Amazon Musik HD

Amazon Musik HD

Amazon Musik HD

Amazon Musik HD

Wird sich die Streaming-Welt verändern?

Jetzt ist passiert, was ja irgendwann passieren musste.
Mit Amazon Musik HD steigt einer der „Schwergewichter“ in den Ring.

Die erste Reaktion der bisherigen Portale?

Man hackt in den sozialen Medien auf Amazon herum was das Zeug hält.
Nutzen – wird ihnen das aber wohl kaum etwas.

Doch auf wessen Seite sollte sich der Verbraucher stellen?

Sicher, Amazon ist nicht gerade bekannt dafür, dass es sich um ein faires Miteinander mit den Mitbewerbern bemüht. Eher denkt man bei diesem Namen an eine Verdrängung, die sonst nur Ozean-Pötte aufzuweisen haben.

Und Verdrängung ist nicht gut. Wettbewerb ist besser.
Mal ganz abgesehen davon, dass ein so großer Anbieter auch auf die Zulieferer, also auf die Labels und die Musiker unerwünschten Druck ausüben könnte. 

Aber was bekommt der Kunde eigentlich bei Amazon Musik HD?

Das Angebot ist recht breit gefächert:

Musik in MP3-Qualität „überall“ hören – also sowohl über Alexa in der Küche als auch unterwegs.
Musik in CD-Qualität über geeignete Consumer-Komponenten hören.
Musik in Ultra HD über noch zu integrierende High-End-Komponenten genießen.
Hörbücher
Bundesliga-Reportagen

Wird Amazon Musik HD damit das „Rundum-Sorglos-Paket“ für alle  Audio-Wünsche?

Noch bemüht sich aber Amazon selbst am allermeisten darum, sich als jemand zu präsentieren, der anscheinend keine Ahnung davon hat, was UHD oder HRA überhaupt sein könnte.
Oder wie ist es anders zu erklären, dass uns Amazon etliche UHD-Alben als MP3-Download anbietet? 
Das ist doch wie das Menü eines 5-Sterne-Kochs, das man uns in Pulverform zum Selberanrühren nach Hause schickt.

Passt das wirklich zum typischen Amazon-Kunden?

Muss man sich an Befehle gewöhnen wie: „Alexa, spiel Musik in UHD!“ ?
Zieht der Amazon-Kunde also seine Lieblingsmusik im MP3-Format auf einen USB-Stick, weil er auch im Auto UHD-Qualität genießen will?

Trägt Amazon Musik HD mit solchen Dingen dazu bei, die Leute zu verdummen und die Kluft zwischen dem „einfachen“ User und dem Audiophilen weiter zu vergrößern?
Und das sogar ganz bewusst, damit die anspruchsvollen Hörer wieder einmal in eine kleine Nische gedrängt und dort von den Herstellern und Portalen vergessen werden?
Genau das könnte passieren, wenn den derzeitigen Anbietern von HRA die Abonnenten davonlaufen.

Aber kann Amazon den derzeitigen Platzhirschen im HRA-Geschäft überhaupt das Wasser abgraben?

Amazons Mitbewerber sind auf der einen Seite vor allem die Portale, die sich auf die Wiedergabe von MP3- oder maximal CD-Qualitäten beschränken. Apple Music, Deezer, Spotify und Co. …
Hier fehlt bei allen der gehobene Qualitätsanspruch, weshalb die Entscheidung für oder gegen ein Portal wohl eher zufällig getroffen wird. Eine „Völkerwanderung“ ist da nicht zu erwarten.

Betrachten wir uns mal die Portale mit gehobenen Klangansprüchen (HRA) genauer.

highresaudio.com

Das Portal rund um Lothar Kerestedjian steht für eine garantierte – weil geprüfte – Klangqualität,
Das bietet bislang kein zweiter Anbieter. „Besser“ als bei highresaudio.com – geht es also schon mal nicht.
Nachteil:  Die Titel-Auswahl ist eher überschaubar, übersteigt aber ganz sicher selbst die allergrößte private Plattensammlung und wird permanent um weitere Leckerbissen erweitert.
Kostenpunkt: 199,-. €/Jahr nur Streaming, 248,- € Streaming und Download-Rabatte

Qobuz

Liefert uns Formate bis hin zu 24Bit/192kHz. Echt und im Original. Mit einem Angebot von mehr als 30 Millionen Titeln bleibt da kaum ein Titelwunsch unerfüllt. Einen Genre-Schwerpunkt gibt es auch nicht.
Kostenpunkt: 249,- €/Jahr nur Streaming, 299,- € Streaming und Download-Rabatte

Tidal

Vom Titel-Angebot her vergleichbar mit Qobuz. Zusätzlich konzentriert sich Tidal auf die Förderung junger amerikanischer Künstler aus den Bereichen HipHop, Rap usw.
Klangqualität:
Dieses Portal hat sich leider dazu entschlossen auf MQA zu setzen. Hierbei handelt es sich um eine moderne Art der früher so beliebten „Loudness-Taste“. Das mag bei vielen Titeln „gefälliger“ klingen, aber solange man dem Abonnenten nicht die Wahl zwischen „Original“ und „Manipuliert“ einräumt, tue ich mich ein wenig schwer damit, Tidal als HRA-Portal zu sehen.
Kostenpunkt: rund 240,- €/Jahr nur Streaming.

Einschätzung

Ich hatte persönlich eher damit gerechnet, dass sich Spotify dazu entschließt, zeitnah sein Angebot um das HRA-Format zu erweitern. Das nämlich hätte ein finaler Schachzug für manch anderes Portal sein können. 
Apple wird sich das alles gut anschauen und bei Bedarf reagieren müssen.
Derweil taucht auch Youtube auf und kündigt selbstbewusst an, sich an die Spitze des Streaming-Marktes setzen zu wollen.

Hier wie dort muss man allerdings bei all diesen Portalen befürchten, dass sie zwar unendlich viel Musikmaterial verteilen, dass aber dort niemand so wirklich Wert auf die Klangqualität legen wird.

Dem Verbraucher zu sagen, dass er mit einem Account bessere Musikformate streamen kann, als man sie jemals auf einer CD kaufen konnte, das mag eine ähnliche Wirkung haben, wie den Tacho eines Autos bis 320 km/h gehen zu lassen. Beides ändert aber natürlich nichts an der tatsächlichen Leistung.

Der ganz große Verlierer bei dieser Bewegung – der sitzt an einer anderen Stelle und hört auf die Abkürzung „CD“.

Wer sowieso schon Amazon Prime-Kunde ist, Amazon Prime-Video nutzt und jetzt seinen Account für kleines Geld auch auf UHD-Streaming samt Hörbüchern und Bundesliga-Reportagen erweitern kann, der wird sich über die 56-Millionen Titel freuen und sich zurecht fragen, ob es nicht völliger Unsinn ist, sich die gleichen Titel in einem schlechteren Format für über 20,- € pro Album zu kaufen, nur um eine Plastikschachtel mehr in das CD-Regal quetschen zu können.

Seit Einführung der Streaming-Angebote sinken die Zahlen der verkauften CDs drastisch und die Anzahl der bezahlten Streams und Downloads steigt gewaltig. Diese Entwicklung könnte Amazon jetzt noch einmal beschleunigen.

Schauen wir doch mal, was uns die nächsten Jahre so bescheren werden.

AUDIOSAUL-Bericht über die High End 2019 in München

AUDIOSAUL-Bericht über die High End 2019 in München

AUDIOSAUL-Bericht über die High End 2019 München

AUDIOSAUL-Bericht über die High End 2019 München

Der AUDIOSAUL-Bericht über die High End 2019 ist ein subjektiver Kommentar über die größte HiFi-Messe in Deutschland. Ich wünsche Ihnen viel Kurzweil beim Lesen und Schauen.

Bericht in Textform
(Foto-Bericht weiter unten)

High-End 2019

… wenigstens hier geht die Artenvielfalt nicht verloren.
Die diesjährige High-End hat wieder einmal deutlich gemacht, wie wichtig solche Ausstellungen im Kampf gegen das Schubladendenken sind.
Ja, es ist immer wieder dieses naive Schubladendenken, mit dem der Mensch versucht, sich die Welt einfach zu machen und leider kann ich mich da persönlich auch nicht ausklammern.

In der High-Fidelity könnte man glauben, dass die großen Namen, die uns Freaks seit 30 oder 40 Jahren auf Schritt und Tritt begleiten, dass sie sich allein deshalb durchsetzen konnten, weil sie ja so gut sind.
Doch dem war nicht so und dem ist nicht so. Sie hatten lediglich das Glück, zur richtigen Zeit an der richtigen Stelle die richtige Idee zu haben und zu erkennen, dass da noch Platz für sie war.
Ein mal drin im Boot – lässt es sich leicht mit den Paddeln um sich schlagen, um seinen Platz nicht wieder zu verlieren.

Die Newcomer, heute ja mehr Startups genannt, die kleinen Manufakturen mit unvorstellbar progressiven und innovativen Ideen, die haben oftmals keine Chance, mit in das Boot zu klettern und daher kann man sie im „wahren Leben“ schnell übersehen oder als Händler der Einfachheit halber ins “Unbedeutsame”  ziehen.

Eine Show wie die High-End 2019 jedoch, die zeigte uns mal wieder eine ganz andere Welt.
Wo kein Wasser ist, da braucht man gar kein Boot!
So manch etablierter Name hatte dann auch nichts besseres zu tun, als wieder die gleichen Produkte und Modelle in wieder den größten Räumen mit den meisten Mitarbeitern zu präsentieren.

Die ganz großen Marken, die sich eher bei den Discountern oder dem Radio-Fernseh-Fachhandel zuhause sehen, die trifft man in München zum Glück kaum – lediglich ein paar Hybrid-Hersteller glaubten, dort auf ein dankbares Klientel zu treffen.

Was immer noch lobenswerter ist, als den deutschen Endverbraucher ganz abzuschreiben und die High End lediglich noch als globale Präsentation zu betrachten, um sich neue Märkte zu erschließen.

Der wirkliche Reiz der High-End, der lag endlich mal wieder darin, dass die Show 2019 eine Brücke zu den Ursprüngen Anfang der 80-er Jahre zu schlagen versuchte.

Selbst als Händler, der diese Tätigkeit nun schon weit über 30 Jahre ausübt, brauchte man nur wenige Schritte zu gehen, um wieder vor einem Namensschild oder Logo zu stehen, unter dem man sich nichts vorstellen konnte. 

Das beschränkte sich nicht nur auf Verstärker – ganz im Gegenteil.

Versuchten in manchen Räumen die längst etablierten Boxenentwickler ihre raumfüllende Ware vom letzten Jahr einfach nur in anderen Lackierungen als Neuentwicklung zu präsentieren, fand man in anderen, kleinen – fast verborgenen Zimmern Lautsprechermodelle, deren Namen man erst drei mal sagen musste, um sie richtig auszusprechen und die auf rein musikalischer Ebene zu verzaubern verstanden.
Ich will nicht falsch verstanden werden. Nicht alles, was sich etablieren konnte, ist deshalb automatisch schlecht – ist doch Quatsch.

Aber die High-End 2019 ließ einen über den Tellerrand schauen und dort sehr viele Leckereien erspähen.

Man sagt ja immer etwas abwertend: „Die Leute schauen sich auf der Automobilausstellung einen Maybach an und kaufen sich dann doch wieder eine A-Klasse.
Diese Aussage stellt aber die Realität so dar, als gäbe es zwischen Maybach und A-Klasse keine Alternativen.

Und genau das Gegenteil zu vermitteln, das hat die High-End 2019 spielend geschafft.

Wer Musik mit den Ohren sucht, statt immer die gleichen Berichte von immer den gleichen Redakteuren über immer die gleichen Produkte zu lesen, der hatte in München eine unvorstellbar große Auswahl.

Fazit:
Wer es 2019 versäumt hat, die High-End zu besuchen, der sollte sich den Termin für 2020 unbedingt ins Notizbuch schreiben!  

14.05.2020 bis 17.05.2020 …
(Der Donnerstag ist der Händlertag.)

Also bis zum nächsten Jahr an gewohnter Stelle!?

Bericht mit Bilder-Galerie

In gewohnter Weise galt unser erster Besuch natürlich dem Ausstellungsraum von Ralf Koenen, also Progressive Audio und Furutech.

Premiere feierte der nagelneue DAC992. Für uns der musikalischste DAC, den der Markt zurzeit zu bieten hat. Glücklicherweise gibt es ihn ab sofort auch mit Neutrik-USB-Eingang. Durch die direkte Anbindung an die I2S-Schnittstelle gelang es, die technischen Nachteile eines USB-Eingangs zu eliminieren. Daraus ergab sich ein Eingang, der den anderen Schnittstellen nun klanglich auf Augenhöhe begegnet.

Die aktiven Pearl Keramik TDL (Triple-directdriven-loudspeaker) mit Diamanthochtönern spielten, wie Lautsprecher zu spielen haben. Die Musik hatte mit all ihren Facetten Vorrang und Grenzen schien es überhaupt nicht zu geben. Wer schon einmal erlebt hat, wie schwierig es ist, diese Messeräume akustisch zu beherrschen, der musste bei Progressive Audio annehmen, es gäbe diese Raumprobleme überhaupt nicht. Nur wer diese Ausnahmewandler schon mal zuhause hören durfte, konnte feststellen, dass sie immer noch unter Wert liefen.

Eine kleine – feine Kette der Superlative

Mehr braucht kein Mensch – möchte man fast sagen – und hier hat Ralf Koenen es auf die Spitze getrieben.
Als Quelle dient der leider nicht mehr lieferbare Auralic Mini.
Angeschlossen über einen DAC992 direkt an die aktiven Extreme-Lautsprecher in der USM-Edition.
Es fehlt noch das iPAD und ein Qobuz- oder Tidal-Abo und schon ist man im siebten Musikhimmel, oder?

… wohl der gefragteste Artikel auf der High-End 2019 überhaupt!
(Neben den Weißwürstchen natürlich)

Über 300 Stück der NCF-Booster und NCF-Signal-Booster hatten die Aussteller bei Ralf Koenen (PADIS/Furutech) im Vorlauf zur Messe angefordert. Anscheinend niemand wollte auf die erstaunliche Wirkung dieser Zauberteilchen verzichten. Als Furutech-Händler können wir das wirklich gut verstehen und auch Sie sollten sich mal einen Ruck geben und die Dinger ausprobieren.

Übrigens:  Zurzeit können wir Ihnen günstig ein paar Messe-Artikel anbieten – fragen Sie nach!

Live-Musik in den verschiedenen Formen, wie hier eben die Alp-Horn-Bläser gehören mittlerweile fest zur Messe dazu.

… so wie auch die fahrbaren Ausstellungsstücke von den edelsten Fahrzeugbauern.

Wobei manch ein Hersteller sich wohl mehr Besucher wünschen würde, die mit solch einer Edelkarosse angereist sind.
Diese Kabel und Stecker passen zwar eigentlich mehr in einen HiFi-Laden in Dubai, sind aber auch für die Messe in München zumindest eine optische Bereicherung.

Wie selbstverständlich das Ruhrgebiet und vor allem Hersteller aus Essen heutzutage der Elite der High-End-Welt zuzurechnen sind, beweist neben Progressive Audio auch Karl-Heinz Fink (FAC) mit seiner Boxenserie. Hier an Classé-Audio Komponenten.

Bändchen sind ein wahrer Hochton-Traum – aber werden auch schnell zum Alptraum eines Entwicklers.
Wie man die faszinierenden Auflösungsfähigkeiten eines Bändchens mit vollen und warmen Klangfarben kombinieren kann, das zeigte uns Karl-Heinz Fink in diesem Raum. Fürwahr beeindruckend!

Dass das Ruhrgebiet nicht der einzige Ort ist, an dem man Lautsprecher zu entwickeln vermag, stellte ein mal mehr die Marke Estelon aus Estland unter Beweis. Hier sieht man den Entwickler Alfred Vassilkov zwischen einem Paar seiner optisch ungewöhnlichen Boxen. Klanglich sehr beeindruckend. Diese Marke habe ich seit ein paar Jahren “auf dem Schirm” – irgendwann schlage ich mal zu.

Umso enttäuschter war ich in diesem Jahr von der Präsentation der Von Schweikert-Lautsprecher. Haben mich im letzten Jahr die größeren Modelle noch in ihren Bann gezogen, stimmte hier bei den kleineren Brüdern irgendwie gar nichts. Die Bässe füllten zwar den Raum, aber sie waren weder zu orten, noch konnte man heraus finden, von welchem Instrument sie stammten. Stimmen waren kalt und harsch und bohrten sich einem regelrecht ins Ohr. Die Ortbarkeit veränderte sich mit jeder Kopfdrehung. Das muss doch besser gehen, oder!? Klar – man kann der Elektronik die Schuld geben, den Kabeln oder dem Raum, aber mit diesen Faktoren haben alle anderen Aussteller genau so zu kämpfen. Schade.

Wie wenig zulässig es ist, einen Rückschluss vom Design auf den Klang zu ziehen, bewies wieder einmal Harbeth. Mit einem Design, das es so lange gibt, wie es Lautsprecher gibt, aber einem Klang, der auf der Höhe der Zeit ist, bestätigte Harbeth in München erneut seinen tausenden Besitzern, wie richtig sie aus musikalischer Sicht doch liegen.

Mit äußerst vielversprechenden Neuigkeiten wusste Audioquest aufzuwarten. So waren Muster von den neuen Kabelserien zu sehen und für mich das interessanteste Produkt – die neue Niagara 1200 Netzleiste. Ein wahres Schwergewicht mit sehr überzeugendem Innenleben.
Mehr dazu – sobald die Teilchen lieferbar sind.

Dass man seine Produkte nicht nur einfach auf einen Tisch legen und zeigen kann, das war hier und da auch in angenehmer Art und Weise zu bestaunen. 

… wo allerdings ein tolles Design aufhört und wo doch eher die Pferde mit den Entwicklern durchgegangen zu sein scheinen, das muss natürlich jeder für sich selbst entscheiden. Hier einfach mal ein paar Beispielbilder ohne Kommentar.

Die für mich persönlich hässlichsten Boxen der Welt, bei denen ich nicht einmal durch den Klang in Erfahrung bringen kann, was irgendjemand auf diesem Globus daran gut finden könnte, das sind ganz sicher diese Lautsprecher hier von Western Elektrik, die die Messe Jahr für Jahr bereichern.
So wenig ich für diese Teile ein Verständnis aufbringen kann, so sehr scheinen sie für andere die “Götter unter den Lautsprechern” zu sein.
Jaja – so weit können sich Ansichten spreizen.

Und genau das ist das tolle an dieser Messe. Hier zeigen alle ihre Produkte und hier finden alle Produkte und alle Ideen ihre Liebhaber.
Für jeden ist was dabei – ganz sicher!

Wie seht Ihr die Zukunft des Streamings?

Wie seht Ihr die Zukunft des Streamings?

Wie seht Ihr die Zukunft des Streamings?

Wie seht Ihr die Zukunft des Streamings?

 

a) Es geht alles den Bach runter, wie immer.

Erst Apple, Amazon, Google und Spotify, jetzt auch noch Youtube.
Diese Firmen-Imperien interessieren sich doch nur für das ganz große Geld. Und das macht man leider am besten mit schlechter Qualität, die aber immer und überall zu haben sein muss, natürlich kostenlos.
Zum Glück für diese Global-Player sieht das der Verbraucher ganz genau so und an einen Klangunterschied zwischen MP3 und HighResAudio glaubt der ja sowieso nicht. Der glaubt ja auch immer noch, die CD sei das Maß der Dinge.
Den guten Musik-Portalen werden die Kunden entzogen und sie werden vom Markt verschwinden. Also braucht auch keiner mehr gute Abspielgeräte oder Lautsprecher.
So geht alles den Bach runter, wie immer.

b) Ein Traum wird wahr.

Unübersehbare Zeichen wie die Rückkehr zur LP, die kollektive Ablehnung der CD und der Erfolg von Qobuz, dem Musik-Portal mit der besten Streaming-Qualität dieser Erde – all diese Hinweise können doch den großen Firmen nicht verborgen geblieben sein.

Wir – die Verbraucher – haben uns klar und deutlich gegen eine miese Qualität entschieden!

Die neuesten technischen Entwicklungen bereiten den Weg vor – hin zu einer Klangqualität, von der wir noch vor kurzem nur träumen konnten.
Gewinnen kann jetzt nur das Musik-Portal, das uns die beste Qualität zum besten Preis mit der komfortabelsten Bedienung bietet.

Und besser, als im eigenen Wohnzimmer die Original-Studio-Aufnahme-Datei streamen zu können – kann es doch gar nicht werden. Selbst die Argumente pro analog gehen damit verloren. Zumindest dann, wenn die Aufnahme digital stattgefunden hat.

Wann immer ich möchte, begebe ich mich auf musikalische Weltreisen zu Musikern, die ich ohne das Streaming niemals im Leben kennen gelernt hätte. Und die 1:1-Klangqualität erlaubt es mir zu erfahren, was mir die Musiker mitteilen wollen.
Ein Traum wird wahr.

c) Es kommt zu einer friedlichen Co-Existenz zwischen Masse und Klasse

Die Mühlen mahlen nicht so schnell, wie sich das so manch einer wünscht. Wer nicht HiFi als Hobby hat, der hat doch noch gar nicht mitbekommen, was da gerade passiert.
Der kauft sich immer noch einen CD- oder einen MP3-Player und deshalb werden die auch noch weiter produziert. Die Industrie ist sehr daran interessiert, diesen Zustand so lange wie möglich aufrecht zu halten. Null Euro Entwicklungskosten bedeuten 100% der Marge in der Kasse.
Irgendwann werden die Stückzahlen weniger werden und man stellt das Angebot ein.
Dann wird man damit beginnen, HighResAudio-Player für den Massenmarkt zu produzieren. Da wird dann auch viel dabei sein, wo zwar HRA drauf steht und wo auch ab und zu eine blaue LED angeht, aber klingen wird es keinen Deut besser als MP3.
Muss es ja auch nicht!
Denn die, die den Klanunterschied wahrnehmen, die kaufen sich ja heute schon ein feines Gerätchen und haben längst einen Account bei Qobuz eröffnet, für den sie gerne 349,- € im Jahr bezahlen.
Vielleicht entsteht ja mit highresaudio.com zumindest ein weiterer Wettbewerber auf Augenhöhe.

Zum Glück (!!)  ist aber die angesprochene Zielgruppe so klein, dass sich die Großen für dieses Thema nicht interessieren.
So kommt es zu einer friedlichen Co-Existenz zwischen Masse und Klasse.

 

Könnt Ihr Euch einer der Meinungen anschließen oder seht ihr das vielleicht noch ganz anders? Ich würde mich über ein paar Rückmeldungen freuen.

CD, Streaming oder Schallplatte – was klingt am besten? Teil 2

CD, Streaming oder Schallplatte – was klingt am besten? Teil 2

CD, Streaming oder Schallplatte – was klingt am besten? Teil 2

CD, Streaming oder Schallplatte – was klingt am besten? Teil 2

Mit Vertriebsmenschen wie Armin Kern von ATR zusammen arbeiten zu dürfen, macht wirklich Spaß. Im Kommentar zu meinem Testbericht  “CD, Streaming oder Schallplatte – was klingt am besten? Teil 1” hatte er angekündigt, mir zwei MQA-lizenzierte Geräte aus seinem Vertriebsprogramm vorbei zu bringen und kaum 2 Tage später war er damit zur Stelle.

Zum Hintergrund:
Ich hatte im o.g. Bericht festgestellt, dass die MQA-Version von Keith Jarretts „The Köln-Concert“, die man über Tidal  streamen kann, bei hohen und lauten Tönen irgendwie „übersteuert“ klingt. Da ich mit der Dekodierung dieser Datei einen Auralic Altair beauftragt hatte und dieser nicht von MQA lizenziert ist, stand die Frage im Raum, ob der Wiedergabefehler an der Datei selbst liegt oder an der Art und Weise, wie ein Auralic Altair MQA-Dateien dekodiert.

Und da lagen sie vor mir:
Ein kleines, unscheinbares „Zigarrendöschen“ von Meridian (quasi dem Erfinder von MQA) mit der Bezeichnung Explorer

Meridian Explorer

Meridian Explorer

und ein nicht viel größeres Kästchen von Pro-Ject mit dem Namen Pre Box S2 Digital.

preboxs2digital

preboxs2digital

Beide Testgeräte erreichen lange nicht die Preisklasse eines Auralic Altair – aber darum ging es uns ja auch gar nicht.
Niemand, außer Armin vielleicht 🙂 – wollte mich hier zu einem Klangvergleich bewegen.
Wir wollten doch nur der Ursache für diese undefinierbaren Töne auf die Spur kommen.

Und ohne Umschweife kann ich direkt zum Ergebnis kommen:

Die Datei selbst ist der Verursacher, die beiden MQA-Kästchen zaubern diese Übersteuerungen, Artefakte oder was es auch immer sein mag – auch nicht weg. Immer klingt das ein wenig anders – aber nie so, dass es nicht stören würde.
Es bleibt dabei: Allein die 16 Bit 44.1 kHz-Variante auf Tidal verschweigt die gesamte Problematik.
Dafür aber auch so einiges anderes mehr.

Das einzige Medium, was diese Töne zwar nicht „schöner“ darstellt, uns aber dafür genau hören lässt, was da bei der Aufnahme geschehen ist, das ist die Langspielplatte.

Dem Meridian hätte ich gerne etwas genauer auf den Zahn gefühlt, aber leider hatte ich kein wirklich gutes Mini-USB-Kabel parat. So hatte ich mich hier auf das mitgelieferte Kabel zu beschränken, dass leider die Qualität eines gewöhnlichen Computer-USB-Kabels definitiv nicht überschreiten konnte. Ganz sicher kann dieses Teil deutlich mehr, als es diese Beipackstrippe zulässt. Schade.
Aber Meridian hat hier wohl die Zielgruppe im Auge, die gerne ihren PC oder Laptop zum Streamen verwendet und dort dürfte man mit einem USB-Kabel, was teurer ist als der Meridian-DAC selbst, ziemlich hart auf Granit beißen.

Das sah beim Pro-Ject zum Glück anders aus.
Er hat eine USB-2-Buchse und dafür lag bei mir das brandneue GT2-Pro von Furutech parat.

Beginnt man, die Texte und Angaben auf dem Pro-Ject-Umkarton zu studieren, hat man das Gefühl, den Beipackzettel eines Apothekers zu lesen.
Nein, nicht wegen der möglichen Nebenwirkungen – sondern auf Grund des Umfangs und der nicht enden wollenden Aufzählung dessen, was diese kleine Kiste so alles kann.
Der Begriff „Schweizer Messer“ wird in solchen Situationen gerne genutzt und ganz sicher passt dieser Begriff auch hier perfekt.

Computer anschließen, CD-Player, Streamer, TV, Verstärker, Kopfhörer – alles kein Problem.

Für 365,- € Listenpreis stutzt man erst einmal. Oder auch mehrmals.
Nun gut. In Zeiten, zu denen ein Handy fotografieren, navigieren und Geld überweisen kann, da weiß man, dass es für fast jede Funktion heutzutage nur noch einer App bedarf.
Programm installieren und schon kann das Dingen fliegen.
So ungefähr jedenfalls

Da überrascht es uns also auch nicht wirklich, wenn so eine Pre Box wirklich viel kann.
Viel zu können heißt ja aber leider nicht, alles auch gut zu können.

Dass auch die Pre-Box die schrägen Töne der MQA-Datei nicht wirklich sauber hinbekommen hat, das werte ich jetzt mal eher als Kompliment, denn die sind einfach schon in der Datei nicht sauber.
Und die vielen Filtereinstellungen, die dieses Kästchen drauf hat, die können daran auch nichts ändern, denn sobald das MQA-Lichtlein brennt, sind alle anderen Filtermöglichkeiten zur Untätigkeit verdammt, also nicht mehr abrufbar.

Viele Filtereinstellungen?
Was ist darunter zu verstehen?

Ist das etwa so wie beim Pizza-Taxi?
Thunfisch, Champignons, Schinken, Salami, Ananas … ? Alles machbar!?

Und diese Pre-Box, die liefert uns nun 7 verschiedene Sounds, je nach Lust und Laune?

Natürlich ist das nicht so, aber lesen Sie weiter:

Was man zu Filtern wissen sollte:

Kein DAC der Welt kommt ohne Filter aus. Den Begriff Filter kennen die meisten von uns nur von der Kaffeemaschine und so ähnlich wirkt auch ein Digitalfilter.

Das, was man nicht haben will, das bleibt hängen, alles andere darf durch.

Besonders tiefe Störfrequenzen (Subsonic) zum Beispiel oder Unsauberkeiten in besonders hohen Frequenzen, Vorschwingungen, Nachschwingungen und vieles mehr gilt es zu verhindern, zu unterdrücken oder zumindest zu dämpfen.

Eine Wissenschaft für sich – Sie haben recht.

Wie die einzelnen Hersteller damit umgehen, dass ist erstaunlich unterschiedlich. Manche sehen in den Filtereinstellungen die große Möglichkeit, sich einen ureigenen Klang zu verschaffen, andere halten sich an ungeschriebene Gesetze.

Pro-Ject geht in der Pre-Box ganz einfach den Weg, es dem Besitzer selbst zu überlassen, welche Filtereinstellung er denn verwenden will.

Hierzu sind folgende Filter abrufbar:

Filter Optimal transient (Pro-Ject proprietärer Filter)

Fast Roll Off (Linear Phase Fast Roll Off)

Slow Rollof (Linear Phase Slow Roll Off)

Minimum Phase Fast (Minimum Phase Fast Roll Off)

Minimum Phase Slow (Minimum Phase Slow Roll Off)

Linear Apodizing Hybrid Filter

Brickwall Filter

Was sich genau hinter diesen Bezeichnungen versteckt, das können Sie problemlos googeln. Wenn Sie aber nach dem Lesen der Erklärungen exakt verstanden haben, worum es geht, dann sind Sie schlauer als ich.

In der Praxis:

Mal klingt es etwas härter, mal weicher, mal ist da mehr Raum, mal weniger, mal ist der Bass trockener mal ungenauer.
Was gerade eben noch bei dem ersten Song ganz weit vorne lag kann beim zweiten Song die schlechteste Einstellung sein.
Hat man sich an eine Einstellung gewöhnt, erscheinen einem die anderen nach einer Weile ein wenig seltsam.
Und am Ende weiß man überhaupt nicht mehr, was denn jetzt richtig und was falsch ist.

Zum Glück hat uns Pro-Ject hier einen hauseigenen, optimierten Filter mitgeliefert.
Ihn zu nutzen, dürfte sicher die beste Empfehlung sein.
Alle anderen können wir mal ausprobieren und vielleicht schreit die eine oder andere Aufnahme auch nach einem der anderen Filter, aber immer, wenn wir unsicher werden und nach einem roten Faden suchen, können wir schnell zurück zur optimierten Einstellung wechseln.
Das ist doch sehr beruhigend.

Und wie klingt die kleine Kiste?

Erstaunlich gut!
Keine Ahnung wie Pro-Ject das wieder angestellt hat, aber was hier an Klang zum Vorschein kommt, das hat mit dem, was der Preis oder die winzige Größe des Gehäuses vermuten lässt, aber mal gar nichts zu tun.

Und das sage ich im Bewusstsein, dass ich wohl kaum eines dieser Geräte verkaufen werde.
Der typische AUDIOSAUL-Kunde gibt gerne auch ein paar Euro mehr aus und die, für die so eine Pro-Ject Pre Box S2 Digital preislich in Frage kommt, die kaufen nicht bei AUDIOSAUL sondern fahren zum nächsten Discounter.

So muss ich denn anerkennen, dass der “ausnahmsweise” auch mal was gutes da hat. 😉

Sollten Sie aber jetzt genau dieses Teil bei mir bestellen wollen – so stehe ich auch für diese Überraschung gerne parat. 🙂

Auralic Altair wird das meistverkaufte Gerät 2017

Auralic Altair wird das meistverkaufte Gerät 2017

Das meistverkaufte Produkt des Jahres 2017

Das meistverkaufte Produkt des Jahres 2017

AURALIC Altair

Auralic Altair silbern

Mit großem Abstand setzt sich der AURALIC Altair in diesem Jahr an die Spitze der verkauften HiFi-Komponenten bei AUDIOSAUL.
Wir bedanken uns bei allen Kunden, die uns ihr Vertrauen geschenkt und diesem tollen Gerät eine Chance gegeben haben.
Aus unserer Sicht ist der Altair zu recht der Gewinner des Jahres 2017 geworden.

Das liegt zum einen daran, dass es sich bei ihm um eine schier unglaublich gut klingende High-End-Komponente handelt.
Und zum anderen daran, dass  Geräte wie der Altair gerade dabei sind, die Art und Weise zu revolutionieren, wie wir Musik hören.

… ohne Ihren Computer mit der Stereoanlage verbinden zu müssen, ohne sich jemals wieder eine CD kaufen zu müssen.

Zusammen mit einem Musik-Portal wie Qobuz oder Tidal holen wir uns mehr als 40 Millionen Songs von Musikern aus allen Herren Ländern ins Wohnzimmer.

Und das in echter Tonstudio-Klangqualität.

Helfen auch Sie mit, den Musikproduzenten ein deutliches Zeichen dafür zu geben, dass wir gut gemachte Musik zu schätzen wissen und nicht länger gewillt sind, für „Krach“ Geld auszugeben.

Oder sollte Karl Valentin am Ende doch Recht behalten, als er sagte:

„Die Zukunft, die war früher auch besser!“ ?

 

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Sie möchten gerne mehr über diese neue Art wissen, Musik in Tonstudio-Qualität genießen zu können?
Dann vereinbaren Sie doch mit uns Ihren ganz persönlichen Streaming-Workshop! Sie können bis zu zwei weitere Personen mitbringen. Wir freuen uns auf Sie

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Was ist eigentlich ein Klangunterschied?

Was ist eigentlich ein Klangunterschied?

Was ist eigentlich ein Klangunterschied?

Was ist eigentlich ein Klangunterschied?

Was ist eigentlich ein Klangunterschied? Ziemlich doofe Frage, oder?
Nun – ganz so doof, wie sie zunächst erscheint, ist sie aber ganz und gar nicht.
Das Komplizierte an diesen Klangunterschieden ist nämlich, dass es etliche verschiedene Kriterien gibt, die dann auch noch jeder für sich unterschiedlich bewertet.

Und dann gibt es da in der High-Fidelity ja noch das hehre Ziel der Klangtreue, also den Anspruch, dass alles genau so zu klingen hat, wie das Original geklungen hat.
Doch wie hat das Original eigentlich geklungen?
Wer kann so etwas wissen?
Und was ist, wenn mir ein bestimmter Sound dann viel besser gefällt als der, von dem man behauptet, er sei „authentischer“?
Darf mir nicht ein „schlechterer“ Wein auch mal besser schmecken als der vermeintlich “bessere”?

Kann da vielleicht mal einer Ordnung schaffen?

Wenn ich das schaffen würde, würde mich meine Frau wohl auf der Stelle in die Garage und ins Büro schicken und mich auffordern, auch dort mal meine erstaunlichen Fähigkeiten zum Ordnen unter Beweis zu stellen. 🙂

Da lasse ich das dann hier auch mal besser sein und begnüge mich mit dem Versuch, ein wenig Licht in das Thema Klangunterschiede zu bringen.

Ein Klavier, ein Klavier!

Ein Instrument wie das Klavier hat schon eine imposante Größe. Es hat etliche Saiten, Tasten und sehr viel Holz. Dann gibt es da noch zwei bis drei Pedale, mit denen man lauter, leiser, länger oder kürzer schwingend spielen kann.
Bei einem Klavier kann es sich um ein „echtes“ Klavier handeln, das meistens mit geschlossenem Deckel gespielt wird oder um einen Flügel, der natürlich offen gespielt werden muss.
Das Klavier ist für die Entwickler von elektronischen Instrumenten ein echt „harter Brocken“ und noch heute können nur wenige elektronische Klaviere überzeugen.

Was man von einer HiFi-Anlage erwarten kann

Über eine Stereoanlage abgespielt, sollten wir selbst bei einem wirklich miesen System immer noch ein Klavier irgendwie als Klavier erkennen können.
Doch hören wir auch den Unterschied zwischen einem Klavier und einem Flügel?

Größe

Wie groß wird das Klavier abgebildet? Imponiert uns die Größe eines Flügels oder hören wir immer nur “Schröder” seiner “Lucy” etwas auf einem Kinderklavier vorklimpern?

Ortbarkeit

Wo steht das Klavier? Also wie weit vorne oder hinten? Wie weit rechts oder links? Wie hoch steht es? Steht es oben auf der Bühne und wir sitzen unten? Oder sitzen wir oben und das Klavier spielt unten?

Dreidimensionalität

Wie steht das Klavier und wo sitzt der Pianist? Befinden sich die Tasten an der rechten oder an der linken Seite?  Die meisten Flügel öffnen ihre rechte Seite, so dass der Pianist immer links von uns sitzen muss. Hören wir das auch so?

Der Klang eines Instrumentes

Eine wunderbare Aufnahme, um das Klavier (hier Flügel) akustisch bewerten zu lernen, ist das berühmte Köln Konzert von Keith Jarrett.  Man sagt, er wäre damals sehr unzufrieden mit dem zur Verfügung gestellten Bösendorfer Flügel gewesen und hätte 24 Stunden vor dem Konzert nicht mehr geschlafen, nur um das Instrument besser kennen zu lernen. Während des Konzerts am 24. Januar 1975 hätte er sich dann – gegen seine Müdigkeit ankämpfend – weitestgehend auf das Spielen der mittleren Register beschränkt.

Keine Musik – sondern Magie

Das Ergebnis kennt wohl jeder HiFi- und Musik-Freund – es ist magisch – hypnotisierend – fesselnd.

Und was macht Ihre HiFi-Anlage daraus?

… und die Aufnahme zeigt Ihnen gnadenlos, was Ihre Stereoanlage kann und was nicht.
Während Keith Jarrett spielt, hören wir immer wieder die Bühne knarren und auch die Pedale. Das klingt jetzt irgendwie laienhaft, verleiht dem Stück aber eine überzeugende Realität.

Und halten Sie sich zunächst bitte zurück!
Bevor Sie jemandem erzählen, von welcher Sekunde bis zu welcher Sie gehört haben wollen, dass Keith die Melodie mitsummt – hören Sie sich das Stück lieber erst einmal über eine wirklich gute Anlage an und notieren Sie dabei, wann er tatsächlich mitsummt und wann nicht! Ich denke, Sie werden dann froh sein, bis dahin noch nichts gesagt zu haben. 🙂

Lachendes Publikum!?

Und wenn ich Sie jetzt frage, wann das Publikum denn auf diesem Titel lacht und wieso eigentlich – was antworten Sie mir dann?

Richtige Antwort:  Ganz am Anfang, weil Keith scherzhaft die Pausenmelodie des Hauses spielt.

Doch zurück zum Klavier und zu der eingangs gestellten Frage: Was ist eigentlich ein Klangunterschied?

Nun, was genügt Ihnen denn als Unterschied?

Reicht es Ihnen bereits, wenn Sie ein Klavier als Klavier erkennen können und ist es Ihnen völlig egal, ob es ein Klavier oder ein Flügel ist?
Sind Sie zufrieden, wenn Sie den Flügel vom Klavier unterscheiden können, aber die körperhafte Darstellung des Instrumentes noch fehlt?
Geht Ihr Herz erst auf, wenn Sie die Augen schließen und das Klavier sozusagen „plastisch“ vor sich sehen?
Oder sind Sie gar erst am Ziel, wenn Sie zwischen den Tönen, die die Hämmerchen beim Schlag auf die Saiten erzeugen und den Resonanzen im Holzkörper unterscheiden können?
Wenn Sie den Steinway vom Yamaha und dem Bösendorfer unterscheiden können?
… wenn Sie wirklich jedes Mitsummen von Keith Jarrett klar und deutlich vernehmen können?

Aufpassen!

Doch wieder muss ich Sie zum Aufpassen auffordern. Entwickler von HiFi-Komponenten versuchen manchmal, ihren Geräten und Lautsprechern diese analytischen Fähigkeiten „anzuerziehen“. Diese Komponenten werden also auf Analytik und „Präzision“ getrimmt.
Fast immer geht das dann aber auf Kosten der Wärme und des Volumens. Und da wir heutzutage mit ziemlich viel Musikschrott zugeschüttet werden, der nur für unser Transistorradio im Büro produziert wurde, klingt diese Musik über eine analytisch ausgerichtete Kette dann schon schnell sehr gruselig!

Emotionen und das richtige Timing

Die hohe Schule des Musikhörens befasst sich jedoch mit den Emotionen und mit dem Timing in der Musik.

Was ich damit meine, will ich gerne anhand des genannten Musikstückes näher erklären.
Hören Sie das erste Stück der CD oder der Schallplatte – die meisten hören sowieso nur die ersten 9 Minuten – und fühlen Sie sich in die Musik hinein.

Ich kenne – mit verschiedenen Ketten gehört – dabei mindestens folgende unterschiedlichen Klangbilder.

Hektik, übertriebene Dynamik

Das Spiel ist hektisch, wirkt wie zu schnell gespielt, zu fahrig. Keith scheint sich nicht richtig konzentrieren und sich auch nicht in die Musik einfühlen zu können. Das, wovon dieses Stück emotional lebt, ist nicht einmal ansatzweise vorhanden. Die Töne sind zu hart, zu metallisch und das Timing stimmt vorne und hinten nicht. Es ist ein nerviges Geklimper und irgendwie möchte man die ganze Zeit über sagen: „Hab ich doch gleich gesagt, dass ich Klaviermusik nicht leiden kann!“.

Trägheit, fehlende Dynamik

Keith „leiert“ das Stück gelangweilt vor sich hin. Er ist müde und schlecht gelaunt – das hört man und das scheint man sogar in seinem Gesicht “sehen” zu können. Seine Laune ist so tief im Keller, dass man sich als Zuhörer fragt, wieso er nicht aufhört und ein anderes mal weiterspielt, wenn er wieder Spaß daran hat. Denn auch das Zuhören ist alles andere als angenehm.

Geplärr

Es mag ja sein, dass Keith im Recht war, als er den Bösendorfer damals kritisierte. Doch seine Unzufriedenheit richtete sich gegen die hohen Töne des Instrumentes, die mittleren Register gefielen ihm gut. Über manche HiFi-Ketten scheint sich aber das “plärrige” Klangbild der hohen Töne auch auf die Mitte des Instruments übertragen zu haben. Das, was man als wunderbar harmonisch und sonor kennt, mit viel Volumen und langem Ausschwingen, das plärrt hier plötzlich nur rum. Der Klang des Bösendorfers ist einfach mies, unerträglich und man mag sich das nicht lange anhören. Und das geht auch mir so, obwohl oder gerade weil mir der Bösendorfer als Flügel oft der liebste ist.

Das Klangbild rastet ein

Und wie klingt es, wenn alles stimmt was stimmen kann?
Antwort:  “Wow!”
Kennen Sie das, wenn Sie vor Ihrer Anlage sitzen und nichts und niemand Sie dort wegholen kann? Wenn Sie selbst bei einem Zimmerbrand erst noch den Titel bis zum Ende hören wollen?

Wenn das Stück beginnt – übrigens für alle, die immer noch rätseln, wann denn gelacht wird:
Keith spielt die ersten 5 Töne und dann scheint etwas auf der Bühne zu passieren, über das das Publikum lachen muss. Vielleicht ist ein Techniker über ein Kabel gestolpert – ich weiß es nicht..

Zurück zur Musik.
Sowohl Keith als auch die Zuhörer brauchen ein paar Minuten, um sich in das Stück einzufühlen. Doch irgendwann sind alle gemeinsam mittendrin. Es ist, als würde sich da etwas synchronisieren und einrasten.

Wenn Keith dann spielt, sehen wir seine Finger über die Tasten gleiten, fliegen, schweben und zustoßen. Wann sie zustoßen – wann sie zustoßen müssen –  und dass Keith den Zeitpunkt trifft – darüber gibt es keinen Hauch eines Zweifels!
Es geht hier um winzige Verzögerungen und Betonungen – fast möchte man sagen, um den Milliardstel Teil einer Sekunde und ganz bestimmt noch weniger!
Doch Keith trifft den Zeitpunkt, wählt die korrekte Betonung.

Er fühlt es, er lebt es, er ist die Musik.

Über allem schwebt ein unbestechliches, unhörbares Metronom. Pulsierend, erbarmungslos, treibend.
Er – der Takt – zieht uns in seinen Bann.
Wir versinken in einen tranceähnlichen Zustand – in eine Art Hypnose, werden zu Derwischen – ohne uns drehen zu müssen.

Keith´s Klavierspiel frisst sich wie eine Droge in unsere Seele. Nimmt uns gefangen. Alles um uns herum ist ausgeblendet.
Ich weiß nicht mehr, wie es gewesen ist, als ich dieses Stück zum ersten mal gehört habe. Aber ich habe den Eindruck, mit diesem Titel emotional verwachsen zu sein. Und ganz bestimmt geht es nicht nur mir so.

Wenn Keith spielt, ich ganz automatisch meine Hände bewege, so – als würde ich selbst das Stück spielen, obwohl ich kein Klavier spielen kann – und ich immer wieder spüre, wie mein Herz so einen kleinen Hüpfer macht und dabei so ein Glucksen erzeugt, dann weiß ich, dass hier wirklich alles stimmt. Und dann kann ich mir die Aufnahme auch fünf mal hintereinander anhören.
Ja, auch heute immer noch!

Oft mache ich das dann auch, jedenfalls wenn ich mal wieder die besten, leider auch teuersten Kabel angeschlossen habe. Kabel, die ich im Studio nur selten verwende. Weil es nicht fair wäre, jede Kette mit ihnen vorzuführen.

Musiklose Seelen?

Und dann muss ich an die Menschen denken, die einen solchen Einfluss auf den Klang rigoros für unmöglich erklären und sich mit Händen und Füßen dagegen wehren, sich das einmal anzuhören. Als hätten sie Angst davor, dass Ihnen die Wahrheit eine Maske vom Gesicht ätzen würde und dahinter jemand zum Vorschein kommt, der das durchaus auch hören kann.

Aber eigentlich geht es doch überhaupt nicht darum, wie sich der Klang verändert.

Es geht einzig darum, wie sich die Musik verändert.

Ob mich ein und die selbe Musik nervt, langweilt oder zu Tränen rührt und mich glücklich macht –
das ist doch ein Unterschied, oder nicht!?

MQA- doch nicht das Klangparadies

MQA- doch nicht das Klangparadies

MQA, doch nicht das Klangparadies

MQA, doch nicht das Klangparadies

“Jetzt müsste man Mäuschen spielen dürfen …”

Es bewegt sich gerade sehr viel rund um das Thema MQA  — leider hinter verschlossenen Türen.

Der Schock der Woche:

Die Brüder Frank und Lothar Kerestedjian aus Berlin haben die Tore in ihrem Portal highresaudio.com für MQA erst einmal wieder geschlossen. Das öffentliche Statement hierzu wurde allerdings nach kurzer Zeit wieder von der Seite genommen.
Nun können wir Mutmaßungen anstellen und dabei unserer Phantasie freien Lauf lassen.
Kurzzeitig war zu lesen, dass man die Qualität einer MQA-Datei bei highresaudio.com subjektiv als „nicht besser“, ja sogar als „schlechter“ bewertet, dass MQA nicht verlustfrei arbeitet und noch dazu jede Möglichkeit fehlt, MQA zu messen oder überhaupt auch nur zu belegen.

highresaudio.com führt seit jeher umfangreiche Messungen durch, um weder irgendwelche Mogelpackungen einzukaufen, noch an seine Kunden weiter zu reichen.
Da war es nur eine logische Folge, dass man keine MQA-Dateien anbieten will, die vielleicht gar keine MQA-Dateien sind. Zumal das ja auch unter Umständen erhebliche rechtliche und damit finanzielle Folgen nach sich ziehen könnte.

Dennoch, die Entscheidung bei highresaudio.com gegen MQA ist schon ein heftiger Tritt zwischen die Beine des Unternehmens.
Allerdings kann man auch das Auftreten von MQA derzeit nur als ziemlich provokant und fast schon überheblich bezeichnen.

Hier mal eine Metapher, um das zu erläutern:
Seit der „Erfindung“ von digitalen Sensoren für Fotokameras werden diese fortlaufend verbessert.
MQA stellt sich nun her und behauptet im übertragenen Sinn:  „Alle bisherigen Sensoren arbeiten fehlerhaft! Aber durch unser MQA-Verfahren erhalten wir zum ersten mal natürlich wirkende Bilder!
Und das erreicht man bei der kamerainternen Umwandlung vom RAW-Format zum JPEG.
Das allerdings funktioniert nur mit neuen Sensoren.
Nämlich solchen, die eine MQA-Lizenz besitzen.
Und deshalb kann man das Wandeln auch nicht mehr länger Lightroom und Co. erlauben!
Es sei denn, die erwerben die MQA-Lizenzen und sind auf Computern installiert, deren Prozessoren und Chips allesamt eine MQA-Lizenz besitzen.
Eine 100,- €-Einsteiger-Kamera mit MQA liefert laut MQA ab sofort bessere Bilder als das Profi-Flaggschiff ohne MQA!
Na, da ist es ja nur gut, dass man das Profi-Flaggschiff ganz bestimmt auch bald in der MQA-Version kaufen kann.
Damit auch deren Bilder dann “natürlicher” aussehen.

MQA = Des Kaisers neue Kleider?

Wieder zurück in der HiFi-Welt heißt das, dass sich weder die Auflösung noch die Abtastrate durch MQA verbessern. Alles, was man uns verrät ist, dass man bei MQA eine andere Filtereinstellung wählt.
Eine Einstellung, die die bisherigen Wandler-Chips angeblich überhaupt nicht beherrschen, weshalb man neue braucht.

Daran melden einige Fachleute arge Zweifel an.

Genau deshalb fordern sie, dass man bei MQA jetzt mal endlich die Dollarzeichen aus den Augen nimmt und stattdessen den Chip- und Geräteherstellern diese Filtereinstellung offen legen soll, damit diese dann neben „Präzise“, „Sanft“ oder „Balance“ zukünftig eben auch die anwählbare Einstellung „MQA“ integrieren können. Um so dem Besitzer selbst die Entscheidung zu überlassen, ob er es als besser oder schlechter empfindet und nutzen will oder nicht.

Ob das so technisch möglich wäre – vermag ich nicht zu sagen.
Ich weiß nur, dass es aus meiner Sicht eine faire Vorgehensweise wäre.

Aber MQA verweigert ja sogar Herstellern die Lizenz, die eine MQA-De-Kodierung im Streaming-Client vornehmen, wodurch dann jeder x-beliebige DAC die MQA-Dateien wandeln und wiedergeben könnte. (siehe:  http://support.auralic.com/hc/de/articles/222512427-Wird-AURALiC-in-Zukunft-MQA-unterstützen- )
Heißt das nicht einfach, dass jeder (!!!) auf dem Markt befindliche DAC MQA-Dateien wandeln kann, wenn man ihm nur vorweg einen MQA-Dekodierer spendiert?
Diese Möglichkeit aber durch Lizenz-Verweigerung zu verhindern kann doch nur einen einzigen Zweck verfolgen:
Man will Geld verdienen und allein deshalb die Verbraucher dazu zwingen, sich neue Geräte kaufen zu müssen, die sie sich tatsächlich überhaupt nicht kaufen müssten.
Und das ist ja auch das stärkste Argument, mit dem man die Geräte-Hersteller auf seine Seite holen will:  Geld!  Viel Geld!
Selbst die HiFi-Redaktionen dieser Welt stellen sich ja schon auf eine Unmenge neuer Tests ein und sind ihrerseits natürlich ebenfalls von MQA begeistert. Jedenfalls die Redaktionen, die  kommerziell ausgerichtet sind.

Einfach auf MQA upgraden?

Viele Gerätehersteller setzen schon lange auf eine Upgrade-Fähigkeit ihrer Hardware. Neue Filtereinstellungen wären also ohne Neukauf und ohne ein aktives Eingreifen „automatisch über Nacht“ zu integrieren. Doch mit MQA geht das angeblich nicht! Man braucht zwingend neue Hardware. Sowohl im Tonstudio als auch zuhause.

So eine – mit MQA-LED!

Erst wenn sie leuchtet – ist Weihnach – äh Quatsch – hören wir Musik in Vollendung.
Alle Entscheidungen der Musik-Industrie und Hardware-Hersteller beruhen – das vermute ich –  auf der Angst, einen wichtigen Zeitpunkt und eine riesige Chance zu verpassen. Man integriert deshalb vorsichtshalber MQA und man will diese LED – aber man lehnt sich andererseits irgendwie auffallend wenig für MQA aus dem Fenster.

Ist das so wie das Gebet eines Ungläubigen im Sterbebett?
„… kann ja nicht schaden!“?

Aber will der Markt MQA überhaupt?

Wollen wir es?
Spätestens wenn wir uns mal mit Schätzungen befassen, muss man sich fragen, was denn eigentlich wirklich hinter MQA stecken könnte.
Ich sage jetzt einfach mal (vielleicht kennt ja jemand die echten Zahlen), dass 80% der Verbraucher in Europa mit MP3 gut zufrieden sind und nicht einmal ein Interesse an HighResAudio haben. Spotify und Co. machen ihre Arbeit gut und es macht Spaß damit Musik zu hören.
Von den restlichen 20% lehnen derzeit noch etwa 18% alles ab, was irgendwie mit Computer, Internet, Download oder Portalen zu tun hat. Man setzt nach wie vor auf die CD oder die LP – basta.
Bleiben 2%, die sich gerade mit dem Thema Streaming von HighResAudio-Dateien auseinander setzen oder bereits solche Geräte gekauft haben.
Und selbst wenn wir jetzt einmal davon ausgehen, dass alle (!!) Besitzer von Streaming-Komponenten sofort auf MQA umsteigen, sobald sie einmal hören konnten, dass es wirklich besser ist, dann reden wir immer noch von lediglich 2% des Marktes!
Und ich werde dreist und verdreifache diese Zahl nun einfach mal – lande damit also bei 6%.

Ohne jemals zu irgendeinem Weltkonzern gehört zu haben, kann ich doch vermuten, dass ein Manager, der für diese 6% große Beträge in die Hand nimmt und sich dabei auch noch von anderen abhängig macht, wohl morgen schon auf dem Arbeitsmarkt zu haben sein wird, oder?.
Also entweder haben Firmen wie Warner und Universal das MQA-Format zum „Anfüttern“ geschenkt bekommen, oder die wissen etwas, was wir noch nicht wissen.
Denn wie man es auch betrachtet – MQA ist nur dann kommerziell interessant, wenn man damit „in die Breite gehen“ kann. Die größte Überzeugungsarbeit dürfte dabei wohl diese „doofe“ (Entschuldigung) MQA-LED übernehmen müssen.
Mit der kann der Käufer wunderbar seinem Schwager signalisieren: “Jetzt wird es gleich richtig gut! Und mit Deinen Geräten ohne MQA-LED bist Du aber mal so richtig von gestern!”

So eine MQA-LED zieht „in der Breite“ ganz sicher. Und schon bald wird es sie vermutlich aus Fernost für alle Geräte nachzukaufen geben.

Nur eines passt dabei überhaupt nicht:

Diese „Breite“ hört MP3 und nicht HighResAudio!
Und die „Breite“ hört schon keinen Unterschied zwischen MP3 und CD!
Wie will man diesen Kunden denn ein angeblich noch besseres Format verkaufen als HighResAudio?

Nein, so wird das ganz bestimmt nichts mit der „Breite“ als Zielgruppe!

Der Hammer wäre deshalb, gäbe es MQA auch für MP3 und damit auch für unterwegs!

Eine MQA-MP3, die angeblich besser klingt als eine 24 Bit/192KHz-HighResAudio-Aufnahme! Geil!
Eine „Masterband-MQA-MP3“, bei der die MQA-LED an unserem Smartphone so hell leuchtet, dass alle anderen in der U-Bahn sie sehen können!
Zugegeben – das wäre wirklich etwas für die „Breite“ und das Weihnachtsgeschäft 2017 könnte kommen!

Uhps – hab ich MQA da gerade etwas vorweg genommen?
Oder auf eine Idee gebracht?
Wir werden es sehen.

Meine derzeitige Empfehlung zu MQA?

Nun, um es mit Anke Engelke zu halten:  „Aufpassen!“ 🙂

Aber – wenn ich mir etwas wünschen dürfte, dann wäre es sicherlich, dass es mit MQA irgendwie doch funktionieren würde. Aus einem ganz einfachen Grund:

Zurzeit streamen wir zuhause in CD-Qualität (16 Bit, 44,1KHz). Schöner wäre es, wenn wir jede (!) Aufnahme in der besten zur Verfügung stehenden Qualität, also eben auch als 24Bit/192KHz streamen könnten, oder?
Alle Titel – und nicht nur die, die wir „gekauft“ haben.

Kaufen und Downloaden ist von gestern. Wir wollen streamen!

Und wenn mir da jetzt jemand sagen würde, dass die Datenmengen dafür zu groß wären und MQA hier helfen könnte – und dass dann auch alles wirklich besser klingen würde – und man so eine MQA-Datei auch testen könnte, damit man uns nicht anschmieren kann – und wenn sich MQA damit zufrieden geben würde, an so kleinen Dekodierern als Zusatzgeräte zu meiner bestehenden Hardware zu verdienen – ich also meinen Gerätepark behalten darf – dann wäre MQA durchaus auch etwas für mich.

Ja ja – ich hör ja schon auf zu träumen.

MQA, das Klangparadies?

MQA, das Klangparadies?

MQA – das Klang-Paradies?

MQA – das Klang-Paradies?

MQA …
… steht dieses Kürzel für den endgültigen Einzug ins Klang-Paradies?

Was steckt eigentlich hinter „Master Quality Authenticated“, kurz MQA?

Die Macher hinter MQA stellen nicht mehr und nicht weniger als die unglaubliche Behauptung auf, dass alle bisherigen A/D- (analog zu digital) als auch D/A- (digital zu analog) -Wandler Fehler im Bereich der Filterung gemacht haben und immer noch machen. Auch die, die im Tonstudio eingesetzt werden! Und deshalb gibt es bisher keine digitale Musik, die “natürlich” klingt!

Jeder Musiktitel, den wir in irgendeinem digitalen Format besitzen oder streamen, ob selbst gerippt oder gekauft, ja selbst die Masterbänder in den Tonstudios – sie alle (!!!) sind fehlerbehaftet und klingen nicht so natürlich wie sie mit MQA klingen könnten.
Keine einzige CD, keine SACD, nicht einmal ein Original-Masterband und nichts, was wir an digitalen Musikdateien auf einer Festplatte oder einem USB-Stick gespeichert haben – ist fehlerfrei. So MQA.

So – das müssen wir jetzt erst einmal sacken lassen, oder?

Wer jetzt das Gefühl hat, in eine tiefe Jauchegrube geschubst worden zu sein, der sollte nach oben sehen, denn es wird reichlich Gülle nachgekippt!
Nicht nur unsere allerbesten Musikdateien taugen auf einmal nichts mehr – auch unsere Hardware ist ab sofort untauglich!
Egal welche und zu welchem Preis! Keine einzige Hardware ist frei von Fehlern.

Funktionieren tut sie zum Glück aber selbst mit MQA-Daten immer noch.
MQA „tarnt“ sich nämlich – kommt im Bauche des trojanischen Pferdes namens FLAC, ALAC oder wie auch immer daher und wartet auf seinen Einsatz.
Alles was wir hören, ist dieses bisherige, fehlerbehaftete Format.

Aber warten wir es nur ab, es wird spannend!

Es ist ja gar nicht so, dass uns MQA in die Jauchegrube schubst und uns da drin ersaufen lässt. MQA hilft uns ja auch wieder heraus! Duscht uns und führt uns in ein SPA, wo wir so rundherum verwöhnt werden.
Gegen kleines Entgelt natürlich.

Wir brauchen uns nämlich nur noch neue Hardware zu kaufen, die das MQA-Logo trägt und alles ist wieder gut!

Und damit wir auch erkennen können, wie gut wir jetzt gerade hören (vielleicht wird es ja welche geben, die den Unterschied nicht von alleine wahrnehmen) bringt eine MQA-Datei die MQA-LED auf unserer Hardware zum Leuchten – genau wie unsere Augen!
Und unsere Ohren vermutlich auch.

Ohne so eine leuchtende MQA-LED ist unsere Hardware natürlich nicht in der Lage, die MQA-Qualität aus unseren FLACs oder ALACs heraus zu holen.
Aber Weihnachten ist ja nicht mehr weit – und dann können ja auch wir endlich „aufrüsten“, oder?
… und dann klingt unser 300,-Euro-Wandler mit der leuchtenden MQA-LED viel besser als der von unserem Schwager. Der war nämlich noch so doof und hat sich für 5.000,- € einen DAC ohne MQA gekauft.

So – genug Sarkasmus – was ist jetzt wirklich dran, an dieser MQA-Geschichte?

Antwort:  Ich weiß es nicht.
Ich halte es für durchaus denkbar, dass die Musik besser klingt als vorher.

Die Logik lässt mich allerdings die Frage aufstellen, wie viele findige Programmierköpfe es auf der Welt wohl gerade geben mag, die sich die Entwicklung um diesen MQA-Hype ganz genau ansehen, um im Erfolgsfall mit einem noch viel besseren Digitalfilter auf den Markt zu kommen?
Vielleicht einem individualisierbaren Filter, bei dem wir also selber einstellen können, was uns besser gefällt? Mal so – mal so.

Und ich frage mich, ob MQA nicht irgendwie die Nachfolge von Dolby antreten wird.
Mit dem Wissen, dass ein korrekt aufgebautes Rauschunterdrückungs-Modul nach Dolby gut und gerne seine 500,- DM gekostet hat, musste man sich doch damals fragen, wie es Bandgeräte geben konnte, die weniger als 500,- DM gekostet haben, aber dennoch das Dolby-Logo trugen!?

Klingt also die Musik demnächst über einen 300,- € MQA-Wandler deutlich besser als über einen 5.000,-€-Wandler, der MQA nicht beherrscht? Oder gleichen sich hier die Schwächen auf beiden Waagschalen gegenseitig aus?

Fragen, auf die wir sicher noch Antworten erhalten werden.

Doch es regt sich nicht nur Interesse, sondern auch Widerstand.
Allen voran der Hersteller Linn hat jetzt einen Bericht veröffentlicht, in dem behauptet wird, dass MQA schlecht für die Musik ist.
Angeprangert werden dabei nicht die technischen Vorgänge, die hinter MQA stecken, sondern das Geschäftsmodell.

Angeblich hat MQA bereits alle wichtigen Chip-Hersteller mit im Boot, denn ohne diese Wandler-Chips können wir Musik weder digitalisieren noch ins analoge Format zurückverwandeln.
Ich frage mich, ob dann in Zukunft ausschließlich mqa-fähige Wandler-Chips produziert werden, oder ob man die Chips parallel anbieten wird.
Tatsache ist wohl, dass MQA hier an jedem mqa-fähigen Chip verdienen wird.
Und diese Kosten geben die Hersteller natürlich an die Gerätehersteller weiter.
Die tragen sie aber auch nicht selber.

Merken Sie was?

Ein Tonstudio, das an diesem MQA-Hype teilhaben will …
ein Label, …
ein Musik-Portal, …
ein Geräte-Hersteller, …
ein Verbraucher,  …
und noch viele Beteiligte mehr …

… alle sollen mit ins MQA-Boot gezogen werden.

Die einen, um trocken zu sitzen, die anderen, um zu rudern.

Was mein Bericht mit der tatsächlichen Qualität einer mqa-behandelten Musikdatei zu tun haben soll?

Nichts – gar nichts!

Nichts von dem, was ich da gerade geschrieben habe, hat irgend etwas damit zu tun, wie gut die Musik mit MQA klingt oder vielleicht auch nicht.
Ich kann nur die Sorgen, die Linn im Netz geschildert hat, die Michael Holzinger von sempre-audio.at aufgegriffen und weiter ausgeführt hat, die kann ich teilen.
Ich bin zu alt, um noch einmal 30 Jahre unter einer Qualitätslüge leiden zu können.
Und ich möchte es auch nicht.
Deshalb möchte ich, dass Sie MQA hinterfragen, bevor Sie investieren.

Ich sehe uns alle vor einem großen Fragezeichen stehen.

Wenn das mit MQA gut geht …

dann könnten die Gates, Jobs und Zuckerbergs dieser Erde glatt vor Neid erstarren und wir Musikliebhaber werden tatsächlich Musik in noch besserer Qualität hören, als wir es bisher konnten.

Wenn das mit MQA nicht gut geht …

dann wird das dem Markt mit hochwertigen HiFi-Komponenten einen Tiefschlag verpassen.
Wer sich jetzt von MQA locken lässt, seine Hardware austauscht und seine Musik zum dritten mal neu kauft und dann enttäuscht wird, entweder, weil er den Zugewinn gar nicht wahrnimmt, oder weil er in ein paar Jahren von einem neuen Verfahren hört, das dann angeblich die Fehler von MQA gnadenlos ausmerzen kann; wofür er aber wieder neue Hardware braucht und seine Musik zum vierten mal neu kaufen muss, dem wird wohl irgendwann der Mittelfinger jucken.

Wird es gut gehen?
Was meinen Sie?

Anschuldigungen, die aus dem Bauch heraus getätigt werden;
der Neid auf eine tolle Geschäftsidee, Konkurrenzkämpfe,
Kaufmüdigkeit oder allgemeines Desinteresse …
… sind kein Beleg dafür, das MQA nicht funktionieren kann.

Die Angst der Musik-, Bauteile und Hardware-Produzenten,
möglicherweise nicht oder viel zu spät in einen D-Zug einzusteigen;
die großen Namen derer, die sich bereits für MQA entschieden haben
und all die unzähligen suggestiven Lobeshymnen …
… sind aber auch kein Beleg dafür, dass MQA funktionieren muss.

Was bleibt, ist die Befürchtung, dass es nicht wir Verbraucher sein werden, die diese Entscheidung treffen, sondern es wird mal wieder die Musik-Industrie sein.
So wie damals bei der CD.
Denn wenn es nur noch mqa-kodierte Aufnahmen zu kaufen gibt, dann bezahlen wir alle dafür. Ob wir das mit unserer Hardware dann nutzen können oder nicht. Wir bezahlen es.

Deshalb bin ich froh darüber, wenn es Menschen gibt, die nicht einfach mit dem Strom schwimmen, sondern die auch mal auf die andere Seite der Medaille hinweisen.
Danke Linn und danke Michael Holzinger.

AUDIOSAUL und ELAC FS 407

AUDIOSAUL und ELAC FS 407

AUDIOSAUL und ELAC FS 407

AUDIOSAUL und ELAC FS 407

 

AUDIOSAUL und ELAC FS 407, ist das so etwas wie „Sex mit der Ex“?

Gute 25 Jahre ist das jetzt her, dass AUDIOSAUL die letzte ELAC-Box verkauft hat und wir uns getrennt haben.
Das lag überhaupt nicht an Elac – und auch nicht an Audiosaul.
Irgendwie passte das damals einfach nicht mehr.

Wieso? Das kann ich heute nicht mehr so genau sagen.
Bis etwa 1990 war Elac bei AUDIOSAUL fest im Programm.

ELAC FS 407 logo

ELAC

Weil die Lautsprecher von Elac so angenehm anders geklungen haben, als der damals allgegenwärtige  „Taunus-Sound“.
Weil sie aber auch nicht „englisch“ abgestimmt waren – wie die anderen alle, die nicht nach Taunus-Sound geklungen haben.
Weil sie so innovativ waren – ich erinnere nur an den 4 Pi-Hochtöner, den es heute immer noch gibt.

Elac 4Pi

Elac 4Pi

… weil sie so todschick waren, traumhaft verarbeitet.

ELAC FS 407 swof

ELAC FS 407

Weil sie deutsch waren – typisch deutsch waren.
Das fing bei der Kartonage an und hörte beim Zubehör noch lange nicht auf.
Weil sie Bändchen für den Hochton einsetzten, die aber so gar nicht nach Bändchen klangen, zumindest dann nicht, wenn man sie mit einem gescheiten Verstärker ansteuerte.

ELAC FS 407 jet

ELAC FS 407 jet

Und das muss man ja nun einmal festhalten, dass es Audiosaul zu keiner Zeit an gescheiten Verstärkern gemangelt hat.

… weil man mit einer Elac-Box stundenlang Musik genießen konnte.
Weil sie ein Schmuckstück waren für jedes Wohnzimmer.

ELAC FS 407 nb

ELAC FS 407 nb

Nein, ich weiß es nicht mehr, warum wir uns aus den Augen verloren haben.

Ein neues Zusammentreffen

Genau so weiß ich nicht mehr, welcher Teufel mich jetzt geritten hat, nach so langer Zeit mal wieder Kontakt zu Elac aufzunehmen. Vielleicht war es der Discovery, dieser so moderne Streamer? Vielleicht der neue Plattenspieler? Oder waren es doch die aktuellen Boxen-Baureihen?
Egal – ein Anruf, ein paar Messebesuche, ein, zwei persönliche Gespräche und schon steht sie wieder in unserem Studio:
Die FS 407 – unser erstes Paar Elac-Lautsprecher nach einem viertel Jahrhundert.

ELAC FS 407 swmf

ELAC FS 407 swmf

Es dauert geschätzte 20 Sekunden – und alles ist wieder in meinem Kopf, wieder in meinem Bauch.
Ganz ehrlich – ich glaube, genau so muss man sich fühlen, wenn man nach so langer Zeit mal wieder den so legendären “Sex mit der Ex” erlebt.
Eigentlich kann man das alles gar nicht mehr wissen, gar nicht mehr kennen – und doch ist es so, als würde man früh morgens einfach eine Arbeit wieder aufnehmen, die man gestern unterbrochen hat. Alles ist so vertraut.

Das Auspack-Erlebnis

Ich öffne den Karton und als sei die Zeit stehen geblieben, schaue ich wieder auf ein durch und durch professionell gestaltetes Innenleben. Da gibt es Schaumstoffteile, Styroporteile, Plastiktüten, weiche Umhüllungen, Querträger für die Spikes, die Spikes, Pucks, Handschuhe, Putztücher und Beschreibungen … und zwar in jedem Karton – bei zwei Boxen hat man also alles doppelt.

ELAC FS 407 swf

So kenne ich Elac.
Das sind alles keine Reichtümer, die da beigepackt sind, aber es macht Spaß, so etwas auszupacken. Es vermittelt einem die Gewissheit, dass die Entwickler von Elac ihre Kunden kennen und wissen, dass es angenehm ist, so etwas „geschenkt“ zu bekommen.
Schließlich dienen diese Tücher und Handschuhe dazu, den edlen Lack und damit den Wert der Lautsprecher zu erhalten.
So etwas zeugt einfach von Respekt.
Elac mag seine Lautsprecher wirklich – das merkt man – schon beim Auspacken.

Der Aufbau

Etwa 30 Minuten braucht man, um wirklich alle Teile auszupacken, zu montieren und die Boxen anzuschließen.
Dann braucht man noch ein paar Minuten, um sie sich in Ruhe anzuschauen. Der schwarze Lack wirkt schon verdammt edel!
Die Bässe und Mittentöner mit den diamantartigen Membranoberflächen scheinen eigens aus Designgründen so gestaltet worden zu sein, wie sie sind. Da tut es gut zu wissen, dass das eigentlich klangliche Gründe hat.

ELAC FS 407 dia

ELAC FS 407 dia

Last – but really not least – fällt mein Blick auf den „Jet-Hochtöner“.
Ob Elac den immer noch so gut im Griff hat wie damals?
Ist er gar noch besser geworden?

Hörbericht Teil 1 … mit feinster Elektronik

Ich will es jetzt wissen und schließe das beste Equipment an, das mein Studio gerade zu bieten hat. Als Verstärker dient der neue A901 von Progressive Audio, dazu der Altair von Auralic und als Kabel dürfen es bei mir in solchen Situationen sowieso nur die von Progressive Audio sein. Natürlich alles mit Furutech-Steckern versehen und zwar die „vom Feinsten“ – wenn schon, denn schon.

Mit dem iPAD in der Hand zappe ich mich kreuz und quer durch meine Musiklisten in Qobuz. Ich hab da eine Playlist, die nennt sich „Vorführstücke“ – alles ziemlich anspruchsvolle Stücke – hervorragend aufgenommen.
Und schon sitze ich da und denke:  „Hey – das musst Du doch alles gar nicht können, so teuer bist Du doch gar nicht.”
Keine 4.000,- Euro kostet so ein Paar FS 407 laut Elac-Preisliste. So etwas muss nicht spielen, als würde es 40.000,- Euro kosten.
… und – natürlich tut es das auch nicht.
Aber die FS 407 schafft etwas anderes, etwas viel viel wichtigeres.
Sie scheint einem sagen zu wollen:
“Hey – das ist doch gut so, oder nicht?
Deine Frau braucht mal eine neue Spülmaschine, Waschmaschine, einen neuen Mantel.
Nächstes Jahr ist Dein Auto fällig – wie soll das gehen, wenn Du jetzt Deine Kohle für unendlich teure Lautsprecher ausgibst?
Musst Du nicht!
Hör mir zu und suche den Punkt, bei dem Du allen Ernstes behaupten kannst, dass das so ja nun mal gar nicht geht.”

Man sitzt vor diesen Lautsprechern, hört sich durch seine Musik und denkt sich: „Macht sie gut, die Box. Richtig gut.”
Was gibt es nicht alles für Konstruktionen, die deutlich teurer sind, vielleicht wirklich richtig teuer sein müssen. Weil eben ihre Konstruktionen so teuer sind, die aber unterm Strich nicht an dieses Ergebnis hier herankommen oder zumindest auch nicht besser spielen.

Doch wir wollen fair sein.
Mit 14.000,- Euro für die feinste Elektronik und fast 5.000,- Euro für Kabel, da sollte man natürlich von so ziemlich jeder Box erwarten, dass sie etwas anständiges zu Wege bringt. Wie schlägt sich denn die Elac FS 407, wenn wir ein paar Gänge herunterschalten?

Hörbericht Teil 2 … mit bezahlbaren Komponenten

Ich klemme die mit rhodinierten Kabelschuhen versehenen Super-Boxenkabel ab und stecke einen Satz QED-Kabel in die Terminals der Elac FS 407. Der komplett fertig konfigurierte 3m-Satz kostet nicht einmal 100,- Euro. Vorne dran an diesen QED-Kabeln hängt ein CREEK Evolution A50 Vollverstärker. Dank Brexit nicht einmal mehr 1.000,- Euro teuer. Passend dazu kommt die Musik vom CREEK CD-Player und abwechselnd auch vom Auralic Mini für nicht einmal 500,- Euro.
Und während sich so manch ein Leser jetzt denken mag:  „Oh ha  – das muss ja gleich doch etwas weh tun!“, kann ich sie alle beruhigen.
Da tut gar nichts weh.
Zugegeben – ich habe mir mit Creek eine Elektronik-Marke ausgesucht, die sich in ihrer Preisklasse durch einen mehr als konkurrenzfähigen Klang auszeichnet – aber das ist doch legitim, oder?
Nun, jedenfalls bricht da kein „großer Klang“ zusammen und es werden keine Stimmen verfärbt, der Bass wummert nicht, die Höhen kreischen nicht  – absolut nichts von alledem passiert.

Töne verlieren einen Tacken an Volumen und Natürlichkeit – jedenfalls dann, wenn man die bessere Wiedergabe kennt wie seine eigene Westentasche.
Doch wer tut das schon, wenn man nicht bereit oder in der Lage ist, 10.000,- Euro oder mehr für einen Verstärker auszugeben? Wer quält sich denn schon selbst und hört mit solchen Edelteilen, wenn man nicht einmal davon träumen darf?

Nein – so ein Creek-Verstärker ist deshalb noch lange nicht so etwas wie „Klang-Almosen“ – so ein Creek-Verstärker zwinkert Dir mit einem Auge zu und wenn Du ihm vertraust, dann beweist er Dir täglich aufs neue, dass der eigentlich Schlaue nicht der Käufer der teuren Komponenten ist, sondern der Creek-Käufer. Der bekommt nämlich für 1.000,- Euro schon gute 95% der erreichbaren Klangqualität.
Für einen Aufpreis von 9.000,- Euro oder mehr, gibt es dann also der Logik und Mathematik folgend „nur noch die restlichen 5%“ .
Ja, zugegeben, sitzt man vor diesen Edelteilen, ist man geneigt zu sagen:
„Das sind diese restlichen 5% aber auch allemale wert!“.
Aber haben muss man das Geld dafür und am besten noch „übrig haben“.

Angenehm:  Kein Sound!

Ich will überhaupt nicht behaupten, dass die Elac FS407 „die Box ist, die eigens für Creek-Verstärker geschaffen wurde“, dafür kenn ich zu viele Boxen, die ebenfalls mit einem Creek wunderbar laufen, aber die schlechteste Wahl ist diese Kombi hier ganz sicher nicht.
Beide weigern sich, mit irgendeinem besonderen Sound auf Kundenfang zu gehen.
Solche Sound-Teile kommen mir überhaupt nicht ins Studio.
Einen Sound – den findet man ein paar Wochen lang „geil“ (sorry) – und dann nervt der nur noch und man wird ihn einfach nicht mehr los. Man sucht dann nach ausgleichenden Komponenten und Kabeln, aber findet sie nicht, denn sie gibt es nicht.
Also weg mit dem Ding!?
Aber mit welchen Konsequenzen?
Meistens merkt man am erzielbaren Preis, dass man irgendwie wohl der einzige gewesen ist, der das mit der Sound-Dose nicht gewusst hat.
Nun ja – der Creek erlaubt sich jedenfalls keinen eigenen, alles überdeckenden Sound und diese Elac FS 407 ebenso wenig.

Man wechselt die Musik, das Genre, hört was mit viel Bass, mit wenig Bass, etwas schnelles, etwas liebliches, etwas klassisches, etwas modernes, etwas rockiges, etwas akustisches, etwas synthetisches … und die Anlage marschiert in jede Richtung, in die man sie schickt.
Leise hören? Wunderbar! Laut hören? Klasse!
Nun gut – die Marke Creek gehört seit rund 20 Jahren zu unserem festen Programm. Für uns nichts neues also – aber dass die Elac das alles so gut mitmachen, das freut mich doch gewaltig.

Wieder vereint?

Irgendwie erschleicht mich gerade das Gefühl, damals nicht unbedingt die schlaueste Entscheidung getroffen zu haben, als ich mich von Elac getrennt habe.
Ich frage mich, wie die Elac FS 407 wohl mit dem Auralic Polaris harmonieren wird, der im November vorgestellt werden soll. Ein Vollverstärker, der den Altair integriert hat – eine „eierlegende Wollmilchsau“ sozusagen. Also wenn das funktioniert, dann hat man für unter 8.000,- Euro eine hochmoderne High-End-Anlage, die es einem schwer machen wird, dazu eine Alternative zu finden.
Man sagt immer, alles wird teurer.
Ich glaube, ich hoffe – nein, ich bin mir sicher – diese Kombi wird nicht nur verdammt gut aussehen – die setzt einen der berühmten und so heiß begehrten Meilensteine!

Also – ich weiß tatsächlich nicht, wie so ein “Sex mit der Ex” normalerweise empfunden wird, denn ich bin seit 46 Jahren glücklich mit meiner Frau Marianne zusammen – ohne Pause – aber wenn das Gefühl danach so ist wie hier zwischen mir und Elac – dann kann ich ihn durchaus empfehlen!  😉

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