1.2.2. Abstand der Lautsprecher zueinander

1.2.2. Abstand der Lautsprecher zueinander

Im Teil 1.2.2 Abstand der Lautsprecher zueinander, erfahren Sie etwas darüber, wieso es nicht gleichgültig ist, wie weit Sie die Boxen voneinander entfernt aufstellen.

Gibt es für den Abstand der Boxen zueinander eine feste Regel?

Das Stereodreieck

Das Stereodreieck

Wie groß der Abstand zwischen den Lautsprechern sein sollte, wird uns in der Regel vom Hersteller vorgegeben.
Zwar ergibt sich der Abstand (die Linie A) in der Regel einfach dadurch, dass wir den Abstand zwischen unserem Hörplatz und der Linie A (also die Linie B) messen und danach die Länge der Linie A festlegen (A ist gleich B), aber es gibt auch Lautsprecher, die lieber etwas enger zusammenstehen möchten und andere, die dann am natürlichsten abbilden, wenn sie sehr weit voneinander entfernt aufgestellt werden. Das “klassische Stereodreieck”, bei der die Höhe des Dreiecks seiner Grundlinie entspricht, wird dadurch zwar etwas verzerrt, aber am Ende zählt eben doch immer noch das Ergebnis.
Die wichtigste Forderung lautet nun einmal, dass das Klanggeschehen authentisch wiedergegeben wird.

 

In den Abbildungen 1 bis 3 sehen wir voneinander abweichende Boxenaufstellungen, die aber alle zur gleichen Darstellung des musikalischen Geschehens führen.

1_Standard-Abbildung

1_Standard-Abbildung

Zur Abbildung 1:
Wir sehen die Standard-Aufstellung, die hier zu einer Standard-Darstellung führt. Wir hören links die Gitarre, in der Mitte den Bass, dahinter das Schlagzeug und rechts das Saxophon. Die Boxen bilden hierbei nicht die “Torpfosten”, zwischen denen sich das Klangbild abspielt, sondern die Darstellung geht durchaus auch links neben dem linken und rechts neben dem rechten Lautsprecher noch weiter.

2_Extrabreite Boxenaufstellung

2_Extrabreite Boxenaufstellung

 

In der Abbildung rechts stehen die Lautsprecher sehr weit voneinander entfernt. Dadurch bilden sie jetzt die “Torpfosten”, zwischen denen sich alles darstellt. Dennoch ergibt sich die identische Abbildung des musikalischen Geschehens wie in Abbildung 1.

3_Sehr enge Boxenaufstellung

3_Sehr enge Boxenaufstellung

In der dritten Abbildung (links) stehen die Boxen extrem eng zusammen und dennoch wird auch in diesem Beispiel das Klanggeschehen absolut identisch zu den Abbildungen 1 und 2 dargestellt. Trotz unterschiedlicher Aufstellung ist das Ergebnis bei allen drei Varianten immer das selbe.
Dies liegt einfach daran, dass hier die Hersteller unterschiedliche Wege gegangen sind, um das gleiche Ziel zu erreichen.

 

4_Zu wenig Breitenstaffelung

4_Zu wenig Breitenstaffelung

Was geschieht, wenn die Boxen mit zu wenig Abstand zueinander aufgestellt werden, das verdeutlicht die Abbildung 4. Alle Musiker „knubbeln“ sich in der Mitte. Die Gitarre ist nicht mehr links vom linken Lautsprecher, das Saxophon nicht mehr rechts vom rechten Lautsprecher, sondern alles spielt sich in der Mitte zwischen den Boxen ab. Keiner der Musiker hat den Raum, den er braucht, um sein Instrument spielen zu können. Wer eine solche Wiedergabe mag, der sollte sich besser nach guten Mono-Anlagen  und -Aufnahmen umschauen.

 

 

5_Übertriebene Breitenstaffelung

5_Übertriebene Breitenstaffelung

Stehen die Boxen jedoch zu weit auseinander, wird auch das Klangbild auseinander gezogen. Das Schlagzeug ist nun so groß, dass der Drummer drei Meter lange Arme braucht, um an alle Toms und Becken heran zu kommen. Die anderen Instrumente spielen so weit voneinander entfernt, dass die Zusammengehörigkeit verloren geht. Das kann so weit gehen, dass wir das Gefühl bekommen, jeder Musiker würde einen ganz anderen Titel spielen.

Zugegeben – so eine extrem breite Darstellung kann durchaus “beeindruckend” sein – aber auch hier muss man einfach das Ziel der High-Fidelity im Auge behalten und das lautet nicht:  “So beeindruckend wie möglich”, sondern “so realistisch wie möglich”.

Wenn ein Boxenkauf ansteht, sollten Sie sich rechtzeitig darüber informieren, wie die Lautsprecher aufgestellt werden sollten. Zum einen können Sie damit möglicherweise Einrichtungsprobleme auf einfache Art und Weise lösen. Zum anderen ist so etwas aber immer auch eine kleine “psychologische” Angelegenheit. Denn bei allen oben gezeigten Abbildungen werden Sie erkennen, dass wir etwas anderes hören als unser Auge sieht. Und das empfindet jeder ein klein wenig anders. Die zu enge Boxenaufstellung gefällt z.B. kaum jemandem. Und das vertrackte dabei: Schließen wir die Augen, hören wir das Klanggeschehen in voller Breite. Öffnen wir die Augen und sehen, wo die Boxen stehen, “schiebt unser Gehirn” plötzlich auch das Klangbild eng zusammen. Es “beschließt” einfach, dass “von so weit rechts und links gar nichts zu hören sein kann” und packt alles in die Mitte. Schließen wir die Augen – zieht es sich wieder auseinander.
So etwas muss man mögen.

In dieser Serie sind schon folgende Beiträge fertiggestellt:

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