Symmetrische vs unsymmetrische HiFi-Kabel

Symmetrische vs unsymmetrische HiFi-Kabel

Symmetrische vs unsymmetrische HiFi-Kabel

Symmetrische vs unsymmetrische HiFi-Kabel

In meinem Beitrag “Symmetrische vs unsymmetrische HiFi-Kabel” will ich Ihnen die Unterschiede aufzeigen und Sie werden lernen, dass symmetrisch nicht immer das Bessere sein muss.

Wer mit Begriffen wie oberer und unterer Halbwelle oder vertierter und invertierter Eingang etwas anfangen kann, der muss sich das alles sicher nicht von mir erklären lassen, weshalb ich mich – wie fast immer – mit diesem Artikel an die richte, die das alles nicht wissen.

Die HiFi-Welt ist unsymmetrisch

Wir alle kennen das typischste aller HiFi-Kabel, das Cinch-Kabel.

RCA_Digi_Diamond

RCA_Digi_Diamond

Die „RCA“ genannten Stecker besitzen einen mittleren Stift und einen äußeren Ring, also gibt es zwei „Leiter“ oder „Pole“.

 

 

 

 

 

 

 

Diese zwei Leiter benötigen wir, weil sonst Strom nicht fließen kann. Zumindest das wissen wir alle noch aus der Schule. Logischerweise benötigen wir für so einen Stecker auch nur ein Kabel mit zwei Leitern. 

NF-Kabel unsymmetrisch

NF-Kabel unsymmetrisch

Da die Hersteller aber auch gerne ihre Kabel mit einem abschirmenden Geflecht vor HF-Einstreuungen schützen, verwenden viele Entwickler genau diese Abschirmung als zweiten Leiter. Im Kabel finden wir also einen „heißen“ Signal-Leiter und darum herum die Abschirmung, die gleichzeitig der zweite Leiter ist.

Funktionieren tut das alles ziemlich gut – wie es uns die Milliarden im Einsatz befindlichen Kabel täglich beweisen.

Dem HiFi-Freak geht es aber gegen den Strich, dass wir es hier mit zwei völlig unterschiedlichen Leitern zu tun haben. Ein mal gibt es diesen „wohl behüteten“ und von allen Einstreuungen abgeschirmten Innenleiter und ein anderes mal dieses vermeintlich „minderwertige“ Geflecht, was ja für sich nun schutzlos den Einstreuungen ausgeliefert ist.

Aber es gibt noch etwas viel schlimmeres als die Einstreuungen:

… den Potentialausgleich

Dieser Begriff beschreibt das schlimmste Horror-Szenario, was sich ein Musikliebhaber nur vorstellen kann. 😉

Jedes elektronische HiFi-Gerät hat nämlich ein so genanntes „Restpotential“ auf dem Gehäuse. Bei manchen Geräten spüren wir das sogar. Manchmal – wenn wir gleichzeitig noch ein anderes Gerät anfassen, spüren wir es sogar deutlicher als es uns lieb ist.

Dieses „Restpotential“ hat jetzt aber nicht eine feststehende Größe oder Menge, sondern es verändert sich in seiner Stärke mit dem erzeugten Musiksignal.
Verbindet man nun zwei Geräte mit einem Cinchkabel, dann verbindet man über die Abschirmung auch die beiden Massepotentiale der Geräte.
Analog zu Flüssigkeiten in „kommunizierenden Säulen“ versuchen diese Potential-Spannungen nun, sich auszugleichen und die Spannungen in beiden Geräten auf das gleiche Maß zu bringen.

Sie tauschen sich also permanent über die Abschirmung des Cinch-Kabels aus. 

Cinch Stecker RCA

Cinch Stecker RCA

Damit fließen sowohl die Potential-Ausgleichsströme (die wir nicht “hören” wollen) als auch die Signalströme (die wir hören wollen) durch die Abschirmung unsers Cinch-Kabels.
Und genau dies führt zu Klangveränderungen, die wir zwar durch eine gute Masseführung oder andere technische Maßnahmen (z.B. Übertrager) mindern können, die man aber gar nicht erst zulassen muss.

Das bessere Cinch-Kabel ist das XLR-Kabel.

Die Idee hinter einer solchen Verbindung ist also, sowohl für den einen als auch für den anderen Leiter jeweils identische Innenkabel zu verwenden.

Symmetrisches NF-Kabel

Symmetrisches NF-Kabel

Die Abschirmung hat nun mit dem Transport des Musik-Signals rein gar nichts mehr zu tun und wird zu dem, was der Name bereits aussagt: zur Abschirmung.

Hinweis:
Benutzen Sie ein symmetrisches Kabel mit Cinch-Steckern, so ist Vorsicht geboten. Wenn die Abschirmung an beiden Seiten keinen Kontakt zu “Minus” hat, kann sie nicht gut abschirmen. Hat sie an beiden Seiten Kontakt, wird sie wieder zum Leiter, weil ja jetzt die Signale wieder auch durch die Abschirmung hindurch fließen können. Es ist deshalb von großer Bedeutung, die Abschirmung nur an einer Seite (meistens die am Vorverstärker) mit auf “Minus” anzulegen!

Besser ist jedoch, für solch ein Kabel auch einen XLR-Stecker zu verwenden, der eben auch drei Pole aufweist. So bleiben die beiden Signal-Leiter für sich und der dritte Pol übernimmt die Masseführung über die Abschirmung. Hierbei muss die Abschirmung natürlich an beiden Seiten mit “aufgelegt”, also verlötet oder verschraubt werden.

XLR Stecker female

XLR Stecker female

Ein paar Haken gibt es da allerdings.

Zum einen ist die Polung nicht genormt.
Zum Glück wird zwar fast immer der gleiche Pol (1) für die Masse genutzt, aber die anderen beiden werden schon mal gerne von den Herstellern nach Belieben belegt.
Wer zum Beispiel Geräte von Mark Levinson und Bryston miteinander kombinieren will, wird vor diesem Problem stehen.
Funktionieren tut es so oder so – aber die absolute Phase wird dabei gedreht. Die Wirkung ist so, als würden wir an beiden (!!) Lautsprechern die Kabel umpolen (rot/schwarz).
Oft ist das gar nicht zu bemerken, manchmal aber bringt es die audiophile HiFi-Welt wieder in Ordnung..
Einige Geräte haben deshalb auch einen Umschalter für die Phase.
Der Unterschied ist:
Statt zunächst nach vorne zu schwingen, schwingt das Lautsprecherchassis bei gedrehter Phase zunächst nach hinten. In manchen Räumen führt das zu einem besseren Klangergebnis, meistens aber nicht.

Dreht man die Phase bei nur einem Lautsprecher – oder eben in nur einem XLR-Kabel, ist das Klangbild natürlich “außer Phase”. Die Instrumente sind dann überhaupt nicht mehr zu orten, die Stimmen der Sänger verteilen sich im gesamten Bereich zwischen den beiden Boxen.
Aber darüber schreibe ich hier und heute natürlich nicht.

Unsymmetrische Geräte machen den Vorteil zunichte?

Manche (viel zu viele) Hersteller statten ihre unsymmetrischen Geräte mit symmetrischen XLR-Buchsen aus, um ihnen den Anschein von mehr Professionalität zu verleihen.
Öffnet man die Gehäuse, schaut man bei ihnen auf XLR-Buchsen, bei denen die Masse (Pol 1) mit dem „Minus-Pol“ (2 oder 3) einfach zusammengelötet wurde.
Dies führt die Symmetrie an dieser Stelle ad absurdum und ist schlicht und ergreifend Unsinn.
Wir haben zwar den Vorteil der symmetrischen Kabelführung, der klangliche Zugewinn hält sich aber vornehm zurück.
Ganz im Gegenteil – sind wir hier sogar wieder davon abhängig, dass beide Geräte die selbe Polung besitzen. Denn sonst liegt die Masse mal an Plus und mal an Minus an.
… mit nicht vorhersehbaren Folgen, die von einem schlechteren Klang bis hin zu heftigen Brummgeräuschen führen können.

Symmetrische Kabel gehören an symmetrisch aufgebaute Geräte

Eine erheblich aufwändigere Konstruktion ist ein echter symmetrischer Aufbau in den Geräten. Hier kümmert sich dann jeweils ein Teil der Elektronik um die obere und ein anderer um die untere Halbwelle.

Ganz einfach ausgedrückt ist das so wie bei einer Bügelsäge. Abwechselnd zieht da mal der eine und mal der andere Arbeiter an der Säge.
Logischerweise müssen (!) diese beiden Signale nun getrennt voneinander und von der Abschirmung gut behütet zum nächsten symmetrisch aufgebauten Gerät geschickt werden.
Her spielen sich die Vorteile der Symmetrie nun in vollem Umfang aus.
Das Klangbild wird fester, körperhafter, detaillierter und ruhiger. Wir hören fast, wie der Klang „sauberer – reiner“ wird.

Gibt es Alternativen?

Ja, die gibt es.
Man kann zum Beispiel mit Übertragern arbeiten.

Bei einem Übertrager handelt es sich um eine Doppelspule – ähnlich wie bei einem Trafo.
Allerdings wird mit einem Symmetrie-Übertrager keine Spannung erhöht oder gesenkt – wie beim Trafo, sondern es wird lediglich dafür gesorgt, dass die beiden Signale (plus und minus) „übertragen“ werden, aber die Masseverbindung verloren geht. So können wir die reinen Musiksignale wieder an Pol 2 und 3 an die XLR-Buchsen und den Pol 1 getrennt vom Signal an die Masse des Gerätes anlegen.

Wie Sie sicher erkennen können, führt das nun zwar zu einer echten symmetrischen Kabelverbindung, aber ein nicht symmetrisch arbeitendes Gerät wird durch diese Übertrager noch lange nicht zu einer symmetrisch arbeitenden Komponente.

Muss es immer eine symmetrisch aufgebaute Komponente sein?

Theoretisch ja! Der symmetrische Aufbau hat einfach grundsätzliche Vorteile.
Allerdings haben Entwickler auch immer den Verkaufspreis im Auge zu behalten. Manchmal kommen noch technische Herausforderungen wie z.B. eine zu starke Hitzeentwicklung hinzu.
Und manchmal führt es dann zu einem besseren Klangergebnis, wenn man auf den symmetrischen Aufbau verzichtet und das gesamte zur Verfügung stehende Budget lieber in bessere Bauteile investiert.

Fazit:

Bei Berücksichtigung aller (!) Faktoren und auf dem Markt befindlicher Lösungen, kann man einem symmetrischen Kabel also lediglich theoretisch einen Klanggewinn zusprechen.
Damit dieser eben theoretisch zwingend vorhandene Vorteil sich auch tatsächlich in der Praxis bemerkbar machen kann, müssen noch ein paar weitere Faktoren hinzukommen.

Wer jedoch Komponenten mit einem „echten“ symmetrischen Aufbau besitzt – also nicht zusammengelötete Pole und nicht durch Übertrager erzeugte Symmetrien – der sollte unbedingt auch auf symmetrische Kabel zurückgreifen.

Aber bedenken Sie eines:

Ein gutes Cinch-Kabel klingt besser als ein schlechtes XLR-Kabel!
Die Suche nach dem klanglich passenden Kabel sollte  also zunächst unabhängig davon erfolgen, ob es ein Cinch- oder ein XLR-Kabel ist. 

Haben wir dann:

  1. das passende Kabel gefunden
  2. symmetrisch aufgebaute Geräte und
  3. die Möglichkeit, unser Kabel der Wahl auch als XLR-Kabel zu erhalten,

… dann (!!) sollten wir zum symmetrischen Kabel greifen.

Sollte es unser Traumkabel nur unsymmetrisch geben, ist das zwar schade, aber meistens auch kein wirklicher “Beinbruch”.

Der Resonanzkreislauf bei einem Plattenspieler

Der Resonanzkreislauf bei einem Plattenspieler

Der Resonanzkreislauf bei einem Plattenspieler

Der Resonanzkreislauf bei einem Plattenspieler

Selten ist es bei einem Plattenspieler so offensichtlich, dass der Resonanzkreislauf unterbrochen ist, wie bei dem Plattenspieler mit dem schwebenden Teller (Foto oben). 
Doch wie muss eigentlich ein Plattenspieler konstruiert sein, damit er gut klingt?

Hinweis vorab: Der nachfolgende Bericht beschreibt meine persönliche Sichtweise und beruht nicht auf belegten wissenschaftlichen Erkenntnissen. 

Schon in den frühen 1980-er Jahren experimentierte ich mit Laufwerken, Tonarmen und Tonabnehmern und irgendwann glaubte ich, schon beim Anblick eines Plattenspielers seinen Klangcharakter vorhersehen zu können.

Durch den Vergleich zwischen etlichen Plattenspielern stieß ich zunächst darauf, dass es eindeutige Fehler gab, die man bei der Konstruktion eines Laufwerks machen konnte.

So ist es z.B. unverzeihlich, den Tonarm auf einem eigenen Ausleger (Bild links) oder gar auf einem eigenen Standfuß zu montieren.

So wie Strom einen Kreislauf benötigt um fließen zu können, so braucht auch der Plattenspieler einen Resonanzkreislauf, um klingen zu können.

Der Resonanzkreislauf

Lassen Sie mich Ihnen den Resonanzkreislauf genauer beschreiben.
Wenn Sie vorab wissen wollen, was ich damit meinen könnte oder wenn Sie hören möchten, worüber ich hier berichten will, dann lassen Sie doch mal testweise eine Schallplatte laufen, ohne die Musikanlage einzuschalten.
Das ist übrigens auch eine gute Vorgehensweise, um einen Plattenspieler beurteilen zu können, ohne mit ihm Musik gehört zu haben. Probieren Sie das ruhig mal mit verschiedenen Plattenspielern. Sie werden feststellen, dass manche so laut und hektisch tönen, dass man es sich fast sparen kann, die Anlage einzuschalten und bei anderen muss man ganz dicht an das Laufwerk herangehen, um überhaupt etwas hören zu können. Doch wie dem auch sei – es geht genau um diese Resonanzen, die Sie da hören, denn die müssen ja irgendwo hin.

Station 1 – Die Schallplatte

Natürlich muss der Kreislauf mit der Schallplatte beginnen, denn auf ihr befinden sich ja die Informationen. Die Musik (wenn man das so sagen kann) befindet sich als geschnittene (gepresste) Rille auf der Schallplattenoberfläche.

Station 2 – Der Tonabnehmer

Die Rille der Schallplatte bringt die Nadel des Tonabnehmers dazu sich zu bewegen. Da so ein Tonabnehmer Spulen und Magnete in sich trägt, wird durch die Bewegung des Nadelträgers eine Spannung erzeugt, die wir durch das Phonoteil in verwertbare Musiksignale verwandeln lassen.  Diese Bewegungen versetzen aber den Tonabnehmer in Resonanzen – das ist unvermeidlich.

Station 3 – Der Tonarm

Seine Aufgabe ist es, den Tonabnehmer so ruhig und stabil wie möglich exakt über die nach innen wandernde Rille zu führen und dem Nadelträger dabei zu ermöglichen, sich frei bewegen zu können. Eigentlich – eine widersprüchliche Aufgabe, weshalb das Klangergebnis eben auch davon abhängig ist, wie gut Tonabnehmer und Tonarm zusammen passen. Das ist immer dann der Fall, wenn die so genannte Tonarmresonanz bei etwa 10 hz liegt. Zum Berechnen dieser Resonanz gibt es einfache Formeln, die wir uns hier aber mal sparen wollen.

Für den Resonanzkreislauf ist es wichtig, dass der Tonarm seine Resonanzen weiterleiten kann. Manchmal wird genau das aber durch die Konstruktion des Tonarms wirkungsvoll verhindert.
Ein Beispiel dafür sind Tonarme mit Einpunktlagerung. Hierbei liegt der Arm auf einer feinen Stahlspitze und hat kaum die Möglichkeit, seine Resonanzen an die Stahlspitze weiter zu geben. Stärkere Resonanzen verbleiben deshalb im Arm und wirken sich störend auf das folgende Abtastverhalten aus. 
Auch tangential geführten Tonarmen gelingt es schlecht, die Resonanzen weiter zu leiten. Um sich nach innen bewegen zu können, müssen sie in welcher Form auch immer über ein Lager gleiten können. Hierdurch kommt es wieder zu einer Unterbrechung des Resonanzkreislaufs.

Station 4 – Das Subchassis

Die einzige Möglichkeit für den Tonarm seine Resonanzen weiterleiten zu können, ist das Subchassis auf dem er montiert ist.
Genau das ist allerdings manchen Laufwerks-Konstrukteuren ein Dorn im Auge. Statt den Resonanzkreislauf zu nutzen, greifen sie auf Konstruktionen zurück, die ihn bewusst unterbrechen sollen. So sind diese “Ausleger” für den Tonarm sehr beliebt. Statt den Tonarm direkt auf das Chassis oder Subchassis zu montieren, bringt man am Laufwerk einen Ausleger an und montiert den Arm darauf. Während der Ausleger nun möglicherweise viel zu stark resonieren kann, kommt beim Subchassis zu wenig an, um einen Kreislauf aufrecht halten zu können.
Noch riskanter ist es, wenn der Tonarm komplett auf einer externen Basis montiert wird, die zum Subchassis hin überhaupt keinen Kontakt hat. 

Das Plattentellerlager

Dieses muss zwingend im Subchassis montiert sein, wenn es die Resonanzen aufnehmen und weitergeben soll. Konstruktionen, bei denen das Lager durch Schnitte im Subchassis daran gehindert werden, diese Resonanzen aufzunehmen, sind also eher kontraproduktiv. Auch magnetisch gelagerte Lager sind nach meiner Sichtweise unbrauchbar, da sie ganz sicher jegliche Weitergabe der Resonanzen verhindern.

Der Plattenteller

Um den Kreislauf zu schließen, muss er fest mit dem Lager verbunden sein. So kann er den noch verbliebenen Rest der Resonanzen aufnehmen und wieder an die Schallplatte abgeben – wo ja der Kreislauf begonnen hat – um ihn nun endgültig zu schließen. Logischerweise wird an dieser Stelle die Plattentellerauflage noch zu einem wichtigen Element. Ist sie zu weich, wird sie zu einer Unterbrechung. So kann es sein, dass ein perfektes Laufwerk durch die Wahl der falschen Auflage nicht mehr zeigen kann, was an ihm eigentlich hätte toll klingen können.

Fazit:

Die Theorie des Resonanzkreislaufs hat mir immer wieder geholfen, einen Plattenspieler bestmöglich zusammen zu stellen.
Es gibt so viele unterschiedliche Tonarme, Laufwerke, Tonabnehmer …
Theorien und fast schon Philosophien, dass keine andere Komponente so viel Individualität zulässt wie der Plattenspieler.
Man kann Fehler machen und dadurch glückliche Zufälle produzieren.
Man kann alles richtig machen und dann nicht verstehen, wieso es trotzdem nicht klingt.

Am Ende gibt es nur ein Ziel:  Wir müssen mit dem Ergebnis glücklich sein.
Und da entdecken wir dann wohl noch eine starke Verwandtschaft zum Wein.
Es sind nicht immer die besten Weine, die wir am liebsten trinken.

Wir sollten aber die Weine trinken, die uns am besten schmecken und nicht die mit den meisten Punkten – von wem auch immer.

Zarathustra S4 und Pluto Audio 7A Prestige – Revision Teil 2

Zarathustra S4 und Pluto Audio 7A Prestige – Revision Teil 2

Zarathustra S4 und Pluto Audio 7A Prestige – Revision Teil 2

Zarathustra S4 und Pluto Audio 7A Prestige – Revision Teil 2

Im Teil 1 dieses Berichts lesen Sie, wie man an einem Zarathustra S4 eine Revision durchführt. (Hier klicken)

Der Pluto Audio 7A Prestige

Der 7A Prestige ist noch ein Ur-Pluto-Audio-Tonarm, wie er in seiner Grundidee zu sein hat.
Das Tonarmrohr ist aus purem Titan und in Handarbeit aus dem Vollen gedreht. Das ist der Grund, weshalb er sich aus drei kurzen, kaskadierenden Rohren zusammensetzt.
Titan zu bearbeiten ist immer eine heikle Angelegenheit. Wird es zu heiß, brennt es einfach ab. 

Die Experimente von Eduardus Driessen aus dem niederländischen Hengelo mit fix-und-fertig gelieferten Titanrohren, verliefen bei Betrachtung der klanglichen Aspekte extrem ernüchternd, weshalb sich ihm am Ende kein anderer Ausweg bot, als bei den handgefertigten Rohren zu bleiben und sich dem Verarbeitungsrisiko Arm für Arm zu stellen.

Klanglich zeichnen sich seine Tonarme vor allem durch das völlige Fehlen eigener Klangbeigaben aus.
Tonarme klingen üblicherweise nach dem verwendeten Material, nach dem Lagertyp, nach der Konstruktionsweise …
Genau deshalb haben ihre Entwickler ja meistens auch die Konstruktionen ganz bewusst so gewählt.

Wer jahrelang verschiedene Tonarme montiert und Tonabnehmer justiert hat, der ahnt meistens schon vor dem Aufbau, was ihn gleich für ein Klangbild erwarten wird. Und meistens liegt er damit auch ziemlich dicht an der Wahrheit.
Man könnte also sagen, dass sich ein Analog-Händler in einer ähnlichen Situation befindet wie ein Wein-Händler.
Die Kunden suchen zwar immer nach “dem besten Wein” – den aber, kann es gar nicht geben.
Kompliziert wird das alles dadurch, dass es einerseits den Aspekt des persönlichen Geschmacks und andererseits aber dennoch echte Qualitätsunterschiede gibt und man nicht immer sagen kann, wo das eine anfängt und das andere aufhört.

Gehen wir an die Arbeit und zerlegen wir unseren 7A Prestige in seine Einzelteile.

Pluto Audio 7A Prestige demontiert
Pluto Audio 7A Prestige Anbauteile

Anbauteile im Bereich des Lagers

Im Bereich des Lagers finden wir das Gegengewicht, das wir mit zwei Fixierschrauben sichern können.

Alles andere ist Bestandteil der Anti-Skating-Vorrichtung.

Pluto Audio 7A Prestige Detailansicht Gegengewicht

Gegengewicht

Wir sehen eine Detailansicht des Gegengewichts. Bevor wir es nach hinten abziehen können, müssen wir sicherstellen, dass wir die beiden Fixierschrauben ausreichend gelöst haben.

Pluto Audio 7A Prestige Detailansicht Ausleger zur Befestigung des Antiskatinggewichts

Pluto Audio 7A Prestige Detailansicht Ausleger zur Befestigung des Antiskatinggewichts

An diesem Ausleger wird das Antiskatinggewicht befestigt.

Pluto Audio 7A Prestige Detailansicht Umlenkung der Antiskatingschnur

Umlenkung der Antiskatingschnur

Das Bild zeigt die Vorrichtung zur Umlenkung der Antiskating-Schnur.

Pluto Audio 7A Prestige ohne Anbauten und Fuß

Pluto Audio 7A Prestige ohne Anbauten und Fuß

Haben wir den Tonabnehmer und alle Anbauten entfernt, können wir die Justageschraube für den Tonarm im Fußbereich lösen und den Arm nach oben herausnehmen.

Pluto Audio 7A Prestige Fußplatte

Pluto Audio 7A Prestige Fußplatte

Die SME-kompatible Fußplatte trägt den Ausleger für den Lift und die Tonarmhalterung (Ruhestellung)

Pluto Audio 7A Prestige Fußplatte ohne Ausleger

Pluto Audio 7A Prestige Fußplatte ohne Ausleger

Nach dem Entfernen aller Anbauteile bleibt nur noch die SME-kompatble Fußplatte übrig.

Pluto Audio 7A Prestige Fußplatte von unten

Pluto Audio 7A Prestige Fußplatte von unten

Eine enorme Erleichterung der Montage wie auch der Demontage wird durch diese beiden Stege erreicht. So ist es überflüssig unterhalb des Tonarmes irgendwelche Muttern festhalten zu müssen. Zum Befestigen und zum Lösen braucht man lediglich den passenden Innensechskantschlüssel. Außerdem wird durch die Stege verhindert, dass sich zu kleine Muttern in das weiche Holz ziehen und das Subchassis beschädigen.

Pluto Audio 7A Prestige Ausleger für den Lift

Pluto Audio 7A Prestige Ausleger für den Lift

An keiner Stelle wird hier mit Material gegeizt und das aus gutem Grund. Jede zu dünne Platte, die beim Abtasten einer Schallplatte in Resonanzen versetzt werden kann, wird das Klangbild deutlich verschlechtern.

Pluto Audio 7A Prestige Ausleger für die Tonarmhalterung

Pluto Audio 7A Prestige Ausleger für die Tonarmhalterung

Beim 7A Prestige arbeitet Pluto Audio im Bereich der Tonarmhalterung (Ruhestellung) mit einer Zwischenetage. Sie sorgt dafür, dass wir einen 7A Prestige praktisch auf jeden Plattenspieler dieser Erde montieren können. Passt nicht – gibt’s nicht!

Pluto Audio 7A Prestige Tonabnehmer-Kabelschuhe an Deskadel Goldkabel

Pluto Audio 7A Prestige Tonabnehmer-Kabelschuhe an Deskadel Goldkabel

Diese Kabelschuhe wurden von einem Goldschmied an die Deskadel Goldverkabelung geschmiedet.
Das Deskadel-Kabel hat nicht nur einen “goldigen” Namen, sondern es besteht tatsächlich aus diesem edlen Material.
Lange hat Deskadel gebraucht, um dieses Kabel aus purem Gold zu entwickeln. So eine Innenverkabelung muss ja robust genug sein, um im Lagerbereich täglich bewegt werden zu können. Und das ist nun einmal bei Gold sehr schwierig. Wer aber dieses Ergebnis des belgischen Kabelherstellers einmal klanglich erleben durfte, der weiß, wovon er ab sofort träumen kann.

Pluto Audio 7A Prestige Deskadel Goldkabel

Pluto Audio 7A Prestige Deskadel Goldkabel

Hier sehen wir, wie das Deskadel Goldkabel im Bereich des Lagers im Tonarmfuß verschwindet, um dort an die Tiffany-Buchse geschmiedet zu werden.

Pluto Audio 7A Prestige Headshell

Pluto Audio 7A Prestige Headshell

Gut zu erkennen ist die massive Ausführung der Pluto Audio Headshell mit den Aussparungen für wirklich jeden edlen Tonabnehmer dieses Erdballs.

Reinigung und Aufarbeitung

Ist der Pluto Audio 7A Prestige komplett zerlegt, können wir uns an die Aufarbeitung und Reinigung der einzelnen Bauteile begeben. Hierzu muss man folgendes bedenken:
Die klangbedeutenden Bauteile sind aus massivem Titan gefertigt. Diese Bauteile wurden nicht behandelt, also nicht verchromt, auch wenn es so aussieht, sondern in Handarbeit poliert. 
Sind an Ihnen Gebrauchsspuren zu erkennen, kann man sie selber herauspolieren oder den Tonarm an den Hersteller übergeben, der dann alle Teile wieder in einen neuwertigen Zustand versetzt.

Ist das nicht erforderlich, reicht es völlig, alle Teile mit einem weichen Tuch abzureiben.

Ratsam ist es dabei dünne Baumwollhandschuhe zu tragen, denn sonst wird das alles zu einer Sisyphosarbeit. Nicht vollständig beseitigter Schweiß wird schnell wieder für eine unansehnliche Oberfläche sorgen.

Montage

Ein Pluto Audio 7A Prestige wurde dafür geschaffen, auf jeden nur erdenklichen Plattenspieler montiert werden zu können. Unterschiedlich hohe Plattenteller oder andere Dinge, mit denen Standard-Arme nicht klar kommen, stellen einen Pluto Audio 7A Prestige kaum vor eine größere Aufgabe.
Ist man ein Eigner eines extremen Laufwerks, kennt Eduardus Driessen ganz sicher eine Lösung. Das ist eben der unschätzbare Vorteil eines Produktes, das tatsächlich in reiner Handarbeit produziert wird.

Erster Schritt – Die Fußplatte

Eddy hat darauf geachtet, eine SME-kompatible Fußplatte zu entwickeln. Ist ihnen das Glück hold und haben Sie die Möglichkeit, von einem SME-Serien-Arm auf einen Pluto-Audio-Tonarm aufsteigen zu können, so brauchen Sie sich keine Sorgen darüber zu machen, dass der 7A Prestige nicht montiert werden kann.

So bereitet es mir auch hier keine Probleme, den Pluto-Arm auf das S4 zu montieren. Sowohl der Abstand zwischen Plattentellermitte und Tonarmlager-Mitte (223mm) als auch der Winkel, mit dem das Langloch gebohrt worden sind, passt ideal.

Zweiter Schritt – Der Ausleger für den Lift und die Tonarmhalterung

Um diesen Ausleger korrekt ausrichten und fixieren zu können, müssen wir den Tonarm in den Fuß einstecken, provisorisch ausrichten, Lift und Halterung einstellen und dann den Arm wieder entfernen, um das komplette Gebilde ordentlich festziehen zu können. Zu diesem Zeitpunkt ist es also ratsam, den Tonarm noch nicht zu fest zu montieren.

Sind wir mit der Ausrichtung der Anbauteile zufrieden, ziehen wir den Arm noch einmal aus dem Fuß heraus und befestigen die Anbauteile im Bereich des Tonarmlagers. 

Dritter Schritt – Die Anbauteile für das Antiskatinggewicht

Zunächst schrauben wir den Bügel für die Schlaufe des Antiskatinggewichts an den Arm (siehe Beitragsfoto ganz oben).
Dann folgt die Vorrichtung für die Umlenkung des Fadens.
Den Zylinder mit dem Teflon-Innenteil schrauben wir vom Bügel ab. Dann stecken wir den ersten kleinen Kunststoffring, die Schlaufe des Antiskatinggewichts und den zweiten Kunststoffring auf den Bügel. Zum Schluss schrauben wir den Zylinder wieder auf den Bügel. Er soll mit seinem Gewicht für eine Bedämpfung der Resonanzen im Bügel sorgen.

Gegengewicht

Nun stecken wir das Gegengewicht auf das hintere Ende des Tonarmrohres. Die Fixierschrauben sollten wir nur leicht anziehen- so dass wir das Gewicht noch so eben verschieben können. Wenn wir es wollen, können wir nach vollständiger Justage die Schrauben etwas fester anziehen, damit das Gegengewicht nicht aus Versehen verrutschen kann

Tonabnehmer

Montieren Sie nach Belieben entweder jetzt schon den Tonabnehmer oder erst, wenn der Tonarm in der Fußplatte montiert ist.

Die Justage des Tonabnehmers folgt auch bei einem Pluto-Audio-Tonarmen den Gesetzen der Physik und Geometrie.
Einzustellen sind in dieser Reihenfolge:

  • Auflagekraft
  • Tonarmhöhe
  • Kröpfung
  • Überhang
  • Antiskating

Einen ausführlichen Bericht zur Tonabnehmer-Justage finden Sie hier:

Die Tonabnehmer-Justage

Ist der Tonabnehmer komplett justiert, wird sich in der Regel auch die Tonarmhöhe noch einmal leicht verändert haben. Wir schrauben deshalb jetzt den Arm gut fest und begeben uns noch einmal an die Ausrichtung des Lifts und der Tonarmhalterung.

Der Lift

Der Lift wird mit einer kleinen Schraube seitlich fixiert und kann nach Bedarf nach oben oder unten verschoben werden. Reicht der Weg beim besten Willen nicht aus, kann man sich beim Hersteller einen passenden Liftausleger anfertigen lassen.
Der milchige Schlauch um den Ausleger sorgt dafür, dass sich der Tonarm auch bei Tonabnehmern mit einer extrem kleinen Auflagekraft beim Absenken nicht nach außen wegdreht. (Stichwort: Wandernder Tonarm) Das Antiskatinggewicht zieht ja den Arm ein kleinwenig nach außen, solange die Skatingkraft noch nicht wirken kann. Durch diesen Schlauch können wir aber den Arm recht gut genau dort absenken, wo wir ihn hinhaben wollen, ohne dass er beim Absenken nach außen wandert.

Die Tonarmhalterung

Sie soll den Tonarm in der Ruhestellung ganz leicht einklemmen. Um sie auszurichten, heben wir den Lift an und schieben den Arm auf dem Lift-Ausleger liegend nach rechts in Richtung Halterung. Dort muss der Arm ohne ihn anzuheben in die Halterung hineingleiten. Dadurch, dass der milchige Schlauch, der auf den Liftausleger gezogen ist, genau dann endet, wenn der Arm in der Halterung anstößt, sackt dieser hier eine Winzigkeit ab und klemmt sich somit fest.

Fertig!

Nun müssen wir nur noch das Tonarmkabel von unten in die Tiffany-Buchse einstecken und können uns auf schöne analoge Stunden mit außergewöhnlich guter Musikwiedergabe freuen. 

Ich hoffe, Ihnen hat der Bericht Spaß gemacht. Sollten Sie das hier beschriebene Laufwerk einmal hören wollen, so vereinbaren Sie doch einfach einen Termin mit uns. Auch für alle anderen Fragen rund um das Thema Analog stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Zarathustra S4 und Pluto Audio 7A Prestige – Revision Teil 1

Zarathustra S4 und Pluto Audio 7A Prestige – Revision Teil 1

Zarathustra S4 und Pluto Audio 7A Prestige – Revision Teil 1

Zarathustra S4 und Pluto Audio 7A Prestige – Revision Teil 1

Sie haben weder ein Zarathustra-Laufwerk noch einen Pluto-Audio-Tonarm?
Macht nichts!  Lesen Sie doch einfach trotzdem weiter und erfahren Sie ein wenig mehr über die vielen Aspekte, die es bei der Entwicklung eines Laufwerks oder eines Tonarms zu bedenken gibt.

Wenn man sich so manche Plattenspieler anschaut, meint man ja schnell, sie seien in wenigen Minuten montiert und spielbereit. Aber  stimmt das auch? Lesen Sie weiter und beurteilen Sie dann selbst.

In diesem ersten Teil geht es um das Laufwerk S4 von Zarathustra.

Zum zweiten Teil des Berichts, in dem es dann um den Tonarm Pluto Audio 7A Prestige geht, klicken Sie auf diesen Link.

Meine beiden hier gezeigten Komponenten stammen aus dem Jahr 1988 und hatten schon seit langem mal wieder eine Überprüfung nötig. Da sich ein Kunde für den Kauf der Objekte interessierte, beschloss ich, mir mal einen ganzen Tag dafür frei zu nehmen und die nächste gründliche Revision in Wort und Bild festzuhalten.
Nach der Demontage des Tonarmes sah es dann zunächst einmal so aus:

Pluto Audio 7A Prestige - demontiert
Zarathustra S4 und Pluto Audio 7A Prestige vor der Revision
Zarathustra S5

Ein paar Worte über dieses Laufwerk

Bei meinem S4-Laufwerk handelt es sich tatsächlich um den allerersten S4-Plattenspieler, den Simon Yorke jemals gebaut hat. Es ist ein  Vorserienmodell, das dann aber genau so in die Serie ging.
Und das alles kam so:
1987 besuchten mich Eduardus Driessen von Pluto Audio und Simon Yorke von Zarathustra. 
Mark Levinson hatte sich das S5-Laufwerk ausgesucht, um es unter dem Namen Cello zu vermarkten. Cello, so hieß die damalige Marke, die Mark Levinson zusammen mit Tom Colangelo gegründet hatte.

Mark gefiel es nicht, dass der Zarathustra eine matte Oberfläche hatte und der Pluto-Tonarm, den er ebenfalls bei seinen Cello-Plattenspielern verwenden wollte, aus glänzend poliertem Titan bestand. Er bat daher beide Entwickler, gemeinsam einen Weg zu finden, das optisch besser aufeinander abzustimmen.

Simon besuchte deshalb Eddy in Hengelo (NL) und beide machten sich auf den Weg zu mir, da ich 1986 die Distribution für Pluto Audio übernommen hatte. Sie wollten mich davon überzeugen, dass ich meine Tätigkeit auch unbedingt auf Simons Produkte ausdehnen müsste.

Natürlich fühlte ich mich geschmeichelt und hätte gerne den Vertrieb übernommen, aber eine Marke zu vertreiben, die lediglich ein einziges Laufwerk zum Preis von weit über 10.000,- DM produzierte (das Cello sollte sogar 16.000,- DM kosten), war nicht besonders reizvoll und ich fragte Simon, ob er nicht auch ein günstigeres Laufwerk konstruieren kann.
Das lehnte Simon entrüstet ab und meinte, dass er entweder das beste Laufwerk der Welt bauen wollte oder gar keins.
Ich legte Argumente nach und schilderte ihm meine Sichtweise:

“Das S5 hat ein schweres und zerbrechliches Glasgehäuse.
Das S5 hat eine schwere und fast ebenso zerbrechliche Schieferplatte.
Das S5 hat ein großes und teures Netzteil.
Solche Teile kann man doch zunächst weglassen und dann als optionales Zubehör zum Aufrüsten anbieten!”

Mit diesen Aussagen hatte ich wohl Simons Interesse geweckt und er versprach zumindest mal darüber nachzudenken.

Einige Wochen später bekam ich überraschend Post von ihm. Ein ziemlich großes und schweres Paket. In dem Karton befand sich das S4- Laufwerk, was Sie hier auf den Bildern in diesem Bericht sehen können.
Ich war auf der Stelle begeistert, montierte einen Pluto Audio Tonarm, probierte ein paar gute Tonabnehmer … und bestellte sofort ein halbes Dutzend dieser Laufwerke.

Das S4 verkaufte sich außerordentlich gut und schon 1989 erreichte mich ein Glückwunschschreiben von Simon mit einem Zertifikat. Darin bescheinigte er mir, dass nirgendwo auf der Welt mehr Zarathustra-Laufwerke verkauft worden sind als in Deutschland.

Woran lag das?

Es war dieses Design, diese konsequente Konzentration auf das Wesentliche und das Weglassen aller Dinge, die überflüssig waren und daher nur von der eigentlichen Aufgabe eines Plattenspielers ablenkten. Der Name “Zarathustra” war für Simon nicht nur ein Name, er war Programm. Eine Lebenseinstellung.

Weiterer Werdegang der Marke Zarathustra

Leider entwickelte sich Simons privates Leben in den folgenden Jahren nicht positiv und der finanzielle Druck stieg. Ich übergab deshalb die Distribution an einen Interessenten mit größerem Budget als er mir zur Verfügung stand. Allerdings ging der Plan nicht auf.
Kurz danach verschwand Simon und lebte eine Weile in Indien.

Den Markennamen Zarathustra und das Design des S4 hatte mein Nachfolger Simon abgerungen. Als Simon nach Europa zurückkehrte, blieb ihm nichts anderes übrig, als seine nachfolgenden Laufwerke einfach “Simon Yorke” zu benennen und mit einem neuen Design zu versehen.

Zarathustra S4 Lagerachse

Demontage des Laufwerks.

Haben wir den Tonarm vom S4 demontiert, entfernen wir den Antriebsriemen und heben den Plattenteller ab.

Doch Vorsicht!!!
Der Plattenteller klemmt dabei nämlich leicht die Lagerachse fest und dann zieht man sie mit nach oben, was gefährlich werden kann. 
Im Lager herrscht dann nämlich ein ansteigender Unterdruck. Irgendwann wird der Unterdruck so stark, dass die Achse aus dem Plattenteller rutscht und wie ein Bolzen beim Gewehr dafür sorgt, dass die beiden Lagerkugeln aufeinander prallen. Möglicherweise überleben sie das (die Kugeln), aber wahrscheinlich ist, dass sie Beschädigungen im Kontaktbereich davon tragen, die den sauberen Lauf von da an stören.

Also besser:
Holen Sie sich Hilfe. Heben Sie den Plattenteller (fast 15 kg!) so waagerecht wie möglich an, ohne ihn zu verkannten. Lassen Sie die zweite Person auf die Mittelachse drücken, damit die unten bleibt. 

Zur Plattentellerauflage

Einen nicht geringen Teil seines klanglichen Erfolges hatten die ersten Zarathustra-Laufwerke der Record-Interface-Matte zu verdanken, die fest mit dem Plattenteller verklebt wurde. Die Produktion dieser Auflage wurde Ende der 1980-er eingestellt, nachdem alle Welt nur noch CD-Player kaufte. Es folgte eine lange Phase des Experimentierens. Alle nachfolgenden Auflagen hatten ihre Vor- und Nachteile und man konnte mit ihnen die Stimmung der Musik beeinflussen. An die Neutralität und klangliche Bandbreite der Record-Interface-Matte kam jedoch keine andere Auflage heran.

Es geht weiter.

Ist der Plattenteller entfernt und liegt er auf einer weichen Unterlage, kann man nun die Lagerachse mit leichten Drehbewegungen langsam (!) aus dem Lager heben.

 

Zarathustra S4 demontiertes Lager
Zarathustra S4 Teflonfläche

Hinweis:
Geht das sehr leicht oder gibt es bei Ihnen gar keinen Unterdruck im Lager, dann stimmt was nicht mit dem Lager. Im besten Fall hatten Sie einfach nur zu wenig Öl im Lager. Dann muss man hoffen, dass es nicht all zu lange trocken gelaufen ist und die Achse keinen Schaden genommen hat.

Kommen Sie aber bitte nicht auf die Idee, die Achse schleifen und polieren zu lassen. Dadurch würde sie zu dünn werden. Der Durchmesser der Achse ist genau berechnet und darf nicht kleiner werden.

Im Lager wurden gelöcherte Teflonflächen eingeklebt (im Bild in gelb zu sehen). In diesen Löchern muss sich Öl sammeln können. Durch die Drehbewegung beim Spielen zieht die Achse (Stichwort: Oberflächenspannung) fortlaufend Öl mit sich und dieser Ölfilm liegt dann zwischen Achse und der Teflonschicht.
So muss es sein – aber dazu später noch mehr.

Zarathustra Lagerschlüssel

Lager demontieren

Um das Lager ausbauen zu können ohne den Gewindering zu beschädigen, benötigen Sie Spezialwerkzeug wie es auf dem Bild zu sehen ist. Ist das nicht vorhanden, suchen Sie sich zwei kurze Metallstäbe oder Schrauben, die genau in die beiden Löcher des Gewinderings passen. Sind sie zu dünn, dann stellen sie sich nur schräg und Sie können beim Aufdrehen abrutschen und sich verletzen. Nun legen Sie einen langen Gegenstand wie z.B. einen Kochlöffel zwischen die beiden kurzen Stäbe, benutzen ihn als Hebel und drehen den Gewindering ab. Danach kann man das Lager nach unten entfernen.

Zarathustra S4 Tonarm-Gegengewicht

Ausgleichsgewicht demontieren

Mit einem passenden Innensechskantschlüssel schrauben wir jetzt das Tonarm-Ausgleichsgewicht ab. Dieses ist grundsätzlich ausgelegt für mittelschwere bis schwere Tonarme. Sollten Sie einen leichten Tonarm verwenden wollen, brauchen Sie sich aber auch keine Sorgen zu machen. Das funktioniert auch mit dem gleichen Gewicht. Eventuell werden Sie später nur an dem Fuß vorne links ein paar Distanzscheiben mehr unterlegen müssen.

Tipp:
Wollen Sie das volle Klangpotential eines Zarathustra-Laufwerks ausschöpfen, sollten Sie bei einem schweren oder mittelschweren Arm bleiben. Ein Zarathustra kann durch eine fulminante, abgrundtiefe und rabenschwarze Basswiedergabe überzeugen, ohne sich dabei im Hochtonbereich limitierend auszuwirken. Eine übertrieben analog wirkende Wiedergabe mit “Hamilton-Effekten” ist nicht sein Ding. 

Zarathustra S4 Terminals

Terminals demontieren

Nun brauchen wir einen kleinen langen Innensechskantschlüssel, um von unten die Befestigungsschrauben der Terminals lösen zu können. Sind sie gelöst, lassen sich die Terminals einfach von den Achsen abziehen.

Zarathustra S4 Subchassis mit demontierten Terminals

Kontrolle des Subchassis

Nun sind alle Bauteile vom Subchassis entfernt die wir abbauen können. Die drei seitlich aus dem Chassis ragenden Stangen sollten wir auf keinen Fall entfernen, sondern lediglich daraufhin überprüfen, ob sie auch noch wirklich fest im Chassis stecken oder ob sie wackeln.
Haben wir uns von ihrem festen Sitz überzeugt, können wir uns mit der Reinigung und der nachfolgenden Montage des Laufwerks befassen.

Baby-Öl zur Reinigung und Pflege

Womit sollte ich die Teile reinigen?

Eigentlich reicht es aus den Staub abzuwischen. Hat sich Nikotin oder anderes auf der Oberfläche abgesetzt, verwende ich zur Reinigung und zur Pflege der Oberflächen handelsübliches Babyöl. Einfach deshalb, weil man die glasgestrahlten Oberflächen damit wunderbar sauber bekommt und das Öl nebenbei auch noch angenehm riecht.

Zarathustra Original Subchassis-Oberfläche

Das Subchassis …

besteht aus mehreren Schichten Zitronenholz.

Was hier jetzt fast nach Voodoo klingt und manche mögen sich auch schon wieder vorstellen, dass es sich dabei um speziell geweihte Bäume handelt, die von Jungfrauen in einer Vollmondnacht … ach lassen wir das.
Dieses Zitronenholz ist nicht wirklich etwas besonderes – wir können es am besten mit gewöhnlichem Sperrholz vergleichen. Wichtig für das Klang-Ergebnis ist nur, dass die Oberfläche gebeizt und nicht gespachtelt und lackiert wurde.

Sicher – so ein offenporig gebeiztes Chassis wirkt optisch nicht sonderlich edel. Man kann schon verstehen, dass designorientierte Mitmenschen den Wunsch verspürt haben, die Oberfläche mit einem deckenden Metallic-Lack zu versehen. Klanglich jedoch kommt das einer Manipulation, manchmal sogar einer Zerstörung gleich.

Das größte Problem besteht darin, dass Sie bei den lackierten Chassis nicht herausfinden können was Sie da genau besitzen, ohne es zu beschädigen. Was verbirgt sich also hinter dieser schönen Fassade? Ist es ein noch soeben gut klingendes Subchassis oder ist es völlig indiskutabel?
Nun gut – dieses Subchassis hier ist ein Original wie sich das gehört. Zur Reinigung und Pflege wische ich es ebenfalls mit ein paar Tropfen Baby-Öl sauber und mit einem neuen Lappen wieder trocken.

Zarathustra S4 Dreieck Bestandteile

Metallteile reinigen

Bei den Metallteilen handelt es sich überwiegend um Edelstahl, der glasgestrahlt wurde. Das kann nicht rosten und das sieht gut aus. Wenn Sie doch so etwas wie Rostflecken entdecken, dann handelt es sich dabei um Flüssigkeiten, die auf dem Stahl getrocknet sind. Auch die lassen sich mit dem Baby-Öl einfach wegwischen.

Zarathustra S4 Lager

Das alte Öl aus dem Lager entfernen.

Hierzu verwenden wir einfach Papier-Küchentücher. Drehen Sie eine Ecke zu einer Rolle und schieben Sie das Papier drehend in das Lager. Beim ersten mal wird es sich ziemlich stark voll Öl saugen und Sie werden erschreckt darüber sein, wie schmutzig das ist.
Nach und nach werden die Küchentücher aber immer sauberer das Lager verlassen.

Die untere Lagerkugel begutachten.

Drehen Sie das Lager um und prüfen Sie, ob die Kugel heraus fällt oder ob sie sich mit einer langen Pinzette lösen lässt. Wenn ja, holen Sie sie heraus und prüfen Sie die Kugel auf plattgeschliffene Stellen. Ansonsten leuchten Sie mit einer Taschenlampe in das Lager und versuchen Sie auf diesem Weg die Kugel zu begutachten. Haben Sie den Verdacht, dass die untere Kugel nicht mehr in Ordnung ist, geben Sie mit einem Schraubenzieher und einem kleinen Hämmerchen ein-zwei kurze, harte Schläge auf die Kugel. Dabei muss sie sich lösen und Sie können sie herausnehmen.

Sollte die Kugel tatsächlich eine plattgeschliffene Stelle haben und Sie keinen Ersatz beschaffen können, dann achten Sie einfach beim Einsetzen darauf, dass die platte Stelle nicht wieder genau oben zu liegen kommt.

Wer sicher gehen will, dass die Kugel sich später nicht verschieben oder verdrehen kann, der kann jetzt einen winzigen (!!) Tropfen Superkleber auf die Kugel geben und sie damit unten im Lager verkleben. Dazu benötigen Sie eine lange Pinzette, die bis hinunter in das Lager reicht.

Zarathustra S4 Lagerkugel an der Lagerachse

Die Kugel an der Achse prüfen

Ist sie in Ordnung, prüfen und reinigen wir die Achse selbst mit Autosol oder ähnlichem.
(Aber unbedingt hinterher mit Babyöl sämtliche Autosol-Rückstände entfernen!!!)

Die Achse selbst darf leichte Riefen aufweisen. Die kommen davon, dass die Achse in der gelöcherten Teflonschicht läuft und mit der Zeit selbst bei bester Ölung einfach ein paar „Laufspuren“ entstehen. Das ist in der Regel ohne Bedeutung. So lange Sie die Riefen nicht deutlich mit dem Finger spüren können brauchen Sie sich nicht zu sorgen.

Hinweis:
Füllen Sie jetzt noch nicht wieder das Öl in das Lager, das kommt erst viel später!

Zarathustra S4 Anziehen des Lagers

Die Montage

Wir beginnen die Montage damit, das Lager ohne Achse und ohne Öl in des Subchassis zu schrauben. Ohne Öl deshalb, weil wir das Subchassis noch mehrmals kopfüber halten müssen und das Öl dann immer wieder herauslaufen würde.
Legen Sie die große Unterlegscheibe über das Gewinde und drehen Sie dann den Gewindering fest. Benutzen Sie dazu das Spezialwerkzeug oder wie oben beschrieben den Kochlöffel und die beiden kurzen Stangen/Schrauben.

Ziehen Sie den Ring ruhig ordentlich fest, denn es klemmt das Holzchassis ein und dieses Material arbeitet je nach Temperatur und Luftfeuchtigkeit. “Ordentlich fest” ist gut. Auf gar keinen Fall darf das Lager wackeln oder durchrutschen wenn Sie versuchen, es mit der Hand zu drehen. Das Lager muss mit dem Chassis zu einer Resonanz-Einheit verschmelzen – das ist ganz wichtig für den Resonanz-Kreislauf – dazu später mehr.

Zarathustra S4 Montage Terminal 1
Zarathustra S4 Montage Terminal 2
Zarathustra S4 Montage Terminal 3
Zarathustra S4 Terminalbefestigung

Nun legen wir das Subchassis mit der Oberseite nach unten auf den Tisch und stecken die drei Terminals so auf die drei Achsen, dass wir an die Innensechskantschrauben heran kommen.
Welches Terminal Sie auf welche Achse schieben, ist dabei vollkommen egal – sie sind alle gleich.

Extrem wichtig ist allerdings der richtige Abstand zum Lager. Hierzu benutzen wir das zweite Spezialwerkzeug von Simon Yorke – eine Holzschablone, die man sich auch selber erstellen kann.
Wir beginnen mit einem Terminal und machen nach Belieben weiter – eine festgelegte Reihenfolge gibt es nicht.

Der korrekte Abstand zwischen Lager und Terminal ist für den Klang des Laufwerks von entscheidender Bedeutung.

Stimmt der Abstand dieser Terminals zum Lager hin, ergibt sich ein ausgeklügeltes Schwingverhalten der gesamten Konstruktion. Das Gewicht vom Plattenteller hat sich nicht einfach „so ergeben“ und bei den gewählten Federn hat man nicht etwa einfach genommen „was da war“. Alles ist Teil einer komplizierten Berechnung, die schon optisch wunderbar funktioniert.

Wer bei einem korrekt montierten Zarathustra nämlich leicht (!) auf die Mittelachse des Lagers drückt, der kann beobachten, wie die gesamte Subchassis-Konstruktion „pumpt“ als würde das Subchassis an Stangen geführt. Da wackelt nichts hin und her, da verdreht sich nichts und da taumelt auch nichts.

Der Takt in dem das Chassis pumpt liegt bei exakt 3,2 Hz. Auch dieser Wert ist das Ergebnis einer speziellen Formel, mit der Simon Yorke es verhindern wollte, dass die Resonanz des Eigenschwingverhaltens sich auf das Klangergebnis auswirken kann.

Die Idee geht aber eben nur auf, wenn man ein S4 exakt so aufbaut, wie es Simon Yorke festgelegt hat.

Zarathustra S4 Terminal
Zarathustra S4 Montage des Dreieckgestänges

Weiterer Aufbau – das Dreieck-Gestänge

Achten Sie beim Festschrauben der Innensechskantschrauben in den Terminals darauf, dass die Terminals flach auf dem glatten Untergrund liegen und sich nicht verkantet haben.

Nun können Sie das zuvor demontierte und mit Baby-Öl gereinigte Dreiecksgestänge wieder zusammenstecken und die drei Füße in die Terminals stellen. Achten Sie darauf, dass das Zarathustra-Zeichen später auch nach vorne zeigt.

Die ersten Dreiecke bestanden aus drei Stangen und das Zarathustra-Zeichen konnte man frei verschieben. Später bestand die vordere Seite (mit dem Zeichen) aus zwei kurzen Stangen. Hierdurch war noch etwas mehr Flexibilität zu erreichen. 

Zarathustra S4 Ausrichten der Terminals
Zarathustra S4 Sitz der Terminals

Die Füße

Die Füße des Dreiecks haben jeweils zwei Löcher für die Stangen und zwei Schrauben zur Fixierung der Stangen. Die jetzt zu bewältigende Aufgabe liegt darin, die Stangen so zu verschieben, dass sie in jeden Fuss ausreichend weit eingeschoben sind, damit sie von der Halteschraube auch erfasst werden und die Füße dabei so auszurichten, dass sie exakt über den Terminals schweben. Das kann eine Weile dauern und ein Helfer ist dabei mal wieder gut brauchbar.

Geben Sie nicht auf, bevor sich die drei Füße nicht wirklich absolut korrekt über den Terminals befinden. Wer hier schludert, der muss sich später nicht darüber wundern, wenn es nicht klingt oder das Laufwerk „schief“ aussieht.

Zarathustra S4 Tonarmausgleichsgewicht
Zarathustra S4 Fuß mit Gummiring

Tonarm-Ausgleichsgewicht wieder anschrauben

Haben wir auch das Ausgleichsgewicht gereinigt, dann können wir es jetzt wieder anschrauben. Das ist keine komplizierte Aufgabe, denn es gibt kein Langloch und so kommt das Gewicht wieder genau an die Stelle, an die es gehört. Wir nehmen einfach das Dreieckgestänge ab und schrauben das Gegengewicht an.

Lagerachse und Plattenteller montieren

Ist das gelungen, können wir das Dreieck auf den Tisch stellen, das Subchassis umdrehen und auf das Dreieck stellen.

Hierfür ist es von Vorteil, wenn man drei große, dicke Gummiringe hat, die man über die Füße schieben kann. 
Wer die passenden Gummiringe nicht zur Verfügung hat, der kann sich einfach drei Bierdeckel besorgen und das Subchassis mit den Terminals direkt auf die Bierdeckel stellen. Das Dreieck braucht man dann erst mal noch nicht.

Pluto Audio Lageröl

Welches Öl gehört in das Lager?

Zwar verfüge ich über ausgezeichnetes Lageröl von Pluto Audio, aber – ich mache mir da eigentlich gar keinen großen Kopf drum.
Weder die exakte Viskosität noch die Temperatur des Öls spielen bei einem Zarathustra-Lager eine entscheidende Rolle. Es darf natürlich nicht extrem zäh sein, denn dann bremst es den Teller und belastet den Motor unnötig. Es darf auch nicht verharzen.
Manche schwören auf Nähmaschinenöl, andere auf Ballistol und wieder andere auf Motoröle vom Auto. 

Ich sage mir:  Ein Öl, was extreme Temperaturen übersteht und über tausende von Kilometern die beweglichen Teile eines Automotors ausreichend schmiert, dass wird die Belastungen in einem Plattentellerlager ganz sicher auch heile überstehen und seine Aufgabe mit Bravour erfüllen. Oder sehen Sie das anders?

Klanglich habe ich jedenfalls zwischen verschiedenen Ölen nie Unterschiede feststellen können. Auch nicht mit viel Einbildungskraft. Aber das mag bei anderen Plattenspielern und Lagerkonstruktionen anders sein.

 

Zarathustra S4 Lagerachse
Zarathustra S4 zu viel Lageröl
Zarathustra S4 Lagerölmenge korrekt

Und die Menge?

Hier gibt es keine Mengenangabe, nur eine einfach Methode.
Ich habe da so eine Pipette, die ich zwei mal mit Öl fülle und die ich dann in das Lager entleere. Diese Menge ist ein wenig zu viel – was ich weiß.
Nun lasse ich die Achse in das Lager gleiten. Ist die Achse weit genug eingesunken, so dass nicht mehr die Gefahr besteht, ich könnte die Achse verkanten, drücke ich ein klein wenig nach und drehe die Achse dabei.

Immer wieder beobachte ich den Spalt zwischen Lager und Achse.

Irgendwann sieht man, wie die absinkende Achse Öl oben aus dem Lager drückt.

Alles Öl, was oben herausgedrückt wird, ist zu viel. Mit einem gefalteten Küchentuch gehe ich jetzt in den Spalt zwischen Achse und Lager und das Küchenpapier saugt das überschüssige Öl auf. Nach und nach sinkt die Achse tiefer und immer wieder führe ich ein neues Stück Papier in den Spalt. Irgendwann ist es dann so weit, dass die Achse nicht mehr weiter sacken kann. Ein leichtes Klopfen auf die Achse bestätigt uns dann, dass jetzt Kugel auf Kugel liegt.

Noch ein letztes mal entferne ich das überschüssige Öl und das war es dann

Im Lager steht das Öl jetzt bis zum oberen Rand. Die Löcher in der Teflonschicht haben sich mit Öl gefüllt und genau so soll es sein.

Zarathustra S4 Kugel an der Lagerachse

Die Kugel am Ende der Lagerachse

Simon hat diese Kugel immer nur mit ein wenig Fett in der Mulde der Achse befestigt. Hierbei bestand aber folgende Gefahr:

Im Öl löste sich das Fett auf und die Kugel wurde nur noch durch das Gewicht des Plattentellers daran gehindert, aus der “Mulde” heraus zu fallen.
Wollte man jetzt aber irgendwann einmal den Plattenteller abnehmen und hob man dabei die Lagerachse auch nur ein paar Millimeter an, fiel die Kugel aus der Mulde heraus und setzte sich seitlich neben die untere Kugel.

Wenn man jetzt den Plattenteller drehte, dann war ein deutliches “Rumpeln” zu vernehmen und zu spüren.

Daher habe ich es immer bevorzugt, auch die obere Kugel mit einem winzigen Tropfen Superkleber in der Achsmulde zu fixieren. Ein kleiner Schlag mit einem Messerrücken reicht später aus, um die Verbindung mal wieder lösen zu können, aber im Lager bleibt die Kugel wo sie hingehört.

 

 

Zarathustra S4 - fertig für die Tonarmmontage

So – wir sind (fast) fertig.

Wer jetzt den Plattenteller einmal per Hand in Rotation versetzt, der wird seine helle Freude daran haben, wie lange der Plattenteller nachdreht. So muss es sein!

Die Revision des Zarathustra S4 ist abgeschlossen und wir können uns im zweiten Teil des Berichts um den Pluto Audio 7A Prestige kümmern.

Die Federn des Laufwerks benötigen wir erst, wenn der Tonarm und auch der Tonabnehmer montiert sind. Das Ausrichten der Federn beschreibe ich hier deshalb zwar schon – aber bitte erledigen Sie das erst, wenn Tonarm und Tonabnehmer montiert und justiert wurden.

Zu den Federn:
Zu einem S4 gehören drei Federn und ein paar Unterlegscheiben aus Kunststoff zur Höhenjustage.
Wir entfernen die dicken Gummiringe (falls wir mit ihnen gearbeitet haben) und stülpen die drei Federn über jeweils ein Kunststoffteil der Füße. Nun stellen wir das Subchassis auf die drei Füße und stellen in der Regel noch zwei Dinge fest, die wir korrigieren müssen. Erstens sind die Spaltmaße zwischen den Füßen und den Terminals unterschiedlich (dadurch steht das Laufwerk nicht “im Wasser”) und zweitens stehen jetzt auf einmal die Terminals überhaupt nicht mehr exakt über den Füßen.

Erster Schritt – Plattenspieler in die Waage bringen. (Dabei kann man wieder eine zweite Person gut gebrauchen)
Hierzu ist es zunächst wichtig, dass das Dreiecksgestänge auf einer waagerechten Ebene steht. Befindet es sich “im Wasser” müssen wir nur noch mit den Unterlegscheiben dafür sorgen, dass die drei Spaltmaße der Terminals zu den Füßen hin exakt gleich sind.
Ich verwende dazu einfach einen Post-it-Block. Zunächst ermittle ich die Menge Zettel, die in das größte Spaltmaß (Referenzmaß) passen. Dann hebe ich die Terminals mit dem kleineren Spaltmaß gemeinsam mit der Feder darunter an und lege Unterlegscheiben um den schwarzen Kunststoff-Fuß. Und zwar so lange, bis die gleiche Menge an Zetteln in den Spalt passt. Manchmal wird dadurch das ermittelte Referenzmaß etwas geringer, weil dieses Terminal durch das Ausgleichen etwas absackt. Dann entfernt man ein paar Zettel und wiederholt die Prozedur. Am Ende kann man dann noch eine Phono-Wasserwaage auf den Plattenteller legen und prüfen, ob das Subchassis tatsächlich korrekt ausgerichtet ist. 
Priorität hat dabei, dass der Plattenteller genau im Wasser steht. Sollte das nur erreichbar sein, indem die Spaltmaße voneinander leicht abweichen, so können wir das getrost tolerieren.

Zweiter Schritt – Terminals exakt über die Füße bringen.
Bei diesem Schritt handelt es sich keineswegs (!!) nur um eine Handlung zur Steigerung der Ästhetik. Die Federn sind so geformt, dass die Terminals in eine bestimmte Richtung gedrückt werden, weshalb sie eben meistens nicht auf Anhieb exakt über den Füßen stehen. Wir heben jetzt die Terminals der Reihe nach an und verdrehen die Federn. Irgendwann erreichen die Federn eine Position, bei der sie die Terminals nicht mehr seitlich verschieben, sondern einen Druck genau zur Mitte oder nach außen des Plattenspielers ausüben und sich dadurch gegenseitig aufheben.
Ergebnis: Die Terminals stehen nun exakt über den Füßen. Wichtiger ist dabei, dass die Federn jetzt alle genau zur Mitte des Plattentellerlagers drücken oder alle genau vom Lager weg zeigen. Beides ist in Ordnung, denn es soll ja nur verhindert werden, dass die Federn einen seitlichen Druck auf die Terminals ausüben. Der würde nämlich dafür sorgen, dass das Subchassis taumelt, statt zu “pumpen”.
Zugegeben – man benötigt ein klein wenig Geduld, um alle drei Federn exakt auszurichten, aber ich glaube, dass man die gerne aufbringen wird, wenn man doch jetzt weiß, wieso man das tun sollte.

Doch wie bereits geschrieben – bevor wir die Federn ausrichten können, ist zunächst der Tonarm zu montieren und der Tonabnehmer zu justieren.
Lesen Sie dazu bitte den zweiten Teil des Berichts.

Zum zweiten Teil wechseln (Pluto Audio 7A Prestige)

Ach ja – ich hatte Ihnen ja noch versprochen, etwas über meine Theorie des Resonanzkreislaufs zu schreiben. Das mache ich am besten  auch in einem getrennten Bericht.

Hier geht es zum Bericht Resonanzkreislauf beim Plattenspieler. (Bitte klicken)

Roon … in der Praxis

Teil 2 meines AUDIOSAUL-Berichtes über Roon.
Hier geht es zu Teil 1: Klick

Genug der Theorie und Erklärungen, jetzt will ich Ihnen an praktischen Beispielen einen Eindruck von der Roon-Arbeitsweise vermitteln.

Tipp:
Wer sich einen Roon Nucleus zulegt, hat mit der Installation von Linux und weiteren Anwendungen nichts mehr zu tun. Alle anderen sollten weiterlesen, wenn Sie Ihren PC entsprechend eingerichtet haben.

Wir öffnen die Roon-Software und wechseln zunächst zu unserem Profil (Einstellungen):

Roon Einstellungen Allgemein 1
Roon Einstellungen Allgemein 2
Roon Einstellungen Allgemein 2

Der Reiter „Allgemein“ lässt uns Einfluss darauf nehmen, wie uns die gefundenen Titel angezeigt werden und welche Informationen wir erhalten möchten.

Roon Einstellungen Speicherorte
Roon Einstellungen Speicherorte

Unter “Speicherorte” geben wir dem Nucleus an, wo er unsere Musik finden kann. Das können durchaus mehrere verschiedene „Quellen“ sein.

Roon Einstellungen Dienste
Roon Einstellungen Dienste

Unter dem Menüpunkt “Dienste” geben wir die Daten zu unserem TIDAL-Account und falls vorhanden unserem Dropbox-Speicherplatz ein.
Für mich persönlich ist es schmerzlich zu sehen, dass es immer noch keine Unterstützung für Qobuz und highresaudio.com gibt.  Wie heißt es?:
Kommt Zeit, kommt Rat, kommt …

Roon Einstellungen System
Roon Einstellungen System

Ein paar Daten und Informationen zum System.

Roon Einstellungen Wiedergabepräferenzen
Roon Einstellungen Wiedergabepräferenzen

Im Menü “Wiedergabepräferenzen” teilen Sie Roon mit, welche Steuerbefehle Sie sehen wollen. Sicher ist es für den Anfang ein guter Tipp, einfach erst mal alles bei den Standardwerten zu belassen.

Roon Einstellungen Importeinstellungen
Roon Einstellungen Importeinstellungen

Roon importiert die Titel Ihrer Bibliotheken genau so wie Sie es wünschen (und hier eingestellt haben)

Roon Einstellungen Komposition aufbrechen
Roon Einstellungen Komposition aufbrechen

Roon erlaubt es seinen Nutzern, Interpreten zu „vereinen“. Wenn man dann z.B. „Beatles“ eingibt, zeigt uns Roon auch die Solo-Alben der Mitglieder an, die wir mit Beatles “vereint” haben. Wollen wir diese Verbindungen lösen, machen wir das hier.
Und Roon lässt es sogar zu, dass wir Kompositionen “vereinen”. Auch diese Trennung nehmen wir hier unter dem Menüpunkt “Bibliotheken” vor.

Roon Einstellungen Genre Zuordnung
Roon Einstellungen Genre Zuordnung

Die Möglichkeiten der Genre-Zuordnung ist an Vielfalt nicht zu überbieten. Und jeder Eintrag kann noch weiter verfeinert, erweitert oder korrigiert werden.

Roon Einstellungen Übersprungene Dateien
Roon Einstellungen Übersprungene Dateien

Sie haben Ihre Bibliothek importiert und jetzt fehlen Ihnen ein paar Aufnahmen?  Schauen Sie doch einfach bei “Übersprungene Dateien” nach. Sollte Roon Titel oder ganze Alben nicht importiert haben, erfahren Sie an dieser Stelle den Grund dafür.

Roon Einstellungen Bibliothek
Roon Einstellungen Bibliothek

Ordnung muss sein. An dieser Stelle können Sie Roon Ihre Bibliothek mal wieder so richtig aufräumen lassen. Keine Angst – hier wird nichts gelöscht, sondern nur nicht mehr passende Einträge entfernt oder korrigiert. Logischerweise werden Sie ja von Zeit zu Zeit mal neue Titel in Ihre Bibliothek aufnehmen und andere löschen. Ab und zu sollte man also eine Wartung vornehmen. Ist nur ein Klick.

Roon Einstellungen Audioanalyse
Roon Einstellungen Audioanalyse

Unter den Punkten “Geschwindigkeit der Hintergrundanalyse” und “… der Audioanalyse bei Bedarf” können wir Roon mitteilen, wie viele Ressourcen dabei genutzt werden dürfen. Eine hohe Geschwindigkeit setzt eine entsprechend leistungsfähige Hardware voraus. Am besten experimentieren Sie mal mit höheren Werten und senken diese, wenn das System zu stark belastet wird. Natürlich können Sie auch alles bei den Standardwerten belassen und nur an diesen “Schrauben drehen”, wenn Ihnen das System als zu langsam erscheint.

Roon Einstellungen Audio
Roon Einstellungen Audio

Unter dem Punkt „AUDIO“ konfigurieren wir unsere Endgeräte, denen Roon die Musik zuspielen soll. Das iPAD (oder irgendein anderes Tablet!!) ist dabei natürlich nur die Minimalausstattung. Interessant wird es, wenn wir einen guten DAC wie den Auralic Vega G2 anschließen oder im Haus noch weitere “Roon-Ready-Endpoints” installieren.
Durch einen Klick auf die Zahnräder zeigt uns Roon drei Optionen an, von denen natürlich der Punkt “DSP-Engine” unser größtes Interesse weckt. Aber dazu später mehr.

Roon Einstellungen Geräte-Einrichtung
Roon Einstellungen Geräte-Einrichtung

Das Menü zur Geräteeinrichtung.
Sollten Sie bei den angebotenen Möglichkeiten lauter Fragezeichen vor den Augen haben, ist es sicher klug, sich erst einmal ein wenig Hintergrundwissen zu verschaffen, bevor man hier etwas umstellt. 
So lange Sie nur mit selbst gerippten Dateien und Tidal arbeiten, können Sie diesen Punkt aber auch einfach überspringen. Im besten Fall sollten Sie hier entscheiden, ob Sie die MQA-Unterstützung wünschen oder nicht.

Roon Einstellungen Backups
Roon Einstellungen Backups

Fall Sie jetzt die ganze Zeit schon Angst davor bekommen, dass Ihnen das Roon-System abstürzt oder was kaputt geht, wenn Sie gerade alles mühselig konfiguriert haben, dann werden Sie sich über diesen Punkt sicherlich ganz besonders freuen. Hier können Sie Backups planen, sofort durchführen oder wieder einspielen. Gut gemacht Roon!

Unter dem Menüpunkt “Erweiterungen” können eventuell für bestimmte Hardware erforderliche Zusätze installiert und konfiguriert werden.

Roon Einstellungen Account
Roon Einstellungen Account

Informationen über Ihren Roon-Account. Nach einem Klick auf “Info” erscheinen weitere Informationen über unser Roon-System:

Roon Einstellungen Über Roon
Roon Einstellungen Über Roon

Damit haben wir – bis auf wenige Ausnahmen, das Einstellungsmenü komplett abgearbeitet.
Wir schließen die Konto-Details und klicken im linken Hauptmenü auf „Übersicht“.

Roon Hauptmenü
Roon Hauptmenü

Diese Übersicht lässt sich weiter nach unten scrollen und wir finden einige Alben-Empfehlungen oder andere aktuelle Informationen.

Roon Genres Übersicht
Roon Genres Übersicht

Nach einem Klick auf Genres gelangen wir zu einer Übersicht, die uns die  in unserer Bibliothek vorhandenen Genres sortiert anzeigt. Wie viele Genres Roon kennt und wie fein hier unterschieden wird, erkennen wir, wenn wir hier zum Beispiel auf den Eintrag „Vince Guaraldi“ klicken, den wir unter „Holiday“ gefunden haben.

Roon Vince Guaraldi
Roon Vince Guaraldi

Nicht weniger als 14 Genres werden diesem Künstler zugeordnet.

Die Biografie ist mehrere „Seiten“ lang, wir finden Informationen über seine Herkunft, seine Geburtsdaten, wann und wo er verstorben ist und können direkt zu seiner Seite wechseln.

Roon Beteiligt an
Roon Beteiligt an

Scrollen wir herunter, sehen wir, an welchen Alben er beteiligt gewesen ist und uns werden seine Hauptalben angezeigt. 

Darunter finden wir noch weitere Verbindungen und Verknüpfungen und es folgen die üblichen Hinweise auf ähnliche Künstler.

Roon Album
Roon Album

Starten wir einen Song von Ihm, zeigt die blaue Schrift an, dass wir uns weitere Informationen über die Mitwirkenden an diesem Album und die vorhandenen Versionen anzeigen lassen können.

Roon Mitwirkende
Roon Mitwirkende

Ein Klick auf „Mitwirkende“ …
und wir tauchen richtig tief in dieses Album ein.

Jeder blau hinterlegte Eintrag kann nun wieder angeklickt werden und so können wir uns von Künstler zu Künstler hangeln, erkennen Zusammenhänge und lernen viel über die Szene, der Vincent Guaraldi angehörte. Natürlich funktioniert das auch mit Ihrem Lieblingskünstler.

Ich kann es nicht lassen, auf den Eintrag Eddie Duran zu klicken und dort den Titel „From here to the moon“ zu starten.

Ein erneuter Klick auf „Mitwirkende“ offenbart uns eine nicht enden wollende Liste mit blau hinterlegten Namen, die ich alle wieder anklicken kann, um mehr über sie zu erfahren.

Weit über 100 Einträge finden wir hier. Die meisten natürlich von den Komponisten. (Dylan, Santana, Goodman, Chuck Berry …)

Roon Entdecken
Roon Entdecken

Unter dem Menüpunkt „Entdecken“ gibt es – wie könnte es anders sein – vieles zu entdecken.

Roon Tidal
Roon Tidal

Durch Klick auf Tidal wechseln wir logischerweise in unseren Tidal-Account.

Roon Interpreten
Roon Interpreten

Wechseln wir zu “Interpreten” erhalten wir eine entsprechende Übersicht über die Inhalte unsere Bibliothek.

Hier können wir nun einfach eine Zufallswiedergabe starten, oder wir können ein wirklich mächtiges Werkzeug namens „Fokus“ nutzen.

Roon Fokus 1
Roon Fokus 1

Durch Klick auf „Fokus“ eröffnen sich ein Auswahlfenster, in dem wir dann unendlich feine „Filter“ setzen können.
Diese Fokus-Option verändert sich je nachdem, ob wir uns in der Rubrik „Interpreten“, „Alben“, „Titel“, „Komponisten“ oder „Kompositionen“ befinden. Hier nur ein paar Beispiele unter der Rubrik „Alben“

Roon Fokus 2
Roon Fokus 2

Sie sehen selbst – wer hier nicht das finden kann, was er sucht – ob Titel, Künstler oder einfach nur eine Information über seinen Datenbestand – also seine Musikbibliothek – der sollte dann wohl doch wohl besser bei seinem Plattenschrank bleiben. 🙂  

Roon Fokus Format
Roon Fokus Format

Ein Klick auf “Format” öffnet uns ein entsprechendes Auswahlfenster. Hinter den Punkten sehen wir, wie viele Dateien der Auswahl entsprechen.

Roon Fokus Inspektor
Roon Fokus Inspektor

Nach einem Klick auf “Inspektor” werden uns Auswahlmöglichkeiten gezeigt, die vor allem das herz von Informatikern und datenbank-Freaks höher schlagen lassen. Sie helfen ungemein dabei, unsere Bibliothek sauber und funktionsfähig zu halten.

Innerhalb der Überschrift „Bibliothek“ finden wir dann noch den Eintrag „Internetradio“, der mich nicht so sehr interessiert und als nächstes folgen dann unsere Playlists, gesetzte Tags und ein Überblick über unsere letzten Aktivitäten, damit wir etwas wiederfinden können, was wir letztens erst gehört haben, von dem wir aber noch gar nicht wissen, wie es heißt und von wem es ist.

Roon Verlauf
Roon Verlauf

Im “Verlauf” bekommen wir eine Übersicht über unsere letzten Aktivitäten.

Der Eintrag „Einstellungen“ führt uns dann wieder zum anfangs beschriebenen Menü.

In der unteren Bedienungsleiste haben wir die gewohnten „Knöpfe“ zum Starten des Titels usw. In der Mitte können wir den Titel und den Interpreten erkennen, sowie den Fortschritt beim Abhören.

Rechts daneben finden wir das Icon, um den Titel zu unseren Favoriten hinzuzufügen (Herzchen) und das „weiße Mikrofon“ rechts daneben zeigt uns, dass uns der Songtext zur Verfügung steht, falls mit mitsingen möchten.

Roon Lyrics
Roon Lyrics

Klicken wir rechts neben dem Mikrofonzeichen auf unser „Device“ (hier mein iPAD) werden uns die eingerichteten „Zonen“ angezeigt.
Jedes Abspielgerät wird als Zone dargestellt. Jede Zone kann mit unterschiedlicher Musik beliefert werden.
Und nicht nur das!

Roon kann Ihren Geräten klanglich mächtig auf die Sprünge helfen.

Gut – ein High-Ender wird diesen Teil der Einstellungen vermutlich niemals zu Gesicht bekommen.

Aber mal ganz ehrlich – wer hat schon in der Küche, im Bad, im Schlafzimmer, auf der Terrasse …. High-End-Komponenten?

Nun – und wenn die „Trööte“ in der Küche krächzt und die ausrangierten Jugendsünden im Büro bullern wie verrückt, dann kann ein DSP Wunder bewirken.

Roon Einstellungen DSP Aussteuerungskorrektur
Roon Einstellungen DSP Aussteuerungskorrektur

Aber die Möglichkeiten, die der DSP von Roon zur Verfügung stellt, gehen noch weiter. Schauen wir uns das mal der Reihe nach an:

Aussteuerngskorrektur

… kann zum Beispiel sehr hilfreich sein, wenn wir verhindern wollen, dass einzelne Lautsprecher durch eine zu hohe Lautstärke „abgeschossen“ werden.

Roon Einstellungen DSP Samplerate-Konvertierung
Roon Einstellungen DSP Samplerate-Konvertierung

Beim Unterpunkt „Samplerate-Konvertierung“ muss man schon ein wenig Hintergrundwissen mitbringen. Ansonsten lässt man einfach alles so, wie es eingestellt ist.

Roon Einstellungen DSP Crossfeed
Roon Einstellungen DSP Crossfeed

Der Menüpunkt „Crossfeed“ richtet sich die User, die über Kopfhörer hören. Hier kann z.B. die harte Kanaltrennung korrigiert werden.

Roon Einstellungen Parametrischer EQ
Roon Einstellungen Parametrischer EQ

Mit dem Punkt „Parametrischer EQ“ liefert uns Roon einen altbekannten Equalizer mit, den wir für jede Zone unterschiedlich nutzen können.

Roon Einstellungen DSP Audeze
Roon Einstellungen DSP Audeze

Der Eintrag „Audeze Presets“ ist für Besitzer dieser ausgezeichneten Kopfhörer von Bedeutung. Sie brauchen lediglich das genutzte Modell auszuwählen.

Roon Einstellungen DSP Procedural EQ
Roon Einstellungen DSP Procedural EQ

Nach Auswahl des Punktes „Procedural EQ“ können wir vor allem unsere Surroundanlage beherrschen.

Roon Einstellungen DSP Procedural EQ 2
Roon Einstellungen DSP Procedural EQ 2

Wir bestimmen die Zuordnung der Ein- und Ausgänge, natürlich kanalgetrennt, konfigurieren Klangregler, setzen Filter, legen Verzögerungen fest, invertieren die Phasen …

Roon Einstellungen Lautsprecher-Einstellungen
Roon Einstellungen Lautsprecher-Einstellungen

Mit dem Menü „Lautsprecher-Einstellungen“ können grobe Aufstellungsfehler oder schlechte örtliche Gegebenheiten ausgeglichen werden. Dies sollte nicht als Aufforderung angesehen werden, seine Lautsprecher nur noch nach optischen Aspekten auf zu stellen, aber in vielen Situationen wird diese Einstellmöglichkeit dafür sorgen können, dass man überhaupt halbwegs gescheit Musik hören kann.

Roon Einstellungen Faltung
Roon Einstellungen Faltung

Der Punkt „Faltung“ ist dann wieder eher etwas für diejenigen unter uns, die genau wissen, was sie da machen und wieso. Im Groben kann man hiermit eine Raumkorrektur erreichen. Aber versprechen Sie sich besser nicht allzu viel davon. 

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Was ist eigentlich Roon und wieso ist mein neues Streaming-Gerät “roon-ready”?

Was ist eigentlich Roon und wieso ist mein neues Streaming-Gerät “roon-ready”?

Was ist eigentlich Roon und wieso ist mein neues Streaming-Gerät “roon-ready”?

Teil 1 meines AUDIOSAUL-Berichtes über Roon – die Theorie.
Zum Teil 2 meines Audiosaul-Berichtes – die Praxis – hier klicken.

Einerseits ist Roon wohl die genialste Erfindung seit Einführung der digitalen Musikdatei, andererseits hört und sieht man aber über dieses Roon erstaunlich wenig.

Roon-Reade-Symbol

Allenfalls dieses „roon-ready“-Zeichen ist irgendwie allgegenwärtig. Was hat das zu bedeuten?

Gehen wir der Sache doch mal auf den Grund.

* Was ist Roon überhaupt?

* Was brauche ich für Roon?

* Was macht Roon besser als alles andere?

Musik als digitale Datei

Bevor ich an die Beantwortung der eingangs gestellten Fragen gehe, lassen Sie mich noch ein wenig über digitale Dateien sagen.

Eine digitale Datei kann „alles sein“,
… ein ausführbares Programm, ein Treiber …

Handelt es sich bei der Datei um ein Foto oder um einen Musiktitel, dann kommt sie nur selten alleine daher, sondern gehört in der Regel zu weiteren Fotos und anderen Musiktiteln.

Und wenn es dann ganz viele Dateien werden, dann verlieren wir schnell den Überblick.

Spätestens dann fangen wir Menschen an aufzuräumen und einzusortieren.

Die Bilder vom letzten Urlaub kommen in einen eigenen Ordner, die von der Geburtstagsfeier in einen anderen.

Das alles wandert in den Überordner namens “2018” und der wieder in „Familienfotos“ oder umgekehrt.

Musiktitel kommen in den Ordner für ein bestimmtes Album (wenn wir wissen, auf welchem Album der Titel gewesen ist), der in den Überordner für einen Interpreten und dann wandert alles nach Jazz, Klassik oder Pop/Rock.

Sowohl bei den Fotos als auch bei den Musiktiteln hat sich diese Vorgehensweise aber ganz schnell als recht unpraktisch erwiesen und eine andere Methode bewährt.

Bei ihr werden in die Dateien zusätzliche Informationen eingefügt. Diese nennt man Metatags.

Bei unseren Fotos fügt schon unsere Digitalkamera eine ganze Menge Informationen automatisch hinzu. Datum, Uhrzeit, Ort, Kamera, Objektiv, Belichtungseinstellungen und vieles mehr wird in diese Metatags geschrieben.

Mit einem speziellen Computerprogramm können wir diese Informationen auslesen oder sogar erweitern. Etwa automatisch durch eine Gesichtserkennung oder manuell durch eigene Zuordnungen wie zum Beispiel „Hochzeitsfeier“.

Bei Musiktiteln sind die Interpreten interessant, der Albumtitel, der Songtitel, der Komponist, der Dirigent, das Genre und noch einiges mehr.

Kaufen wir eine digitale Datei in einem Download-Portal, dann sollten wir erwarten, dass sich all diese Informationen in professioneller Art und Weise bereits in den Metatags befinden. Rippen wir unsere eigene Musik, werden die Infos spärlicher sein und spätestens beim Rippen von Schallplatten ist da gar nichts vorhanden, weshalb wir das manuell vornehmen oder ein spezielles Musikerkennungs-Programm damit beauftragen müssen.

Sind ausreichend viele Informationen in allen Dateien vorhanden, könnten wir Hunderttausende Dateien einfach in einen einzigen Ordner schieben und es wieder einem speziellen Programm überlassen, uns in Sekundenbruchteilen alle Beatles-Songs aus 1965 oder Stücke von Mozart anzubieten.

Haben wir uns eine richtig gute Software gekauft, so kann sie sogar mit „intelligenten Ordnern“ umgehen. Das bedeutet, sie weiß, welche Dateien wir zuletzt zu unserer Sammlung hinzugefügt haben, welche wir am meisten hören, welche Genres wir bevorzugen, welche Dateien in einem bestimmten Format vorliegen und vieles vieles mehr.

Wie gesagt – wenn wir uns für eine richtig gute Software entschieden haben.

Und diese Aufgabe führt uns unweigerlich zu unserem Ausgangsthema zurück:

Was ist eigentlich Roon?

Besitzen Sie bereits eine Streaming-Komponente? Einen speziellen “Transport”, eine integrierte Lösung, eine App auf Ihrem Device?
Man muss lange suchen, um auf dem Markt zwei Marken zu finden, die miteinander harmonieren, die also “systemübergreifend” funktionieren.
Jeder Hersteller kocht sein eigenes Süppchen und haben wir uns erst einmal für ein Produkt entschieden, leben wir mit ihm auf einer “Insel”, die uns der Hersteller vorgibt.

Genau damit räumt Roon auf. Hier sieht es mittlerweile völlig anders aus. Eine Komponente, die nicht roon-ready ist?  Unverkäuflich!
Und dennoch, die “Karre Roon” war bisher schwer zu schieben. Das soll sich jetzt ändern und um das zu beschleunigen, möchte ich hier etwas ausführlicher über dieses ROON schreiben.

Zunächst einmal ist Roon eine „Server-Software“.

Dieser Server-Software teilen wir mit, wo in unserem Netzwerk unsere Musikdateien liegen und von diesem Moment an verwaltet Roon unseren Musikbestand.

Die Roon-Software jedoch ist auf eine umfassende „Beschriftung“ (Informationen in den Metatags) nicht (!!!) angewiesen. Ihr reicht es völlig aus zu erkennen, um welchen Titel es sich da handelt, den wir in unserer Sammlung haben.

Roon ist eine „Informations-Software“.

Roon ist es ziemlich gleichgültig, wie “wenig” Informationen sich in unseren Musikdateien befinden, denn genau über die verfügt Roon selber.

Mehrere Musik-Zeitschriften-Redaktionen betätigen sich dabei als Zulieferer für Roon. Das Wissen dieser Redaktionen über Klassik, Jazz und viele andere Genres fließt hier zusammen und wartet darauf, von Roon unseren Titeln dynamisch zugeordnet zu werden.

Und hier liegt wohl der Haupt-Nutzen von Roon. Wer nicht einfach nur Musik hören will, sondern wer sich für die Dinge dahinter interessiert, der braucht entweder ein oder mehrere Abos für Musik-Zeitschriften oder er braucht Roon. Mehr dazu, welche Informationen Roon bereitstellt, später.

Roon ist ein Streaming-Transport

Streaming-Transport hat sich als Bezeichnung für ein Gerät durchgesetzt, dass in der Lage ist, Musikdateien von einem Netzwerkspeicher oder einem Musik-Portal aus dem Internet zu holen und zu einem DAC zu “transportieren”.

Der Begriff Streaming wird leider zurzeit ein wenig überstrapaziert und das verwirrt uns, weil man dabei nicht zwischen den verschiedenen Wegen unterscheidet.

Spielt ein Gerät einen Musiktitel, der von einem Musik-Portal oder von einem Netzwerkspeicher stammt, so nennt man das Streaming. Schickt das Gerät diesen Titel dann in unserer Wohnung zu einem Abspielgerät, so nennt man auch das Streaming. Tatsächlich sind diese beiden Wege auch ziemlich ähnlich, aber zum besseren Verständnis sollte man doch mal dazu übergehen, diese Vorgänge unterschiedlich zu bezeichnen. 

Roon jedenfalls ist in der Lage, die gewünschten Musiktitel sowohl von einem Netzwerkspeicher zu streamen als auch aus dem Internet. Derzeit kann Roon zwar die Musik nur von Tidal beziehen, aber da soll sich schon recht bald etwas ändern. Den richtigen Durchbruch schafft Roon aus meiner Sicht nur dann, wenn wir auch Qobuz und highresaudio.com mit einbinden können.

Update:  ROON ARBEITET JETZT AUCH MIT QOBUZ ZUSAMMEN !!!


Toll ist jedenfalls, dass uns Roon unsere Suchergebnisse sozusagen „nebeneinander“ präsentiert. Wir finden den Titel also möglicherweise sowohl bei Tidal als auch in unserer Sammlung und die Playlist spielt auch gerne die Songs kreuz und quer aus den unterschiedlichen Quellen gemischt. Das können die meisten anderen Apps leider nicht.

Roon ist ein Multiroom-Server

Hat sich Roon den Titel erst einmal irgendwo her geholt, muss er natürlich auch abgespielt werden. Hierzu benötigt Roon einen DAC und ein Abspielgerät. Jede Komponente, auf der wir das roon-ready-Zeichen finden, ist hierzu fähig.

Das kann unser Tablet sein, spezielle Multiroom-Systeme, aktive Lautsprecher mit integriertem DAC oder was auch immer. 

Roon arbeitet dabei nicht nur mit verschiedenen Geräten zusammen, sondern kann sie auch alle gleichzeitig und mit unterschiedlichem Musikmaterial beliefern. So reicht also ein einzelner Roon-Core, um eine große Familie und ein großes Haus mit Musik zu versorgen und jeder kann in seinem Zimmer die Musik hören, die er will.

Roon ist ein DSP (Digitaler Sound Prozessor)

Sind die kleinen Boxen in der Küche recht bass-schwach? … die Lautsprecher für das große Wohnzimmer eigentlich zu klein? Klingt die Musik im Büro irgendwie „blechern“?

Keine Bange – Roon sorgt für Abhilfe!

Im Roon-Core ist ein DSP, also ein digitaler Sound-Prozessor enthalten, der es dem Benutzer erlaubt, sich den Klang nach Geschmack „zurecht zu biegen“ und so bestehende Unzulänglichkeiten auszugleichen, ohne sich überall neue Boxen und Geräte kaufen zu müssen.

Roon ist ein Kopfhörer-DSP

Kopfhörer polarisieren, aber manchmal geht es nicht anders, will man seine Familienmitglieder oder die Nachbarn nicht verärgern.

Viele Nachteile von Kopfhörern können heute elektronisch ausgeglichen werden. Hierzu verfügt Roon über ein eigenes DSP-Programm.

Roon bietet die beste Übertragungsqualität

So lange es Kabel gibt, so lange sind sie zumindest den Ästheten unter uns ein Dorn im Auge. Mittlerweile sind wir auch nicht mehr grundsätzlich auf Kabel angewiesen, denn es gibt eine ganze Reihe von kabellosen Übertragungswegen.

WLAN, Bluetooth, Airplay, Chromcast …

… und RAAT, dem roon-eigenen Übertragungsformat.

Und das hat es in sich. Es gibt kaum ein zweites Formate, das mit RAAT mithalten kann.  Dieses Format reicht allemal aus, um Musik im eigenen Hause in CD-Qualität „verteilen“ zu können.

Roon bietet eine geniale Fokus-Funktion

Diese Funktion ist vor allem für diejenigen unter uns interessant, die eine wirklich große Musiksammlung besitzen. Mit dieser Funktion setzen wir „Filter“, mit denen wir eingrenzen können, was wir hören wollen.

Aber diese Funktion hilft uns nicht nur beim Hören, sondern vor allem auch beim Aufräumen.

Und so sieht das in der Praxis aus …
zum nächsten Teil “Praxis” 

Hier klicken, um zum zweiten Teil zu kommen.

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Oder senden Sie uns eine E-Mail:  hifistudio@audiosaul.de 

Klangunterschiede bei Digitalkabeln

Klangunterschiede bei Digitalkabeln

Klangunterschiede bei Digitalkabeln

Klangunterschiede bei Digitalkabeln

Ein gut gemeintes Wort vorab:
Seit gut 40 Jahren kennen wir zum Thema „Klangunterschiede durch Kabel“ die eine und die andere Meinung.
Als man sich noch alles von den Profi-Musikern abgeguckt hat und ein gerade mal 60 Pfennig teures RG58 (das Mikrofonkabel) als klanglichen Geheimtipp zuflüsterte, waren beide Lager noch vereint.
Als dann aber die einen etwas von Skin-Effekten erzählten und bereitwillig Hundert Mark oder mehr für ein Cinch-Kabel ausgaben, kam es zu einer Trennung der Gemüter, die bis heute anhält.
Schon lange sind einige Ursachen für die Klangunterschiede bekannt. Vieles ist aber immer noch unerforscht und gibt viel Raum für Theorien.
… leider auch für Scharlatanerien.
Die einzige funktionierende Methode ist deshalb heute, sich etwas anzuhören und dann für sich selber zu entscheiden, welchen Betrag für welchen Zugewinn man ausgeben will.
Die enorme Aggressivität, mit der diese Kabel-Diskussion zum Teil geführt wird, hat überhaupt nichts mit der Sache an sich zu tun.
Diese stark emotionale Beteiligung ergibt sich allein aus der Tatsache, dass sich beide Lager gegenseitig der Dummheit bezichtigen.
Die einen sind so dumm, sich etwas unsinniges, teures aufschwatzen zu lassen, und die anderen sind zu dumm, selbst die deutlichsten Klangunterschiede hören zu können.
Solche Aussagen müssen beide Seiten ja wütend machen.
Und Wut ist nicht gerade ein guter Antrieb, sich dem anderen Lager freundlich und neugierig nähern zu wollen.
Und deshalb werden uns diese unter die Gürtellinie gehenden Diskussionen auch wohl noch begleiten, wenn der Mensch schon längst in der Lage ist, schwarze Löcher im Weltall für Zeitreisen zu benutzen.

Sollten Sie zu den Kabelklang-Gegnern gehören, empfehle ich Ihnen dringend, den nachfolgenden Bericht besser nicht zu lesen.
Für Sie ist er ganz bestimmt “zum Haare raufen”.  🙂

Gibt es Klangunterschiede bei digitalen Verbindungen und Kabeln?

Um das heraus zu finden, habe ich mich für eine Test-Kombi bestehend aus den beiden neuen Modellen Aries G2 (Streaming-Transport) und Vega G2 (DAC) von Auralic entschieden.

Diese beiden Geräte verfügen über die folgenden fünf digitalen Ein-/Ausgänge:

  • AURALIC Lightning Link
  • TOSLINK (Lichtleiter)
  • USB HS
  • COAX (RCA-Digital, Cinch, unsymmetrisch)
  • AES (Digital-XLR, symmetrisch)

Auralic Aries G2 und Vega G2 hinten

Auralic Aries G2 und Vega G2 hinten

AURALIC Lightning Link
Die maximalen Abtastraten, die von AURALiC Lightning Link unterstützt werden, sind 384kHz/32Bit und DSD512. Lightning Link verwendet zwar einen physikalischen HDMI-Anschluss, aber es ist weder ein HDMI-Port noch ein I2S-Ausgang.

USB HS (Highspeed)
Die maximalen Abtastraten, die von USB HS unterstützt werden, sind ebenfalls 32Bit/384KHz und DSD512.

TOSLINK (Lichtleiter)
COAX (RCA, Cinch, unsymmetrisch)
AES (XLR, symmetrisch)
Die maximalen Abtastraten, die von diesen drei Verbindungen unterstützt werden, sind 192kHz/24Bit..

Die von mir gewählten Kabel-Anbieter

 

QED_logo

QED_logo

QED

Dieser englische Hersteller nimmt in Deutschland an Bedeutung immer mehr zu. Ich empfehle die Produkte von QED gerne dann, wenn es so wenig wie möglich kosten darf, aber klanglich so viel wie möglich erreicht werden soll.

 

 

supra-cable

supra-cable

SupraCables

„Töfte Jungs“ aus Schweden, die ganz genau wissen, was sie da machen. Sie überraschen nicht nur die HiFi-Szene immer wieder mit erstaunlichen Lösungen, sondern haben sich vor allem in der Video-Welt einen hervorragenden Ruf erarbeiten können, wo es für das „beste Bild“ unverzichtbar ist, dass definierte Werte in den Kabeln exakt eingehalten werden.
Unser Lieblingsartikel ist jedoch das Stromkabel „LoRad“ für etwa 100,- € (für ein fertig konfektioniertes 1.5m-Kabel).

 

audioquest-logo

audioquest-logo

Audioquest
Dieser Hersteller nimmt eine Sonderstellung auf dem Markt ein. Es gibt wohl keinen zweiten, der ein derart breit aufgestelltes Portfolio aufzuweisen hat.
Welches Kabel mit welchen Steckern dran Sie auch immer suchen – wenn Sie es bei Audioquest nicht finden, wird es das auch wohl nicht geben.

Ein Adapter von HDMI auf Gardena?
Nun gut, da muss dann allerdings auch dieser Hersteller passen. 🙂

Außerhalb der Wertung
Seit Jahren führe ich die Kabel von Furutech und von Progressive Audio. Sie dienen mir in diesem Bericht aber nur als Möglichkeit, mich immer mal wieder zu „erden“, also auf den klanglichen Resetknopf zu drücken.

Kann es überhaupt Klangunterschiede bei Digital-Kabeln geben?

„Da müssen einfach nur Nullen und Einsen durchkommen, alles andere ist egal!“
So viel zu der Theorie, die wir selber noch in den 80-er Jahren mit tiefster Überzeugung von uns gegeben haben.

Irgendwann haben wir dann aber alle etwas von einer „Clock“ gehört und von diesem ominösen  „Jitter“.
Nein, keinem von der Kokosnuss – der schreibt sich ja mit „R“ – scheint einem aber irgendwie genau so „unseriös“ zu sein, wie die vielen Aussagen über diesen Jitter, oder?
Aber genau der soll wohl die meiste Schuld daran haben, wenn ein Digitalkabel nicht gescheit klingt.
Die einen gehen nun die Frage nach dem passenden Digitalkabel rein wissenschaftlich an und pochen auf den korrekten Wellenwiderstand, die anderen probieren einfach etwas aus.
Was aber nicht immer klappt, weil plötzlich dieser blöde Wellenwiderstand doch nicht stimmt und der DAC uns ein „ERROR“ zeigt, statt seine Arbeit zu verrichten.
Aber sich darüber zu streiten, wer oder was schuldig ist, bedeutet natürlich auch gleichzeitig, längst festgestellt zu haben, dass da manchmal was nicht passt und deshalb eben auch nicht klingt. Also lautet die Antwort:

Ja, es gibt Klangunterschiede bei Digitalkabeln

… und zwar größere, als uns lieb ist.

… und deshalb habe ich mich dazu entschlossen, einige Digitalkabel miteinander zu vergleichen.

Hier ein Blick auf einen Teil (!!) der vielen Testkabel:

Digitalkabel

Digitalkabel

Welche digitale Schnittstelle klingt eigentlich am besten?

Bei den QED-Kabeln war die Antwort am ersten Tag ganz einfach:

QED

QED_Digital_HDMI

QED_Digital_HDMI

QED HDMI war am ersten Tag der klare Gewinner

Laut Auralic soll man unbedingt das mitgelieferte Lightning-Link-Kabel verwenden und kein anderes. Aber schon bei meinem ersten Kontakt zu der G2-Serie hat mich diese Strippe keineswegs überzeugen können. Damals war ich mir aber noch nicht sicher, ob es tatsächlich an diesem Kabel lag. Heute kam die Bestätigung.
Das HDMI-Kabel von QED katapultierte die Klangqualität der Kombi um etliche Klassen nach oben. Da ist mehr Druck, mehr Präzision, mehr Gefühl, mehr Raum …

QED TOSLINK

QED_Digital_Toslink

QED_Digital_Toslink

Das TOSLINK-Kabel von QED war für mich die allergrößte Überraschung. Vor dem Test vermutete ich, dass diese Schnittstelle das klangliche Schlusslicht bilden müsste. Bei ihr muss ja das elektrische Signal in Licht und das Licht beim Empfänger wieder in ein elektrisches Signal zurück verwandelt werden. Es gibt also eine zusätzliche Wandler-Stufe und so etwas kann ja gar nicht gut sein.

… es sei denn, unser Kabel muss auf dem Weg zum DAC äußerst ungünstige Wege gehen (sehr lange Strecken, zusammen mit Stromkabeln in einem Leerrohr …).
Ist das nämlich der Fall, gleicht das Lichtleiterkabel den Nachteil der zusätzlichen Wandlung natürlich wieder aus, denn es lässt sich ja bekanntlich von elektrischen Strahlungen oder der Kraft der Induktivität … nicht stören.
Doch in meinem Versuch gab es weder lange Wege noch liefen Kabel parallel – und dennoch lag das TOSLINK- mit dem HDMI-Kabel nahezu gleichauf.

 

QED USB – COAX (Cinch/RCA) und AES/EBU (XLR)
Alle drei Kabel sackten klanglich im Vergleich zum HDMI-Kabel deutlich ab. Ihr Klang war muffig, verschmiert, glanzlos und teilweise dann doch wieder harsch und nervig. Es machte sich wohl eindeutig bemerkbar, dass sie noch überhaupt nicht eingespielt waren. So war ein fairer Vergleich nicht durchzuführen.
Ich verschob also den weiteren Test und spielte die drei Kabel über mehrere Tage ein.

Danach:

QED_Digital_XLR

QED_Digital_XLR

QED AES
Wie eine Schlange hatte sich dieses Kabel in den letzten Tagen klanglich um eine gedachte Linie geschlängelt. Zunächst mit großen Bögen hin zu beiden Seiten, dann wurden die „Ausschläge“ immer sanfter. Auch heute kann ich noch feststellen, dass das Kabel von einem Tag auf den anderen seinen Charakter leicht verändert.
Was die Plastizität, die Analytik, die Durchsichtigkeit und die Luftigkeit des HDMI-Kabels angeht, erreicht das XLR in diesen Disziplinen dessen Level immer noch nicht. Dafür schenkt es uns eine angenehme Wärme, Harmonie und Körperhaftigkeit.  Es ist also weder schlechter noch besser, es ist einfach anders.

 

QED_Digital_RCA

QED_Digital_RCA

QED COAX (Cinch/RCA)
Die Aussagen vom XRL-Kabel kann man einfach wiederholen. Ich höre keinerlei Unterschied zwischen diesem RCA- und dem XLR-Kabel und habe das Gefühl, dass sich an dieser Stelle der Vorteil der Symmetrie nicht zeigt.

 

 

 

QED_Digital_USB

QED_Digital_USB

 

QED USB
Irgendwie bleibt dieses Kabel hinter den anderen immer noch hörbar zurück. Vermutlich wurde es auf andere Verbindungen hin optimiert, zum Beispiel zum Betrieb an einer externen Festplatte oder einem NAS. Das steht aber heute nicht zur Debatte.

 

 

Fazit QED:
Das HDMI-Kabel spielt sich von der ersten Sekunde an nach vorne und bleibt auch dort. Das Toslink ist ihm dabei dicht auf den Versen. Das COAX- und das XLR-Kabel brauchen ein paar Tage, um das gleiche Niveau zu erreichen, belohnen uns dann aber mit einem wunderschönen Klangbild. Das USB-Kabel fällt nach unten raus.

Audioquest

Ich muss zugeben, dass mich die günstige Carbon-Serie zu diesem Zeitpunkt noch nicht sonderlich interessierte hat. Ich war einfach zu neugierig und wollte wissen, was sich tut, wenn wir die Preise deutlich ansteigen lassen und griff gleich zur „Coffee“-, bzw. zur Vodka-Serie.

HDMI_Coffee

HDMI_Coffee

HDMI Coffee
Das Coffee-HDMI- und das Vodka-TOSLINK-Kabel legten sofort los, als hätten sie einen 100m-Sprint zu absolvieren, die anderen drei richteten sich wohl eher auf einen Marathon ein.

Erneut war Einspielen angesagt.
Für so einen „geduldigen“ Menschen wie mich eine echte Tortur!
Also logisch, dass ich zwischendurch auch ab und zu hinein gehört habe. Und auch hier konnte man wieder die „Schlange“ beobachten, die sich sich um die gedachte Linie gewunden hat.
Heute harsch, dünn und nervös, morgen träge, fett und verhangen …
Nach drei Tagen pro Kabel musste es gut sein.

Und das war es auch.

USB_Coffee

USB_Coffee

Allerdings wieder mal mit anderen Ergebnissen, als ich erwartet hatte.
Wünschenswert wäre es ja gewesen, wenn sich die teuren HDMI- und TOSLINK-Kabel den Luxus geleistet hätten, sich in den Punkten Wärme und Körper unseren Wünschen anzupassen. Aber genau das ist nicht geschehen.
Stattdessen legten sie in allen bereits von den QED-Kabeln hervorragend absolvierten Disziplinen noch einmal deutlich eins drauf.
Wärmer – „musikalischer“ klingen – wollten sie nicht.
Worin ich aber auch nach längerem Hören keinen Nachteil entdecken kann.
Man muss sich mal Ed Sheerans „Perfect“ anhören. Da bleibt ganz sicher kein einziges Haar auf den Unterarmen liegen!
Man glaubt, man könnte Ed Sheeran den Finger in den Mund stecken – so präsent ist dieser Typ in unserem Hörraum.
Schier unglaublich.
Man spürt einfach, dass sich dieses Klangergebnis von dem, was man gewohnt ist, deutlich abhebt. Die Stimme Ed Sheerans ist so präsent, so „direkt“, dass man sich

RCA_Digi_Coffee

RCA_Digi_Coffee

daran gewöhnen muss.

Lassen Sie mich den Begriff „direkt“ etwas erläutern:
Ich hatte mal eine Kollegin, die schon lange Jahre Gesangsunterricht nahm. Ab und zu hatte sie so gute Laune, dass sie einfach auf dem Flur vor sich hin sang. Aber jetzt vergessen Sie mal alles, was Sie kennen, wenn irgendjemand im Hause “so vor sich hin singt”.
Diese ausgebildete Stimme der Kollegin sorgte auf der Stelle für Gänsehautwellen am ganzen Körper.

Haben Sie mal ein Fahrsicherheitstrainig absolviert und hat der Fahrlehrer zu Ihnen gesagt, Sie sollen eine Notbremsung vornehmen?
Dann wissen Sie in etwa, was und wie ich es meine, wenn ich den Begriff “direkt” verwende.
Die meisten Schüler brauchen nämlich mindestens fünf Versuche, um eine echte

AES_Coffee

AES_Coffee

Notbremsung umsetzen zu können. Bis dahin bremst man so, als hätte der Beifahrer einen Getränkebecher in der Hand und man wollte verhindern, dass der was verschüttet.
Wenn Sie wissen, wie spektakulär sich eine echte Notbremsung anfühlt und wie weit sie von dem weg ist, was wir normalerweise als „abbremsen“ kennen – dann können Sie sich jetzt vorstellen, wie „direkt“ ich gerade diesen Titel von Ed Sheeran erlebe.
Dieses Stück ist einfach spektakulär!
Und nein – es ist nicht das “Maß der Dinge”, es ist künstlich auf “direkt” getrimmt. Es ist fast unmöglich, einen zweiten Titel zu finden, bei dem wir die gleichen Feststellungen treffen können.

Nachdenklich macht es mich da eher, wenn dieser Titel mit anderen Kabeln “ganz normal” klingt. Denn da stimmt dann ganz sicher irgend etwas nicht. Dieser Titel klingt nicht “normal”.

Ethernet_Vodka

Ethernet_Vodka

Aber:
So toll das ja auf der einen Seite war, so unangenehm klang das alles auch. Ich hatte so ein Gefühl, als wollte mir dieses Coffee-HDMI-Kabel mitteilen, dass es nicht besser klingen kann, weil es an einer anderen Stelle noch einen Engpass gibt.
Doch wo könnte er stecken?

Ich wühlte in der Audioquest-testbox herum und mir viel das Vodka-Ethernetkabel in die Hände.
Ja gut – ein Netzwerkkabel. Aber da hatte ich doch schon das QED angeschlossen und das war doch schon deutlich besser als ein Standardkabel.
Langer Rede kurzer Sinn – ich habe es angeschlossen.
Als ich wieder Ed Sheeran singen lasse, trifft mich fast ein Schock. Was hier gerade zu hören ist, das kann nicht wahr sein.
Und mir wurde im gleichen Moment klar, dass ich darüber nicht viel schreiben darf, wenn ich mich nicht für immer und ewig unglaubwürdig machen wollte.
Ich ließ es für die nächsten Tests stecken, und vielleicht schreibe ich auch noch mal irgendwann etwas darüber, aber im Moment traue ich mich das noch nicht.

Weiter zum Hörvergleich zwischen den Digitalkabeln.
Obwohl es mir gerade schwer fällt, die Hörergebnisse in Relation zu dem bisher gehörten zu stellen. Es ist, als sei ich bisher auf einem Feldweg unterwegs gewesen und mit diesem Vodka-Netzwerkkabel beweg ich mich plötzlich auf der mit Flüsterasphalt gerade eben frei gegebenen Autobahn.
Mhh – jetzt hab ich doch schon wieder was über dieses Ethernetkabel geschrieben,

Audioquest Coffee-USB
Ganz anders als bei QED hält dieses USB-Kabel ganz locker das Niveau des HDMI-Kabels. Es klingt eine Idee wärmer, aber insgesamt liegen sie ganz dicht beieinander.

Audioquest XLR und COAX
Auch diese beiden Kabel schaffen es nach einer dreitägigen Einspielzeit, sich als gleichwertige Gegner den anderen Kabeln zu präsentieren. Sehr offen, frei und sauber, aber auch genau so körperhaft und “musikalisch” wird hier Musik auf allerhöchstem Niveau reproduziert.
Ich spiele „Smile“ von Hugh Coltman, übrigens ein Titel von „dem“ Charlie Chaplin und bin sofort in einem Aufnahmestudio der 50-er Jahre. Man hört scheinbar die Röhrenmikrofone einer guten RCA Living Stereo heraus und alles klingt so echt, so improvisiert, fast provisorisch. Als würde hier noch auf ausgeliehenen, alten Instrumenten geprobt werden.
Ich weiß nicht, was das Team um Hugh Coltman mit diesem Album erreichen wollte, aber wenn es das ist, was ich da gerade beschrieben habe, dann ist es ihnen wohl gelungen.

Ich spiele „Harbour“ von Sohn oder ein paar Stücke von Yello und bin in einer modernen Szenerie, die „digitaler“ gar nicht sein kann.

Fazit Audioquest:
Die Coffee/Vodka-Serie von Audioquest zeigt sehr deutlich, dass sich eine wirkliche Klangverbesserung bei Kabeln nur in eine einzige Richtung hin entwickeln kann:  Hin zum Original und weg von Sounds – egal wie sehr wir sie lieben oder bevorzugen.
Aber sie führen uns auch in eine Welt, in der selbst kleinste Fehler nicht mehr verziehen werden.
Das Vodka-Netzwerkkabel am Aries G2 zusammen mit dem Coffee-HDMI-Kabel hin zum Vega G2 – das überreizt das Klangbild fast, zumindest bei Ed Sheerans “Perfect”. Wer das Vodka-Netzwerkkabel aber direkt am Vega G2 hört, könnte den Eindruck bekommen, der  Vega G2 steuere 20% der Klangqualität bei, das Vodka den Rest.

„Gar kein Kabel ist das beste Kabel“.

WiFi

WiFi

Was ist dran, an diesem Slogan?
Schafft es WLAN (WiFi), selbst einem Vodka-Ethernetkabel den Rang abzulaufen?

Während Auralic beim Vega G2 aus klanglichen Gründen ganz auf ein WLAN-Modul verzichtet und er damit als Solo-Gerät zwingend über ein Ethernetkabel betrieben werden muss, habe ich beim Aries G2 die Wahl zwischen „drahtlos“ und „kabelgebunden“.

Ich beginne den Vergleich mit „kabelgebunden“, lasse also das Vodka-Ethernetkabel stecken und höre etwa eine halbe Stunde mit dem Coffee-HDMI-Kabel noch einmal meine mir bestens bekannten Teststücke.
Dann ziehe ich das Vodka-Ethernet-Kabel ab und stelle den Aries auf drahtlos um.
Auralic empfiehlt diese Betriebsart und weist auf die galvanische Trennung hin, was so viel bedeutet, dass hier weder elektrische Störsignale, noch vagabundierende Potentiale oder eben etwas anderes durch das Verbindungskabel übertragen werden kann als das reine Musiksignal.

Ich starte den ersten Song …
… und sofort hat WLAN verloren.
Gut – zugegeben – gegen dieses Vodka-Ethernetkabel.

Aber über WLAN klingt es härter und es gibt mehr Zischlaute. Nicht bei allen Aufnahmen auszumachen, bei Ed Sheeran aber liegen Welten zwischen diesen beiden Präsentationen.
Nach zwei weiteren Titeln ist mir klar, dass ich etwas ändern muss. Das Klangbild ist nicht nur härter, es ist auch ungenauer und wirkt dadurch schlicht unangenehm.
Ich schließe das Coax-Kabel von Progressive Audio an und siehe da – es bringt alles schön wieder in Ordnung.
Das Coffee-HDMI-Kabel wirkt in Kombination mit dem Vodka-Ethernetkabel wie ein Turbolader, nach dem Umschalten auf WLAN gefällt es mir aber im Moment nicht so gut. Der Sache muss man noch mal nachgehen.
Das Progressive Audio dagegen liebt anscheinend diese WLAN-Verbindung und lässt keine Wünsche offen.
Ich lasse es also stecken, schließe wieder das Vodka Ethernetkabel an, schalte von WLAN auf kabelgebunden um und …
… erhalte die Bestätigung, dass das Progressive Audio-Kabel im WLAN-Betrieb irgendwie besser klingt als mit diesem Vodka Netzwerkkabel.

Kabel um Kabel folgt, es geht von „drahtlos“ zu „kabelgebunden“ und wieder zurück.
Und ich höre, dass es mal über WLAN besser klingt und mal über Kabel.

Manche Digitalkabel danken es mir, wenn ich das Vodka-Netzwerkkabel gegen das von SupraCables austausche. Überhaupt ist es geradezu erstaunlich, wie gut sich das Ethernetkabel von Supra gegen das deutlich teurere Vodka schlägt. Das Supra mit dem Coffee-HDMI zum Beispiel, gefällt mir besser als das Coffee-HDMI mit dem Vodka. Das Coffee-USB dagegen, das läuft mit dem Vodka zu einer deutlich besseren Leistung auf und scheint das Netzwerkkabel von Supra nicht wirklich zu mögen.
Nachdem man das Vodka-Ethernetkabel gehört hat, darf man sich allerdings das Netzwerkkabel von QED dann nicht wieder anhören.

Ergebnis WLAN gegen Kabel

Bevor ich dem Irrglauben verfalle, dass ein Kabel – egal welches – auf jeden Fall besser sein muss, als eine WLAN-Verbindung, sollte ich mir das einfach mal anhören.
Also:
Lieber WLAN als ein billiges Netzwerkkabel!

Gelten die Aussagen sowohl bei 2,4 GHz als auch bei 5 GHz?

Das 2,4 GHz-Netz ist vor allem in dicht bewohnten Gebieten in Verruf geraten, weil es eben von sehr vielen genutzt wird und die paar zur Verfügung stehenden Kanäle dann nicht mehr ausreichen.
Da nur die neueren Geräte das 5 GHz-Netz beherrschen, ist es da (noch) nicht so voll auf den Kanälen.
Allerdings erkauft man sich den Umstieg auf das 5 GHz-Netz auch mit ein paar Nachteilen. Es reicht nicht ganz so weit und wird schneller instabil als das 2,4-er.
Wer also weit weg von anderen WLAN-Nutzern wohnt, der bekommt mit dem 5 GHz-Netz nicht – wie der Name das suggerieren könnte – die doppelte Bandbreite oder Geschwindigkeit, sondern tut sogar möglicherweise gut daran, im stabileren 2,4 GHz Netz zu bleiben.
Nun gut – ich will herausfinden, ob es sich klanglich auswirkt, in welchem Netz wir uns bewegen. Dazu muss man aber wissen, dass meine Fritzbox für dieses Tests in der Nähe der Anlage steht und selbst das 75cm-Vodka Ethernetkabel zum Testen ausreicht.
Und in dieser Konstellation kann ich beim besten Willen keinen Klangunterschied zwischen den beiden Netzen ausmachen.

Um heraus zu finden, ob sich der Klang verschlechtert, wenn man sich vom Router entfernt, melde ich den Aries G2 jetzt mal an meiner Time-Capsule (Apple) an, die im Büro – also im Keller steht. Das sind zwar auch nur so sieben Meter, aber dazwischen liegt eine dicke Betondecke.
Und das Ergebnis ist leicht zu beschreiben, denn nun klingt es „unsauberer“, um nicht „schmutzig“ verwenden zu müssen.
Je „anspruchsloser“ das musikalische Geschehen ist (einzelne Instrumente), um so kleiner wird der Klangunterschied. Sobald aber ein ganzes Orchester spielt oder wir uns gar eine Arie anhören – wird das alles schnell unangenehm.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Time-Capsule selbst diesen schlechteren Klang verursacht, sondern gehe davon aus, dass es einfach an der Entfernung liegt.
Also lautet hier meine Empfehlung:
Versuchen Sie, Ihre Fritzbox (oder was auch immer) so nah wie möglich an Ihr Streaming-Gerät heran zu bringen. Größere Entfernungen wirken sich klangverschlechternd aus. Halten Sie aber auch mindestens 2m Abstand zur Anlage ein, denn so ein Router ist schon ein rechter “Strahlemann”!

Und was ist mit den wirklich hoch aufgelösten Datei-Formaten?

Diese Antwort muss ich Ihnen zurzeit tatsächlich noch schuldig bleiben. Ich habe versucht, Titel in unterschiedlichen Auflösungen zu bekommen, die dann jeweils “im Original” vorliegen. Aber entweder wurden Dateien einfach nur hoch gerechnet oder die besseren Formate wieder herunter gerechnet. Da spielen dann so viele Faktoren mit, dass mir eine Aussage derzeit nicht seriös erscheint.
Sobald ich also “echtes” Material zur Verfügung habe, werde ich noch einmal der Frage nachgehen, ob die Schnittstellen Lightning-Link und USB HS bei entsprechendem Material tatsächlich noch einmal zulegen können, wenn alle anderen Schnittstellen schon längst die Segel streichen mussten.

Schlussworte

Das Hören der Kabel in den unterschiedlichen Kombinationen war anstrengend und hat ingesamt drei Wochen in Anspruch genommen. Aber es hat auch Spaß gemacht und die Ergebnisse waren interessant. Mit der Tatsache, bei den Netzwerkkabeln derart deutliche Unterschiede hören zu können, hätte ich noch vor 3 Wochen niemals gerechnet.

Das Netzwerk- und das USB-Kabel von QED haben es am Ende nicht geschafft, einen Platz in meiner audiophilen Schublade zu ergattern. Sowohl das HDMI-, das TOSLINK-, das RCA-, als auch das AES-Kabel von QED sind aber selbst an einer 10.000,-€-Streamer-Wandler-Kombination absolut vertretbare audiophile Verbindungen und verdienen sich ohne Zweifel meinen Respekt.
Die Pendants von SupraCables liegen preislich leicht über den QEDs, sollten aber ruhig mal mit den QED-Kabeln verglichen werden. Ganz sicher wird es Kombis geben, die das eine oder das andere Kabel lieber mögen.
Und damit es nicht so langweilig wird – sollte man sich dann auch die entsprechenden Kabel von Audioquest zum Test besorgen. Hier hat man dann sogar “in allen Lebenslagen” gleich mehrere Serien zur Auswahl.
Darf es “ein bisschen mehr sein” – bleibt bei den echten Digitalverbindungen (HDMI, USB, TOSLINK und Ethernet) am Ende nur noch ein einziger Markenname stehen:  AUDIOQUEST.
Bei RCA und AES wiederum, lohnt es sich, auf das neue Progressive Audio zu warten. Kurz vor Testende habe ich in ein paar Muster hinein hören dürfen und ich freue mich darauf, in ein paar Wochen mal die absoluten Top-Modelle von Audioquest mit den neuen Progressive-Audio-Strippen vergleichen zu dürfen.
Es bleibt spannend.
Vielen Dank für Ihr Interesse und Ihre Geduld.

Welcher Router klingt am besten?

Welcher Router klingt am besten?

Welcher Router klingt am besten?

Welcher Router klingt am besten?

Oder:  Die spinnen, die Römer!

„Jetzt übertreiben Sie es aber wirklich!“ … so liegt es einem auf der Zunge, wenn man ein paar Leuten zuhört, die sich nicht etwa über Kabel, Stecker oder Gerätesicherungen unterhalten, sondern über den Klang von DSL- und LTE-Routern.
Was so wörtlich ja auch gar nicht genommen werden darf.

Im ersten Schritt konfrontierte man mich vor fast zwei Jahren immer mal wieder mit der Behauptung, ich müsste unbedingt meine Fritz!box 7490 an ein gutes Netzteil anschließen, sonst könnte das Klangergebnis beim Streaming überhaupt nicht zufriedenstellend sein.
Etwa 9 Monate lang habe ich diese Aussagen mit „Ja, ja!“ erwidert. Dann schickte mir Robert Ross ein Keces-Netzteil  mit zwei Ausgängen zu. An den einen Ausgang habe ich einen Auralic Mini angeschlossen und an den zweiten eben die besagte 7490 von AVM, also die Fritz!Box.

Danach bin ich dann in den Keller gegangen, habe die Tür geschlossen und laut gerufen: „Und man hört es doch!“.

Nun gut – zunächst habe ich nicht viel Trara darum gemacht, aber dann kamen doch immer mehr Kunden auf mich zu und fragten nach audiophilen Netzteilen für ihre Fritz!box.
Heute gehören diese Netzteile mit zu den am meisten gefragten Artikeln bei uns.

Gezwungenermaßen hatte ich jetzt aber in den letzten Monaten mehr als es mir lieb war mit verschiedenen DSL-Routern zu tun.

„Wolfgang, es geht nicht mehr. Mein iPAD verliert dauernd den Kontakt. So macht das keinen Spaß!“.

Ich habe die (meist vom Provider mitgelieferten) Router der Kunden konfiguriert, erweitert, gedrosselt, spezialisiert und wieder auf die Werkseinstellungen zurückgesetzt. Nichts half. Mist bleibt Mist – möchte man da sagen.

Und damit meine ich vor allem diese Speedports der Telekom, mit denen ich mich selber bereits zwei Jahre lang herumgeschlagen hatte. Die Türfreisprecheinrichtung funktionierte nicht mehr, die Alarmanlage funktionierte nicht mehr und das Telefonieren sowieso nicht. Irgendwann teilte mir ein Telekom-Techniker mit:  „Herr Saul, ich sage Ihnen jetzt mal was. So lange Sie mit diesem Teil von der Telekom experimentieren, werden Sie keine Ruhe finden. Kaufen Sie sich eine Fritzbox und alles wird gut!“.

Nachdem ich meine erstaunten Augen wieder bewegen konnte, setzte ich mich an meinen Mac, rief ebay auf und erstand eine gebrauchte 7490 für 89,- € – fand ich klasse.
Angeschlossen, eingerichtet – und alles war gut. Schlagartig.

Am liebsten hätte ich auf diese blöde Speedport-Kiste noch ein paar mal drauf getreten, bevor ich sie wieder zurück geschickt habe.
Zwei Jahre Ärger – nur wegen dieser Mistkiste!

„Wenn eine Fritz!box wirklich meine Probleme beseitigen kann, wechsle ich sofort!“ meinte auch mein Kunde, dem ich von meiner Leidensgeschichte erzählte und ich ergriff die Chance. Sofort kaufte ich mir die neue 7590 und brachte die 7490 probeweise zum Kunden. Der Speedport-Hybrid wurde zum Einwahl-Modem deklassiert – das zumindest scheint er gut zu können – und alles andere übernahm die Fritz!box.
Das ist jetzt 4 Wochen her und alles läuft dort absolut störungsfrei.
„Kann das sein, dass es mit der Fritzbox auch viel besser klingt?“ so hörte ich den Kunden fragen und ich konnte ihm nur sagen, dass er jetzt schon der Dritte sei, der mir das so mitteilen würde.

So sensibilisiert ging ich an die Probleme der anderen Kunden mit immer dem gleichen Ergebnis. Sobald diese “tollen” Router der Provider nur noch Modem spielen dürfen – oder am besten gleich ganz durch eine Fritz!Box ersetzt werden  (geht noch nicht beim Hybrid-Gerät!) – und man damit WLAN, DHCP, DECT usw… der  Fritz!box übergibt, funktioniert es und es klingt auch noch besser.

Einer meiner Kunden, der auch eine 7490 betrieb, holte sich die 7590 dazu und verglich die beiden.
Sein Resümee:
Die 7590 klingt noch deutlich besser als die 7490.
Das hört man auch schon ohne ein besonderes Netzteil einzusetzen, aber wenn man dann z.B. ein SBOOSTER davor hängt, dann ist der Unterschied mehr als deutlich zu hören, da muss man überhaupt nicht lange vergleichen.

 

Was ich mit meinem Bericht hier sagen will ist, dass es sicher Haushalte gibt, wo diese Speedports, Easyboxen und wie sie alle heißen funktionieren, weil sie dort fast nichts zu tun haben.
Wenn sie aber mal das tun sollen, wofür sie auch entwickelt wurden, kann man oftmals nur feststellen, dass sie genau das nicht können.

Ich habe keine Ahnung, ob die Fritz!boxen am besten sind, oder die einzigen sind, die funktionieren oder was auch immer.
Ich bin HiFi-Händler und betreibe keinen IT-Artikel-Shop.

Aber sie funktionieren anscheinend besser als die anderen und zumindest das neue Flaggschiff von AVM klingt beim Streamen auch noch verdammt gut – sogar besser als seine Vorgänger.

Das ist keine absolute Aussage!

Ich habe das weder mit einem Teil von Netgear noch von TP-Link, Zyxel oder irgendwelchen anderen Herstellern gegengeprüft, aber angesichts der weiten Verbreitung und der eklatanten Verbesserung im Vergleich zu den Speedports, kann ich derzeit die neue 7590 jedem empfehlen.
Das gilt sogar, wenn es sich bei dem Speedport um dieses Hybrid-Teil von der Telekom handelt und man den Router nicht durch die Fritz!Box ersetzen, sondern nur erweitern kann. In diesem Fall verbleiben die Zugangsdaten im Speedport-Hybrid und die Fritz!Box wird dahinter geschaltet. Im Speedport schalten wir dann alles aus – bis auf die Einwahl und die Fritz!Box übernimmt unser WLAN.

Vielleicht haben Sie ja ähnliche Erfahrungen sammeln können. Ich würde mich über Ihre Informationen und Rückmeldungen sehr freuen.

Hinweis:
Wie bereits erwähnt kann ich Ihnen leider so eine Fritz!Box nicht verkaufen.

Zur Preisentwicklung:
Derzeit wird die 7590 bei verschiedenen Discountern schon deutlich unter 200,- € angeboten!

Zusatz:
Mir haben jetzt mehrere Kunden mitgeteilt, dass der Klangunterschied zwischen der 7590 und der 7580 fast noch größer sein soll als zur 7490. Wer also wirklich HRA streamen will, der sollte derzeit auf die 7590 wechseln.

Soundiiz – für Streaming-Freaks ein unverzichtbares Tool

Soundiiz – für Streaming-Freaks ein unverzichtbares Tool

Soundiiz – für Streaming-Freaks ein unverzichtbares Tool

Soundiiz – für Streaming-Freaks ein unverzichtbares Tool

… und auf einmal ist alles weg!?
Alle Playlists, Favoriten, gespeicherte Künstler, Alben … ???

Soundiiz (https://soundiiz.com) macht Schluss mit dieser Horror-Vorstellung.
Und von 2018 an sogar (zum Teil) kostenlos!

Jahrelang hat man sich Playlists erstellt, Favoriten angelegt, Künstler, Alben … gespeichert.
Jetzt würde man ja gerne das Portal wechseln, aber dann muss man ja wieder ganz von vorne anfangen!

Niemals, oder!?

Nun, schon seit längerem bietet Soundiiz genau für diese schreckliche Vorstellung eine Lösung an. Unter soundiiz.com kann man einen Account anlegen und dann von so ziemlich jedem Portal dieser Erde seine Playlists einfach zu einem anderen Portal übertragen.

Beispiel:
Sie nutzen seit Jahren Spotify und haben dort unendlich viele Playlists angelegt?
Jetzt sind Sie von High-Res-Audio begeistert und hätten auch gerne alle Ihre Spotify-Listen nach Qobuz übertragen?
Mit Soundiiz kein Problem!
Es sei denn, Sie haben etwas dagegen, Soundiiz Ihre Zugangsdaten zu Qobuz und Spotify zu geben.

Ängstliche Naturen können aber ja auch direkt nach dem Übertragen der Playlists die Passwörter ändern und sind wieder auf Nummer sicher.
Sobald Sie den Vorgang angestoßen haben, überträgt Soundiiz Ihre Playlists von Portal a nach Portal b.
Nach Abschluss bekommen Sie eine Übersicht, welche Titel in der neuen Liste sind und welche im neuen Portal nicht zur Verfügung stehen. Was das neue Portal nicht anbietet, wird nicht übertragen – was ja logisch ist.

Sogar die Playlist in eine Datei zu schreiben und auf den heimischen PC zu übertragen ist möglich. Oder Listen aus einer Datei zu importieren.

Oder Playlists in verschiedenen Portalen zu synchronisieren!

Von 2018 an werden viele der wichtigsten Möglichkeiten laut Soundiiz kostenlos angeboten werden. So kann man Soundiiz wunderbar ausprobieren und bei Gefallen einen kostenpflichtigen Account anlegen, mit dem sich dann noch mehr Möglichkeiten bieten.
Man muss sich nur mal die Entwicklung in den letzten zwei Jahren anschauen – gigantisch!

AUDIOSAUL-Fazit:
Für Streamer-Freaks ein unverzichtbares Tool. 

CD, Streaming oder Schallplatte – was klingt am besten? Teil 2

CD, Streaming oder Schallplatte – was klingt am besten? Teil 2

CD, Streaming oder Schallplatte – was klingt am besten? Teil 2

CD, Streaming oder Schallplatte – was klingt am besten? Teil 2

Mit Vertriebsmenschen wie Armin Kern von ATR zusammen arbeiten zu dürfen, macht wirklich Spaß. Im Kommentar zu meinem Testbericht  “CD, Streaming oder Schallplatte – was klingt am besten? Teil 1” hatte er angekündigt, mir zwei MQA-lizenzierte Geräte aus seinem Vertriebsprogramm vorbei zu bringen und kaum 2 Tage später war er damit zur Stelle.

Zum Hintergrund:
Ich hatte im o.g. Bericht festgestellt, dass die MQA-Version von Keith Jarretts „The Köln-Concert“, die man über Tidal  streamen kann, bei hohen und lauten Tönen irgendwie „übersteuert“ klingt. Da ich mit der Dekodierung dieser Datei einen Auralic Altair beauftragt hatte und dieser nicht von MQA lizenziert ist, stand die Frage im Raum, ob der Wiedergabefehler an der Datei selbst liegt oder an der Art und Weise, wie ein Auralic Altair MQA-Dateien dekodiert.

Und da lagen sie vor mir:
Ein kleines, unscheinbares „Zigarrendöschen“ von Meridian (quasi dem Erfinder von MQA) mit der Bezeichnung Explorer

Meridian Explorer

Meridian Explorer

und ein nicht viel größeres Kästchen von Pro-Ject mit dem Namen Pre Box S2 Digital.

preboxs2digital

preboxs2digital

Beide Testgeräte erreichen lange nicht die Preisklasse eines Auralic Altair – aber darum ging es uns ja auch gar nicht.
Niemand, außer Armin vielleicht 🙂 – wollte mich hier zu einem Klangvergleich bewegen.
Wir wollten doch nur der Ursache für diese undefinierbaren Töne auf die Spur kommen.

Und ohne Umschweife kann ich direkt zum Ergebnis kommen:

Die Datei selbst ist der Verursacher, die beiden MQA-Kästchen zaubern diese Übersteuerungen, Artefakte oder was es auch immer sein mag – auch nicht weg. Immer klingt das ein wenig anders – aber nie so, dass es nicht stören würde.
Es bleibt dabei: Allein die 16 Bit 44.1 kHz-Variante auf Tidal verschweigt die gesamte Problematik.
Dafür aber auch so einiges anderes mehr.

Das einzige Medium, was diese Töne zwar nicht „schöner“ darstellt, uns aber dafür genau hören lässt, was da bei der Aufnahme geschehen ist, das ist die Langspielplatte.

Dem Meridian hätte ich gerne etwas genauer auf den Zahn gefühlt, aber leider hatte ich kein wirklich gutes Mini-USB-Kabel parat. So hatte ich mich hier auf das mitgelieferte Kabel zu beschränken, dass leider die Qualität eines gewöhnlichen Computer-USB-Kabels definitiv nicht überschreiten konnte. Ganz sicher kann dieses Teil deutlich mehr, als es diese Beipackstrippe zulässt. Schade.
Aber Meridian hat hier wohl die Zielgruppe im Auge, die gerne ihren PC oder Laptop zum Streamen verwendet und dort dürfte man mit einem USB-Kabel, was teurer ist als der Meridian-DAC selbst, ziemlich hart auf Granit beißen.

Das sah beim Pro-Ject zum Glück anders aus.
Er hat eine USB-2-Buchse und dafür lag bei mir das brandneue GT2-Pro von Furutech parat.

Beginnt man, die Texte und Angaben auf dem Pro-Ject-Umkarton zu studieren, hat man das Gefühl, den Beipackzettel eines Apothekers zu lesen.
Nein, nicht wegen der möglichen Nebenwirkungen – sondern auf Grund des Umfangs und der nicht enden wollenden Aufzählung dessen, was diese kleine Kiste so alles kann.
Der Begriff „Schweizer Messer“ wird in solchen Situationen gerne genutzt und ganz sicher passt dieser Begriff auch hier perfekt.

Computer anschließen, CD-Player, Streamer, TV, Verstärker, Kopfhörer – alles kein Problem.

Für 365,- € Listenpreis stutzt man erst einmal. Oder auch mehrmals.
Nun gut. In Zeiten, zu denen ein Handy fotografieren, navigieren und Geld überweisen kann, da weiß man, dass es für fast jede Funktion heutzutage nur noch einer App bedarf.
Programm installieren und schon kann das Dingen fliegen.
So ungefähr jedenfalls

Da überrascht es uns also auch nicht wirklich, wenn so eine Pre Box wirklich viel kann.
Viel zu können heißt ja aber leider nicht, alles auch gut zu können.

Dass auch die Pre-Box die schrägen Töne der MQA-Datei nicht wirklich sauber hinbekommen hat, das werte ich jetzt mal eher als Kompliment, denn die sind einfach schon in der Datei nicht sauber.
Und die vielen Filtereinstellungen, die dieses Kästchen drauf hat, die können daran auch nichts ändern, denn sobald das MQA-Lichtlein brennt, sind alle anderen Filtermöglichkeiten zur Untätigkeit verdammt, also nicht mehr abrufbar.

Viele Filtereinstellungen?
Was ist darunter zu verstehen?

Ist das etwa so wie beim Pizza-Taxi?
Thunfisch, Champignons, Schinken, Salami, Ananas … ? Alles machbar!?

Und diese Pre-Box, die liefert uns nun 7 verschiedene Sounds, je nach Lust und Laune?

Natürlich ist das nicht so, aber lesen Sie weiter:

Was man zu Filtern wissen sollte:

Kein DAC der Welt kommt ohne Filter aus. Den Begriff Filter kennen die meisten von uns nur von der Kaffeemaschine und so ähnlich wirkt auch ein Digitalfilter.

Das, was man nicht haben will, das bleibt hängen, alles andere darf durch.

Besonders tiefe Störfrequenzen (Subsonic) zum Beispiel oder Unsauberkeiten in besonders hohen Frequenzen, Vorschwingungen, Nachschwingungen und vieles mehr gilt es zu verhindern, zu unterdrücken oder zumindest zu dämpfen.

Eine Wissenschaft für sich – Sie haben recht.

Wie die einzelnen Hersteller damit umgehen, dass ist erstaunlich unterschiedlich. Manche sehen in den Filtereinstellungen die große Möglichkeit, sich einen ureigenen Klang zu verschaffen, andere halten sich an ungeschriebene Gesetze.

Pro-Ject geht in der Pre-Box ganz einfach den Weg, es dem Besitzer selbst zu überlassen, welche Filtereinstellung er denn verwenden will.

Hierzu sind folgende Filter abrufbar:

Filter Optimal transient (Pro-Ject proprietärer Filter)

Fast Roll Off (Linear Phase Fast Roll Off)

Slow Rollof (Linear Phase Slow Roll Off)

Minimum Phase Fast (Minimum Phase Fast Roll Off)

Minimum Phase Slow (Minimum Phase Slow Roll Off)

Linear Apodizing Hybrid Filter

Brickwall Filter

Was sich genau hinter diesen Bezeichnungen versteckt, das können Sie problemlos googeln. Wenn Sie aber nach dem Lesen der Erklärungen exakt verstanden haben, worum es geht, dann sind Sie schlauer als ich.

In der Praxis:

Mal klingt es etwas härter, mal weicher, mal ist da mehr Raum, mal weniger, mal ist der Bass trockener mal ungenauer.
Was gerade eben noch bei dem ersten Song ganz weit vorne lag kann beim zweiten Song die schlechteste Einstellung sein.
Hat man sich an eine Einstellung gewöhnt, erscheinen einem die anderen nach einer Weile ein wenig seltsam.
Und am Ende weiß man überhaupt nicht mehr, was denn jetzt richtig und was falsch ist.

Zum Glück hat uns Pro-Ject hier einen hauseigenen, optimierten Filter mitgeliefert.
Ihn zu nutzen, dürfte sicher die beste Empfehlung sein.
Alle anderen können wir mal ausprobieren und vielleicht schreit die eine oder andere Aufnahme auch nach einem der anderen Filter, aber immer, wenn wir unsicher werden und nach einem roten Faden suchen, können wir schnell zurück zur optimierten Einstellung wechseln.
Das ist doch sehr beruhigend.

Und wie klingt die kleine Kiste?

Erstaunlich gut!
Keine Ahnung wie Pro-Ject das wieder angestellt hat, aber was hier an Klang zum Vorschein kommt, das hat mit dem, was der Preis oder die winzige Größe des Gehäuses vermuten lässt, aber mal gar nichts zu tun.

Und das sage ich im Bewusstsein, dass ich wohl kaum eines dieser Geräte verkaufen werde.
Der typische AUDIOSAUL-Kunde gibt gerne auch ein paar Euro mehr aus und die, für die so eine Pro-Ject Pre Box S2 Digital preislich in Frage kommt, die kaufen nicht bei AUDIOSAUL sondern fahren zum nächsten Discounter.

So muss ich denn anerkennen, dass der “ausnahmsweise” auch mal was gutes da hat. 😉

Sollten Sie aber jetzt genau dieses Teil bei mir bestellen wollen – so stehe ich auch für diese Überraschung gerne parat. 🙂

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