AUDIOSAUL Historie

AUDIOSAUL Historie

1985 beginnt die AUDIOSAUL Historie.

Gegen das System!

Die 80-er Jahre waren die “fetten Jahre” für den HiFi-Handel. An einen Computer war noch gar nicht zu denken und die CD eroberte die Musikwelt im Sturm. Auch für mich schien es mal wieder an der Zeit zu sein, sich etwas richtig Gutes zuzulegen.

Doch was ist eigentlich richtig gut und was nicht?
Natürlich las ich die Fachzeitschriften – woher sonst sollte man damals seine Informationen bekommen? Doch irgendwie begann ich auch, an der Ehrlichkeit dieser Redaktionen zu zweifeln.
Überhaupt schien die Szene nach einem einfachen Konzept zu funktionieren. 
Hersteller brauchen die Zeitschriften, um bekannt zu werden.
Zeitschriften brauchen die Hersteller, um über etwas schreiben zu können.
Am liebsten schreiben Zeitungen über Hersteller, die teure Werbeanzeigen schalten. (!)
Händler wollen schnellen, einfachen Umsatz machen.
Komponenten, über die die Zeitungen schreiben, lassen sich leichter verkaufen.
Also haben Händler die Produkte auf Lager, über die die Zeitungen schreiben.
Versucht ein Händler mal was anderes einzukaufen, halten die Kunden ihn für dumm.
(“Hat der den letzten Test nicht gelesen?”)
Ein Teufelskreis!

Aus diesem Teufelskreis auszubrechen, konnte nur jemandem gelingen, der vom Umsatz nicht abhängig war. 
Und so reifte die Idee in mir, zuhause in unserem Wohnzimmer (also ohne Kosten für Angestellte und Ladenlokal) auserwählte HiFi-Komponenten anzubieten, die man nicht im “normalen HiFi-Laden” finden konnte.

Das größte Problem dabei war, sich nicht auf irgendwelche Exoten zu stürzen, die zwar interessant waren, aber keine dauerhafte Zufriedenheit bringen konnten.

Am Ende spielte – wie immer im Leben – das Glück dann eine große Rolle und unsere Produktauswahl sollte sich Marke für Marke als echte Glücksgriffe erweisen. (ASR, Audiodata, Mark Levinson, B&W, Proceed, WBT …)

Der nächste Schritt – die Distribution

highend99

Jan Allaerts – Wolfgang Saul – Simon Yorke

Meine persönliche Leidenschaft gehörte dem Plattenspieler. 1987 schon – gelang es uns, den deutschlandweiten Vertrieb für Pluto-Audio-Tonarme (Eduardus Driessen) und Zarathustra Laufwerke (Simon Yorke) zu übernehmen.
Nebenbei schrieb ich eine kleine Hifi-Zeitschrift, den “HiFi-Insel-Kurier”.
Man darf sich das aber jetzt nicht so vorstellen, wie man das heute machen würde. Ich schrieb die Artikel damals noch auf der mechanischen Schreibmaschine!
Ein guter Freund besaß 1987 bereits einen PC, tippte die Texte in ein DOS-Programm ein und versah sie mehr oder weniger mit einem Layout. Er druckte es aus und meine Frau und ich kopierten diese Ausdrucke, sortierten sie und hefteten sie zusammen.
Das verschlang ganze Wochenenden und Nächte.
Mit einer Auflage von mehr als 1.000 Zeitungen im Monat gab ich es dann aber doch lieber an eine Druckerei ab. Dennoch war es anstrengend und ich musste mich entscheiden, ob ich zukünftig meine Zeit im Studio oder an der Schreibmaschine verbringen wollte.
Ich entschied mich für das Studio und stellte die Zeitschrift ein.

Von unserer Wohnung war mittlerweile schon nicht mehr viel als Wohnung zu erkennen. Das ganze Haus war zum HiFi-Studio geworden und so konnte es wohl nicht mehr lange weitergehen.
Um der Familie ihr Zuhause zurück zu geben, mieteten wir uns ein Studio in einem großen Gewerbeobjekt.
Gleichzeitig veranstalteten wir 1988 eine „Performance“, wie Ausstellungen damals eben hießen.

Unsere erste Performance

Ausstellung Joan

Joan M. von Sun Audio, eingerahmt von einem Paar B&W 808 und reichlich Mark Levinson.

Wir mieteten uns einen Teil eines Hotels und stellten unsere Produkte 3 Tage lang dort aus.

Es war einfach unglaublich, wie viele Besucher wir hatten. Vom Öffnen der Türen bis zum Schließen am Abend (zum Teil erst um 23:00 Uhr), herrschte so viel Andrang, dass die Firmenvertreter abends nicht mehr wussten, wo ihnen der Kopf stand.

Bowers & Wilkins (B&W) hatte alles aufgefahren, was man zu bieten hatte. Das Sun Audio-Team lieferte uns fast sein komplettes Equipment der High-End in Frankfurt. Und auch alle anderen Hersteller und Partner fuhren “groß auf”.
Es war einfach toll und die Ausstellung gab unserem Studio einen kräftigen Schub.

Umsatteln?

Michael Rompf

Michael Rompf        (ASR)

Peter Schippers

Peter Schippers (audiodata)

Rolf Gemein

Rolf Gemein   (Symphonic Line)

Thomas Bernhard

Thomas Bernhard     (Sun Audio)

Philipp Krauspenhaar

Philipp Krauspenhaar (Sun Audio)

 

 

 

 

 

 

 

 

1991 waren wir so weit, dass wir ernsthaft darüber nachdachten, hauptberuflich HiFi-Händler zu werden.
Wir zogen mit unserem Studio in ein “richtiges kleines Ladengeschäft” um (siehe Fotos von der Eröffnungsfeier).
Bald darauf übernahmen wir auch den Vertrieb für Jan Allaerts Tonabnehmer und stellten die Tonabnehmer auf den wichtigen HiFi-Messen aus. Allein die Furcht davor, durch den Umstieg auf eine reine Selbständigkeit abhängig zu werden und nicht mehr das vertreiben zu können, was wir vertreiben wollten, hielt mich von dem entscheidenden Schritt ab und so lief AUDIOSAUL als Nebengewerbe weiter.

Die Firmengründung von Progressive Audio im Jahre 1996 durften wir unterstützen und fanden in diesem Hersteller einen Lieferanten von wirklich beeindruckenden Komponenten. So beeindruckend, dass diese Produkte heute immer noch den Schwerpunkt unseres Angebotes darstellen.

Doch das alles konnte nicht verhindern, dass das Thema High-Fidelity in der Gesellschaft auf einmal an Bedeutung verlor.
Die Nachfrage nach Plattenspielern sank praktisch auf Null.
Und irgendwie wollte auch niemand mehr so richtig CDs kaufen.
Der Anspruch an den CD-Spieler sank dadurch ebenfalls und die MP3-Dateien, die sich immer stärker in den Vordergrund spielten, verlangten weder nach guten Verstärkern noch nach guten Lautsprechern.

Die High-Fidelity war nicht mehr angesagt und auch wir konzentrierten uns auf private Entwicklungen.
Unsere Kinder wuchsen heran, studierten, heirateten und wurden selbst zu Eltern. Das alles war sehr spannend und wir hätten es uns nicht verzeihen können, wenn wir das alles nicht mit voller Konzentration miterlebt hätten.

Doch seit 2015 bin ich nun in eine völlig neue Lebensphase eingetreten:  In den beruflichen Ruhestand.
Und ich muss zugeben, daran gedacht zu haben, ich könnte auch die High-Fidelity zur Seite legen.

Champagner 30 Jahre

Und das nur ein paar Monate vor unserem 30-jährigen Firmen-Jubiläum?  Niemals, oder?

 

 

Statt aufzuhören, haben wir das Fahrwerk wieder eingefahren und die Maschine durchgestartet.

Seit September 2015 arbeite ich wieder an unserer neuen Internet-Präsenz und wenn ich so zurückblicke kann ich nur sagen, dass ich verrückt gewesen wäre, wenn ich wirklich aufgehört hätte.

Das Streaming begeistert mich seit 2015 und erfüllt meine sehnlichsten Jugendträume:  Ich kann heute mehr Musik kennenlernen, als ich in meinem Leben überhaupt noch hören kann. 40 Millionen Titel in allerfeinster High-End-Qualität stehen mir mit einem Qobuz-Abo zur Verfügung. Die Hardware-Entwickler übertreffen sich Monat für Monat mit noch besseren, komfortableren Geräten und wer sich dem Streaming öffnet, der hat wieder richtig Freude an der Musik. Und diese Freude treibt ihn dazu, sich endlich mal wieder Gedanken darüber zu machen, welchen Verstärker oder welche Lautsprecher man denn heute braucht, um diese Musikqualität auch genießen zu können.

Und wer dann diesen Testberichten skeptisch gegenüber steht und befürchtet, es könnte sich doch um ein gut geschmiertes System handeln, der stellt sich die Frage, was denn eigentlich wirklich gut ist und was nicht.

Und dabei sollte er sich helfen lassen.
Wir kennen da jemanden, der sich darüber freut, wenn er helfen darf.  🙂

Ich bedanke mich für Ihr Interesse und freue mich auf Ihren Besuch!

Wolfgang Saul

Studio-Info

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