Progressive Audio DAC 992 Vorstellung

Progressive Audio DAC 992 Vorstellung

Progressive Audio DAC 992

Progressive Audio DAC 992

In diesem Bericht geht es um den neuen DAC-Vorverstärker Progressive Audio DAC 992 aus Essen-Kettwig.

(ACHTUNG! Dieser Bericht wurde am 9.08.2019 aktualisiert und enthält jetzt einen Rabatt-Code am Ende des Berichts !!!)

007?
Manchmal komme ich mir wirklich vor wie James Bond.
Nicht etwa, weil ich alleine eine ganze Armee besiegen kann und auch nicht, weil mir die Frauenwelt zu Füßen liegt.
Sondern weil auch ich ab und zu in so etwas wie das Quartier von „Q“ Einblicke erhalte und mit „Erfindungen“ wieder nach Hause komme, die ich vor dem Besuch nicht für denkbar gehalten hätte.

Letzte Woche war es wieder mal soweit. Nachdem ich diesem Gerätchen bisher nur in Form eines gehäuselosen “Elektronik-Knubbels” begegnet war, konnte ich nun das allererste Seriengerät vom neuen Digitel-Analog-Converter-Vorverstärker, kurz DAC 992 für mein Studio abholen.

Und was soll ich sagen!?

Da betreibt man fast 35 Jahre lang ein HiFi-Studio und hat so manchen Artikel kommen und gehen sehen.
Der neue Lautsprecher klingt noch ein wenig besser als der alte und die neue Verstärker-Serie wirkt noch einen Tacken harmonischer.
Nun ja.

Meistens ist der eigentliche Antrieb für die Neuentwicklung aber doch lediglich der Wunsch danach, von den Zeitschriften wieder einmal getestet zu werden, denn über Geräte, die es seit Jahren gibt, da schreibt natürlich niemand was.

Doch manchmal – ab und zu – ganz selten – eigentlich noch nie zuvor …

… passiert es, dass man als Händler einen solchen Knaller präsentiert bekommt wie den neuen DAC 992 von Progressive Audio.

Und diese Bezeichnung wird man sich merken müssen, so man sich denn selber zu der Gruppe der Audiophilen zählt.

Progressive Audio DAC 992 Frontansicht

Progressive Audio DAC 992 Frontansicht

Leider “nur” aus Deutschland!?

Eine Schande, dass so ein Prachtstück „nur aus Deutschland kommt“ und damit schon automatisch von denen nicht beachtet werden wird, die der Überzeugung sind, alles Gute muss von weit weit her kommen?

Ralf Koenen hätte es vielleicht wirklich gut zu Gesicht gestanden, in die USA oder gar nach Japan auszuwandern, um uns von dort aus mit seinen edlen Komponenten zu beglücken.
So aber sitzt der Prophet im eigenen Lande … Sie wissen schon.

Doch Dank seiner Ausdauer und seiner Genialität ist ihm schon längst das Kunststück gelungen, sich gegen derartige Denkweisen durchzusetzen und der Welt zu zeigen, dass Deutschland in der High-End-Szene eine gewichtige Rolle mitzuspielen hat.
… und sich weder von den USA, Japan noch von China die Butter vom Brot nehmen lässt.

Und auch das zweite frühere Vorurteil gegen Progressive Audio hat Ralf Koenen bereits aus der Welt schaffen können.
„Sehr gut – aber auch sehr teuer!“ so lautete die Beschreibung der Progressive Audio-Produkte, bis –
ja bis die Extreme-Serie vorgestellt wurde.

Mit ihr war es Ralf Koenen gelungen, high-endige Tugenden, allen voran die zeitrichtige Wiedergabe, in eine Lautsprecher-Preisklasse zu integrieren, in der man genau das bis dahin wohl gar nicht für erforderlich gehalten hatte.
“Wer eine zeitrichtige Wiedergabe erkennen kann, der weiß auch, dass man dafür viel Geld bezahlen muss. Alle anderen wollen doch nur einen tollen Sound und eine geile Optik!”
So ähnlich lautet wohl immer noch die Meinung einiger Hersteller.
Zum Glück hat der Kunde die Wahl.

… doch das ist alles nichts gegen den DAC 992

Alles, was Ralf Koenen bisher abgeliefert hat  – verblasst, wenn man sich diesen neuen DAC 992 anhört.
Genau zur richtigen Zeit überrascht Progressive Audio die HiFi-Szene hier mit einer Komponente, die die Rang- und Namenslisten der besten Entwickler weltweit durcheinander schütteln wird wie ein Erdbeben alles, was sich in seinem Epizentrum befindet.

Schließen Sie den DAC 992 an, starten Sie die Musik und nach wenigen Sekunden werden Sie sich eines fragen: „Wie um alles in der Welt ist so etwas möglich?“!

Versprochen!

Kommen wir zu den Fakten:

Der DAC 992 ist ein Digital-Analog-Wandler mit integrierter Vorstufe.
Seine Ausgangsspannung können wir auf zwei Volt fixieren und ihn somit an jedem Vor- oder Vollverstärker betreiben – genau so, wie wir einen CD-Player betreiben würden.

Soll der DAC 992 jedoch Aktivboxen betreiben, dann stellen wir einen Schalter um und erhalten dadurch einen regelbaren Ausgang mit einer Leistung von 2 bis 6 Volt.
Nun brauchen wir nur noch einen Streaming-Client wie z.B. den Auralic Aries, den Nucleus von Roon oder einen Netzwerkspeicher, z.B. von Melco.

Progressive Audio DAC 992 Rückseite

Progressive Audio DAC 992 Rückseite

Serienmäßig wartet der DAC 992 mit folgenden Ein- und Ausgängen auf:

Eingänge:
1x USB-Eingangsbuchse (Neutrik)
1x XLR (AES-EBU),
3x RCA (Cinch),
2x Toslink (Lichtleiter)
Bis zu 5 digitale Quell-Geräte können gleichzeitig an den DAC 992 angeschlossen werden.

Ausgänge:
1 Paar XLR 
1 Paar RCA (Cinch)

Außerdem: 
Ein Impulsausgang zum Ein- und Ausschalten von Aktivlautsprechern, zum Beispiel der Extreme-Serie von Progressive Audio.

Und dann gibt es da noch das Mäuseklavier.
Damit schalten wir:
1) Filtereinstellung “sanft” oder “präzise”
2) Phase invertieren
3) Ausgang “fix” oder  “variabel”

Symmetrisch – unsymmetrisch?  Egal!

„Nehmen Sie das besser klingende Kabel!“ – so lautet die einzige Empfehlung von Ralf Koenen.

Sowohl im Eingang als auch im Ausgang sorgen hauseigene Übertrager für eine galvanische Trennung und damit für eine hohe Unabhängigkeit davon, ob wir ihn symmetrisch oder unsymmetrisch verbinden.

Es bleibt: 
Auch der DAC 992 freut sich über wirklich edle Kabel, zum Beispiel über die aus eigenem Hause. Vor allem aber auch über gescheite Stromkabel.

Und wie klingt er nun im Vergleich?

Den kann man sich getrost sparen.
Der klangliche Vorsprung, der sich schon nach einigen Takten für den DAC 992 herausstellt, zu allem, was ich bisher gehört habe, der ist so gewaltig, als müsste man nacheinander mit einem Smart und mit einer S-Klasse von Oberhausen nach Berlin fahren.
Dabei geht es überhaupt nicht um sachliche Fakten, um Genauigkeit, Präzision, Authentizität oder irgend etwas, was man als Bewertung im Vergleich heranziehen könnte.
Die anderen DACs sind ja beileibe kein Schrott – ganz und gar nicht!!

Und trotzdem – oder vielleicht gerade deshalb – ist das klangliche Erlebnis ja so beeindruckend.
Die üblichen „Verdächtigen“ in Form von Nils Lofgren, Hugh Masekela, Patricia Barber und vielen anderen mehr sind schnell durchgehört.
Bei jedem einzelnen Song steht bereits nach wenigen Takten fest:  So – muss es klingen!
Ich frage mich immer wieder, ob ich das über einen Plattenspieler schon jemals so gut gehört habe und muss die Antwort schuldig bleiben.

Jeder einzelne Ton gewinnt an Volumen, an Kraft, an Dynamik. Der Aufnahmeraum wird wie selbstverständlich genau so dargestellt, wie er wohl gewesen sein muss.
Jedes Instrument erhält seine ureigene Größe zurück. Da gibt es kein Klavier wie beim Puppentheater – hier steht ein Flügel in seiner beeindruckenden Mächtigkeit in meinem Studio.
Zehnmillionen Klangfarben und Facetten deckt der DAC 992 behutsam auf und erzeugt in mir das Gefühl, als müsste ich mich bei ihnen allen dafür entschuldigen, dass ich sie nicht schon eher befreit habe.

Die Musik fließt …

Das wichtigste aber ist dieser unbeschreibliche Fluss in der Musik, der auf der Stelle dafür sorgt, dass man sich einfach „sauwohl“ fühlt.

Es gibt glatt geschliffene Steine, die man streicheln muss (Handschmeichler). Es gibt bauschige und wunderbar duftende Kissen, in die man sich grinsend hineinkuschelt.
… und jetzt gibt es mit dem DAC 992 Musik, die uns ganz und gar umhüllt und in der wir uns einfach treiben lassen wollen.

Ausklinken aus der realen Welt, nur noch Musik hören und mit ihr verschmelzen.

… und endlich verstehen, was Genuss und Musik miteinander zu tun haben.

Am Ende bleibt nur eine Frage offen: 
Was kostet denn jetzt so ein DAC 992?

Antwort:  7.498,- € – inklusive USB-Eingang

Ralf Koenen geht mit dieser Entscheidung aus meiner Sicht ein hohes Risiko.
Seine Absicht lautet unverkennbar, die HiFi-Szene mit dem Preis für den DAC 992 mehr als zu überraschen.
Sicher hat der große Erfolg seiner Extreme-Serie zu diesem Entschluss beigetragen.

Und jeder, der lieber selber hört, statt Berichte wie diesen hier zu lesen, wird sich darüber freuen und zusehen, dass er sich einen DAC 992 “an Land zieht”, bevor es sich Ralf Koenen doch noch anders überlegt.

Aber man muss auch erkennen, dass sich Progressive Audio damit über die Gesetze des professionellen Journalismus hinwegsetzt.
Keine Redaktion der Welt wird oder kann diesen DAC 992 so bewerten, wie sie es vielleicht gerne tun würde.

„Man muss Platz nach oben lassen!“ oder: „Man kann nicht allen anderen zwischen die Beine treten, von denen man lebt!“ und: „Wer weiß denn schon, was wir im nächsten Monat zu testen bekommen!?“.
Alte Redakteurs-Weisheiten, die man überhaupt nicht anfechten kann, die Bestand haben in einer Welt, in der man Monat für Monat immer wieder ähnliche Dinge zu bewerten hat.

Ralf Koenen interessiert sich nicht die Bohne für solche Gedanken und er geht seinen eigenen Weg in seiner eigenen Welt.
Und irgendwie – scheint er damit richtig zu liegen. Wieso auch immer.

Fazit:

Möglicherweise werden Sie meinen Bericht für vollkommenes Werbegesülze halten. Vielleicht werden Sie mir vorwerfen, mich als Händler nicht professionell zu verhalten, weil ja auch ich in meinem Studio teurere DACs im Programm habe.
Aber da merke ich gerade, dass ich mich der Sichtweise eines Ralf Koenen annähere.
Diesen DAC 992 „journalistisch korrekt“ zu beschreiben, bringe ich einfach nicht fertig.

Sparen Sie jetzt 500,- €!
Auf Grund der Preisumstellung schenken wir jedem Kunden, der den DAC 992 hier bei uns im Shop bestellt, den Aufpreis für den USB-Eingang!
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Progressive Audio PEARL TDC Hörbericht

Progressive Audio PEARL TDC Hörbericht

Progressive Audio  Pearl TDC Hörbericht

Progressive Audio  Pearl TDC Hörbericht

(Triple-Directdriven-Ceramicspeaker)

Erfahren Sie mehr über den Hersteller „Progressive Audio“ (Link)

Die ersten beiden Paare Pearl TDC sind ausgeliefert. 
Das eine ging nach Münster, das andere nach Berlin.
Und beide Besitzer sind super happy mit ihrem neuen, außergewöhnlichen Aktivlautsprecher.

Aber beginnen wir mal ganz vorne:

Progressive Audio Elise

Progressive Audio ELISE

 

Als Progressive Audio im Jahre 1998 die Elise präsentierte, waren die Testredakteure, ihre Leser und alle anderen, die sie hörten, sofort einer Meinung.
Ein solcher Ausnahme-Lautsprecher durfte kein Einzelstück bleiben. Er musste einfach einen „großen Bruder“ bekommen.

 

 

 

 

 

 

Progressive Audio Pearl

Progressive Audio Pearl

Und Ralf Koenen, der Kopf hinter Progressive Audio, hatte die Pläne dafür auch schon in der Tasche.
Es sollte aber noch bis zum Jahr 2002 dauern, bis er die „Pearl“ der Öffentlichkeit präsentierte. Unverkennbar eine „große Elise“.

Progressive Audio avancierte in den darauf folgenden Jahren zu einem Voll-Sortimenter. Bereits im Jahre 2005 bestand das Portfolio aus vier Lautsprechermodellen, zwei Vollverstärkern, zwei Phono-Verstärkern, einem Digital-Analog-Wandler, einem CD-Player, drei Kabelserien und einer selbst entwickelten Gerätesicherung.

 

 

 

Spätestens 2010
gehörte Progressive Audio endgültig zu den anerkannten Deutschen High-End-Herstellern und Ralf Koenen gelang es, mit jedem neuen Projekt vorhandene Lücken zu schließen.
Allen voran die Extreme-Serie sorgte für eine echte Aufregung in der Lautsprecherlandschaft.

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Progressive Audio Extreme Serie

 

Eine solch hohe Klangqualität in dieser Preisklasse zu liefern, das schien bislang unmöglich zu sein.

Wie groß der Unterschied zu anderen Boxen in der gleichen Preisklasse tatsächlich ist, merkt man sehr schnell, wenn man sie sich mal „richtig“ anhört – also eben nicht unter Messebedingungen, sondern in aller Ruhe zuhause oder bei einem guten HiFi-Händler.

 

 

 

Transformer2-2.8

Transformer2-2.8

Auch wenn man sich im Hause Progressive Audio über diese Erfolge freut, so verfolgt man dennoch die eigene kompromisslose Leidenschaft für das Musikhören weiter und erfüllt sich so ganz nebenbei die eigenen Hörwünsche mit der Transformer-Serie, deren Preise von 45.000,- € bis hin zu rund 130.000,- € reichen.
Jedenfalls, wenn man sich den Luxus gönnen will, einen der weltbesten Lautsprecher in einer vollaktiven Ausführung zu besitzen.

 

 

 

 

 

Progressive Audio Pearl Keramik

Pearl-Käufer brauchen dabei ganz und gar nicht neidisch auf die großen Brüder der Pearl zu schauen, sondern dürfen sich darüber freuen, dass viele der für die Transformer entwickelten Lösungen auch in der Pearl Anwendung finden.

So nutzt Ralf Koenen nicht nur die Keramik-Chassis vom Hersteller Accuton in seiner Pearl, sondern auch viele exklusive Weichenlösungen, die eigens für die Transformer-Serie entwickelt werden mussten.

 

Mit dem Entschluss, die 22.000,- € kostende passive Pearl jetzt auch in einer vollaktiven Version anzubieten, trifft er den Zeitgeist wie mit wohl keiner anderen vorherigen Entscheidung.

 

 

 

 

30.000,- € muss Progressive Audio für die Pearl TDC aufrufen, wahrlich kein Schnäppchen. Solange man sie nicht mit deutlich teureren Lautsprechern vergleicht. Denn dann wendet sich das Blatt ganz schnell wieder.

Streamer – Box – fertig

Das Geniale liegt in der Tatsache, dass die Pearl TDC mit einem Streamer/Wandler wie z.B. dem Vega G2 von Auralic eine extrem harmonische Ehe eingeht.
… und man dann zum Musikhören bis auf ein paar Kabel nichts weiter mehr benötigt!
Einen Streamer/Wandler – ein Paar Lautsprecher – fertig ist eine High-End-Anlage mit einem Klangbild, das nicht von dieser Welt zu sein scheint.

Was steckt nun hinter dem Geheimnis einer Pearl TDC?

TDC steht für Triple-Directdriven-Ceramicspeaker.

Triple-Directdriven …
weil wir für jedes der drei Chassis einen eigenen internen Verstärker vorfinden.
Hier wird keine Aktivelektronik vorgegaukelt oder herkömmliche Verstärker einfach mit in das Lautsprechergehäuse eingebaut, sondern hier geht es tatsächlich darum, an jedes einzelne Chassis jeweils einen eigens auf die speziellen Anforderungen hin abgestimmten Verstärker zu betreiben.
Bei einem Paar Pearl TDC bringt der Hersteller es also auf  insgesamt sechs „direktantreibende“ Verstärker.

Ceramicspeaker …
weil es sich bei jedem der drei Chassis um ein Keramik-Chassis aus dem Hause Accuton handelt.
Die Creme de la Creme des Chassis-Baus sozusagen, die aber beherrscht werden will.
Wie eben jedes andere außergewöhnliche Bauteil auch.

Wie gut Ralf Koenen diese Keramik-Chassis kontrolliert und zu welchen musikalischen Tönen er sie im wahrsten Sinne des Wortes antreiben kann, das offenbart sich einem schon bei den ersten Tönen dieser Box.

Was ist das Besondere an ihrem Klangbild?

Machen wir uns nichts vor!
Wer sich einen Lautsprecher für 30.000,- € anhört, der will sich „anschnallen müssen“, um nicht „weggeblasen“ zu werden.
Und wenn die Pearl auch selbstverständlich in der Lage ist, hohe Lautstärken zu erreichen und einen  “trommelfellgefährdenden” Schalldruck zu erzeugen, so ist das doch in keiner Weise das vorrangige Ziel des Entwicklers gewesen.

Mit der Pearl TDC stellt Ralf Koenen vielmehr eindrucksvoll unter Beweis, wie viele feine Informationen bei vielen Lautsprecherkonstruktionen unbemerkt „verloren“ gehen.
Und das sind die vielen filigranen Töne, Klang-Nuancen, Rauminformationen und hauchzarte Klangfarben.
Kurz und gut:  Das Gefühl, alles eben im Original und nicht über Boxen zu hören.

Wenn bei „Cold Rain“ (Blues Company) die Mikrophone hochgezogen werden, nickt man den Musikern unweigerlich höflich zu – weil sich das einfach so gehört, wenn man mit anderen zusammen einen Raum teilt. Und das macht man hier schon, noch bevor die Musik beginnt.

Wenn Arne Domnerus sein Saxophon in der Kirche spielt, dann hören wir nicht nur ein Gemisch aus Direkt- und Indirektschall, der uns klar macht, wie groß dieser Raum gewesen ist.
Wir hören und „sehen“ dieses Saxophon dreidimensional vor uns. In seiner natürlichen Größe. Und erst danach erreicht der indirekte Schall unser Ohr und zeigt uns die Ausmaße dieser Kirche.
Das ist ein himmelweiter Unterschied zu dem, was man gewohnt ist.

Wenn das Sangensemble Amanda aus Göteborg seine Hawaii-Gesänge anstimmt (Dey O Dey O), dann muss man nicht lange rätseln, um heraus zu finden, dass die Solosängerin vor (!) dem Männerchor steht und nicht mittendrin. Hier gibt es kein Durcheinander sondern ein beeindruckendes Nebeneinander verschiedener Stimmlagen, die alle gemeinsam das gleiche Stück singen.

Die unbändige Kraft und die geradezu erstaunliche Dynamik, die dieser Lautsprecher in der aktiven Version entwickelt. die zeigt sich nicht erst, wenn man „volle Pulle“ hört.
Selbst bei kleinsten Lautstärken explodieren Bassdrum-Kicks und schwingen Saiten, als könnten sie durch nichts gestoppt werden.

Geradezu beängstigend wird es, wenn sich die Pearl mit der Reproduktion eines wirklich großen Orchesters zu befassen hat. Das komplette Programm des Boston Pops Orchesters (Arthur Fiedler) scheint eigens für die Pearl aufgenommen worden zu sein.

Klassische Musik ist ihr Zuhause. Die Darbietung berühmter Bühnen gelingt ihr spielend – in sämtlichen Dimensionen.

Um zu sehen, was auf der Bühne geboten wird, muss man bei der Pearl einfach nur die Augen schließen.

Wir sehen nicht nur, dass jemand singt, wir können ihm in den Mund schauen.
Und wieder einmal müssen wir wohl von vorne beginnen und all unsere Lieblingstitel noch einmal neu kennen lernen.
Dieses mal so, als hätten wir das große Glück, den Künstler endlich live erleben zu dürfen.

Hat man seine Hörprobe beendet, stellt man erleichtert fest, dass man sich nun nicht etwa wieder “abschnallen” und von einem ungeheuren Spektakel erholen muss. Man erwacht vielmehr sanft aus einem wunderbaren Traum.

Virtual Reality –
 so lautet das Zauberwort, mit dem man heute eigentlich Video-Freaks für sich gewinnen will.
Mit einer Progressive Audio Pearl TDC bekommt dieser Begriff eine ganz eigene Bedeutung.
Näher kann man dem Original gar nicht sein als mit einem Paar Pearl Triple-Directdriven-Ceramikspeaker.

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CD, Streaming oder Schallplatte – was klingt am besten?

CD, Streaming oder Schallplatte – was klingt am besten?

CD, Streaming oder Schallplatte – was klingt am besten?

CD, Streaming oder Schallplatte – was klingt am besten?

Im Beitrag „CD, Streaming oder Schallplatte – was klingt am besten?“ beschreibe ich meine Höreindrücke beim Vergleich dieser Formate und vielleicht helfe ich damit auch gleichzeitig die Frage zu beantworten, auf was man denn eigentlich achten muss, wenn man solche Hör-Vergleiche anstellen will.

Voraussetzung für einen solchen Vergleich =  Die selbe Musik.

ECM hat seinen kompletten Katalog endlich auch für die Streaming-Portale freigegeben.

Qobuz SQ

Qobuz-Grafik  MP3/CD/HRA

Aus meiner Sicht eine gute Entscheidung – für mehr Musik – für mehr Qualität – für mehr Anspruch.
Jetzt mag es Menschen geben, die mit dieser Aussage nicht viel anfangen können. Vielleicht, weil sie Jazz nicht sonderlich mögen.
Doch selbst der, der Jazz gar nicht mag und der, dem das Label ECM unbekannt ist – der wird vermutlich dennoch mindestens ein Album aus dessen Repertoire kennen und möglicherweise sogar selbst besitzen:

Keith Jarrett, „The Köln Concert“, 24. Januar 1975 in der Kölner Oper.

Keith_Jarrett_Koeln_Concert_Cover

Keith_Jarrett_Koeln_Concert_Cover

 

Es ist das meistverkaufte Album in der 25-jährigen Geschichte dieses Jazz-Labels.

Auf Grund einer grandiosen Aufnahmeleistung eignet sich dieses Album vorzüglich zur Bewertung der Komponenten-Qualität. Keith Jarrett improvisiert etwa eine Stunde lang auf einem Bösendorfer Stutzflügel, der eigentlich nur für die Proben genutzt werden sollte.
Diesem Instrument entlockt er Töne, die mit einem „normalen“ Klavierspiel nicht viel gemein haben.
Ob Sie einfach nur grundsätzliche Dinge prüfen möchten („eiert“ mein Plattenspieler?) oder ob Sie etwas über die High-End-Fähigkeiten Ihrer Anlage erfahren wollen – mit diesem Album erhalten Sie mehr Antworten – als Sie Fragen hatten.

 

Wer sich für weitere Hintergrundinformationen interessiert, findet sie z.B. auf Wikipedia:

https://de.wikipedia.org/wiki/The_Köln_Concert

Zu den Formaten:

CD
Die Datei auf der CD liefert uns eine Auflösung von 16 Bit bei 44,1 kHz (Samplebreite zu Samplerate)

Streaming
Viele Dateien auf den Musik-Portalen bieten uns lediglich die gleichen Werte wie wir sie auf der CD finden.
High-Resolution-Audio-Dateien beglücken uns zumindest schon mal mit einer Samplebreite von 24 Bit. Die Samplerate reicht dabei von 44,1 kHz bis hinauf zu 192 kHz. Die meisten guten Aufnahmen liegen bei 96 kHz.

Qobuz (24/96/2500Mbps)
Dieses Musik-Portal liefert mir die Jarrett-Aufnahme im 24 Bit, 96 kHz-FLAC-Format. Beim Streamen fließen laut Lightning DS etwa 2300 bis 2600 Megabit pro Sekunde (Mbps).
Mit einem Sublime+-Abo kann ich sie über den Auralic-Altair direkt in dieser Auflösung streamen, ohne noch etwas dafür zusätzlich bezahlen zu müssen.
Besitze ich „nur“ ein Sublime-Abo, also ohne Plus, oder ein monatlich zu zahlendes Abo, streame ich maximal in 16/44.1. Um es dann dennoch in maximaler Auflösung anhören zu können, müsste ich den Titel käuflich erwerben.

Kann ich auch einfach „schlechter“ hören, wenn ich das mal ausprobieren möchte?
Will ich mit einem Sublime+-Abo testweise eine niedrigere Auflösung anhören, muss ich nur die maximale Qualität in meinem Qobuz-Account herabsetzen. Das geht herunter bis auf MP3-Qualität (eigentlich für das mobile Hören gedacht).

Qobuz Account-Einstellungen

Qobuz Account-Einstellungen

BTW:
Haben Sie mal kontrolliert, auf welchen Wert Sie das in Ihrem Account eingestellt haben?
Sie wären nicht der Erste, der für ein MP3-Abo 20,- € im Monat zahlt.  🙂

 

 

 

 

 

Tidal (16/44.1/600 Kbps) und (24/96/1400Mbps, MQA)
Tidal bietet mir dieses Album gleich in zwei Versionen an.
Zum einen handelt es sich um die 16/44.1-er FLAC-Version, die bei mir mit 500-700 Kilobit pro Sekunde (Kbps) gestreamt wird und zum anderen um die MQA-Datei, die dann in 24/96 daher kommt und mit 1200 bis 1600 Mbps gestreamt wird.
Eine reine 24/96 FLAC (also ohne MQA) gibt es bei Tidal leider nicht. Die niedrigere Streamingrate resultiert daraus, dass eine MQA-Datei komprimiert ist.

Hinweis zu den Daten:
Sie können erkennen, dass sich hier
500 Kbps (= 500.000 Bit) und
2.600 Mbps (=2.600.000.000 Bit)
gegenüber stehen.
Einige „Strippenzieher“ möchten uns aus finanziellen Interessen heraus gerne davon überzeugen, dass wir Menschen nicht in der Lage sind, einen Unterschied zwischen diesen Formaten zu hören.
„Es bedarf jahrelanger, professioneller Arbeit in einem Tonstudio, um …“ 
heißt es da immer wieder.
Ich sage:  Bullshit!
Jeder von uns kann das hören! Lassen Sie sich nicht länger für blöd und taub verkaufen!
Man muss es und man kann es lernen! Innerhalb von Minuten!
Es ist nicht die Fähigkeit zu hören – die uns Menschen unterscheidet.
Es ist das, was zwischen den Ohren passiert!

Letztens bei einer Whiskey-Verkostung.
Der Redner erklärt, dass man Whiskey nicht mit Eis trinken darf. Erst wenn der Whiskey leicht angewärmt ist, kann man alle seine Aromen herausschmecken und auch erst dann feststellen, wie gut er ist. „Kalt – schmeckt jeder Whiskey gut!“ unterstreicht er seine Ausführungen.
Mein Nebenmann:  „Mann, hab ich ein Glück! Ich trinke Whiskey am liebsten auf Eis. Da kann ich mir ja gleich 3 Flaschen Billigen mitnehmen und muss keinen Teuren kaufen.“
Genau das ist es, was uns voneinander unterscheidet, oder? 🙂

Nun zum Hörvergleich.

Den Unterschied zwischen LP und CD führen wir bereits seit Jahrzehnten vor.
Zwischen den beiden High-Res-Audio-Dateien erwarte ich ein hartes Kopf-an-Kopf-Rennen.

Wiedergabekette:

Ich wähle den Auralic Altair als Quellgerät mit PADIS-Sicherung und besserem Stromkabel.
Dahinter folgt eine komplette Kette von Progressive Audio (A901, Extreme III passiv und Kabel).
Sie wähle ich, weil ich Unterschiede hören will und da kann ich eine Anlage, die immer nur nach „sich selber“ klingt, nicht gebrauchen.

Ich schnappe mir mein iPAD, starte die Lightning-App und suche Keith Jarretts Köln-Concert.

Zunächst auf Qobuz.  (24/96-er FLAC.)
Das Lachen der Zuschauer am Anfang der Aufnahme ist klar und deutlich zu hören und wird auch von der Raumpositionierung her glaubhaft dargestellt.
Die ersten Klaviertöne erscheinen mir aber gleich ein wenig härter als gewohnt. Nicht viel, aber sie haben mehr „Schmackes“.
Die tiefen Töne versöhnen mich, aber ich stelle fest, dass dies insgesamt eine sehr direkte, offene, dynamische Wiedergabe ist und befürchte, dass sie mir auf Dauer zu direkt und ungestüm sein könnte.
Ich weiß, dass es sich nicht um einen großen Bösendorfer gehandelt hat, aber hier wirkt das Instrument sogar noch ein wenig kleiner als man einen Stutzflügel so kennt.
Es klingt fast mehr nach Klavier als nach Flügel.
Was mich dagegen sofort beeindruckt, ist diese absolute Präzision, mit der selbst rasant gespielte Tonfolgen immer noch klar und sauber aus einzelnen Tönen bestehen.
Hier gibt es keinen nervigen, überanalytischen Sound und hier gibt es keinen dicken, fetten Klangteppich, hier gibt es Töne, die an unterschiedlichen Stellen im Raum entstehen und alle zusammen ein Klavier ergeben.
Ich merke mir:  Schnell, präzise, direkt, sauber.

Ich wechsle nach Tidal zur 16/44.1-er Version
Im ersten Moment glaube ich, dass mir das tonal besser gefällt. Es wirkt irgendwie runder, harmonischer, gefälliger.

A/B-Vergleiche

Genau das ist der Grund, weshalb A/B-Vergleiche nichts taugen. Beim schnellen Umschalten komme ich jedes mal wieder in eine neue Klangwelt – die erst einmal anders ist. Im Vergleich besser oder schlechter – aber eben nur im Vergleich. Verbleibe ich eine Weile in dieser Klangwelt, ändert sich das schnell. Was auf Anhieb gut war – ist später möglicherweise schlecht und umgekehrt. So etwas bekomme ich aber nur heraus, wenn ich eine Weile in einer Klangwelt verbleibe.
Deshalb merken Sie sich bitte:  A/B-Vergleiche taugen nichts – sind keine Hilfe, sondern betrügen uns!

Auch hier ist es so. Sofort nach dem Umschalten hätte ich diese Wiedergabe als deutlich besser bezeichnet, plötzlich entdecke ich Unsauberkeiten. Da, wo man gerade bei der Qobuz-Aufnahme wunderbar schnell gespielte Einzeltöne hören konnte, gibt es hier nur so ein verwaschenes Gleiten. Unserem Ohr mag das besser gefallen, aber die Spielfertigkeit des Künstlers geht verloren; sein Können wird hier geradezu mit Füßen getreten.
Auch die Klangfarbe des Klaviers insgesamt ist dumpfer. Nein, eben nicht sonorer!
Und sie ist nerviger, gar nicht mehr „schön“.
Dieser Bösendorfer klingt jetzt – nach einigen Minuten – eher plärrig und gleichzeitig lahm.
Eigentlich müsste diese Version doch zumindest besser klingen als die CD, aber in meiner Erinnerung hat mir dann doch die CD irgendwie besser gefallen. Glaube ich.
Ich merke mir: Lahm, verhangen, plärrig, lustlos, verwaschen.

Ich beende das hier jetzt und wechsle zur MQA-Version.

MQA

MQA

Zu MQA muss man folgendes wissen:
Zu Beginn haben die Macher von MQA geglaubt, sie hätten mit ihrem Lizenzierungsmodell eine Geld-Druck-Maschine erfunden. Aufnehmen und Abspielen, ohne an MQA zu bezahlen, wäre kaum noch möglich gewesen.
Dann wurde aber die Kritik immer unüberhörbarer und die Aussage „lossless“ (also verlustfrei) musste auch noch zurückgenommen werden.
Heute ist MQA aus meiner Sicht nur ein weiteres digitales Format und ob es die Musik verbessern und nicht nur verändern kann, das muss sich in der Praxis erst noch zeigen.

 

Auralic Altair silbern

Auralic Altair

Einen Auralic-Altair kann man derzeit auf zwei Weisen auf die MQA-Dekodierung abstimmen. Eine Lizenzierung hat bisher nicht stattgefunden.
Entweder nutzt man eine von Auralic entwickelte Dekodierung, oder man schaltet ihn auf „Durchgang“. Dann dekodiert er gar nichts, sondern leitet die gestreamte Original-MQA-Datei an einen DAC weiter, der dann die MQA-Informationen zu dekodieren hat.
Einstellen kann man das alles in der Weboberfläche des Altair. Hierzu muss man die IP-Adresse des Altair in den Browser eingeben.

Ich verwende bei meinem Test die Auralic-Dekodierung, schon deshalb, weil ich keinen DAC mit MQA-Dekodierung besitze.

 

So – Durchgang drei – ich starte die MQA-Datei.

Zweifelsfrei handelt es sich hier gerade um die druckvollste und voluminöseste Wiedergabe, die ich heute gehört habe.
Der Bösendorfer hat mindestens 20 Kilo mehr Holz aufgelegt und das Instrument ist um gut einen Meter gewachsen – in jede Richtung. Hier höre ich gerade definitiv keinen Stutzflügel mehr!
Das gefällt mir, irgendwie.
Was mir gar nicht gefällt sind die Artefakte in manchen lauten und hohen Tönen.
Alles, was Keiths linke Hand macht, gefällt mir wirklich hervorragend, aber manche Töne, die seine rechte Hand erzeugt, die gefallen mir gar nicht.
Es wirkt, als würden manche Töne von einer Glaswand reflektiert, man kann das nicht richtig definieren, weil es so unsauber dargestellt wird.
So lange Keith diese Töne nicht spielt, gefällt mir die Wiedergabe ausgezeichnet – sie kommt in meiner Erinnerung dem analogen Klangbild sehr nahe – aber diese seltsamen Töne machen doch vieles kaputt.
Ich merke mir:  Hervorragend, fast analog, mit manchen Tönen offensichtlich überfordert.

Ich wechsle wieder zur Qobuz-Aufnahme.
Sofort ist das Instrument wieder kleiner, hat weniger Holz.
Dafür ist die Genauigkeit, die Schnelligkeit, die Perfektion, mit der Keith spielt, geradezu grandios.
Ich frage mich nun, ob es mir im zweiten Durchgang gelingen wird, mich emotional in diese Musik hinein zu finden, in sie hinein tauchen zu können, mit Keith Jarrett einen „Seelen-Kontakt“ aufnehmen zu können.

Doch dazu bin ich im Moment noch nicht bereit – bin noch zu unruhig, neugierig und ich will erst noch einmal alle Versionen erneut hören.

Wieder läuft die 16/44.1-er Version.
Aber nicht lange.
Hat man etwas besseres gehört, darf man das schlechtere nicht wieder einschalten. Nicht am gleichen Tag.
Ich wechsle wieder zur MQA-Version und auch hier bestätigen sich die Fakten, die ich mir notiert hatte.

Also gut – beginne ich eben hier den zweiten Durchgang und teste, wie ich mich wohl emotional in die Aufnahme hineindenken kann.

Üblicherweise brauche ich so 3-4 Minuten, um mit diesem Titel zu „verschmelzen“.
Das will mir gerade nicht so richtig gelingen. Wie gesagt, die tieferen Töne gefallen mir ausgezeichnet gut. Der Mensch liebt tiefe, volle, sonore Töne und auch ich bin ein Mensch.

Aber das reicht nicht, um mich von den zum Teil fast schrecklich klingenden hohen Tönen abzulenken. Die sind einfach nicht sauber, überschlagen sich und wirken künstlich angehoben.
Ich frage mich die ganze Zeit, was das sein soll, was da gespielt wird und finde es nicht heraus.

Diese Töne wirken auf mich wie eine Film-Panne. Eine durchs Bild laufende Person, ein Mikro, das von oben ins Bild ragt oder ähnliches.  Die Szene ist kaputt.

Dann höre ich plötzlich (etwa bei 3:50) zwei Töne, die mir bis dahin noch nie aufgefallen waren. Hier hört man sie aber jetzt klar und deutlich-  wie zwei einzelne, absichtlich gespielte Töne. Zwei Töne aber, die irgendwie überhaupt nicht zu den gespielten Mustern passen wollen. Weder zu dem tiefen Muster noch zu dem hohen Thema. Sind dem Keith Jarrett da etwa zwei „Improvisations-Ausreisser“ unterlaufen?

Doch ich entdecke immer mehr dieser seltsamen Töne.

Es scheint auf einmal so, als spielte Keith Jarrett drei Themen parallel. Eines mit tiefen, eines mit hohen und ein drittes mit mittleren Tönen. Drei Themen, die zwar deutlich zu hören und voneinander zu trennen sind, was ja bedeuten würde, dass diese MQA-Datei „neue Klangwelten“ eröffnen würde, aber die drei Themen scheinen nicht zusammen zu gehören, keine Einheit zu bilden.

Ich beende den Durchgang etwa nach 6 Minuten und denke mir – irgendwie toll, was da jemand aus dieser Aufnahme gemacht hat. Und mit „gemacht“ meine ich, dass hier jemand Hand angelegt hat. Er hat die Aufnahme so verändert, dass sie mehr dem Geschmack der Menschen – inklusive meinem – entspricht, ohne sie „schlechter” zu machen.
Aber irgendwie hat er sie trotzdem verhunzt.
Es ist wirklich seltsam.
Die MQA-Version ist mir deutlich lieber als die 16/44.1-Version – ganz sicher, aber ich frage mich gerade, ob ich mir die Platte damals gekauft hätte, wenn sie von Anfang an so geklungen hätte.

Auralic dekodiert – wie bereits geschrieben – die MQA-Version auf eine eigene Weise. Liegt es jetzt an MQA oder an Auralic, dass mir das Ergebnis nicht so richtig gefällt?
Ich kann es zu diesem Zeitpunkt nicht sagen.

Jetzt wechsle ich noch einmal zur Qobuz-Version.

Nach etwa drei Minuten bin ich mittendrin in diesem Stück.
Mittlerweile habe ich mich mit dem Klangbild abgefunden und sitze nun direkt vor Keith Jarrett und dem Bösendorfer. Nein, nicht in der ersten Reihe – das Publikum sitzt nicht dort, wo ich sitze. Ich sitze dort, wo die beiden Neumann-Mikrofone gestanden haben und kann über das Klavier hinweg in das Publikum schauen.
Die hohen Töne sind rechts, die tiefen links – so wie der Pianist das erlebt. Nicht halbrechts und nicht halblinks – sondern rechts und links.

Jetzt muss gleich die Stelle mit diesen beiden nicht zuzuordnenden Tönen kommen – und sie kommt.
Aber die beiden Töne – genau wie alle anderen, die ich bei der MQA-Version als „seltsam“ empfunden habe, die höre ich und  – sie gehören da hin! Definitiv.
So wie hier, habe ich sie immer schon gehört. Ja, sicher kann man sie als drittes Thema bezeichnen – aber irgendwie auch wieder nicht. Hier bei der Qobuz-Version gibt es nicht wirklich drei Muster, sondern mehr tiefe, mittlere und hohe Töne, die aber alle zusammen eine Einheit bilden und zu einem mehrteiligen Thema werden.
Deshalb gelingt es mir hier, mit Keith Jarrett Kontakt aufzunehmen und ich glaube, das zu spüren, was Keith Jarrett gespürt hat.
Sieben Minuten sind vergangen und ich könnte unendlich lange so weiter hören.

An die vielleicht etwas zu präzise Wiedergabe habe ich mich gewöhnt, weil wirklich jeder Ton absolut sauber bleibt. Da gibt es keine seltsamen Töne, keine Artefakte, sondern nur sehr dynamisch gespielte Töne und andere weniger dynamisch gespielte Töne – alle schön so, wie sie klingen sollen.

Was wird passieren, wenn ich jetzt die CD starte?

Ich mache es.
Angeschlossen ist der CD2 von Progressive Audio. Wenn der nicht in der Lage ist, die CD den High-Res-Audio-Dateien näher zu bringen, wer dann?
Ich starte die CD und –
das Ergebnis ist wenig überraschend.

Zwischen der Qobuz-Version und der CD liegen Klangwelten.
Die 16/44.1-Version auf Tidal liegt gleichauf.
Und das ist schon ein großes Lob!
Nur wenige CDs sind in der Lage, gegen ihre „Zwillingsbrüder“ aus den Streaming-Portalen zu bestehen.

Jetzt bin ich doch auf die LP gespannt.

Foto von Schallplatte bunt

Fotolia_66183659 © michalchm89

Zum Plattenspieler:
Ich verwende mein „Ein und Alles“:
Das Laufwerk ist ein Zarathustra S4 von Simon Yorke. Auf ihm thront ein Pluto Audio 7A-Prestige. Ein Tonarm-Traum aus massivem Titan mit einer Gold-Innenverkabelung von Deskadel. Der Tonabnehmer ist ein Jan Allaerts MC2 Finish-Gold. Allerdings jüngst von Aalt van den Hul mit einem neuen Diamanten versehen und ein klein wenig „gepimpt“.
Jan Allaerts wird das sicher nicht gefallen, aber wer dieses System in dieser Version einmal gehört hat, der merkt schnell, dass diese Zusammenarbeit durchaus fruchtbar sein könnte.

Das Phonokabel ist ein Silver Arrows von Furutech und als Phonoteil dient ein Stromverstärker von Progressive Audio.

Der Tonarm senkt sich und die Musik beginnt zu spielen.
Was nun passiert – das kann man nicht erklären und nicht beschreiben.

Die MQA-Datei vermochte sich mit Volumen, Fülle und Körper an die Spitze zu setzen.
Bisher.

Flügel

Fotolia_72992691 © Thatiana Shepeleva

Hier und jetzt habe ich gerade den Eindruck, ich würde den Lack des Flügels sehen und könnte beobachten, wie sich das Publikum in ihm spiegelt.
Hier und jetzt höre ich nicht einfach nur mehr Holz, ich höre auch mehr Saiten, mehr Schwingungen, mehr Klangfarben, mehr Betonungen, mehr Spielarten, mehr Nuancen und mehr Unterschiede.
Keith Jarrett nimmt mich soeben zur Seite und zeigt mir, wie unterschiedlich man mit einem Finger auf eine Klaviertaste schlagen kann.

Jeder Tritt auf ein Pedal macht sich mit einem unüberhörbaren – ganz eigenen „Rumms“ bemerkbar und wird zu einem Teil des Klavierspielens. Man hört nicht nur einfach, dass Keith da auf ein Pedal getreten hat, man spürt jedes einzelne „Rumms“ körperlich.

 

Aus einem Klavier-Schüler ist gerade ein grandioser Pianist geworden. Aus einem „Nachspielen“ wurde eine Improvisation aus dem Stehgreif. Diese Art zu spielen erzeugt in mir eine große Anerkennung, fast so eine Art Demut und Dankbarkeit.

Hören wir noch mal auf diese lauten, hohen Töne, die mich beim MQA-Format so gestört haben. Bei der Qobuz-Version klingen die sauber – wie die anderen Töne auch.
Auf der Schallplatte hören wir nun, dass Keith Jarrett hier das Instrument an seine Leistungsgrenzen bringt.
Es handelt sich um Töne, die anscheinend irgend eine Eigenresonanz des Bösendorfers treffen. Das darf eigentlich nicht sein, bei einem so teuren Instrument und man scheint die Ursache dafür hören zu können, wieso Keith Jarrett auf diesem Klavier eigentlich nicht spielen wollte, aber bei der analogen Wiedergabe muss man nicht lange rätseln, was da passiert ist.
Die MQA-Aufnahme wird für mich durch ihre eigene „Interpretation“ zerstört.
Sicher wird das bei anderen, genügsameren Aufnahmen nicht der Fall sein.

Im Vergleich zur Qobuz-Aufnahme stelle ich fest, dass sie nicht präziser, nicht schneller und nicht analytischer ist als die analoge Aufnahme. Ihr fehlt es aber im direkten Vergleich an Körper und an Volumen. Genau das schenkt mir die Wiedergabe der Schallplatte gerade in Hülle und Fülle.
Und wenn man einer Aufnahme Volumen nimmt, dann wirkt sie einfach ein wenig „dünner“. Genau das ist bei der Qobuz-Aufnahme geschehen.

Je länger ich die Platte höre, umso nachdenklicher werde ich.
Werte – wir sprechen so gerne von Werten.
Was ich hier gerade höre, das gibt mir das Gefühl, etwas mit echtem Wert genießen zu dürfen.

Es bewegt mich und ich merke, dass ich das gerne mit jemandem teilen würde.
Ich hätte jetzt gerne jemanden hier, dem ich mit Stolz vorführen darf, was ich gerade erlebe.

Und wieder einmal hadere ich mit der Vergangenheit und frage mich:

Was wollen wir eigentlich? Was suchen wir eigentlich?

Etwas, was es vor 30 Jahren schon längst gegeben hat?
Kann das sein?
Dass wir uns im Jahr 2017 wie ein Kind darüber freuen, dass es jetzt endlich wieder fast so gut klingt wie es das 1983 bereits getan hat?

Ist es wahr, dass wir uns über dreißig Jahre lang auf eine Reise begeben haben, um den schönsten Platz der Welt zu finden, nun wieder zuhause sind und ihn genau dort finden?

Nun gut – ich will und ich muss fair sein:
Der von mir eingesetzte Plattenspieler samt Kabel und Phonoteil kommt auf einen Gegenwert von fast 30.000,- €. Der eingesetzte Streamer liegt bei nicht einmal 2.000,- €.

Man müsste also den Vergleich noch einmal vornehmen, wenn hier zum Beispiel die Auralic-G2-Serie angeschlossen ist. Oder man müsste mal einen Plattenspieler in der 2.000,- €-Klasse nutzen.

Oder, oder. oder …

Doch wozu?

Um doch nur wieder heraus zu finden, was wir alle wissen?

Schlussbemerkung

Wir befinden uns mitten in einem Wandel.
Der Digitalismus eröffnet uns Musikliebhabern Möglichkeiten, von denen wir vor wenigen Jahren nicht einmal zu träumen gewagt hätten. Die neuen High-Res-Audio-Dateien, die wir aus Portalen wie Qobuz oder Tidal streamen können, die öffnen uns die Pforten zur Welt der Musik. Und das mittlerweile in einer Klangqualität, die selbst Profis und Nörgler gnädig stimmt.
Viele, die keinen sündhaft teuren Plattenspieler ihr Eigen nennen, werden die Qualität sogar höher einstufen als bei analog. Und man muss ihnen zustimmen.
MP3 ist ideal für das junge, moderne, mobile Hören. Analog ist immer noch das (!) Medium, für den Musikliebhaber mit sehr hohen Ansprüchen. Die CD ist zwischen die Fronten geraten. Ganze Generationen besitzen schon keinen einzigen Silberling mehr.
Ich freue mich, diese spannende und interessante Zeit miterleben zu dürfen, freue mich über die vielen Schallplatten, die ich noch besitze und freue mich über die Möglichkeiten des Streamens.
Meinen CD-Bestand reduziere ich gerade von rund 5.000 Stück auf etwa 100, die ich aus emotionalen Gründen nicht hergeben möchte.
Höre ich mich da gerade einen Silbermond-Song summen?  Eines Tages fällt dir auf, dass du 99% nicht brauchst …  🙂

 

Progressive Audio Extreme Serie

Progressive Audio Extreme Serie

Progressive Audio Extreme Serie

Progressive Audio Extreme Serie

Machen Sie jetzt den Lautsprecher-Test
Welcher Lautsprecher ist für Sie der richtige?

Sein Design ist extrem wichtig                             (   )
Er muss zur Einrichtung passen                          (   )
Er soll nur so groß wie nötig sein                        (   )
Der Preis muss stimmen                                       (   )
Er muss traumhaft gut klingen                             (   )
Man muss ihn auch als Aktivbox kriegen            (   )
Es soll ein deutscher Hersteller sein                    (   )

Zählen Sie jetzt für jedes Kreuzchen oder Häkchen einen Punkt.

Ergebnis  1 bis 7 Punkte:

Der richtige Lautsprecher für Sie stammt vom deutschen Hersteller „Progressive Audio“ und heißt so wie er ist:  Extreme
Vom kleinen Regal-Lautsprecher Extreme I für 3.998,- €/Paar bis hin zur mannshohen Extreme IV für 12.998,- €/Paar finden Sie die für Sie richtige Größe im herausragenden Design, das sich jedem Ambiente unterwirft.
Und das Allerbeste an dieser Lautsprecher-Serie ist ihr beeindruckend realistisches Klangbild.
Vom trockenen aber wunderbar voluminösen Bass über einen authentischen Mitteltonbereich mit gefühlt mehr als einer Milliarde Klangfarben bis hin zum zeitrichtigen, phasenrichtigen und turboschnellen Hochtonbereich ohne einen Hauch von Lästigkeit – verwöhnt diese Lautsprecherserie ihren Besitzer und seine ganze Familie.

In jeder Preisklasse und in jeder Größe findet der Musikliebhaber hier eine Möglichkeit, sich von der Massenware abzusetzen, ohne in die Falle zu tapsen, einen begangenen Fehler mit einem zweiten ausgleichen zu wollen.

Dann verfallen wir doch schon lieber von einer Extreme zur anderen, oder?  🙂

Extreme I
Passivlautsprecher   3.998,- €/Paar
Aktivlautsprecher     7.418,- €/Paar (inkl. Ständer)
Passivlautsprecher “Edition I”  5.998,- €/Paar inkl. USM-Haller-Ständer
Aktivlautsprecher “Edition I” 8.998,- €/Paar inkl. USM-Haller-Ständer
Ständer:  720,- €/Paar

Progressive Audio Extreme 1

Progressive Audio Extreme 1 auf Original-Ständer

Extreme I USM-Haller 1

Extreme Edition I (USM-Haller-Design)

Extreme II
Passivlautsprecher   4.998,- €/Paar
Aktivlautsprecher     8.418,- €/Paar
Passivlautsprecher “Edition II”  nicht lieferbar
Aktivlautsprecher “Edition II” nicht lieferbar

Progressive Audio Extreme 2

Progressive Audio Extreme 2

Extreme III
Passivlautsprecher   7.998,- €/Paar
Aktivlautsprecher     12.498,- €/Paar
Passivlautsprecher “Edition III”  12.998,- €/Paar
Aktivlautsprecher “Edition III” 18.000,- €/Paar

Progressive Audio Extreme 3

Progressive Audio Extreme3

 

Extreme IV
Passivlautsprecher   12.998,- €/Paar
Aktivlautsprecher     18.998,- €/Paar
Passivlautsprecher “Edition IV” 22.000,- €/Paar
Aktivlautsprecher “Edition IV”  28.000,- €/Paar

Extreme-4-Edition

Progressive Audio, Extreme Edition IV,  USM-Haller-Design, Ralf Koenen Messe München  (Foto:  fairaudio.de)

Alle Extreme-Lautsprecher sind ohne Aufpreis in schwarz und in weiß lieferbar.
Sonderfarben in der Original-Design-Serie sind mit 10-15% Aufpreis lieferbar.
Sonderfarben in der Edition-Serie auf Anfrage.

 

 

Bei weiteren Fragen zu Bestellmöglichkeiten, rufen Sie uns bitte an:  0208 – 671424
oder senden uns eine E-Mail:   info@audiosaul.de

Progressive Audio Messe 2016-1

Progressive Audio High-End München

UMS

Progressive Audio Extreme Edition I (USM-Haller-Design)

 

Alle Angaben mit Stand vom 15.11.2017

Progressive Audio Extreme I

Progressive Audio Extreme I

Progressive Audio Extreme I

Progressive Audio Extreme I

Ein Bericht über den Sinn kleiner Lautsprecher, 
über den Hersteller Progressive Audio aus Essen
und über seine kleinste Box, die Extreme I.

Bei der Progressive Audio Extreme I handelt es sich um einen Lautsprecher aus der Kompaktklasse, Allerdings kostet er nicht weniger als eine ausgewachsene Standbox. Lesen Sie hier, wieso diese Aussage keineswegs gegen die Progressive Audio Extreme I spricht.

Wieso sind manche Dinge eigentlich teurer als andere?

Wer versucht, eine Waschmaschine zu verschieben, der wird davon überzeugt sein, die Gründe dafür entdeckt zu haben, wieso manche Dinge teurer sind als andere: Ihre Größe und Ihr Gewicht.
Wer danach auf seine Armbanduhr sieht, um zu schauen wie spät es ist, stellt aber möglicherweise fest, dass diese noch teurer war als die Waschmaschine und fühlt sich dann frei nach Goethe „so klug als wie zuvor“.

Doch wie wird eigentlich der Preis für einen Lautsprecher festgesetzt?

Größe und Gewicht sind zwar auch hier gute Anhaltspunkte, allein – können sie aber wohl eher nicht den Ausschlag geben.
Beim Discounter ist es nämlich kein Problem, schwere, mannshohe Lautsprecher „für ganz kleines Geld“ zu finden.
Auch die Anzahl der eingebauten Chassis (Membranen) verrät uns noch nicht viel über den Preis, denn auch da stechen manche Billigteile mit ihren 6 Chassis pro Box die deutlich teurere Konkurrenz gnadenlos aus.
Dass so etwas immer dann kaufmännisch nicht mehr funktionieren kann, wenn bereits ein einzelner Hochtöner im Einkauf einige Hundert Euro verschlingt, leuchtet ein, aber welcher Boxenbauer zeigt seinen Kunden schon seine Einkaufsrechnungen?

Und was würden die auch über die Qualität des Lautsprechers aussagen?
So wenig, wie der Preis einer Fotokamera über die Qualität eines Fotos oder der Preis von Farben über den Wert eines Gemäldes, das mit ihnen gemalt wurde.

Nur zwei Zutaten braucht es für einen Lautsprecher!

Ein Lautsprecher ist ein Konstrukt, dessen Entwicklung aus zwei „Zutaten“ besteht:

  1. aus den verwendeten Bauteilen und
  2. aus der Kompetenz des Entwicklers.

Während wir den Punkt a) nach betriebswirtschaftlichen Aspekten für eine Preiskalkulation verwenden können, ist der Punkt b) wohl kaum finanziell zu erfassen.

Progressivität

Wenn ein Entwickler niemals inne hält und immer wieder erfolgreich Neuland betritt, nennt man das Progressivität.
Den anderen immer ein Stück voraus zu sein, sich nie auf seinen Lorbeeren auszuruhen, sondern immer wieder „die Latte für alle höher zu legen“ – das hat sich Ralf Koenen bei seiner Firmengründung im Jahre 1996 auf die Fahne geschrieben.

Progressive Audio  

Progressive Audio Logo

Und genau aus diesem Grund nannte Koenen seine Firma damals „Progressive Audio“.
Heute, zwanzig Jahre später, muss man ihm nicht nur bestätigen, dass dieser Name Programm war und Programm geblieben ist, sondern dass er in vielen Bereichen Meilensteine gesetzt hat.

Verstärker mit SiC-Transistoren

Progressive Audio A901 CD2

Progressive Audio ist der einzige mir bekannte Hersteller weltweit, dem es gelungen ist, unter Verwendung von Siliciumcarbid-Transistoren einen wirklich praxistauglichen Verstärker anzubieten, der mehr als 50 Watt in Class A an die Lautsprecher liefern kann. Und das in einer atemberaubenden Klangqualität.

Die PADIS-Gerätesicherung

PADIS Sicherungen

Furutech, ein global agierendes Vertriebs-Unternehmen, lieferte Ralf Koenen Gerätesicherungen, die er in Deutschland vertreiben sollte. Er prüfte sie – und er befand sie für gut, aber nicht für gut genug. Also entwickelte er eine neue Gerätesicherung. Diese überzeugte die Furutech-Manager so sehr, dass sie die hauseigene Sicherung fallen liessen und von Stund an den weltweiten Vertrieb der PADIS-Sicherung übernahmen. (PADIS steht für Progressive Audio Distribution)

Progressive Audio Übertrager

Es gibt Zulieferer für Übertrager, die damit seit Jahrzehnten den Weltmarkt beliefern. Für alle möglichen Anforderungen und mit unterschiedlichen Spezifikationen. Man sollte also annehmen, dass solch ein Hersteller alles über Übertrager weiss und die Kundenwünsche mit Leichtigkeit erfüllen kann. Zumal so ein Übertrager ja auch kein wahnsinnig kompliziertes Bauteil ist.
Doch was Koenen auch versuchte – der beste Übertrager des Marktes hatte leider eine Resonanzfrequenz bei 40.000 Hz und einen Frequenzgang bis maximal 50.000 Hz, damit wollte er nicht arbeiten.
Also entwickelte er seinen eigenen, völlig resonanzfreien Übertrager mit einem Frequenzgang von bis zu 300.000 Hz.
Die Qualität dieses Bauteils sprach sich in der Szene schnell herum und so „wandert“ es heute auch in Geräte von Marken, die wir eigentlich als Konkurrenten zu Progressive Audio gesehen hätten.
Wundern Sie sich also nicht, wenn Sie irgendwann eines Ihrer High-End-Komponenten aufschrauben und darin einen Übertrager von Progressive Audio entdecken.

Portfolio

Progressive Audio Transformer

Die derzeitige Produktpalette reicht von vier Lautsprecher-Serien über zwei Verstärkern, einen CD-Player, einen DAC, zwei Phonoteilen und drei Kabel-Reihen zwischen 448,- € und 15.600,- €. Schon „in der Pipeline“ befindet sich ein neuer DAC, ein preisgünstiger Vollverstärker und ein Phonoverstärker, der seine Informationen aus dem „Strom“ und nicht aus der „Spannung“ des Tonabnehmers zieht. Ein Prototyp des Stromverstärkers befindet sich seit fast einem Jahr in meiner Vorführung und ich kenne weder etwas klanglich vergleichbares noch etwas unkomplizierteres als diesen Phono-Amp.

Die Extreme-Serie

Progressive Audio Messe 2016-1

Im Jahre 2015 präsentierte uns Progressive Audio eine Lautsprecher-Serie, mit der wohl kein Kenner der Szene gerechnet hatte:  Die Extreme.
Wer nur den Namen hört, wird vermuten, dass er diese Serie noch über seinem bisherigen Referenz-Modell, der „Transformer Diamant“ für mehr als 80.000,- Euro angesiedelt hat, doch da irrt er sich.
Tatsächlich überraschte Koenen die Szene mit einer „kleinen, schicken“ und für Progressive Audio-Verhältnisse geradezu preisgünstigen Serie, die in passiver Ausführung zwischen 4.000,- € und 8.000,- € angesiedelt ist, die es aber durchaus auch als Aktivboxen zu erwerben gibt.
Kennern treibt er damit Fragezeichen ins Gesicht. „Eine günstige Lautsprecher-Serie von Progressive Audio?“ .
Ist das nicht so, als würde man ein Familienauto mit einem springenden Pferd auf dem Abzeichen angeboten bekommen?
Doch die Begründung von Koenen ist einfach.
Schon seit Jahren geisterte in ihm der Wunsch herum, eine wie man sagt „bezahlbare“ Lautsprecher-Serie zu entwickeln und immer wieder setzte er sich deshalb mit einem Koaxial-Chassis von SEAS auseinander. Bei einem Koaxial-Chassis befindet sich der Hochtöner in der Mitte vom Tief-/Mitteltöner.
Die Idee, die hinter einem Koaxial-Chassis steckt, ist weder neu noch einzigartig, faszinierte ihn aber dennoch. Doch das Chassis von SEAS machte nicht das, was Koenen suchte.
2015 änderte sich das auf einmal und Koenen berichtete geradezu euphorisch von den „neuen Eigenschaften“ dieses Chassis, das nun endlich der Grundstein zu seiner neuen Serie sein konnte.
Die Frage, ob Ralf Koenen hier etwa auch für SEAS Entwicklungsarbeit geleistet hat, verneint er auffallend deutlich und vehement. Ich akzeptiere seine Antwort, denke mir aber meinen Teil.

Die Progressive Audio Extreme I kostet 3.998,- € pro Paar.

Progressive Audio Extreme 1 schwarz

©fairaudio.de

Mit diesem Preis will die Progressive Audio Extreme I eigentlich nicht mehr so recht zur Beschreibung „günstige Boxenserie“ passen.
Während die Extreme II und III als ausgewachsene Standlautsprecher daher kommen und man bei dieser Spezies auch noch höhere Preise akzeptiert, sieht das bei einem Kompakt- oder Regallautsprecher ganz anders aus, oder!?
Auf die Frage, ob er nicht besser den „Markt mit einer günstigeren Box bedient hätte“, antwortet Koenen nur:  „Es war niemals mein Ziel, einen kleinen Lautsprecher anzubieten, der klingt wie kleine Lautsprecher eben klingen. Mir ging es darum, die Vorteile dieser Bauart auszuschöpfen und mit der Progressive Audio Extreme I eine richtig (!) klingende Box anzubieten!“ Wie immer folgen „Vorträge“ über Zeitkonstanten und Phasenverläufe, denen ich nur zum Teil folgen kann.

Progressive Audio stellt etwas her, weil man es herstellen kann.

„Eher hätte ich auf die II-er und die III-er verzichtet als auf die I-er“ kontert Koenen fast ein wenig verärgert auf die Frage, ob er die „Kleine“ nicht einfach hätte ganz weglassen können.
„Hör nur eine Weile mit der Progressive Audio Extreme I Musik und mit jedem Takt wird sie Dir erklären, wieso sie so gut funktioniert.“ so Koenen.
Und exakt diese Aussage kann man einfach nur bestätigen. Das Außergewöhnliche in der Wiedergabe der Extreme I macht deutlich, weshalb das Konzept des Kompaktlautsprechers immer wieder die besten Boxenbauer dieser Erde dazu bringt, sich an ihm zu versuchen.
Einen richtig guten Kleinlautsprecher zu entwickeln, ist die „Königsklasse der Boxen-Entwicklung“. Nicht wenige der besten Boxenbauer sind sich einig und überraschen uns mit folgender Aussage:

Die Kunst bei der Entwicklung von großen Boxen ist, sie immer noch genau so gut klingen zu lassen wie kleine.

Große Lautsprecher sind in vielfacher Hinsicht überzeugend.
Ihr Erscheinungsbild ist oft genau so imposant wie das Klangerlebnis. Doch machen wir uns nichts vor, wenn der Tiefbass genau so sauber klingen soll wie die Mitten und die Höhen und alles wie „aus einem Guss“ wirken muss, dann wird es teuer – sehr teuer.
Und wenn das alles dann auch noch bei großen Lautstärken immer noch gut funktionieren muss, dann sollte man noch ein wenig mehr als nur die Portokasse im Rücken haben.
Und den passenden Raum natürlich auch.
Aber die Extreme I ist nicht das „Trostpflaster“ für alle, die sich einen großen Lautsprecher nicht leisten können.

Die Progressive Audio Extreme I bringt ihre Hörer dazu, „Weltbilder“ neu zu überdenken und sich endgültig von alten Vorurteilen zu trennen.

Immer noch braucht man als Mann ein starkes Ego, sich für einen teuren Kompaktlautsprecher zu entscheiden.
Die Progressive Audio Extreme I kann das ändern.
Fragen wie: „Wieso hast Du denn bei dem Preis nicht die …gekauft?“ sind heute immer noch vorprogrammiert.
Doch mit einer Extreme I kann man es sich sparen, Argumente zu sammeln und dem Fragenden verbale Antworten und Rechtfertigungen zu liefern.

Eine Progressive Audio Extreme I muss man einfach nur „spielen lassen“.

Der Markt wird sich verändern – ganz sicher.
Moderne Techniken wie das Streaming eröffnen moderne Möglichkeiten.
Immer mehr Musikliebhaber verstehen, dass man heute keine HiFi-Türme mehr benötigt, um auf höchstem Niveau Musik genießen zu können. Hier und da „ein keines Kästchen“, ein Tablet-PC in der Hand und schon hat man den Zugriff auf bis zu 40 Millionen Titel in hochauflösender Klangqualität.
Da passen dann die alten „Telefonzellen“ nicht mehr so richtig in dieses Konzept.
Doch klanglich verschlechtern – will man sich ja auch nicht.
Eine unlösbare Aufgabe?
Nicht mit der Extreme I.

Die Progressive Audio Extreme I ist kein Wunder – sie macht sich nur die Physik zu nutze.

Losgelöst von den Boxengehäusen und mit viel Spielfreude entstehen hier Töne dreidimensional und „lebendig“ im Raum. Rechts, links, oben, unten, vorne und hinten sind lokale Adverbien, mit denen wir hier die Quelle eines Klangs „auf den Punkt genau“ bestimmen können.
Geradezu holographische Darstellungen von Sängern und Instrumenten mit den richtigen Abständen zueinander und der exakt natürlichen Größe, entführen den Hörer in die jeweiligen Aufnahmeräume. Die Luft im Aufnahmeraum und die Beschaffenheit der Wände gehören zum Klanggeschehen wie selbstverständlich dazu – wir hören die Aufnahme – nicht den Lautsprecher.

So klein wie möglich, so groß wie nötig

Progressive Audio Extreme I USM-Haller

Extreme I “Edition”

Die gewählte Gehäusegröße der Progressive Audio Extreme I entspricht schlicht und ergreifend dem kleinsten Volumen, in dem das verwendete Koaxial-Chasis sauber arbeiten und somit zeigen kann, was in ihm steckt. Es wird ein Frequenzumfang von 35 bis 24.000 Hz ermöglicht.
Die Progressive Audio Extreme I baut dabei an keiner Stelle etwas auf, was nie da gewesen ist.
Doch wenn es da war, dann hört man es auch.
Bis auf die große Kirchenorgel gibt es keine akustischen Musikinstrumente, die unter 35 Hz herunterreichen würden. Auch nicht dann, wenn wir ein „Bass“ vor ihre Bezeichnung schreiben, wie „Bassgeige“ (41 Hz), „Basstuba“ (43 Hz) oder „Bassklarinette“ (61 Hz).

Legt sich AUDIOSAUL hier für die Extreme I „zu weit aus dem Fenster“?

Die Progressive Audio Extreme I ist ein außergewöhnlicher Lautsprecher für eine immer größer werdende Zielgruppe.
Das sind Menschen, die sich den technischen Fortschritten sehr schnell anpassen, weil sie schon lange auf diese Möglichkeiten gewartet haben. Kaum noch sichtbare Komponenten und Lautsprecher, die sich dem Einrichtungs-Stil unterordnen, ohne vom Hörer die Bereitschaft zu klanglichen Verlusten abzuverlangen, ziehen gerade bei uns ein. Kabel verschwinden und die Technik findet im Verborgenen statt.
Mit dieser Beschreibung kann die Progressive Audio Extreme I nicht „Everybodys Darling“ sein.
Aber wenn sie zu Ihrem Wohnkonzept passt – dann wird es schwer werden, eine Alternative zu finden.
Und am Ende muss man wohl diesem Entwickler aus Essen wieder einmal bestätigen, mit der Extreme I „ganz vorne“ zu sein.

Link zum Hersteller:  http://www.progressiveaudio.de
Link zum Shop: Jetzt Progressive Audio Extreme I im Shop bestellen

Progressive Audio A901

Progressive Audio A901

Progressive Audio A901

Progressive Audio A901

Auf den Namen Progressive Audio A901 taufte Ralf Koenen jetzt seinen neuen Vollverstärker, der auf der High-End in München seine Premiere feiern durfte.

Progressive Audio A901 auf der High-End

Progressive Audio A901 auf der High-End

Was steckt nun aber hinter dem Progressive Audio A901?  Etwa ein völlig neues Konzept, ein Gerät, was sich von seinem Vorgänger vollends unterscheidet? Wohl kaum. Genau genommen handelt es sich beim A901 “lediglich” um eine etwas umfassendere Modifikation des A1.
Die Tatsache, das Progressive Audio diesem neuen Spross eine neue Modellbezeichnung verpasst hat, findet ihre Begründung darin, dass es nicht möglich, oder sagen wir mal nicht wirtschaftlich sein wird, aus einem A1 einen A901 machen zu lassen.

Progressive Audio A901 CD2

Progressive Audio A901 und CD2

Was ist beim Progressive Audio A901 genau so wie beim A1?
Geblieben sind die Eckpfeiler – denn natürlich handelt es sich beim A901 immer noch um einen reinen Class-A-Verstärker mit einer Leistung von etwa 100 Watt an 6 Ohm.
Die Besonderheit, die den A1 jetzt schon seit mehreren Jahren konstruktiv von allen anderen Verstärkern des Weltmarktes unterscheidet, finden wir auch im A901 wieder:  Die Siliciumcarbit-Transistoren.
Selbstverständlich macht sich Ralf Koenen diesen Vorsprung in der Entwicklung weiterhin zunutze und baut ihn im A901 mit neuen Eingangsstufen sogar noch weiter aus.
Die SiC-Technik ist nicht unumstritten. Wer sich im Netz auf die Suche nach mehr Informationen über diese SiC-Transistoren begibt, fühlt sich wie mittendrin in einem Kampf. Selbst die Meinung von Elektronik-Fachleuten geht da von “Unsinn” bis hin zu “sonst nicht erreichbar” und deckt auch alles dazwischen ab.
Ralf Koenen schmunzelt dann immer nur, ist er sich doch ganz sicher, dass vor allem die Entwickler die SiC-Technik verdammen, die sie einfach nicht beherrschen.
Die Frage, wieso ausgerechnet Progressive Audio der einzige sein soll, der etwas beherrscht, die habe ich mir schon lange abgewöhnt.
Wieso trennt sich die weltweit agierende Marke Furutech von der eigenen Gerätesicherung und kauft die von Ralf Koenen entwickelte ein? Wieso bestellen Hersteller, die wir als Konkurrenten zu Progressive Audio sehen würden, bei Ralf Koenen Übertrager ein? Wieso müssen sich Chassis-Hersteller von einem Ralf Koenen zeigen lassen, wie man die bestehenden Fehler beseitigt? Wieso muss sich ein etablierter Kabelhersteller von Koenen sagen lassen, welche Temperatur er beim Verlacken verwenden soll?

Ich frage nicht mehr – ich nehme es so hin wie es ist. Denn für mich zählt nur, wie es am Ende klingt.
Ein neues Netzteil wird im Progressive Audio A901 sitzen. Ein Schaltnetzteil. Das wird dem einen nichts sagen und andere werden nach dem Grund fragen. Die allermeisten wird es aber freuen, denn die Qualitäten solcher Schaltnetzteile sind hinlänglich bekannt.

Weitere Modifikationen finden dann eher ihre Begründung im internen Ablauf. So lässt sich ein A901 ökonomischer montieren als es noch beim A1 der Fall war. Das macht sich vor allem bei späteren Modifikationen bemerkbar, die durch den neuen Aufbau schneller, einfacher und günstiger durchzuführen sein sollen. Und genau hier liegt auch der Grund dafür, wieso ein A1 nicht aufrüstbar sein wird.
Bei einem Update würde nicht einmal das Gehäuse komplett übernommen werden können.

Das Design behält Ralf Koenen beim Progressive Audio A901 im Prinzip bei, schenkt ihm aber jetzt erstens eine 20 mm starke Acrylglas-Front, die ihm schon einen “mächtigen” Charakter verleiht und stattet ihn (Gott sei Dank!) mit Bedienknöpfen aus, die beim A1 völlig fehlten. Wer schon mal 150 km mit dem A1 zum Kunden gefahren ist, um dort festzustellen, dass er die Fernbedienung vergessen hat, der wird das zu schätzen wissen.
Aber auch jeder Eigener eines A901 wird es begrüßen, nicht für alles und jedes die Fernbedienung benutzen zu müssen. Mal ganz davon abgesehen, dass die Batterien, die in einer Progressive Audio Fernbedienung zwar jahrelang ihren Dienst verrichten, aber garantiert am Wochenende ihren Geist aufgeben, wenn alle Läden geschlossen sind.

Progressive Audio A901 gross

Progressive Audio A901 gross

Der Progressive Audio A901 Vollverstärker stellt im Endeffekt eine kluge, praxisbezogene Weiterentwicklung zum A1 dar. Hierdurch ist die Befürchtung, es könnten sich Kinderkrankheiten einstellen, unbegründet und wir haben selbstverständlich gleich zugelangt und uns einen A901 auf der Messe in München geordert. Von der ersten Juni-Woche an, wird er unser Wohnraumstudio zieren und dann werde ich diesen Bericht mit der Schilderung meiner ersten Klangeindrücke vervollständigen.

Bleibt im Moment nur eine wichtige Frage:  Was wird der neue A901 denn dann jetzt wohl kosten müssen?
Die Antwort darauf ist mehr als erfreulich:  Der Preis des Progressive Audio A901 wird sich zum Vorgänger hin nicht verändern.
“Für die verwendeten Bauteile und Gehäuseveränderungen müssten wir den Preis eigentlich anheben.”, meint Ralf Koenen und setzt fort: “Dadurch, dass wir aber bei der Produktionszeit deutliche Einsparungen erzielen konnten, gleicht sich das fast wieder aus und wir haben uns entschlossen, den Preis nicht anzuheben.”

Jetzt könnte man behaupten, dass es einem Käufer eines solchen Artikels “schnuppe” sei, ob er nun fast 11.000,- oder fast 12.000,- Euro zu bezahlen hat, aber uns freut es trotzdem.

Wenn auch Sie an diesem neuen Progressive Audio A901 Vollverstärker interessiert sind, dann setzen Sie sich bitte mit uns in Verbindung und vereinbaren Sie einen Hörtermin. Wir freuen uns auf Sie!

Link zur Herstellerbeschreibung Progressive Audio

Link zum Progressive Audio A901 im AUDIOSAUL-Online-HiFi-Shop

Progressive Audio Extreme 3 Bericht

Progressive Audio Extreme 3 Bericht

Progressive Audio Extreme 3

Progressive Audio Extreme III

Ralf Koenen, Inhaber und Chef-Entwickler bei Progressive Audio, hat mich dazu eingeladen, seinen neuen Lautsprecher, die Extreme 3 zu hören.

Meine Erwartungen waren hoch, kannte ich doch die ersten beiden Modelle aus der neuen Serie mittlerweile sehr gut. Da ist die Extreme 1 vom Typ Regallautsprecher, bei der ich immer das Gefühl habe, einen 911-er aus der Garage zu holen, wenn ich sie aus dem Regal heraus nehme und auf die passenden Ständer stelle. Im Regal oder auf dem Highboard spielen sie toll, aber so frei im Raum aufgestellt, gehen die Kinnladen schon mal gern in Richtung Erdboden.
Nun gut – die Presse ist sich einig und voll des Lobes. Also können wir die Einser schon mal als „erledigt“ abhaken.
Aber was ist jetzt mit der Dreier?

Ganz oben im schlanken Gehäuse thront wie bei der Extreme 1 das Koaxial-Chassis von Seas. Vor mehr als 10 Jahren schon habe ich in diesen Räumen genau diese Chassis herumliegen sehen. Doch kann ich mich nur daran erinnern, dass sie als „nicht ernst zu nehmende Tröten“ abgetan wurden. Heute schaue ich mir die Extreme an und erblicke in der Dreier wie auch in beiden kleineren Modellen diese „Tröten“?
Ralf lächelt, nein, ich will ehrlich sein: Er grinst!

„Über zehn Jahre hat es gedauert, bis diese Chassis das konnten, was Du gleich hören wirst!“ höre ich ihn sagen. Er deutet an, dass er maßgeblich an der Weiterentwicklung beteiligt war und dass auch die Bässe für ihn speziell in einer 30 Ohm-Version gefertigt werden, aber mehr will er über die Zusammenarbeit nicht verraten. Ich kenne ihn lang genug, weiß, dass er solche Dinge nicht gern erzählt und bohre nicht weiter nach.
Ich setze mich auf seine Ledercouch und während er nach einer CD sucht, schaue ich mir die Box ein wenig genauer an. Schlank, elegant, klassisch, modern, nicht zu groß, nicht zu klein … und nach und nach drängt sich mir ein Begriff in den Vordergrund: Optisch perfekt!
Und eine Frage entsteht: „Wieso?“
Hat die Extreme ein atemberaubendes Design erhalten? Eine Form, die es so noch nie gegeben hat? Hängt man sie an die Decke? Verschwindet sie hinter Bildern? Oder ist da vielleicht eine so neue Idee vorhanden, dass man selbst niemals auf die Lösung gekommen wäre? Nein, stimmt alles nicht. Aber was stimmt denn dann? Wieso erfasst mich hier gerade dieses Gefühl der Anerkennung für dieses Design?
Und eigentlich ist das ziemlich schnell beschrieben:
Manche mögen bestimmte Farben, andere mögen sie nicht. Manche mögen bestimmte Formen, andere mögen sie nicht. Manche mögen bestimmte Muster, andere mögen sie nicht.

Seas Chassis

Was passiert, wenn man einfach alles, was auch nur irgendwie „Geschmack“ sein kann, Design seiner selbst Willen sein kann, Diplomatie sein kann, Trend sein kann …
… wenn man alles das einfach weg lässt?
Muss es ein Lautsprecher den Blüten unserer Blumen nachmachen, um Kunden wie Insekten anzulocken?
… muss er bunt gefiedert für uns tanzen?
Wer wie ich gerade vor der Extreme 3 sitzt und sie seit Minuten anstarrt, der merkt, dass in ihm etwas geschieht. Er verändert sich. Man glaubt, etwas zu erkennen, zu einer neuen Sicht der Dinge zu gelangen. Wozu andere durch Indien reisen, erlebt man hier auf seiner Couch. Die Einfachheit der Dinge, die Lehre Zarathustras, die Besinnung auf das Wesentliche …
Finden diese Veränderung in mir gerade wirklich statt, oder trifft die Extreme 3 mit ihrem Erscheinungsbild einfach nur meinen persönlichen Geschmack?
Ich weiß es nicht, aber ich bin mir sicher, dass Sie sich ähnliche Fragen stellen werden.
Dann startet die Musik. Im Player hat der FIM-Sampler Producer`s Choice I Platz genommen. Das erste Stück spielt an: Carmen Habanera Fantasia, Harold Faberman & Northwest Sinfonietta, zu bekommen bei Sievekind-Sound.

Nach wenigen Takten tut sich mir eine Erkenntnis auf und ich höre mich sagen: „Ist ja kein Wunder, dass so wenige Menschen zuhause klassische Musik hören. Weil Orchestermusik einfach keinen Spaß macht, wenn man keinen Hinweis darauf erhält, welche Instrumente in welcher Anzahl wo im Orchester ihren Platz haben. Es ist einfach schier unglaublich, wie selbstverständlich hier gerade jedes Instrument dreidimensional im Raum steht.”
Die Kastagnetten ziehen mich in ihren Bann mir geht der Begriff Holographie durch den Kopf. Mit Leichtigkeit erahnt man die Anstrengung und Hingabe des Musikers. Jeden einzelnen Gesichtszug, jede Falte sehe ich vor mir. Wieso ich von einem Musiker und nicht von einer Musikerin spreche? Ganz einfach, weil die Kastagnetten derart kräftig und körperhaft gespielt werden, wie ich es selten gehört habe, nicht einmal live. Diese Kraft kann nur in Männerhänden stecken. Wenn ich falsch liegen sollte, dann mag die Musikerin meine Ausführungen als Kompliment auffassen.
Doch ich konzentriere mich bereits auf die Geige, die sich hier in der Mitte auftut. Konzentriere ich mich wirklich? Muss ich mich konzentrieren, um die Geige zu hören? Nein, ich muss mich berichtigen. Es erfordert keiner Konzentration, dieser Geige zu lauschen. Sie wird mir so selbstverständlich präsentiert, dass ich mich frage, in welchem Saal diese Aufnahme wohl entstanden sein mag. Denn bei all meinen bisherigen Konzertbesuchen scheine ich entweder die falsche Lokalität gewählt zu haben oder ich habe auf dem falschen Platz gesessen.
Dieser Musiker spielt nur für mich, oder? Auch wieder falsch. Dafür ist er viel zu weit weg von mir.
Doch bevor ich meine Gedanken zu Ende bringen kann, lausche ich lieber dem Wechselspiel zwischen der kleineren, heller klingenden und der größeren, voller spielenden Geige. Kurz danach steigen die Streicher auf der rechten Seite mit ein.

Es gibt Bücher darüber, die uns die Platzierung der Instrumente in einem Orchester genau beschreiben. Wer wie ich gerade diese Carmen-Einspielung über die Extreme 3 hört, fragt sich: Wozu? Hört man doch!

Sie mögen keine klassische Musik?

Prospekt Progressive Audio Extreme 3 Seite 1

O.k. – legen wir doch mal was ganz anderes auf.  Sagt Ihnen noch Ummagumma etwas?
Richtig! Pink Floyd!
(Die eigentlich Bedeutung dieses Begriffs will ich hier mal dezent unbeachtet lassen).
Auf dieser Scheibe gibt es ein Stück namens „Grantchester Meadows“, das Roger Waters beigesteuert hat. Eine durch Akustikgitarre begleitete Folkballade – nichts besonderes also, oder doch?
Für diesen Artikel hat diese Aufnahme etwas Besonderes: Nämlich die Koexistenz von natürlichen und künstlichen Raumabbildungen, sowie die dreidimensionale Zuordnung von Geräuschen.
Da gibt es diesen zwitschernden Vogel, der hier und da ziemlich nervt.
Was aber viel mehr nervt als das Gezwitscher an sich, ist die Tatsache, dass der Tonmeister es mit der dreidimensionalen Verschiebung dieses Geräuschs arg übertreibt.
Über eher zweidimensional abbildende Lautsprecher mag es interessant wirken, wenn der Vogel scheinbar immer wieder von rechts nach links und umgekehrt im Zimmer umherfliegt. Obwohl man selbst bei einer Wiedergabe in Mono schnell bemerken wird, dass es sich immer wieder um den gleichen „Loop“, also um eine Aufnahmeschleife handelt.
Über die Extreme 3 abgehört, kommt aber noch die „Vorne-Hinten-Schiene“ dazu. Manchmal scheint der Vogel in greifbarer Entfernung vor einem zu singen und baut damit fast so etwas wie eine Barriere zwischen dem Hörer und der weiter hinten spielenden Musik auf.
Aber spätestens wenn man sich fragt, ob so ein Vogel denn wohl überhaupt in der Lage ist, während des Flugs so zu singen, kommt man schnell zur verneinenden Antwort und das lässt den Tonmeister dann vollends als Spielkind dastehen.
Anders wird es dann mit der Gans (oder ist es eine Ente?). Sie ist zunächst links zu hören und startet dann aus dem Wasser heraus nach rechts schwenkend. Das ist überzeugend echt!
Aber so richtig gut – ja ich weiß, dass man mich gleich zum Spinner erklären wird – richtig gut wird es zum Schluss, wenn die Musik schon aus ist.
Hier wiederholt sich das, was wir vom Vogel her kennen, jetzt aber mit einer dicken Stubenfliege.
Deutlich in jeder 3D-Achse ortbar und mit einer frappierend natürlich wirkenden Raumabbildung, steigt jemand links eine hölzerne Treppe herunter, geht nach rechts herüber und versucht, mit einer Klatsche diesen Brummer zu erlegen, bis er es dann mit einem heftigen Schlag fast genau in der Mitte zwischen den Boxen offensichtlich geschafft hat. Jedenfalls brummt danach nichts mehr.

Was das alles mit Musik zu tun hat?
Nichts und doch sehr viel.
Der Mensch sucht beim Musikhören nach akustischen Hinweisen und Erläuterungen. Er will verstehen was er da hört. Jetzt sind wir es gewohnt, diese Hinweise nicht oder nur unzureichend zu erhalten. Mit einer Extreme wird das wieder anders. Sie stellt die Musik dar als eine Fülle an Informationen. Echte, glaubhafte und deutliche Informationen. Aus einem Orchesterstück bildet sie eine Art Blumenstrauß an Informationen. Von Blüte zu Blüte können wir unsere Sinne wechseln lassen und jede einzeln oder den Strauß als Ganzes genießen.
Denn das erstaunlichste an sich ist tatsächlich, dass die Extreme 3 die Musik mit ihren analytischen Fähigkeiten nicht zerreißt.
Sicher haben Sie es auch schon einmal erlebt, wenn Boxen so „analytisch“ spielten, dass man glauben konnte, jeder Musiker spiele ein anderes Stück oder er befände sich gar in einem anderen Raum.
Bei der Extreme 3 ist das völlig anders. Weil sie jedem Instrument den richtigen Platz zuweist, es in der korrekten Größe abbildet und in der realen Entfernung zu den anderen Instrumenten positioniert. Ortbarkeit und Raumabbildung sind einfach „r-i-c-h-t-i-g“.
Unser Ohr registriert das.
Wir bekommen die Informationen, die wir benötigen, um unsere Fragen beantwortet zu bekommen. Und unser Kopf rekonstruiert den Originalschauplatz, gerade so, als seien wir bei der Aufnahme dabei gewesen.
Und ich will das noch einmal erläutern, weil es so wichtig ist:
Oftmals erhalten wir nur falsche oder viel zu wenig Informationen über den Aufnahmeraum. In der Folge resignieren wir und geben uns damit zufrieden.
Manche Lautsprecher geben uns die gewünschten Informationen. Aber durch winzige Phasenverschiebungen oder sonstige kleinste Konstruktionsfehler werden sie doch minimal verfälscht. Das ist anstrengend für den Hörer, weil das Gehirn hier permanent „Rätsel“ lösen muss, in der Form von: Kann das jetzt echt sein?
Die Extreme 3 bildet das Musikgeschehen (ich ziehe es hier absichtlich erneut auseinander) r-i-c-h-t-i-g  ab.
Unser Gehirn bemerkt das und geht deshalb davon aus, das Original zu hören. Keine Rätsel kein Gefühl der Anstrengung. Unser Gehirn akzeptiert das Gehörte.

Prospekt Progressive Audio Extreme 3 zweite Seite
Progressive Audio Extreme 3 Messefoto Fairaudio

Ich bin in den letzten dreißig Jahren immer wieder mit neuen, erstaunlichen Lautsprechern in Berührung gekommen. Doch die letzte Begegnung ist ziemlich lange her. Heute ist es mal wieder so weit.
Besonders erstaunlich ist dabei, dass die Extreme 3 diese holographische Darstellung hinbekommt, ohne deshalb auf ein Fundament verzichten zu müssen, das wir benötigen, um den Tönen Körper zu verleihen.
Immer wieder ist es doch so, dass wir zwar das eine bekommen, aber nur, weil wir auf das andere verzichten müssen. Von Verzicht ist bei der Extreme 3 in keinem Bereich etwas zu spüren.
Bevor man auch nur auf die Idee kommen kann, „untenrum“ könnte etwas fehlen, serviert sie uns auch die tiefsten Töne in der gleichen Natürlichkeit wie alle anderen Frequenzbereiche auch, eben einfach  r-i-c-h-t-i-g.

Mein Fazit:
Ich war völlig ohne Absichten zu Progressive Audio gefahren, außer einfach mal wieder ein wenig zu quatschen. Und nun? Selbstverständlich habe ich ein Paar für meine Vorführung bestellt.
Gut – das ist jetzt nicht wirklich erwähnenswert – aber eines dagegen schon:
Eigentlich mag ich gar keine weißen Boxen.

Die Extreme 3 – die kommt mir aber nicht anders ins Haus als in weiß!

Und so fahre ich wieder nach Hause mit der Erkenntnis, dass die High-Fidelity auch nach 30 Jahren immer noch wieder ein paar Glanzpunkte zu bieten hat und man auch nach so einer langen Zeit noch wieder etwas dazulernen kann.

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