Stromleitung

Mit der Erfindung des elektrischen Stroms entstand die Aufgabe, diesen von A (Stromquelle) nach B (Verbraucher) transportieren zu müssen. Das konnte jeder einfache Draht bewerkstelligen.
Doch der Draht, der Strom transportieren sollte, der musste isoliert werden, da Strom nun einmal eine gefährliche Angelegenheit ist. Und so wurde aus einem Draht ein Kabel.

Doch anders als Wasser, das durch einen Gartenschlauch fließt, benötigt Strom immer einen geschlossenen Kreislauf, also einen Hin- und einen Rückleiter, um fließen und eine „Leistung“ vollbringen zu können.
Den wohl einfachsten aller Versuchsaufbauten kennen wir alle noch aus dem Physikunterricht:
Batterie – Kabel – Glühbirne – Kabel – Batterie.
Wird der Stromkreis geschlossen, fließt der Strom und bringt die Glühbirne zum Leuchten.
Wird der Stromkreis unterbrochen, leuchtet nichts mehr.

Beim „Gleichstrom“, wie wir ihn von der Batterie her kennen, fließt der Strom immer in die gleiche Richtung, nämlich von Plus nach Minus.

Beim Wechselstrom gibt es diese Plus- und Minuspole nicht mehr, da die Flussrichtung des Stroms sich permanent ändert. Wie schnell sich die Flussrichtung ändert, ist auf unserer Erde je nach Region unterschiedlich, beschränkt sich aber auf die beiden Werte 50 Hz und 60 Hz. In Deutschland liegt sie bei 50 Hz.

Unabhängig davon, ob wir nun mit Gleichstrom oder Wechselstrom arbeiten, ist das Prinzip eines Stromkabels immer das gleiche:
Auf der einen Seite liegt die Stromquelle (da kommt die „Kraft“ her) und auf der anderen Seite liegt der Verbraucher (der die „Kraft“ benötigt). Das kann eine Glühbirne sein, ein Motor, ein Heizelement oder vieles mehr.
Stecken wir den Stecker des Stromkabels in die Steckdose, werden beide benötigten Kontakte hergestellt und der Strom kann fließen und seine Leistung vollbringen.

Signalleitung

Irgendwie finden wir dieses Prinzip zwar auch bei der Signalleitung, aber doch gibt es einen gravierenden Unterschied.
Mit einer Signalleitung verbinden wir nämlich immer einen „Signalsender“ mit einem „Signalempfänger“.

Der Signalsender, das kann zum Beispiel der Tonabnehmer (hier mal ganz einfach die „Nadel“ genannt) eines Plattenspielers sein. Die Nadel durchfährt beim Abspielen der Platte die Rille, wird dadurch bewegt und durch ihren inneren Aufbau mit Spulen und Magneten erzeugt sie analog zur Information auf der Platte eine elektrische Spannung.

Diese schickt sie durch die angeschlossenen Kabel zur Eingangsstufe des Verstärkers. Der Verstärker muss diese Signale nun „empfangen“ und lesen, also auswerten können.

 Strom wird hier also nur sekundär als „Kraftquelle“ genutzt, primär als Informant.

Dies ist eine sehr bedeutende Feststellung und deshalb gehört sie hier auch in den einleitenden Artikel.

Was nämlich mit Informationen „unterwegs“ so alles passieren kann, das kennen wir noch aus unserer Kindheit, wenn wir „stille Post“ gespielt haben.

Und während manche von uns die erhaltenen Informationen damals erstaunlich korrekt und “verlustfrei” weitergeben konnten, waren andere einfach „erbärmlich schlechte Signalkabel“, um es mal so auszudrücken.

Wenig Spannung!

Manch ein Tonabnehmer erzeugt maximal eine Ausgangsspannung von gerade einmal 0,08 mV!
Das ist salopp gesagt so gut wie nichts.
Um derart winzige Informationen dennoch „empfangen“ , „lesen“ und „auswerten“ zu können, benötigen wir Bauteile, die man im optischen Bereich vermutlich als „Mikroskope“ bezeichnen würde.
An dieser Stelle solltet Ihr als Leser schon „irgendwie so ein Gefühl dafür entwickeln“, wie wichtig es sein muss, dass die von diesem Tonabnehmer erzeugten Informationen vollständig und unverändert am „Empfänger“ ankommen müssen, oder?

Was weg ist ist weg

Was da unterwegs verloren geht oder manipuliert worden ist, das kann vom besten Empfänger der Welt nicht mehr korrekt ausgelesen werden.

Aber selbst wenn wir auf ein verhältnismäßig lautes Quellgerät wechseln wie unseren CD-Spieler, dann liegen wir immer noch im Bereich um die 2 Volt. Viel wohler wird es uns da auch nicht wirklich, oder?

Aber in diesem Buch geht es nicht um Gefühle, oder doch?

Jedenfalls hoffe ich mit dieser Einleitung Ihre „Sensoren“ für das Thema Kabel aktiviert zu haben.

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