Roon und HQ-Player
In diesem Bericht will ich der Frage nachgehen, ob es sinnvoll ist, einen Roon-Core mit der HQPlayer-Software von Signalyst zu verknüpfen – zumal Roon das ja in den Einstellungen explizit so anbietet.
Klingen Roon und HQPlayer zusammen noch besser als Roon alleine oder ist es eher ein klanglicher Rückschritt?
Um Audio-Dateien streamen zu können, benötigen wir einen Computer – so ist das nun einmal.
Auch wenn dieser nicht mehr so aussehen muss wie anno dazumal.

Aber selbst wenn sich diese Computer-Boards bei teuren Streamern gerne hinter edlen HiFi-Geräte-Frontplatten und etablierten Markennamen verstecken – so bleiben sie innerlich trotzdem immer noch Computer.
… und klingen oft leider auch genau so.
Um einem Computer tatsächlich hochwertige Klangergebnisse zu entlocken, kann man zwei alternative Wege einschlagen:
In die Hardware investieren
Der erste Weg führt über eine nach klanglichen Aspekten selektierte Hardware wie bei unserem PrimeCore Audio A7 und ein audiophiles Betriebssystem, wie zum Beispiel ROCK (Roon-Optimized-Core-Kit).
Die Zukunft sehe ich hier in einer Computer-Hardware (Board, SSD, RAM) die ganz speziell auf audiophile Zwecke hin entwickelt wurde. Doch darauf werden wir sicher noch einige Jahre warten müssen.
In die Software investieren
Der zweite Weg ist, die Standard-Hardware und Standard-Betriebssysteme als nicht veränderbar zu akzeptieren und stattdessen eine Software zu entwickeln oder einzusetzen, mit der man zumindest einige der vorhandenen Probleme beseitigen kann.
Womit wir beim HQPlayer wären.
Ist das was für Sie?
Ob diese Software auch was für Sie sein kann oder nicht, finden Sie ganz schnell heraus:
Schauen Sie sich ein paar Abbildungen im Internet zu den vorzunehmenden Einstellungen an, um zu erkennen, ob Sie von den vielen gebotenen Möglichkeiten fasziniert sind oder sich mit einem lauten „Oh Schreck!“ für immer von dieser Software abwenden werden.
Hier eine Beispiel-Abbildung:

Na? Reizt es Sie, sich mit den einzelnen Punkten zu beschäftigen oder sind Sie schon auf der Flucht? 🙂
Was man auf jeden Fall wissen sollte:
Ist der Windows-PC (MAC) Ihr Streamer und sind Sie mit dem Klangergebnis unzufrieden, können Sie den HQPlayer auf dem selben PC installieren und versuchen, mit ihm den Klang zu verbessern.
Nutzen Sie aber einen externen NUC (Next Unit of Computing) mit installiertem ROCK als Roon-Core-Server wird es ein wenig komplizierter.
Denn Sie müssen dann die HQPlayer-Software auf einem zweiten Computer installieren.
Man kann den HQPlayer nicht (!) auf dem Roon-Core-Server installieren!
Haben Sie also den zweiten PC eingerichtet, konfigurieren Sie Ihre Roon-Software so, dass dieser Windows-PC zur Wiedergabezone wird.
Über die Netzwerkverbindung (LAN) erhält der zweite Rechner die Rohdaten vom Roon-Core-Server.
Im Windows-PC werden die Daten gerendert und durch die HQPlayer-Software nach Wunsch manipuliert. Hat man sich die Musik abschließend zurechtgebogen, vielleicht noch durch Upsampling von 44,1 kHz auf 264,6 kHz “aufgeblasen”, leitet der Windows-PC die Daten an einen DAC weiter.
Ergebnis: Wir hören damit also am Ende vielleicht 10% vom Roon-Core-Server und 90% vom Windows-PC.
Ich – habe mit dieser Vorgehensweise meine echten Probleme – das muss ich zugeben.
Schließlich haben Sie sich ja den Roon-Core-Server zugelegt, um eben nicht mehr Ihren Computer an die HiFi-Anlage anschließen zu müssen, oder!?
Und ich habe mir für den PrimeCore Audio A7 nicht zwei Jahre Entwicklungszeit aufgebürdet, um dann doch wieder alles auf einen Windows-PC zu verlagern.
Nun gut, nicht jeder NUC mit installiertem ROCK ist automatisch klanglich besser als ein Windows-PC und dann mag ein HQPlayer vielleicht doch wieder nützlich sein.
Zudem müssen wir ja auch erkennen, dass wir mit dem HQPlayer so etwas wie einen digitalen Sound-Prozessor (DSP) erwerben. Wir können also nicht nur versuchen, die Musik allgemein besser klingen zu lassen, sondern wir können uns den Klang auch so zurechtbiegen, wie er uns am besten gefällt oder so wie er mit unseren Boxen in unserem Raum am besten funktioniert.
Vom High-End-Gedanken sind wir damit sicherlich weit weg.
Dennoch mag diese Vorgehensweise am Ende vielleicht doch zum besten Ergebnis führen.
Fazit:
Ob ein HQPlayer den Klang Ihrer Streaminglösung verbessern kann, hängt davon ab, wie gut Ihre Streaminglösung derzeit ist. Dabei sind die Hardware, das Betriebssystem und Ihre Streaming-App die entscheidenden Faktoren.
Besitzen Sie einen audiophilen Roon-Core-Server wie den A7 und ist also der bestmögliche natürliche Klang Ihr gestecktes Ziel, sollten Sie sich das gut überlegen, ob Sie auf den HQPlayer setzen wollen.
Zum Glück kann man ihn ja kostenfrei testen.


