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VLAN – der noch fehlende Schritt zum audiophilen Streaming?

Seitdem High-Resolution-Audio-Streaming (HRA) auch in den elitärsten High-End-Kreisen als etabliert und somit auch als klanglich rehabilitiert gilt, steht unser Heimnetzwerk oder Local Area Network (LAN) genau so im Optimierungs-Fokus der anspruchsvollen Musikliebhaber wie bisher Lautsprecherkabel, Stromverteiler und sonstiges Zubehör zur Klangverbesserung.

Schon lange finden wir im Internet Tipps dazu, wie man seine Fritzbox konfigurieren muss, welche audiophilen Netzteile wir verwenden sollen und mit welchen LAN-Kabeln und zusätzlichen Switches wir der Klangqualität beim Streamen weiter auf die Sprünge helfen können. 

Das alles gehört nicht zwingend zum Pflichtprogramm!
Streaming funktioniert auch ohne all diese Maßnahmen. Wer aber einen Klang-Status erreichen will, bei dem er die 40 Jahre alte CD-Qualität hörbar hinter sich lässt und es für Analog kaum noch Klang-Argumente gibt, der sollte sich die Heimnetz-Basics unbedingt einmal genauer anschauen und befolgen.

Einen ausführlichen Bericht dazu finden Sie hier:  Das audiophile Heimnetz.

Die Basics:
* Ein Netzteil für die Fritzbox (BOTW-Sbooster), 
* ein paar gute LAN-Kabel (Furutech LAN8 NCF plus), 
* ein audiophiler Switch (Bonn N8) – ebenfalls mit audiophilem Netzteil – 

… und schon hat man mit weniger als 1.500,- € Investition das Fundament dafür geschaffen, dass Streaming eine Chance erhält, sich als überlegener Klang-Lieferant beweisen zu können.
Wer dann von diesen Ergebnissen beeindruckt ist und „noch mehr Klang“ will, der kann gerne mit noch besseren Switches und noch besseren Netzteilen … experimentieren.

Genau so hat es ja auch bei mir vor etwa 10 Jahren angefangen.

Doch was ist jetzt wirklich sinnvoll und angemessen?
Was lohnt sich also und ab wann ist es einfach nur übertrieben?
Sind wir bereits an einem Punkt, bei dem alle unsere Maßnahmen einfach keinen Klangzugewinn mehr bringen?

In meinem heutigen Bericht „VLAN – der noch fehlende Schritt zum audiophilen Streaming?“ will ich diesen Fragen nachgehen und ganz bewusst mit extremem Aufwand herausfinden, ob wir aus unserem Heimnetz wirklich schon das letzte Quäntchen an Klangqualität herausgekitzelt haben, oder ob uns vielleicht der alles-entscheidende Durchbruch am Ende noch gar nicht gelungen ist.

Gelingt uns durch VLAN der (vielleicht?) noch fehlende Schritt zum audiophilen Streaming?

… oder ist VLAN einfach nur mal wieder die nächste Sau, die durchs Dorf getrieben wird?

Sau, die durchs Dorf getrieben wird (ChatGPT Image)
Sau, die durchs Dorf getrieben wird (ChatGPT Image)

Hinweis zum Bericht:
Die Umsetzung der nachfolgend beschriebenen Maßnahmen stellt hohe bis sehr hohe Anforderungen an Ihr IT-Wissen und Sie benötigen teure Zusatz-Komponenten.
Worauf ich hier eingehe, hat aber prinzipiell mit dem Thema High-Fidelity nichts zu tun. 
Hier geht es mehr darum, unser immer komplizierter werdendes Heimnetz professionell zu konfigurieren und „richtig in Ordnung zu bringen“.
Wer also aus ganz anderen Gründen bereits in seinem Heimnetz VLANs eingerichtet hat, der wird vielleicht schon ganz automatisch den letzten Schritt getan haben.
Für alle anderen habe ich diesen Bericht geschrieben.

Vorgeschichte:

TAE
TAE

Der ursprüngliche Telefonanschluss (TAE) bekam irgendwann eine Buchse für den Anrufbeantworter dazu. Und natürlich eine zweite für das Fax-Gerät. Dann brauchten wir auf einmal ein Modem und heute haben wir i.d.R. nur noch unseren „Internetanschluss“.
Und der macht alles. Selbst wenn es sich dabei immer noch um die klassische Telefon-Anschluss-Einheit (TAE) handelt.

„Alles“ – bedeutet dabei:

  • telefonieren
  • surfen
  • mailen
  • fernsehen
  • Radio hören
  • Videos streamen
  • Alarmanlage betreiben
  • Smart Home realisieren
  • Türfreisprechanlage anbinden
  • Lichtsteuerung automatisieren
  • Sprachsteuerung (Siri, Alexa und Co.) nutzen
  • das Internet of Things (IoT), also unseren Kühlschrank, die Spülmaschine usw. von unterwegs steuern
  • und … eben auch High-Res-Audio Dateien streamen.

… und das alles wahlweise auch noch über Kabel oder wireless – also ohne Kabel über ein WLAN.

Natürlich müssen wir uns bei all diesen Aufgaben keine Sorgen darum machen, ob unser Heimnetz dafür ausreicht. Es könnte sogar noch viel mehr!
Aber kann das überhaupt gut klingen, wenn das alles durch das selbe Kabel fließt?
Wie soll es möglich sein, ruhige, wunderschöne und entspannende Musik zu hören, wenn die Musikdateien sich mit all diesen anderen Daten ein und dieselbe Leitung teilen müssen? 

Wäre es da nicht toll ein unabhängiges Heimnetz nur zum Musikhören zu haben?

IT-Freaks erstellen VLANs für:
… die Smart-Home-Installation, die vielen IoT-Geräte (IoT= Internet of Things, also unser Kühlschrank, die Waschmaschine …), Magenta-TV u.v.m. . Diese Dinge benötigen oft spezielle Netzwerk-Einstellungen und beeinflussen sich gegenseitig. Deshalb verbannt man sie gerne in ein jeweils eigenes Netz, das man dann nach Bedarf konfiguriert.

„Langsame Schnecken“ bremsen ein Netzwerk aus und selbst die „Rennpferde“ unter den Daten oder Komponenten müssen dann langsam dahin schleichen. Also trennt man sie und bringt die Pferde auf die Rennbahn, wo sie hingehören.

Kurz und gut:  Es kann durchaus sinnvoll sein, nicht nur ein Netzwerk für alles zu benutzen.
Selbst dann, wenn man überhaupt keine HiFi-Anlage besitzt.

Aber braucht man dann für jedes Netz ein eigenes Kabel?

Nein! Braucht man nicht!

IT-ler kennen tatsächlich einen raffinierten Trick, den wir meistens an dem Buchstaben „V“ erkennen können. Hinter diesem „V“ steckt der Begriff „virtual“ also auf Deutsch „virtuell“ für „denkbar, aber nicht physisch vorhanden“.
Den Begriff virtuell kennen wir längst in anderen Zusammenhängen. Filmemacher erschaffen ganze virtuelle Welten und IT-ler nutzen Computer und Kabel, die gar nicht da sind. 

… mag uns das auch noch so seltsam vorkommen.

Unser LAN (local area network) – also unser Heimnetz, was aus Kabeln, Anschlüssen und Komponenten wie Router, Modem, Switches besteht … ist selbstverständlich physisch vorhanden. Diese Dinge sind also real und nicht virtuell.
Aber üblicherweise sind sie eben nur ein (!) mal real vorhanden. Und das soll auch so bleiben.

… zusätzlich können wir diese Dinge aber auch „virtuell erschaffen“ und dann so nutzen als hätten wir mehrere davon.
Auf einmal haben wir dann mehrere vRouter, vModems, vSwitches und eben auch vLANs.
Wir brauchen aber nur eine (!) Hardware, die das kann.

Kann ein Mensch VLAN verstehen, der kein abgeschlossenes IT-Studium hinter sich hat?

Zugegeben – VLANs zu verstehen ist für einen Nicht-IT-ler ziemlich schwierig. Meistens liegt es daran, dass wir uns so ein LAN-Kabel wie ein Stromkabel oder einen Wasserschlauch vorstellen. Vorne tut man was rein und hinten kommt was raus.

Aber so funktionieren Netzwerkkabel (Ethernet-Kabel) eben nicht.

Postauto
Postauto (ChatGPT Image)

Ein LAN-Kabel müssen wir uns eher wie ein Post-Auto vorstellen.
Das Post-Auto transportiert Pakete mit den unterschiedlichsten Inhalten. Und nichts davon kommt durcheinander (meistens jedenfalls nicht).  Flüssigkeiten dringen nicht in Elektrogeräte. Waschmittel vermischen sich nicht mit Pralinen …
Das Parfüm riecht nicht nach Käse und umgekehrt auch nicht.

Jedenfalls nicht, wenn alles ordentlich verpackt wurde. 
Und damit das sichergestellt ist, gibt es „Vorschriften“ – bei der Post genau so wie beim Transport von Daten durch unsere LAN-Kabel.
Und genau so wie bei der Post können wir im LAN nicht nur Pakete empfangen, sondern auch verschicken.

Und mit VLANs tun wir so, als hätten wir für jede Paket-Sorte ein eigenes Post-Auto.

Eines für die ganz eiligen Sachen, eines für Flüssigkeiten, eines für große und schwere Pakete und noch eines, das die ganz empfindlichen Sachen transportiert wie die 4-stöckige Hochzeitstorte.
Jedes „Post-Auto“ wurde also auf seine Aufgabe hin spezialisiert.

Los geht’s!

Beschreiben wir zunächst eine typische Ausgangslage:

Fritzbox/Router mit DHCP, WLAN, DECT usw. 
Alle kabelgebundene Netzwerkgeräte sind direkt angeschlossen. Am Schreibtisch gibt es (vielleicht) einen zusätzlichen Switch, um den PC/MAC plus Drucker anschließen zu können. In der HiFi-Ecke gibt es möglicherweise noch einen audiophilen Switch. Daran werden der Streamer und der Fernseher betrieben.

Und das ändern wir jetzt.

Da weder die Fritzbox noch die üblichen Router der Provider in der Lage sind, echte VLANs aufzubauen, brauchen wir ein Gerät, was dazu in der Lage ist.
Router und Switches, die so etwas können, erkennt man i.d.R. an der Beschreibung „managed“, was so viel wie „konfiguriert“ und wichtiger: „konfigurierbar!“ bedeuten soll.

Nicht switchen!

Spätestens an dieser Stelle dürfte aber für „Normalos“ eine Hürde aufgebaut sein, die nicht zu überwinden ist. Einen Switch mit VLANs einzurichten ist wohl so ähnlich, als wollten Sie das Steuerprogramm für Ihren Sportwagen selber modifizieren.

Auch ich hätte ganz sicher die Finger davon gelassen, wenn ich nicht Informationen über eine Unifi Dream Machine erhalten hätte, die mich davon überzeugt haben, dass ich so ein Teil haben muss.
Mit der Unifi Dream Machine (UDM) wird aus einer Herz-Implantation ein Ersatz des Hüftgelenks – also ein Klacks!  (Scherz!!)

Nein, es bleibt kompliziert, aber eben nicht so super-extrem.

Ziel:

Die Fritzbox soll einfach nur das Signal des Providers an die UDM weiterleiten. Die UDM baut VLANs auf und eines davon ist für unsere HiFi-Anlage, bzw. unseren Streamer.
Die Fritzbox macht dadurch praktisch gar nichts mehr. Kein DHCP, kein WLAN, kein DECT – nichts. Nicht einmal ihre LED darf mehr leuchten.

Das alles verlagern wir in die UDM.

Meine Umsetzung im Einzelnen:

Da auch meine Fritzbox 5690 keine VLANs erstellen kann, musste ich mir die Unifi-Dream Machine SE von Ubiquiti zulegen.
Die UDM ist zwar auch nichts für Netzwerk-Dummies – aber wenn man sich an dieses Thema wirklich herantraut und nicht von Beruf Netzwerk-Administrator ist, dann ist Unifi wohl die erste Wahl.

In der Fritzbox betreibe ich den Anschluss für die UDM im „Exposed Host Modus“.
Dadurch wird die Fritzbox praktisch aller Fähigkeiten (und Einflussmöglichkeiten) beraubt. Sie bildet nur noch die physische Verbindung zwischen dem Telekom-Anschluss (oder anderen Providern) und der UDM. Sie ist damit noch weniger als ein Modem, eigentlich nur so etwas wie ein Adapter.

Die UDM kümmert sich dann um mein Heimnetz, mit anderen Worten: Sie vergibt ab sofort die IP-Adressen und ist damit mein DHCP-Server – und eben nicht mehr die Fritzbox.

Um auch das WLAN in der Fritzbox abschalten zu können, habe ich mir einen Unifi U7 Pro zugelegt, also einen WLAN-Accesspoint.

DECT – also das Festnetz-Telefonieren – übernimmt jetzt eine Gigaset C570-Go, die ins Unifi-Netz eingebunden ist – damit ist bei mir auch DECT in der Fritzbox abgeschaltet.

Danach habe ich sogar alle LEDs der Fritzbox abgeschaltet, womit sie dann wirklich gar nichts mehr macht – nicht mal mehr leuchten – außer eben die Telekom-Signale 1:1 an die UDM zu leiten.
In den IT-Foren wird gerne eine Vigor von Draytek statt der Fritzbox empfohlen, die aber erstens komplizierter zu handhaben ist als eine Fritzbox (vor allem, wenn man auch Magenta-TV nutzt) und zweitens war die Fritzbox ja bereits vorhanden.

Leider steht die UDM 30m entfernt von meinem Hausübergabepunkt und der Fritzbox.
Um diese 30m nicht mit LAN-Kabel überbrücken zu müssen, nutze ich ein 0,6m Furutech LAN8 NCF plus an einem Medienkonverter MC01 von ADOT. Die lange Verbindung übernimmt ein ADOT Singlemode-LWL – logischerweise mit zwei mal Singlemode-Transceiver von ADOT.

Hier war die Frage wirklich spannend, ob die Unifi Dream Machine bereit ist, mit den ADOT-SM-Transceivern zusammen zu arbeiten, aber das hat wunderbar funktioniert.
Messungen mit einem SFP Wizard bestätigen die optimale Funktion, also brauche ich mir um die Kabel und die Transceiver zum Glück keine weiteren Gedanken zu machen.

Sollte sich da in der Praxis etwas anderes ergeben, werde ich diese Stelle im Bericht natürlich sofort anpassen.

Leider muss ich den selben Aufbau auch für den Rückweg, also meinen Anschluss der HiFi-Anlage wählen und damit noch einmal:
ADOT- Singlemode-Transceiver in der UDM, 30m Singlemode LWL, Medienkonverter ADOT MC01 mit Singlemode-Transceiver, 0,6m Furutech LAN8 NCF plus.

Mein audiophiler Switch ist von Silent Angel (Bonn NX), der leider keinen SFP besitzt.
Deshalb habe ich auch alternativ den Dela (früher Melco) S50 und den SotM sNH-10G eingesetzt, die eben beide über einen SFP verfügen und daher keinen Medienkonverter benötigen – aber darüber folgt später ein eigener Bericht.

Im nächsten Schritt geht es dann darum die VLANs aufzubauen.

Noch schnell ein Tipp aus eigener Erfahrung:
Wenn Sie sich für Unifi entscheiden, ersetzen Sie auch alle „kleinen“ Switches in Ihrem Netz durch Unifi-Geräte. Switches anderer Hersteller werden nicht korrekt erkannt, können daher nicht von der UDM konfiguriert werden und nehmen sich (wie in meinem Fall) möglicherweise ausgerechnet die selbe IP-Adresse wie meine UDM, was natürlich zu einem Netzwerk-Konflikt führt.
Das ist, als wollte man zwei PKW auf dem selben Parkplatz abstellen.

Abschließend:

Ich habe für verschiedene Zwecke VLANs eingerichtet und logischerweise auch ein VLAN ganz alleine für meinen audiophilen Switch der HiFi-Anlage.

Damit hatte ich sowohl mein primäres Ziel erreicht – meine HiFi-Anlage von allem anderen aus meinem Heimnetz zu trennen. Ich habe jetzt also ein Post-Auto ganz alleine für meine HiFi-Anlage! Aber auch mein sekundäres Ziel habe ich erreicht – mein Heimnetz aus IT-Sicht sinnvoll aufzuteilen und Ordnung zu schaffen.

Und ich muss sagen – wenn man mal meinen audiophilen Switch samt Masterclock (Genesis GX) und Netzteil (Forester FX) preislich aussen vor lässt, war das gar nicht so wahnsinnig teuer. Also alleine für ein aufgeräumtes Heimnetz hat sich der Aufwand aus meiner Sicht schon mal gelohnt. Alles lässt sich irgendwie schneller bedienen. Mein Apple-TV und der Leica-Beamer reagieren schneller und laufen spürbar stabiler.

Kommen wir zum Hörergebnis:

Klartext:
Meine Hoffnungen wurden erfüllt – es hat sich gelohnt. Allerdings auf eine völlig andere Art und Weise als ich das erwartet hatte.

Doch was hatte ich eigentlich erwartet?

Und das kann ich gar nicht so richtig beschreiben. Was erwartet man von solch einer Maßnahme? Vielleicht ein Anstieg des Dynamik-Umfangs? Möglicherweise mehr Ruhe? Mehr Körper? Eine bessere dreidimensionale Wiedergabe?
Eigentlich ist das alles Unsinn.
Denn nichts davon hätte ich bei mir als “verbesserungsdürftig” beschrieben.
Es lief doch absolut super-phantastisch!

Bei wem das nicht so ist, der muss auch nicht glauben, er müsse jetzt einfach nur ein VLAN einrichten und schon wären alle Klangprobleme beseitigt!

Und jetzt sitze ich da und kann eigentlich gar nicht fassen, was ich da höre.
Ich schaue auf ein Paar Progressive Audio Extreme I aktiv – und höre eine Veränderung, von der ich bisher geglaubt hatte, sie sei im besten Fall durch die 30mm Diamant-Hochtöner in einer Pearl erreichbar.

Diese Diamant-Hochtöner sorgen dafür, dass man eigentlich überhaupt nichts mehr aus einem Lautsprecher hört – nicht einmal die höchsten Töne. Querflöten, Piccoloflöten, Triangel … Töne, die nervig klingen können und eben nach dem Material, aus dem die Hochton-Chassis gefertigt sind. Textilkalotten wirken wie Dämpfer, Bändchen wie Alu-Papier, Metallkalotten lassen jeden Sound stählern klingen. Man kann teure Maßnahmen dagegen ergreifen, aber ganz los wird man diese Probleme wohl nie.

Und auch der Hochtöner einer Extreme I erreicht einfach nicht das Klang-Niveau eines Dimant-Hochtöners. Irgendwo bestimmt halt doch immer noch der Geldbeutel, was man erreichen kann und was nicht.

Aber wenn es darum geht, das “Zweitbeste” so nah wie möglich an das “Beste” zu bringen, dann wurde hier soeben das Ziel erreicht!

Diese freche kleine Extreme I spielt bei mir auf wie die ganz Großen!

Absolut gelassen und souverän präsentiert mir diese „Regalbox“ Musik in Originalgröße!
Das ist so sagenhaft unangestrengt, so selbstverständlich!
Ich kann es gar nicht abwarten, dass mir Ralf Koenen meine Pearl zurückbringt, die sich gerade für ein Upgrade in seiner edlen Manufaktur befindet.

Hör-Beispiel: (mehr als beeindruckend!!!)

Seit einigen Wochen fasziniert mich der Song Mio Cristo Piange Diamanti (Rosalía vom Album LUX).
Dieser Song ist kein Lied – er ist eine ganze Oper, ein Film, ein Drama.

Leidenschaft pur und eine Hingabe an die Kunst des Gesangs, wie ich sie selten erlebt habe.

Aber Vorsicht!  Um dieses Ausnahme-Stück genießen zu können, reicht es nicht aus, einfach stumpf irgendwelche Testsieger-Komponenten miteinander zu verbinden. Wenn die Kette nicht harmonisch aufeinander abgestimmt ist, ist es sehr gut möglich, dass Sie beim Hören dieses Titels eher unangenehme Gefühle entwickeln und Lust verspüren, gegen die Lautsprecher zu treten.

Diese Stimme ist ein Prüfstein für jede HiFi-Anlage.

Und das Tolle an solchen Titeln ist ja, dass Kunden auf meinem Sofa sitzen, voller Staunen dieses Stück „ertragen“, sich den Titel notieren, ihn bis ganz zum Schluss hören wollen und am Ende dann sagen:  „Überhaupt nicht meine Musik! Aber der reine Wahnsinn!  Gänsehaut pur!“

Auch die Härchen auf meinen Armen tanzen quasi im Rhythmus der Musik.
Obwohl ich den Titel jetzt schon so oft gehört habe – oder vielleicht deswegen – höre ich ihn heute zwei mal komplett durch.

… und bin danach so fix und fertig, als hätte ich einen Marathonlauf hinter mir.

Nicht nur Rosalía ist mit Leib und Seele dabei – auch der Tonmeister gibt alles. Hall und Echo, fein dosiert eingesetzt, genau an der richtigen Stelle. Stakkato und Stille werden als Stilmittel abgelöst von tief traurigen Grundtönen wie bei einer guten Filmmusik. Sie unterstreichen hier aber keine Emotionen, sie erzeugen sie.

Fast hätte ich gesagt:  „Ganz großes Kino!“.

Ich höre meine Playlists rauf und runter und verzeihen Sie mir das Klischee: Ich habe das Gefühl, manche Titel zum ersten Mal richtig zu hören!

Es ist nicht der Versuch – mich zu beeindrucken!
Es ist genau das Gegenteil!
Es ist diese Selbstverständlichkeit.
… diese Natürlichkeit.

Hat sich der Aufwand also gelohnt?
… und die Antwort lautet:  Ja!

Sollten Sie das nachmachen?

Ja! Unbedingt!
Wenn ….
… Sie sich mit Heimnetzen, Router, Switches usw. auskennen und vielleicht sowieso schon VLANs für Ihre Smarthome-Installation aufgebaut haben.

Nein! Auf keinen Fall!
Wenn …
… Sie sich eben nicht damit auskennen und sich da erst einarbeiten müssten. Ihnen kann ich sagen, dass Sie mit einem besseren LAN-Kabel oder einem guten audiophilen Switch vermutlich mehr Klangzugewinn erreichen können als mit VLANs.

Hinweis für Besitzer einer Powerstation von Progressive Audio:
Die Fritzbox ist in dem oben beschriebenen Aufbau über das LAN-Kabel mit dem Potential der Telekom-Leitung verbunden. Dies muss unbedingt vom Potential der Powerstation getrennt sein! Deshalb muss die Fritzbox wie auch der erste Medienkonverter, der ja ebenfalls über das LAN-Kabel an der Fritzbox und damit am Potential der Telekom hängt über ein eigenständiges Netzteil betrieben werden. Dieses Netzteil darf natürlich auch nicht über die Powerstation versorgt werden.

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