Progressive Audio PEARL TDC Hörbericht

Progressive Audio PEARL TDC Hörbericht

Progressive Audio  Pearl TDC Hörbericht

Progressive Audio  Pearl TDC Hörbericht

(Triple-Directdriven-Ceramicspeaker)

Erfahren Sie mehr über den Hersteller „Progressive Audio“ (Link)

Die ersten beiden Paare Pearl TDC sind ausgeliefert. 
Das eine ging nach Münster, das andere nach Berlin.
Und beide Besitzer sind super happy mit ihrem neuen, außergewöhnlichen Aktivlautsprecher.

Aber beginnen wir mal ganz vorne:

Progressive Audio Elise

Progressive Audio ELISE

 

Als Progressive Audio im Jahre 1998 die Elise präsentierte, waren die Testredakteure, ihre Leser und alle anderen, die sie hörten, sofort einer Meinung.
Ein solcher Ausnahme-Lautsprecher durfte kein Einzelstück bleiben. Er musste einfach einen „großen Bruder“ bekommen.

 

 

 

 

 

 

Progressive Audio Pearl

Progressive Audio Pearl

Und Ralf Koenen, der Kopf hinter Progressive Audio, hatte die Pläne dafür auch schon in der Tasche.
Es sollte aber noch bis zum Jahr 2002 dauern, bis er die „Pearl“ der Öffentlichkeit präsentierte. Unverkennbar eine „große Elise“.

Progressive Audio avancierte in den darauf folgenden Jahren zu einem Voll-Sortimenter. Bereits im Jahre 2005 bestand das Portfolio aus vier Lautsprechermodellen, zwei Vollverstärkern, zwei Phono-Verstärkern, einem Digital-Analog-Wandler, einem CD-Player, drei Kabelserien und einer selbst entwickelten Gerätesicherung.

 

 

 

Spätestens 2010
gehörte Progressive Audio endgültig zu den anerkannten Deutschen High-End-Herstellern und Ralf Koenen gelang es, mit jedem neuen Projekt vorhandene Lücken zu schließen.
Allen voran die Extreme-Serie sorgte für eine echte Aufregung in der Lautsprecherlandschaft.

HE2017_21

Progressive Audio Extreme Serie

 

Eine solch hohe Klangqualität in dieser Preisklasse zu liefern, das schien bislang unmöglich zu sein.

Wie groß der Unterschied zu anderen Boxen in der gleichen Preisklasse tatsächlich ist, merkt man sehr schnell, wenn man sie sich mal „richtig“ anhört – also eben nicht unter Messebedingungen, sondern in aller Ruhe zuhause oder bei einem guten HiFi-Händler.

 

 

 

Transformer2-2.8

Transformer2-2.8

Auch wenn man sich im Hause Progressive Audio über diese Erfolge freut, so verfolgt man dennoch die eigene kompromisslose Leidenschaft für das Musikhören weiter und erfüllt sich so ganz nebenbei die eigenen Hörwünsche mit der Transformer-Serie, deren Preise von 45.000,- € bis hin zu rund 130.000,- € reichen.
Jedenfalls, wenn man sich den Luxus gönnen will, einen der weltbesten Lautsprecher in einer vollaktiven Ausführung zu besitzen.

 

 

 

 

 

Progressive Audio Pearl Keramik

Pearl-Käufer brauchen dabei ganz und gar nicht neidisch auf die großen Brüder der Pearl zu schauen, sondern dürfen sich darüber freuen, dass viele der für die Transformer entwickelten Lösungen auch in der Pearl Anwendung finden.

So nutzt Ralf Koenen nicht nur die Keramik-Chassis vom Hersteller Accuton in seiner Pearl, sondern auch viele exklusive Weichenlösungen, die eigens für die Transformer-Serie entwickelt werden mussten.

 

Mit dem Entschluss, die 22.000,- € kostende passive Pearl jetzt auch in einer vollaktiven Version anzubieten, trifft er den Zeitgeist wie mit wohl keiner anderen vorherigen Entscheidung.

 

 

 

 

30.000,- € muss Progressive Audio für die Pearl TDC aufrufen, wahrlich kein Schnäppchen. Solange man sie nicht mit deutlich teureren Lautsprechern vergleicht. Denn dann wendet sich das Blatt ganz schnell wieder.

Streamer – Box – fertig

Das Geniale liegt in der Tatsache, dass die Pearl TDC mit einem Streamer/Wandler wie z.B. dem Vega G2 von Auralic eine extrem harmonische Ehe eingeht.
… und man dann zum Musikhören bis auf ein paar Kabel nichts weiter mehr benötigt!
Einen Streamer/Wandler – ein Paar Lautsprecher – fertig ist eine High-End-Anlage mit einem Klangbild, das nicht von dieser Welt zu sein scheint.

Was steckt nun hinter dem Geheimnis einer Pearl TDC?

TDC steht für Triple-Directdriven-Ceramicspeaker.

Triple-Directdriven …
weil wir für jedes der drei Chassis einen eigenen internen Verstärker vorfinden.
Hier wird keine Aktivelektronik vorgegaukelt oder herkömmliche Verstärker einfach mit in das Lautsprechergehäuse eingebaut, sondern hier geht es tatsächlich darum, an jedes einzelne Chassis jeweils einen eigens auf die speziellen Anforderungen hin abgestimmten Verstärker zu betreiben.
Bei einem Paar Pearl TDC bringt der Hersteller es also auf  insgesamt sechs „direktantreibende“ Verstärker.

Ceramicspeaker …
weil es sich bei jedem der drei Chassis um ein Keramik-Chassis aus dem Hause Accuton handelt.
Die Creme de la Creme des Chassis-Baus sozusagen, die aber beherrscht werden will.
Wie eben jedes andere außergewöhnliche Bauteil auch.

Wie gut Ralf Koenen diese Keramik-Chassis kontrolliert und zu welchen musikalischen Tönen er sie im wahrsten Sinne des Wortes antreiben kann, das offenbart sich einem schon bei den ersten Tönen dieser Box.

Was ist das Besondere an ihrem Klangbild?

Machen wir uns nichts vor!
Wer sich einen Lautsprecher für 30.000,- € anhört, der will sich „anschnallen müssen“, um nicht „weggeblasen“ zu werden.
Und wenn die Pearl auch selbstverständlich in der Lage ist, hohe Lautstärken zu erreichen und einen  “trommelfellgefährdenden” Schalldruck zu erzeugen, so ist das doch in keiner Weise das vorrangige Ziel des Entwicklers gewesen.

Mit der Pearl TDC stellt Ralf Koenen vielmehr eindrucksvoll unter Beweis, wie viele feine Informationen bei vielen Lautsprecherkonstruktionen unbemerkt „verloren“ gehen.
Und das sind die vielen filigranen Töne, Klang-Nuancen, Rauminformationen und hauchzarte Klangfarben.
Kurz und gut:  Das Gefühl, alles eben im Original und nicht über Boxen zu hören.

Wenn bei „Cold Rain“ (Blues Company) die Mikrophone hochgezogen werden, nickt man den Musikern unweigerlich höflich zu – weil sich das einfach so gehört, wenn man mit anderen zusammen einen Raum teilt. Und das macht man hier schon, noch bevor die Musik beginnt.

Wenn Arne Domnerus sein Saxophon in der Kirche spielt, dann hören wir nicht nur ein Gemisch aus Direkt- und Indirektschall, der uns klar macht, wie groß dieser Raum gewesen ist.
Wir hören und „sehen“ dieses Saxophon dreidimensional vor uns. In seiner natürlichen Größe. Und erst danach erreicht der indirekte Schall unser Ohr und zeigt uns die Ausmaße dieser Kirche.
Das ist ein himmelweiter Unterschied zu dem, was man gewohnt ist.

Wenn das Sangensemble Amanda aus Göteborg seine Hawaii-Gesänge anstimmt (Dey O Dey O), dann muss man nicht lange rätseln, um heraus zu finden, dass die Solosängerin vor (!) dem Männerchor steht und nicht mittendrin. Hier gibt es kein Durcheinander sondern ein beeindruckendes Nebeneinander verschiedener Stimmlagen, die alle gemeinsam das gleiche Stück singen.

Die unbändige Kraft und die geradezu erstaunliche Dynamik, die dieser Lautsprecher in der aktiven Version entwickelt. die zeigt sich nicht erst, wenn man „volle Pulle“ hört.
Selbst bei kleinsten Lautstärken explodieren Bassdrum-Kicks und schwingen Saiten, als könnten sie durch nichts gestoppt werden.

Geradezu beängstigend wird es, wenn sich die Pearl mit der Reproduktion eines wirklich großen Orchesters zu befassen hat. Das komplette Programm des Boston Pops Orchesters (Arthur Fiedler) scheint eigens für die Pearl aufgenommen worden zu sein.

Klassische Musik ist ihr Zuhause. Die Darbietung berühmter Bühnen gelingt ihr spielend – in sämtlichen Dimensionen.

Um zu sehen, was auf der Bühne geboten wird, muss man bei der Pearl einfach nur die Augen schließen.

Wir sehen nicht nur, dass jemand singt, wir können ihm in den Mund schauen.
Und wieder einmal müssen wir wohl von vorne beginnen und all unsere Lieblingstitel noch einmal neu kennen lernen.
Dieses mal so, als hätten wir das große Glück, den Künstler endlich live erleben zu dürfen.

Hat man seine Hörprobe beendet, stellt man erleichtert fest, dass man sich nun nicht etwa wieder “abschnallen” und von einem ungeheuren Spektakel erholen muss. Man erwacht vielmehr sanft aus einem wunderbaren Traum.

Virtual Reality –
 so lautet das Zauberwort, mit dem man heute eigentlich Video-Freaks für sich gewinnen will.
Mit einer Progressive Audio Pearl TDC bekommt dieser Begriff eine ganz eigene Bedeutung.
Näher kann man dem Original gar nicht sein als mit einem Paar Pearl Triple-Directdriven-Ceramikspeaker.

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Progressive Audio Extreme Serie

Progressive Audio Extreme Serie

Progressive Audio Extreme Serie

Progressive Audio Extreme Serie

Machen Sie jetzt den Lautsprecher-Test
Welcher Lautsprecher ist für Sie der richtige?

Sein Design ist extrem wichtig                             (   )
Er muss zur Einrichtung passen                          (   )
Er soll nur so groß wie nötig sein                        (   )
Der Preis muss stimmen                                       (   )
Er muss traumhaft gut klingen                             (   )
Man muss ihn auch als Aktivbox kriegen            (   )
Es soll ein deutscher Hersteller sein                    (   )

Zählen Sie jetzt für jedes Kreuzchen oder Häkchen einen Punkt.

Ergebnis  1 bis 7 Punkte:

Der richtige Lautsprecher für Sie stammt vom deutschen Hersteller „Progressive Audio“ und heißt so wie er ist:  Extreme
Vom kleinen Regal-Lautsprecher Extreme I für 3.998,- €/Paar bis hin zur mannshohen Extreme IV für 12.998,- €/Paar finden Sie die für Sie richtige Größe im herausragenden Design, das sich jedem Ambiente unterwirft.
Und das Allerbeste an dieser Lautsprecher-Serie ist ihr beeindruckend realistisches Klangbild.
Vom trockenen aber wunderbar voluminösen Bass über einen authentischen Mitteltonbereich mit gefühlt mehr als einer Milliarde Klangfarben bis hin zum zeitrichtigen, phasenrichtigen und turboschnellen Hochtonbereich ohne einen Hauch von Lästigkeit – verwöhnt diese Lautsprecherserie ihren Besitzer und seine ganze Familie.

In jeder Preisklasse und in jeder Größe findet der Musikliebhaber hier eine Möglichkeit, sich von der Massenware abzusetzen, ohne in die Falle zu tapsen, einen begangenen Fehler mit einem zweiten ausgleichen zu wollen.

Dann verfallen wir doch schon lieber von einer Extreme zur anderen, oder?  🙂

Extreme I
Passivlautsprecher   3.998,- €/Paar
Aktivlautsprecher     7.418,- €/Paar (inkl. Ständer)
Passivlautsprecher “Edition I”  5.998,- €/Paar inkl. USM-Haller-Ständer
Aktivlautsprecher “Edition I” 8.998,- €/Paar inkl. USM-Haller-Ständer
Ständer:  720,- €/Paar

Progressive Audio Extreme 1

Progressive Audio Extreme 1 auf Original-Ständer

Extreme I USM-Haller 1

Extreme Edition I (USM-Haller-Design)

Extreme II
Passivlautsprecher   4.998,- €/Paar
Aktivlautsprecher     8.418,- €/Paar
Passivlautsprecher “Edition II”  nicht lieferbar
Aktivlautsprecher “Edition II” nicht lieferbar

Progressive Audio Extreme 2

Progressive Audio Extreme 2

Extreme III
Passivlautsprecher   7.998,- €/Paar
Aktivlautsprecher     12.498,- €/Paar
Passivlautsprecher “Edition III”  12.998,- €/Paar
Aktivlautsprecher “Edition III” 18.000,- €/Paar

Progressive Audio Extreme 3

Progressive Audio Extreme3

 

Extreme IV
Passivlautsprecher   12.998,- €/Paar
Aktivlautsprecher     18.998,- €/Paar
Passivlautsprecher “Edition IV” 22.000,- €/Paar
Aktivlautsprecher “Edition IV”  28.000,- €/Paar

Extreme-4-Edition

Progressive Audio, Extreme Edition IV,  USM-Haller-Design, Ralf Koenen Messe München  (Foto:  fairaudio.de)

Alle Extreme-Lautsprecher sind ohne Aufpreis in schwarz und in weiß lieferbar.
Sonderfarben in der Original-Design-Serie sind mit 10-15% Aufpreis lieferbar.
Sonderfarben in der Edition-Serie auf Anfrage.

 

 

Bei weiteren Fragen zu Bestellmöglichkeiten, rufen Sie uns bitte an:  0208 – 671424
oder senden uns eine E-Mail:   info@audiosaul.de

Progressive Audio Messe 2016-1

Progressive Audio High-End München

UMS

Progressive Audio Extreme Edition I (USM-Haller-Design)

 

Alle Angaben mit Stand vom 15.11.2017

Wie gut sind meine Lautsprecher eigentlich?

Wie gut sind meine Lautsprecher eigentlich?

Wie gut sind meine Lautsprecher eigentlich?

Wie gut sind meine Lautsprecher eigentlich?

Haben Sie sich auch schon mal die Frage gestellt:  Wie gut sind meine Lautsprecher eigentlich?

Sicher hätte man sich die Frage wohl besser stellen sollen, bevor man sie gekauft hat, aber jetzt sind sie ja nun einmal da.
Und manchmal sitzt man dann davor und fragt sich, ob sie uns einfach nur gut gefallen oder ob sogar ein Fachmann uns einen guten Kauf bescheinigen würde.
… oder vielleicht doch besser nicht?  🙂

Wir kaufen nach dem LuL-Prinzip.

Gekauft werden die meisten Lautsprecher nach dem Logik- und Leumund-Prinzip (LuL).
Logik =  Wenn die Boxen nicht gut wären, würde es die Marke doch schon lange nicht mehr geben.
Leumund = Man weiß, dass Boxen von dieser Marke gut sind. Das sagen doch alle.
Was beim Wein das Schild mit den „95 Parker-Punkten“ ist, das sind bei Lautsprechern die Testergebnisse.

Schallwellen gelangen ins Ohr eines Mannes

Fotolia_88754239 © axel kock

Außer dem LuL-Prinzip gibt es halt nur noch das Prinzip „Anhören“.
Aber dafür glauben wir von uns, zu wenig zu wissen, zu wenig zu können.

 

 

 

 

 

Das machen sich spezielle Zeitschriften zu nutze und testen die Lautsprecher für uns.
Aber sind diese Testergebnisse ehrlich und nützlich? Irgendwie schon, aber irgendwie auch wieder nicht. Die Testzeitungen finden einfach alles gut.
Zuhause sitzt man dann möglicherweise vor einem Testsieger – einem von zig Testsiegern – denn in jedem neuen Heft gibt es ja wieder einen neuen Testsieger.
Und so fragt man sich immer noch:

Wie gut sind meine Lautsprecher eigentlich?

Möchten Sie das nicht auch endlich mal selber beurteilen können?

Na prima!
Ich helfe Ihnen dabei!

Fakten, die ich hier nicht berücksichtige, weil sie keine Aussage über die Klangqualität eines Lautsprechers zulassen:

* Der Preis (Es gibt in jedem Preisbereich tolle Boxen! … und es gibt die anderen)
* Der Preisnachlass (Jedes Super-Angebot hat seinen Grund! Finden Sie den heraus!)
* Testergebnisse (Motto: „Wes Brot ich ess`, des Lied ich sing“?)
* Das Design (Ein tolles Design muss nicht, kann aber bedeuten, dass der Entwickler seinen Schwerpunkt hier sieht und nicht im Klang)
* Der Leumund (Der HiFi-Markt lebt vom „selektiven Nachplappern“)
* Die Logik (Sie wissen schon, das mit den Millionen Fliegen …)

Wenn Sie jetzt das Gefühl haben, dass ich Ihnen gerade „alles weggenommen habe“, wonach Sie bisher Boxen beurteilt haben, so ist das von mir nicht ganz unbeabsichtigt gewesen.
Denn wir wollen es ja heute mal „ganz anders machen“, oder?

Heute hören Sie sich Ihren Lautsprecher mal ganz alleine an und lassen sich durch nichts dabei beeinflussen!
Sie können das! Sie müssen sich nur auf dieses kleine Abenteuer einlassen.

Das Problem:
Viele von uns haben noch niemals in ihrem Leben eine natürliche Wiedergabe über einen Lautsprecher gehört! Sie können sich nicht einmal vorstellen, wie so etwas klingen könnte.
Wenn man sie fragt, was denn einen guten Lautsprecher ausmacht, dann kommen immer die gleichen Antworten:

Er muss laut spielen können.
Er muss einen satten Bass haben.
Er muss klar und rein klingen.

HE2017_9

Bass

 

Sicher sind das die Punkte, die einfach jeder von uns bewerten kann.
Eine besondere Fähigkeit oder gar “Insiderwissen” beweisen wir damit aber nicht, oder?

 

 

 

Ich will Ihnen heute deshalb zwei weitere Punkte nahelegen, mit denen Sie sich durchaus eine  Kompetenz verschaffen können.
Der eine nennt sich „Natürlichkeit“, der zweite „Timing“.

Punkt eins – Natürlichkeit

Das seltsame an diesem Punkt ist, dass wir uns ihm umso näher fühlen, je weiter wir von ihm entfernt sind.

Schallwellen gelangen ins Ohr eines Mannes mit markiertem Gehörzentrum

Fotolia_85261828 © axel kock

Das liegt an unserem Gehirn.
Zwar bilden unsere Ohren die Sensoren für den Schall – aber was wir dann hören – was wir glauben zu hören, das bestimmt allein unser Gehirn.
Ihm macht es nichts aus, wenn etwas nicht natürlich – also nicht richtig –  klingt. Es weiß ja, wie es klingen müsste.

 

Sind die Instrumente viel zu klein?
Ist der Mund eines Sängers riesengroß?
Kein Problem! Es weiss doch, wie groß die Instrumente sind und wie klein ein Mund ist.

 

Eigentlich ist es also völlig gleichgültig, was wir hören und wie es klingt – unser Gehirn bringt das schon in Ordnung.
Unser Gehirn ist vertraut mit dieser Aufgabe – es macht den ganzen lieben langen Tag nichts anderes!

Wir glauben ja auch, die kleinen Menschen im Fernseher wirklich zu sehen. 🙂
Unser Gehirn erhält Informationen – wertet sie aus – und präsentiert uns das „übersetzte Ergebnis“, damit wir damit überhaupt etwas anfangen können.
Genau das sicherte unseren Vorfahren das Überleben!

Das Glückserlebnis

Umso größer ist das Glückserlebnis, wenn unser Gehirn plötzlich beim Musikhören „arbeitslos“ wird, weil es ein perfekt richtig und natürlich klingendes Ergebnis präsentiert bekommt, an dem es nichts mehr „auszuwerten“ gibt.
Dieses Gefühl muss man einfach mal erlebt haben, sonst glaubt man nicht, dass es möglich ist!

Sie hören ein Instrument oder eine Stimme und Ihr Gehirn ist sich sofort sicher – dass es das echte Instrument und die echte Stimme hört.
Manchmal hat man dann das Gefühl, man würde vor Endorphinen geradezu überlaufen – so toll fühlt man sich.
Weil alles so echt – so natürlich klingt und man gleichzeitig weiß, dass man ja alles „nur über Lautsprecher“ hört.

Es ist genau dieser Widerspruch. Diese perfekte Illusion, nach der man ganz schnell süchtig wird.

Automatische Gehirnfunktionen abschalten lernen.

Wer also lernen will, einen Lautsprecher zu bewerten, der muss lernen, die automatisierten Funktionen im Gehirn „auszuschalten“.
Damit uns das gelingt, müssen wir es austricksen.

Flügel

Fotolia_72992691 © Thatiana Shepeleva

Nehmen wir als gutes Beispiel das Klavier.
Wir machen es unserem Gehirn heute einmal unmöglich, uns mit der einfachen Loriot-Erkenntnis:  „Ein Klavier, ein Klavier!“ abzuspeisen.
Wir gehen jetzt an die Aufgabe, uns ein Klavier auszusuchen, was wir kaufen wollen!
Ob für uns selbst oder für jemanden, den wir kennen, egal  – wir wollen das Klavier kaufen, was am besten klingt.
Yamaha, Schimmel, Bösendorfer, Bechstein … der Preis spielt keine Rolle!

 

 

 

 

Sie kennen die Unterschiede zwischen diesen Marken überhaupt nicht?
Macht nichts! Für unseren Workshop ist es sogar besser so! … leichter so!
Der Kenner rutscht nämlich nur wieder viel zu schnell in die Automatismen hinein.
Wir aber wollen unser Gehirn ja heute herausfordern.
… es dazu zwingen, bewusst hinzuhören und eben nicht vorschnell zu urteilen und zu bewerten.

Und – halten Sie mich nicht für verrückt, dazu schauen und hören wir uns jetzt ein Video von Vinheteiro auf Youtube an.
Es ist völlig gleichgültig, wie schlecht der Sound an Ihrem PC auch immer ist – Sie werden einen Unterschied zwischen diesen Klavieren hören!

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Und? Für welches Klavier oder welchen Flügel haben Sie sich entschieden?  🙂

Im zweiten Schritt hören wir uns jetzt, so „sensibilisiert“ wie wir nun sind, verschiedene Klavierstücke über unsere Lautsprecher an. Wir geben uns aber eben wieder nicht damit zufrieden, ein Klavier als Klavier zu erkennen, sondern fragen uns, was das jetzt wohl für ein Klavier sein könnte.

Und noch einmal:
Wir müssen nicht erkennen, um welches Klavier es sich handelt –  wir müssen nur dahin kommen, dass wir die Unterschiede hören und dass wir sie wahrnehmen – denn sie waren schon immer vorhanden und sind auch noch immer da!

Das ist der ganze Trick!

Wenden wir uns dem nächsten Thema zu, dem Timing.

Dazu müssen Sie jetzt nicht im Musikbuch nachschlagen!
Es geht hier nicht darum, Adagio, Moderato und Presto zu erkennen. Es geht allein um unser „Geschwindigkeitsgefühl“ beim Hören.

Was daran so wichtig ist?

Jazz Musiker

Fotolia_81087737 © inga

Nun, für mich ist der Punkt Timing das mit Abstand wichtigste Thema beim Musikhören überhaupt.

Klingt es irgendwie zu „langsam“, dann nervt es. Dann will ich die Musiker antreiben, den Dirigenten spielen und sie unmissverständlich dazu auffordern, mal „einen Zahn zuzulegen“.
… mal ein bisschen mehr Aufmerksamkeit und Begeisterung zu zeigen!

 

 

Das hat nichts mit der Musikart zu tun. Ich liebe Balladen, Requiems und andere „bedrückende Stücke“, mag es hin und wieder, in „Traurigkeit zu baden“.
Aber auch eine Ballade kann zu langsam wiedergegeben werden.

Das ist nicht „so auf der Platte“ !!!!! –
… das kommt von der Anlage und damit eben möglicherweise auch vom Lautsprecher!

Nehmen Sie zum Hören anfangs ein Stück mit spärlicher Besetzung, 1-4 Musiker – mehr nicht.
Und nun „schauen“ Sie sich die Gesichter der Musiker an.

Zu langsam?

Wenn es zu (!) langsam gespielt wird, dann klingt es lustlos. Da packt uns nichts, da reißt uns nichts mit, sondern wir beobachten Musiker, die anscheinend keine Lust mehr haben, dieses Stück noch mal und noch mal spielen zu müssen, bis der „gnädige Herr Tonmeister“ endlich zufrieden ist.
Eine solche Stimmung macht mir keinen Spaß. Ich will nicht dabei sein, wenn eine schlechte Laune herrscht. Ich will Musik genießen!
Oder es klingt einfach nur müde und langweilig.
Manchmal habe ich dann beim Hören das Gefühl, ich will mit einem schweren Karton auf dem Arm schnell in eine Poststelle, aber vor mir trödelt jemand. Bleibt dann auch noch mitten in der Eingangstür stehen, um sich mal intensiv darüber zu informieren, wie denn so die Öffnungszeiten sind.
Ich könnte dann „aus der Haut fahren“. Können Sie das nachvollziehen?
Und wenn eine Musik so lahm wiedergegeben wird, dann mache ich sie lieber gleich wieder aus.

Zu schnell?

Haben die Musiker scheinbar auf die Uhr geschaut und gesehen, dass sie noch woanders hin müssen? Rattert man den Titel jetzt mal eben schnell herunter und gönnt dem Stück nicht diese winzigen, aber so wichtigen Verzögerungen, von denen das Thema doch lebt?
Darf der Ton nicht ausschwingen, sondern muss man da mitten hinein einfach weiter spielen?
Also meine Meinung:  Wenn die Musiker jetzt keine Zeit dazu haben, diesem Stück die Ruhe zu gönnen, die es ausstrahlen will, dann sollen sie jetzt Schluss machen und eben später noch einmal zusammen kommen.
Ich nehme Ihnen diese Entscheidung dann ganz schnell ab und schalte die Anlage aus.

Genau richtig!!

Mein Gott! Haben diese Musiker heute einen Spaß daran, gemeinsam Musik zu machen. Sie mögen sich, sie mögen den Titel, sie mögen die Situation, sie mögen einfach alles!
Und ich mag sie!
Sie schauen sich an, versuchen sich mit ihrer Mimik Zeichen zu geben, sind gespannt auf den Moment, in dem das Tempo gewechselt werden muss und man spürt dieses Glucksen in ihren Bäuchen, wenn es noch besser geklappt hat als bei den Proben.

Es geht hier um Zeitbegriffe, die man mathematisch und in Noten gar nicht ausdrücken kann – das sind Verzögerungen und Akzentuierungen, die sich im emotionalen Bereich abspielen, die man einfach nicht messen und nicht vorgeben kann. Und die doch sein müssen.

Hat man das ein mal so zeitrichtig gehört – erfüllt uns das Gefühl, zu einem ganz besonderen Zeitpunkt an einem ganz besonderen Ort mit ganz besonderen Menschen zusammen gewesen zu sein und etwas ganz Besonderes genossen zu haben.
Musik macht hier nicht einfach nur Spaß, Musik bekommt hier eine ganz besondere Wertigkeit.

Ein sattes Honigkuchenpferd-Grinsen oder eine Gänsehaut am ganzen Körper ist der Beweis dafür, dass genau das gerade stattgefunden hat.

Punkte drei – vier  …?
Nebensächlich!

Wenn Sie einen Lautsprecher gefunden haben, der natürlich klingt und der dann auch noch das richtige Timing besitzt – dann ist alles andere nebensächlich.

Und was ist jetzt mit Bass, Höhen und Lautstärke?

Klar – auch diese Punkte bleiben wichtig.
Denn auch sie gehören zur Musik dazu.
Darauf verzichten zu müssen, nur um Natürlichkeit und Timing genießen zu können, würde in uns ein Gefühl der Entbehrung erzeugen. Das ist nicht gut und das muss auch nicht sein.
Denn es gibt sie – die Lautsprecher, die alles können.
Wie Sie diese finden können, das wissen Sie jetzt:

Sie müssen sie sich einfach nur anhören.

Damit Sie nie wieder fragen müssen:

Wie gut sind meine Lautsprecher eigentlich?

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Progressive Audio Extreme III, passiv vs. aktiv.

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Progressive Audio Extreme III, passiv vs. aktiv.

Progressive Audio Extreme III, passiv vs. aktiv.

In diesem Bericht „Progressive Audio Extreme III, passiv vs. aktiv“ gehe ich auf einen Lautsprechervergleich ein, bei dem mich viele vorab gefragt haben, was genau ich denn damit bezwecken wolle.

In unserem Studio steht schon seit geraumer Zeit eine passive Extreme III in der MK II-Version.
Die MK II-Version hat im Vergleich zur MK I an Reife und Volumen dazu gewonnen. Sie klingt jetzt erwachsener, souveräner und stellt Sänger und Instrumente mit noch mehr Körper dar. Die Raumausleuchtung hat sich ebenfalls noch einmal verbessert.
Richtig in der Zeit und in der Phase spielte bereits die MK I. Zudem besaß auch sie schon eine ungeheure Spielfreude. Aber die MK II-Version rundet das Klangbild mit allem ab, was man von einem Lautsprecher in dieser Preisklasse erwartet und auch erwarten darf.

Progressive Audio Messe 2016-3

Progressive Audio A901

Ihre Musiksignale erhält sie bei uns, wenn nicht ein Kunde einen anderen Wunsch äußert, vom A901, ebenfalls aus dem Hause Progressive Audio. Zwar begnügt sie sich durchaus auch schon mit deutlich günstigeren Amps wie einem Elac Element oder einem Creek A50, aber in der Kombination mit dem A901 hört man einfach sofort die ganze Klasse dieses Lautsprechers.

Ausgerechnet gegen diese Traumkombination nun einen Aktivlautsprecher laufen zu lassen, bei dem man im direkten Vergleich auch noch satte 7.000,- € sparen kann, das schien mir zwischendurch manchmal selber ein wenig unsinnig zu sein.

 

In meinem Bericht “Aktivlautsprecher vs. Passivlautsprecher” erläutere ich die Unterschiede zwischen diesen beiden Systemen. In dem Bericht „Aktivboxen – Neues Spiel, neues Glück?“ geht es um die neuen Chancen, die das Streaming den Aktivlautsprechern verschafft und darum, dass viele meiner Kunden deshalb so richtig Spaß daran finden, konsequent auf ein aktives System umzusteigen.

Und vor diesem Hintergrund musste ich mich dann wohl einfach mit diesem Lautsprechervergleich befassen.

Beginnen wir zunächst mit den Fakten:

Design und Größe

Progressive Audio Extreme 3 a-p-vorne

Progressive Audio Extreme 3 a-p-vorne

Will man einen optischen Unterschied zwischen den beiden Ausführungen erkennen, muss man schon

Progressive Audio Extreme 3 a-p-hinten

Progressive Audio Extreme 3 a-p-hinten

auf die Rückseite schauen – von vorne gibt es jedenfalls keinen Unterschied.

Auf meinen Fotos sind zwar unterschiedliche Ausführungen des Logos zu sehen, aber alle derzeit ausgelieferten Boxen erhalten das „leichtere“ Logo und nicht mehr das große silberne Schild.

Progressive Audio Logo neu

Progressive Audio Logo neu

Progressive Audio Logoschild alt

Progressive Audio Logoschild alt

 

 

 

 

 

 

Gewicht

Die aktive Version mit ihren 27 kg bringt es lediglich auf ein Mehrgewicht von 2 kg im Vergleich zu der passiven Ausführung. Das erstaunt im ersten Moment, denn irgendwie erwartet man ja doch einen größeren Gewichtsunterschied, oder?  Der Grund dafür, dass sie sich kaum unterscheiden, liegt darin, dass die Passivweiche ja auch so einige Kilo auf die Waage bringt und diese bei der aktiven Version natürlich komplett wegfällt.

Kabelkosten

Da uns bei beiden Lautsprechern der komplette Kabelmarkt offen steht, kann man diesen Punkt nur schlecht bewerten. Ich habe einfach mal die hauseigenen Kabel vom Typ 711 zum Vergleich herangezogen und stelle fest, dass sich daraus ein Unterschied von 10,- € errechnen lässt.

Gesamtkosten

Beim aktiven Lautsprecher stehen die Kosten für den Verstärker fest. Habe ich vor, nicht nur ein einzelnes Gerät (wie den Auralic Altair) an die Boxen anzuschließen, kommt der Preis für eine passende Vorstufe als Schaltzentrale noch hinzu.
Beim passiven Lautsprecher reichen die zu berücksichtigenden Kosten für den Verstärker von der Milchmädchenrechnung Null Euro (ich behalte meinen vorhandenen Verstärker) bis ins Unendliche.
Um aber auch hier eine Vergleichbarkeit für diesen Bericht herzustellen, greife ich bei der passiven Version auf den hauseigenen A901 zurück. So ist sichergestellt, dass beide Ausführungen auf gleich hohem Klang-Niveau spielen können.

Passiv:
7.998,- € Extreme III
11.498,- € A901
1.998,- € Auralic Altair
21.494,- € Gesamtkosten

Aktiv:
12.498,- € Extreme III
1.998,- € Auralic Altair
14.496,- € Gesamtkosten

Wer keinen Vorverstärker benötigt, der kann hier also bei der aktiven Box einen ordentlichen Batzen Geld sparen.

So viel zu den Fakten und theoretischen Überlegungen, mit denen wir jetzt wohl noch keine überzeugenden Gründe für oder gegen die eine oder andere Version gefunden haben.

Ich beginne meinen Hörtest mit der passiven Kette.

Margo Price, „Hands of Time“ vom Album „ Midwest Farmer´s Daughter“

Den Beginn des Stücks dominieren die Sechszehntel des Schlagzeugers auf dem geschlossenen HiHat und das Schlagen auf den Rand der Snare.
In beeindruckend dynamischer Weise wird der Bass gespielt. Das Anzupfen geschieht so dynamisch und wuchtig, dass man glaubt, es würde jeweils von der Basedrum begleitet. Die Gitarre ist überraschend weit rechts – noch neben dem rechten Lautsprecher zu hören.
Margos Stimme klingt kräftig – es ist nun einmal keine Flüster- und keine Hauchstimme, sondern mehr so eine klassische Country-Stimme, die es versteht, sich selbst in lauten Saloons Gehör zu verschaffen.
Es dauert keine 10 Sekunden, um beim Hören mitten in so einem Saloon zu sein.

David Munyon, „Leaving Moscow in a stolen Car“ vom Album „Clark“

Ein Mann, ein Pferd – oder doch eher eine Stimme, eine Gitarre.
Während man die Mikrofonaufstellung für die Gitarre sicher kritisieren kann, beeindruckt die Aufnahme mit einer überaus realistischen Wiedergabe des Gesangs. Wer erfahren will, was es bedeutet, wenn jemand sagt:  „Man kann dem Sänger in den Mund fassen“ oder ähnliches, der muss sich diesen Titel mal über die Extreme III von Progressive Audio anhören.
Hier wirkt absolut gar nichts künstlich oder unnatürlich. Hier will man einfach nur die Augen schließen und Musik genießen, als erlebe man David Munyon live auf einer ganz kleinen Bühne.

Jilette Johnson, „In Repair“ vom Album „All I ever see in you is me“

Ganz im anfänglichen Stil von Cowboy Junkies empfängt uns Jilette Johnson in diesem Titel mit einer Gänsehaut-Atmosphäre und genau so einer Gänsehaut-Stimme.
Wer das Album durchhört, den beschleicht vielleicht schon so eine Ahnung, dass es in den RCA-Studios in der Nähe von Nashville aufgenommen wurde. Genau dort, wo auch Dolly Pardon ihre Aufnahmen machen ließ.
“In Repair” setzt links mit einem „schwingenden Piano“ ein – und über den gesamten Titel hinweg kommt nicht ein einziges mal ein Zweifel darüber auf, wo es steht und wie groß es ist.
Beim Schlagzeuger hat man zum Glück darauf verzichtet, jeder einzelnen Trommel und jedem Becken ein eigenes Mikro zu gönnen, um jede Tom nach Gutdünken im Raum verteilen zu können. Stattdessen befindet es sich schön nach hinten versetzt in der Mitte und bleibt dort auch als Einheit hörbar.
Je mehr Titel man von diesem Album hört, umso überzeugter ist man davon, dass das RCA-Studio hier mal wieder eine Sängerin aufzeichnen durfte, die der großen Dolly Pardon in nichts nachsteht.

Kari Bremnes, Byssan Lyll vom Album Go Gatt Vol.1

Kari Bremnes ist eine „audiophile Institution“ und der Titel Byssan Lyll, ursprünglich vom Album Svarta Björn, fast schon eine Legende. Hier auf diesem Album hören wir eine neue Interpretation von ihr mit einer sehr spärlichen Begleitung, die von dem Sound der stark im Klang veränderten Instrumente lebt. „Kari auf dem Schrottplatz“ nannte einer unserer Kunden dieses Stück recht treffend.

Räumlichkeit, Ortbarkeit, Dreidimensionalität und Authentizität dieser Aufnahme sind schlicht und ergreifend außergewöhnlich und ein sehr überzeugendes Beispiel dafür, wie man heute Musik spannend aufnehmen kann.
Die Extreme III „schenkt“ uns förmlich diesen Titel mit allem, was im Tonstudio eingespielt wurde. Und wenn ich schreibe „mit allem“, dann meine ich hier auch „mit allem“.
Karis Stimme wird derart authentisch abgebildet, dass man ihr fast intim nahe kommt. Lippen, Zunge und Spucke im Mund erlebt man, wie man es wohl sonst nur während eines Techtelmechtels erleben kann.
Froh über etwas mehr Abstand ist man dann aber ab etwa 2:19, wenn ein gigantisches Fell einen unglaublich tiefen Bass in den Raum hinein pulsieren lässt.
Mit einer überzeugenden Souveränität produziert die Extreme III die Dynamik metallischer Geräusche und das mächtige Schwingen abgrundtiefer Bässe, während sie uns ganz am Ende des Titels noch einmal die Zusammenhänge zwischen Karis Stimme und dem Aufnahmeraum „erklärt“.

Fazit Hörtest Progressive Audio Extreme III – passiv

So weit, so gut, so faszinierend.
Der erste Durchgang dieses Tests brachte für mich jetzt keine Überraschungen, sondern bestätigte meine Erfahrungen mit dieser Box und rechtfertigte erneut meine Entscheidung, meinen Kunden in dieser Preisklasse genau diesen Lautsprecher zu empfehlen.

Beim Abschalten des A901 und Umstöpseln des Altair beschlich mich deshalb das Gefühl, dass es jetzt gleich im zweiten Durchgang schwer werden könnte, eindeutige Klangunterschiede heraus zu hören.

Hörtest Teil zwei – Progressive Audio Extreme III – aktiv

Margo Price, „Hands of Time“ vom Album „ Midwest Farmer´s Daughter“

Ich sitze da, höre den Titel und  – ich weiß nicht, was ich denken soll, schreiben soll.
Das Problem, keinen Unterschied zu hören, stellt sich hier jedenfalls nicht.
Doch es ist nicht so wie ein Vergleich zwischen einem schlechteren und einem besseren Lautsprecher, bei dem die Stimme mal natürlich klingt und mal nicht, die Instrumente mal falsch und mal richtig abgebildet werden.
Es ist vielmehr so, wie einmal draußen vor dem Saloon zu stehen und einmal drin zu sein.

David Munyon, „Leaving Moscow in a stolen Car“ vom Album „Clark“

Auch hier beschleicht mich wieder das Gefühl, einfach in den Aufnahmeraum hinein gegangen zu sein. Und es ist auch wieder nicht so, dass die Gitarre einen anderen Klang angenommen hätte. Davids Stimme bleibt ebenfalls identisch zur ersten Präsentation. Irgendwie hat sich eigentlich überhaupt gar nichts verändert. Ich bin einfach nur in den Aufnahmeraum hinein gegangen.

Jilette Johnson, „In Repair“ vom Album „All I ever see in you is me“

Sprach ich bei der passiven Extreme III von Gänsehaut? Wirklich?  Mh.
Und wie nennt man dann die Steigerung von Gänsehaut?
Ich weiß es auch nicht. Mit der passiven Extreme III habe ich Jelette zugehört, mit der aktiven Extreme III kann ich sie beobachten. Seltsam – äußerst seltsam.

Kari Bremnes, Byssan Lyll vom Album Go Gatt Vol.1

Nichts kommt dazu – nichts geht verloren. Nichts wird wirklich anders.
Wieder ist man „einfach nur dabei“. Mit Kari Bremnes gemeinsam auf dem Schrottplatz. 🙂
Muss man einfach erlebt haben.

Fazit Hörtest Progressive Audio Extreme III – aktiv

Zweifelsohne ist dies die Zwillingsschwester der passiven Extreme III. Und definitiv sind es eineiige Zwillinge, die man kaum auseinander halten kann.
Und doch dürfte wohl tatsächlich niemand ein Problem damit haben, zu erkennen, welche der beiden Versionen gerade musiziert, wenn er sie erst einmal beide gehört hat.

Wer in einem passiven System festhängt, weil er einen hervorragenden Verstärker besitzt, der muss nicht mit seinem Schicksal hadern. Doch wer in seiner Entscheidung noch frei ist und gerade einen neuen Lautsprecher sucht, der sollte sich unbedingt beide Versionen anhören, denn es könnte sein, dass er kurz vor einem Systemwechsel steht.

Ich jedenfalls bin froh und glücklich, diese beiden Ausnahmelautsprecher in meinem Studio vorführen zu können und lade Sie gerne zu einem persönlichen Hörvergleich ein.

 

Aktivboxen – neues Spiel, neues Glück?

Aktivboxen – neues Spiel, neues Glück?

Aktivboxen – neues Spiel, neues Glück?

Aktivboxen – neues Spiel, neues Glück?

In diesem Bericht „Aktivboxen – neues Spiel, neues Glück?“ will ich darüber schreiben, wieso es die Aktivboxen bisher so schwer hatten und warum sich das möglicherweise jetzt ändern könnte.

Wie viele HiFi-Freaks muss man befragen, um einen einzigen unter ihnen zu finden, der bereits Aktivboxen betreibt?
Antwort:  Viele!

Wie viele gute Aktivboxen haben Sie persönlich schon gehört?
Antwort: Wenige? Gar keine?

Woran liegt das?

An den Kunden, die nie wirklich über dieses Thema nachgedacht haben?
An den Händlern, die sich keine Ware hinstellen, die sich nicht schnell genug „dreht“?
An den Herstellern, die nicht gegen Windmühlen ankämpfen wollen?
An etwas ganz anderem?

Nun, ein Grund liegt sicher darin, dass wir als Besitzer einer HiFi-Anlage gerne immer nur einzelne Komponenten austauschen, damit es nicht „auf einen Schlag“ so teuer wird.
Zudem tauschen wir unsere Komponenten ja auch nur dann aus, wenn

  1. die alte kaputt ist, oder
  2. wir etwas gelesen haben, was uns zu einer neuen hinzieht.

Aber auch dann interessieren wir uns immer noch nur für diese eine Komponente und nur die wollen wir austauschen.
Der Umstieg auf Aktivboxen verlangt aber nach einem Systemwechsel – und davon halten wir nicht viel.
Das Angebot an Aktivboxen ist zudem sehr klein,
daher gibt es auch nur wenige Testberichte in den Zeitungen,
und beim Händler sucht man Aktive sowieso vergeblich.

Ein Teufelskreis

“Man muss sich mit Aktiv-Lautsprechern befassen, bevor man sein Geld in das passive System gesteckt hat!”

Doch wie soll das gelingen?
Wenn man es schon nicht schafft, echte HiFi-Freaks zum Wechsel auf aktive Systeme zu bringen, wie will man dann „blutige Anfänger“ dazu kriegen, von Anfang an alles richtig zu machen?

Und immer wenn Du denkst, es geht nicht mehr, dann kommt von irgendwo ein Lichtlein her.

Verzeihen Sie mir bitte diese seichte Überschrift, aber nachdem ich zunächst so eine Weltuntergangs-Stimmung erzeugt habe, konnte ich der Verlockung einfach nicht widerstehen, Sie und mich wieder ein wenig emotional aufzubauen.

Denn während Hersteller und Händler seit Jahrzehnten nach Auswegen und Lösungen suchen, sind es die Kunden selber, die gerade „so ganz nebenbei“ einen Weg hin zum Aktivlautsprecher gefunden haben.

Und dieser Weg führt sie über das Thema Streaming hin zur Aktivbox.

Nein, ich will jetzt nicht vom Hund auf den Floh kommen und über das Thema Streaming habe ich ja auch schon hinreichend berichtet. Ich will vielmehr beschreiben, was ich gerade in meiner Kundschaft beobachte und was mich dazu veranlasst hat, mir jetzt nach einer 25 Jahre andauernden Aktiv-Abstinenz auch selber wieder eine Aktivbox ins Studio zu stellen.

Seit etwa 2 Jahren, also mit der Aufnahme der Auralic-Produkte in unser Portfolio, haben die Fragen unserer Kunden einen ganz neuen Inhalt bekommen.
Wer sich einen guten Streamer zugelegt hat, hört zuhause, was er vorher für unmöglich gehalten hat. Das Ding klingt besser als sein CD-Spieler.

Gleichzeitig entdeckt er die Welt von Qobuz und/oder Tidal und ist von den vielen Möglichkeiten begeistert.

Mit dem Tablet in der Hand reist er musikalisch durch Zeit und Raum; lernt Künstler kennen, von denen er noch nie etwas gehört hat; entdeckt neue Titel von seinem Lieblingsinterpreten und kann sich durch genre-bezogene Playlists hören, die von professionellen Musikredakteuren erarbeitet worden sind.

Die ganze Welt der Musik in unserem Wohnzimmer und das in Masterband-Studio-Qualität. 

Doch was passiert dann?
Man beschließt, dass man die eigenen CDs nicht mehr braucht. Die paar Scheiben, die man im Portal nicht finden kann, die sind schnell gerippt und klingen seltsamerweise danach sogar besser als vorher. Schon wandern alle CDs in einen Umzugskarton und der in den Keller.
Da man mit dem Auralic auch Radio hören kann, wandert auch der Tuner in den Keller.
Jetzt stehen da im Wohnzimmer nur noch der Streamer und der Verstärker auf dem Rack.
Ein Rack – auf dem es leer geworden ist und das man jetzt eigentlich auch durch ein anderes Möbelstück ersetzen könnte, oder?
Man stellt sich also vor, wie toll es wäre, wenn dieser Verstärker jetzt auch noch verschwinden würde.
Man hätte nur noch diesen kleinen Streamer, der unauffällig auf irgendeinem Sideboard steht und natürlich die Lautsprecher – mehr aber nicht. Das wär´s!
Das wäre es wirklich!

Und genau das ist es!

Mit einem Paar Aktivboxen und einem Streamer lassen sich genau diese Wünsche in die Tat umsetzen.
Am Ende hat man viel weniger HiFi im Zimmer herumstehen – bei einem viel besseren Klang.

Er ist zufrieden – sie ist zufrieden.
Es sieht toll aus …
und so ganz nebenbei ist man vom passiven auf das aktive System umgestiegen.

Und das soll keine Zukunft haben?

Ich glaube da eher, wir erleben gerade eine echte Systemwende!
Denn die drei wichtigsten Kaufargumente aller Zeiten werden alle erfüllt:

Es sieht gut aus, es ist praktisch und es klingt gut!

Wenn Sie jetzt denken:  „Gut gebrüllt Löwe. Aber wie klingt das denn nun wirklich?“, dann werden Sie die Antwort auf Ihre Frage nirgendwo lesen können.
Die finden Sie ganz alleine bei einer eigenen Hörprobe!
… zu der wir Sie hiermit herzlich einladen.

Hören Sie bei uns einen überzeugenden Aktiv-Lautsprecher.
Hören Sie die Extreme III vom Essener HiFi-Spezialisten Progressive Audio.

Lesen Sie jetzt mehr über diesen Lautsprecher in meinem Bericht:
Progressive Audio, Extreme III, aktiv vs. passiv.

Und wenn Sie erst noch wissen wollen, wie sich denn Aktivboxen von Passivboxen unterscheiden, empfehle ich Ihnen unseren Bericht

Aktivlautsprecher vs. Passivblautsprecher

Aktivlautsprecher vs. Passivlautsprecher

Aktivlautsprecher vs. Passivlautsprecher

Aktivlautsprecher vs. Passivlautsprecher

Aktivlautsprecher vs. Passivlautsprecher

In diesem Bericht „Aktivlautsprecher vs. Passivlautsprecher“ gehe ich auf die Unterschiede zwischen diesen beiden Boxenarten ein.
Sollten Sie sich nach dem Lesen dieses Berichts fragen, wieso nicht viel mehr Aktivboxen angeboten werden, finden Sie vielleicht in meinem Bericht „Aktivboxen – neues Spiel, neues Glück?“ die Antwort darauf.

Grundwissen –  Der konventionelle Lautsprecher (aktiv/passiv)

Kennen wir heute auch eine Vielzahl an unterschiedlichen Lautsprecherkonstruktionen wie Hörner, Flächenstrahler, Plasma, Bändchen … , so ist der so genannte konventionelle Lautsprecher immer noch die am meisten vertretene Bauweise und wird es wohl auch bleiben.

Progressive Audio Extreme 3

Progressive Audio Extreme3

Beim konventionellen Lautsprecher befinden sich verschiedene Chassis („Membranen“) in einem Gehäuse.  Wir entdecken einen Hochtöner, einen Mitteltöner und einen Tieftöner, letzterer gerne auch Bass genannt.
Allen drei Chassis ist bis auf wenige Ausnahmen die gleiche Konstruktionsweise zu eigen.
Da wird die Membrane, die aus Pappe, Plastik, Keramik und vielem mehr bestehen kann, hinten an einer Spule befestigt, die sich innerhalb eines Magneten bewegt.
Damit sie sich bewegt, schickt ein elektronisches Gerät mit der Bezeichnung „Verstärker“ die Musik in Form von elektrischen Spannungen durch diese Spule.

Und damit jedes Chassis auch nur die Bewegungen macht, die es machen soll und machen kann, befindet sich in jedem Lautsprechergehäuse eine „Weiche“, die die tiefen Frequenzen zum Bass, die hohen zum Hochtöner und alles dazwischen zum Mitteltöner schickt.

 

 

Aber die Weiche ist gar keine Weiche!

Schiene

Schiene

 

Den Begriff Weiche kennen wir noch aus der Zeit, als wir mit unserer Eisenbahn gespielt haben.
Da wurde die Fahrtrichtung unsere Züge per Weichenstellung bestimmt.
Zugegeben, ich hatte nur einen Zug. Aber immerhin zwei Weichen!
Je nach Weichenstellung fuhr mein Zug entweder nach links oder nach rechts.

 

Und genau das ist eben bei einer Lautsprecherweiche anders.

Die Lautsprecherweiche schickt eben gerade nicht (!) die tiefen Töne zum Bass, die mittleren zum Mitteltöner und die hohen zum Hochtöner!
Vielmehr wird der eine Zug, also unser Musiksignal, in alle drei Richtungen geschickt.
Danach aber haben diese „drei Züge“ unterschiedliche elektronische Bauteile zu „durchfahren“.

Spulen

Fotolia_75715374 © salita2010

Der erste Zug wird durch eine richtig „fette“ Spule geschickt. Eine Spule ist ein aufgewickelter Draht und sie bildet einen elektrischen Widerstand.
Und zwar für unterschiedliche Frequenzen unterschiedlich stark.
Das führt dazu, dass die tiefen Töne die Spule relativ unbeschadet passieren können, während die hohen und die mittleren Töne so stark abgesenkt werden, dass sie beim Bass praktisch nicht mehr ankommen.

Der zweite Zug wird durch einen Kondensator geschickt. Auch dieses Bauteil stellt für unterschiedliche Frequenzen unterschiedliche Widerstände dar. Nur ist es bei ihm so, dass eben die hohen Töne fließen dürfen und die mittleren und tiefen nicht.

Damit der Mitteltöner weder die hohen noch die tiefen Töne zugeleitet bekommt, muss der dritte Zug eine Strecke durch eine Spule und (!) durch einen Kondensator nehmen.

Und jetzt müssen wir uns vor Augen führen, dass sich all diese elektronischen Bauteile zwischen dem Verstärker und den Chassis befinden – also im (!) Signalweg – was wohl die Musik sicher nicht „besser machen kann“, oder?
Und es kommen sogar noch weitere Bauteile hinzu, frei nach dem Motto:

Schlimmer geht immer!

Wir dürfen nicht vergessen, dass unsere drei Chassis unterschiedliche Empfindlichkeiten besitzen. Das hat jetzt nichts damit zu tun, wie schnell sie „beleidigt“ sind, sondern sagt nur aus, wie laut sie ein definiertes Musiksignal wiedergeben können.
Da wir in einem passiven System das leiseste Chassis nicht lauter machen können, müssen wir also die lauteren Chassis leiser machen.
Das erreichen wir durch zusätzliche Widerstände.
Doch ein Widerstand ist wieder so ein Bauteil, das wir ja eigentlich am liebsten gar nicht im Signalweg hätten.

Hier und da findet man immer mal wieder Lautsprecher-Entwickler, die die Weiche einfach ganz fehlen lassen und nach dem Motto verfahren, dass die Chassis schon nichts wiedergeben werden, was sie nicht wiedergeben können.
Lautsprecher darf man eben einfach so entwickeln wie man will.

Es gibt keine Normen

Selbst Profis entwickeln noch heute ihre Boxen je nach Gusto. Wodurch Exemplare entstehen, die sehr viel Verstärkerleistung benötigen (= mit niedrigem Wirkungsgrad) und andere, denen ein paar wenige Watt im einstelligen Bereich völlig ausreichen (= mit hohem Wirkungsgrad).
Genau das ist die Rechtfertigung dafür, dass es eben auch unterschiedlich starke Verstärker geben muss.

Doch alle tappen im Dunkeln!

Weder der Lautsprecher-Entwickler, noch der Hersteller eines Verstärkers weiss während der Entwicklungszeit, mit welchem “Partner” die fertigen Komponenten es zu tun bekommen werden.
Man entwickelt also eine „elektronische Hälfte“, ohne die andere Hälfte zu kennen.

In der Praxis ist es also wie beim Kaufen von Kleidungsstücken. Irgendwie finden wir Teile, die uns „ganz gut“ passen und die auch noch recht gut zusammen passen. (Aus unserer Sicht)
Aber  es gibt auch immer wieder ziemlich unmögliche Kombinationen, oder?
Im HiFi-Bereich werden da auch mal Kraftprotze an Boxen mit sehr hohem Wirkungsgrad betrieben und 10 Watt Trioden an wattfressenden geschlossenen Gehäusen.

Für jedes Chassis auch noch eine Extrawurst?

Und – wie wir es oben ja bereits schon einmal erfahren haben – müssten wir uns am Ende auch noch fragen, ob wir denn jetzt eigentlich den genau passenden Verstärker für den Hochtöner suchen, für den Mitteltöner oder für den Bass.

Kaufen wir doch einfach drei Verstärker!

Dieses Problem hat man schon in den 70-er und 80-er Jahren zu lösen versucht und damals Aktivweichen entwickelt. Diese befanden sich zwischen dem Vorverstärker und den 2-3 Endverstärkern, die dafür erforderlich waren.
Es sollte sich aber zeigen, dass es selbst dafür sehr schwierig war, die richtigen Verstärker zu finden.
Mark Levinson ging noch einen Schritt weiter und versorgte bei seinem HQD-System gleich drei verschiedene Lautsprecher-Systeme über drei Paar ML2 (also sechs Monoblöcke) aus eigener Entwicklung.
(HQD = Hartley, Quad-Electrostatic, Decca)
Fotobeispiel unter folgendem Link:
https://www.stereophile.com/content/mark-levinson-hqd-loudspeaker-system

Doch auch er versuchte letztlich nichts anderes, als einzelne Kleidungsstücke „von der Stange“ bestmöglich zu kombinieren.
Erfolgsversprechender scheint es da doch zu sein, wenn sich die Entwickler der Elektronik und der Lautsprecher kennen und zusammenarbeiten.
Und wenn die dann auch noch für jedes Chassis einen eigenen Verstärker bauen, dann dürfte es doch gut werden, oder?

Genau das ist das Geheimnis eines guten Aktiv-Lautsprechers.

Und wenn es sich bei dem Hersteller um einen echten Profi handelt, dann arbeitet er sogar Hand in Hand mit den Chassis-Produzenten. Denn immer wieder wird er feststellen, dass manche Optimierungen nur dann erreicht werden können, wenn die verwendeten Chassis angepasst werden.
Hierzu sollte man aber schon einiges „auf dem Kasten haben“.
Und über diese Kompetenz muss der Entwickler von Aktivlautsprechern auch noch auf zwei Gebieten verfügen, die man in der Branche eigentlich gerne strikt voneinander trennt.
Er muss sowohl im Bereich der Akustik und der Boxenentwicklung als auch im Bereich der Elektronik zuhause sein und beides zusammenbringen können.

Damit haben wir wohl einen der Gründe dafür gefunden, wieso uns der Markt eine ziemlich geringe Auswahl an wirklich brauchbaren Aktiv-Lautsprechern bietet.

Sie meinen, es gibt doch eine ganze Menge Aktivboxen?

Ja, sicher. Neben unserem Computer und vielleicht auch neben unserem Fernseher stehen möglicherweise Boxen, die uns als Aktivboxen verkauft wurden.
Richtig ist bei diesen Boxen aber nur, dass der Verstärker in eines der Boxengehäuse eingebaut wurde, um einen zusätzlichen „Kasten“ einzusparen.
Aktiv im Sinne der High-Fidelity ist da nichts. Zu entlarven sind diese „falschen Aktivboxen“ leicht daran, dass der Verstärker nur in einem der Gehäuse sitzt und die zweite Box über ein gewöhnliches Lautsprecherkabel angesteuert wird.
Bei einem „echten“ Aktivlautsprecher verfügen aber beide Boxen über eine integrierte Elektronik und diese besteht aus so vielen Modulen, wie die Box „Wege“ hat. Ein „Weg“ wird aus einem oder mehreren identischen Chassis gebildet.

Wie betreibt man denn jetzt so einen Aktivlautsprecher?

Man muss bedenken, dass der Endverstärker bereits im Lautsprecher fest verbaut worden ist. Besitzen wir einen Vollverstärker, können wir prüfen, ob der einen Vorverstärker-Ausgang hat. Wenn nein, werden wir den Vollverstärker nicht zusammen mit unseren Aktivboxen verwenden können.
Stattdessen brauchen wir dann einen reinen Vorverstärker als Umschaltzentrale. An diesen Vorverstärker schließen wir alle unsere Quellgeräte an. CD-Player, Tuner und was wir noch so alles besitzen und betreiben wollen.

Folgt man dem derzeitigen Trend, dann kann man aber mit einem Aktivlautsprecher noch einen großen Schritt weiter voran kommen. Lesen Sie mehr darüber in meinem Bericht:

Aktivboxen – Neues Spiel, neues Glück?

Und wenn ich es jetzt geschafft haben sollte, Sie so richtig neugierig auf Aktivboxen gemacht zu haben, dann können Sie in meinem Bericht  „Progressive Audio Extreme III, aktiv vs. passiv“  noch mehr über zwei außergewöhnliche, gleiche und doch unterschiedliche Lautsprecher-Paare lesen.

Ich wünsche Ihnen viel Kurzweil dabei!
Ihr Wolfgang Saul.

Q Acoustics Concept 500 Produktbericht

Q Acoustics Concept 500 Produktbericht

Q Acoustics Concept 500 Produktbericht

Q Acoustics Concept 500 Produktbericht

Q Acoustics Concept 500 Produktbericht

Musik wird oft nicht schön gefunden,
weil sie stets mit Geräusch verbunden.
Wilhelm Busch

Geht es Ihnen auch manchmal so, dass Sie ja gerne Musik hören würden,
aber es dann doch lassen, weil Sie sie irgendwie auch wieder als störend empfinden?

Wenn es so ist und Sie daran gerne etwas ändern würden, dann sollten Sie unbedingt diesen Bericht lesen!
In ihm geht es um den Lautsprecher Concept 500 von Q Acoustics

„Ein Lautsprecher, der uns dazu verführt, gleich morgens Musik einzuschalten und abends mit ihr einzuschlafen.“

concept-500-side

Lassen Sie mich diesen Bericht mit zwei Eingangsfragen beginnen.

Erste Frage:
Wie viele Kaffeesorten gibt es auf der Welt?

Antwort:
Genau zwei!
Nämlich Robusta und Arabica. Das war`s.
Alles, was wir vermeintlich an „unterschiedlichen“ Kaffees trinken, stammt entweder von der einen oder der anderen Sorte oder wird eben aus beiden zusammengemischt.

Zweite Frage:
Wie viele Lautsprechersorten gibt es?

Antwort:
Auch genau zwei?
Wieder richtig!

Da gibt es die Audiophilen und die, die für den Markt entwickelt werden.

Audiophile Boxen

Audiophile Boxen werden „so gut klingend wie möglich“ entwickelt und danach erst errechnet man den notwendigen Preis.
Die meist recht kleinen Hersteller dieser audiophilen Boxen nehmen ihre Aufgabe sehr ernst. Das klangliche Vorbild und damit das erklärte Ziel ist nichts anderes als die akustische Realität, die eben genau so wiedergegeben werden soll, wie sie einst von Aufnahme-Spezialisten aufgezeichnet wurde.
Um diese Boxen zuhause zur Geltung zu bringen, reicht es nicht etwa aus, sie einfach dort hin zu stellen, wo noch Platz ist und sie mit der Elektronik und den Kabeln zu verbinden, die noch von der alten Anlage übrig sind, sondern ihre Inbetriebnahme ist komplex und erfordert viel Erfahrung. Gut, wenn man da jemanden an seiner Seite weiß, der sich auskennt und es ehrlich mit einem meint.

Die für den Markt produzierten Boxen.

Für sie wird von den meist recht großen und global agierenden Herstellern zunächst ein Markt-Bedarf ermittelt. Dabei stehen die Größe, das Design und die Preisklasse regelmäßig im Vordergrund.
Bei der Festlegung des Portfolios muss zwingend darauf geachtet werden, dass sich die preislich definierte Reihenfolge auch im Klang widerspiegelt. So darf es nicht sein, dass ein günstiger Lautsprecher besser klingt als ein teurer.
Jeder weiß ja, dass eine bessere Qualität mehr kostet und so muss es „im Leben“ auch bleiben.
Ein lückenloses Angebot zwischen etwa 250,- € und 25.000,- € pro Paar sichert den Absatz in allen Preisbereichen und verhindert, dass der markentreue Kunde abwandern will.

Der Mark akzeptiert nur übliche Preise

So akzeptieren die meisten Verbraucher, dass ein Kilo Kaffee so um die 8,- € kosten darf. Im Angebot für 6,- € kauft man auch gerne auf Vorrat.
Und selbst wenn Kaffeeliebhaber rund um den Globus sich den Mund fusselig reden und uns erklären, was an diesem 8,-€-Kaffee alles so richtig mies ist, lassen wir uns weder bekehren noch ändern.
Andererseits muss die Frage erlaubt sein, ob denn nur der Kaffee gut ist, den schon mal irgendwelche Schleichkatzen in Indonesien (Kopi Luwak) gefressen und wieder ausgeschieden haben?!
Solche Extreme sind es nämlich, die uns Menschen in einen Zustand der Resignation versetzen.

Wir würden ja gerne

Wir wollen ja alle einen guten Kaffee trinken und wir wollen auch alle gute Lautsprecher kaufen.
Wir wollen es aber nicht so extrem treiben, wollen nicht über unsere Verhältnisse leben.

Wir können es uns einfach nicht leisten, immer nur das Beste zu kaufen.

200,- € für ein Kilo Kaffee? Niemals, oder?
„Da muss doch was im Kopf dieser Käufer passiert sein!“ so lautet wohl das einhellige Urteil.

20.000,- € für ein Paar Lautsprecher?
Auch hier befinden sich die meisten von uns schnell in der Opposition.
Doch die Resignation ist hüben wie drüben ein schlechter Berater, weil sie sich an den Extremen orientiert und das ist eben nicht gut.

Es müssen ja nicht gleich die 200,- € für ein Kilo Kaffee sein!
Für 20,- € bekommt man Kaffees, die so gut sind, dass man angesichts des Kopi Luwak ganz sicher nicht in Resignation verfallen muss. … die einem vielleicht sogar besser schmecken.

Und wie ist das bei Lautsprechern?

Ganz nach dem Motto „Nachtigall, ick hör Dir trapsen!“ – werden Sie jetzt vermutlich schon ahnen, auf was ich mit dieser langen Einleitung beim Thema Lautsprecher hinaus will, oder?

Q Acoustics Concept 500

… entwickelt vom Fink Audio Consulting – Team in Essen (FAC, http://www.fink-audio.net )

Karl-Heinz Fink

Karl-Heinz Fink

Karl-Heinz Fink hat – da bin ich mir ganz sicher – die Idee zu der Q Acoustics C500 bei einer guten Tasse Kaffee gehabt.

„Es müsste ein Paar bezahlbare audiophile Lautsprecher geben, die nicht nur für eine Handvoll HiFi-Freaks produziert werden, sondern mit denen man dieses Schubladendenken endgültig verlassen und das Zwei-Klassen-System durchbrechen kann. Lautsprecher, die uns dazu verführen, gleich morgens die Musik einzuschalten und abends mit ihr einzuschlafen.“

So ungefähr muss das Karl-Heinz Fink wohl empfunden haben, als er sich mit seinem Essener Team daran machte, die C500 im Auftrag des britischen Herstellers Q Acoustics zu entwickeln.

Und wer ihn kennt, der weiß:  Karl-Heinz will nicht spielen, Karl-Heinz will beißen.

Wie sehr seine Bisse schmerzen können, das haben die Mitbewerber bereits  bei der C20 und der C40 spüren dürfen. Mit der Concept 500 könnte er es schaffen, so manch einen seit Jahren sicher geglaubten Mitbewerber endgültig vom Siegersockel zu stürzen. Denn die C500 richtet sich nicht an die, die in Musik hauptsächlich Lärm sehen, sondern an die, die Musik gerne mit allen Sinnen aufnehmen.

Zu Q Acoustics

Q Acoustic Logo3

Q Acoustic Logo3

Der noch recht junge britische Hersteller hat von Anfang an nichts anbrennen lassen und statt sich in die lange Liste derer einzureihen, die bei der Lautsprecherentwicklung mit mehr oder weniger Erfolg versuchen, ihre eigenen Vorstellungen umzusetzen, hat Q Acoustics gleich auf Spezialisten gesetzt.

Outsourcing – nennt man so etwas heutzutage.
Getreu der Frage:  Wofür gibt es denn Spezialisten, wenn man sie nicht fragt?,
ging auch die Gestaltung des Designs  der C 500 an niemand anderen als an das Team rund um Kieron Dunk (Industrial Design Associates,  http://www.uk-ida.com/home.shtml ), das sich bereits bei der Gestaltung von vielen anderen HiFi-Produkten einen hervorragenden Leumund erarbeitet hat.

 

Bei allen technischen und konzeptionellen Fragen verlässt man sich auf FAC aus Essen.

concept500diagrammGerman

concept500

Wer mehr über die interessante Technik in diesen Lautsprechern erfahren will, der findet weitere Informationen unter dem Link:  https://www.qacoustics.de/concept500speakers

Wer sich lieber für die Praxis und den Klang interessiert, der ist eingeladen, den Bericht hier an dieser Stelle weiter zu lesen.

Die Anlieferung

Der Spediteur schaut ängstlich auf unsere Eingangstreppe mit ihren lächerlichen fünf Stufen:  „Müssen die da rauf?“ fragt er und ist sichtlich erleichtert, als ich ihm erkläre, dass es mir ausreicht, wenn er mir die Palette mit seiner „Ameise“ in die Garage fährt.
Um die 120 kg wiegt das „Paket“ – inkl. Europalette natürlich.
In der Garage entferne ich alles an Verpackungsmaterial was nicht nötig ist und mit den Grifflöchern in den Kartons lässt sich jede Box zu zweit problemlos transportieren.
Nachdem wir die Lautsprecher aus der hervorragend durchdachten Verpackung herausgeholt und im Studio aufgestellt haben, entlockt uns der erste Anblick der Box so etwas wie ein sattes:    „Flaggschiff!“.
Mit ihren Ausmaßen, ihren 42 kg Gewicht pro Stück und ihrem gelungenen und hochwertigen Gehäuse kann man gar nicht anders als genussvoll: „Flaggschiff“ zu sagen.
Und noch vor dem allerersten Ton deutet die C500 an, wo sie hingehören will.
Sie ist nicht etwa wie ein Kilo Kaffee für 8,- € aus dem Lebensmittelhandel und auch nicht wie der für 15,- € vom spezialisierten Versender, sondern sie will ein 20,- €-Kaffee für den ganz besonderen Anlass sein.
Allerdings mit der Besonderheit, dass sie nicht einmal die 15,- € kostet.

Real hat der zukünftige Eigner 4.498,- € für dieses Flaggschiff von Q Acoustics an die Werft, äh, an den Händler zu überweisen.
Das ist wahrlich keine kleine Summe und der Massenmarkt wird sie genau so wenig akzeptieren wie 15,- € oder 20,- € für ein Kilo Kaffee.
Doch alle die, die auf der Suche nach einem besseren Lautsprecher sind, ohne gleich zu den „Abgehobenen“ zählen zu wollen und zu können, die sollte schon alleine der interessante Preis neugierig auf die C500 werden lassen.
Und das völlig zu Recht!

Bereits die ersten Töne – also ohne sich an die Einspielvorgaben des Herstellers zu halten – bestätigen diesen Flaggschiff-Eindruck mit Nachdruck!
Hier spielt eine äußerst „erwachsene“ Box auf.

Verzicht und Kompromisse?

Fremdworte, die eine Concept 500 nicht im Ansatz mit Inhalten füllen will.

Volumen, Wärme …

Die Concept 500 macht etwas mit uns, sobald sie zu spielen beginnt. Sie verändert uns.
Es ist angenehm und entspannend, sie im Hintergrund musizieren zu hören.

Sobald die Musik stoppt, fehlt etwas im Raum.

Der eine braucht seine Räucherstäbchen, Klangschalen, Windspiele oder seine Meditationsmusik.
Mit der C500 wirkt nahezu jede Musik auf uns wie Meditationsmusik.
Sie beruhigt und schenkt uns ein Gefühl der Ausgeglichenheit und Entspannung.
Fast schon wirkt sie psychedelisch auf uns.

Das alles ist so deutlich spürbar, dass ich mir die Frage stellen muss, ob mich die C500 irgendwie „einlullen“ will. Und das führt mich wieder zu der Frage:

Was kann sie denn, die C500, wenn ich sie nicht einfach nur im Hintergrund laufen lasse?

concept500blackback_1

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Ich lege recht anspruchsvolle Musikstücke auf und die Concept 500 meistert sie – fast möchte ich schreiben „überraschend“ mit Bravour.

Was ich auch auflege, die Concept 500 trifft die Seele eines jeden Titels.„Bullseye“ – würde der Dart-Spieler wohl sagen.

Ein Hörbeispiel.
Rolf Kühn, Laura (Spotlights)
Natürlich muss ich mit diesem Stück meine Höreindrücke beschreiben. Meine Leser kennen es bereits aus vielen anderen Berichten.
Links beginnt es mit einer Oboe, während in der Mitte hinten ein akustischer Bass sehr schnell gestrichen wird. So schnell, dass er eine starke Ähnlichkeit mit einer Konzerttrommel (Snare) bekommt.
Ganz wichtig:  Die Oboe klingt nach Oboe!
Und – für mich immer das Ausschlaggebende – ich „sehe“ Albrecht Meyer auf der Oboe spielen. Konzentriert, angestrengt, emotional, leidenschaftlich, begeistert und vor allem mit viel Lust darauf, dieses Stück zu spielen.

Auch Rolf Kühn versprüht ein paar Takte später genau diese Lust auf das Musizieren.
Irgendwie scheint es bei Künstlern Mode geworden zu sein, im gewissen Alter der interessierten Welt noch einmal etwas „nie wieder Erreichbares“ da lassen zu wollen.
Bei Johnny Cash hat es noch für eine ganze Reihe an guten Alben gereicht (American I bis VI), Leonard Cohen schaffte nur noch ein einziges, dafür aber umso bewegenderes Abschluss-Album (You want it darker).
Rolf Kühn drücke ich die Daumen dafür, dass das Album „Spotlights“ nur der Beginn einer neuen wertvollen Sammlung ist.

Über die Concept 500 jedenfalls macht es hier gerade außerordentlich viel Freude, den drei Musikern zuzuhören und den Stimmungswechseln zu folgen.

Wie bei einer aufgeregten Diskussion „unterhalten“ sich hier Oboe und Klarinette, übernehmen abwechselnd die Führung und berichten offensichtlich von völlig verschiedenen Ereignissen.

Das alles macht die Concept 500 so deutlich, so, also wolle sie mir sagen:

concept500whiteback

concept500whitebac

„Das ist doch gar nicht mein Verdienst. Das ist doch so aufgenommen worden!“.

Und genau darum geht es doch bei einem guten Lautsprecher. Dass er mich nicht mit einem immer gleichen Sound überzeugt, der mir nach 2 Tagen schon mächtig auf den Keks geht, sondern dass er in der Lage ist, ein musikalisches Geschehen so abzubilden, wie es aufgenommen worden ist.

Zumindest soll er mir

  1. das Gefühl vermitteln, es sei so und
  2. beim nächsten Song auch wieder völlig anders klingen können.

Die Flexibilität, mit jedem neuen Stück völlig andere Klangeigenschaften zu zeigen, genau das ist doch der Kern einer audiophilen Wiedergabe.

Mir die Schnelligkeit eines Horns, die Plastizität einer Fläche oder den Magenkuhlentritt einer Rutsche zu präsentieren, lasse ich mir gefallen, solange das alles nicht zum Selbstzweck wird und sich von der Realität weg hin zu einem immer wieder gleichen Sound entwickelt.

Es gab Zeiten hier in unserem Land, zu denen Knechte und Mägde dafür kämpften, dass sie nicht mehr als drei mal pro Woche Lachs essen mussten. Können Sie das verstehen?

Aber genau das ist es, was ich sagen will. Irgendwann wird man einfach alles leid, was sich nicht verändert.

„Wir haben jetzt vier mal hintereinander eine Weltreise gemacht. Im nächsten Jahr wollen wir aber mal wieder woanders hin!“  🙂

Für mich liegt die wichtigste Aufgabe eines Lautsprecherherstellers darin, seinen Boxen beizubringen, nicht wie „die Box“ zu klingen, sondern mit jedem anders klingenden Song auch einen völlig anderen Klangcharakter zu erzeugen.

Mal schnell, offen, präsent, fast angriffslustig und attackierend, mal dramatisch, träge, emotional ergreifend und dann wieder beschwingt, lustig oder mit ganz viel Herzschmerz.
In allen Disziplinen weiß die C500 mehr als zu überzeugen.

Tiefton und Pegel – gehasst und geliebt?

Tatsache ist, dass sich gerade an diesen beiden Punkten oft die Geister scheiden.
Der eine sagt:  „Wenn es nicht echt klingt, dann lasse ich es lieber ganz.“
Der andere sagt: „Wenn Frequenzbereiche fehlen, kann die Musik gar nicht echt klingen!“.

Und an dieser Stelle muss ich noch einmal meinen Hut vor Karl-Heinz Fink und seinem Team ziehen.
Man sitzt vor der C500 und hört ihren angenehm vollen Klang.
Es ist einfach „alles da“.
Und es ist gut.

Kann sie auch Pegel machen?

Sie kann Pegel machen!
Ich lege ein Stück von Jussi Björling, meinem Lieblings-Tenor auf. Hier singt er im Duett mit Robert Merril das Stück „Au fond du temple saint“ aus den Perlenfischern von Bizet.
Es dauert nicht lange und meine Frau gesellt sich zu mir. Es ist nämlich auch eines ihrer Lieblingsstücke. Und schon singen wir beide so kräftig mit, dass man von einer zierlich aufspielenden Box wohl nicht mehr viel mitbekommen würde. Die C500 jedoch spielt uns in Grund und Boden. Ein Segen, dass wir nicht in einem Mehrfamilienhaus wohnen.  🙂

Wobei ich noch einmal sagen muss, dass man bei der C500 wirklich gerne auf Pegel verzichtet.
Seitdem die C500 geliefert wurde, läuft sie praktisch den ganzen Tag im Hintergrund.

Sobald die Musik stoppt, fehlt da was im Raum.

Das habe ich schon einmal geschrieben? Ja?
Nun, es ist aber auch wirklich so.

Deshalb lade ich Sie hiermit ein, das bei mir einfach mal selber zu testen. Das mit dem schönen Gefühl, wenn die C500 leise vor sich hin spielt und das mit den audiophilen Eigenschaften, wenn man sie fordert.

Dabei spielt es keine Rolle, ob Sie gerne klassische Musik hören oder mehr der Rock-Musik verfallen sind.
Mit der Q Acoustics Concept 500 ist der musikalische Spaß garantiert.

 

Hinweis:  Der Preis für ein Paar Concept 500 wurde soeben auf 4.998,- € angehoben. Wir haben uns entschlossen, den alten Preis von 4.498,- € bis zur High-End 2019 (also bis Mitte Mai) zu halten. Auf Wunsch gibt es dieses Lautsprechermodell jetzt auch in komplett weiß und komplett schwarz – also ohne hinteren Holzrand.

Q-Acoustics Concept 500 in schwarz kaufen.

Q-Acoustics Concept 500 in weiß kaufen

 

Progressive Audio Extreme I

Progressive Audio Extreme I

Progressive Audio Extreme I

Progressive Audio Extreme I

Ein Bericht über den Sinn kleiner Lautsprecher, 
über den Hersteller Progressive Audio aus Essen
und über seine kleinste Box, die Extreme I.

Bei der Progressive Audio Extreme I handelt es sich um einen Lautsprecher aus der Kompaktklasse, Allerdings kostet er nicht weniger als eine ausgewachsene Standbox. Lesen Sie hier, wieso diese Aussage keineswegs gegen die Progressive Audio Extreme I spricht.

Wieso sind manche Dinge eigentlich teurer als andere?

Wer versucht, eine Waschmaschine zu verschieben, der wird davon überzeugt sein, die Gründe dafür entdeckt zu haben, wieso manche Dinge teurer sind als andere: Ihre Größe und Ihr Gewicht.
Wer danach auf seine Armbanduhr sieht, um zu schauen wie spät es ist, stellt aber möglicherweise fest, dass diese noch teurer war als die Waschmaschine und fühlt sich dann frei nach Goethe „so klug als wie zuvor“.

Doch wie wird eigentlich der Preis für einen Lautsprecher festgesetzt?

Größe und Gewicht sind zwar auch hier gute Anhaltspunkte, allein – können sie aber wohl eher nicht den Ausschlag geben.
Beim Discounter ist es nämlich kein Problem, schwere, mannshohe Lautsprecher „für ganz kleines Geld“ zu finden.
Auch die Anzahl der eingebauten Chassis (Membranen) verrät uns noch nicht viel über den Preis, denn auch da stechen manche Billigteile mit ihren 6 Chassis pro Box die deutlich teurere Konkurrenz gnadenlos aus.
Dass so etwas immer dann kaufmännisch nicht mehr funktionieren kann, wenn bereits ein einzelner Hochtöner im Einkauf einige Hundert Euro verschlingt, leuchtet ein, aber welcher Boxenbauer zeigt seinen Kunden schon seine Einkaufsrechnungen?

Und was würden die auch über die Qualität des Lautsprechers aussagen?
So wenig, wie der Preis einer Fotokamera über die Qualität eines Fotos oder der Preis von Farben über den Wert eines Gemäldes, das mit ihnen gemalt wurde.

Nur zwei Zutaten braucht es für einen Lautsprecher!

Ein Lautsprecher ist ein Konstrukt, dessen Entwicklung aus zwei „Zutaten“ besteht:

  1. aus den verwendeten Bauteilen und
  2. aus der Kompetenz des Entwicklers.

Während wir den Punkt a) nach betriebswirtschaftlichen Aspekten für eine Preiskalkulation verwenden können, ist der Punkt b) wohl kaum finanziell zu erfassen.

Progressivität

Wenn ein Entwickler niemals inne hält und immer wieder erfolgreich Neuland betritt, nennt man das Progressivität.
Den anderen immer ein Stück voraus zu sein, sich nie auf seinen Lorbeeren auszuruhen, sondern immer wieder „die Latte für alle höher zu legen“ – das hat sich Ralf Koenen bei seiner Firmengründung im Jahre 1996 auf die Fahne geschrieben.

Progressive Audio  

Progressive Audio Logo

Und genau aus diesem Grund nannte Koenen seine Firma damals „Progressive Audio“.
Heute, zwanzig Jahre später, muss man ihm nicht nur bestätigen, dass dieser Name Programm war und Programm geblieben ist, sondern dass er in vielen Bereichen Meilensteine gesetzt hat.

Verstärker mit SiC-Transistoren

Progressive Audio A901 CD2

Progressive Audio ist der einzige mir bekannte Hersteller weltweit, dem es gelungen ist, unter Verwendung von Siliciumcarbid-Transistoren einen wirklich praxistauglichen Verstärker anzubieten, der mehr als 50 Watt in Class A an die Lautsprecher liefern kann. Und das in einer atemberaubenden Klangqualität.

Die PADIS-Gerätesicherung

PADIS Sicherungen

Furutech, ein global agierendes Vertriebs-Unternehmen, lieferte Ralf Koenen Gerätesicherungen, die er in Deutschland vertreiben sollte. Er prüfte sie – und er befand sie für gut, aber nicht für gut genug. Also entwickelte er eine neue Gerätesicherung. Diese überzeugte die Furutech-Manager so sehr, dass sie die hauseigene Sicherung fallen liessen und von Stund an den weltweiten Vertrieb der PADIS-Sicherung übernahmen. (PADIS steht für Progressive Audio Distribution)

Progressive Audio Übertrager

Es gibt Zulieferer für Übertrager, die damit seit Jahrzehnten den Weltmarkt beliefern. Für alle möglichen Anforderungen und mit unterschiedlichen Spezifikationen. Man sollte also annehmen, dass solch ein Hersteller alles über Übertrager weiss und die Kundenwünsche mit Leichtigkeit erfüllen kann. Zumal so ein Übertrager ja auch kein wahnsinnig kompliziertes Bauteil ist.
Doch was Koenen auch versuchte – der beste Übertrager des Marktes hatte leider eine Resonanzfrequenz bei 40.000 Hz und einen Frequenzgang bis maximal 50.000 Hz, damit wollte er nicht arbeiten.
Also entwickelte er seinen eigenen, völlig resonanzfreien Übertrager mit einem Frequenzgang von bis zu 300.000 Hz.
Die Qualität dieses Bauteils sprach sich in der Szene schnell herum und so „wandert“ es heute auch in Geräte von Marken, die wir eigentlich als Konkurrenten zu Progressive Audio gesehen hätten.
Wundern Sie sich also nicht, wenn Sie irgendwann eines Ihrer High-End-Komponenten aufschrauben und darin einen Übertrager von Progressive Audio entdecken.

Portfolio

Progressive Audio Transformer

Die derzeitige Produktpalette reicht von vier Lautsprecher-Serien über zwei Verstärkern, einen CD-Player, einen DAC, zwei Phonoteilen und drei Kabel-Reihen zwischen 448,- € und 15.600,- €. Schon „in der Pipeline“ befindet sich ein neuer DAC, ein preisgünstiger Vollverstärker und ein Phonoverstärker, der seine Informationen aus dem „Strom“ und nicht aus der „Spannung“ des Tonabnehmers zieht. Ein Prototyp des Stromverstärkers befindet sich seit fast einem Jahr in meiner Vorführung und ich kenne weder etwas klanglich vergleichbares noch etwas unkomplizierteres als diesen Phono-Amp.

Die Extreme-Serie

Progressive Audio Messe 2016-1

Im Jahre 2015 präsentierte uns Progressive Audio eine Lautsprecher-Serie, mit der wohl kein Kenner der Szene gerechnet hatte:  Die Extreme.
Wer nur den Namen hört, wird vermuten, dass er diese Serie noch über seinem bisherigen Referenz-Modell, der „Transformer Diamant“ für mehr als 80.000,- Euro angesiedelt hat, doch da irrt er sich.
Tatsächlich überraschte Koenen die Szene mit einer „kleinen, schicken“ und für Progressive Audio-Verhältnisse geradezu preisgünstigen Serie, die in passiver Ausführung zwischen 4.000,- € und 8.000,- € angesiedelt ist, die es aber durchaus auch als Aktivboxen zu erwerben gibt.
Kennern treibt er damit Fragezeichen ins Gesicht. „Eine günstige Lautsprecher-Serie von Progressive Audio?“ .
Ist das nicht so, als würde man ein Familienauto mit einem springenden Pferd auf dem Abzeichen angeboten bekommen?
Doch die Begründung von Koenen ist einfach.
Schon seit Jahren geisterte in ihm der Wunsch herum, eine wie man sagt „bezahlbare“ Lautsprecher-Serie zu entwickeln und immer wieder setzte er sich deshalb mit einem Koaxial-Chassis von SEAS auseinander. Bei einem Koaxial-Chassis befindet sich der Hochtöner in der Mitte vom Tief-/Mitteltöner.
Die Idee, die hinter einem Koaxial-Chassis steckt, ist weder neu noch einzigartig, faszinierte ihn aber dennoch. Doch das Chassis von SEAS machte nicht das, was Koenen suchte.
2015 änderte sich das auf einmal und Koenen berichtete geradezu euphorisch von den „neuen Eigenschaften“ dieses Chassis, das nun endlich der Grundstein zu seiner neuen Serie sein konnte.
Die Frage, ob Ralf Koenen hier etwa auch für SEAS Entwicklungsarbeit geleistet hat, verneint er auffallend deutlich und vehement. Ich akzeptiere seine Antwort, denke mir aber meinen Teil.

Die Progressive Audio Extreme I kostet 3.998,- € pro Paar.

Progressive Audio Extreme 1 schwarz

©fairaudio.de

Mit diesem Preis will die Progressive Audio Extreme I eigentlich nicht mehr so recht zur Beschreibung „günstige Boxenserie“ passen.
Während die Extreme II und III als ausgewachsene Standlautsprecher daher kommen und man bei dieser Spezies auch noch höhere Preise akzeptiert, sieht das bei einem Kompakt- oder Regallautsprecher ganz anders aus, oder!?
Auf die Frage, ob er nicht besser den „Markt mit einer günstigeren Box bedient hätte“, antwortet Koenen nur:  „Es war niemals mein Ziel, einen kleinen Lautsprecher anzubieten, der klingt wie kleine Lautsprecher eben klingen. Mir ging es darum, die Vorteile dieser Bauart auszuschöpfen und mit der Progressive Audio Extreme I eine richtig (!) klingende Box anzubieten!“ Wie immer folgen „Vorträge“ über Zeitkonstanten und Phasenverläufe, denen ich nur zum Teil folgen kann.

Progressive Audio stellt etwas her, weil man es herstellen kann.

„Eher hätte ich auf die II-er und die III-er verzichtet als auf die I-er“ kontert Koenen fast ein wenig verärgert auf die Frage, ob er die „Kleine“ nicht einfach hätte ganz weglassen können.
„Hör nur eine Weile mit der Progressive Audio Extreme I Musik und mit jedem Takt wird sie Dir erklären, wieso sie so gut funktioniert.“ so Koenen.
Und exakt diese Aussage kann man einfach nur bestätigen. Das Außergewöhnliche in der Wiedergabe der Extreme I macht deutlich, weshalb das Konzept des Kompaktlautsprechers immer wieder die besten Boxenbauer dieser Erde dazu bringt, sich an ihm zu versuchen.
Einen richtig guten Kleinlautsprecher zu entwickeln, ist die „Königsklasse der Boxen-Entwicklung“. Nicht wenige der besten Boxenbauer sind sich einig und überraschen uns mit folgender Aussage:

Die Kunst bei der Entwicklung von großen Boxen ist, sie immer noch genau so gut klingen zu lassen wie kleine.

Große Lautsprecher sind in vielfacher Hinsicht überzeugend.
Ihr Erscheinungsbild ist oft genau so imposant wie das Klangerlebnis. Doch machen wir uns nichts vor, wenn der Tiefbass genau so sauber klingen soll wie die Mitten und die Höhen und alles wie „aus einem Guss“ wirken muss, dann wird es teuer – sehr teuer.
Und wenn das alles dann auch noch bei großen Lautstärken immer noch gut funktionieren muss, dann sollte man noch ein wenig mehr als nur die Portokasse im Rücken haben.
Und den passenden Raum natürlich auch.
Aber die Extreme I ist nicht das „Trostpflaster“ für alle, die sich einen großen Lautsprecher nicht leisten können.

Die Progressive Audio Extreme I bringt ihre Hörer dazu, „Weltbilder“ neu zu überdenken und sich endgültig von alten Vorurteilen zu trennen.

Immer noch braucht man als Mann ein starkes Ego, sich für einen teuren Kompaktlautsprecher zu entscheiden.
Die Progressive Audio Extreme I kann das ändern.
Fragen wie: „Wieso hast Du denn bei dem Preis nicht die …gekauft?“ sind heute immer noch vorprogrammiert.
Doch mit einer Extreme I kann man es sich sparen, Argumente zu sammeln und dem Fragenden verbale Antworten und Rechtfertigungen zu liefern.

Eine Progressive Audio Extreme I muss man einfach nur „spielen lassen“.

Der Markt wird sich verändern – ganz sicher.
Moderne Techniken wie das Streaming eröffnen moderne Möglichkeiten.
Immer mehr Musikliebhaber verstehen, dass man heute keine HiFi-Türme mehr benötigt, um auf höchstem Niveau Musik genießen zu können. Hier und da „ein keines Kästchen“, ein Tablet-PC in der Hand und schon hat man den Zugriff auf bis zu 40 Millionen Titel in hochauflösender Klangqualität.
Da passen dann die alten „Telefonzellen“ nicht mehr so richtig in dieses Konzept.
Doch klanglich verschlechtern – will man sich ja auch nicht.
Eine unlösbare Aufgabe?
Nicht mit der Extreme I.

Die Progressive Audio Extreme I ist kein Wunder – sie macht sich nur die Physik zu nutze.

Losgelöst von den Boxengehäusen und mit viel Spielfreude entstehen hier Töne dreidimensional und „lebendig“ im Raum. Rechts, links, oben, unten, vorne und hinten sind lokale Adverbien, mit denen wir hier die Quelle eines Klangs „auf den Punkt genau“ bestimmen können.
Geradezu holographische Darstellungen von Sängern und Instrumenten mit den richtigen Abständen zueinander und der exakt natürlichen Größe, entführen den Hörer in die jeweiligen Aufnahmeräume. Die Luft im Aufnahmeraum und die Beschaffenheit der Wände gehören zum Klanggeschehen wie selbstverständlich dazu – wir hören die Aufnahme – nicht den Lautsprecher.

So klein wie möglich, so groß wie nötig

Progressive Audio Extreme I USM-Haller

Extreme I “Edition”

Die gewählte Gehäusegröße der Progressive Audio Extreme I entspricht schlicht und ergreifend dem kleinsten Volumen, in dem das verwendete Koaxial-Chasis sauber arbeiten und somit zeigen kann, was in ihm steckt. Es wird ein Frequenzumfang von 35 bis 24.000 Hz ermöglicht.
Die Progressive Audio Extreme I baut dabei an keiner Stelle etwas auf, was nie da gewesen ist.
Doch wenn es da war, dann hört man es auch.
Bis auf die große Kirchenorgel gibt es keine akustischen Musikinstrumente, die unter 35 Hz herunterreichen würden. Auch nicht dann, wenn wir ein „Bass“ vor ihre Bezeichnung schreiben, wie „Bassgeige“ (41 Hz), „Basstuba“ (43 Hz) oder „Bassklarinette“ (61 Hz).

Legt sich AUDIOSAUL hier für die Extreme I „zu weit aus dem Fenster“?

Die Progressive Audio Extreme I ist ein außergewöhnlicher Lautsprecher für eine immer größer werdende Zielgruppe.
Das sind Menschen, die sich den technischen Fortschritten sehr schnell anpassen, weil sie schon lange auf diese Möglichkeiten gewartet haben. Kaum noch sichtbare Komponenten und Lautsprecher, die sich dem Einrichtungs-Stil unterordnen, ohne vom Hörer die Bereitschaft zu klanglichen Verlusten abzuverlangen, ziehen gerade bei uns ein. Kabel verschwinden und die Technik findet im Verborgenen statt.
Mit dieser Beschreibung kann die Progressive Audio Extreme I nicht „Everybodys Darling“ sein.
Aber wenn sie zu Ihrem Wohnkonzept passt – dann wird es schwer werden, eine Alternative zu finden.
Und am Ende muss man wohl diesem Entwickler aus Essen wieder einmal bestätigen, mit der Extreme I „ganz vorne“ zu sein.

Link zum Hersteller:  http://www.progressiveaudio.de
Link zum Shop: Jetzt Progressive Audio Extreme I im Shop bestellen

Progressive Audio Extreme 3 Bericht

Progressive Audio Extreme 3 Bericht

Progressive Audio Extreme 3

Progressive Audio Extreme III

Ralf Koenen, Inhaber und Chef-Entwickler bei Progressive Audio, hat mich dazu eingeladen, seinen neuen Lautsprecher, die Extreme 3 zu hören.

Meine Erwartungen waren hoch, kannte ich doch die ersten beiden Modelle aus der neuen Serie mittlerweile sehr gut. Da ist die Extreme 1 vom Typ Regallautsprecher, bei der ich immer das Gefühl habe, einen 911-er aus der Garage zu holen, wenn ich sie aus dem Regal heraus nehme und auf die passenden Ständer stelle. Im Regal oder auf dem Highboard spielen sie toll, aber so frei im Raum aufgestellt, gehen die Kinnladen schon mal gern in Richtung Erdboden.
Nun gut – die Presse ist sich einig und voll des Lobes. Also können wir die Einser schon mal als „erledigt“ abhaken.
Aber was ist jetzt mit der Dreier?

Ganz oben im schlanken Gehäuse thront wie bei der Extreme 1 das Koaxial-Chassis von Seas. Vor mehr als 10 Jahren schon habe ich in diesen Räumen genau diese Chassis herumliegen sehen. Doch kann ich mich nur daran erinnern, dass sie als „nicht ernst zu nehmende Tröten“ abgetan wurden. Heute schaue ich mir die Extreme an und erblicke in der Dreier wie auch in beiden kleineren Modellen diese „Tröten“?
Ralf lächelt, nein, ich will ehrlich sein: Er grinst!

„Über zehn Jahre hat es gedauert, bis diese Chassis das konnten, was Du gleich hören wirst!“ höre ich ihn sagen. Er deutet an, dass er maßgeblich an der Weiterentwicklung beteiligt war und dass auch die Bässe für ihn speziell in einer 30 Ohm-Version gefertigt werden, aber mehr will er über die Zusammenarbeit nicht verraten. Ich kenne ihn lang genug, weiß, dass er solche Dinge nicht gern erzählt und bohre nicht weiter nach.
Ich setze mich auf seine Ledercouch und während er nach einer CD sucht, schaue ich mir die Box ein wenig genauer an. Schlank, elegant, klassisch, modern, nicht zu groß, nicht zu klein … und nach und nach drängt sich mir ein Begriff in den Vordergrund: Optisch perfekt!
Und eine Frage entsteht: „Wieso?“
Hat die Extreme ein atemberaubendes Design erhalten? Eine Form, die es so noch nie gegeben hat? Hängt man sie an die Decke? Verschwindet sie hinter Bildern? Oder ist da vielleicht eine so neue Idee vorhanden, dass man selbst niemals auf die Lösung gekommen wäre? Nein, stimmt alles nicht. Aber was stimmt denn dann? Wieso erfasst mich hier gerade dieses Gefühl der Anerkennung für dieses Design?
Und eigentlich ist das ziemlich schnell beschrieben:
Manche mögen bestimmte Farben, andere mögen sie nicht. Manche mögen bestimmte Formen, andere mögen sie nicht. Manche mögen bestimmte Muster, andere mögen sie nicht.

Seas Chassis

Was passiert, wenn man einfach alles, was auch nur irgendwie „Geschmack“ sein kann, Design seiner selbst Willen sein kann, Diplomatie sein kann, Trend sein kann …
… wenn man alles das einfach weg lässt?
Muss es ein Lautsprecher den Blüten unserer Blumen nachmachen, um Kunden wie Insekten anzulocken?
… muss er bunt gefiedert für uns tanzen?
Wer wie ich gerade vor der Extreme 3 sitzt und sie seit Minuten anstarrt, der merkt, dass in ihm etwas geschieht. Er verändert sich. Man glaubt, etwas zu erkennen, zu einer neuen Sicht der Dinge zu gelangen. Wozu andere durch Indien reisen, erlebt man hier auf seiner Couch. Die Einfachheit der Dinge, die Lehre Zarathustras, die Besinnung auf das Wesentliche …
Finden diese Veränderung in mir gerade wirklich statt, oder trifft die Extreme 3 mit ihrem Erscheinungsbild einfach nur meinen persönlichen Geschmack?
Ich weiß es nicht, aber ich bin mir sicher, dass Sie sich ähnliche Fragen stellen werden.
Dann startet die Musik. Im Player hat der FIM-Sampler Producer`s Choice I Platz genommen. Das erste Stück spielt an: Carmen Habanera Fantasia, Harold Faberman & Northwest Sinfonietta, zu bekommen bei Sievekind-Sound.

Nach wenigen Takten tut sich mir eine Erkenntnis auf und ich höre mich sagen: „Ist ja kein Wunder, dass so wenige Menschen zuhause klassische Musik hören. Weil Orchestermusik einfach keinen Spaß macht, wenn man keinen Hinweis darauf erhält, welche Instrumente in welcher Anzahl wo im Orchester ihren Platz haben. Es ist einfach schier unglaublich, wie selbstverständlich hier gerade jedes Instrument dreidimensional im Raum steht.”
Die Kastagnetten ziehen mich in ihren Bann mir geht der Begriff Holographie durch den Kopf. Mit Leichtigkeit erahnt man die Anstrengung und Hingabe des Musikers. Jeden einzelnen Gesichtszug, jede Falte sehe ich vor mir. Wieso ich von einem Musiker und nicht von einer Musikerin spreche? Ganz einfach, weil die Kastagnetten derart kräftig und körperhaft gespielt werden, wie ich es selten gehört habe, nicht einmal live. Diese Kraft kann nur in Männerhänden stecken. Wenn ich falsch liegen sollte, dann mag die Musikerin meine Ausführungen als Kompliment auffassen.
Doch ich konzentriere mich bereits auf die Geige, die sich hier in der Mitte auftut. Konzentriere ich mich wirklich? Muss ich mich konzentrieren, um die Geige zu hören? Nein, ich muss mich berichtigen. Es erfordert keiner Konzentration, dieser Geige zu lauschen. Sie wird mir so selbstverständlich präsentiert, dass ich mich frage, in welchem Saal diese Aufnahme wohl entstanden sein mag. Denn bei all meinen bisherigen Konzertbesuchen scheine ich entweder die falsche Lokalität gewählt zu haben oder ich habe auf dem falschen Platz gesessen.
Dieser Musiker spielt nur für mich, oder? Auch wieder falsch. Dafür ist er viel zu weit weg von mir.
Doch bevor ich meine Gedanken zu Ende bringen kann, lausche ich lieber dem Wechselspiel zwischen der kleineren, heller klingenden und der größeren, voller spielenden Geige. Kurz danach steigen die Streicher auf der rechten Seite mit ein.

Es gibt Bücher darüber, die uns die Platzierung der Instrumente in einem Orchester genau beschreiben. Wer wie ich gerade diese Carmen-Einspielung über die Extreme 3 hört, fragt sich: Wozu? Hört man doch!

Sie mögen keine klassische Musik?

Prospekt Progressive Audio Extreme 3 Seite 1

O.k. – legen wir doch mal was ganz anderes auf.  Sagt Ihnen noch Ummagumma etwas?
Richtig! Pink Floyd!
(Die eigentlich Bedeutung dieses Begriffs will ich hier mal dezent unbeachtet lassen).
Auf dieser Scheibe gibt es ein Stück namens „Grantchester Meadows“, das Roger Waters beigesteuert hat. Eine durch Akustikgitarre begleitete Folkballade – nichts besonderes also, oder doch?
Für diesen Artikel hat diese Aufnahme etwas Besonderes: Nämlich die Koexistenz von natürlichen und künstlichen Raumabbildungen, sowie die dreidimensionale Zuordnung von Geräuschen.
Da gibt es diesen zwitschernden Vogel, der hier und da ziemlich nervt.
Was aber viel mehr nervt als das Gezwitscher an sich, ist die Tatsache, dass der Tonmeister es mit der dreidimensionalen Verschiebung dieses Geräuschs arg übertreibt.
Über eher zweidimensional abbildende Lautsprecher mag es interessant wirken, wenn der Vogel scheinbar immer wieder von rechts nach links und umgekehrt im Zimmer umherfliegt. Obwohl man selbst bei einer Wiedergabe in Mono schnell bemerken wird, dass es sich immer wieder um den gleichen „Loop“, also um eine Aufnahmeschleife handelt.
Über die Extreme 3 abgehört, kommt aber noch die „Vorne-Hinten-Schiene“ dazu. Manchmal scheint der Vogel in greifbarer Entfernung vor einem zu singen und baut damit fast so etwas wie eine Barriere zwischen dem Hörer und der weiter hinten spielenden Musik auf.
Aber spätestens wenn man sich fragt, ob so ein Vogel denn wohl überhaupt in der Lage ist, während des Flugs so zu singen, kommt man schnell zur verneinenden Antwort und das lässt den Tonmeister dann vollends als Spielkind dastehen.
Anders wird es dann mit der Gans (oder ist es eine Ente?). Sie ist zunächst links zu hören und startet dann aus dem Wasser heraus nach rechts schwenkend. Das ist überzeugend echt!
Aber so richtig gut – ja ich weiß, dass man mich gleich zum Spinner erklären wird – richtig gut wird es zum Schluss, wenn die Musik schon aus ist.
Hier wiederholt sich das, was wir vom Vogel her kennen, jetzt aber mit einer dicken Stubenfliege.
Deutlich in jeder 3D-Achse ortbar und mit einer frappierend natürlich wirkenden Raumabbildung, steigt jemand links eine hölzerne Treppe herunter, geht nach rechts herüber und versucht, mit einer Klatsche diesen Brummer zu erlegen, bis er es dann mit einem heftigen Schlag fast genau in der Mitte zwischen den Boxen offensichtlich geschafft hat. Jedenfalls brummt danach nichts mehr.

Was das alles mit Musik zu tun hat?
Nichts und doch sehr viel.
Der Mensch sucht beim Musikhören nach akustischen Hinweisen und Erläuterungen. Er will verstehen was er da hört. Jetzt sind wir es gewohnt, diese Hinweise nicht oder nur unzureichend zu erhalten. Mit einer Extreme wird das wieder anders. Sie stellt die Musik dar als eine Fülle an Informationen. Echte, glaubhafte und deutliche Informationen. Aus einem Orchesterstück bildet sie eine Art Blumenstrauß an Informationen. Von Blüte zu Blüte können wir unsere Sinne wechseln lassen und jede einzeln oder den Strauß als Ganzes genießen.
Denn das erstaunlichste an sich ist tatsächlich, dass die Extreme 3 die Musik mit ihren analytischen Fähigkeiten nicht zerreißt.
Sicher haben Sie es auch schon einmal erlebt, wenn Boxen so „analytisch“ spielten, dass man glauben konnte, jeder Musiker spiele ein anderes Stück oder er befände sich gar in einem anderen Raum.
Bei der Extreme 3 ist das völlig anders. Weil sie jedem Instrument den richtigen Platz zuweist, es in der korrekten Größe abbildet und in der realen Entfernung zu den anderen Instrumenten positioniert. Ortbarkeit und Raumabbildung sind einfach „r-i-c-h-t-i-g“.
Unser Ohr registriert das.
Wir bekommen die Informationen, die wir benötigen, um unsere Fragen beantwortet zu bekommen. Und unser Kopf rekonstruiert den Originalschauplatz, gerade so, als seien wir bei der Aufnahme dabei gewesen.
Und ich will das noch einmal erläutern, weil es so wichtig ist:
Oftmals erhalten wir nur falsche oder viel zu wenig Informationen über den Aufnahmeraum. In der Folge resignieren wir und geben uns damit zufrieden.
Manche Lautsprecher geben uns die gewünschten Informationen. Aber durch winzige Phasenverschiebungen oder sonstige kleinste Konstruktionsfehler werden sie doch minimal verfälscht. Das ist anstrengend für den Hörer, weil das Gehirn hier permanent „Rätsel“ lösen muss, in der Form von: Kann das jetzt echt sein?
Die Extreme 3 bildet das Musikgeschehen (ich ziehe es hier absichtlich erneut auseinander) r-i-c-h-t-i-g  ab.
Unser Gehirn bemerkt das und geht deshalb davon aus, das Original zu hören. Keine Rätsel kein Gefühl der Anstrengung. Unser Gehirn akzeptiert das Gehörte.

Prospekt Progressive Audio Extreme 3 zweite Seite
Progressive Audio Extreme 3 Messefoto Fairaudio

Ich bin in den letzten dreißig Jahren immer wieder mit neuen, erstaunlichen Lautsprechern in Berührung gekommen. Doch die letzte Begegnung ist ziemlich lange her. Heute ist es mal wieder so weit.
Besonders erstaunlich ist dabei, dass die Extreme 3 diese holographische Darstellung hinbekommt, ohne deshalb auf ein Fundament verzichten zu müssen, das wir benötigen, um den Tönen Körper zu verleihen.
Immer wieder ist es doch so, dass wir zwar das eine bekommen, aber nur, weil wir auf das andere verzichten müssen. Von Verzicht ist bei der Extreme 3 in keinem Bereich etwas zu spüren.
Bevor man auch nur auf die Idee kommen kann, „untenrum“ könnte etwas fehlen, serviert sie uns auch die tiefsten Töne in der gleichen Natürlichkeit wie alle anderen Frequenzbereiche auch, eben einfach  r-i-c-h-t-i-g.

Mein Fazit:
Ich war völlig ohne Absichten zu Progressive Audio gefahren, außer einfach mal wieder ein wenig zu quatschen. Und nun? Selbstverständlich habe ich ein Paar für meine Vorführung bestellt.
Gut – das ist jetzt nicht wirklich erwähnenswert – aber eines dagegen schon:
Eigentlich mag ich gar keine weißen Boxen.

Die Extreme 3 – die kommt mir aber nicht anders ins Haus als in weiß!

Und so fahre ich wieder nach Hause mit der Erkenntnis, dass die High-Fidelity auch nach 30 Jahren immer noch wieder ein paar Glanzpunkte zu bieten hat und man auch nach so einer langen Zeit noch wieder etwas dazulernen kann.

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