Reicht ein Intel I3 für Roon oder muss es der Intel I7 sein?

Reicht ein Intel I3 für Roon oder muss es der Intel I7 sein?

Die Grundanforderungen von ROON sind eigentlich erstaunlich niedrig:

Ein i3 reicht demnach voll und ganz. Schon 4GB RAM sind ebenfalls ausreichend. Und als SSD für das Betriebssystem ist die kleinste auf dem Markt befindliche Platte schon zu groß. Hier geht es mehr um die Geschwindigkeit und die Zuverlässigkeit, wobei die Preise sich gar nicht groß unterscheiden.

Sowohl Roon selbst als auch Prime Computer aus der Schweiz haben daher beide ein Standard-Modell auf I3-Basis für die Roon-Software im Programm. 

Wozu also sollte man für einen i7 mehr Geld ausgeben?
Gehen wir dieser Frage nach und beginnen wir bei der Funktionalität

Upsampling

Hierunter versteht man das Hochrechnen vom „schlechteren“ hin zum „besseren“ Format.
Aus einer CD-Auflösung (16 Bit, 44,1 kHz) „zaubert“ so ein Upsampling-Verfahren also z.B. eine DSD256-Datei oder mehr.
Dieses Verfahren an sich ist stark umstritten. Die Gegner sagen, Upsampling sei wie Sägemehl in einen Kartoffelbrei zu kippen. Man hat hinterher zwar mehr Püree, aber es schmeckt nicht mehr.

Andere meinen, dass es besser sei, sich einen gut klingenden, hochgerechneten Titel anzuhören, als ein schlecht klingendes Original.

Tatsache ist, dass dieses Upsampling viel Prozessorleistung benötigt und ein I3 mit dieser Aufgabe schnell überlastet ist. Im schlimmsten Fall kommt es zu Aussetzern. Aber weit vorher wirkt sich die hohe Belastung bereits auf die Klangqualität aus. Diese Tatsache gibt dann den Gegnern vom Upsampling doppelt recht.

Feststellung 1:
Für das Upsamling brauchen Sie einen I7, wenn es gescheit und flüssig laufen soll.

DSP

Mit einem Digitalen Sound Prozessor kann man eine Menge anstellen. Früher hatte man dafür einen Equalizer. Damit konnte man aber nicht einmal annähernd das bewirken, was so ein DSP heute kann. Am beliebtesten sind die so genannten Raumanpassungen. Oft wird ein Smartphone als Mikrofon eingesetzt und der DSP regelt so lange die Phasen, Zeiten, Frequenzen und vieles mehr, bis sein einprogrammiertes Idealbild erreicht wird.

Mit High-End hat das dann meistens nicht mehr viel zu tun. Wir verändern ja das, was der Elektroniker so mühsam entwickelt hat und die Bemühungen des Boxenbauers treten wir ebenfalls mit Füßen. Aber wir bügeln stehende Wellen glatt (Raummoden) und erschaffen uns ein Klangbild, was wir lieber hören mögen als das Original.

Doch will ich nicht zu streng sein mit diesem Feature. Roon beherrscht Multiroom und die wenigsten High-Ender werden auch in der Küche, im Bad, im Büro … teure Nobel-Komponenten einsetzen.

Und wenn man dann der Alexa ein wenig mehr Bass gönnt und den Sonos-Teilen in den Mitten mehr Volumen, den 40 Jahre alten „Kisten“ im Partykeller das Dröhnen abgewöhnt …
… dann kann so ein DSP sogar recht sinnvoll sein.

Hinzu kommt der Einsatz von Filtern. Mancher Lautsprecherentwickler hat längst erkannt, dass manche Dinge mit einer passiven Weiche einfach nicht umsetzbar sind. Nutzt der Besitzer dieser Boxen aber Roon, dann kann er einen Filter in dem DSP-Modul aktivieren und seinen Lautsprecher klanglich verfeinern.
Dass dieses DSP reichlich Prozessorleistung benötigt, dürfte jedem klar sein.

Feststellung 2:
Um den DSP zu nutzen, brauchen wir einen i7, wenn es gescheit und flüssig laufen soll.

Kommen wir zur Multiroom-Fähigkeit

Historisch bedingt denken wir gerne an eine extrem aufwändige Verkabelung im ganzen Haus, wenn wir das Wort „Multiroom“ hören. Doch dem ist schon lange nicht mehr so.

Da gibt es ein Alexa-Gerät in der Küche, einen PC im Büro, auf dem die Roon-Bridge installiert ist. Im Partykeller läuft ein Sonos-Gerät und auf der Terrasse steht ein Netzwerklautsprecher.
Zusammen mit unserer Stereoanlage besteht unsere Multiroom-Installation damit also schon aus fünf „Räumen“ oder „Zonen“, wie sie bei Roon heißen.
Ziehen wir dann noch unsere Smartphones und Tablets hinzu …
… winkt ein I3 schnell mit der weißen Fahne und stellt die Belieferung ein.

Feststellung 3:
Für Multiroom brauchen wir einen i7, wenn es gescheit und flüssig laufen soll.

Und was ist mit dem Klang?

Bisher haben wir in diesem Bericht gelesen, was alles den Prozessor stark belastet und sich dadurch auch auf den Klang auswirken kann.
Doch wie sieht es aus, wenn wir weder Upsampling, noch DSP, noch Multiroom einsetzen?

Klingt es dann mit einem I7 trotzdem besser?

Die Antwort ist ein klares Ja!
Besitzt man eine hochwertige HiFi-Anlage, sind die 600,- € Aufpreis mehr als nur gut angelegt. 

Feststellung 4:
Der beste Klang braucht den I7.

 

 

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