Wie verwendet man Akustische Spiegel von ARAKAS?

Wie verwendet man Akustische Spiegel von ARAKAS?

Wie verwendet man Akustische Spiegel von ARAKAS?

Wie verwendet man Akustische Spiegel von ARAKAS?

Der Bericht „Wie verwendet man Akustische Spiegel von ARAKAS?“ ist der zweite Teil meiner Artikel über dieses außergewöhnliche HiFi-Zubehör. In meinem Artikel  Arakas – Akustische Spiegel – Test und Erfahrungen … habe ich bereits ausführlich über die Hintergründe und mein erstes Zusammentreffen mit Herrn Grunewald (dem Entwickler des ARAKAS-Systems) berichtet.
Nach dem ersten Treffen dauerte es etwa zwei Wochen, bis mich Herr Grunewald erneut besuchte und mir mein erstes Set für unser Studio auslieferte.
Und ich kann Ihnen versichern, dass mich in diesen zwei Wochen massive Zweifel geplagt haben. Waren die Spiegel wirklich so gut? Hatte ich mich manipulieren lassen? War es klug, mich für so ein Voodoo-Zeug so weit aus dem Fenster zu lehnen?

Hatte mich das Ergebnis damals einfach nur viel zu stark überrascht?

Nun, überraschen – konnten mich diese Spiegel ganz sicher nicht wieder. Eher wurde ich heute von einer hohen Erwartungshaltung gelenkt, die eigentlich nie gut ist. Oft ist man dann über etwas eigentlich Gutes trotzdem enttäuscht, weil man sich ja irgendwie noch viel mehr erhofft hatte.

Nun gut – ich kann es kurz machen.

Es dauerte nur wenige Minuten, um wieder hören zu können, welchen Zauber die Arakas Akustischen Spiegel in meinem Raum verbreiten können.
Kurz und knapp beschrieben stellte sich wieder folgendes ein:
Die Spiegel verbessern die Ortbarkeit und führen zu einer exakteren Fokussierung. Größenverhältnisse werden authentischer dargestellt, der Raum zwischen den Musikern wirkt glaubhafter und realistischer. Es erscheint einem so, als seien deutlich mehr Details zu hören, die einem aber weniger auffallen, weil sie so „natürlich“ und „selbstverständlich“ wirken.

Einfach hinstellen und fertig?

Ganz so einfach ist es nicht.
Es ist nun einmal die eine Sache, sich z.B. einen Oszilloskopen zu kaufen und die andere, damit auch was anfangen zu können.

Und genau um dieses Thema kreisten seit zwei Wochen meine Gedanken, Ängste und Fragen:

Wo genau müssen die Spiegel stehen und wieso?
Wie richte ich die Arakas auf den Boxen aus?
Wie viele Aufsteller brauche ich überhaupt?
Und was verändert sich eigentlich, wenn ich alles richtig oder alles falsch aufstelle?

Viele „Hilfsmittel“ hatte man mir schon vorgeführt. Und immer ging es darum, die Musik einfach „besser“ klingen zu lassen, ohne eine Erklärung dafür mitzuliefern, wie genau sie denn jetzt besser klingt. Genau deshalb war es so gut wie unmöglich, diese Hilfsmittel korrekt zu installieren. Selbst wenn man davon überzeugt war, dass es besser klingt – wie hatte man das jetzt genau erreicht und wieso?

Die ARAKAS Akustischen Spiegel lassen sich spielend einfach justieren!

ARAKAS im Studio

ARAKAS im Studio

Wenn man zu zweit vorgehen kann, erinnert mich das Ausrichten der Boxenaufsteller an das Drehen der Dachantenne in den 60-er/70-er Jahren oder das Fixieren der Satellitenschüssel in den Zeiten danach. Während die eine Person an der Antenne oder der Schüssel drehte, verfolgte die zweite das Geschehen am Bildschirm und konnte so beurteilen, ob die Ausrichtung passt oder nicht.

So ähnlich ist das auch mit diesen Boxenaufstellern.

Fast könnte man sagen, dass man es den Boxenaufstellern ansehen kann, wie sie wirken.

ARAKAS nach innen gerichtet

ARAKAS nach innen gerichtet

Drehe ich die beiden Spiegel zur Mitte hin (so dass sie “schielen”) – wird die Körperhaftigkeit besser und Stimmen erhalten mehr Volumen. Übertreibe ich es aber, werden alle Instrumente weiter in die Mitte geschoben und der Raum wirkt insgesamt kleiner.

 

 

 

ARAKAS nach aussen gerichtet

ARAKAS nach aussen gerichtet

Drehe ich die Spiegel nach aussen, wird der Raum größer – irgendwann aber auch wieder zu groß.
Wobei ich hier auf eine erstaunliche Besonderheit gestoßen bin.

 

 

 

 

Das Stereodreieck wandert mit!

Sitzen wir – so wie es sein soll – exakt an der Spitze des Stereodreiecks – ist die räumliche Wirkung bei jedem Lautsprecher am besten. Das ist als würden wir zwei Projektoren mit dem gleichen Foto exakt gleich ausrichten. Wir haben dann sattere Farben, schärfere Konturen und mehr Raumtiefe.
Gute Lautsprecher lassen es aber auch durchaus zu, dass man ruhig auch nach rechts oder links aus der Achse heraus sitzen darf. Trotzdem bricht der Raum deswegen nicht völlig zusammen.
Es ist verständlich und einleuchtend, wenn die Informationen des Lautsprechers lauter werden, der nun zu uns näher steht und die des zweiten Lautsprechers leiser werden. Wir scheinen dann an den einen Instrumenten dichter dran zu sein und von den anderen weiter weg.

Nicht so bei meinem Experiment.

Ich richte testweise die Boxenaufsteller mal so aus, dass sie nach aussen zeigen und setze mich etwa 0,6m weiter nach rechts.
Was nun passiert muss ich Ihnen wie folgt beschreiben:

Stellen Sie sich vor, Sie hören von links die Gitarre, aus der Mitte das Schlagzeug und von rechts ein Saxophon.
Jetzt nehmen Sie eine Leinwand und zeichnen diese drei Instrumente an den Stellen ein, von denen Sie sie hören.

Wenn Sie sich jetzt einen halben Meter nach rechts setzen, müssten Sie also etwa mittig vor dem Saxophon sitzen. Das Schlagzeug müsste von “halb-links” kommen und die Gitarre von “ganz-links”.
Doch das ist hier gerade seltsamerweise überhaupt nicht der Fall!
Ich habe eher den Eindruck, jemand hätte einfach meine bemalte Leinwand ebenfalls nach rechts verschoben. Ich sitze also immer noch mittig vor dem Schlagzeug, habe links die Gitarre und rechts von mir (!!) das Saxophon.
Unglaublich und für mich unerklärlich.

“So sollte man die Spiegel einstellen, wenn man Besuch hat und so viele wie möglich gut Musik hören möchten.” erklärt mir Herr Grunewald die Ausrichtung, aber ich verstehe das alles gerade nicht so richtig.
Ich drehe die Spiegel wieder zurück und wähle eine Ausrichtung, bei der mir die Raumabbildung sehr realistisch zu sein scheint.

Und die Zusatzaufsteller?

ARAKAS im Plasttenregal

ARAKAS im Plasttenregal

Einen Aufsteller hat mir Herr Grunewald gleich wieder genau in die Mitte zwischen den Boxen auf meine Geräte gestellt.
Dort wirkt er hörbar, doch kann er da nicht bleiben, zumindest nicht, wenn wir auch mal fernsehen wollen. Also versuchen wir es mit zwei Aufstellern, einen rechts und einen links neben dem TV. Mit Hilfe der Laser-Zielvorrichtung werden beide Aufsteller exakt auf den Hörplatz ausgerichtet. Das geht ganz schnell, denn das “Zielfernrohr” wird einfach magnetisch in der richtigen Position an den Spiegel gezogen.
Die Wirkung ist ganz sicher nicht schlechter – eher noch ein wenig voller – aber der Preis verdoppelt sich auch. 🙁

Und exakt wie beim ersten Hörtermin wirkt auch heute wieder alles ziemlich “nach unten gedrückt”.

 

ARAKAS auf Bilderrahmen

ARAKAS auf Bilderrahmen

Also muss auch der Aufsteller oben auf dem Bild wieder seinen Platz erhalten. Dafür werde ich wohl einen Nagel in die Wand schlagen müssen. So gefällt das etwa 50% der Bewohner nicht. 🙂

 

Mit diesen fünf Aufstellern zeige ich mich glücklich und zufrieden und sehe nicht den Hauch eines Anlasses, mit weiteren Aufstellern experimentieren zu wollen. Mein Gefühl sagte mir:  Besser geht es nicht!

 

 

Und es geht doch noch besser!

Herr Grunewald bemerkt, dass meine Anlage ziemlich weit an der linken Wand steht, während sie nach rechts gute sieben Meter hat, um auf eine Wand zu treffen. Dazwischen liegt mein Essbereich. „Aber das wirkt sich hier zum Glück nicht aus!“ behaupte ich steif und fest.

ARAKAS auf Highboard

ARAKAS auf Highboard

Schon steht ein weiterer Aufsteller auf einem hohen Schubladenschränkchen zwischen Studio und Essbereich. Dieser Spiegel wurde mit der Zieleinrichtung exakt auf den Hochtöner der linken Box ausgerichtet – praktisch diagonal über den gesamten Hörbereich hinweg.
Und schon rückt die Stimme von Patricia Barber noch etwas weiter nach rechts in die Mitte und wirkt noch „fleischiger“ und ich meine, sie besser fokussieren zu können.

 

 

 

Wie weit lässt sich das noch weiter perfektionieren?

Angespornt durch meine Kommentare, schöpft Herr Grunewald jetzt aus dem Vollen und wird immer mutiger und experimentierfreudiger. Schon hat er auf ein Highboard in meinem Rücken diesen kleinen 11 cm großen Aufsteller positioniert, der sich beim ersten Hörtermin als komplett zerstörerisch erwiesen hatte.
Und genau die gleiche Wirkung tritt hier erneut ein. Das Klangbild wird sofort harsch, hart, kalt und unangenehm.
Der muss da ganz schnell wieder weg.
Herr Grunewald stört sich offensichtlich an dem selbstgeklinkerten Regal, das ich meiner Frau als ihre “persönliche Insel” in unserem Wohnzimmerstudio zugestehen musste.
„Da darf ich nicht dran!“ teile ich ihm mit und er meint – es ginge ja nur ums Testen.

Aber da kennt er meine Frau nicht.
Ich habe es schon zu Beginn meiner Ehe aufgegeben, beim Einräumen der Einkäufe zu helfen. Ich bin dafür einfach zu blöd. Ich kann einen runden Joghurtbecher nämlich nicht “gerade” in den Kühlschrank stellen. Meine Frau muss definitiv jeden einzelnen Becher noch einmal anfassen und nach einem mir unerforschbaren System “gerade” ausrichten.

Klinkerregal

Klinkerregal

Auch dieses Regal wird sie wohl nun neu gestalten müssen, wenn unser Besuch uns wieder verlassen hat. 🙂

 

 

 

 

 

ARAKAS auf Regal

ARAKAS auf Regal

Herr Grunwald läuft hin und her, stellt hier was auf, nimmt da was weg.
Mich interessiert das alles ziemlich wenig – ich bin mit dem zufrieden, was wir erreicht haben. Auf einmal habe ich das Gefühl, als wenn sich über meinem linken Ohr etwas “geöffnet” hätte. Als hätte man dort einen Druck von mir genommen, den ich vorher gar nicht wahrgenommen hatte. Ich habe den Aufsteller im Klinkerregal in Verdacht und bitte Herrn Grunewald, ihn mal testweise wieder weg zu nehmen. Doch es verändert sich nichts, mein Eindruck bleibt. Während ich noch nach Erklärungen suche, zeigt Herr Grunewald lächelnd mit dem Finger nach oben. Ganz oben auf dem geklinkerten Regal steht nun der kleine Aufsteller, dieser “Bösewicht”, der immer nur alles zerstört hat.

 

„Ich wusste doch, dass es Situation gibt, in denen wir die kleinen Aufsteller brauchen werden, auch wenn sie meistens mit Vorsicht zu genießen sind!“ meinte Herr Grundwald – sichtlich mit seiner Entscheidung zufrieden die kleinen Aufsteller doch noch testweise mitgebracht zu haben.

Dann aber hatten wir offensichtlich tatsächlich die notwendige Anzahl an Aufstellern erreicht. Selbst der untere, große aus dem Klinkerregal konnte eigentlich wieder entfernt werden, ohne eine große Veränderung zu erzeugen.

Die optimale Konstellation bestand also in meinem Studio aus:

2 x Boxenaufsteller
2 x große Aufsteller rechts und links neben dem Fernseher
1 x großer Aufsteller an der Wand über dem Bild hängend
1 x kleiner Aufsteller oberhalb des Klinkerregals
1 x großer Aufsteller auf dem Schubladenschränkchen

Da auch Herr Grunewald mir das so bestätigen konnte, beließen wir es bei dieser Ausstattung und hörten noch eine Weile verschiedene Titel, um uns selbst die Korrektheit der Konfiguration zu bestätigen

Geheimnisse lüften?

Im Anschluss berichtete mir Herr Grunewald auf einmal etwas mehr über die Beschaffenheit der Spiegel und ihren Aufbau. Es traten einige Überraschungen für mich zum Vorschein und ich erhielt z.B. Informationen über die Qualität der Diamanten, die auf der Beschichtung verarbeitet werden und vieles mehr.
Ich teilte ihm sofort mit, dass er diese Informationen unbedingt an seine Kunden weitergeben soll, denn sie sind ja die Erklärung dafür, dass diese Spiegel nicht einfach zu einem Spottpreis angeboten werden können. Und ich meinte, dass der Käufer doch auch ein Anrecht darauf hätte, zu erfahren, wofür er sein gutes Geld ausgegeben hat.

Doch Herr Grunewald fürchtete sich vor Nachahmern, die dann seine in zehn Jahren gesammelten Erfahrungen und Erkenntnisse ausnutzen könnten, um die Spiegel nachzubauen. Woraufhin ich ihm die Frage stellte, ob es denn möglich sei, die Spiegel deutlich preisgünstiger zu produzieren, wenn man nur die Entwicklungskosten außen vor lassen könnte.
Diese Möglichkeit besteht aus seiner Sicht allerdings erst dann, wenn sie jemand in einer sehr hohen Stückzahl produzieren lassen würde.
Produzieren und umsetzen sind nun aber bekanntlich zwei Paar Schuhe.
Eine andere Möglichkeit bestünde darin, einfach deutlich preisgünstigere Materialien zu verwenden, die dann aber überhaupt nicht funktionieren können.
Ja sicher – man kann sich auch eine Wohnzimmercouch aus Apfelsinenkisten und Strohsäcken bauen.

Aber man muss doch folgendes bedenken:

Niemand (!) wird diese Spiegel kaufen, der sie nicht vorher gehört hat!
Und niemand (!) sollte sie kaufen, ohne sie vorher in den eigenen Räumen gehört zu haben.

Was bedeutet, dass sich ein Händler mit diesem Produkt auseinandersetzen muss.
Er muss sich zudem die Mühe machen, zum Kunden zu fahren und ihn vor Ort zu unterstützen.
Der Händler muss also Manpower und Zeiteinheiten einsetzen.
Um diesen (kostenintensiven) Entschluss zu fassen, muss der Händler zwangsläufig seine kaufmännische Einstellung vernachlässigen, um sich seinen Kunden glaubhaft als jemand zu präsentieren, dem es um eine gute Musikwiedergabe geht.
Die erstaunten Reaktionen seiner Kunden dürften einem guten Händler das allerdings wert sein!

Das alles – macht doch ein Händler ganz sicher nicht mit einem minderwertigen Plagiat, was gar nicht funktioniert, oder?

Nun, ich bin gespannt, ob er sich das zu Herzen nehmen wird. Ich würde mich darüber freuen, wenn er uns (Ihnen) in einem Datenblatt  ein paar Geheimnisse über seine Spiegel anvertrauen würde und ich bin mir sicher, dass sich das auch für ihn auszahlen wird.

Preisliste:

ARAKAS Boxenaufsteller:                        1.299,- €/Stück Jetzt kaufen  

ARAKAS Aufsteller 22x22 cm ohne Fuß:    929,- €/Stück (zum Aufhängen) Jetzt kaufen  

ARAKAS Aufsteller 22x22 cm mit Fuß:        949,- €/Stück Jetzt kaufen  

ARAKAS Aufsteller 11x11 cm ohne Fuß:      649,- €/Stück Jetzt kaufen  

ARAKAS Ständer (ca. 1m hoch)                   289,- €/Stück

Laser-Einrichtung zur korrekten Ausrichtung der Aufsteller:  259,- €/Stück
(Beim Kauf eines Sets= 2 Boxenaufsteller und 3 Aufsteller 22x22 kostenlose Zugabe)
Leihgebühr für die Laser-Einrichtung:                                      10,- €/Tag zzgl. Versandkosten

 

ARAKAS Akustische Spiegel – Test und Erfahrungen

ARAKAS Akustische Spiegel – Test und Erfahrungen

ARAKAS – Akustische Spiegel – Test und Erfahrungen

ARAKAS – Akustische Spiegel – Test und Erfahrungen

mit dem Bericht über „ARAKAS – Akustische Spiegel – Test und Erfahrungen“ betrete ich zugegebenermaßen -auch für mich- Neuland.

Ich bin es gewohnt, Berichte über Dinge zu schreiben (Kabel, Stecker, Netzteile, Router …) und deshalb ausgelacht, für verrückt gehalten oder sogar für betrügerisch bezeichnet zu werden.

Bisher hatte ich mich wohl auch deshalb von vielen “Wunderdingen” lieber fern gehalten. In den letzten 35 Jahren gingen Entwickler von allgemein mit “Voodoo” bezeichneten Produkten in unserem Studio ein und aus. Immer wieder saß man da und meinte, vielleicht, möglicherweise … aber so richtig eigentlich auch nicht … naja.
Auf einmal schreibe ich einen -WARNUNG!- ellenlangen Bericht über “Akustische Spiegel”!
Lassen Sie mich Ihnen deshalb das „Wieso denn jetzt auf einmal?“ in der Ausführlichkeit erläutern, die diesem Produkt gebührt.

ARAKAS Anlage

ARAKAS Anlage

Arakas – Akustische Spiegel – ein “mechanischer DSP”?

„Das kriege ich bei meiner besseren Hälfte niemals durch!“

Können Sie sich vorstellen, wie oft ich diesen Satz in den letzten 35 Jahren als HiFi-Händler schon gehört habe!?
Mal geht es um die Größe der Lautsprecher, mal um die Farbe – aber meistens geht es um den Aufstellungsort, den ein Lautsprecher nun einmal beansprucht, wenn er denn gut klingen soll.
Und als Lösung für dieses Problem (und noch viele andere) hat man ja jetzt ein echtes “Wunderding” erfunden, was aus der HiFi-Welt im Moment nicht wegzudenken ist.

DSP  (Digitaler Sound-Prozessor)

Ach – was ist die Abkürzung DSP doch für ein tolles Verkaufsargument geworden!
Ein immer passendes Wundermittel – absolut ohne Nachteile!
Wirklich?
Also so etwas wie ein Multivitaminprodukt mit dem wir sämtliche Wehwehchen loswerden oder sogar vermeiden können, die unser Raum unserem Musikgenuss antun könnte?
Endlich kann sich der Kunde für jeden (!!) beliebigen Lautsprecher entscheiden, den er nur haben will, ohne ihn vorher in seinem Raum gehört zu haben!?
Passt nicht! Gibt es nicht mehr!?
Viel zu große Boxen? Viel zu kleine Boxen?
Alles überhaupt kein Problem mehr – dank DSP!?
Welche Frequenzen auch immer in Ihrem Raum stören mögen – ein DSP, also so ein hochintelligenter Equalizer, verbiegt das Original-Signal so lange und zur Not auch so brachial, bis die störenden Frequenzen eben nicht mehr stören!?

Und die Musik bleibt dennoch im Original und mit ihrer vollen Natürlichkeit erhalten!?

Doch was macht denn so ein DSP eigentlich?

Sarkasmus ein –

Stellen Sie sich vor, man musste Ihnen aus irgendeinem schlimmen Grund einen Fuß amputieren und nun ist das eine Beine länger als das andere, weshalb Sie „schief stehen“.
Ein DSP bemerkt das und kommt zu der Lösung, dass er Ihren zweiten Fuß auch noch amputiert – schon stehen Sie wieder gerade.
Dass Sie mit dieser Lösung nicht sehr glücklich sind und sich mit diesem Ergebnis ziemlich weit von dem entfernt haben, was man als „vollständigen menschlichen Körper“ bezeichnet  (im übertragenen Sinne wäre es das Original-Musik-Signal), ist so einem DSP völlig wurscht – es zählt nur die Beseitigung des erkannten Problems.

Sarkasmus aus –

Das Problem an der Wurzel packen

ARAKAS LS

ARAKAS LS

Einen völlig anderen Weg …

geht nun ein Herr Grunewald aus dem schönen Erzgebirge.
Und er löst damit ein Problem, was wir bisher noch gar nicht erkannt hatten.
Wir nicht – Freaks nicht und noch nicht einmal Lautsprecher-Entwickler und andere Fachleute.

Auch Herr Grunewald kann nichts daran ändern, dass sich die Lautsprecher, die Sie in Ihr Herz geschlossen haben, vielleicht nicht in Ihren Wohnraum integrieren lassen. Auch er ist nicht in der Lage, eine viel zu große Menge Bass, die vielleicht auch noch völlig unstrukturiert Ihren Raum mit Dröhnen und Wummern füllt, zu beseitigen oder zu verbessern.

Es geht nicht darum, Aufstellungsfehler auszugleichen oder Inkompatibilitäten auszubügeln!

Herrn Grunewald geht es viel mehr darum, jemanden noch ein Stück weiter zu bringen, der eigentlich schon alles richtig gemacht hat.
Doch lassen Sie mich an dieser Stelle ganz von vorne beginnen und wohnen Sie meiner ersten Begegnung mit diesen akustischen Spiegeln von ARAKAS bei.

Arakas – Akustische Spiegel – Test und erste Erfahrungen

Ach – was schimpft man doch als HiFi-Händler gerne und viel über diese Ignoranten, die immer noch den Kabelklang für unmöglich halten.
Kindern am Mittagstisch predigt man, dass sie doch bitte erst einmal probieren sollen, bevor sie behaupten dürfen, dass sie es nicht mögen.
Alles vergebene Liebesmühe!
Also ärgert man sich über die Kinder und über die Ignoranten – und resigniert. 
Doch manchmal dauert es gerade einmal einen Telefonanruf, um selber wieder zum Kind und Ignorant gleichzeitig zu werden.

Herr Grunewald kündigt seinen Besuch an.

Ein Herr Grunewald hat um eine Besuchszeit gebeten, um mir seine „Akustischen Spiegel“ unter der Marke ARAKAS vorzuführen.
Einzig und allein meine anerzogene Höflichkeit war es, die mich davon abgehalten hat, diesem Herrn gleich am Telefon zu sagen:

„Bleiben Sie mal besser wo Sie sind. Von so einem Quatsch halte ich nichts und ich will mit sowas auch nichts zu tun haben!“.

Stimmt nicht ganz – ein wenig hielt mich auch mein Wunsch von dieser Absage ab, eben nicht ein Kind oder ein Ignorant zu sein, sondern mich neugierig und offen zu zeigen.
Als ich dann am Besuchstag sah, was mir der Herr Grunewald da alles in mein kleines Studio schleppte, hatte ich fast schon ein schlechtes Gewissen und glaubte, es wäre wohl doch höflicher gewesen, ihm gleich am Telefon abzusagen.

Wieso ich diesen Hörtermin am liebsten abgesagt hätte?

Ganz einfach.
Weil ich mir zu 100% sicher war, dass dieser Vorführtermin „ein Schuss in den Ofen“ werden würde – und zwar für Herrn Grunewald.

Mir ist doch völlig klar, dass so eine Fläche – aus welchem Material auch immer – die ich in die Nähe eines Hochtöners bringe, dass die den Klang manipulieren muss. Ich muss doch nur mal meine Hände um den Mund halten und meine Stimme klingt sofort anders – hohl eben. Ich muss nur ein Stück Pappe neben den Hochtöner halten – und es klingt anders.
Ist doch alles logisch.
Ich kriege neue Möbel – und es klingt anders. Ich habe viele Leute zu Besuch – und es klingt anders. Was ich auch verändere – immer klingt es anders.

Nur besser – natürlicher – richtiger – kann (!!!!) es dadurch gar nicht klingen. Das geht überhaupt nicht.

Auch die Tiefenstaffelung muss doch zwangsläufig beeinträchtigt werden, wenn ich den hohen Tönen „den Weg nach hinten“ versperre.
Wieso stelle ich denn meine Lautsprecher 80cm vor der Rückwand auf, wenn ich dann so einen „Akustischen Spiegel“ auf die Box stelle und dem Hochtöner vorgaukle, er stünde direkt an der Rückwand und unter der Zimmerdecke?

Das ist Unsinn – das muss Unsinn sein!

Welche logische Erklärung, welche wissenschaftliche Errungenschaft, welche Theorie sollte hinter solch einer Maßnahme stecken können?
Wie konnte man überhaupt nur annehmen, dass durch solch eine Maßnahme eine Musikwiedergabe „besser“ werden könnte?

Nein, ganz klar – 
* Rotkohl kann gar nicht schmecken, da sind sich meine Enkel allesamt sicher – 
* Kabel können gar nicht unterschiedlich klingen, da sind sich etliche Leute sicher
* und diese Akustischen Spiegel werden den Klang nicht verbessern können, da war ich mir sicher.

Drei Vorurteile, die am Ende alle den identischen Wahrheitsgehalt haben.
Nämlich gar keinen!

Unterdessen baut mir Herr Grunewald ein paar seiner „Zauberspiegel“ auf, hört selber kurz hinein und fordert mich dann auf, mir meine Anlage „jetzt mal anzuhören“.

Erster Hörversuch

ARAKAS Set

ARAKAS Set

Ich setze mich auf meinen gewohnten Hörplatz, starte “Papa Loko” von Sangensemblen Amada  … und bin auf der Stelle verblüfft.
Die geblasene Hawaii-Muschel klingt immer noch sauber und natürlich, franst nicht aus, wird in der Größe und vom Standort her korrekt abgebildet. Irgendwie sogar noch natürlicher und detaillierter als ich sie bisher gehört hatte.
In keiner Weise klingt auch nur eine der dann folgenden Chorstimmen verfärbt. Die Raumtiefe und die Fokussierung wirken wie selbstverständlich – als wäre man schon mal dort gewesen und könnte das deshalb beurteilen.

Die Solo-Stimme höre ich, als sei ich ein paar Schritte näher an die Sängerin heran gegangen. Ich verstehe sie besser, höre genauer, wie sie artikuliert. Auch unbedeutende Nebengeräusche sind deutlicher, stören aber überhaupt nicht, weil auch sie so „selbstverständlich“ und „natürlich“ klingen.

Zum ersten mal höre ich deutlich, wie weit die Solosängering vor (!) dem Chor positioniert ist.

Ich wechsle zu Michelle Shocked (Quality of mercy), lasse mich von einem trockenen Bass beschallen und freue mich über tiefe, schwarze Männerstimmen, die wunderbar voneinander zu trennen sind, gehe zu Patricia Barber (Summertime) und höre bei den Rasseln nicht mehr nur Tsch-tsch Tsch-tsch, sondern „sehe“, dass sie aus einem Körper und rasselndem Inhalt bestehen. Ich starte Kari Bremnes (Byssan Lull).
Drei oder vier mal habe ich sie bereits live erleben dürfen und mich über den Schlagzeuger amüsiert, der mit Heubündeln spielt und für eine ständige Wasserschicht auf seinem Stand-Tom sorgt. Der eigenartige Klang, der dadurch entsteht, wird wie live getroffen, Karis Stimme wirkt, als sänge sie in meinem Zimmer.
Ich starte Laura von Rolf Kühn. Wie oft habe ich schon in meinen Berichten darüber geschrieben, dass der akustische Bass anfangs klingt, als würde man im Hintergrund eine Snarr-Trommel spielen!? Ich frage mich im Moment, wie ich denn auf das schmale Brett gekommen sein könnte!? Ich kann den Bassisten “sehen”.

Alles wird   n-a-t-ü-r-l-i-c-h-e-r

Titel für Titel bestätigt meinen Eindruck. Immer wieder das gleiche Ergebnis, eine schlicht und ergreifend natürlicher wirkende Wiedergabe mit einer wahnsinnigen Feinzeichnung. Mehr Details, mehr Körper, mehr Dynamik, mehr Echtheit, mehr Realität.

Das bleibt nicht in einem Maße, in dem man sich etwas einbilden kann. Das ist deutlich und man hat den Eindruck, sich einen deutlich teureren Lautsprecher gekauft zu haben.

Verdorri noch mal – diese Dinger müssen (!!) doch zu einer Verfärbung oder irgendeinem anderen Fehler führen, oder?

Doch alle meine Vorurteile werden vernichtet, entpuppen sich als dummes Geschwätz von jemandem, der unbedingt etwas be- und vor allem verurteilen wollte, was er noch gar nicht gehört hatte, von dem er noch überhaupt nicht wusste, wie es funktioniert.

Ignorieren und niedertrampeln kann so einfach sein.

Bringt einen aber nicht weiter.
Und genau das schaffen hier auf einmal diese seltsamen Akustischen Spiegel.
Keine Ahnung – ob der Begriff überhaupt passend gewählt wurde oder nicht.

Auf einmal: Erkenne ich da doch eine Schwäche?

Die Höhenstaffelung vermag sich irgendwie nicht meiner Zustimmung zu erfreuen. Stimmen kommen von zu tief und es klingt, als hätte man es ausschließlich mit Menschen zu tun, die eine Körpergröße von etwa 1m besitzen.

Fast triumphierend (sorry) beschreibe ich Herrn Grunewald meine klangliche „Entdeckung“ und irgendwie bestätigt es mich.
„Außerdem höre ich zu wenig die Luft im Aufnahmeraum!“ schiebe ich als Kritik hinterher.
„Ich will hören, ob sich etwas in einem kleinen Raum oder in einer Konzerthalle abspielt, hier fehlt mir diese wichtige Information.“

Gefühlt konnte ich in diesem Moment einen Spielstandsschieber wie bei einem Kicker in Richtung 1:0 schieben.
Hätte ich das getan, hätte ich mir wohl schnell die zweite Blamage eingefangen.

Herr Grunewald zaubert erneut

ARAKAS Quadrat

ARAKAS Quadrat

Herr Grunewald sagt keinen Ton, steht auf, schnappt sich noch so einen quadratischen „Spiegel“, stellt sich auf einen Stuhl und positioniert den Spiegel in etwa 2,2m Höhe auf einem Bilderrahmen hinter der Anlage und setzt sich wieder hin.

Kurz wechseln wir ein paar Blicke – ich fragende, ungläubige  – er selbstsichere – ich verziehe den Mundwinkel, die Augenbraue und starte wieder Papa Loko – und im gleichen Moment weiß ich nicht mehr, ob es jetzt 1:1 steht, oder ob ich bereits aufgeben soll, bevor wir richtig ins Spiel gekommen sind.

Ich fühle mich in meiner Argumentation schachmatt gesetzt und bin zu keinem Zug mehr in der Lage.

Der Klang der Hawaii-Muschel selber hat sich in keiner Weise verändert – aber jetzt wird sie nicht nur einfach in einen Aufnahmeraum hineingeblasen, jetzt kann man schon fast von einer Art akustischem Nebel im Raum sprechen, der mich seine exakte Größe erfassen lässt. 
Wer aber jetzt argwöhnt, dass um diese Muschel eine Art „Aura“ zu hören sei, wie wir sie um eine Lichtquelle im Nebel sehen können, der irrt.

Fotografen streben nach Porträts mit einer tollen Freistellung und einem schönen Bokeh. Dazu benötigt man das richtige Objektiv, die richtigen Abstände zwischen Kamera – Motiv und Hintergrund und ein paar fotografische Fähigkeiten.

Sowohl die Muschel als auch jede einzelne Chor-Stimme machen hier gerade auf mich den Eindruck, als sei ein Spitzenfotograf mit einer Profiausrüstung perfekt am Werk gewesen.
Jede Stimme, jedes Instrument wirkt wie perfekt freigestellt und der Raum ist klar und deutlich dahinter abgesetzt und bildet einen natürlichen, erfassbaren Hintergrund.

Hier wird kein Sound erzeugt – hier wird man ins Geschehen hineingesogen.

Ich höre Klassik, Jazz, Disco-Musik, Elektropop, Filmtitel und kann irgendwie gar nicht mehr aufhören zu zappen und zu zappen und zu zappen. 4 Stunden, die vergehen wie 4 Minuten.
Ich weiß schon lange nicht mehr, ob ich immer noch auf der Suche nach klanglichen Schwachstellen bin, um am Ende doch noch ein 2:1 für mich hin zu bekommen.
Gefühlt haben wir es hier schon längst mit einem für mich blamablen Spielstand von 10:0 zu tun.
Das einzige von mir „geschossene Tor“ wurde mir ja nach dem „Videobeweis“ in Form eines weiteren Spiegels auch noch aberkannt. 🙂

Ich reiße mich noch einmal zusammen und konzentriere mich. Sage mir:

Wie oft hast Du in Deinem Leben schon etwas gehört, was Dich zwar auf der Stelle total fasziniert hat! Wie oft bist Du tagelang vor Begeisterung fast ausgeflippt. Und dann – irgendwann – denkt man plötzlich „Moment! Was ist das?“ – und schon hat man die Achilles-Sehne entdeckt. Irgendetwas an der Raumdarstellung ist falsch, der Bass macht Probleme, die Größenabbildungen sind unglaubwürdig, der Abstand zwischen den Musikern ist zu groß oder zu klein, die klaren Höhen sind zu klar und die schönen Höhen doch zu schön.

Also suche ich auch hier nach Hinweisen auf solche Klangeigenschaften, die dem Ergebnis am Ende doch noch in die Suppe spucken könnten, doch ich finde sie nicht.
Nach weiteren gehörten Titeln steht für mich fest:
Selbst wenn sich hier noch irgendwann – irgendwas negatives einstellen würde – es wäre dann nur der Beleg dafür, dass alles auf dieser Welt zwei Seiten hat.
Die erste Seite von diesen Akustischen Spiegeln, die gefällt mir allerdings derart gut, dass ich mir sicher bin, darauf nicht mehr verzichten zu wollen.

Wie kommt man nur auf so eine Lösung?

ARAKAS Rändelschraube

ARAKAS Rändelschraube

Ich kenne niemanden, der bisher überhaupt nur eine ähnliche Idee gehabt hätte. 
Diffusoren, Helmholtzresonatoren, Bassfallen und “Kinderbettmatratzen” … schön oder weniger schön … sind ein “alter Hut” und sehr beliebt. Sie haben aber ganz andere Funktionen und Aufgaben – haben mit den Akustischen Spiegeln nichts gemein.
Herr Grunewald kann mir nicht einmal bestätigen, dass diese Spiegel in einer japanischen Universität von nobelpreisträchtigen Professoren entwickelt wurden, was sie ja automatisch interessant machen könnte. Und auch nicht, dass es zu diesen Spiegeln bisher eine fachliche Ausarbeitung samt Messdaten und technischen Belegdokumenten gibt.
Diese akustischen Spiegel entstammen dem Gehirn eines rastlosen Musik-Liebhabers, der zu Anfang seiner Suche noch gar nicht gewusst hat, was er konkret sucht und ob er es jemals finden wird. Der sich aber dennoch auf die Suche gemacht und auch was gefunden hat.

Ein Zufallstreffer? So wie das Penicillin?

Ja sicher – das allerdings ist mir gerade piepegal. Ich lehne ja auch Antibiotika nicht ab, nur weil es sich dabei um einen Zufallstreffer handelte. Sowohl Robert Koch als auch André Grunewald haben sich ja mit der Materie auseinandergesetzt.

Mir stehen aber zurzeit ganz andere Fragen im Sinn, die sich eher auf die Praxis beziehen.
Wirken die Spiegel bei allen Lautsprechern gleich? 
Wirken die Spiegel in jedem Raum gleich?
Muss man “Fledermausohren” haben, um das hören zu können?

Meine Extreme III von Progressive Audio, die ganz sicher zu den feinsten Schallwandlern dieser Erde gehören, die werden mit den ARAKAS-Spiegeln einfach noch besser, weil sie durch sie genau die akustische Umgebung bekommen, die sie verdient haben.

Direktschall und Reflexionen

Ein Erklärungsversuch.
Der Mensch orientiert sich zunächst am Direktschall. Durch ihn bestimmt er die Richtung, aus der ein Geräusch zu hören ist, was ihm zu Urzeiten sicher hier und da das Leben retten konnte.
Aber er war und ist auch noch auf eine zweite Schallquelle angewiesen, nämlich auf die „erste Reflexion“, anhand derer er die Entfernung zur Geräuschquelle erkennen kann und konnte.
So wusste er, ob er noch Zeit hatte, oder ob er die Beine in die Hand nehmen musste.
Bäume oder Felswände konnten diese Information schon mal verfälschen.

Nun ist es ja zum Glück sowohl in unseren Konzertsälen als auch in den Aufnahmestudios so, dass man zwischen den Schallquellen und dem Hörer oder den Mikrofonen keine Bäume pflanzt.  🙂

Wir können also davon ausgehen, dass bei einer guten Aufnahme sowohl die Information des Direktschalls als auch die der ersten Reflexion (des Aufnahmeraumes!) vorhanden ist, anhand derer unser Gehirn die Größe und Beschaffenheit des Aufnahmeraumes erkennen kann. Genau das ist es ja, wonach High-Ender rund um den Globus streben! 
Man will sich in den Aufnahmeraum hineinversetzen können.

OH WEH! Zwei “erste” Reflexionen vermischen sich!

Spielen wir diese Aufnahme – sagen wir mal einen einzelnen Klavierton – nun zuhause mit einem Lautsprecher ab –
geschieht folgendes:
Unser Lautsprecher strahlt den aufgenommenen Direktschall – wieder als Direktschall auf unsere Ohren ab.
Und (!!) er strahlt auch die aufgenommene erste Reflexion des Aufnahmeraumes direkt (!) auf unser Ohr ab.
Zwischenergebnis: Wir hören den Klavierton und wir “erhören” Hinweise auf den Aufnahmeraum.

Jetzt passiert aber zudem auch noch folgendes:
Wenn unser Lautsprecher den Klavierton abstrahlt – dann breitet sich dieser Ton in unserem Hörraum aus.
Logischerweise wird jetzt auch dabei wieder eine erste Reflexion erzeugt – eine, die unser Gehirn dazu verwendet, Hinweise auf unseren Hörraum zu erhalten.

Wir hören also
a) den aufgenommenen Direktschall
b) die aufgenommene erste Reflexion des Aufnahmeraumes
c) die erste Reflexion unseres Hörraumes

Unser Gehirn hat nun die Aufgabe zu erledigen, zwei völlig unterschiedliche Raum-Informationen zu verarbeiten
Und genau dazu ist es aber nicht in der Lage.
Also vermischt es die drei Informationen zu einem “ziemlich logischen” Gesamt-Ergebnis – eine andere Möglichkeit hat es nicht.

Es ist fast schon erstaunlich, wie gut es dabei ist. Aber natürlich hängt das von unserem Hörraum ab. Je mehr er sich zurückhält – umso mehr nehmen wir vom Lautsprecher wahr, also vom Aufnahmeraum.
Unser Ziel müsste also sein, unseren Hörraum gar nicht wahrnehmen zu können.

Hat Herr Grunewald die Lösung gefunden!?

Die Akustischen Spiegel von ARAKAS sorgen dafür, dass die erste Reflexion, die sich auf der Aufnahme befindet, unser Ohr erreichen kann, während die erste Reflexion unseres Hörraums mit einem solchen Zeitversatz – vielleicht auch mit einer entscheidenden Pegelsenkung – an unserem Ohr ankommt, dass unser Gehirn sie nicht mehr als solche auswertet und damit auch nicht mehr als Hinweisgeber erkennen kann. Die erste Reflexion unseres Hörraumes wird gemeinsam mit dem Hall und allen anderen Reflexionen zwar wahrgenommen, aber nicht mehr zur Bestimmung von Richtung und Entfernung verwendet.
Stattdessen konzentriert sich unser Gehirn jetzt einzig und allein auf das, was aus dem Lautsprecher kommt.

Die Beschaffenheit des Oberflächenmaterials und die Besandung sorgen offensichtlich dafür, dass die reflektierten Signale nicht mit neuen, verfärbten Informationen belastet werden.

Das alles funktioniert hier jedenfalls gerade in meinem kleinen Studio so überzeugend, dass ich erst einmal baff bin und mir die Frage stelle, wie ich diese Akustischen Spiegel in mein Angebot integrieren kann, ohne von der Mehrzahl meiner Kunden für “total bescheuert” erklärt zu werden.

Und ich wäge ab:
Bin ich mutig – aber man will mit mir nichts mehr zu tun haben?
Bin ich feige – und verzichte auf eine Erfindung, die mich zutiefst beeindruckt?

Pionierarbeiter oder Spinner?

Eindeutig handelt es sich hier um eine vollkommen neu entwickelte Lösung, die nicht einfach “nur was besser machen will”, sondern sich mit der Beseitigung eines neu identifizierten Problems befasst. Andererseits klingen selbst die besten Argumente ziemlich “Banane” – so lange man es noch nicht selber gehört hat.

Und wozu sollte ein HiFi-Händler gut sein, wenn er seinen Kunden nicht die Chance einräumt, solche Sachen auch mal selber zu hören?
Soll er sich als “Robin Hood” aufspielen? Als Beschützer seiner “armen Kundschaft”, die er davor bewahren will, viel Geld für Unsinn auszugeben?
Also – ich beschließe, diese Entscheidung meinen Kunden zu überlassen!

Und die Zukunft?

Eines steht für mich fest, diese Akustischen Spiegel von ARAKAS werden zunächst in der Szene mehr Fragen aufwerfen als sie beantworten können.
Und sie werden extrem polarisieren.
Viele werden sie grundsätzlich ablehnen, ohne sie hören zu wollen.
Kreative und neugierige Menschen, die die Akustischen Spiegel gehört haben, werden versuchen, die Konstruktionen zu begreifen.
… und zu verbessern?

Wer aber die Akustischen Spiegel von ARAKAS einfach aus Prinzip ignoriert, der wird wohl auch mit 60 Jahren noch keinen Rotkohl essen und auch keine guten Kabel probiert haben.
Schade für ihn.

Das erste Set ist geordert

Ich kann es jedenfalls kaum erwarten, die erste Ausstattung von Herrn Grunewald geliefert zu bekommen und falls Sie jetzt neugierig geworden sind – dann lade ich Sie herzlich dazu ein, uns dabei zu begleiten, dieser Sache tiefer auf den Grund zu gehen.

Ab Mittwoch, 13.11.2019 – werden wir über ein Set verfügen und ich freue mich über jede “neugierige Seele”.
Vereinbaren Sie einfach einen Hörtermin mit uns und bringen Sie “Zeugen” mit.  🙂

 

Teil 2

Herrn Grunewalds Reaktion auf meinen Berichtsentwurf

Ursprünglich nicht für die Öffentlichkeit bestimmt. Allerdings stecken in seiner Antwort so viele interessante Gedankengänge und Informationen, dass ich mir die Erlaubnis eingeholt habe, seine Mail hier vollständig abdrucken zu dürfen.

Guten Tag Herr Saul,
vielen Dank für Ihre Zeilen. Sie haben mir damit ein Wochenende der ganz besonderen Art beschert.

Was soll man sagen, wenn ein erstes Zusammentreffen – gespickt mit distanzierten Situationen, examinierenden Hörmomenten, kippenden Vorurteilen und offenen Blicken in die Zukunft – so treffend beschrieben wird? Ich lese gern und oft die Kommentare auf Ihren Seiten. Aber wenn man so etwas Gewaltiges über sein eigenes Produkt liest, ist das eine ganz besondere Hausnummer. Augenblicklich baute sich die eigene Eitelkeit auf und flüsterte süßlich: „Mann, was für ein doller Kerl du bist!“ Zugegeben, das passiert in Stufe Eins immer sofort und dem muss man auch mal nachgeben dürfen. Das habe ich bei einem Glas Whisky dann auch getan.

Nun ist es jedoch so, dass es weitere Stufen im Fortgang vermeintlicher Erfolge gibt. Gelegentlich sind das nach jubelnden Höhenflügen extrem brutale Abstürze, die ich im Zusammenhang mit den Akustischen Spiegeln mehrfach auskosten durfte. Merkwürdigerweise half dann auch Whisky – nur einige Gläser mehr und mit viel Torf im Nachklang dazu.

Deshalb habe ich es mir angewöhnt, einige Nächte über wichtige Dinge zu schlafen, zu ordnen, abzuwägen und mit etwas Abstand zu beurteilen. Das Thema Whisky schließe ich hiermit auch gleich noch ab. Ja, auch dabei tut der gut. Aber: ich bin kein Trinker, sondern ausgesprochener Genießer. Das ist wichtig für alles Weitere.

Ihr Text gibt – auch nach dem Zurückknüppeln von Eitelkeiten – extrem gut wieder, was Sie beobachtet und erlauscht haben. Mich beeindruckt vor allen Dingen, in welch kurzer Zeit Sie das erledigt haben. Und herzlichen Dank dafür, das tut verdammt gut!

Über ein einziges Wort in Ihrem Text würde ich mich mit Ihnen gern noch mehr unterhalten.

Es ist das Wort Zufall.

Ja, ich hatte Ihnen erzählt, dass ich etwas ganz anderes mit dem ursprünglichen Bauteil erreichen wollte. Deshalb ist der Vergleich mit dem Penicillin unerhört gut. Allerdings: in beiden Fällen gab es eine Zeit davor, die den „Zufall“ erstens erst herbeiführte, und zweitens die Deutung der Erscheinungen ermöglichte.

In meinem Falle waren es Störungen, die meinen (Musik-) Genuss beeinträchtigten. 

Nach dem Kauf einer neuen Anlage war ich der Meinung, nun setze ich mich hin, habe den puren Genuss im Haus und kann mich dem hemmungslos hingeben. Nun, Sie wissen was nun folgt. Irgendwas war immer. Zu scharf, zu lasch, zu wummrig, zu verwaschen, zu nervös, zu langweilig… Doch die Sehnsucht nach dem perfekten Klang war geweckt. Und diese Sehnsucht treibt alles an, den Markt, die Hörer, das Voodoo, die Technik…

Soweit, so gut. Ich wechselte Kabel, verklebte dicke Schieferplatten wo immer auch Schwingungen dräuten, kaufte Unterstellfüße, Raumklang-Verbesserungsplättchen, informierte Glibberkugeln und wer-weiß-noch-was. Das brachte mal was, mal nicht. 

Als Ingenieur wollte ich natürlich alles verstehen. Leider musste ich schnell einsehen, dass es auf ziemlich viele Fragen nirgendwo Antworten, sondern nur felsenfeste Glaubensgrundsätze gab.

Da ich auf elektronischem Gebiet ziemlich talentfrei bin, verlegte ich mich auf die Lautsprecher. Schnell hatte ich den Übeltäter ausgemacht: die Schwingungsverhältnisse innerhalb der Box. Dort wird ja hemmungslos Energie vernichtet und diese „Schmutzenergie“ beeinträchtigt die „Nutzenergie“. Also muss man das Vernichten von Energie unterstützen und ich baute einen „Schmutzenergievernichter“. Leider klappte das überhaupt nicht, offenbar hatte ich auch von Lautsprechern keine Ahnung. Was dann passierte, habe ich Ihnen erzählt.

Nun zurück zum Zufall. 

Ja, es war Zufall, dass ich die ausgebauten, nutzlosen Bauteile in die Hand nahm. Dass ich sie vor dem Wegschmeißen auf die Boxen stellte. Dass ich plötzlich den Einfall hatte, dass sie (wenn überhaupt) nur was bringen könnten, wenn man sie schräg über die Boxenkante bringt.  Ja, es ist Zufall, dass ich ein Frickler und Bastler bin, für ziemlich jedes handwerkliche Problem eine Lösung finde und dass Lochband zur Verfügung stand, um zittrige Beinchen an die Dosen zu schrauben. 

Aber ist es Zufall, dass ich da was hörte, was in Richtung einer künftigen Genussverbesserung hindeutete? Nein, ich war vorbereitet – so wie Robert Koch. Und das unterscheidet den Zufall vom Zufall. Leider nicht im Wort. Und leider meint das Wort Zufall oft das sinn-, handlungs- und verantwortungslose Zusammentreffen von Ereignissen. Vielleicht auch eine besondere Form von Glück oder Pech (je nach Folgeerscheinung). 

Das war es aber hier nicht, eher eine überraschende Entdeckung auf einem völlig unerwarteten Strang neben der eigentlichen Handlung. Was dann folgte, hat auch mit vielen Zufällen zu tun – allerdings mit Methode. Methodischer Zufall – das habe ich auch noch nicht gehört… Naja, egal.

Als Ingenieur hatte ich nun zwei Möglichkeiten. Entweder ich finde (mit Formeln und Wissen) abgesichertes Terrain oder ich muss mich auf den experimentellen Pfad ohne Netz und Sicherungsleine begeben. Die sichere Variante war verbaut (siehe High-End-Glaubenskrieger und die Tatsache, dass ich Formeln nicht besonders gut dechiffrieren kann). 

Blieb Weg zwei: Begreifen durch Greifen (darin bin ich gut) und Vertrauen auf ein besonders empfindliches Messgerät. Das sind meine Ohren. Hinzu kam ein Kompass, der bis heute ziemlich sicher die Richtung weist. Es ist mein Streben nach (Hör-)Genuss. Wenn irgendwas nicht „rund“ ist, schlägt mein eingeschnappter Genuss-Sensor sofort Alarm.

Seit 10 Jahren bin ich auf dem Weg. Ich habe mit Fachleuten gesprochen, war in Messlaboren, habe offenbar saudoofe Fragen gestellt und mich dadurch bei vielen Experten unglaublich zum Eimer gemacht. Das macht einsam und weckt den Zweifel. Die Rolle als Kauz, Spinner, Nerd ist mir nicht gerade auf den Leib geschneidert. 

Aber mein Gefühl war unerschütterlich: da ist doch was, das klingt doch gut, und wenn Du jetzt noch das und jenes ändern würdest, dann, ja dann… Deshalb wieder rein in die Werkstatt, Musik an und vergleichen, auch wenn Frau und Kinder einen schon wieder genervt anschauen.

„Es“ hat mich nicht losgelassen. So hartnäckig war noch nichts in meinem Leben. Irre. 
Irre? Vielleicht.

Mir wurden noch zwei Dinge klar: Du kannst das nur alleine durchziehen und musst Perfektion abliefern. Sonst kommst Du aus der Schublade Spinner nie mehr raus.

Also ran an die Extreme. Besonders groß oder besonders klein – was funktioniert besser? Zentimeter für Zentimeter habe ich mich an die jetzigen Größen herangetastet. Rau ist besser als glatt. Doch welche Besandung ist besonders gut? Weich, mittel, hart? Welches Bindemittel zerstört das optimale Schwingverhalten nicht, ist aber robust genug, putzenden Händen zu widerstehen? Wie vermeide ich Eigenresonanzen? Was sind die optimalen Materialien für den Korpus? Warum funktionierten die Spiegel, warum mal nicht (der Luftdruck war`s). Wie sieht alles einigermaßen wohnraumtauglich aus? Wie können sie (exakt wiederhol- und nachvollziehbar) ausgerichtet werden?

Oft dachte ich: das ist doch alles nicht abgesichert. Du bist angreifbar an jeder Ecke (Experten sind oft nette Leute mit vorgefertigten Fragen und abfälligen Antworten). 

Hier half mir meine Frau. Sie ist Ärztin und sagte einmal lapidar: „Technikern was Medizinisches zu erklären ist schwer. Medizin ist eine empirische Wissenschaft. Beobachten, sammeln, vergleichen, danach handeln. Wenn es funktioniert, ist es gut, wenn nicht, dann lassen wir das eben und suchen weiter. Wir müssen nur ganz genau wissen, was wir keinesfalls tun dürfen. Wir können die Welt nicht in Formeln pressen, wir wissen oft sehr wenig, wie was wirklich funktioniert. Danach suchen dann manchmal die Forscher – oft erst nachträglich. 

Ach ja, noch was. Wer heilt, hat Recht. Wer Kranke gesund gemacht hat, braucht sich nicht mehr zu rechtfertigen und irgendwas zu begründen.“ 
Was für ein Fundstück: Eine echte, empirisch abgesicherte Weisheit, die ich anfangs wiederwillig und später sehr dankbar aufnahm!

Irgendwann haben die Akustischen Spiegel funktioniert – genauso wie Sie es beschrieben, Herr Saul.

Mein Genuss-Sensor blieb still, nur noch berauschende Hingabe beim Hören. Auch an verschiedensten Anlagen, in verschiedensten Räumen, mit verschiedensten Hörern. Auch hier die Erkenntnis: nicht alles funktioniert immer (ein nicht unbeträchtlicher Teil der HörerInnen hören tatsächlich erschreckend wenig), aber immerhin ist das System zu 95 Prozent sicher. Doch wo in unserem Leben bleibt kein Rest? Jeden Tag gibt es was zu lernen.

Nun bin ich in den Haarnadelkurven der High-End-Welt unterwegs, muss kalkulieren, verkaufen, Termine machen, zweifelnd-nachsichtige Blicke ignorieren und wirtschaftlichen Erfolg haben. Sonst bleibt alles nur Stückwerk. 

Warum ich mir mit den Akustischen Spiegeln so sicher bin?
Weil sich in dieser Branche alles um den Genuss dreht, vielleicht auch nur um die immer wieder ungestillte Sehnsucht nach dem Genuss. Ich finde, da habe ich eine ziemlich große Schippe draufzulegen. 

Und wie war das nochmal? Wer Kranke heilt, braucht sich nicht zu rechtfertigen. 

Außerdem treffe ich zunehmend auf Menschen, die mich wohlwollend unterstützen.
Gerade das ist ein besonders dicker Brocken vom Glück!

Ich wünsche Ihnen eine angenehme Woche!
André Grunewald

 

 

Audiophile Stromkabel – Test und Erfahrungen

Audiophile Stromkabel – Test und Erfahrungen

Audiophile Stromkabel – Test und Erfahrungen

Audiophile Stromkabel – Test und Erfahrungen

In meinem Bericht „Audiophile Stromkabel – Test und Erfahrungen“ schildere ich Ihnen, welche finanziellen Schritte bei der Auswahl des richtigen Stromkabels sinnvoll sind.

Audiophile Stromkabel?

Glaubt man den Aussagen von Elektrikern (die ja „so was“ gelernt haben), dann ist der Begriff „audiophiles Stromkabel“  so etwas wie ein fliegender Teppich. Ein Märchen halt.
Wäre ja schön – gibt es aber nicht.

Diesen Bericht schreibe ich deshalb für alle, die schon einmal mit so einem fliegende Teppich geflogen sind.
Oder besser ausgedrückt für alle, die schon einmal einen Klangunterschied zwischen Stromkabeln gehört haben und sich deshalb jetzt die Frage stellen:

Audiophile Stromkabel – welche Summe sollte man eigentlich dafür veranschlagen?

audioquest Dragon

audioquest Dragon

Ein naheliegender Rückschluss will uns dazu drängen, den Preis des Stromkabels in Relation zum Gerätepreis zu setzen.
Teure Geräte bekommen also teure Stromkabel und günstige Geräte bekommen die billigen Kabel. Und ganz sicher ist es grundsätzlich auch effektiver, mehr Geld in die Komponenten zu stecken als in ein teures Stromkabel.
Aber es kann sich durchaus lohnen, auch mal ein unverhältnismäßig teures Stromkabel zu testen.

Möglicherweise sind Sie ja mit dem neuen Stromkabel schon so glücklich und zufrieden, dass Sie sich den Kauf einer teuren Komponente erst einmal sparen können.

 

 

Audiophile Stromkabel – Um eine Hörprobe kommt man auch hier nicht umhin.

Ist doch auch logisch, oder!?
Wenn es Klangunterschiede gibt, dann muss es Kabel geben, mit denen es analytisch klingt und andere, mit denen es „verhangen“ klingt, mal kalt, mal warm, mal körperhaft, mal dünn …
Und mal passt das eine Klangbild besser zu den Geräten und mal das andere.

Und wie bei Lautsprechern und Verstärkern auch, weichen die Klangbilder in den unteren Preisklassen oft deutlich stärker voneinander ab als bei den teuren Kabeln.

Furutech Nanoflux

Furutech Nanoflux

Wer 1.000,- € oder mehr für ein Stromkabel bezahlt, der lässt sich schon lange nicht mehr mit einem speziellen Sound ködern, sondern ist auf der Suche nach einem Kabel, dass ehrlich und authentisch klingt.

 

 

 

 

 

Audiophile Stromkabel – kann man sie in Kategorien einteilen?

Ich weiß nicht, ob ich mit meiner Ansicht richtig liege, aber ich unterteile Stromkabel in folgende drei Kategorien:

  1. Die Beipackstrippe und alle auf Klang-Effekte hin entwickelte Stromkabel.
  2. Das SupraCable LoRad MK II
  3. Das „eine richtige“ – am besten zur Komponente passende Stromkabel

Die Beipackstrippe

Schukostecker

Schukostecker

Diese Strippen, die der Hersteller mitliefern muss, weil der Kunde ja Anspruch auf ein funktionierendes Gerät hat, die haben an einer hochwertigen HiFi-Komponente nichts zu suchen! Lassen Sie sie am besten im Karton für den Fall, dass Sie Ihre Komponente eines Tages wieder verkaufen möchten.

 

 

 

 

Auf Klang-Effekte hin entwickelte Stromkabel

Wer kann schon etwas gegen einen „Wahnsinns-Bass“ haben? … oder gegen glasklare Höhen?
“Hauptsache – Ihr habt Spaß!” könnte man meinen.
Klar –  und manchmal passt das sogar.
Aber mit einer audiophilen Wiedergabe haben solche „Soundkabel“ nichts zu tun und wer da immer wieder zu schnell zuschlägt, der wird sich wohl bald eine Kiste für die vielen Fehlversuche zulegen müssen. 

Tipp:  Werden Sie stutzig, wenn Sie ein Stromkabel auf Anhieb mit beeindruckenden Klangeigenschaften überzeugen will. Es dauert meistens nicht lange und dieses Klangbild nervt Sie nur noch.

Der kluge Start in die Welt der Stromkabel – SupraCable LoRad MK II

LoRad_1.5_CS_EU_gerade

LoRad_1.5_CS_EU_gerade

Diese 102,- € für ein fertig konfektioniertes Stromkabel sind sehr gut angelegt.

Hören Sie nur wenige Minuten mit diesem Kabel und wechseln Sie dann wieder zurück zu der Beipackstrippe.
Sie werden es nicht glauben können, dass Sie so lange mit dem mitgelieferten Stromkabel  Musik hören konnten und dabei auch noch gemeint haben, es würde gut klingen.
Das LoRad MK II macht einfach alles richtig und übertreibt nichts. Vielleicht sind Ihre Hoffnungen am Anfang etwas zu groß und möglicherweise erwarten Sie, dass mit dem LoRad etwas ganz Außergewöhnliches passieren muss – aber führen Sie sich vor Augen, dass es hier um Musik geht, die uns auf Dauer gefallen soll.

Und genau damit wartet das LoRad auf. Zu einem erstaunlich günstigen Preis.
Mit diesem Kabel machen Sie von Anfang an alles richtig – Fehlkauf ausgeschlossen!

Jetzt wollen Sie es wissen!

Vielleicht besitzen Sie schon ein oder zwei audiophile Stromkabel und sicher wird man Ihnen nicht mehr viel darüber erzählen müssen, wie wichtig diese Kabel für das Klangbild sind.

Doch jetzt steht Ihnen der Sinn nach mehr.

„Nicht kleckern, klotzen!“ geht Ihnen durch den Sinn und Sie machen sich auf die Suche nach dem einen richtigen.
Und diese Suche kann Ihnen niemand abnehmen. 

Ich – will Ihnen keine Preisgrenze vorschreiben und ich – will auch nicht so tun, als gäbe es da ein Stromkabel, dass in jeder Kette das einzig wahre Kabel sein wird.

Die Auswertung unserer eigenen Erfahrungen und Bewertungen unserer Kunden führt aber natürlich schon zu einer Handvoll Kabel, die vornehmlich gekauft werden und die wir Ihnen ans Herz legen möchten.

Um Ihnen einen Überblick zu verschaffen, hänge ich deshalb eine kleine Tabelle an. Grün markiert sind die Kabel, mit denen Sie vielleicht Ihre Hörproben starten sollten. Suchen Sie sich einfach die Kabel aus, die Sie preislich akzeptieren würden und dann testen Sie sie. 

Viel Spaß dabei!

Sie suchen nach einer individuellen Lösung?
Kein Problem. Rufen Sie uns an, schreiben Sie uns oder kommen Sie einfach vorbei.
Wir helfen Ihnen gerne und unverbindlich.

Und gebrauchte Stromkabel?
Grundsätzlich eine gute Idee!
Wenn das Kabel nicht schon gerade Jahrzehnte auf dem Buckel hat, ist gegen ein gebrauchtes Stromkabel nichts einzuwenden.

Aber Vorsicht!
Kaufen Sie ein gebrauchtes Stromkabel besser nicht „von privat“.

Wenn wir bei AUDIOSAUL Stromkabel Inzahlung nehmen, öffnen und prüfen wir die Stecker oder messen die Kabel zumindest durch. Was wir dabei immer wieder erleben, das lässt einem manchmal die Haare zu Berge stehen.

Und schnell versteht man dann, wieso der Kunde dieses Kabel so schnell loswerden wollte.
Da fliegen Metallteile (Klammern) im Schukostecker lose umher. Manchmal ist das Kabel völlig falsch gepolt und schmeißt sofort die Sicherung oder den FI. Manchmal hat der Vorbesitzer die Abschirmung an beiden Enden mit angelegt und sie somit zu einem Leiter umfunktioniert, worunter der Klang enorm leidet. Sie sind dann möglicherweise von einem hochgelobten Kabel total enttäuscht, aber der Grund für das miese Klangbild ist einfach eine völlig falsche Konfektionierung.

Kaufen Sie gebrauchte Stromkabel deshalb lieber bei einem vertrauensvollen Händler  – das kann Ihr Leben retten.

Und am Ende weiß der Händler doch auch genau, welcher Preis für so ein gebrauchtes Kabel fair ist. 
Leben und leben lassen. 

Nachfolgend finden Sie einen kleine Überblick über unsere Stromkabel, die wir Ihnen gerne liefern.
Bei den genannten Preisen handelt es sich um die unverbindlichen Preisempfehlungen des Herstellers.
Bitte sprechen Sie uns an – wir prüfen gerne, ob wir Ihnen bei dem gewünschten Kabel ein gutes Angebot unterbreiten können.

Das gewünschte Kabel ist nicht dabei?
Bitte rufen Sie uns auch dann an oder schreiben Sie uns eine Mail.
Vielen Dank!

Stromkabel und Stecker

Furutech DPS 4.1  D.U.C.C Alpha OCC Stromkabel

Furutech DPS 4.1 D.U.C.C Alpha OCC Stromkabel

Furutech DPS 4.1 D.U.C.C. Alpha OCC

Furutech DPS 4.1 D.U.C.C. Alpha OCC

… von einem Kabel das auszog, den anderen das Fürchten zu lehren.

Ein Bericht über das Ausnahme-Stromkabel Furutech DPS 4.1 D.U.C.C. Alpha OCC.
Die meisten Stromkabel haben es heute recht einfach, sich klanglich gegenüber der mitgelieferten Standard-Ware – sprich: Beipackstrippe – hervorzuheben.
Schon ein etwa 100,- € teures SupraCable LoRad MK II beseitigt die Schwachstelle namens „schlechtes Gerätekabel“ und sollte aus meiner Sicht das Minimum an Stromkabel sein, was ein Hersteller anspruchsvoller HiFi-Komponenten seinen Geräten beipackt.
Warum all die namhaften Hersteller und angeblich so sehr auf jede klangliche Kleinigkeit fixierten Entwickler darauf verzichten, werde ich in meinem HiFi-Leben ganz sicher nicht mehr verstehen.
Die einzige akzeptable Argumentation ist da noch: „Die Kunden schmeißen es eh gleich weg und verwenden stattdessen ihr Lieblings-Stromkabel.“

Müll produzieren lassen?

Dann aber sollte man doch bitte konsequent sein und diesen billigen Chinamüll gar nicht erst nach Deutschland holen. Wozu?  Damit wir ihn dann wieder auf ein Schiff packen, um ihn in Asien für viel Geld entsorgen zu lassen – ohne ihn auch nur ein einziges mal benutzt zu haben!?

Aber im heutigen Bericht geht es um ein ganz anderes Kaliber von Stromkabeln, das ganz sicher niemand in den Müll schmeißen würde.

Furutech DPS 4.1 D.U.C.C. Alpha OCC

Heute will ich Ihnen von einem ganz besonderen Stromkabel berichten. Und ich nehme Sie ein wenig mit in die Welt der Kabelentwicklung.

Wie entwickelt man denn überhaupt ein Audio-Kabel?

Und wer entwickelt es?
Vor 3 Jahrzehnten, da reichte es vielleicht, sich aus dem Portfolio eines großen Kabelherstellers alles mögliche anzuhören, die Isolierung mit dem eigenen Logo bedrucken zu lassen und es dann für viel Geld anzubieten.
Vieles davon war tatsächlich besser als das, was bis dahin als Kabel verwendet wurde, aber auch nicht wirklich alles.
Heute – ist es damit nicht mehr getan.

Heute entwickelt man nicht mehr „neue“ Kabel, sondern man entwickelt neue Materialien.

Schon seit fast zwei Jahren berichtet mir Ralf Koenen von Padis (Furutech Deutschland) von einem Furutech-Stromkabel namens DPS 4.1, womit die angeschlossenen Geräte erstaunlich gut klingen sollen – was aber extrem schwierig zu bekommen ist.
Ein einziger Blick in die Preisliste der Furutech-Kabel reichte, um mein Interesse an diesem Kabel lange Zeit in Grenzen halten zu können.

Fanden sich doch neben diesem Kabel von der Rolle mit einem Verkaufspreis – je nach Stand des Yen – zwischen 450,- € und 600,- € pro Meter, auch noch Stromkabel für fast 5.000,- € in der selben Liste. Diese allerdings dann bereits fertig konfektioniert.

Zwar kostet ein Exemplar der besten Furutech-Stecker (NCF) 370,- €  – aber damit alleine konnte man den Preisunterschied zur Rollenware ja nicht begründen. Und wenn ich auch Hochachtung vor der japanischen Handwerkskunst habe – 3.500,- € nur für das Konfektionieren – das wäre es mir dann doch wohl nicht wert. Nein – da muss es noch ganz andere Gründe geben.
Und die können ja nur im Klangergebnis begründet sein, oder?
Zumal mir das Powerflux 18 (2.560,- €), das Power Nanoflux (3.888,- €) und das Power Nanoflux NCF (4.536,- €) gut bekannt waren.

Alle drei Kabel spielen auf unvorstellbar hohem Niveau. Ob gegen die Brüder und Schwestern aus dem eigenen Lager oder im Vergleich zu den teuersten Strippen des Marktes – von besser und schlechter war da schon lange nicht mehr zu reden. Die Klangqualität ist einfach mit allen drei Ausführungen nicht mehr von dieser Welt.

Billiger und dennoch besser?

Wieso also schwärmt dann jemand, der mit den teureren Kabeln gut Geld verdienen könnte, von einem günstigeren Kabel, auf dessen Lieferung man auch noch Monate lang warten muss?

Nun – der Grund kann wohl einzig und allein darin zu finden sein, dass Ralf Koenen eben ein Vollblut-High-Ender mit Leib und Seele ist und es ihm eigentlich immer – zuerst um den Klang geht.

Was sollte man wissen, bevor man so ein Kabel testet?

Lassen Sie mich kurz auf die Unterschiede zwischen Deutschland und Japan hinweisen – zumindest was das Entwickeln von Audio-Kabeln angeht.
Würden jemand einer Universität in Deutschland den Auftrag erteilen, besser klingende Stromkabel zu entwickeln, würde vermutlich ein Aufschrei durch das ganze Land ziehen, oder?
Es ist hierzulande einfach undenkbar, dass öffentliche Gelder für eine Sache verschwendet werden, die von nahezu 100% der Wissenschaftler als Hirngespinste dargestellt werden. Keine deutsche Uni würde sich mit dieser Aufgabe befassen, selbst dann nicht, wenn jemand das alles alleine finanzieren würde.

Wir reden hier von Klangunterschieden durch ein Stromkabel!

Und genau so etwas existiert für einen ordentlichen deutschen Wissenschaftler schlichtweg überhaupt nicht. So etwas wird mit der Wirkung von Placebo oder Homöopathie gleichgesetzt.

Hilft nur – wenn man stark genug daran glaubt.

Nun gut –
in Japan hat genau dieser Entwicklungszweig an den Universitäten und technischen Hochschulen eine lange Historie und Tradition.

PCOCC

Ich erinnere an PCOCC (Pure Copper Ohno Continuous Casting), ein von Furukawa entwickeltes Kupfermaterial, das von Dr. Atsumi Ohno, Professor am Chiba Institute of Technology durch die nächsten Stufe PCOCC-A verbessert wurde.

Seit 2013 produziert Furukawa Electric allerdings kein PCOCC mehr, wie man es auf der firmeneigenen Homepage (https://www.furukawa.co.jp/en/release/2013/ene_130304.html) nachlesen kann.

Einige Hersteller – wie auch Furutech – haben sich noch die Lager gut mit diesem Material gefüllt. Aber der Wechsel hin zu anderen – neuen Materialien ist unausweichlich.
So tauchen Begriffe auf wie PC-Triple C (Fine Chemicals & Materials) oder HiFC cabling.

Wissenschaftlich begründet – wurde die Produktion von PCOCC vor allem deshalb eingestellt, weil man in diesem Aufbau mit den langgezogenen Kristallen klangliche (!!) Nachteile entdeckte, die man beseitigen wollte.
Allen voran Acrolink (ein OEM-Kabellieferant) sah nach vorne und wusste dabei mit der Mitsubishi Corporation einen mächtigen Partner an seiner Seite.

Mitsubishi, Toyota, Suzuki, Sony …

Summen Sie auch gerade diese Melodie von Humpe & Humpe?  🙂
Zurück zum Bericht:

In den Laboratorien von Mitsubishi konnte bestätigt werden, dass es beim PCOCC-Kupfer zu einer Verringerung der so genannten „Diodenverzerrungen“ kommt, aber kristalline Verunreinigungen, die vor allem zwischen den Kristallen für Übergangswiderstände sorgen,  konnten durch diese Methode nicht beseitigt werden.

D.U.C.C

Mitsubishi wendet daher beim D.U.C.C. (Dia Ultra Crystallized Copper) einen Prozess an, bei dem Kupfer umkristallisiert wird. Hierbei werden die vorhandenen Schadstoffe freigesetzt und damit entfernt. Der so genannte Richtwirkungseffekt verringert sich dadurch enorm.

D.U.C.C. plus Alpha OCC

Furutech verwendet beim DPS 4.1 dieses von Mitsubishi entwickelte D.U.C.C. und kombiniert es mit dem selbstentwickelten Alpha-OCC, also einem im kontinuierlichen Kupferguss unter kontrollierten Bedingungen gefertigten Leitermaterial. Das Alpha steht bei Furutech für eine Verarbeitung, bei der das Material (hier Kupfer in 7N Reinheit) entmagnetisiert und in flüssigem Stickstoff tiefstgekühlt wird.

Das Ende jeder Theorie

So – und bevor ich mir jetzt hier noch weiter die Finger wund schreibe und auf die Nanopartikel, den Aufbau, das Dielektrikum usw. eingehe – und technisch versierte Leser noch mehr darauf stoße, dass ich mir diese ganzen Informationen sowieso nur allesamt aus verschiedenen Quellen zusammengesucht habe – erlauben Sie mir bitte, mich von diesem dünnen Eis zu entfernen und dafür zu sorgen, dass ich thematisch wieder festen Boden unter die Füße bekomme.

Mit anderen Worten:  Lassen Sie mich jetzt bitte darüber schreiben, wie sich dieses DPS 4.1 denn nun klanglich bemerkbar macht.

Wie klingt es nun – dieses Furutech DPS 4.1?

Hierzu lassen Sie mich bitte noch einmal kurz auf eine Vorgeschichte zurückgreifen.

Furutech bietet zum Beispiel auch zwei Phonokabel an, nämlich das AG 12 (622,- €) und das Silver Arrows (2.152,- €) – Bericht darüber unter „Phonokabel“.

Bei diesem Phonokabel konnte man feststellen, dass das AG 12 beeindruckend dynamisch, offen und mit wahnsinnig viel Spielfreude daherkam. Allerdings konnte es – je nach verwendetem Tonabnehmer – auch schnell ein wenig übertrieben wirken.

Das Silver Arrows dagegen strotze regelrecht vor Souveränität, Harmonie, Klangfarben und einer noch einmal gesteigerten Dynamik. Das Silver Arrows hat und kann einfach alles, was ein Plattenspieler-Liebhaber von einer höchstwertigen Wiedergabe verlangt – ohne auch nur an einer einzigen Stelle auf ein Klangerlebnis verzichten zu müssen.
Aber es hat auch seinen Preis.

Nun musste ich mich – da das DPS 4.1 immer noch nicht lieferbar war – bei den Furutech-Stromkabeln eine ganze Weile mit dem Furutech FP-S55N (228,- €/lfdm) zufrieden geben und konnte hier eine Parallele zum AG12 feststellen. Auch das FP-S55N zeichnet sich durch eine enorme Dynamik, Feinzeichnung, Präzision und Spielfreude aus. Mit dem FP-S55N wirkt definitiv nichts mehr langweilig oder verhangen. Aber auch hier wird dieses beeindruckende Klangbild “erkauft”. 

Diese Situation stellte so einige meiner Kunden vor ein Problem.

Hat man seine Anlage erst einmal mit dem FP-S55N gehört und erlebt, wie aufgeweckt sie klingen kann, will man eigentlich auf diesen Zugewinn nicht wieder verzichten. Andererseits wünscht man sich aber auch wieder eine Spur mehr Wärme und Harmonie. Musikalität sozusagen.

Mehr Geld – mehr Klang?

Sowohl einige meiner Stamm-Kunden als auch ich haben sich also die Frage gestellt, ob denn jetzt das DPS 4.1 in ähnlicher Art und Weise wie das Silver Arrows die Frage nach der Qualität, die man erhalten kann, schlicht und ergreifend durch die Frage ersetzt, was man denn bereit ist, dafür zu bezahlen.

Dann kam die große Stunde.

Gleich mehrere fertig konfektionierte Kabelsätze vom  Furutech DPS 4.1 erreichten unser Studio.
Sauber konfektioniert durch Furutech-Deutschland mit dem feinsten, was der Markt momentan an Steckverbindern zur Verfügung stellt, also dem FI-50 (R) NCF Kaltgerätestecker (370,- €) und dem FI-E50 (R) NCF Schukostecker für ebenfalls 370,- € das Stück.

Inklusive schwarzem Gewebeschlauch (nicht jeder mag diesen Lilaton des Kabels)  🙂 
und rhodinierten Kabelschuhen liegt dann so ein Meter Kabel komplett fertig konfektioniert bei rund 1.500,- €.

Wer soll da eigentlich die Zielgruppe sein?

Spätestens wenn man sich die Preise der Mitbewerber so anschaut, weiß ich als Händler gar nicht so richtig, wem ich dieses Kabel überhaupt anbieten soll. Den allermeisten Kunden werden 1.500,- € für ein Stromkabel als dermaßen überteuert vorkommen, dass sie nicht einmal im Traum daran denken, jemals so viel Geld für ein effes Gerätekabel zu bezahlen.

Die andere Klientel hat sich längst an solche Preise gewöhnt und 1.500,- € wecken bei ihnen nicht einmal ein Interesse daran, sich dieses „Billigkabel“ überhaupt mal anzuhören.

Sollten sie aber!

Kommen wir zum Klang des DPS 4.1

Wer sich zuvor das FP-S55N angehört hat, der wird eine Weile brauchen, um das DPS 4.1 zu verstehen. Denn beim direkten Umstieg wird es einem so gehen, als wollte man nach einer Spätlese auf einen Riesling umsteigen.
So etwas gelingt möglicherweise nicht einmal einem ausgebildeten Gaumen.

Aber auch alle anderen Hörer brauchen Erfahrung im Hören und sollten so weit “geerdet” sein, dass sie längst nicht mehr jedem beeindruckenden und verlockenden Klangbild hinterher laufen.

Aus dem Stand heraus durch ein besonderes Klangbild zu überzeugen (was den Kaufpreis rechtfertigen könnte) vermag das DPS 4.1 in keiner Weise.

Wer in einem hochgezüchteten Go-Cart 140 km/h fährt, wird vermutlich schnell in einen Geschwindigkeitsrausch geraten. Wer sich in einer S-Klasse mit 140 km/h kutschieren lässt, wird von der Geschwindigkeit nicht viel mitbekommen.

So ähnlich verhält es sich mit dem DPS 4.1.
Alles – wirklich alles – was ein High-Ender von einem Kabel erwartet, wird vom DPS 4.1 nicht nur erfüllt, sondern übertroffen.
Harmonie, Klangfarben, Wärme, Körper, Ruhe, Souveränität … auf der einen Seite.
Dynamik, Durchsichtigkeit, Präzision, Räumlichkeit, ja die Luft im Raum … – auf der anderen Seite.
Und keine der beiden Seiten erlangt die Oberhand.

Wir erleben eine bisher nicht vorstellbare Musikalität.

Traurigkeit, Ausgelassenheit, Zorn, Wut, Liebe, Spaß, Leidenschaft …
Es steckt so viel in unserer Musik.
Endlich kommt es zum Vorschein.
… erwacht aus einem Dornröschenschlaf.
Ohne aber jetzt lauthals herum zu schreien, um unbedingt auf sich aufmerksam machen zu wollen.

Dieses Stromkabel will nicht im Mittelpunkt der Anlage stehen.

Dieses Kabel unterstützt jede einzelne Komponente und fordert sie auf, den Mut zu besitzen, sich uns zu zeigen.

Hörproben

Ich wähle ganz bewusst etwas sehr Emotionales aus und starte „Benedictus“ aus „The armed man. A mass of peace“ von Karl Jenkins. Leider liegt die Aufnahme bei Qobuz nur im CD-Format (16 Bit, 44.1 kHz) vor, was sich bei den Sopranstimmen im Chor durch schwierig zu beherrschende Resonanzen bemerkbar macht.
Aber zu Beginn des Stückes stehen die Streicher und vor allem das Solo-Cello im Vordergrund und das Stück wirkt auf mich wie eine Viertausender Felswand, wie ein Ozean im Sturm.
Ich lasse mich von der Musik beeindrucken und ich fühle mich klein und unbedeutend.
Ich spüre beim Hören dieser Musik eine unendliche Bescheidenheit und Dankbarkeit.

Es ist nur wenige Tage her, da ich diese Messe live erleben durfte und es gelingt mir nicht, etwas zu finden, was mich nicht glauben lassen würde, diese Musik erneut live zu erleben.
Die räumliche Tiefe, die Fokussierung auf das Cello, die Darstellung der gigantischen Kirche … ich muss nur die Augen schließen, um wieder am Ort des Geschehens zu sein.

Selbst als dieser mächtige gemischte Chor – gefühlt sind es mindestens 100 Sänger und Sängerinnen – einsetzt und man fast jedes gesungene Wort verstehen kann (es wird in Englisch gesungen) – ändert sich rein gar nichts zu dem, was ich live erleben durfte.
Die Sprachverständlichkeit ist eher noch eine Kleinigkeit besser als dort in der Clemens-Kirche in Oberhausen Sterkrade.

Die Staffelung und die Positionierung der Instrumente, die Aufteilung der Stimmen im Chor, die Kompaktheit des ganzen Geschehens und die Ausdehnung des Schalls in diesem Kirchenschiff – ein Erlebnis der besonderen Art.

Hörtipp:  

Wenn Sie sakrale Musik mögen und auch gerne mal eine Stunde bei wunderschöner Musik zu sich selber finden möchten, dann hören Sie sich dieses Album von Karl Jenkins in aller Ruhe an. Sie kennen diesen Komponisten nicht? Das stimmt nicht! Denken Sie doch mal zurück an die Werbung für Delta Airlines und an “Adiemus” (Miriam Stockley). Das kennen Sie ganz sicher. Karl Jenkins hat damit in den 90-er Jahren eine neue Art Musik erfunden, die man vor allem auch durch Enya näher kennen gelernt hat.

Kontrast-Programm

Ich wechsle zu den altbekannten Vorführstücken. Hugh Masekela, Nils Lofgren, Patricia Barber …
Nicht ein einziges Stück wirkt auf mich so, als müsste ich behaupten, es „so vorher noch nicht gehört zu haben“.
Und doch ist es genau so.
Ich bin deutlich näher dran an den Musikern, an den Stimmen, an den Emotionen.
Bässe reichen tiefer und sind schwärzer, Höhen wirken klarer und gleichzeitig haben sie mehr Volumen.
Die Raumabbildung ist tiefer, als ich es jemals vernehmen konnte. Bei den Klangfarben scheinen wmehrere Millionen hinzugekommen zu sein. Holz klingt nicht mehr einfach nach Holz, sondern nach Palisander, Buche, Eibe …

Dieses Kabel erschließt sich einem dennoch nicht auf direktem Wege.
Es funktioniert eher wie das Ausschlussverfahren bei einer Multiple-Choice-Frage.
Ist es zu dynamisch?
Nein!
Ist es zu warm?
Nein!
Ist es …

Frage für Frage, deren Antworten das positive Ergebnis schmälern könnten, wird mit einem eindeutigen „Nein!“ beantwortet. Am Ende ist es dann die Logik oder sogar die Mathematik, die zu dem Ergebnis führen: 

„Dann muss es perfekt sein!“.

Nun gut – mit der Perfektion ist das beim Musikhören immer so eine Sache.
Man rutscht nur auf der Couch ein wenig zu tief und schon ist sie hin – die Perfektion.
Da kann aber dieses Kabel dann nichts dafür.

Für wen ist es also nun gedacht und wer sollte es sich mal anhören?

Für alle, die verstanden haben, dass auch Stromkabel zu einer eigenständigen Komponente geworden sind. Eine Komponente, die genau so erforscht und entwickelt werden muss, wie ein Lautsprecher oder ein Verstärker. Die das Klangbild unserer Anlage mit prägt und bei der es leider immer wieder passiert, dass die tollsten und teuersten Geräte nicht zeigen können, was sie drauf haben, weil ihre Eigener lieber denjenigen glauben, die das alles für ausgemachten Unsinn halten.

Statt es sich einfach mal anzuhören.

Wenn ich Sie neugierig gemacht habe und Sie sich jetzt sagen: „Mensch, jetzt hör Dir das doch einfach mal an. Du musst es ja nicht kaufen. Leih es Dir und wenn Du keinen Unterschied hörst, dann gibst Du es einfach wieder zurück!“ – dann kann ich Ihnen nur empfehlen, sich zunächst das FP-S55N zu leihen und anzuhören.

Das FP-S55N beantwortet die Frage, ob ein Stromkabel den Klang verändern kann – und zwar auf der Stelle.
Wer damit keinen Klangunterschied wahrnimmt, der kann tatsächlich bei seiner Beipackstrippe bleiben.

Aber  wenn Sie dann doch diese Erfahrung gemacht haben, dann steht die viel schwierigere Aufgabe vor Ihnen nämlich, sich nun für das richtige Kabel entscheiden zu müssen.
Und am besten natürlich für eines, was Sie nicht im ersten Moment „vom Hocker haut“ , Ihnen aber schon noch ein paar Tagen auf den Keks geht.
Also so einem Kabel wie dem DPS 4.1 von Furutech.

Für viele Suchende –  das Ende einer langen Odyssee.

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Melco D100 und N100 Bericht

Melco D100 und N100 Bericht

Melco D 100 und N100 Bericht

Melco D 100 und N100 Bericht

Melco,
… wenn`s um den Klang geht.

In meinem heutigen Bericht geht es um die Gerätschaften des japanischen Herstellers Melco. Genauer befassen werde ich mich mit dem CD-Laufwerk zum Rippen, dem D100B und dem Netzwerkspeicher N100, also Melcos Einsteiger-Modell.
Und natürlich zwingen mich diese Gerätschaften förmlich dazu, auch immer wieder mal auf die grundsätzliche Fragestellung einzugehen, ob man jetzt besser ein Streaming-Abo abschließt oder lieber seine eigene CD-Sammlung rippt.

Melco Logo

Wie kommt man überhaupt auf Melco?

Nun, in den letzten vier Jahren habe ich mich sehr intensiv und fast ausschließlich mit dem Streamen von High-Resolution-Audio-Dateien (HRA) aus den unterschiedlichen Musik-Portalen auseinander gesetzt.
Noch – kann man sich dieser „neuen Welt“ getrost verschließen und einfach so weiter machen wie gewohnt, doch lange wird das wohl nicht mehr funktionieren.
Mit einem Melco Netzwerkplayer kann ich diese Musik-Portale nutzen, aber der Schwerpunkt eines Melcos liegt klar erkennbar in den Bereichen Ripping und Sharing.

Zu den Unterschieden:

Streaming-Abo

Man schließt ein Abonnement bei einem Musik-Portal ab und von einer Sekunde zur anderen stehen einem fein aufbereitete, katalogisierte, getaggte und mit Biografien und Verknüpfungen gespickte 40 Millionen Titel aus aller Welt und aus jedem Genre zur Verfügung.
Wichtig dabei: Man streamt sie (mit dem richtigen Abo) in echter Studio-Aufnahme-Qualität – was heißt, dass selbst die Künstler und das Tonstudio die Aufnahme nicht besser hören als wir!
Eine normale CD wirkt dagegen dann manchmal wie eine MP3-Sammlung.

Ripping/Sharing

Jeder einfache PC kann dazu gebracht werden eine CD zu lesen, zu rippen, zu speichern und im Netz zur Verfügung zu stellen. Mit einem guten Programm wird das was der PC da ausliest, sogar online mit einer Referenzdatei abgeglichen (AccurateRip) und Lesefehler werden zuverlässig berichtigt.
Doch obwohl ich mit verschiedenen Apps experimentiert habe, die seltsamerweise alle auch noch zu Klangunterschieden untereinander geführt haben, ist es mir nie gelungen, mit meinen selbst gerippten CDs auch nur in die Nähe der Klangqualität zu kommen, die mir Qobuz liefert.
Der direkte Stream von Qobuz klang selbst dann noch besser, wenn der Titel dort auch „nur“ in CD-Qualität (16Bit/44.1kHz) zur Verfügung stand.

Also kam ich letztendlich zu der Ansicht, dass es doch viel bequemer ist und zudem auch noch besser klingt, wenn ich streame und nicht rippe.

Das sollte heute so nicht bleiben.

Drei H, der deutsche Distributor für Melco-Produkte, hatte es sich just in den Kopf gesetzt, meine Ansicht zu revidieren. 

Melco behauptet, dass selbstgerippte CDs dann nicht mehr schlechter klingen, wenn man sie mit dem richtigen (!) Laufwerk gerippt und auf dem richtigen (!) Netzwerkplayer (NAS) gespeichert hat.
Die richtigen Geräte kommen dabei natürlich allesamt – wie könnte es anders sein – von Melco.
… und natürlich ließ ich mich gerne auf diesen Versuch ein.

An der Quelle sitzt der Knabe …
… was bei Melco anders ist.

Wohl dem, der wie Herr Makoto Maki der Inhaber einer Firma ist, die „Buffalo“ heißt und sich seit Jahrzehnten mit der Entwicklung und Produktion von PC- und Netzwerk-Komponenten befasst.
Statt sich oder Angestellte mit einer ständigen Marktschau zu beschäftigen, um nach brauchbaren Bauteilen zu suchen und diese dann irgendwie zu einem Ganzen zusammen zu fügen, hat Herr Maki die Möglichkeit, das was man braucht im eigenen Hause entwickeln und produzieren zu lassen.

Idealer können die Voraussetzungen nicht sein, um richtig gute Geräte zu fertigen.
Aber ist das Melco auch gelungen?

Der Melco-Tag

Ich bekomme die zwei Geräte aufgebaut, die mich (zunächst) am meisten interessieren.
Zum einen also das CD-ROM-Laufwerk mit der Bezeichnung D100B zum Preis von 995,- € und zum anderen den N100, also den günstigsten Netzwerkplayer der Melco-Reihe, der auch noch optisch perfekt zum Laufwerk passt. Der Preis für ihn liegt bei knapp unter 2.000,- €, womit er also mit dem Altair von Auralic gleichzieht.

Auch der Altair kann mit einer eingebauten Festplatte zu einem Netzwerkplayer aufgerüstet werden. Auch der Altair kann sich Musikdateien von einem NAS im Netz oder von einer externen Festplatte holen und im Netz parat stellen oder selber abspielen.

Von Qobuz oder Tidal streamen können beide, der Altair und der N100.

Wo also liegen die Stärken und Schwächen der beiden Konkurrenten?
Und sind es überhaupt Konkurrenten?

Melco Netzwerkplayer N 100

MELCO-N100

MELCO-N100

Melco-Geräte mit einem „N“ in der Bezeichnung sind NAS-Computer, die konsequent auf Klangqualität entwickelt und produziert werden. Sie sind mit Spezial-Festplatten ausgestattet, auf denen man seine digitale Musik-Bibliothek speichern kann. Die Bibliothek wird dann allen im gleichen Netz befindlichen Abspielgeräten zur Verfügung gestellt.

Angenehm ist, dass die Melco-Komponenten allesamt wie HiFi-Geräte aussehen und die interne Festplatte praktisch nicht zu hören ist. Damit – darf dann so ein audiophiler „NAS“ endlich auch wieder im Wohnzimmer Platz nehmen, ohne dauernd mit seinen Festplattengeräuschen zu nerven.

 

Melco Laufwerk D100 B

MELCO D100B

MELCO D100B

Um beim Rippen der CDs keine klanglichen Kompromisse eingehen zu müssen und auch hier nicht auf einen Computer angewiesen zu sein, entwickelte Melco unter der Bezeichnung D100 ein CD-ROM-Laufwerk der Extraklasse. Verbindet man den D100 mit einem Nxxx-Gerät wird eine in den D100 eingelegte CD automatisch gerippt, auf dem Melco Nxxx gespeichert, getaggt und mit einem Cover versehen. (Für die komfortablere Bedienung am Tablet)

 

 

So lange ich bei der Annahme bleibe, dass die Klangqualität der selbstgerippten CDs unterhalb des Qobuz-Streams liegt, zahle ich bei Melco also eine ordentliche Summe, nur um diesen Vorgang ein klein wenig komfortabler hin zu bekommen als mit dem PC.
Wie es wirklich klingt – das lesen Sie weiter unten im Text.

Mich interessierte nämlich zunächst einmal etwas ganz anderes, was ich entdecke, während mir die beiden Geräte angeschlossen werden:

LAN-Filterung

Filter kennen wir heutzutage aus dem Bereich des Netzstroms. Die unterschiedlichsten Hersteller werden nicht müde, uns mit Hilfsgeräten hörbar zu machen, wie viel „Elektroschmutz“ sich in unseren Leitungen befindet und haben natürlich alle die einzig wahre Lösung parat.
Ich will nicht zynisch klingen, vieles davon ist wirklich – wirklich gut. Aber so manch ein Hersteller will einfach nur ein Stück vom Kuchen abhaben und deshalb sollte man sich genau anschauen, wofür man sein Geld ausgibt.

Dieser LAN-Filter von Melco …
soll aber nun ganz anders, viel „intelligenter“ funktionieren.

Hintergrund
Im LAN sind permanent alle möglichen Daten „unterwegs“. Video-Dateien, Sprache, Daten, E-Mails … Und selbst wenn eigentlich im Netz gar nichts los ist, laufen Routinevorgänge ab, denn manche Bausteine wie Router fragen fortlaufend nach, wer denn wohl noch so alles im Netz ist, wie die MAC-Adressen lauten usw..
Schauen Sie nur mal auf die kleine gelbe LED an einer Ethernetbuchse. Immer wenn sie blinkt, passiert gerade etwas in Ihrem Heimnetz.

Melco war genau das ein Dorn im Auge, denn hier ist man davon überzeugt, dass dieser „Traffic“ wie man heute sagt, jedes Gerät stören muss, was sich mit der Aufgabe zu befassen hat, sich um die Aufbereitung der Audio-Dateien zu kümmern.
Viel ungestörter und „konzentrierter“ müsste sich logischerweise ein solches Gerät um die Audio-Dateien kümmern können, wenn alle anderen Daten gar nicht zu ihm hinkommen könnten, also geblockt werden.
Statt also – wie in einem üblichen Netz, einen Paketwagen mit allen möglichen Sendungen voll zu packen und dann auszuliefern, packt Melco in diesen Paketwagen ausschließlich die Pakete hinein, die für die nachfolgenden Bausteine bestimmt sind.
Im IT-Bereich würde man so etwas wohl Quality of Service nennen oder zumindest so ähnlich.

Logischerweise wollte ich jetzt also zunächst an meiner mir gut bekannten Vorführkette, bestehend aus einem Auralic Aries G2, Vega G2 und aktiven Lautsprechern von Progressive Audio überhaupt nichts ändern und lediglich das Ethernetkabel in die gefilterte Ausgangsbuchse des Melco N100 stecken.
Natürlich musste ich jetzt den Melco mit einem zweiten Ethernetkabel mit der Fritzbox verbinden.
… was ja aber blitzschnell gemacht war.

Melco hat mich

Tja – da muss ich wohl zugeben, dass ich wohl ziemlich baff gewesen bin.
Damit hatte ich so nicht gerechnet. 

In dem Moment, in dem dieser N100 mit seinem LAN-Filter seine Arbeit aufnimmt, wird die Unruhe, wird die Hektik in der Musik, die wir vorher gar nicht wahrgenommen haben (wohl weil sie eben immer da war) wie mit einem Staubsauger aufgesogen und eliminiert.

Nichts klingt wirklich anders, keine einzige Klangfarbe ändert sich – was sehr gut ist und was ich nicht anders akzeptieren könnte – aber endlich kann sich jeder Ton so entfalten, wie es ihm zusteht und um ihn herum ist nichts als tiefschwarze Ruhe.

Man muss sich das so vorstellen, also müssten sich ohne diesen LAN-Filter 20 Paar Tänzer eine Fläche teilen, auf der eigentlich nur 3 bis 4 Paare tanzen können. So etwas ist irgendwie frustrierend.
Sobald der Filter dazwischengeschaltet ist, hat jedes Tanz-Paar die Fläche für sich alleine und kann endlich zeigen, was es kann.
Völlig ungestört. Dieses unbeschreibliche Gefühl “endlich Platz, endlich frei” – genau das beschleicht mich gerade, während ich an meiner Kette nichts geändert habe und lediglich diesen LAN-Filter von Melco eingeschleift habe.

Das ist so gravierend, dass ich natürlich sofort die Frage stelle, ob Melco diesen Filter auch einzeln anbietet, was leider negativ beantwortet wird.
Nun – damit bin ich noch nicht ganz fertig, aber für heute bleibt festzustellen, dass mich dieses Teil schon mal fasziniert hat.

Und wie klingt der Streaming-Transport von Melco?

Vor und neben dem Melco N100 stehen seine Konkurrenten selbstsicher aufgestellt. Da haben wir von Auralic den Altair, der „alles kann und alles hat“ und wir haben die beiden reinen Transports Aries G1 und G2, die genau wie der Melco zwingend einen externen DAC benötigen.

Melco vertritt die Ansicht, dass es bereits viel zu viele DAC in allen nur erdenklichen Preis- und Qualitätsklassen gibt und dass die anderen DAC-Entwickler Melco in diesem Punkt so weit voraus sind, dass man sich in diesen Markt nicht erfolgreich einmischen könnte.
Also verwende ich den Vega G2 von Auralic

Auralic G2

Auralic Vega G2

Der Vega G2 gehört sicherlich mit zu den besten DAC, die man derzeit erwerben kann und hat so viele unterschiedliche Anschlussmöglichkeiten, dass wir ideale Voraussetzungen vorfinden, um die Quellgeräte miteinander vergleichen zu können. Auch wenn man nun munkeln könnte, dass sich die Auralic-Geräte untereinander vielleicht noch eine Idee besser verstehen.

Heute geht es mir aber ja noch gar nicht primär darum, die Streaming-Fähigkeiten des N100 mit dem des Aries G1 klanglich zu vergleichen, sondern heute will ich heraus finden, ob Melco mir mit der Aussage zu viel versprochen hat, dass selbst gerippte CDs die Klangqualität der Qobuz-Streams erreichen können.

Wie gut klingt nun die selbstgemachte Bibliothek?

Ich wähle für diesen Versuch eine CD, die ich seit Jahren gut kenne und die den Vorführern auf HiFi-Ausstellungen schon fast aus den Ohren raus kommen.
Parat liegt die Nils Lofgren mit “Keith don`t go”.

Schon als Vorbereitung auf diesen Melco-Tag habe ich das Album mit einem Apple-CD-Rom-Laufwerk auf meinem iMAC „aufgenommen“, also gerippt. Hierzu habe ich sowohl iTunes verwendet (ALAC) als auch XLD (FLAC).
Die Datei habe ich auf mein Synology DS918+ kopiert und zusätzlich auf einen Stick gebannt.
Spiele ich diese Dateien über meine Auralic-G2-Kombi ab, erkenne ich keine Klangunterschiede zwischen den einzelnen Speicherplätzen.
Starte ich den Qobuz-Stream kommt aber sofort wieder der Verdacht auf, Qobuz würde mir eine völlig andere – deutlich bessere – Aufnahme zur Verfügung stellen.

Erkenntnis:
Entweder ist die Qobuz-Datei viel besser als meine CD oder mein Streaming- und Sharing-Equipment ist einfach nur PC-like und hat mit high-endigem Klang nicht viel zu tun.

Rippen mit dem Melco D100

Nun verschwindet die CD im Bauch des D100 und der N100 startet automatisch mit der Aufnahme, also dem Rippen der CD.
Nach geschätzten 10 Minuten ist alles erledigt und der D100 spuckt die CD automatisch wieder aus.
Ich schließe den N100 über ein Audioquest Diamond-USB-Kabel an den Vega G2 an, der seinen Takt über einen externen Leo Gx erhält und bin gespannt.
Ohne großartig hin- und herschalten zu müssen, bestehen überhaupt keine Zweifel daran, dass die Klangqualität dieser Dateien meine bisherigen Ripping-Versuche regelrecht deklassieren.
Bin ich froh, dass ich bisher keine Zeit und keine Lust dazu hatte, meine CDs zu rippen. Ich würde mich heute vermutlich in Grund und Boden ärgern.
Und deshalb will ich mich gerne schon einmal ganz – ganz weit für Melco aus dem Fenster lehnen und folgendes behaupten:

Wer auch immer mit dem Gedanken spielt, seine eigenen CDs zu rippen und keine Lust hat, am Ende der Arbeit feststellen zu müssen, dass sich das alles klanglich überhaupt nicht gelohnt hat, der muss (!) sich dieses Laufwerk kaufen oder wenigstens ausleihen.

Wobei …
… ich zu diesem Zeitpunkt noch wirklich nicht in der Lage bin, Ihnen zu sagen, welcher Anteil auf das Konto des D100 und welcher auf das Konto des N100 geht, denn ich habe ja beides zusammen getestet und alle weiteren Differenzierungen müssen sich jetzt nach und nach noch ergeben.

Es tun sich da noch einige offenen Fragen auf:
Wie klingen die Dateien, wenn ich sie mit dem D100 auf meinen PC rippe?
Wie klingt der N100 beim Streamen von Qobuz (Tidal …)?
Wie klingt der N100 mit einem besseren Netzteil?
Mit welchen Kabeln klingt der N100 am besten?
Mit welchem DAC harmoniert er und mit welchem nicht?
Wie viel besser klingen die großen Brüder vom N100?
Wie gut ist die Melco-Software?
Welche Software ist besser und funktioniert mit dem Melco?
Wie integriere ich Roon in ein Melco-System?

Brauche ich am Ende ein Melco D100-Laufwerk zum Rippen, einen Auralic Aries G2 zum Streamen, einen Melco Nxxx als Bibliotheken-Speicher, einen Nucleus als Roon-Server und einen DAC992 von Progressive Audio, um in allen Disziplinen in der Referenzklasse dabei zu sein oder kann ich diesen Gerätepark auch ordentlich ausdünnen?

Will der typische Melco-Kunde überhaupt ein Streaming-Abo oder ist er auf seine eigenen (!?) CDs fixiert?

Für mich und damit für AUDIOSAUL heißt es jedenfalls:

Willkommen Melco!

Ich freue mich, ab sofort zum Melco-Händlerstamm dazu zu gehören und ich verspreche Ihnen, dass ich Sie auf dem Laufenden halten werde.
Wenn Sie selber schon Erfahrungen mit den Melco-Geräten gesammelt haben, dann freue ich mich über Ihre Kommentare.

Und ganz besonders würde ich mich natürlich über Ihre Bestellung in unserem Shop oder einfach per E-Mail/Anruf freuen.

Vielen Dank!

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Progressive Audio DAC 992 Vorstellung

Progressive Audio DAC 992 Vorstellung

Progressive Audio DAC 992

Progressive Audio DAC 992

In diesem Bericht geht es um den neuen DAC-Vorverstärker Progressive Audio DAC 992 aus Essen-Kettwig.

(ACHTUNG! Dieser Bericht wurde am 9.08.2019 aktualisiert und enthält jetzt einen Rabatt-Code am Ende des Berichts !!!)

007?
Manchmal komme ich mir wirklich vor wie James Bond.
Nicht etwa, weil ich alleine eine ganze Armee besiegen kann und auch nicht, weil mir die Frauenwelt zu Füßen liegt.
Sondern weil auch ich ab und zu in so etwas wie das Quartier von „Q“ Einblicke erhalte und mit „Erfindungen“ wieder nach Hause komme, die ich vor dem Besuch nicht für denkbar gehalten hätte.

Letzte Woche war es wieder mal soweit. Nachdem ich diesem Gerätchen bisher nur in Form eines gehäuselosen “Elektronik-Knubbels” begegnet war, konnte ich nun das allererste Seriengerät vom neuen Digitel-Analog-Converter-Vorverstärker, kurz DAC 992 für mein Studio abholen.

Und was soll ich sagen!?

Da betreibt man fast 35 Jahre lang ein HiFi-Studio und hat so manchen Artikel kommen und gehen sehen.
Der neue Lautsprecher klingt noch ein wenig besser als der alte und die neue Verstärker-Serie wirkt noch einen Tacken harmonischer.
Nun ja.

Meistens ist der eigentliche Antrieb für die Neuentwicklung aber doch lediglich der Wunsch danach, von den Zeitschriften wieder einmal getestet zu werden, denn über Geräte, die es seit Jahren gibt, da schreibt natürlich niemand was.

Doch manchmal – ab und zu – ganz selten – eigentlich noch nie zuvor …

… passiert es, dass man als Händler einen solchen Knaller präsentiert bekommt wie den neuen DAC 992 von Progressive Audio.

Und diese Bezeichnung wird man sich merken müssen, so man sich denn selber zu der Gruppe der Audiophilen zählt.

Progressive Audio DAC 992 Frontansicht

Progressive Audio DAC 992 Frontansicht

Leider “nur” aus Deutschland!?

Eine Schande, dass so ein Prachtstück „nur aus Deutschland kommt“ und damit schon automatisch von denen nicht beachtet werden wird, die der Überzeugung sind, alles Gute muss von weit weit her kommen?

Ralf Koenen hätte es vielleicht wirklich gut zu Gesicht gestanden, in die USA oder gar nach Japan auszuwandern, um uns von dort aus mit seinen edlen Komponenten zu beglücken.
So aber sitzt der Prophet im eigenen Lande … Sie wissen schon.

Doch Dank seiner Ausdauer und seiner Genialität ist ihm schon längst das Kunststück gelungen, sich gegen derartige Denkweisen durchzusetzen und der Welt zu zeigen, dass Deutschland in der High-End-Szene eine gewichtige Rolle mitzuspielen hat.
… und sich weder von den USA, Japan noch von China die Butter vom Brot nehmen lässt.

Und auch das zweite frühere Vorurteil gegen Progressive Audio hat Ralf Koenen bereits aus der Welt schaffen können.
„Sehr gut – aber auch sehr teuer!“ so lautete die Beschreibung der Progressive Audio-Produkte, bis –
ja bis die Extreme-Serie vorgestellt wurde.

Mit ihr war es Ralf Koenen gelungen, high-endige Tugenden, allen voran die zeitrichtige Wiedergabe, in eine Lautsprecher-Preisklasse zu integrieren, in der man genau das bis dahin wohl gar nicht für erforderlich gehalten hatte.
“Wer eine zeitrichtige Wiedergabe erkennen kann, der weiß auch, dass man dafür viel Geld bezahlen muss. Alle anderen wollen doch nur einen tollen Sound und eine geile Optik!”
So ähnlich lautet wohl immer noch die Meinung einiger Hersteller.
Zum Glück hat der Kunde die Wahl.

… doch das ist alles nichts gegen den DAC 992

Alles, was Ralf Koenen bisher abgeliefert hat  – verblasst, wenn man sich diesen neuen DAC 992 anhört.
Genau zur richtigen Zeit überrascht Progressive Audio die HiFi-Szene hier mit einer Komponente, die die Rang- und Namenslisten der besten Entwickler weltweit durcheinander schütteln wird wie ein Erdbeben alles, was sich in seinem Epizentrum befindet.

Schließen Sie den DAC 992 an, starten Sie die Musik und nach wenigen Sekunden werden Sie sich eines fragen: „Wie um alles in der Welt ist so etwas möglich?“!

Versprochen!

Kommen wir zu den Fakten:

Der DAC 992 ist ein Digital-Analog-Wandler mit integrierter Vorstufe.
Seine Ausgangsspannung können wir auf zwei Volt fixieren und ihn somit an jedem Vor- oder Vollverstärker betreiben – genau so, wie wir einen CD-Player betreiben würden.

Soll der DAC 992 jedoch Aktivboxen betreiben, dann stellen wir einen Schalter um und erhalten dadurch einen regelbaren Ausgang mit einer Leistung von 2 bis 6 Volt.
Nun brauchen wir nur noch einen Streaming-Client wie z.B. den Auralic Aries, den Nucleus von Roon oder einen Netzwerkspeicher, z.B. von Melco.

Progressive Audio DAC 992 Rückseite

Progressive Audio DAC 992 Rückseite

Serienmäßig wartet der DAC 992 mit folgenden Ein- und Ausgängen auf:

Eingänge:
1x USB-Eingangsbuchse (Neutrik)
1x XLR (AES-EBU),
3x RCA (Cinch),
2x Toslink (Lichtleiter)
Bis zu 5 digitale Quell-Geräte können gleichzeitig an den DAC 992 angeschlossen werden.

Ausgänge:
1 Paar XLR 
1 Paar RCA (Cinch)

Außerdem: 
Ein Impulsausgang zum Ein- und Ausschalten von Aktivlautsprechern, zum Beispiel der Extreme-Serie von Progressive Audio.

Und dann gibt es da noch das Mäuseklavier.
Damit schalten wir:
1) Filtereinstellung “sanft” oder “präzise”
2) Phase invertieren
3) Ausgang “fix” oder  “variabel”

Symmetrisch – unsymmetrisch?  Egal!

„Nehmen Sie das besser klingende Kabel!“ – so lautet die einzige Empfehlung von Ralf Koenen.

Sowohl im Eingang als auch im Ausgang sorgen hauseigene Übertrager für eine galvanische Trennung und damit für eine hohe Unabhängigkeit davon, ob wir ihn symmetrisch oder unsymmetrisch verbinden.

Es bleibt: 
Auch der DAC 992 freut sich über wirklich edle Kabel, zum Beispiel über die aus eigenem Hause. Vor allem aber auch über gescheite Stromkabel.

Und wie klingt er nun im Vergleich?

Den kann man sich getrost sparen.
Der klangliche Vorsprung, der sich schon nach einigen Takten für den DAC 992 herausstellt, zu allem, was ich bisher gehört habe, der ist so gewaltig, als müsste man nacheinander mit einem Smart und mit einer S-Klasse von Oberhausen nach Berlin fahren.
Dabei geht es überhaupt nicht um sachliche Fakten, um Genauigkeit, Präzision, Authentizität oder irgend etwas, was man als Bewertung im Vergleich heranziehen könnte.
Die anderen DACs sind ja beileibe kein Schrott – ganz und gar nicht!!

Und trotzdem – oder vielleicht gerade deshalb – ist das klangliche Erlebnis ja so beeindruckend.
Die üblichen „Verdächtigen“ in Form von Nils Lofgren, Hugh Masekela, Patricia Barber und vielen anderen mehr sind schnell durchgehört.
Bei jedem einzelnen Song steht bereits nach wenigen Takten fest:  So – muss es klingen!
Ich frage mich immer wieder, ob ich das über einen Plattenspieler schon jemals so gut gehört habe und muss die Antwort schuldig bleiben.

Jeder einzelne Ton gewinnt an Volumen, an Kraft, an Dynamik. Der Aufnahmeraum wird wie selbstverständlich genau so dargestellt, wie er wohl gewesen sein muss.
Jedes Instrument erhält seine ureigene Größe zurück. Da gibt es kein Klavier wie beim Puppentheater – hier steht ein Flügel in seiner beeindruckenden Mächtigkeit in meinem Studio.
Zehnmillionen Klangfarben und Facetten deckt der DAC 992 behutsam auf und erzeugt in mir das Gefühl, als müsste ich mich bei ihnen allen dafür entschuldigen, dass ich sie nicht schon eher befreit habe.

Die Musik fließt …

Das wichtigste aber ist dieser unbeschreibliche Fluss in der Musik, der auf der Stelle dafür sorgt, dass man sich einfach „sauwohl“ fühlt.

Es gibt glatt geschliffene Steine, die man streicheln muss (Handschmeichler). Es gibt bauschige und wunderbar duftende Kissen, in die man sich grinsend hineinkuschelt.
… und jetzt gibt es mit dem DAC 992 Musik, die uns ganz und gar umhüllt und in der wir uns einfach treiben lassen wollen.

Ausklinken aus der realen Welt, nur noch Musik hören und mit ihr verschmelzen.

… und endlich verstehen, was Genuss und Musik miteinander zu tun haben.

Am Ende bleibt nur eine Frage offen: 
Was kostet denn jetzt so ein DAC 992?

Antwort:  7.498,- € – inklusive USB-Eingang

Ralf Koenen geht mit dieser Entscheidung aus meiner Sicht ein hohes Risiko.
Seine Absicht lautet unverkennbar, die HiFi-Szene mit dem Preis für den DAC 992 mehr als zu überraschen.
Sicher hat der große Erfolg seiner Extreme-Serie zu diesem Entschluss beigetragen.

Und jeder, der lieber selber hört, statt Berichte wie diesen hier zu lesen, wird sich darüber freuen und zusehen, dass er sich einen DAC 992 “an Land zieht”, bevor es sich Ralf Koenen doch noch anders überlegt.

Aber man muss auch erkennen, dass sich Progressive Audio damit über die Gesetze des professionellen Journalismus hinwegsetzt.
Keine Redaktion der Welt wird oder kann diesen DAC 992 so bewerten, wie sie es vielleicht gerne tun würde.

„Man muss Platz nach oben lassen!“ oder: „Man kann nicht allen anderen zwischen die Beine treten, von denen man lebt!“ und: „Wer weiß denn schon, was wir im nächsten Monat zu testen bekommen!?“.
Alte Redakteurs-Weisheiten, die man überhaupt nicht anfechten kann, die Bestand haben in einer Welt, in der man Monat für Monat immer wieder ähnliche Dinge zu bewerten hat.

Ralf Koenen interessiert sich nicht die Bohne für solche Gedanken und er geht seinen eigenen Weg in seiner eigenen Welt.
Und irgendwie – scheint er damit richtig zu liegen. Wieso auch immer.

Fazit:

Möglicherweise werden Sie meinen Bericht für vollkommenes Werbegesülze halten. Vielleicht werden Sie mir vorwerfen, mich als Händler nicht professionell zu verhalten, weil ja auch ich in meinem Studio teurere DACs im Programm habe.
Aber da merke ich gerade, dass ich mich der Sichtweise eines Ralf Koenen annähere.
Diesen DAC 992 „journalistisch korrekt“ zu beschreiben, bringe ich einfach nicht fertig.

Sparen Sie jetzt 500,- €!
Auf Grund der Preisumstellung schenken wir jedem Kunden, der den DAC 992 hier bei uns im Shop bestellt, den Aufpreis für den USB-Eingang!
Geben Sie einfach den Gutschein-Code USB geschenkt ein und erhalten Sie einen Preisnachlass in Höhe von 500,- €.

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Zarathustra S4 und Pluto Audio 7A Prestige – Revision Teil 2

Zarathustra S4 und Pluto Audio 7A Prestige – Revision Teil 2

Zarathustra S4 und Pluto Audio 7A Prestige – Revision Teil 2

Zarathustra S4 und Pluto Audio 7A Prestige – Revision Teil 2

Im Teil 1 dieses Berichts lesen Sie, wie man an einem Zarathustra S4 eine Revision durchführt. (Hier klicken)

Der Pluto Audio 7A Prestige

Der 7A Prestige ist noch ein Ur-Pluto-Audio-Tonarm, wie er in seiner Grundidee zu sein hat.
Das Tonarmrohr ist aus purem Titan und in Handarbeit aus dem Vollen gedreht. Das ist der Grund, weshalb er sich aus drei kurzen, kaskadierenden Rohren zusammensetzt.
Titan zu bearbeiten ist immer eine heikle Angelegenheit. Wird es zu heiß, brennt es einfach ab. 

Die Experimente von Eduardus Driessen aus dem niederländischen Hengelo mit fix-und-fertig gelieferten Titanrohren, verliefen bei Betrachtung der klanglichen Aspekte extrem ernüchternd, weshalb sich ihm am Ende kein anderer Ausweg bot, als bei den handgefertigten Rohren zu bleiben und sich dem Verarbeitungsrisiko Arm für Arm zu stellen.

Klanglich zeichnen sich seine Tonarme vor allem durch das völlige Fehlen eigener Klangbeigaben aus.
Tonarme klingen üblicherweise nach dem verwendeten Material, nach dem Lagertyp, nach der Konstruktionsweise …
Genau deshalb haben ihre Entwickler ja meistens auch die Konstruktionen ganz bewusst so gewählt.

Wer jahrelang verschiedene Tonarme montiert und Tonabnehmer justiert hat, der ahnt meistens schon vor dem Aufbau, was ihn gleich für ein Klangbild erwarten wird. Und meistens liegt er damit auch ziemlich dicht an der Wahrheit.
Man könnte also sagen, dass sich ein Analog-Händler in einer ähnlichen Situation befindet wie ein Wein-Händler.
Die Kunden suchen zwar immer nach “dem besten Wein” – den aber, kann es gar nicht geben.
Kompliziert wird das alles dadurch, dass es einerseits den Aspekt des persönlichen Geschmacks und andererseits aber dennoch echte Qualitätsunterschiede gibt und man nicht immer sagen kann, wo das eine anfängt und das andere aufhört.

Gehen wir an die Arbeit und zerlegen wir unseren 7A Prestige in seine Einzelteile.

Pluto Audio 7A Prestige demontiert
Pluto Audio 7A Prestige Anbauteile

Anbauteile im Bereich des Lagers

Im Bereich des Lagers finden wir das Gegengewicht, das wir mit zwei Fixierschrauben sichern können.

Alles andere ist Bestandteil der Anti-Skating-Vorrichtung.

Pluto Audio 7A Prestige Detailansicht Gegengewicht

Gegengewicht

Wir sehen eine Detailansicht des Gegengewichts. Bevor wir es nach hinten abziehen können, müssen wir sicherstellen, dass wir die beiden Fixierschrauben ausreichend gelöst haben.

Pluto Audio 7A Prestige Detailansicht Ausleger zur Befestigung des Antiskatinggewichts

Pluto Audio 7A Prestige Detailansicht Ausleger zur Befestigung des Antiskatinggewichts

An diesem Ausleger wird das Antiskatinggewicht befestigt.

Pluto Audio 7A Prestige Detailansicht Umlenkung der Antiskatingschnur

Umlenkung der Antiskatingschnur

Das Bild zeigt die Vorrichtung zur Umlenkung der Antiskating-Schnur.

Pluto Audio 7A Prestige ohne Anbauten und Fuß

Pluto Audio 7A Prestige ohne Anbauten und Fuß

Haben wir den Tonabnehmer und alle Anbauten entfernt, können wir die Justageschraube für den Tonarm im Fußbereich lösen und den Arm nach oben herausnehmen.

Pluto Audio 7A Prestige Fußplatte

Pluto Audio 7A Prestige Fußplatte

Die SME-kompatible Fußplatte trägt den Ausleger für den Lift und die Tonarmhalterung (Ruhestellung)

Pluto Audio 7A Prestige Fußplatte ohne Ausleger

Pluto Audio 7A Prestige Fußplatte ohne Ausleger

Nach dem Entfernen aller Anbauteile bleibt nur noch die SME-kompatble Fußplatte übrig.

Pluto Audio 7A Prestige Fußplatte von unten

Pluto Audio 7A Prestige Fußplatte von unten

Eine enorme Erleichterung der Montage wie auch der Demontage wird durch diese beiden Stege erreicht. So ist es überflüssig unterhalb des Tonarmes irgendwelche Muttern festhalten zu müssen. Zum Befestigen und zum Lösen braucht man lediglich den passenden Innensechskantschlüssel. Außerdem wird durch die Stege verhindert, dass sich zu kleine Muttern in das weiche Holz ziehen und das Subchassis beschädigen.

Pluto Audio 7A Prestige Ausleger für den Lift

Pluto Audio 7A Prestige Ausleger für den Lift

An keiner Stelle wird hier mit Material gegeizt und das aus gutem Grund. Jede zu dünne Platte, die beim Abtasten einer Schallplatte in Resonanzen versetzt werden kann, wird das Klangbild deutlich verschlechtern.

Pluto Audio 7A Prestige Ausleger für die Tonarmhalterung

Pluto Audio 7A Prestige Ausleger für die Tonarmhalterung

Beim 7A Prestige arbeitet Pluto Audio im Bereich der Tonarmhalterung (Ruhestellung) mit einer Zwischenetage. Sie sorgt dafür, dass wir einen 7A Prestige praktisch auf jeden Plattenspieler dieser Erde montieren können. Passt nicht – gibt’s nicht!

Pluto Audio 7A Prestige Tonabnehmer-Kabelschuhe an Deskadel Goldkabel

Pluto Audio 7A Prestige Tonabnehmer-Kabelschuhe an Deskadel Goldkabel

Diese Kabelschuhe wurden von einem Goldschmied an die Deskadel Goldverkabelung geschmiedet.
Das Deskadel-Kabel hat nicht nur einen “goldigen” Namen, sondern es besteht tatsächlich aus diesem edlen Material.
Lange hat Deskadel gebraucht, um dieses Kabel aus purem Gold zu entwickeln. So eine Innenverkabelung muss ja robust genug sein, um im Lagerbereich täglich bewegt werden zu können. Und das ist nun einmal bei Gold sehr schwierig. Wer aber dieses Ergebnis des belgischen Kabelherstellers einmal klanglich erleben durfte, der weiß, wovon er ab sofort träumen kann.

Pluto Audio 7A Prestige Deskadel Goldkabel

Pluto Audio 7A Prestige Deskadel Goldkabel

Hier sehen wir, wie das Deskadel Goldkabel im Bereich des Lagers im Tonarmfuß verschwindet, um dort an die Tiffany-Buchse geschmiedet zu werden.

Pluto Audio 7A Prestige Headshell

Pluto Audio 7A Prestige Headshell

Gut zu erkennen ist die massive Ausführung der Pluto Audio Headshell mit den Aussparungen für wirklich jeden edlen Tonabnehmer dieses Erdballs.

Reinigung und Aufarbeitung

Ist der Pluto Audio 7A Prestige komplett zerlegt, können wir uns an die Aufarbeitung und Reinigung der einzelnen Bauteile begeben. Hierzu muss man folgendes bedenken:
Die klangbedeutenden Bauteile sind aus massivem Titan gefertigt. Diese Bauteile wurden nicht behandelt, also nicht verchromt, auch wenn es so aussieht, sondern in Handarbeit poliert. 
Sind an Ihnen Gebrauchsspuren zu erkennen, kann man sie selber herauspolieren oder den Tonarm an den Hersteller übergeben, der dann alle Teile wieder in einen neuwertigen Zustand versetzt.

Ist das nicht erforderlich, reicht es völlig, alle Teile mit einem weichen Tuch abzureiben.

Ratsam ist es dabei dünne Baumwollhandschuhe zu tragen, denn sonst wird das alles zu einer Sisyphosarbeit. Nicht vollständig beseitigter Schweiß wird schnell wieder für eine unansehnliche Oberfläche sorgen.

Montage

Ein Pluto Audio 7A Prestige wurde dafür geschaffen, auf jeden nur erdenklichen Plattenspieler montiert werden zu können. Unterschiedlich hohe Plattenteller oder andere Dinge, mit denen Standard-Arme nicht klar kommen, stellen einen Pluto Audio 7A Prestige kaum vor eine größere Aufgabe.
Ist man ein Eigner eines extremen Laufwerks, kennt Eduardus Driessen ganz sicher eine Lösung. Das ist eben der unschätzbare Vorteil eines Produktes, das tatsächlich in reiner Handarbeit produziert wird.

Erster Schritt – Die Fußplatte

Eddy hat darauf geachtet, eine SME-kompatible Fußplatte zu entwickeln. Ist ihnen das Glück hold und haben Sie die Möglichkeit, von einem SME-Serien-Arm auf einen Pluto-Audio-Tonarm aufsteigen zu können, so brauchen Sie sich keine Sorgen darüber zu machen, dass der 7A Prestige nicht montiert werden kann.

So bereitet es mir auch hier keine Probleme, den Pluto-Arm auf das S4 zu montieren. Sowohl der Abstand zwischen Plattentellermitte und Tonarmlager-Mitte (223mm) als auch der Winkel, mit dem das Langloch gebohrt worden sind, passt ideal.

Zweiter Schritt – Der Ausleger für den Lift und die Tonarmhalterung

Um diesen Ausleger korrekt ausrichten und fixieren zu können, müssen wir den Tonarm in den Fuß einstecken, provisorisch ausrichten, Lift und Halterung einstellen und dann den Arm wieder entfernen, um das komplette Gebilde ordentlich festziehen zu können. Zu diesem Zeitpunkt ist es also ratsam, den Tonarm noch nicht zu fest zu montieren.

Sind wir mit der Ausrichtung der Anbauteile zufrieden, ziehen wir den Arm noch einmal aus dem Fuß heraus und befestigen die Anbauteile im Bereich des Tonarmlagers. 

Dritter Schritt – Die Anbauteile für das Antiskatinggewicht

Zunächst schrauben wir den Bügel für die Schlaufe des Antiskatinggewichts an den Arm (siehe Beitragsfoto ganz oben).
Dann folgt die Vorrichtung für die Umlenkung des Fadens.
Den Zylinder mit dem Teflon-Innenteil schrauben wir vom Bügel ab. Dann stecken wir den ersten kleinen Kunststoffring, die Schlaufe des Antiskatinggewichts und den zweiten Kunststoffring auf den Bügel. Zum Schluss schrauben wir den Zylinder wieder auf den Bügel. Er soll mit seinem Gewicht für eine Bedämpfung der Resonanzen im Bügel sorgen.

Gegengewicht

Nun stecken wir das Gegengewicht auf das hintere Ende des Tonarmrohres. Die Fixierschrauben sollten wir nur leicht anziehen- so dass wir das Gewicht noch so eben verschieben können. Wenn wir es wollen, können wir nach vollständiger Justage die Schrauben etwas fester anziehen, damit das Gegengewicht nicht aus Versehen verrutschen kann

Tonabnehmer

Montieren Sie nach Belieben entweder jetzt schon den Tonabnehmer oder erst, wenn der Tonarm in der Fußplatte montiert ist.

Die Justage des Tonabnehmers folgt auch bei einem Pluto-Audio-Tonarmen den Gesetzen der Physik und Geometrie.
Einzustellen sind in dieser Reihenfolge:

  • Auflagekraft
  • Tonarmhöhe
  • Kröpfung
  • Überhang
  • Antiskating

Einen ausführlichen Bericht zur Tonabnehmer-Justage finden Sie hier:

Die Tonabnehmer-Justage

Ist der Tonabnehmer komplett justiert, wird sich in der Regel auch die Tonarmhöhe noch einmal leicht verändert haben. Wir schrauben deshalb jetzt den Arm gut fest und begeben uns noch einmal an die Ausrichtung des Lifts und der Tonarmhalterung.

Der Lift

Der Lift wird mit einer kleinen Schraube seitlich fixiert und kann nach Bedarf nach oben oder unten verschoben werden. Reicht der Weg beim besten Willen nicht aus, kann man sich beim Hersteller einen passenden Liftausleger anfertigen lassen.
Der milchige Schlauch um den Ausleger sorgt dafür, dass sich der Tonarm auch bei Tonabnehmern mit einer extrem kleinen Auflagekraft beim Absenken nicht nach außen wegdreht. (Stichwort: Wandernder Tonarm) Das Antiskatinggewicht zieht ja den Arm ein kleinwenig nach außen, solange die Skatingkraft noch nicht wirken kann. Durch diesen Schlauch können wir aber den Arm recht gut genau dort absenken, wo wir ihn hinhaben wollen, ohne dass er beim Absenken nach außen wandert.

Die Tonarmhalterung

Sie soll den Tonarm in der Ruhestellung ganz leicht einklemmen. Um sie auszurichten, heben wir den Lift an und schieben den Arm auf dem Lift-Ausleger liegend nach rechts in Richtung Halterung. Dort muss der Arm ohne ihn anzuheben in die Halterung hineingleiten. Dadurch, dass der milchige Schlauch, der auf den Liftausleger gezogen ist, genau dann endet, wenn der Arm in der Halterung anstößt, sackt dieser hier eine Winzigkeit ab und klemmt sich somit fest.

Fertig!

Nun müssen wir nur noch das Tonarmkabel von unten in die Tiffany-Buchse einstecken und können uns auf schöne analoge Stunden mit außergewöhnlich guter Musikwiedergabe freuen. 

Ich hoffe, Ihnen hat der Bericht Spaß gemacht. Sollten Sie das hier beschriebene Laufwerk einmal hören wollen, so vereinbaren Sie doch einfach einen Termin mit uns. Auch für alle anderen Fragen rund um das Thema Analog stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Zarathustra S4 und Pluto Audio 7A Prestige – Revision Teil 1

Zarathustra S4 und Pluto Audio 7A Prestige – Revision Teil 1

Zarathustra S4 und Pluto Audio 7A Prestige – Revision Teil 1

Zarathustra S4 und Pluto Audio 7A Prestige – Revision Teil 1

Sie haben weder ein Zarathustra-Laufwerk noch einen Pluto-Audio-Tonarm?
Macht nichts!  Lesen Sie doch einfach trotzdem weiter und erfahren Sie ein wenig mehr über die vielen Aspekte, die es bei der Entwicklung eines Laufwerks oder eines Tonarms zu bedenken gibt.

Wenn man sich so manche Plattenspieler anschaut, meint man ja schnell, sie seien in wenigen Minuten montiert und spielbereit. Aber  stimmt das auch? Lesen Sie weiter und beurteilen Sie dann selbst.

In diesem ersten Teil geht es um das Laufwerk S4 von Zarathustra.

Zum zweiten Teil des Berichts, in dem es dann um den Tonarm Pluto Audio 7A Prestige geht, klicken Sie auf diesen Link.

Meine beiden hier gezeigten Komponenten stammen aus dem Jahr 1988 und hatten schon seit langem mal wieder eine Überprüfung nötig. Da sich ein Kunde für den Kauf der Objekte interessierte, beschloss ich, mir mal einen ganzen Tag dafür frei zu nehmen und die nächste gründliche Revision in Wort und Bild festzuhalten.
Nach der Demontage des Tonarmes sah es dann zunächst einmal so aus:

Pluto Audio 7A Prestige - demontiert
Zarathustra S4 und Pluto Audio 7A Prestige vor der Revision
Zarathustra S5

Ein paar Worte über dieses Laufwerk

Bei meinem S4-Laufwerk handelt es sich tatsächlich um den allerersten S4-Plattenspieler, den Simon Yorke jemals gebaut hat. Es ist ein  Vorserienmodell, das dann aber genau so in die Serie ging.
Und das alles kam so:
1987 besuchten mich Eduardus Driessen von Pluto Audio und Simon Yorke von Zarathustra. 
Mark Levinson hatte sich das S5-Laufwerk ausgesucht, um es unter dem Namen Cello zu vermarkten. Cello, so hieß die damalige Marke, die Mark Levinson zusammen mit Tom Colangelo gegründet hatte.

Mark gefiel es nicht, dass der Zarathustra eine matte Oberfläche hatte und der Pluto-Tonarm, den er ebenfalls bei seinen Cello-Plattenspielern verwenden wollte, aus glänzend poliertem Titan bestand. Er bat daher beide Entwickler, gemeinsam einen Weg zu finden, das optisch besser aufeinander abzustimmen.

Simon besuchte deshalb Eddy in Hengelo (NL) und beide machten sich auf den Weg zu mir, da ich 1986 die Distribution für Pluto Audio übernommen hatte. Sie wollten mich davon überzeugen, dass ich meine Tätigkeit auch unbedingt auf Simons Produkte ausdehnen müsste.

Natürlich fühlte ich mich geschmeichelt und hätte gerne den Vertrieb übernommen, aber eine Marke zu vertreiben, die lediglich ein einziges Laufwerk zum Preis von weit über 10.000,- DM produzierte (das Cello sollte sogar 16.000,- DM kosten), war nicht besonders reizvoll und ich fragte Simon, ob er nicht auch ein günstigeres Laufwerk konstruieren kann.
Das lehnte Simon entrüstet ab und meinte, dass er entweder das beste Laufwerk der Welt bauen wollte oder gar keins.
Ich legte Argumente nach und schilderte ihm meine Sichtweise:

“Das S5 hat ein schweres und zerbrechliches Glasgehäuse.
Das S5 hat eine schwere und fast ebenso zerbrechliche Schieferplatte.
Das S5 hat ein großes und teures Netzteil.
Solche Teile kann man doch zunächst weglassen und dann als optionales Zubehör zum Aufrüsten anbieten!”

Mit diesen Aussagen hatte ich wohl Simons Interesse geweckt und er versprach zumindest mal darüber nachzudenken.

Einige Wochen später bekam ich überraschend Post von ihm. Ein ziemlich großes und schweres Paket. In dem Karton befand sich das S4- Laufwerk, was Sie hier auf den Bildern in diesem Bericht sehen können.
Ich war auf der Stelle begeistert, montierte einen Pluto Audio Tonarm, probierte ein paar gute Tonabnehmer … und bestellte sofort ein halbes Dutzend dieser Laufwerke.

Das S4 verkaufte sich außerordentlich gut und schon 1989 erreichte mich ein Glückwunschschreiben von Simon mit einem Zertifikat. Darin bescheinigte er mir, dass nirgendwo auf der Welt mehr Zarathustra-Laufwerke verkauft worden sind als in Deutschland.

Woran lag das?

Es war dieses Design, diese konsequente Konzentration auf das Wesentliche und das Weglassen aller Dinge, die überflüssig waren und daher nur von der eigentlichen Aufgabe eines Plattenspielers ablenkten. Der Name “Zarathustra” war für Simon nicht nur ein Name, er war Programm. Eine Lebenseinstellung.

Weiterer Werdegang der Marke Zarathustra

Leider entwickelte sich Simons privates Leben in den folgenden Jahren nicht positiv und der finanzielle Druck stieg. Ich übergab deshalb die Distribution an einen Interessenten mit größerem Budget als er mir zur Verfügung stand. Allerdings ging der Plan nicht auf.
Kurz danach verschwand Simon und lebte eine Weile in Indien.

Den Markennamen Zarathustra und das Design des S4 hatte mein Nachfolger Simon abgerungen. Als Simon nach Europa zurückkehrte, blieb ihm nichts anderes übrig, als seine nachfolgenden Laufwerke einfach “Simon Yorke” zu benennen und mit einem neuen Design zu versehen.

Zarathustra S4 Lagerachse

Demontage des Laufwerks.

Haben wir den Tonarm vom S4 demontiert, entfernen wir den Antriebsriemen und heben den Plattenteller ab.

Doch Vorsicht!!!
Der Plattenteller klemmt dabei nämlich leicht die Lagerachse fest und dann zieht man sie mit nach oben, was gefährlich werden kann. 
Im Lager herrscht dann nämlich ein ansteigender Unterdruck. Irgendwann wird der Unterdruck so stark, dass die Achse aus dem Plattenteller rutscht und wie ein Bolzen beim Gewehr dafür sorgt, dass die beiden Lagerkugeln aufeinander prallen. Möglicherweise überleben sie das (die Kugeln), aber wahrscheinlich ist, dass sie Beschädigungen im Kontaktbereich davon tragen, die den sauberen Lauf von da an stören.

Also besser:
Holen Sie sich Hilfe. Heben Sie den Plattenteller (fast 15 kg!) so waagerecht wie möglich an, ohne ihn zu verkannten. Lassen Sie die zweite Person auf die Mittelachse drücken, damit die unten bleibt. 

Zur Plattentellerauflage

Einen nicht geringen Teil seines klanglichen Erfolges hatten die ersten Zarathustra-Laufwerke der Record-Interface-Matte zu verdanken, die fest mit dem Plattenteller verklebt wurde. Die Produktion dieser Auflage wurde Ende der 1980-er eingestellt, nachdem alle Welt nur noch CD-Player kaufte. Es folgte eine lange Phase des Experimentierens. Alle nachfolgenden Auflagen hatten ihre Vor- und Nachteile und man konnte mit ihnen die Stimmung der Musik beeinflussen. An die Neutralität und klangliche Bandbreite der Record-Interface-Matte kam jedoch keine andere Auflage heran.

Es geht weiter.

Ist der Plattenteller entfernt und liegt er auf einer weichen Unterlage, kann man nun die Lagerachse mit leichten Drehbewegungen langsam (!) aus dem Lager heben.

 

Zarathustra S4 demontiertes Lager
Zarathustra S4 Teflonfläche

Hinweis:
Geht das sehr leicht oder gibt es bei Ihnen gar keinen Unterdruck im Lager, dann stimmt was nicht mit dem Lager. Im besten Fall hatten Sie einfach nur zu wenig Öl im Lager. Dann muss man hoffen, dass es nicht all zu lange trocken gelaufen ist und die Achse keinen Schaden genommen hat.

Kommen Sie aber bitte nicht auf die Idee, die Achse schleifen und polieren zu lassen. Dadurch würde sie zu dünn werden. Der Durchmesser der Achse ist genau berechnet und darf nicht kleiner werden.

Im Lager wurden gelöcherte Teflonflächen eingeklebt (im Bild in gelb zu sehen). In diesen Löchern muss sich Öl sammeln können. Durch die Drehbewegung beim Spielen zieht die Achse (Stichwort: Oberflächenspannung) fortlaufend Öl mit sich und dieser Ölfilm liegt dann zwischen Achse und der Teflonschicht.
So muss es sein – aber dazu später noch mehr.

Zarathustra Lagerschlüssel

Lager demontieren

Um das Lager ausbauen zu können ohne den Gewindering zu beschädigen, benötigen Sie Spezialwerkzeug wie es auf dem Bild zu sehen ist. Ist das nicht vorhanden, suchen Sie sich zwei kurze Metallstäbe oder Schrauben, die genau in die beiden Löcher des Gewinderings passen. Sind sie zu dünn, dann stellen sie sich nur schräg und Sie können beim Aufdrehen abrutschen und sich verletzen. Nun legen Sie einen langen Gegenstand wie z.B. einen Kochlöffel zwischen die beiden kurzen Stäbe, benutzen ihn als Hebel und drehen den Gewindering ab. Danach kann man das Lager nach unten entfernen.

Zarathustra S4 Tonarm-Gegengewicht

Ausgleichsgewicht demontieren

Mit einem passenden Innensechskantschlüssel schrauben wir jetzt das Tonarm-Ausgleichsgewicht ab. Dieses ist grundsätzlich ausgelegt für mittelschwere bis schwere Tonarme. Sollten Sie einen leichten Tonarm verwenden wollen, brauchen Sie sich aber auch keine Sorgen zu machen. Das funktioniert auch mit dem gleichen Gewicht. Eventuell werden Sie später nur an dem Fuß vorne links ein paar Distanzscheiben mehr unterlegen müssen.

Tipp:
Wollen Sie das volle Klangpotential eines Zarathustra-Laufwerks ausschöpfen, sollten Sie bei einem schweren oder mittelschweren Arm bleiben. Ein Zarathustra kann durch eine fulminante, abgrundtiefe und rabenschwarze Basswiedergabe überzeugen, ohne sich dabei im Hochtonbereich limitierend auszuwirken. Eine übertrieben analog wirkende Wiedergabe mit “Hamilton-Effekten” ist nicht sein Ding. 

Zarathustra S4 Terminals

Terminals demontieren

Nun brauchen wir einen kleinen langen Innensechskantschlüssel, um von unten die Befestigungsschrauben der Terminals lösen zu können. Sind sie gelöst, lassen sich die Terminals einfach von den Achsen abziehen.

Zarathustra S4 Subchassis mit demontierten Terminals

Kontrolle des Subchassis

Nun sind alle Bauteile vom Subchassis entfernt die wir abbauen können. Die drei seitlich aus dem Chassis ragenden Stangen sollten wir auf keinen Fall entfernen, sondern lediglich daraufhin überprüfen, ob sie auch noch wirklich fest im Chassis stecken oder ob sie wackeln.
Haben wir uns von ihrem festen Sitz überzeugt, können wir uns mit der Reinigung und der nachfolgenden Montage des Laufwerks befassen.

Baby-Öl zur Reinigung und Pflege

Womit sollte ich die Teile reinigen?

Eigentlich reicht es aus den Staub abzuwischen. Hat sich Nikotin oder anderes auf der Oberfläche abgesetzt, verwende ich zur Reinigung und zur Pflege der Oberflächen handelsübliches Babyöl. Einfach deshalb, weil man die glasgestrahlten Oberflächen damit wunderbar sauber bekommt und das Öl nebenbei auch noch angenehm riecht.

Zarathustra Original Subchassis-Oberfläche

Das Subchassis …

besteht aus mehreren Schichten Zitronenholz.

Was hier jetzt fast nach Voodoo klingt und manche mögen sich auch schon wieder vorstellen, dass es sich dabei um speziell geweihte Bäume handelt, die von Jungfrauen in einer Vollmondnacht … ach lassen wir das.
Dieses Zitronenholz ist nicht wirklich etwas besonderes – wir können es am besten mit gewöhnlichem Sperrholz vergleichen. Wichtig für das Klang-Ergebnis ist nur, dass die Oberfläche gebeizt und nicht gespachtelt und lackiert wurde.

Sicher – so ein offenporig gebeiztes Chassis wirkt optisch nicht sonderlich edel. Man kann schon verstehen, dass designorientierte Mitmenschen den Wunsch verspürt haben, die Oberfläche mit einem deckenden Metallic-Lack zu versehen. Klanglich jedoch kommt das einer Manipulation, manchmal sogar einer Zerstörung gleich.

Das größte Problem besteht darin, dass Sie bei den lackierten Chassis nicht herausfinden können was Sie da genau besitzen, ohne es zu beschädigen. Was verbirgt sich also hinter dieser schönen Fassade? Ist es ein noch soeben gut klingendes Subchassis oder ist es völlig indiskutabel?
Nun gut – dieses Subchassis hier ist ein Original wie sich das gehört. Zur Reinigung und Pflege wische ich es ebenfalls mit ein paar Tropfen Baby-Öl sauber und mit einem neuen Lappen wieder trocken.

Zarathustra S4 Dreieck Bestandteile

Metallteile reinigen

Bei den Metallteilen handelt es sich überwiegend um Edelstahl, der glasgestrahlt wurde. Das kann nicht rosten und das sieht gut aus. Wenn Sie doch so etwas wie Rostflecken entdecken, dann handelt es sich dabei um Flüssigkeiten, die auf dem Stahl getrocknet sind. Auch die lassen sich mit dem Baby-Öl einfach wegwischen.

Zarathustra S4 Lager

Das alte Öl aus dem Lager entfernen.

Hierzu verwenden wir einfach Papier-Küchentücher. Drehen Sie eine Ecke zu einer Rolle und schieben Sie das Papier drehend in das Lager. Beim ersten mal wird es sich ziemlich stark voll Öl saugen und Sie werden erschreckt darüber sein, wie schmutzig das ist.
Nach und nach werden die Küchentücher aber immer sauberer das Lager verlassen.

Die untere Lagerkugel begutachten.

Drehen Sie das Lager um und prüfen Sie, ob die Kugel heraus fällt oder ob sie sich mit einer langen Pinzette lösen lässt. Wenn ja, holen Sie sie heraus und prüfen Sie die Kugel auf plattgeschliffene Stellen. Ansonsten leuchten Sie mit einer Taschenlampe in das Lager und versuchen Sie auf diesem Weg die Kugel zu begutachten. Haben Sie den Verdacht, dass die untere Kugel nicht mehr in Ordnung ist, geben Sie mit einem Schraubenzieher und einem kleinen Hämmerchen ein-zwei kurze, harte Schläge auf die Kugel. Dabei muss sie sich lösen und Sie können sie herausnehmen.

Sollte die Kugel tatsächlich eine plattgeschliffene Stelle haben und Sie keinen Ersatz beschaffen können, dann achten Sie einfach beim Einsetzen darauf, dass die platte Stelle nicht wieder genau oben zu liegen kommt.

Wer sicher gehen will, dass die Kugel sich später nicht verschieben oder verdrehen kann, der kann jetzt einen winzigen (!!) Tropfen Superkleber auf die Kugel geben und sie damit unten im Lager verkleben. Dazu benötigen Sie eine lange Pinzette, die bis hinunter in das Lager reicht.

Zarathustra S4 Lagerkugel an der Lagerachse

Die Kugel an der Achse prüfen

Ist sie in Ordnung, prüfen und reinigen wir die Achse selbst mit Autosol oder ähnlichem.
(Aber unbedingt hinterher mit Babyöl sämtliche Autosol-Rückstände entfernen!!!)

Die Achse selbst darf leichte Riefen aufweisen. Die kommen davon, dass die Achse in der gelöcherten Teflonschicht läuft und mit der Zeit selbst bei bester Ölung einfach ein paar „Laufspuren“ entstehen. Das ist in der Regel ohne Bedeutung. So lange Sie die Riefen nicht deutlich mit dem Finger spüren können brauchen Sie sich nicht zu sorgen.

Hinweis:
Füllen Sie jetzt noch nicht wieder das Öl in das Lager, das kommt erst viel später!

Zarathustra S4 Anziehen des Lagers

Die Montage

Wir beginnen die Montage damit, das Lager ohne Achse und ohne Öl in des Subchassis zu schrauben. Ohne Öl deshalb, weil wir das Subchassis noch mehrmals kopfüber halten müssen und das Öl dann immer wieder herauslaufen würde.
Legen Sie die große Unterlegscheibe über das Gewinde und drehen Sie dann den Gewindering fest. Benutzen Sie dazu das Spezialwerkzeug oder wie oben beschrieben den Kochlöffel und die beiden kurzen Stangen/Schrauben.

Ziehen Sie den Ring ruhig ordentlich fest, denn es klemmt das Holzchassis ein und dieses Material arbeitet je nach Temperatur und Luftfeuchtigkeit. “Ordentlich fest” ist gut. Auf gar keinen Fall darf das Lager wackeln oder durchrutschen wenn Sie versuchen, es mit der Hand zu drehen. Das Lager muss mit dem Chassis zu einer Resonanz-Einheit verschmelzen – das ist ganz wichtig für den Resonanz-Kreislauf – dazu später mehr.

Zarathustra S4 Montage Terminal 1
Zarathustra S4 Montage Terminal 2
Zarathustra S4 Montage Terminal 3
Zarathustra S4 Terminalbefestigung

Nun legen wir das Subchassis mit der Oberseite nach unten auf den Tisch und stecken die drei Terminals so auf die drei Achsen, dass wir an die Innensechskantschrauben heran kommen.
Welches Terminal Sie auf welche Achse schieben, ist dabei vollkommen egal – sie sind alle gleich.

Extrem wichtig ist allerdings der richtige Abstand zum Lager. Hierzu benutzen wir das zweite Spezialwerkzeug von Simon Yorke – eine Holzschablone, die man sich auch selber erstellen kann.
Wir beginnen mit einem Terminal und machen nach Belieben weiter – eine festgelegte Reihenfolge gibt es nicht.

Der korrekte Abstand zwischen Lager und Terminal ist für den Klang des Laufwerks von entscheidender Bedeutung.

Stimmt der Abstand dieser Terminals zum Lager hin, ergibt sich ein ausgeklügeltes Schwingverhalten der gesamten Konstruktion. Das Gewicht vom Plattenteller hat sich nicht einfach „so ergeben“ und bei den gewählten Federn hat man nicht etwa einfach genommen „was da war“. Alles ist Teil einer komplizierten Berechnung, die schon optisch wunderbar funktioniert.

Wer bei einem korrekt montierten Zarathustra nämlich leicht (!) auf die Mittelachse des Lagers drückt, der kann beobachten, wie die gesamte Subchassis-Konstruktion „pumpt“ als würde das Subchassis an Stangen geführt. Da wackelt nichts hin und her, da verdreht sich nichts und da taumelt auch nichts.

Der Takt in dem das Chassis pumpt liegt bei exakt 3,2 Hz. Auch dieser Wert ist das Ergebnis einer speziellen Formel, mit der Simon Yorke es verhindern wollte, dass die Resonanz des Eigenschwingverhaltens sich auf das Klangergebnis auswirken kann.

Die Idee geht aber eben nur auf, wenn man ein S4 exakt so aufbaut, wie es Simon Yorke festgelegt hat.

Zarathustra S4 Terminal
Zarathustra S4 Montage des Dreieckgestänges

Weiterer Aufbau – das Dreieck-Gestänge

Achten Sie beim Festschrauben der Innensechskantschrauben in den Terminals darauf, dass die Terminals flach auf dem glatten Untergrund liegen und sich nicht verkantet haben.

Nun können Sie das zuvor demontierte und mit Baby-Öl gereinigte Dreiecksgestänge wieder zusammenstecken und die drei Füße in die Terminals stellen. Achten Sie darauf, dass das Zarathustra-Zeichen später auch nach vorne zeigt.

Die ersten Dreiecke bestanden aus drei Stangen und das Zarathustra-Zeichen konnte man frei verschieben. Später bestand die vordere Seite (mit dem Zeichen) aus zwei kurzen Stangen. Hierdurch war noch etwas mehr Flexibilität zu erreichen. 

Zarathustra S4 Ausrichten der Terminals
Zarathustra S4 Sitz der Terminals

Die Füße

Die Füße des Dreiecks haben jeweils zwei Löcher für die Stangen und zwei Schrauben zur Fixierung der Stangen. Die jetzt zu bewältigende Aufgabe liegt darin, die Stangen so zu verschieben, dass sie in jeden Fuss ausreichend weit eingeschoben sind, damit sie von der Halteschraube auch erfasst werden und die Füße dabei so auszurichten, dass sie exakt über den Terminals schweben. Das kann eine Weile dauern und ein Helfer ist dabei mal wieder gut brauchbar.

Geben Sie nicht auf, bevor sich die drei Füße nicht wirklich absolut korrekt über den Terminals befinden. Wer hier schludert, der muss sich später nicht darüber wundern, wenn es nicht klingt oder das Laufwerk „schief“ aussieht.

Zarathustra S4 Tonarmausgleichsgewicht
Zarathustra S4 Fuß mit Gummiring

Tonarm-Ausgleichsgewicht wieder anschrauben

Haben wir auch das Ausgleichsgewicht gereinigt, dann können wir es jetzt wieder anschrauben. Das ist keine komplizierte Aufgabe, denn es gibt kein Langloch und so kommt das Gewicht wieder genau an die Stelle, an die es gehört. Wir nehmen einfach das Dreieckgestänge ab und schrauben das Gegengewicht an.

Lagerachse und Plattenteller montieren

Ist das gelungen, können wir das Dreieck auf den Tisch stellen, das Subchassis umdrehen und auf das Dreieck stellen.

Hierfür ist es von Vorteil, wenn man drei große, dicke Gummiringe hat, die man über die Füße schieben kann. 
Wer die passenden Gummiringe nicht zur Verfügung hat, der kann sich einfach drei Bierdeckel besorgen und das Subchassis mit den Terminals direkt auf die Bierdeckel stellen. Das Dreieck braucht man dann erst mal noch nicht.

Pluto Audio Lageröl

Welches Öl gehört in das Lager?

Zwar verfüge ich über ausgezeichnetes Lageröl von Pluto Audio, aber – ich mache mir da eigentlich gar keinen großen Kopf drum.
Weder die exakte Viskosität noch die Temperatur des Öls spielen bei einem Zarathustra-Lager eine entscheidende Rolle. Es darf natürlich nicht extrem zäh sein, denn dann bremst es den Teller und belastet den Motor unnötig. Es darf auch nicht verharzen.
Manche schwören auf Nähmaschinenöl, andere auf Ballistol und wieder andere auf Motoröle vom Auto. 

Ich sage mir:  Ein Öl, was extreme Temperaturen übersteht und über tausende von Kilometern die beweglichen Teile eines Automotors ausreichend schmiert, dass wird die Belastungen in einem Plattentellerlager ganz sicher auch heile überstehen und seine Aufgabe mit Bravour erfüllen. Oder sehen Sie das anders?

Klanglich habe ich jedenfalls zwischen verschiedenen Ölen nie Unterschiede feststellen können. Auch nicht mit viel Einbildungskraft. Aber das mag bei anderen Plattenspielern und Lagerkonstruktionen anders sein.

 

Zarathustra S4 Lagerachse
Zarathustra S4 zu viel Lageröl
Zarathustra S4 Lagerölmenge korrekt

Und die Menge?

Hier gibt es keine Mengenangabe, nur eine einfach Methode.
Ich habe da so eine Pipette, die ich zwei mal mit Öl fülle und die ich dann in das Lager entleere. Diese Menge ist ein wenig zu viel – was ich weiß.
Nun lasse ich die Achse in das Lager gleiten. Ist die Achse weit genug eingesunken, so dass nicht mehr die Gefahr besteht, ich könnte die Achse verkanten, drücke ich ein klein wenig nach und drehe die Achse dabei.

Immer wieder beobachte ich den Spalt zwischen Lager und Achse.

Irgendwann sieht man, wie die absinkende Achse Öl oben aus dem Lager drückt.

Alles Öl, was oben herausgedrückt wird, ist zu viel. Mit einem gefalteten Küchentuch gehe ich jetzt in den Spalt zwischen Achse und Lager und das Küchenpapier saugt das überschüssige Öl auf. Nach und nach sinkt die Achse tiefer und immer wieder führe ich ein neues Stück Papier in den Spalt. Irgendwann ist es dann so weit, dass die Achse nicht mehr weiter sacken kann. Ein leichtes Klopfen auf die Achse bestätigt uns dann, dass jetzt Kugel auf Kugel liegt.

Noch ein letztes mal entferne ich das überschüssige Öl und das war es dann

Im Lager steht das Öl jetzt bis zum oberen Rand. Die Löcher in der Teflonschicht haben sich mit Öl gefüllt und genau so soll es sein.

Zarathustra S4 Kugel an der Lagerachse

Die Kugel am Ende der Lagerachse

Simon hat diese Kugel immer nur mit ein wenig Fett in der Mulde der Achse befestigt. Hierbei bestand aber folgende Gefahr:

Im Öl löste sich das Fett auf und die Kugel wurde nur noch durch das Gewicht des Plattentellers daran gehindert, aus der “Mulde” heraus zu fallen.
Wollte man jetzt aber irgendwann einmal den Plattenteller abnehmen und hob man dabei die Lagerachse auch nur ein paar Millimeter an, fiel die Kugel aus der Mulde heraus und setzte sich seitlich neben die untere Kugel.

Wenn man jetzt den Plattenteller drehte, dann war ein deutliches “Rumpeln” zu vernehmen und zu spüren.

Daher habe ich es immer bevorzugt, auch die obere Kugel mit einem winzigen Tropfen Superkleber in der Achsmulde zu fixieren. Ein kleiner Schlag mit einem Messerrücken reicht später aus, um die Verbindung mal wieder lösen zu können, aber im Lager bleibt die Kugel wo sie hingehört.

 

 

Zarathustra S4 - fertig für die Tonarmmontage

So – wir sind (fast) fertig.

Wer jetzt den Plattenteller einmal per Hand in Rotation versetzt, der wird seine helle Freude daran haben, wie lange der Plattenteller nachdreht. So muss es sein!

Die Revision des Zarathustra S4 ist abgeschlossen und wir können uns im zweiten Teil des Berichts um den Pluto Audio 7A Prestige kümmern.

Die Federn des Laufwerks benötigen wir erst, wenn der Tonarm und auch der Tonabnehmer montiert sind. Das Ausrichten der Federn beschreibe ich hier deshalb zwar schon – aber bitte erledigen Sie das erst, wenn Tonarm und Tonabnehmer montiert und justiert wurden.

Zu den Federn:
Zu einem S4 gehören drei Federn und ein paar Unterlegscheiben aus Kunststoff zur Höhenjustage.
Wir entfernen die dicken Gummiringe (falls wir mit ihnen gearbeitet haben) und stülpen die drei Federn über jeweils ein Kunststoffteil der Füße. Nun stellen wir das Subchassis auf die drei Füße und stellen in der Regel noch zwei Dinge fest, die wir korrigieren müssen. Erstens sind die Spaltmaße zwischen den Füßen und den Terminals unterschiedlich (dadurch steht das Laufwerk nicht “im Wasser”) und zweitens stehen jetzt auf einmal die Terminals überhaupt nicht mehr exakt über den Füßen.

Erster Schritt – Plattenspieler in die Waage bringen. (Dabei kann man wieder eine zweite Person gut gebrauchen)
Hierzu ist es zunächst wichtig, dass das Dreiecksgestänge auf einer waagerechten Ebene steht. Befindet es sich “im Wasser” müssen wir nur noch mit den Unterlegscheiben dafür sorgen, dass die drei Spaltmaße der Terminals zu den Füßen hin exakt gleich sind.
Ich verwende dazu einfach einen Post-it-Block. Zunächst ermittle ich die Menge Zettel, die in das größte Spaltmaß (Referenzmaß) passen. Dann hebe ich die Terminals mit dem kleineren Spaltmaß gemeinsam mit der Feder darunter an und lege Unterlegscheiben um den schwarzen Kunststoff-Fuß. Und zwar so lange, bis die gleiche Menge an Zetteln in den Spalt passt. Manchmal wird dadurch das ermittelte Referenzmaß etwas geringer, weil dieses Terminal durch das Ausgleichen etwas absackt. Dann entfernt man ein paar Zettel und wiederholt die Prozedur. Am Ende kann man dann noch eine Phono-Wasserwaage auf den Plattenteller legen und prüfen, ob das Subchassis tatsächlich korrekt ausgerichtet ist. 
Priorität hat dabei, dass der Plattenteller genau im Wasser steht. Sollte das nur erreichbar sein, indem die Spaltmaße voneinander leicht abweichen, so können wir das getrost tolerieren.

Zweiter Schritt – Terminals exakt über die Füße bringen.
Bei diesem Schritt handelt es sich keineswegs (!!) nur um eine Handlung zur Steigerung der Ästhetik. Die Federn sind so geformt, dass die Terminals in eine bestimmte Richtung gedrückt werden, weshalb sie eben meistens nicht auf Anhieb exakt über den Füßen stehen. Wir heben jetzt die Terminals der Reihe nach an und verdrehen die Federn. Irgendwann erreichen die Federn eine Position, bei der sie die Terminals nicht mehr seitlich verschieben, sondern einen Druck genau zur Mitte oder nach außen des Plattenspielers ausüben und sich dadurch gegenseitig aufheben.
Ergebnis: Die Terminals stehen nun exakt über den Füßen. Wichtiger ist dabei, dass die Federn jetzt alle genau zur Mitte des Plattentellerlagers drücken oder alle genau vom Lager weg zeigen. Beides ist in Ordnung, denn es soll ja nur verhindert werden, dass die Federn einen seitlichen Druck auf die Terminals ausüben. Der würde nämlich dafür sorgen, dass das Subchassis taumelt, statt zu “pumpen”.
Zugegeben – man benötigt ein klein wenig Geduld, um alle drei Federn exakt auszurichten, aber ich glaube, dass man die gerne aufbringen wird, wenn man doch jetzt weiß, wieso man das tun sollte.

Doch wie bereits geschrieben – bevor wir die Federn ausrichten können, ist zunächst der Tonarm zu montieren und der Tonabnehmer zu justieren.
Lesen Sie dazu bitte den zweiten Teil des Berichts.

Zum zweiten Teil wechseln (Pluto Audio 7A Prestige)

Ach ja – ich hatte Ihnen ja noch versprochen, etwas über meine Theorie des Resonanzkreislaufs zu schreiben. Das mache ich am besten  auch in einem getrennten Bericht.

Hier geht es zum Bericht Resonanzkreislauf beim Plattenspieler. (Bitte klicken)

Auralic Aries G1 und Vega G1

Auralic Aries G1 und Vega G1

AURALIC Aries G1 und Vega G1

Time will come,
time will go …

Sorry, ich wollte Ihnen mit dieser Einleitung keinen Wurm ins Ohr setzen! 
Aber sie passt so wunderbar zu dem, was jüngst im Hause Auralic geschehen ist und außerdem heißt es ja in dem alten Song von Herman`s Hermits auch “Years may com, years may go…”.

Gehen wir einmal ein paar Jahre zurück …
Wie war das damals im Jahre 2015?

Wer oder was war Auralic schon?
Und aus welchem Grund sollte hier in Deutschland irgendjemand ein HiFi-Gerät von diesem chinesischen Hersteller kaufen?
Chinaware!
Wir alle wissen, was wir uns darunter vorzustellen haben, oder!?

Auralic Mini schwarz

Auralic Mini schwarz

Und irgendwie passte unsere Vorstellung auch exakt zu dem, was uns Auralic da zu liefern hatte.
Da gab es nämlich für schlappe 498,- € einen „Aries Mini“.

… von niemandem ernst genommen.

 

 

Und:  Es gab nicht einmal eine Zielgruppe für dieses Teil!

Wer gerade einmal 498,- € ausgibt, der stellt keine audiophilen Ansprüche.
(… die der Mini aber durchaus zu befriedigen wusste!)
Ähnliche Funktionen boten aber auch Geräte zum halben Preis und weniger.

Wer dagegen audiophile Ansprüche stellt, der interessiert sich nicht für Komponenten, die lächerliche 498,- € kosten!
Schlimmer noch:
Der will auf jeden Fall mehr Geld ausgeben, weil so ein Teil für gerade mal 498,- € einfach nicht gut sein kann.
Das war so, das ist so und das wird auch immer so bleiben!

Und deshalb gab es für den Mini einfach keine Zielgruppe.

Aber gekauft – wurde er trotzdem!

Von denen, die zwar audiophile Ansprüche stellten, aber der Sache nicht so recht trauten, der Marke Auralic sowieso nicht.
Durch den Mini konnten sie aber nun wunderbar und ohne jedes Risiko in die neue Welt des Streamings eintauchen und sie kennen lernen.

Qobuz

Qobuz

Schnell noch ein Qobuz- oder Tidal-Abo abgeschlossen und schon hatte man einen Zeitsprung gemacht.
Raus aus dem Gestern, in dem es nur CDs gab – und rein in das Heute!?

Na – so richtig will das Streaming noch nicht in das Heute passen. Also wird der Zeitsprung noch größer – nämlich rein in das Morgen!

Der Mini überzeugte die Käufer zu ihrer großen Überraschung auf ganzer Linie, was dafür sorgte, dass man ihn schnell wieder verkaufte.

Das verstehen Sie nicht?
Doch, ist doch ganz einfach. Wer mit dem Mini gehört und Vertrauen ins Streaming bekommen hatte; Vertrauen in die Marke Auralic gewonnen hatte, der hatte auch mitbekommen, dass es bei Auralic noch Geräte oberhalb des Mini zu erwerben gab.

Auralic Femto blau

Auralic Femto blau

Da gab es zum einen den Aries Femto (den LE lasse ich mal aus, den mochte ich nicht), der für alle Interessenten gedacht war, die schon einen zur Lieblingsmarke gehörenden DAC besaßen.
Klanglich war dieses Teil eine Offenbarung.
Das Design war auch gar nicht schlecht – fast schon extravagant – doch leider – genau wie der Mini – hatte der Aries ein Plastikgehäuse.

 

So etwas geht gar nicht.
Dennoch – der Femto wurde gekauft und versteckt oder auch nicht versteckt – auf jeden Fall machte das Hören mit ihm großen Spaß.

Von vornherein hatte man bei Auralic diesen Streaming-Transport, der ja selber nicht wandeln konnte, so ausgelegt, dass er mit fast allen DACs des Marktes wunderbar harmonierte.
Das war ein wirklich geschickter Schachzug – denn die meisten anderen Marken trauten sich zwar daran DACs zu entwickeln oder hatten schon längst solche Wandler im Programm – aber ein Streaming-Transport – das ist etwas ganz anderes.

Einen Streaming-Transport entwickelt man nicht mal eben.

Dabei geht es nämlich gar nicht um die Hardware an sich. So etwas bekommt man hin – das ist überhaupt kein Hexenwerk.
Es geht um die Software.

Einen Streaming-Transport entwickelt man nicht – und dann ist er fertig, wie ein CD-Player – sondern so ein Teil entwickelt man und von dann an muss man als Hersteller fortlaufend „am Ball bleiben“.
Fast stündlich ändert sich da irgend etwas.

Mal kommen die Änderungen von apple, mal vom Hersteller des Routers, mal vom Provider, mal von Qobuz, Tidal …
Dann taucht da so ein MQA-Format auf …
Und immer wieder führt so etwas dazu, dass die Geräte, die ja längst beim Kunden zuhause stehen, plötzlich nicht mehr brauchbar funktionieren.
Bis man ihnen ein Update zukommen lässt.
Und dabei muss es schnell gehen, denn bis zur benötigten Anpassung kann der Kunde im schlimmsten Fall keine Musik hören.
Genau diese Tatsache hat schon einigen Marken schwer zu schaffen gemacht. Da wurden tolle, teure Geräte angeboten – aber schon noch ein paar Wochen kam es zu Problemen, mit denen der Kunde dann monatelang allein gelassen wurde.

Schnelle Updates!

Das funktioniert bei Auralic zum Glück deutlich besser. Fast wöchentlich gibt es zumindest kleinere Updates. Mal betrifft es die Firmware der Geräte, mal die „Lightning App“, also das Programm, mit denen wir unsere Auralic-Geräte bedienen.
Perfekt ist das beileibe nicht – damit werden wir noch eine Weile leben müssen. 
So lange – bis diese Portale wie Qobuz und Tidal es dem wohl bekanntesten Streaming-Portal -Spotify- gleich gemacht haben und nur noch den Kern der hauseigenen Software zulassen, der sich bei Spotify „Connect“ nennt.

Das Connect-Prinzip

Der Unterschied ist folgender:
Bis zur Einführung von Spotify-Connect durfte jeder Hersteller oder Entwickler eine eigene Software erschaffen, mit der er auf die Datenbank von Spotify zugreifen konnte. Das hieß nicht nur für jeden Hersteller, dass er fortlaufend auf die Veränderungen bei Spotify reagieren musste, sondern das hieß auch für Spotify, dass man bei jedem Vorhaben auf die Entwicklungen der Hersteller Rücksicht nehmen musste. … was eine wichtige Umstellung schon mal ganz schön lange blockieren konnte.
Deshalb stellte Spotify auf das „Connect-System“ um. Nun muss jeder Hardwarehersteller diesen Programm-Kern nutzen und darf seine Geräte lediglich als eine Art „Fernbedienung“ einsetzen.
Auf welchem Gerät auch immer Sie heute Spotify verwenden, Sie nutzen immer (!!) Spotify-Connect.
Und das muss man Spotify lassen – die App haben die da gut im Griff.

Und genau das – muss auch irgendwann mit Qobuz und Tidal passieren. Anders geht es auf die Dauer gar nicht.

Zurück zur Hardware

So oder so – brauchen wir aber in jedem Fall gute Streaming-Geräte.
Und wenn wir in audiophile Sphären einsteigen wollen, dann brauchen wir auch Geräte, deren Äußeres sich nahtlos in die „Upper-Class“ einfügen lässt. Und das gelang dem Aries Femto eben leider nicht so richtig.

Auralic Display

Auralic Display

 

 

 

 

 

Time will go,
Time will come …

Der Aries G1

Doch nun steht er vor uns, der Auralic Aries G1 und man möchte am liebsten sagen:  „Na, Herr Wang, wieso denn nicht gleich so?“.

Aries G1

Aries G1

Komplett aus massivem Stahl hergestellt. Im gleichen „Corporate-Design“ wie die größere Serie namens G2 auch, mit einem tollen Display, das uns das Album-Cover anzeigt.

Von vorne unterscheidet er sich lediglich durch die silbernen Bedienknöpfe, die der G2-Serie aus meiner Sicht auch gut zu Gesicht gestanden hätten, denn die schwarzen Dinger sieht man kaum.

Auralic Aries G2 silberne Knöpfe

Auralic Aries G2 silberne Knöpfe

Auralic Aries G2 schwarze Knöpfe

Auralic Aries G2 schwarze Knöpfe

 

 

 

Von hinten betrachtet fehlt eigentlich nur der HDMI-Port, den Auralic für die hauseigene „Lightning-Link-Verbindung“ nutzt. Wer sich hier nun aber erhofft, er könnte die Geräte an seinen Fernseher anschließen, der wird also enttäuscht. Mit Bildern hat der Aries (noch?) nichts am Hut.

Aries Vergleich G1 und G2 Rückseiten

Aries Vergleich G1 und G2 Rückseiten

Ansonsten könnte der Aries G1 tatsächlich der Zwillingsbruder vom G2 sein. Man muss schon die technischen Daten und Beschreibungen zur Hand nehmen, um die Unterschiede zu entdecken.

 

 

 

 

G1 – ein G2 ohne “Voodoo”?

Eigentlich aber – kann man die hauptsächlichen Unterschiede ziemlich schnell auf einen Nenner bringen:
Beim Aries G1 wurde einfach alles das weggelassen, was in der audiophilen Welt konträr diskutiert werden kann.

Auralic G2 Füße

Auralic G2 Füße

Auralic G1 Füße

Auralic G1 Füße

Bringen federnde Füße etwas? Ist es erforderlich, zwischen den Hauptbausteinen für eine galvanische Trennung zu sorgen?

Wer diese und viele ähnliche Fragen mit einem klaren „Nein!“ beantwortet, der wird am G1 seine wahre Freude haben. Bei ihm hat sich Auralic darauf konzentriert, nur die Kern-Bausteine vom G2 1:1 zu übernehmen. Die, die für den klanglichen Abstand zu den Geräten anderer Hersteller zu sorgen haben.

G1 Einschaltknopf

G1 Einschaltknopf

Jeder „Hokuspokus“ aber wurde weggelassen.
So entstand ein Gerät mit einem Preis, den man kaum für möglich hält.
Wer einen Aries Femto alter Baureihe und den Aries G1 miteinander vergleicht, der kann es einfach nicht glauben, dass der G1 nicht deutlich teurer geworden ist.

Knopf Vega G1

Knopf Vega G1

Ist er doch sehr deutlich das bessere, modernere und schönere Gerät.
Und von der Wertigkeit her wird man so schnell keine Topp-Anlage finden, in der man sich seiner schämen müsste.

Genau die (!) benötigt man aber – also die absolute Topp-Anlage – um den Klangunterschied zwischen dem Aries G1 und dem G2 wahrnehmen zu können.

Wer schon lange eine bessere Wandsteckdose besitzt und mehr Geld in seine Stromkabel gesteckt hat als ein Mini kostet – der wird nicht lange hinhören müssen, um festzustellen, dass der G2 für eine genauere Raumabbildung sorgt und den Hörer auch besser in den Hörraum mit einbezieht. Das Gefühl, dem Musiker näher sein zu dürfen, ihn beobachten zu können, das ist für den einen vielleicht eine unbedeutende Kleinigkeiten, die man sich vielleicht sogar nur einbildet. Für den anderen aber sind es Klangerlebnisse, auf die er einfach nicht mehr verzichten kann, wenn er sie einmal wahrgenommen hat.

Mehr Klang-Erlebnisse beim Aries G2

Wenn ich auch so manche Entscheidungen des Herrn Wang nicht so richtig nachvollziehen konnte, den Schritt, dem Markt einen Aries G1 und einen Aries G2 anzubieten – den halte ich für einen sehr guten Weg.
Am Ende werden es zwar seltener die innere Überzeugung und der Grad der „audiophilen Ansteckung“ sein, die zu einer Entscheidung für oder gegen den G2 führen, als wohl der Geldbeutel, aber genau das ist das schöne an diesem Zwillingspaar – man kann wählen und aus welchem Grund auch immer den auf die eigene Situation angepassten Weg einschlagen.

Und am schönsten ist daran:
Auch der G1 wird dafür sorgen, dass man das Gefühl hat, seinen DAC noch nie so gut gehört zu haben wie mit einem Streaming-Transport aus dem Hause Auralic.

Wer bisher noch keinen Grund gesehen hatte, sich einen Digital-Analog-Wandler anzuschaffen und wer nicht aus Treue-Gefühlen heraus an eine bestimmte Marke gebunden ist, der sollte sich unbedingt auch mit den Wandlern aus dem Hause Auralic auseinander setzen, denn die warten mit einer fast unglaublichen Überraschung auf, die man erst einmal verstehen muss.

Auralic Vega G1 und Vega G2, die DACs, die keinen Streamer brauchen.

Ja, Sie haben richtig gelesen. Wer sich einen Vega G1 oder G2 zulegt, der muss sich nicht zwangsläufig auch einen Aries kaufen, sondern kann sie wunderbar auch solo einsetzen.
Um das zu verstehen, muss man wissen, dass es aus dem Hause Auralic noch ein anderes Gerät gibt, nämlich den Altair (Alta:ir gesprochen).

Auralic Polaris Front

Auralic Polaris Front

Der Altair ist die „eierlegende Wollmilchsau“, das „schweizer Armeemesser unter den Streaming-Komponenten“ – oder was Sie auch immer für Begriffe kennen – für etwas, was eben irgendwie „alles“ kann.

Der Altair ist Streaming-Transport, er ist DAC, er ist Server, man kann eine Festplatte einbauen, man kann weitere Geräte anschließen, man kann ihn an einen DAC anschließen …

 

Er sieht verdammt gut aus, hat ein Gehäuse aus Stahl und passt sowohl als Spitzengerät in einfache als auch in eine hochwertige Anlagen und ist so ein echter „Tausendsassa“.

Für unter 2.000,- € nach wie vor der Preistip überhaupt – wenn es um die Frage geht, wie viel Geld man heute ausgeben muss, um nach dem Kauf jahrelang so richtig rundherum zufrieden zu sein.
Klanglich ist er einfach die „Wucht in Tüten“.

So – genug Reklame gemacht für den Altair, denn heute will ich Ihnen ja Gründe dafür liefern, noch tiefer ins Beinkleid zu greifen und sich eben keinen Altair zu kaufen, sondern ein Gerät aus der G1-, wenn nicht sogar aus der G2-Serie.
Beide Vega tragen die Tesla-Plattform des Auralic in sich. Und auf dieser Tesla-Plattform – da sitzt das Modul, das im Altair dafür sorgt, dass er streamen kann.

Jedoch – so ein Vega ist ein DAC und bleibt ein DAC. Das Streamen selber übernehmen zu müssen, belastet seinen Prozessor.
Das ist grundsätzlich nicht gut.
Auralic hat deshalb auch eine Weile überlegen müssen, ob man da nicht besser das Streamen durch einen Eingriff verhindern soll. Dieser Entschluss hätte aber bedeutet, dass man etwas abschalten muss, was aber trotzdem physikalisch weiter vorhanden bleiben würde. Solch ein Vorgehen empfand man bei Auralic als falsch und entschloss sich dazu, die Tesla-Plattform so zu belassen wie sie ist.

Im Endeffekt bedeutet dies deshalb, dass wir sowohl beim Vega G1 als auch beim Vega G2 die Möglichkeit haben, den Streaming-Transport einzuschalten und ihn genau so zu verwenden wie wir es beim Altair auch machen.
Das ist fantastisch und es führt dazu, dass sich viele Kunden nun problemlos stufenweise ihrer Traumkombi nähern können.
Man beginnt mit einem Vega und hat damit praktisch schon ein komplettes Streaming-Gerät.
Irgendwann testet man ob der Klang durch das Hinzufügen eines Aries besser wird und falls man das so empfindet, kann man den Vega entlasten und ihm einen Aries zur Seite stellen.
Es gibt allerdings eine Einschränkung, die Auralic vornehmen musste, um den Prozessor nicht in den ungesunden Bereich zu treiben. Ein Vega verfügt nicht über die Serverfähigkeit.
Dies bedeutet, dass er keine Software mitgeliefert bekommt, die es ihm ermöglicht, die Musik aus Ihrem Heim-Netzwerk oder von einer externen Festplatte zu spielen. Er kann also keine (!) Bibliotheken verwalten.
Dafür benötigt man im elegantesten Fall einen Aries, im einfachsten Fall einen Auralic Mini – irgendwo im Heimnetz.
Wer also noch einen Mini im Büro oder in der Küche … einsetzen kann, der holt sich damit genau diese Serverfähigkeiten ins Haus und kann nun auch mit dem Vega die eigenen Bibliotheken spielen, so – als würde der Vega sie selber verwalten.
Der Mini liefert also dem gesamten Heimnetz den Zugang zur eigenen Bibliothek.

Hinweis:
Zwar verfügen auch Router (Fritzbox …) über solche Serverfähigkeiten, die Einbindung ist aber in der Regel eher suboptimal. Eine entsprechende Software auf einem NAS dagegen funktioniert möglicherweise mindestens genau so gut wie die Lightning-App aus dem Hause Auralic.

Zurück zum Vega G1

Alles was ich oben zum Aries G1 geschrieben habe, lässt sich auch genau so auf den Vega G1 übertragen.
Wer mit dem Vega G1 Musik hört, der hat so ein Gefühl, das man auch dann hat, wenn man in einem erstaunlich gut ausgerüsteten Serien-Auto unterwegs ist und man einfach spürt, wie viel dieses Gefährt aus der Motorsport-Entwicklung geerbt hat.
Dieser Vergleich passt auch dann noch, wenn wir ihn weiter spinnen.
Fahrwerk und Bremsanlage – scheinen identisch zu sein. Es fehlen lediglich die Dinge, die man nicht im öffentlichen Straßenverkehr benötigt, sondern nur auf der Rennstrecke.

Die Rennstrecke –

das ist in unserem Falle die HiFi-Anlage der besonderen Art; die für den Liebhaber, der seine Anlage nicht etwa deshalb betreibt, weil sie nun mal zu einer Wohnungseinrichtung dazugehört, sondern weil er ohne sie nicht glücklich wäre.

Auralic Vega G1 und G2 Vergleich Rückseite

Auralic Vega G1 und G2 Vergleich Rückseite. (hier wirkt der G1 schon ein wenig “leergeräumt, oder?)

Auch hier kann ich mich im Fazit also nur auf das oben bereits Geschriebene beziehen und damit zum Ausdruck bringen, dass der Vega G1 klanglich durchaus in der Lage ist, seinen Besitzer rundherum zufrieden zu machen, aber er ist kein G2.

Um aber den Unterschied zum G2 hören zu können, müssen ein paar Voraussetzungen vorliegen.
Sprich: Die Anlage, der Verstärker, die Boxen, die Kabel … müssen im wahrsten Sinne des Wortes auf dem Niveau des G2 mitspielen können!
Dann aber – ist es eine Sache von Sekunden, um sich gar nicht mehr anders entscheiden zu können als für die G2-Serie.

Auralic Vega G2 KH

Auralic Vega G2/G1 Zwei KH-Ausgänge

 

 

 

 

Hörbericht und Klangaussagen

Glauben Sie mir, ich habe seitenweise Material zur Verfügung. Allerdings habe ich mich entschieden, nichts davon zu veröffentlichen. Es scheint mir einfach unmöglich, die Klangunterschiede zwischen Altair, G1-Serie und G2-Serie in einer Art zu beschreiben, die nicht auf der einen Seite übertrieben wirkt und auf der anderen Seite etwas zu Unrecht viel schlechter beschreibt als es tatsächlich der Fall ist.
Hier streikt meine Rhetorik. Ich sehe mich dazu nicht in der Lage.
Ich kann Sie also nur bitten, sich die Geräte einfach selber anzuhören.

Wenn Sie Lust dazu haben, uns zu besuchen, machen wir das gerne mit Ihnen gemeinsam.

Auralic Leo Gx

Auralic Leo Gx

Mein lieber Leo!

Und es stimmt doch:  Der Takt macht die Musik!
Ein Bericht über den Auralic Leo Gx (externe Clock).

LEO_GX_Front flach
LEO_GX_Front flach

Heute habe ich überraschend Besuch bekommen. 

Christian Rechenbach, der Auralic-Support-Leiter für Europa und Christoph Zingel vom Auralic-Vertrieb audionext, fläzen sich gerade auf mein Sofa und wollen Musik hören.

Die Situation ist etwas “verdächtig”, aber ich mutmaße einfach mal, dass sie wohl immer noch enttäuscht sind, weil ich nicht gleich in München auf der High-End einen Leo Gx geordert habe. Und sicher wollen sie mich heute mit vereinter Kraft davon überzeugen, dass das so nicht länger bleiben darf.

Ob sie ihr Ziel erreichen?

Eines muss ich ja zugeben. Schon in München hat mich der direkte Vergleich mit und ohne Leo in Staunen versetzt. Da ging es nicht nur um Nuancen, die man sich vielleicht auch hätte einbilden können.

Aber so, wie man sich wohl besser an einen teuren Wein gar nicht erst gewöhnt, so habe auch ich versucht, mich so lange wie möglich von diesem Leo fern zu halten.

Der Grund dafür?  Ganz klar – der Preis!

6.899,- € ruft Auralic für dieses „Zubehör“ auf – da fällt eine ziemliche große Anzahl meiner Kunden gleich mal komplett als Zielgruppe weg.
Aber das wird wohl den anderen Händlern auch nicht anders gehen.

Ja sicher, es gibt auch Autos für 150.000,- € und mehr.
Aber die sind nicht „meine Welt“.
In „meiner Welt“ gibt man noch nicht einmal 6.899,- € für eine externe Clock aus.
Oder doch?
Eines steht jedenfalls fest:  Die Qual der Wahl hat man bei Auralic wenigstens nicht. Wer mal versucht hat, ein Reisestativ für seine Fotokamera zu kaufen, der weiß, wovon ich spreche. 
Hundert Marken, doppelt so viele Ausführungen und zehn mal so viele unterschiedliche Aussagen darüber, was das beste ist und was nicht.
Wer sich mit der Frage beschäftigt, ob er sich einen LEO gönnen soll, der muss sich entscheiden zwischen “Ja ” oder “Nein” – mehr Auswahl hat er nicht. Gott sei Dank!

So oder so frage ich mich aber, was den Herrn Wang da denn wohl geritten hat, diesen LEO anzubieten. Ich kann es ja verstehen, wenn man gerne auf einer HiFi-Ausstellung in Kanada, den USA oder Fernost derjenige sein möchte, der die Komponenten mit dem besten Klang vorstellen konnte, aber ich weiß auch, dass man solch ein Ziel gar nicht erreichen kann.

Was am besten klingt und was nicht – das wird nun einmal immer noch unterschiedlich gesehen.
So – wie es ja auch nicht das beste Rezept für Kohlrouladen geben kann.

Die Einzigartigkeit eines Leo Gx

Kommen wir zum Leo Gx und seinen Eigenarten.

Der Leo ist nicht die einzige externe Clock die man kaufen kann, aber doch ist er in seiner Art wohl vollkommen einzigartig.

Externe Clocks finden überwiegend im Tonstudio Verwendung. Dort also, wo wir etliche digitale Geräte und Zusatzkomponenten finden, die allesamt mit einem Problem behaftet sind:  Sie müssen sich auf eine Clock – also auf einen Takt – einigen.

Deshalb stellt man ihnen gerne eine Master-Clock an die Seite. Da werden dann alle anderen Komponenten angeschlossen und von nun an hören alle Geräte auf diesen Taktgeber.

Um so eine Master-Clock kompatibel zu machen, stattet man sie einfach mit einer mehr oder weniger genormten Frequenz von meistens 100 MHz aus. Das ist dann die so genannte Referenzfrequenz und nicht die Clock muss dafür sorgen, dass sie kompatibel ist, sondern die angeschlossenen Geräte.

Diese verfügen deshalb einfach über eine PLL  (Phasenregelschleife) – das ist so ein elektronisches Bauteil, das ich hier nicht erklären will – und diese PLL sorgt dafür, dass aus der Referenzfrequenz die eigentlich benötigte Frequenz erzeugt wird, sagen wir einfach mal 48 MHz.

Alle anderen Komponenten können aber völlig andere Frequenzen benötigen – das spielt überhaupt keine Rolle, denn sie alle generieren sich den benötigten Takt aus dem 100 MHz-Takt der externen Clock.

Das gefiel dem Herrn Wang überhaupt nicht. Er mag diese PLLs nicht, weil bei diesem Schritt wieder unnötig Jitter entstehen kann und er hat sich gefragt, wieso er denn überhaupt erst eine Frequenz erzeugen soll, die kein einziges Gerät – also eben auch der Vega G2 nicht – benötigt. Nur, um den Vega dann dazu zu zwingen, die Frequenz mit einer PLL wieder zu verändern.

Folgerichtig erzeugt nun also der Leo ganz einfach direkt genau die Frequenz, die der Vega G2 braucht. Kein Hz höher, kein Hz niedriger.

Auralic Leo Gx Innenansicht
Auralic Leo Gx Innenansicht

Auch ist es überhaupt nicht die Aufgabe eines Leo, mehrere Komponenten dazu zu bringen, auf den gleichen Takt zu hören. Seine Aufgabe ist einzig und allein, dem Vega G2 den genauesten Takt zu liefern, den man wohl unter dieser Sonne jemals gemessen hat.

Anders als man vermutlich meinen könnte, wird also der Aries G2 eben nicht (!!) ebenfalls an den Leo angeschlossen! Der Aries übernimmt zwar intern den Takt des Vega – und damit genau genommen jetzt auch wieder den Takt des Leo  – aber dennoch handelt es sich hier nicht um den klassischen „sternförmigen“ Aufbau der Geräte.

So ein Leo ist also derzeit einzig und allein zum Vega G2 kompatibel und zu keiner anderen Komponente sonst. Weder von Auralic noch von irgendeinem anderen Hersteller.

Die Zukunft ist gesichert!

Zukünftige Auralic-Wandler dürften allerdings von vornherein einen passenden Anschluss für den Leo erhalten, weshalb man ihn eben auch nicht Leo G2 genannt hat, sondern Leo Gx.

Nun gut, ich verfüge bereits seit mehr als einem Jahr über einen Vega G2 und auch über einen Aries G2 in meiner Vorführung, hatte aber bislang zu keinem Zeitpunkt den Eindruck, sie hätten es nötig, einen „Turbolader“ oder so etwas zur Seite gestellt zu bekommen.

Man muss schon verdammt intensiv suchen, um überhaupt klanglich etwas gleichwertiges zu finden. Dass die beiden Komponenten ein gescheites Stromkabel (z.B. das Progressive Audio Power One MK II) gut gebrauchen können und auch das mitgelieferte Lightning Link-Kabel zwingend gegen z.B. das Audioquest Diamond getauscht werden sollte, das dürfte jedem Besitzer dieser Geräte längst klar sein.

Während meine beiden Gäste die Klangqualität meiner Anlage loben und ich nicht weiß, wie viel davon ernst gemeint ist – und bevor wir die Kartons öffnen, die mir die beiden mitgebracht haben, will ich mir vielleicht noch einmal ganz sachlich – ich befürchte, ich werde nach dem Hörtest dazu nicht mehr in der Lage sein – die Fakten anschauen.

Zur Technik habe ich mich bereits ein wenig ausgelassen. Diese Aussagen mögen interessant sein – ich – will aber heute vor allem wissen, ob es mit dem Leo besser klingt oder nicht.

Der Preis ist nun einmal da – angeblich reicht die Summe nicht einmal aus, aber man will sich nicht so weit von den Mitbewerbern entfernen und und und … bla-bla-bla.
Eines steht fest – der Leo richtet sich an eine Zielgruppe, die das nötige Equipment längst zuhause stehen hat und die bereit ist, für einen besseren Klang auch entsprechend in die Tasche zu greifen.

Die Gehäuse-Ausführung ist zu den G2-Geräten identisch. Das sieht schon sehr edel aus – die wahren Leckerbissen sitzen aber im Gerät.
Wie sehr man im Hause Auralic darauf erpicht ist, elektrischen Störungen keine Chance zu lassen, erkennt man schon alleine daran, dass hinter dem Lightning-Link-Eingang sofort ein optischer Wandlerbaustein sitzt, der für eine galvanische Trennung sorgt. Obwohl es sich bei dieser Verbindung im Prinzip ja “nur” um eine Bus-Schnittstelle handelt.

Außer dieser Buchse für das Lightning Link Kabel und der für ein Stromkabel finden wir nur noch den Clock-Anschluss.
Bevor wir das Trio verbinden können, muss Christian meinen Vega umrüsten. Christoph ist wie immer gut gelaunt und hätte jetzt sogar Lust darauf, ein Produkt-Video zu drehen.

Christoph Zingel und Christian Rechenbach
Christoph und Christian

Hinweis:
Bevor Sie einen LEO an Ihren Vega G2 anschließen, sollten Sie Auralic oder Audionext die Seriennummer des Vegas durchgeben, denn möglicherweise muss dieser erst angepasst werden. Bei den meisten Geräten wird nur das interne Kabel vom Clock-Anschluss gegen ein aktuelles auszutauschen sein. Manchmal ist es aber auch erforderlich, weitere Anpassungen vorzunehmen. Diese Anpassungen werden natürlich für den Besitzer kostenfrei vorgenommen.

Christian baut das Kabel in den Leo
Christian baut das Kabel in den Leo

So – alles ist getauscht und angeschlossen und bevor wir Musik hören, gönnen wir dem Trio eine kleine Aufwärmphase und uns eine Tasse Kaffee mit Kuchen, den Christoph liebenswürdiger Weise mitgebracht hat.

Diese Aufwärmphase braucht der Leo  – und er zeigt uns auch an, wie weit er noch von seiner idealen Spieltemperatur entfernt ist. Beim ersten Einschalten sehen wir oben in seinem Display eine Uhr, die eine volle Stunde die Zeit herunter zählt. So lange benötigt er, um seine Kern-Bauteile intern auf exakt 80° zu bringen. Dies ist laut Wang die ideale Temperatur und genau die wird dann auch gehalten. Selbst wenn wir also das G2-Trio über den Schalter vom Aries ausschalten, hält die Heizung im Leo die wichtigen Bausteine auf exakt 80°.

Der Klang

So – die Kaffeetassen sind leer und ich starte „Dey o, Dey o“ vom schwedischen Sangensemble (Amanda). Einfach deshalb, weil ich die Aufnahme für sehr gelungen und natürlich halte. Der Titel beginnt mit einer einzelnen Frauenstimme, die bei der Aufnahme überhaupt nicht „geschönt“ wurde, was sie auf manchen Anlagen fast schon etwas aggressiv, direkt oder gar nervig erscheinen lässt. Es folgt dann ein großer, gemischter Chor, der zeitweise kanonartig „durcheinander (?) singt“. Und genau eben das darf nicht passieren!

Man darf nicht (!) „durcheinander“ singen, sondern es muss eine wunderbar harmonische Einheit aus unterschiedlichen Stimmgruppen und Themen entstehen.

Es muss im Bauch glucksen – sonst stimmt was nicht.

Der Vega allein schafft es spielend, es in meinem Bauch glucksen zu lassen.

Mit dem Leo verwandelt sich dieses Glucksen gerade in einen Schwarm Schmetterlinge.

Ohne den Leo können wir die Stimmen wunderbar orten. Die Größe eines jeden Mundes ist natürlich – also nicht zu groß und nicht zu klein – mit dem Leo trennen sich aber die Stimmen deutlicher vom Raumklang. Erst jetzt stellen wir fest, dass der Direktschall und die Reflexionen ohne den Leo deutlich mehr miteinander verschmelzen. Mit dem Leo sind sie klar und deutlich voneinander zu trennen.

Habe ich mich noch vor wenigen Sekunden über die Plastizität der Frauenstimme gefreut, besteht diese Dame jetzt dank Leo plötzlich leibhaftig aus Fleisch und Blut. Beeindruckend.

Mal wieder die Laura!

Ich starte „Laura“ von Rolf Kühn.

Der Vega schafft es mit Leichtigkeit, mir links die Oboe als Oboe (das ist ganz und gar nicht selbstverständlich!) und nicht irgendein anderes Blasinstrument zu reproduzieren. Der Bass in der Mitte klingt nicht (!!) nach einem Trommelwirbel, sondern tatsächlich nach einem schnell gestrichenen Kontrabass. Die später einsetzende Klarinette von Rolf Kühn ist in ihrem Klangbild deutlich von der Oboe zu unterscheiden.

Wer meine Berichte regelmäßig liest, der wird mir glauben wenn ich sage, dass ich diese Aufnahme schon hunderte male gehört habe.

Jetzt kommt der Leo und bringt meine Welt durcheinander.

Mit dem Leo ist da deutlich mehr Holz an der Oboe und ich glaube, die blankgeputzten Klappen erkennen zu können. Noch viel mehr Holz höre ich vom Kontrabass. Wenn ich jetzt immer noch jemandem erzählen würde, dass dieser Bass in vielen Ketten eher nach einer Konzerttrommel klingt, würde er nur den Kopf schütteln und mich fragen, wie ich denn auf das schmale Brett komme.

Dann folgen zwei einzelne Zupfer – Zupfer!

Ich höre mir das – jetzt, wo ich darauf aufmerksam geworden bin, noch einmal ohne Leo an. Und siehe da – aus den Zupfern wird eher etwas, das klingt, als würde man mit einem Lederschlegel auf ein Tamburin schlagen. Ich schließe den Leo wieder an und jetzt ist es wieder selbstverständlich als Zupfer zu erkennen. Also dieser Unterschied ist weit mehr als „nur gravierend“. 😉 

Da macht der Kopf nicht mehr mit.

Ich wechsle Titel um Titel und lasse die Augen die meiste Zeit geschlossen.

Deshalb, weil mein Kopf gerade überfordert wird. Er hört Dinge, die nicht da sind, die er nicht sehen kann. Zumindest nicht dort, von wo die Geräusche kommen.

Bei Mary Blacks „Shine“ steht auf einmal eine echte Basstrommel in meinem Flur – denn der befindet sich hinter meiner Wohnzimmerwand.

Leonhard Cohen ist auf einmal wieder „lebendig“.

Ich liebe sein Album „You want it darker“. Ich liebe diese direkte Aufnahme seiner Stimme. Aber hier und da wünschte ich mir, er wäre doch mal einen Schritt weiter vom Mikro weg gegangen. Es klingt einfach zu oft so, als reichte seine Stimme von der Mitte bis zum rechten Lautsprecher.

Das klingt voll, das klingt präsent, das macht den Zuhörer devot und man beginnt unweigerlich, sich auf seine Texte einzulassen und darüber nachzudenken, wie kurz das Leben doch ist.

Mit dem Leo – steht Leonhard Cohen auf einmal weit genug weg vom Mikro und jetzt – ist sein Mund nicht eine große „Fläche“, sondern jetzt – steht er leibhaftig vor mir.

Hugh Masekela, Stimela – ja – die muss jetzt sein!
Und es lohnt sich. Innerhalb von Sekunden beamt man sich nach Südafrika.

Was kann der Leo?

Große Konzertsäle? Der Leo zeigt uns, welche Mäusekinos wir vorher für groß gehalten haben.

Kleine Jazz-Clubs der 80-er? Sie werden unweigerlich nach ein paar Sekunden aufstehen und die Fenster öffnen, damit der Zigarettenrauch verziehen kann.

Wenn Sie bei Cowboy Junkies „The Trinity Session“ die Straßenbahn an der Kirche vorbeifahren hören, werden Sie auf Ihre Armbanduhr schauen. Und gerne die nächste nehmen.

Huch! Was ist jetzt auf einmal los?

Dann spiele ich ein paar Songs mit abgrundtiefem Bass – und auf einmal gefällt mir da so einiges überhaupt nicht mehr.

Vor allem dann nicht, wenn der Bass elektronisch erzeugt wird – also klanglich mehr so etwas wie ein Rechtecksignal darstellt – dann passiert etwas seltsames: Der Bass teilt sich in drei Phasen.

Phase eins:  Man kann sich vorstellen, wie der Bass vom „Instrument Computer“ erzeugt wurde. Das klingt mehr nach einem Sägeblatt als nach einer Schwingung.

Phase zwei: Die Lautsprecher folgen diesem Signal und das derart korrekt wie ich das selten erlebt habe.

Phase drei: Der Bass befindet sich nun in meinem Hörraum und passt auf einmal weder vom Timing noch von der Phase her zu dem, was die Boxen da produzieren wollen.

Ich versuche, mehr elektronische Titel zu finden, mit denen ich das Gefühl bestätigen kann. Und ich finde sie. Hier stimmt die Lautsprecheraufstellung nicht – ganz eindeutig.

Die Lösung – Boxen schieben!

Wir starten eine wilde Schieberei – nein nicht in Metern – es geht hier um Zentimeter. Nach etwa einer halben Stunde stehen die Boxen etwa 5 cm weiter hinten. Und die Raumanpassungsrohre der aktiven Progressive Audio Extreme III musste ich wieder gut 15 Millimeter weiter in die Boxen einschieben. Doch jetzt passt es im Bassbereich und irgendwie automatisch oder zufällig auch im Hochtonbereich deutlich besser. Von nun an macht auch das Hören elektronischer Musik Spaß.
Dass jetzt auf einmal  auch die akustischen Stücke von dieser Aufstellung profitieren, dürfen wir im Anschluss zufrieden wahrnehmen.
Das war das Tüpfelchen auf dem i – das Sahnehäubchen – welche Floskel Sie auch immer mögen, jetzt ist es perfekt.

Kein Zweifel – genau in diesem Moment glaube ich dem Herrn Wang jedes Wort, wenn er mir versichert, dass er keine Vorstellung davon hat, wie man heutzutage eine externe Clock noch besser bauen könnte als er es mit dem Leo umgesetzt hat.

Fazit:

Der Vega G2 klingt bereits für sich alleine hervorragend gut.
Eigentlich – kauft man sich ja für rund 6.000,- € „nur“ einen DAC.
Aber dadurch, dass Auralic die Tesla-Plattform verbaut hat, kann man mit dem Vega G2 auch schon hervorragend gut streamen, auch ohne Aries.
Dass der Prozessor des Vegas mit dieser Aufgabe an seine Leistungsgrenze getrieben wird und welche klanglichen Auswirkungen das hat, haben wir zwar als Argumente dafür wahrgenommen, uns auch einen Aries hinzuzukaufen, aber rund 4.000,- € zusätzlich – bringen viele Vega-Besitzer doch dazu, auch ohne einen Aries glücklich und zufrieden zu sein.
Und diese Einstellung kann ich nur unterstreichen.
Der Vega G2 ist auch solo schon richtig klasse!
Aus einem ganz anderen Holz sind deshalb diejenigen geschnitzt, die sich nun ernsthaft mit der Anschaffung eines Leo befassen. 
Ihnen geht es nicht mehr nur darum, eine zum Preis passende klangliche Leistung zu erhalten, das klappt mit Geräten für 100,- € viel besser. Sondern ihnen geht es darum, das heute Machbare zu erhalten. 

Kein Zweifel:  Wer nach einer Klangverbesserung sucht, der wird sie mit dem Leo finden. Deutlicher, als man es erwartet.
Mit dem Leo Gx im Zusammenspiel mit einem Vega G2 und einem Aries G2 erschafft man sich ein Trio aus Spezialisten, mit dem man sich wohl vor keinem Vergleich auf diesem Erdball mehr fürchten muss.
Ob es sich dabei um Produkte eines großen Konzerns oder einer kleinen Manufaktur handelt – dieses Trio muss erst mal geschlagen werden.

Kaufen oder nicht kaufen?

Ich jedenfalls –
komme gar nicht umhin, den Leo mit in die Vorführung zu nehmen.
Ihn nach diesem Erlebnis wieder abzugeben – das geht überhaupt nicht.
Wie sollte ich jemals wieder meine Kunden davon überzeugen können, dass es mir um den besten Klang geht?  Ein NCF-Booster für 350,- € ist auch nicht billig. Man hört aber den Unterschied, auch wenn das an Voodoo grenzt.
Stromkabel, Gerätesicherungen, Netzteile …
sie alle kosten Geld.
Und alles, was sie bewirken können ist – den Klang zu verbessern.
Deshalb sind manche Menschen bereit, dafür Geld zu bezahlen.
Manche mehr – manche weniger.
Das Prinzip ist beim Leo identisch.
Er verbessert den Klang – ohne Wenn und Aber.

Ob Sie ihn sich leisten können oder wollen, das entscheiden Sie – nicht ich.

Tipp:
Kommen Sie nicht auf die Idee, sich das Teil einfach mal so anzuhören, wenn Sie einen Vega G2 besitzen.

Auralic Leo Gx jetzt bestellen.https://audiosaul.de/produkt/auralic-leo-gx/

Sie haben etwas in Zahlung zu geben oder brauchen weitere Informationen? Genau deshalb gibt es AUDIOSAUL nicht nur online. Wir leben tatsächlich, uns kann man besuchen oder einfach anrufen:  
0208-671424.
Wir freuen uns auf Sie!

Meine Abhörkomponenten:

Stromkabel: Progressive Audio Power One MK II mit Furutech NCF-Stecker, Auralic Aries G2, Auralic Vega G2 mit HDMI-Kabel Audioquest „Diamond“, Ethernetkabel Audioquest Diamond, XLR-Kabel Progressive Audio – Prototyp, Lautsprecher Progressive Audio Extreme III -aktiv-.
… und natürlich:  Auralic Leo Gx.

Musik-Quelle:  HRA-Qobuz-Abo.

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