 200 bekommt im Idealfall seinen Strom über das hauseigene Netzteil „sPS-500“. Sollten Sie sich noch eine zweite Komponente von SOtM zulegen wollen (Switch oder Clock) , bestellen Sie das Netzteil am besten gleich mit einem Y-Kabel, dann beliefert das eine sPS-500 nämlich beide SOtM-Geräte mit stabilem Strom.

Sobald wir das Ethernetkabel eingesteckt haben (kein WLAN möglich) können wir in unserem PC/MAC-Browser „Eunhasu“ eingeben und wir befinden uns auf der Bedienoberfläche des sMS 200.

Eunhasu

Eunhasu

Hier finden wir die Icons für Roon, Squeezelite, MPD DLNA, HQ Player NAA, Shaireport, LibreSpot, MinimServer und BubbleUPnP Server!

Jede dieser Apps lässt sich sofort starten, einrichten und nutzen. (Bei manchen ist eine Lizenz erforderlich.)
Um ein Musikportal (Qobuz, Tidal) zu nutzen, müssen wir eine passende App starten (z.B. Roon).

Die Verarbeitungsqualität der Geräte ist hervorragend, das Design des Minis eher unauffällig.
Um den perfekten Klang garantieren zu können, verfügt der sMS 200 Ultra Neo über einen Eingang für eine externe Master-Clock (ebenfalls von SOtM).

Der SOtM sMS Ultra Neo ist „roon-ready“ – für eine Verwendung als ROON-Core-Server eignet er sich nicht.

Fazit:
Der SOtM sMS 200 Ultra Neo ist der perfekte, kleine, audiophile PC-Ersatz für alle, die sich mit den etablierten PC-Apps gut auskennen, sie gerne auch weiter verwenden möchten, aber mit einem speziellen Musik-PC endlich auch klanglich ganz nach oben wollen.
Zum Produkt: SOtM sMS200-Ultra Neo

Melco N-1A EX-H60

Melco N1A vorne

Der Melco N1A EX-H60 sieht sich im Gegensatz zum SOtM überhaupt nicht als PC-Ersatz. Er will Ihnen vielmehr demonstrieren, wie ein audiophiler NAS heute klingen kann.
Gönnen Sie ihm gute Kabel und schon geht die (Klang-) Sonne auf!

Zur Bedienung und Konfiguration setzt Melco auf eine eigene Software, lässt sich aber z.B. auch über den MinimServer und bald auch über Roon steuern.
Vieles lässt sich ebenfalls am Geräte-Display konfigurieren.

 

Zum Roon-Core-Server lässt er sich nicht umrüsten.
Die Qobuz- oder Tidal-Einbindung erfolgt über die Melco-App oder natürlich auch über Roon.

Der Melco N-1A EX-H60 ist eine extrem noble Erscheinung, die auf einen deutlich höheren Preis tippen lässt. 

Ist man  Besitzer eines externen Streaming-Transports (Renderer), so tut man gut daran, diesen an den „Player“-LAN-Ausgang des Melcos anzuschließen.
An diesem Ausgang lässt der Melco nämlich nur durch, was er als „Musiksignal“ erkannt hat. Alles, was diese Netzverbindung unnötig stören könnte, darf hier nicht durch.

Schließt man das optional erhältliche CD-ROM-Laufwerk (Melco D100) an, so verfügt man über eine überaus komfortable Ripping-Kombi mit einfachster Bedienung und kaum zu überbietenden Klangergebnissen.
Der Melco kann über Apple-Geräte aber auch über Android-Tablets gesteuert werden.

Fazit:
Melco ist die richtige Wahl für alle, die nach einem noblen, audiophilen Netzwerkspeicher (NAS) und einem komfortablen Netzwerkplayer suchen und Ihre CDs in maximal möglicher Qualität rippen wollen. Die Melco-Geräte verfügen über einen äußerst effektiven LAN-Filter, was sie einzigartig macht. Die Preise beginnen bei knapp unter 2.000,- € (N100) und gehen hinauf bis rund 11.000,- € (N1Z-EX-S40).
Zum Produkt: Melco N1A EX-H60

InnuOS ZEN

Innuos ZEN

Der Innuos Zen gleicht noch am ehesten dem Melco N1A.
Allerdings wartet er mit einem interessanten Design auf und er trägt das CD-ROM-Laufwerk zum Rippen von CDs gleich in sich.

Sein Bedienkonzept ähnelt jedoch eher dem des SOtM. Um ihn konfigurieren zu können, rufen wir am PC/MAC-Browser die Seite my.innuos.com auf und befinden uns dann im Menü des Zen.

Leider gibt es das zurzeit nur in englischer Sprache und manches bleibt so lange verborgen (z.B. die Qobuz oder Tidal-Einbindung) bis man an anderer Stelle etwas aktiviert hat (hier uPnP).
Da werde ich wohl mal eine kleine Anleitung schreiben müssen.

Ist alles korrekt eingerichtet, verfügen wir über einen echten „Tausendsassa“.

  • Über das integrierte CD-ROM-Laufwerk rippen wir unsere CDs auf einfachste Weise und ohne Zusatzkosten.
  • Auf der integrierten Festplatte speichern wir unsere Musikbibliothek.
  • Der Zugriff auf diese Bibliothek steht allen Geräten im Netz zur Verfügung.
  • Er ist extrem Plattform-Offen – bis hin zur Squeeze-Box-Kompatibilität.
  • Den Qobuz-, Spotify- und Tidal-Zugang richten wir direkt im Browser ein.
  • Er ist nicht nur „roon-ready“ sondern kann auch als Roon-Core-Server dienen.

Der Roon-Kern läuft zwar nur mit Einschränkungen (z.B. kein Upsampling), aber zumindest müssen wir nicht zwangsläufig noch ein Zusatzgerät kaufen, nur weil wir mal ab und zu mehr über unsere Musiktitel wissen wollen. Um den Kauf der Roon-Lizenz kommen wir aber auch mit dem Innuos natürlich nicht herum.

Fazit:
Die Innuos-Server sind die so genannten eierlegenden Wollmilchsäue, die auch noch singen, tanzen und kochen können. Sie beginnen preislich bei unter 1.000,- € (Zen Mini) und gehen hinauf bis auf 12.000,- € für den „Statement“ mit integrierter 4TB SSD.
Zum Produkt: Innuos Zen

Roon-Core-Server PrimeMini 4

PCM4AE vorne links

Die Software Roon ist einzigartig und konkurrenzlos.
Kein anderer Anbieter auf dem Markt liefert uns die Fülle an Informationen über unsere Musik, die uns Roon liefern kann.
Um aber Roon überhaupt nutzen zu können, müssen wir zwei Hürden überwinden.

 

Die erste Hürde liegt im Preis für die Lizenz. Diese schlägt mit 699,- € für die Lifetime-Version zu Buche (119,- €/Jahr) und ohne sie geht gar nichts. 

Die zweite Hürde liegt in der Tatsache, dass der Software-Kern von Roon auf einem leistungsfähigen Intel-PC liegen muss.

Eine Weile kann man sich durchaus mit seinem PC oder Laptop behelfen, aber irgendwann wird das störend und man sucht nach einer alternativen Hardware.
Die findet man z.B. im Roon Nucleus bzw. Nucleus+.

Kunden, die wissen, dass in einem Nucleus auch „nur ein Intel NUC“ steckt, stören sich an dem hohen Preis für die Komplettlösung und beschließen, sich einen solchen NUC lieber selber zu bauen.
Die Preise für diese Bausätze beginnen bei rund 300,- € für einen NUC mit i3-Prozessor.

Man braucht dann noch den Arbeitsspeicher, eine oder zwei SSDs und nach Möglichkeit ein lüfterloses und damit lautloses Gehäuse. Dann muss man nur noch das ROCK (Roon-Optimized-Core-Kit) installieren und hat so seinen selbstgebauten ROON-Core-Server.

Für alle, denen die eine Alternative zu teuer und die andere zu umständlich ist, bietet Ihnen AUDIOSAUL diesen PrimeMini 4.

Er ist der perfekte Fix-und-fertig-Roon-Core-Server zum kleinen Preis.
Natürlich kommt er mit installiertem und eingerichtetem Roon-Betriebssystem.
Er lässt sich über IOS oder Android steuern und ist ein lupenreines Roon-System ohne weitere Ambitionen.
Wer will, kann eine Erweiterung zum CD-Rippen nachinstallieren.

In der Software konfigurieren wir den Qobuz- oder den Tidal-Zugang und als Quelle für unsere Musikbibliothek akzeptiert Roon so ziemlich alles, was wir heute kennen – bis hin zum Cloud-Speicher von Dropbox.

Den PrimeMini 4 nutzen wir also als All-in-One-Gerät und bis auf einen DAC benötigt er keine weitere Unterstützung.
Was aber ganz und gar nicht bedeutet, dass er den Kontakt zu anderen Komponenten scheut.

Sie besitzen einen Netzwerkplayer  (von Melco oder Innuos)? Toll! Roon durchsucht Ihre Musikbibliothek und versorgt diese mit weiteren Informationen und Coverbildern.

Sie besitzen einen Renderer (von Auralic)? Prima! Der freut sich nämlich über die Arbeitserleichterung, die der PrimeMini 4 ihm beschert und kann sich nun voll auf das „Prozessing“, also auf das Rendern konzentrieren.

Fazit:
Der PrimeMini 4 ist der perfekte, lautlose und kostengünstige fix-und-fertig-Roon-Core-Server und er liebt es, sich mit anderen Komponenten und Marken zu vereinen. Ganz alleine kann er aber auch schon „alles“ – mit einer Softwareerweiterung sogar CDs rippen und man braucht sich außer in die ROON-App in keine weitere Software einzuarbeiten.
Er ist also die richtige Entscheidung für alle „Roon-ianer“.
Zum Produkt: ROON-Core-Server PrimeMini 4

Auralic Aries G1

Aries G1

Der Aries von Auralic ist ganz ganz weit davon entfernt, sich wie ein Computer zu zeigen. Er will weder einen PC ersetzen noch einen NAS.

 

Seine bevorzugte Zielgruppe sucht und findet er lieber dort, wo man auf den Luxus der Musikportale nicht mehr verzichten will.

Keine CDs rippen, sich nicht um Metatags kümmern, nichts katalogisieren, keine Daten sichern, keine Netzwerkspeicher installieren, nicht überlegen müssen, ob man das Album oder den Titel in seiner Sammlung hat oder nicht, jeden Tag neue Alben kennen lernen, wissen, was in der Musikszene (alle Genres!) passiert, auf Musiker  und auf Musik stoßen, die man ohne diese Portale niemals gefunden hätte, sich Playlists von anderen anhören, …

Der typische Aries-Nutzer gibt nach der Inbetriebnahme seine Zugangsdaten zu Qobuz oder Tidal ein und sucht sich von da an seine Musik aus den 40 Millionen Titeln, die diese Portale mittlerweile anzubieten haben.

Rippen oder downloaden kommt für ihn nur noch dann in Frage, wenn er eines seiner Lieblings-Alben nicht im Abo streamen kann. So besteht die lokale Bibliothek eines Aries-Nutzers in der Regel aus handverlesenen Raritäten.

Zur Inbetriebnahme schließen wir ein gutes Stromkabel und ein gutes LAN-Kabel an (WLAN möglich!!) und installieren die hauseigene App „Lightning DS“ auf unserem iPAD. (Android geht nicht!!)

Der Aries kann auch Airplay und Spotify-Connect.

Wer weder beim Klang noch beim Benutzungskomfort Kompromisse eingehen will, der sorgt dafür, dass ihm die Signale von einem guten ROON-Core-Server zugespielt werden. Diese Arbeitsteilung sorgt dafür, dass sich zwei Spezialisten jeweils auf die Aufgabe konzentrieren, die sie am besten erledigen können.

Fazit:
Der Auralic Aries ist die perfekte Komponente für alle, die überwiegend von einem Musikportal streamen wollen und für die eine lokale Bibliothek eher zweitrangig ist.
Zum Produkt: Auralic Aries G1

Zusammenfassung

Ich hoffe, ich konnte Ihnen helfen, sich in diesem Geräte-Dschungel etwas besser zurecht zu finden und nun zu wissen, welche dieser Marken Ihnen die passende Streaming-Komponente liefern kann.

Und der Klang?

Ganz bewusst habe ich es hier vermieden, auf die klanglichen Unterschiede einzugehen. Somit können Sie sich voll und ganz darauf konzentrieren, sich die Geräte auszusuchen, die Ihnen vom gesetzten Schwerpunkt her am besten gefallen.
In unserem Studio können Sie sich dann die gewählten Produkt ausgiebig anhören und vergleichen.

Soviel sei aber gesagt:
Jede Marke hat so seine eigene klangliche Handschrift.
Und wie jede andere Komponente auch – müssen die hier vorgestellten Geräte technisch und klanglich zu den vorhandenen Komponenten passen.

Vorsicht – Inkompatibilität!?

Manchmal haben wir bei einer fehlenden Kompatibilität Glück und hören einfach nichts.
Bei den DAC von McIntosh, Audio Research und Exogal ist aber zurzeit bekannt, dass sie bei einer falschen Kombination die angeschlossenen Geräte (z.B. den Auralic Aries) beschädigen können. Informieren Sie sich also besser vorher, was geht und was nicht.

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