Gibt es beim Rippen von CDs Klangunterschiede?

Gibt es beim Rippen von CDs Klangunterschiede?

Gibt es beim Rippen von CDs Klangunterschiede?

Gibt es beim Rippen von CDs Klangunterschiede?

In diesem Bericht stelle ich heute die Frage: “Gibt es beim Rippen von CDs Klangunterschiede?”
Und wenn ja, liegt es dann an den unterschiedlichen Laufwerken, mit denen gerippt wurde oder an den verwendeten Apps?

„Drei mol null es null es null …“ 

… so heißt es in einem alten Kölner Karneval-Lied und daran wird sich auch wohl nichts ändern.
In der High-End-Szene dagegen scheinen derart mathematische Weisheiten keinen Bestand zu haben.

NullenundEinsen

NullenundEinsen

So soll es beim Rippen – wie man das Aufnehmen einer CD heute nennt – tatsächlich zu Klangunterschieden kommen. Was theoretisch gar nicht sein kann.

Dem beliebten Programm Exact Audio Copy (EAC) wird zum Beispiel von manch einem User eine gewisse klangliche Härte nachgesagt. Dabei arbeitet es doch – genau wie viele andere Apps auch – mit dem Online-Dienst „AccurateRip“ zusammen, wodurch Klangunterschiede eigentlich vermieden werden sollen

 

 

Sicher –
jedes Laufwerk arbeitet mit einer etwas anderen Fehlerkorrektur und die Apps sind auch alle verschieden. Da wäre es einerseits schon denkbar, dass sich so etwas auch klanglich bemerkbar macht – aber andererseits reden wir hier doch von nichts anderem als Nullen und Einsen, oder!?

Theorie hin – Theorie her –

Unterscheiden sich die Dateien also jetzt nach dem Rippen oder nicht?

Ich starte einmal einen Versuch und rippe ein und den selben Titel mit verschiedenen Laufwerken und Apps in unterschiedlichen Formaten. Und danach stand ich vor der Frage: 
Wie und womit vergleiche ich die Dateien jetzt eigentlich, ohne sie anzuhören? Also mehr so Byte für Byte.

Matrix

Matrix

CMP

Auf dem MAC gibt es eine App namens „cmp“, die ich im Terminal aufrufen kann. Auf dem PC heißt die glaube ich Diff. (ohne Gewähr)
Ergebnis vom ersten Vergleich (2x .wav): Kein Unterschied.
Ergebnis vom zweiten Vergleich (1x .wav, 1x .m4a):  „differ: char 5, line 1“.

Es gibt also zumindest schon mal einen (!) Unterschied!

Um noch weitere Abweichungen angezeigt zu bekommen, muss man den Befehl mit einem Zusatz ausführen. Nur – was sagt mir das denn überhaupt?

Was befindet sich in „char 5, line 1“?
Meine PC-Kenntnisse sind am Ende.

HEX-Editor EC-Merge

ECMerge

ECMerge

Also breche ich dieses Vorgehen ab und versuche es mit einem HEX-Editor namens „EC-Merge“, der die Test-Dateien auf binärer Ebene vergleicht und mir den Inhalt der Dateien sogar anzeigt.
Ergebnis:
Alle Dateien im selben Format (z.B. .wav) sind angeblich identisch. Ändert sich das Format, ergeben sich laut EC-Merge zwischen den Dateien jeweils 107 Abweichungen. Was sind das für 107 Abweichungen? Kann es sein, dass es sich hierbei um Unterschiede in einem Bereich der Datei handelt, der nur das „Drum und Dran“ der Dateiformate beschreibt und ich die eigentliche Audio-Information mit diesem Hilfsmittel überhaupt nicht vergleichen kann?

 

Audio-Analyse-Tool

Ich vermute, dass ich ein Programm brauche, das den Audio-Teil lokalisieren, lesen und vergleichen kann.
Steinbergs Wavelab sollte doch ideal dafür sein, oder?

Pustekuchen!
Leider erweist sich auch dieser Versuch als überhaupt nicht hilfreich. 

So ein Audio-Analyse-Tool konvertiert nämlich zunächst einmal aus der Datei die Audio-Daten zu einem Musik-Titel.
Das ist so ähnlich wie bei einem RAW-Foto. 
In einer RAW-Datei stecken ja auch einfach nur die Daten, die die Kamera beim Fotografieren in „Maschinensprache“ festgehalten hat.
So etwas kann man sich nicht wirklich anschauen! 
Um das Foto sehen zu können, brauchen wir erst mal einen „Dolmetscher“ in Form eines Bildanzeigeprogramms.
Aber genau da liegt das Problem! 
Jedes Bildanzeigeprogramm „interpretiert“ das Foto ein klein wenig anders.

Und mit Audio-Programmen wie Wavelab ist das so ähnlich.
Wavelab vergleicht nicht etwa die Dateien Byte für Byte, sondern es konvertiert sie zunächst in „Musik“, so dass zwei Frequenzkurven entstehen.
Dann kann man eine der Frequenzkurven spiegeln und sie gegen die erste laufen lassen. 
Da sich in der Akustik identisch hohe Berge und Täler auslöschen, müsste also bei völliger Gleichheit der Kurven im Ergebnis eine Null-Linie entstehen. 
Und genau das geschieht hier auch in meinem Versuch.
Allerdings geschieht das auch dann, wenn ich eine FLAC- gegen eine Wave-Datei laufen lasse und ich vermute fast, ich könnte sogar eine MP3 dagegen laufen lassen und das Audio-Analyse-Tool würde es immer noch für identisch halten.
Nur bekomme ich so leider keine Antwort darauf, ob meine Dateien nun auf Datenebene identisch oder unterschiedlich sind.

Irgendwie verliere ich auch gerade das Interesse daran, dieser Frage überhaupt weiter auf den Grund zu gehen und ich beschließe, mich stattdessen lieber auf einen Hörvergleich zu konzentrieren.

Falls jemand eine fachlich korrekte Lösung für mein Problem kennt – würde ich mich sehr über eine Rückmeldung freuen.

Hörvergleich

Meine Wahl für diesen Test fiel auf folgenden Titel:

MFCD

MFCD

„As tears go by“, Marianne Faithfull, vom Album „Blazing Away“, 1990 Island Records 260604.
Eine Live-Aufnahme in der St. Anne`s Cathedral, Brooklyn, NY von November 1989.

Zum einen kann man bei dieser Aufnahme die sehr eigentümliche, aber in sich auch sehr facettenreiche Stimme der Faithfull gut für einen Vergleich nutzen, zum anderen erhalten die Instrumente durch den gewählten Aufnahmeraum (Kirche) eine ganz besondere Klangfarbe. 
Die hervorragend eingefangene Live-Atmosphäre lässt den Hörer – wenn denn alles stimmt – mitten drin sein, statt nur dabei.
Ein weiterer Grund ist aber auch, dass mir Qobuz exakt die selbe Aufnahme (Release) anbietet wie ich sie als CD habe, nämlich die Ersterscheinung vom 1.1.1990.
Und natürlich ist auch die Auflösung (16Bit/44.1kHz) bei Qobuz identisch zu meinen Dateien.

 

Eine echte HRA-Aufnahme in 24 Bit mit 96 kHz hätte ich für meinen Vergleich ja auch gar nicht gebrauchen können.

Hörvergleich Teil 1 – Computer gegen Spezialisten

Ich höre zunächst alle Dateien, die ich an meinem MAC gerippt habe.
Ergebnis:
Um hier Unterschiede zu hören, braucht es wohl echte Fledermausohren!

Ob die CD im Apple-Laufwerk lag oder im Melco, ob ich iTunes benutzt habe oder XLD (mit AccurateRip) – und egal, wo die Datei auch zunächst abgelegt worden ist, die Klangunterschiede beschränken sich auf Winzigkeiten. Fast nicht der Rede wert.
Eigentlich – sind es nur die Zischlaute, die mit iTunes etwas stärker ausgeprägt sind als mit XLD. Aber auch mit XLD sind die nicht wirklich angenehm.

Und die Spezialisten?

Jetzt kam die Datei hinzu, die ich mit dem Melco D100 direkt auf den N100 gerippt habe.
Hier sind die Zischlaute am geringsten, die Stimme hat am meisten Volumen, der Kirchenraum zeigt sich am deutlichsten in seiner Tiefe und der Akkordeon-Spieler bewegt sich auf einmal – passend zur Musik.
Aber ich muss zugeben – diese Unterschiede sind und bleiben gering und nur über eine wirklich hervorragende Kette überhaupt aus zu machen.

Mein Tipp:

Angesichts der Tatsache, wie viel Arbeit und Zeit man in die Aufgabe steckt, seine CD-Sammlung zu rippen, neige ich dazu, Ihnen dringend zu empfehlen, dabei nicht auch noch Fehler zu machen und auf die falsche Hardware-/Software-Lösung zu setzen.

 Allerdings:  Nur ein Melco D100 alleine tut es auch nicht!

Entweder brauchen Sie einen Melco-Netzwerkplayer (z.B. den Melco N100) dazu, oder Sie benötigen einen audiophil umgebauten PC. Ein Standard-PC oder -MAC reichen definitiv nicht.

Im Umkehrschluss wird das D100-Laufwerk aber ganz sicher immer dann zum Pflichtprogramm, wenn man einen „hochgezüchteten“ Audio-PC besitzen sollte.

Ich wechsle noch eine ganze Weile die Dateien – auf der Suche nach dem ganz besonderen Klangeindruck, der einen High-Ender entzücken könnte, aber außer der Melco-Melco-Datei gefallen mir die Aufnahmen von mal zu mal immer weniger.

Die Stimme wird hart, zu hart; die Zischlaute nerven mich, der Akkordeon-Spieler hat schlechte Laune …

Bei der Melco-Melco-Datei bleibt es beim ersten Eindruck.
Wieder einmal beweist es sich, dass solche Hörvergleiche nicht in einem A/B-Test zu absolvieren sind. Man muss sich auf die Musik einlassen. 

Und Qobuz?

Voller Spannung starte ich nun den Titel auf Qobuz – und es folgt:

Ein Schock!

Kann das sein?  Nein, das kann nicht sein! Das ist unmöglich!

Es dauert exakt eine (!!) Sekunde – um dem Hörer – sofern er nicht vollends taub ist, einen Unterschied zu präsentieren, den er überhaupt nicht überhören und auch erst einmal gar nicht glauben kann!

Bei Sekunde Eins hört man auf dem Qobuz-Titel ein eindringliches, grelles Pfeifen eines Besuchers – etwa in der Mitte des Raumes. Klar und deutlich. Starten Sie doch einfach mal den Titel auf Qobuz! Hören Sie sich diesen Pfiff an!

Diesen Pfiff sucht man auf der CD vergeblich!

Er ist nicht ganz verschwunden, aber er ertönt auf der CD so leise, so weit weg, also derart „niedergeknüppelt“ – dass man sich unweigerlich fragt, was das denn bitteschön für einen Sinn haben soll!?

Und dabei hatte ich mir doch solch eine Mühe gegeben, eine CD zu finden, die angeblich im gleichen Release auf Qobuz angeboten wird – und nun das.

Und es bleibt nicht bei diesem Pfiff – die Unterschiede sind zu Hauf zu finden und machen aus dieser Aufnahme bei Qobuz eine richtig tolle Musik.

Marianne Faithfull arbeitet deutlich öfter mit Timbre in der Stimme, die Zischlaute sind fast völlig verschwunden, die Kirche ist groß wie eine Kirche sein muss, der Akkordeonspieler geht in seinem Spiel regelrecht auf und es herrscht eine fühlbare Spannung, eben eine typische Live-Atmosphäre. Hier bin ich mittendrin und live dabei!

Was ist da passiert?

Stellt uns Qobuz am Ende viel bessere Dateien zur Verfügung als wir sie auf CD kaufen können? 
Ich rede hier nicht von den HRA-Aufnahmen, also von den Alben ab 24Bit in 96 kHz. Da ist es logisch, dass die CD da nicht mithalten kann.
Sind auch die 16Bit/44.1kHz-Dateien ganz andere als wir sie jemals auf einer CD kaufen konnten?
Sind sie “naturbelassener”? Haben sie noch ihre volle Dynamik?

Wurde also die Aufnahme extra für die CD zusätzlich überarbeitet und irgend ein Tonmeister hat alles rausgefiltert, was seiner Meinung nach nur stört?

Muss ich mir jetzt eine andere Aufnahme suchen, um den Test machen zu können?

Vielleicht ja – aber irgendwie habe ich gerade überhaupt gar keine Lust mehr dazu.
Für diese CD habe ich damals 27,- DM bezahlt und heute muss ich feststellen, dass ich viel Geld für einen niedergeknüppelten Klangmist ausgegeben habe.
Ich bin richtig stinkesauer!

Fazit:

Bevor Sie sich die Mühe machen, Ihre CD-Sammlung zu rippen, kann ich Ihnen nur folgende Tipps geben:

Sie möchten eine einfache Sicherheitskopie von Ihren CDs anlegen?
Benutzen Sie Ihr vorhandenes Computer-Equipment, es ist besser als man glaubt und reicht hierfür alle male!

Sie möchten Ihre CDs auf einem Netzwerkspeicher ablegen, um sie von dort abzuspielen, ohne immer wieder nach ihnen suchen zu müssen? Und die höchste Klangqualität ist dabei Ihr primäres Ziel? 
Schauen Sie sich die Geräte von Melco an! Diese hochwertigen Bausteine, die Melco einsetzt, die bekommt man auf dem Markt gar nicht zu kaufen. Und zusätzlich warten diese Geräte mit Lösungen auf, die einzigartig sind.
Außerdem arbeiten sie vollautomatisch!
CD rein – auf „Import“ drücken und nach etwa 10-15 Minuten die CD wechseln. Das war es!

Und wem das alles zu teuer und zu zeitraubend ist – der versucht es vielleicht doch einmal mit einem Qobuz-Abo.

P.S.:
Will jemand CDs kaufen?
Ich hab da gerade ein paar Tausend abzugeben!

Melco D100 und N100 Bericht

Melco D100 und N100 Bericht

Melco D 100 und N100 Bericht

Melco D 100 und N100 Bericht

Melco,
… wenn`s um den Klang geht.

In meinem heutigen Bericht geht es um die Gerätschaften des japanischen Herstellers Melco. Genauer befassen werde ich mich mit dem CD-Laufwerk zum Rippen, dem D100B und dem Netzwerkspeicher N100, also Melcos Einsteiger-Modell.
Und natürlich zwingen mich diese Gerätschaften förmlich dazu, auch immer wieder mal auf die grundsätzliche Fragestellung einzugehen, ob man jetzt besser ein Streaming-Abo abschließt oder lieber seine eigene CD-Sammlung rippt.

Melco Logo

Wie kommt man überhaupt auf Melco?

Nun, in den letzten vier Jahren habe ich mich sehr intensiv und fast ausschließlich mit dem Streamen von High-Resolution-Audio-Dateien (HRA) aus den unterschiedlichen Musik-Portalen auseinander gesetzt.
Noch – kann man sich dieser „neuen Welt“ getrost verschließen und einfach so weiter machen wie gewohnt, doch lange wird das wohl nicht mehr funktionieren.
Mit einem Melco Netzwerkplayer kann ich diese Musik-Portale nutzen, aber der Schwerpunkt eines Melcos liegt klar erkennbar in den Bereichen Ripping und Sharing.

Zu den Unterschieden:

Streaming-Abo

Man schließt ein Abonnement bei einem Musik-Portal ab und von einer Sekunde zur anderen stehen einem fein aufbereitete, katalogisierte, getaggte und mit Biografien und Verknüpfungen gespickte 40 Millionen Titel aus aller Welt und aus jedem Genre zur Verfügung.
Wichtig dabei: Man streamt sie (mit dem richtigen Abo) in echter Studio-Aufnahme-Qualität – was heißt, dass selbst die Künstler und das Tonstudio die Aufnahme nicht besser hören als wir!
Eine normale CD wirkt dagegen dann manchmal wie eine MP3-Sammlung.

Ripping/Sharing

Jeder einfache PC kann dazu gebracht werden eine CD zu lesen, zu rippen, zu speichern und im Netz zur Verfügung zu stellen. Mit einem guten Programm wird das was der PC da ausliest, sogar online mit einer Referenzdatei abgeglichen (AccurateRip) und Lesefehler werden zuverlässig berichtigt.
Doch obwohl ich mit verschiedenen Apps experimentiert habe, die seltsamerweise alle auch noch zu Klangunterschieden untereinander geführt haben, ist es mir nie gelungen, mit meinen selbst gerippten CDs auch nur in die Nähe der Klangqualität zu kommen, die mir Qobuz liefert.
Der direkte Stream von Qobuz klang selbst dann noch besser, wenn der Titel dort auch „nur“ in CD-Qualität (16Bit/44.1kHz) zur Verfügung stand.

Also kam ich letztendlich zu der Ansicht, dass es doch viel bequemer ist und zudem auch noch besser klingt, wenn ich streame und nicht rippe.

Das sollte heute so nicht bleiben.

Drei H, der deutsche Distributor für Melco-Produkte, hatte es sich just in den Kopf gesetzt, meine Ansicht zu revidieren. 

Melco behauptet, dass selbstgerippte CDs dann nicht mehr schlechter klingen, wenn man sie mit dem richtigen (!) Laufwerk gerippt und auf dem richtigen (!) Netzwerkplayer (NAS) gespeichert hat.
Die richtigen Geräte kommen dabei natürlich allesamt – wie könnte es anders sein – von Melco.
… und natürlich ließ ich mich gerne auf diesen Versuch ein.

An der Quelle sitzt der Knabe …
… was bei Melco anders ist.

Wohl dem, der wie Herr Makoto Maki der Inhaber einer Firma ist, die „Buffalo“ heißt und sich seit Jahrzehnten mit der Entwicklung und Produktion von PC- und Netzwerk-Komponenten befasst.
Statt sich oder Angestellte mit einer ständigen Marktschau zu beschäftigen, um nach brauchbaren Bauteilen zu suchen und diese dann irgendwie zu einem Ganzen zusammen zu fügen, hat Herr Maki die Möglichkeit, das was man braucht im eigenen Hause entwickeln und produzieren zu lassen.

Idealer können die Voraussetzungen nicht sein, um richtig gute Geräte zu fertigen.
Aber ist das Melco auch gelungen?

Der Melco-Tag

Ich bekomme die zwei Geräte aufgebaut, die mich (zunächst) am meisten interessieren.
Zum einen also das CD-ROM-Laufwerk mit der Bezeichnung D100B zum Preis von 995,- € und zum anderen den N100, also den günstigsten Netzwerkplayer der Melco-Reihe, der auch noch optisch perfekt zum Laufwerk passt. Der Preis für ihn liegt bei knapp unter 2.000,- €, womit er also mit dem Altair von Auralic gleichzieht.

Auch der Altair kann mit einer eingebauten Festplatte zu einem Netzwerkplayer aufgerüstet werden. Auch der Altair kann sich Musikdateien von einem NAS im Netz oder von einer externen Festplatte holen und im Netz parat stellen oder selber abspielen.

Von Qobuz oder Tidal streamen können beide, der Altair und der N100.

Wo also liegen die Stärken und Schwächen der beiden Konkurrenten?
Und sind es überhaupt Konkurrenten?

Melco Netzwerkplayer N 100

MELCO-N100

MELCO-N100

Melco-Geräte mit einem „N“ in der Bezeichnung sind NAS-Computer, die konsequent auf Klangqualität entwickelt und produziert werden. Sie sind mit Spezial-Festplatten ausgestattet, auf denen man seine digitale Musik-Bibliothek speichern kann. Die Bibliothek wird dann allen im gleichen Netz befindlichen Abspielgeräten zur Verfügung gestellt.

Angenehm ist, dass die Melco-Komponenten allesamt wie HiFi-Geräte aussehen und die interne Festplatte praktisch nicht zu hören ist. Damit – darf dann so ein audiophiler „NAS“ endlich auch wieder im Wohnzimmer Platz nehmen, ohne dauernd mit seinen Festplattengeräuschen zu nerven.

 

Melco Laufwerk D100 B

MELCO D100B

MELCO D100B

Um beim Rippen der CDs keine klanglichen Kompromisse eingehen zu müssen und auch hier nicht auf einen Computer angewiesen zu sein, entwickelte Melco unter der Bezeichnung D100 ein CD-ROM-Laufwerk der Extraklasse. Verbindet man den D100 mit einem Nxxx-Gerät wird eine in den D100 eingelegte CD automatisch gerippt, auf dem Melco Nxxx gespeichert, getaggt und mit einem Cover versehen. (Für die komfortablere Bedienung am Tablet)

 

 

So lange ich bei der Annahme bleibe, dass die Klangqualität der selbstgerippten CDs unterhalb des Qobuz-Streams liegt, zahle ich bei Melco also eine ordentliche Summe, nur um diesen Vorgang ein klein wenig komfortabler hin zu bekommen als mit dem PC.
Wie es wirklich klingt – das lesen Sie weiter unten im Text.

Mich interessierte nämlich zunächst einmal etwas ganz anderes, was ich entdecke, während mir die beiden Geräte angeschlossen werden:

LAN-Filterung

Filter kennen wir heutzutage aus dem Bereich des Netzstroms. Die unterschiedlichsten Hersteller werden nicht müde, uns mit Hilfsgeräten hörbar zu machen, wie viel „Elektroschmutz“ sich in unseren Leitungen befindet und haben natürlich alle die einzig wahre Lösung parat.
Ich will nicht zynisch klingen, vieles davon ist wirklich – wirklich gut. Aber so manch ein Hersteller will einfach nur ein Stück vom Kuchen abhaben und deshalb sollte man sich genau anschauen, wofür man sein Geld ausgibt.

Dieser LAN-Filter von Melco …
soll aber nun ganz anders, viel „intelligenter“ funktionieren.

Hintergrund
Im LAN sind permanent alle möglichen Daten „unterwegs“. Video-Dateien, Sprache, Daten, E-Mails … Und selbst wenn eigentlich im Netz gar nichts los ist, laufen Routinevorgänge ab, denn manche Bausteine wie Router fragen fortlaufend nach, wer denn wohl noch so alles im Netz ist, wie die MAC-Adressen lauten usw..
Schauen Sie nur mal auf die kleine gelbe LED an einer Ethernetbuchse. Immer wenn sie blinkt, passiert gerade etwas in Ihrem Heimnetz.

Melco war genau das ein Dorn im Auge, denn hier ist man davon überzeugt, dass dieser „Traffic“ wie man heute sagt, jedes Gerät stören muss, was sich mit der Aufgabe zu befassen hat, sich um die Aufbereitung der Audio-Dateien zu kümmern.
Viel ungestörter und „konzentrierter“ müsste sich logischerweise ein solches Gerät um die Audio-Dateien kümmern können, wenn alle anderen Daten gar nicht zu ihm hinkommen könnten, also geblockt werden.
Statt also – wie in einem üblichen Netz, einen Paketwagen mit allen möglichen Sendungen voll zu packen und dann auszuliefern, packt Melco in diesen Paketwagen ausschließlich die Pakete hinein, die für die nachfolgenden Bausteine bestimmt sind.
Im IT-Bereich würde man so etwas wohl Quality of Service nennen oder zumindest so ähnlich.

Logischerweise wollte ich jetzt also zunächst an meiner mir gut bekannten Vorführkette, bestehend aus einem Auralic Aries G2, Vega G2 und aktiven Lautsprechern von Progressive Audio überhaupt nichts ändern und lediglich das Ethernetkabel in die gefilterte Ausgangsbuchse des Melco N100 stecken.
Natürlich musste ich jetzt den Melco mit einem zweiten Ethernetkabel mit der Fritzbox verbinden.
… was ja aber blitzschnell gemacht war.

Melco hat mich

Tja – da muss ich wohl zugeben, dass ich wohl ziemlich baff gewesen bin.
Damit hatte ich so nicht gerechnet. 

In dem Moment, in dem dieser N100 mit seinem LAN-Filter seine Arbeit aufnimmt, wird die Unruhe, wird die Hektik in der Musik, die wir vorher gar nicht wahrgenommen haben (wohl weil sie eben immer da war) wie mit einem Staubsauger aufgesogen und eliminiert.

Nichts klingt wirklich anders, keine einzige Klangfarbe ändert sich – was sehr gut ist und was ich nicht anders akzeptieren könnte – aber endlich kann sich jeder Ton so entfalten, wie es ihm zusteht und um ihn herum ist nichts als tiefschwarze Ruhe.

Man muss sich das so vorstellen, also müssten sich ohne diesen LAN-Filter 20 Paar Tänzer eine Fläche teilen, auf der eigentlich nur 3 bis 4 Paare tanzen können. So etwas ist irgendwie frustrierend.
Sobald der Filter dazwischengeschaltet ist, hat jedes Tanz-Paar die Fläche für sich alleine und kann endlich zeigen, was es kann.
Völlig ungestört. Dieses unbeschreibliche Gefühl “endlich Platz, endlich frei” – genau das beschleicht mich gerade, während ich an meiner Kette nichts geändert habe und lediglich diesen LAN-Filter von Melco eingeschleift habe.

Das ist so gravierend, dass ich natürlich sofort die Frage stelle, ob Melco diesen Filter auch einzeln anbietet, was leider negativ beantwortet wird.
Nun – damit bin ich noch nicht ganz fertig, aber für heute bleibt festzustellen, dass mich dieses Teil schon mal fasziniert hat.

Und wie klingt der Streaming-Transport von Melco?

Vor und neben dem Melco N100 stehen seine Konkurrenten selbstsicher aufgestellt. Da haben wir von Auralic den Altair, der „alles kann und alles hat“ und wir haben die beiden reinen Transports Aries G1 und G2, die genau wie der Melco zwingend einen externen DAC benötigen.

Melco vertritt die Ansicht, dass es bereits viel zu viele DAC in allen nur erdenklichen Preis- und Qualitätsklassen gibt und dass die anderen DAC-Entwickler Melco in diesem Punkt so weit voraus sind, dass man sich in diesen Markt nicht erfolgreich einmischen könnte.
Also verwende ich den Vega G2 von Auralic

Auralic G2

Auralic Vega G2

Der Vega G2 gehört sicherlich mit zu den besten DAC, die man derzeit erwerben kann und hat so viele unterschiedliche Anschlussmöglichkeiten, dass wir ideale Voraussetzungen vorfinden, um die Quellgeräte miteinander vergleichen zu können. Auch wenn man nun munkeln könnte, dass sich die Auralic-Geräte untereinander vielleicht noch eine Idee besser verstehen.

Heute geht es mir aber ja noch gar nicht primär darum, die Streaming-Fähigkeiten des N100 mit dem des Aries G1 klanglich zu vergleichen, sondern heute will ich heraus finden, ob Melco mir mit der Aussage zu viel versprochen hat, dass selbst gerippte CDs die Klangqualität der Qobuz-Streams erreichen können.

Wie gut klingt nun die selbstgemachte Bibliothek?

Ich wähle für diesen Versuch eine CD, die ich seit Jahren gut kenne und die den Vorführern auf HiFi-Ausstellungen schon fast aus den Ohren raus kommen.
Parat liegt die Nils Lofgren mit “Keith don`t go”.

Schon als Vorbereitung auf diesen Melco-Tag habe ich das Album mit einem Apple-CD-Rom-Laufwerk auf meinem iMAC „aufgenommen“, also gerippt. Hierzu habe ich sowohl iTunes verwendet (ALAC) als auch XLD (FLAC).
Die Datei habe ich auf mein Synology DS918+ kopiert und zusätzlich auf einen Stick gebannt.
Spiele ich diese Dateien über meine Auralic-G2-Kombi ab, erkenne ich keine Klangunterschiede zwischen den einzelnen Speicherplätzen.
Starte ich den Qobuz-Stream kommt aber sofort wieder der Verdacht auf, Qobuz würde mir eine völlig andere – deutlich bessere – Aufnahme zur Verfügung stellen.

Erkenntnis:
Entweder ist die Qobuz-Datei viel besser als meine CD oder mein Streaming- und Sharing-Equipment ist einfach nur PC-like und hat mit high-endigem Klang nicht viel zu tun.

Rippen mit dem Melco D100

Nun verschwindet die CD im Bauch des D100 und der N100 startet automatisch mit der Aufnahme, also dem Rippen der CD.
Nach geschätzten 10 Minuten ist alles erledigt und der D100 spuckt die CD automatisch wieder aus.
Ich schließe den N100 über ein Audioquest Diamond-USB-Kabel an den Vega G2 an, der seinen Takt über einen externen Leo Gx erhält und bin gespannt.
Ohne großartig hin- und herschalten zu müssen, bestehen überhaupt keine Zweifel daran, dass die Klangqualität dieser Dateien meine bisherigen Ripping-Versuche regelrecht deklassieren.
Bin ich froh, dass ich bisher keine Zeit und keine Lust dazu hatte, meine CDs zu rippen. Ich würde mich heute vermutlich in Grund und Boden ärgern.
Und deshalb will ich mich gerne schon einmal ganz – ganz weit für Melco aus dem Fenster lehnen und folgendes behaupten:

Wer auch immer mit dem Gedanken spielt, seine eigenen CDs zu rippen und keine Lust hat, am Ende der Arbeit feststellen zu müssen, dass sich das alles klanglich überhaupt nicht gelohnt hat, der muss (!) sich dieses Laufwerk kaufen oder wenigstens ausleihen.

Wobei …
… ich zu diesem Zeitpunkt noch wirklich nicht in der Lage bin, Ihnen zu sagen, welcher Anteil auf das Konto des D100 und welcher auf das Konto des N100 geht, denn ich habe ja beides zusammen getestet und alle weiteren Differenzierungen müssen sich jetzt nach und nach noch ergeben.

Es tun sich da noch einige offenen Fragen auf:
Wie klingen die Dateien, wenn ich sie mit dem D100 auf meinen PC rippe?
Wie klingt der N100 beim Streamen von Qobuz (Tidal …)?
Wie klingt der N100 mit einem besseren Netzteil?
Mit welchen Kabeln klingt der N100 am besten?
Mit welchem DAC harmoniert er und mit welchem nicht?
Wie viel besser klingen die großen Brüder vom N100?
Wie gut ist die Melco-Software?
Welche Software ist besser und funktioniert mit dem Melco?
Wie integriere ich Roon in ein Melco-System?

Brauche ich am Ende ein Melco D100-Laufwerk zum Rippen, einen Auralic Aries G2 zum Streamen, einen Melco Nxxx als Bibliotheken-Speicher, einen Nucleus als Roon-Server und einen DAC992 von Progressive Audio, um in allen Disziplinen in der Referenzklasse dabei zu sein oder kann ich diesen Gerätepark auch ordentlich ausdünnen?

Will der typische Melco-Kunde überhaupt ein Streaming-Abo oder ist er auf seine eigenen (!?) CDs fixiert?

Für mich und damit für AUDIOSAUL heißt es jedenfalls:

Willkommen Melco!

Ich freue mich, ab sofort zum Melco-Händlerstamm dazu zu gehören und ich verspreche Ihnen, dass ich Sie auf dem Laufenden halten werde.
Wenn Sie selber schon Erfahrungen mit den Melco-Geräten gesammelt haben, dann freue ich mich über Ihre Kommentare.

Und ganz besonders würde ich mich natürlich über Ihre Bestellung in unserem Shop oder einfach per E-Mail/Anruf freuen.

Vielen Dank!

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