Der Weg zum Streaming führt über das Rippen von CDs

Der Weg zum Streaming führt über das Rippen von CDs

Der Weg zum Streaming führt über das Rippen von CDs

Der Weg zum Streaming führt über das Rippen von CDs

In meinem Bericht “Der Weg zum Streaming führt über das Rippen von CDs” erläutere ich, wieso die CD als Medium nicht mehr “en vogue” ist und wie sich zurzeit alles verändert.

Am Anfang war … die CD

CD

CD

Als in den 1980-er Jahren die Musik mit Erscheinen der CD digital wurde und die LP ablöste, glaubten wir, dass dieses neue Medium in puncto Komfort nicht mehr zu überbieten sei.

Damals hatte noch niemand damit gerechnet, dass wir alle mal einen (oder mehrere) Computer besitzen würden. Wir kannten keine Smartphones oder Tablets und wir konnten uns nicht vorstellen, was wir denn an “so einem Internet” gut finden würden.

Und ein Motiv für ein „vernetztes Zuhause“ gab es sowieso nicht.
Das sieht heute ganz anders aus.

Und auf einmal empfinden wir es als vorsintflutlich, eine CD suchen, einlegen und wechseln zu müssen.

Alle unsere CDs auf einer einzigen Festplatte!

HDD

Heute fragen wir uns, wie zeitgemäß so ein CD-Player noch sein kann und kommen zu einem ziemlich negativen Urteil.
Es liegt also auf der Hand, dass immer mehr Musikliebhaber auf die Idee kommen, ihre angesammelten CDs auf eine Festplatte zu speichern und dann von dort (im ganzen Haus?) abspielen zu können.

Nie wieder eine CD suchen müssen, einlegen müssen, wechseln müssen!

Die Frage, auf welchem Album denn auch noch mal dieser oder jener Titel lag, wird irrelevant. Wir hören einfach kreuz und quer oder legen sogar thematisch geprägte Playlists an.

Ein Traum, oder?

Kein Traum – Realität!

Das Laufwerk

MELCO D100B

MELCO D100B

Um die Titel von der CD auf die Festplatte zu bekommen, benötigen wir ein CD-ROM-Laufwerk. Das ist nichts anderes als ein CD-Player, den wir an unseren Computer anschließen können. Meistens haben diese Geräte heutzutage einen USB-Anschluss. Die analogen Ausgänge (Cinch) können wir dafür jedenfalls nicht verwenden.
Ältere PC haben aber auch noch so ein CD-ROM-Laufwerk eingebaut.

Die Software

Außerdem brauchen wir ein spezielles Programm zum Rippen.
Eigentlich – kann ein Computer nämlich die Daten auf einer Audio-CD gar nicht lesen. Hierzu müssen wir eine spezielle App zum „Rippen“ installieren.

Welche Qualität reicht Ihnen?

Im einfachsten Fall verwenden Sie eine kostenlose App und rippen Ihre CDs im MP3-Format. Hierdurch passen bis zu 150.000 Titel (von 3-5 Minuten) auf eine Festplatte mit 1TB Speicherplatz.

Der audiophile Anwender dagegen nutzt heute spezielle CD-ROM-Laufwerke (Melco, Innuos …), Programme, die die Leseergebnisse mit einer Online-Datenbank abgleichen (AccurateRip) und hochwertige Spezialkabel sowie audiophile Netzteile, um die bestmögliche Qualität zu gewährleisten.

Von der Festplatte klingt es besser als von der CD!?

Das ist tatsächlich so –
wenn man alles richtig macht.

Eine CD kann Produktionsmängel aufweisen, zerkratzt oder fleckig sein, beim Abspielen zu stark vibrieren (Höhenschlag); das CD-ROM-Laufwerk ist vielleicht minderwertig oder der Lesevorgang wird von Fremdlichteinstreuungen manipuliert.
Logischerweise wirkt sich das auf die Qualität der abgelesenen Daten negativ aus.

Ein CD-Spieler hält für so etwas eine Fehlerkorrektur bereit. Was nicht gelesen werden konnte, das „denkt sie sich eben aus“, denn die Musik muss weiterspielen.

Beim hochwertigen Rippen am PC wird aber eine solche Fehlerkorrektur abgeschaltet. Kann eine Information nicht eindeutig gelesen werden, versucht das Programm immer und immer wieder, diese Stelle zu lesen. Deshalb kann es Stunden dauern, bis eine CD eingelesen wurde.

AccurateRip – die reine Magie!

Nutzen Sie zum Rippen ein Programm mit Zugriff auf AccurateRip, werden die Lese-Ergebnisse online mit einer Referenzdatei verglichen.
Zeigt Ihr Programm fälschlicherweise eine gelesene 0, wo eigentlich eine 1 sein muss, wird nicht die Information von unserem CD-ROM-Laufwerk sondern die aus der Referenzdatei übernommen.
Am Ende sollte dabei ein fehlerfreies (der Referenzdatei entsprechendes) Album entstehen, was wir beim realen Abspielen einer CD so kaum erreichen können.

Die Wahrscheinlichkeit, dass unsere gerippte CD von der Festplatte gelesen besser klingt als im CD-Player abgespielt, ist also sehr hoch und überhaupt nicht erstaunlich.

Ein mal da – immer da !

Das tolle an einem gerippten Album ist, dass es sich nun für alle Bewohner erreichbar in unserem Heimnetz befindet.

Der Speicherort

Aber natürlich nur, wenn der PC, auf dessen Festplatte wir unsere Alben gespeichert haben, auch eingeschaltet ist.

Ein Server

Alter PC

Alter PC

Das ist bei einem „normalen“ PC aber nicht immer der Fall. Anfangs hat man deshalb einfach einen alten ausrangierten PC zum „Server“ ernannt, dort alles gespeichert und ihn immer laufen lassen.
Das führte zu einem hohen Stromverbrauch und war auch so keine besonders gute Idee.

 

 

Eine externe Festplatte

Sie ist flexibel und mobil. Wir können sie abklemmen, an einem anderen PC anklemmen … aber für die Nutzung von mehreren Personen ist sie eher ungeeignet.

Network Attached Storage  (NAS)

NAS

NAS

Hinter dieser Bezeichnung versteckt sich nichts anderes als ein Server.
Allerdings ein Spezial-Server mit Spezial-Software und Spezial-Hardware.
Er wurde – bis hin zum niedrigeren Stromverbrauch – darauf hin entwickelt, ununterbrochen Daten in jeglicher Form in unserem Heimnetz bereit zu halten. Natürlich auch Audio-Dateien.

Sämtliche Hilfsmittel, die wir benötigen, um die auf dem NAS liegenden Titel abspielen zu können, bringen diese NAS i.d.R. von Hause aus schon mit, sind aber auch offen gegenüber anderen Software-Paketen.
Grundsätzlich muss man also sagen, dass diese NAS von der Funktion her tatsächlich genau das sind, was wir für unsere Musik gesucht haben.

Soll ich noch CDs kaufen, wenn ich die doch nur rippen will?

Eine sehr berechtigte Frage!
Die immer mehr Musikliebhaber aus zwei Gründen negativ beantworten und sich stattdessen die gewünschten Alben und Titel  von einem Musikportal herunterladen.

Erstens –
sparen sie sich die Tätigkeit des Rippens und vielleicht sogar die erforderliche Soft- und Hardware-Ausstattung.

Zweitens –
bekommt man heute eine extrem hohe Anzahl an Titeln und Alben in einer High-Resolution-Audio-Auflösung, also in einer besseren Qualität, als wir sie auf einer CD finden können.

Downloaden ist also besser und günstiger als Rippen!

… sofern man nicht Hunderte oder Tausende CDs bereits gekauft hat, die man natürlich nicht zum Downloaden noch einmal kaufen möchte.

Streaming-Abo – die perfekte Alternative?

Qobuz

Qobuz

Nun, wer mehrere Hundert oder Tausend CDs sein Eigen nennt, der wird sich schon verdammt schwer damit tun, sie alle als „überflüssig“ zu erklären.
Das Verkaufen lohnt sich heute leider nicht mehr, also muss man sie zwangsläufig behalten.

Um dennoch nicht in der alten HiFi-Welt gefangen gehalten zu werden, bleibt uns gar nichts anderes übrig, als die Alben, für die wir mal viel bezahlt haben, zu rippen und zentral zur Verfügung zu stellen.

Wer in der glücklichen Lage ist, nur wenige CDs zu besitzen, der kann allerdings vollständig in die Zukunft einsteigen und ein Abo bei Qobuz oder Tidal abschließen.

Von der ersten Sekunde an bekommt er Zugriff auf rund 40 Millionen Titel. Sehr viele davon in einer deutlich höheren Auflösung als die CD sie bietet.

Wer also ein paar Voraussetzungen schafft und auf die richtige Hardware setzt, der kann alle seine CD-Regale ausräumen und die Silberscheiben verschenken, solange sie noch jemand haben will.

Keine Lösung für alle

Doch zurück zu denen, die es zurecht nicht fertig bringen, ihre „Schätze“ einfach in die gelbe Tonne zu werfen.

Wie kommt denn jetzt die Musik in unsere HiFi-Anlage?

Nun, es gibt zwar NAS mit Anschlüssen für unsere HiFi-Anlage, aber eine gute Idee ist das meistens nicht. Noch sind große SSDs zu teuer und die alten HDDs viel zu laut.
Nichts – absolut rein gar nichts – ist an einem NAS audiophil ausgerichtet.
Das Netzteil ist eine Katastrophe, die Betriebssysteme sind mit Millionen Funktionen überladen und sämtliche Buchsen und Verbindungen folgen IT-Vorgaben und scheren sich nicht um die Frage, wie „sie denn wohl klingen“.
Da sie laut und meistens auch hässlich sind, stehen sie in einem Nebenraum und sind mit einem ellenlangen, billigen LAN-Kabel mit unserem Wohnzimmer verbunden.

Netzwerkplayer

Innuos ZENith Mk3 Silver Perspective

Es hat nicht lange gedauert, bis man auf die Idee kam, man könnte doch auch genau so gut richtige HiFi-Komponenten entwickeln, die die Funktion eines NAS übernehmen.
Im ersten Schritt sahen diese Teile zwar noch aus wie Desktop-PC aber heute sind sie von einem noblen CD-Player nicht mehr zu unterscheiden

 

Und auf einmal wird „Abspielen“ zum „Streamen“.

Von „abspielen“ sprechen wir, wenn die Datei physisch dort liegt, wo wir uns befinden, also z.B. auf der Festplatte unseres Computers vor dem wir sitzen. Wir öffnen die Datei und spielen sie mit einem Audioplayer (das ist eine spezielle Software).

Zu diesem Zeitpunkt ist die Datei – also der Titel, den wir spielen – für andere nicht erreichbar, denn wir haben sie ja „geöffnet“.
In einem Netzwerk mit mehreren Benutzern wäre das ziemlich doof, denn vielleicht wollen ja zwei Personen zur gleichen Zeit das gleiche Lied hören?

Man musste also eine Vorgehensweise entwickeln, bei der mehrere Zugriffe auf die gleiche Datei möglich sind. 

Bei diesem Vorgang zieht sich eine Software, die wir ebenfalls „Server“ nennen (was zugegebenermaßen sehr verwirrend ist), einen Teil der Datei in einen Zwischenspeicher (Buffer), ohne diesen Teil vom eigentlichen Speicher zu entfernen.

Alles, was wir abgespielt haben, wird wieder aus dem Zwischenspeicher gelöscht, während die nachfolgenden Teile parallel dazu in den Buffer geladen werden.

Beim Streamen wird also nichts von der Quelle entfernt, sondern es werden in einem „flüchtigen Speicher“ lokale, temporäre Kopien angelegt, die nach dem Anhören wieder gelöscht werden. Somit ist es sichergestellt, dass sich keine Datei, also kein Titel vollständig auf dem Streaming-Gerät befindet, sondern immer nur Teile von ihr und auch immer nur im temporären Speicher (Buffer).

…und es wird eine große Verwirrung kommen.

Hatte Monty Pythons das vielleicht schon beim Dreh zu Brian vorausgesehen? 🙂

Was einen wirklich total kirre machen kann:

Wir können Musik von einem Portal streamen, wir können aber auch die Musik von einem NAS streamen. Dann können wir die Musik innerhalb unseres Heimnetzes über Airplay streamen oder über Bluetooth oder RAAT oder WLAN. Wir können uns einen ROON-Core-Server zulegen und dann mit ihm die Musik von einem NAS streamen und danach zu verschiedenen „Endpoints“ im ganzen Haus streamen. Den NAS können wir durch einen Netzwerkplayer ersetzen. Der Netzwerkplayer kann aber auch vielleicht Musik aus einem Portal streamen oder er verfügt über ein CD-ROM-Laufwerk zum Rippen. Es gibt Netzwerkplayer, die sind eigentlich audiophile Computer. Andere sind mehr audiophile NAS oder audiophile Ripping-Stationen. Für alle gibt es irgendwie eigene Softwareprodukte, aber fast alle lassen sich auch über eine gemeinsame Software (ROON) steuern.

Wer soll denn da eigentlich noch den Durchblick behalten?

Falls ich Sie jetzt mehr durcheinander gebracht habe als Sie es vorher schon waren, dann verspreche ich hiermit, das in dem folgenden Bericht wieder in Ordnung zu bringen.

Lesen Sie bitte: https://audiosaul.de/auralic-vs-melco-vs-innuos-vs-sotm-vs-primeminir-roon-nuc/

Das audiophile Heimnetz

Das audiophile Heimnetz

Das audiophile Heimnetz

Das audiophile Heimnetz

Im Bericht „Das audiophile Heimnetz“ geht es heute um die Betrachtung unserer heimischen LAN-Netzwerke und um die Frage, was diese Netze mit dem Klang unserer HiFi-Anlage zu tun haben.

Unter anderem wird es gehen um:

  • Austausch der TAE-Dose gegen eine RJ45-LAN-Dose
  • Austausch des TAE-Anschlusskabels zum Router gegen ein LAN-Kabel
  • Austausch des Netzteils für den Router (und eine andere Steckdose?)
  • Alternative Lösungen für “getrennte” Netze (VLANs)
  • Ein Vergleich zwischen LAN-Kabel und WLAN
  • Audiophile Switches
  • Streamer

Viel Spaß beim Lesen!

Heimnetze

Es ist noch gar nicht so lange her, da waren Muttis Einkaufsnetze oder die über den Erdbeeren im Garten so ziemlich die einzigen Netze, die wir zuhause verwendet haben.
Das änderte sich, als das Internet entstand und immer mehr Geräte in unserem Haushalt daran angeschlossen werden wollten.

Heimnetzplanung

Heimnetzplanung

Heute tut man bei einem Neubau oder einer Renovierung gut daran, nicht nur an einer passenden Stelle für einen Anschluss an das Internet zu sorgen, sondern lieber gleich dafür, dass an den Stellen, wo früher „nur eine Steckdose“ oder ein Antennenanschluss war, jetzt auch einen Netzwerkanschluss vorhanden ist. Und natürlich an jeder Aussentür (für die Haustürklingel), an jedem Fenster (für die Rollläden), an der Markise … und (!!!)  selbstverständlich in der Nähe des Fernsehers und der HiFi-Anlage!
Doch solch ein Netz will gut geplant sein, sonst haben wir es Ende gut gemeint – aber es klingt einfach nicht.
Denn die Musik von Morgen – die kommt garantiert aus dem Internet.
Und für alle die, die es noch nicht wahrhaben wollen:

Diese Zukunft ist längst da!

Nur vielleicht noch nicht bei Ihnen.
Wer heute nach dem besten Klang sucht, der kommt um einen „Streamer“ und ein Abo bei einem guten Musikportal nicht umhin.
Aber der Reihe nach.

Alexa

Internet-“Zauberkasten”

Im Kommerzbereich finden wir mehr und mehr sprachgesteuerte „Fernbedienungen“ namens Alexa, Siri, Google, Cortana, Bixby und sicher noch einige mehr.
Alle benötigen einen Internetzugang, denn sie sind „Vermittler“ zwischen uns Menschen und dem Internet.
Dass sie auch Musik abspielen, hängt einfach damit zusammen, dass sie eben alles “aus dem Internet holen” und uns verraten können, was es im Internet so zu finden gibt.
Die Uhrzeit, das Wetter und eben auch Musik.
Die Uhrzeit stimmt exakt, das Wetter mal so mal so und was das Bereitstellen von Musik angeht, kann man wohl abschließend sagen: „Funktioniert!

Wer da höhere Ansprüche an die Musikqualität stellt, der musste bisher entweder auf einen CD-Player oder einen Plattenspieler zurückgreifen. 

40 Jahre lang toben nun schon die Glaubenskriege zwischen analog und digital

Und 40 Jahre lang waren diese Kriege sinnlos!
Besser geklungen hat analog!
Besser zu bedienen und zu handeln war digital!
Doch jetzt kommt das alles in Bewegung und nichts ist mehr wie es mal war.

Meine Sicht zur “Lage der Nation”:

Jumbo

Startender Jumbo-Jet

Fast 40 Jahre lang musste die hochwertige “Flugmaschine Analog” vor dem Hangar ausharren, während der “Billigflieger CD” über dem Airport provozierend seine Runden drehte.
Ausgerechnet zu einem Zeitpunkt, als die “Flugmaschine Analog” wieder eine Starterlaubnis erhielt und gerade in den Steigflug geht, während sich der “Billigflieger CD” mit Triebwerksschaden der Landebahn nähert, prescht von der Seite ein startender Jumbo heran, der den “Billigflieger CD” auf dem Acker eine Bruchlandung vollziehen lässt und die “Flugmaschine Analog” so stark ins Trudeln bringt, dass sie erst einmal wieder zur Durchsicht in die große Halle muss. Mit ungewissem Ausgang.  Und der Name, der auf diesem Jumbo steht, der lautet:  Streaming.”

Wieso ist Streaming so stark?

Die Antwort verstehen wir am besten, wenn wir nach Parallelen suchen, die dem Musikhören weit voraus sind, und diese Parallele finden wir ganz einfach in der Fotografie.

Digitalkamera

Digitalkamera

Vor etwa 20 Jahren kamen die ersten digitalen Fotokameras mit etwa 1,5 MP auf den Markt. 
Um Bilder fürs Album zu machen war das ok, aber Profi-Fotografen versicherten damals:

“Bevor wir jemals mit einer digitalen Kamera Fotos schießen, lassen wir uns lieber ein Bein abhacken!”

Können Sie sich vorstellen, was das heute bei einer großen Veranstaltung für ein Gehumpel wäre, hätten sie alle Wort gehalten?  🙂

Irgendwann gelang es den Kamera-Herstellern Sensoren zu entwickeln, die mehr als 10MP zur Verfügung stellten und auf einmal waren auch die Profis davon überzeugt, dass es keiner höheren Auflösung mehr bedarf, um jetzt doch auf eine Digital-Kamera umzusteigen.
Aber ganz im Sinne von tiefer-schwärzer-breiter-weiter-schneller … wurde trotzdem weiter entwickelt. Heute gibt es kaum noch eine Handy-Kamera mit Sensoren, die weniger als 20 MP aufzuweisen haben.
Den echten Profis, also z.B. den Werbefotografen, stehen mittlerweile Sensoren mit einer Auflösung von über 100 MP zur Verfügung und analog – knipst da ganz sicher niemand mehr!

Und die Musik?

Auf den letzten Tonmeistertagungen waren sich diejenigen, die die Musik aufnehmen – einig:
24 Bit bei 96 kHz wird der High-Res-Audio-Standard für die höchsten Ansprüche. 
Alles darüber hinaus ist nur etwas für die „Tiefer-breiter-schwärzer-Fraktion“ und damit unsinnig.

Können wir das dieses mal glauben?

Gehirn

Eine große Lüge der Wissenschaft hört auf den Namen MP3. Mit hoch-seriösem Anspruch hat man uns versichert, dass das menschliche Gehör und das Gehirn nicht in der Lage seien, mehr zu hören, als im MP3-Format vorhanden ist.
Heute wissen wir: Das ist so, als würde man in einer Suppe das Salz und die Gewürze weglassen – weil man als Mensch ja sowieso nicht in der Lage ist, sie in diesem “Wirrwarr” an Gemüsesorten herauszuschmecken.
Ja – sicher – das MP3-Format ist toll und hat viele viele Vorteile.
Allerdings – führt es uns auch ganz weit weg von dem, was Musik eigentlich ist und eigentlich sein soll.

 

Eine ganze Generation verloren!

Schlimm daran ist, dass wir es zugelassen haben, dass unsere nachfolgende Generation damit aufwachsen musste und sie jetzt diese MP3-Musik genau so toll findet wie Kartoffelbreipulver. Für die HiFi-Branche ist diese Generation ziemlich verloren!
Aber das ist ein anderes Thema.

Welches Format reicht denn nun aus?

Hört man Aufnahmen mit 24/96 und 24/192 im Vergleich, kann man zum Unterschied sagen, dass so manche 24/96-er Aufnahme besser gemacht ist als einige 24/192-er Titel, bei denen sich das Label mit der höheren Auflösung wohl einfach nur einen audiophileren Anstrich verleihen wollte.
Ich bin davon überzeugt, dass wir mit 24/96 einen Klang-Status erreicht haben, bei dem unser Gehör nun wirklich an seine Grenzen kommt. 
Aber wenn es machbar und nicht teurer ist, dann nehme ich natürlich auch gerne 24/192.

Zur Erinnerung:  Die CD hat gerade einmal 16 Bit bei 44,1 kHz.

Und genau das bricht ihr doch jetzt im Moment das Genick! Denn diese Auflösung reicht einfach vorne und hinten nicht. Sie ist so wie die 1,5 MP bei den früheren Digitalkameras. Technische Vergangenheit.

Pro-Ject mit SPU

Pro-Ject mit SPU

 

Wer das Glück hat, heute noch eine LP-Sammlung zu besitzen, der legt sich deshalb einen richtig schönen Plattenspieler zu und erfreut sich am Design und an der Haptik – und ganz sicher auch am guten Klang. 

 

 

40 Millionen Titel?

Spätestens aber – wenn wir die Musikauswahl mit in den Ring werfen, steht der tatsächliche Sieger schnell fest.
Oder besitzen Sie etwa 40 Millionen Titel – das sind rund 4 Millionen LPs?
Ich glaube – eine solche LP-Sammlung gibt es weltweit nicht.

Kommen wir deshalb nun endlich zum eigentlichen Thema meines heutigen Berichts:

Das audiophile Heimnetz

Hat man als Musikbegeisterter gerade eben eingesehen, dass man der Stromversorgung ein wenig mehr Aufmerksamkeit schenken sollte, tut sich beim Umstieg auf das HighResAudio-Streaming ein weiteres Betätigungsfeld auf: Das Heimnetz. 

Wo holt sich ein Streamer die Musik eigentlich her?

Antwort: Von unzähligen Internet-Radiosendern aus der ganzen Welt … oder eben von Musikportalen.
Die Radiosender „senden“ zum Teil gerade so in akzeptabler Qualität – sie sind eben Radiosender.
Die Musikportale stellen ihre Titel gegen Bezahlung in unterschiedlichen Qualitäten (Formaten) zur Verfügung.
Manchmal kann man die Titel kaufen und downloaden, aber das kommt nicht mehr wirklich gut an.
Heute schließt man lieber ein Abo ab und kann sich anhören was man will, so viel man will, so lange man will.
Zuhause, unterwegs, im Urlaub …

Viele dieser Portale – wie der Platzhirsch Spotify – liefern die Titel nur im MP3-Format aus. Das ist für unterwegs ideal (verbraucht wenig Datenvolumen) und wer keine tolle HiFi-Anlage besitzt, der kommt mit dieser Qualität sicher auch zuhause zurecht. 

High-Fidelity … ist das aber nicht!

Da muss man dann schon einen Schritt weiter gehen und sich ein Abo bei den Portalen gönnen, die sich mindestens auf die CD-Qualität festgelegt haben. Frei nach dem Motto: „Zuhause habt Ihr doch auch nichts besseres!“ stellt man also die Titel im Format 16/44.1 zur Verfügung. 
Doch echte HiFi-Freaks hören „das Gras wachsen“ und geben sich mit 16/44,1 nicht so einfach zufrieden. 
Deshalb gibt es Musikportale, die uns noch höhere Auflösungen liefern.

Alles beginnt mit dem passenden Musikportal.

Die sicherste Methode, sich mit garantiert (!!!) hochwertiger Musik zu versorgen, ist derzeit ein Abo bei highresaudio.com. Hier ist immer drin was draufsteht! Garantiert!! Und das ist vom Allerfeinsten!
Leider ist die Auswahl hier nicht ganz so groß wie bei den Mitbewerbern.

Qobuz – der Lieferant der Originale

Qobuz

Qobuz

Für alle Musikfreunde, die nach einer Kombination aus extrem vielen Musiktiteln bei bester “Original-Qualität” suchen, kann ich den Anbieter Qobuz empfehlen. Er liefert uns bei entsprechendem Abo für 249,- € im Jahr alle gelisteten Titel in der höchsten Qualität, die das Label liefern kann. Wurde eine Aufnahme im Format 24/192 gemacht, dann steht sie uns auf Qobuz auch exakt in diesem Format zur Verfügung.

 

 

Tidal – der Lieferant von MQA

tidal_mag

tidal_mag

Das sieht leider beim direkten Mitbewerber namens Tidal anders aus. Tidal konnte der Verlockung nicht widerstehen, mit dem MQA-Format auf Bauernfängerei zu gehen. (Meine ganz persönliche Meinung – bitte informieren Sie sich über MQA auch aus anderen Quellen und beurteilen Sie dann selbst.)
Für mich ist MQA eine Software-Loudness-Taste. Alles klingt irgendwie gefälliger, aber das Original ist es eben nicht mehr, denn MQA arbeitet nun einmal nicht verlustfrei.
Vom Musik-Angebot unterscheiden sich Tidal und Qobuz zwar nur gering, aber dieser Punkt kann dafür sorgen, dass jemand sich dann doch lieber für Tidal entscheidet.

Nun gut – zum Glück für die Liebhaber der Original-Qualität gibt es ja Qobuz. Einfach hier klicken, dann sieht Qobuz, dass es AUDIOSAUL noch gibt: www.qob.uz/AUDIOSAUL 

Was ist eigentlich ein Streamer?

Aries G1

Aries G1

Der Streamer, mal Streaming-Transport. mal Streaming-Bridge genannt, ist das Bindeglied zwischen dem Musikportal im Internet und unserer HiFi-Anlage. Der Streamer holt sich also die Datenpakete vom Portal ab, buffert sie (speichert einen Teil), damit die Musik nicht wegen einer schlechten oder langsamen Verbindung dauernd abbricht und wandelt die Datenpakete in das ursprünglich vorhandene digitale Musiksignal um.
Natürlich gibt es auch Streaming-Geräte, die das digitale Signal gleich in ein analoges Signal wandeln (mit integriertem DAC), aber da zwischen einem einfachen DAC und einem Luxus-DAC mal locker 123.000,- € Preisunterschied liegen können, haben Sie jetzt auch eine Idee, wieso viele Entwickler von Streaming-Geräten lieber die Finger von den Digital-Analog-Wandlern lassen.

Streamer ist nicht gleich Streamer

Auch bei den Streamern gibt es eklatante Preis- und Qualitätsunterschiede!
Jedes Smartphone kann streamen und in jedem PC kann man das per Software installieren, die Hardware ist auch hier vorhanden. Aber leider eben wieder nur in einer Qualität, die über „funkioniert“ nicht viel weiter hinausgeht.
Wer Musik mit höheren Klangansprüchen erleben will, der kommt um die Anschaffung eines speziellen Streamers nicht umhin.
Diese Geräte liefern dann ein wirklich sauberes und stabiles Digitalsignal ab.

Aber natürlich nur, wenn auch die Datenpakete sauber und stabil ankommen!

Daten

Daten

Damit so ein Streamer zuverlässig seine Arbeit verrichten kann, braucht er natürlich seinerseits erst einmal ein sauberes Datensignal aus dem Internet.

Jeder, der mal was vom OSI-Modell gehört hat (Beschreibt, wie Datenpakete versendet werden), der weiß, dass hier Informationen in Pakete aufgeteilt, verpackt und mit Adressen versehen werden, damit der Empfänger sie wieder passend auspacken und zusammensetzen kann.

Schon die Erklärung dieses OSI-Modells ist für Laien derart kompliziert und unverständlich, dass alle die, die schon beim Lesen der Aufbauanleitung zu einem Billy-Regal verzweifeln, sich wohl gar nicht erst mit dem OSI-Modell und seinen vielen Schichten (Layer) befassen sollten.
Tatsache ist jedenfalls, dass diese ganze “IT-Geschichte” so etwas von logisch abläuft, dass man glaubt, hier könne überhaupt nichts schief gehen. Da gehen keine Pakete verloren und es kommen auch keine falschen oder defekten Pakete an.  Jedenfalls nicht in einem guten, anständigen Netzwerk mit guten Komponenten! Leider sieht die Wirklichkeit mal wieder anders aus. Dazu später noch mehr.

Ziehen wir jetzt aber erst mal das Fazit für die erste Phase:

Wir haben also jetzt:

  1. Ein Qobuz-„Studio-Abo“ abgeschlossen und es auch richtig eingestellt!!!???

Hinweis:
Wenn Sie das Abo abgeschlossen und sich die App auf ihren PC oder MAC geladen haben, dann öffnen Sie dort die App und schauen Sie nach, wie die Streaming-Einstellungen eingestellt sind. Ich erlebe es leider immer wieder, dass mir Kunden sagen, Streaming würde schlechter klingen als CD – und schaut man dann in deren Einstellungen von Qobuz nach, dann bezahlen die zwar alle schön ihre 249,- € im Jahr, hören aber nur MP3 oder im besten Fall CD-Qualität.
Leute – so wird das nichts mit dem besseren Klang!
Also:  App starten – oben rechts auf das Profil gehen, auf „Wiedergabe der Musik“ gehen und sicherstellen, dass auch die beste Qualität (HRA bis zu 24/192) eingestellt ist!

   2.  Ein Streaming-Gerät

Ob nun mit internem oder externem DAC, das spielt an dieser Stelle erst mal keine Rolle. Nur die Mindestvoraussetzungen für einen guten Klang sollte das Teil schon mitbringen. Also sollte es auch besser nicht irgendein PC, Laptop oder Macbook sein, solange Ihr ihn/es nicht mit viel Aufwand auf besseren Klang getrimmt habt.

Wo fängt denn das Internet eigentlich an?

Internet

Internet

Ach ja! Zumindest bei uns zuhause fängt es an der Telefondose an, also an der so genannten TAE-Dose.
Diese TAE-Dose und das Kabel, was zum Router geht – mögen wir HiFi-Freaks aber überhaupt nicht leiden!
Das ist absolutes Billigzeug und das klingt wie Hulle!

Da es kein gescheites TAE-Kabel auf dem Markt zu kaufen gibt (damit meine ich nicht den Wochenmarkt!), müssen wir uns etwas anderes einfallen lassen.

 

TAE weg – RJ45 her

Hierfür tauschen wir die TAE-Dose gegen eine Netzwerkdose mit einem RJ45-Anschluss aus. Nehmen Sie da ruhig eine etwas bessere – die Dinger kosten alle nicht viel.
Wichtig ist ein gut abgeschirmtes Anschlussmodul. Die beiden Adern vom Telefonkabel, die stecken wir in “4” und in “5”.
Aber testen Sie ruhig mal, welches in 4 und welches in 5 soll. Einige meiner Kunden wollen da große Unterschiede bei der Polung gehört haben. Mir ist das selber allerdings noch nicht gelungen.
Ist die Dose fertig montiert, können wir nun ein gutes LAN-Kabel von der Dose zum Router ziehen.

Wie gut muss das LAN-Kabel sein?

Ethernet_Diamond

Ethernet_Diamond

Nun – einerseits – besser als diese Beipackstrippe sind wohl so ziemlich alle Netzwerkkabel, die wir in unseren Kabel-Kisten finden.
Andererseits – ob Sie das nun glauben oder nicht – hört man den Unterschied zwischen den einzelnen Netzwerkkabeln an dieser Stelle doch ganz gewaltig.

Wer auf Nummer sicher gehen will, der legt sich ein audioquest Diamond zu. 
Schön kurz!
Ansonsten sollte ein Arzt in der Nähe sein, wenn ich Ihnen den Preis dafür nenne.
😉

 

 

 

Die nächste Station – unser Router.

Dass ich diesen Speedport von der Telekom so toll finde wie eine Koloskopiehosen-Party im Altersheim – das wissen die Leser meines Blogs nur zur genüge. Zu den klanglichen Eigenschaften einer Easybox von Vodafone kann ich selber nicht viel sagen, aber dass von den Fritz!Boxen die aktuelle 7950 am besten klingt, das kann ich Ihnen versichern.

Und audiophile Router?
Bisher tut sich da noch nicht all zu viel auf dem High-End-Sektor. Irgendwie trauen sich die Entwickler wohl an das Thema Router nicht heran. Wer sieht, wie oft die Hersteller dieser Router die Firmware anpassen müssen, der mag den Grund dafür kennen. Von Wawersa soll jetzt ein High-End-Router auf den Markt kommen, allerdings wie ich hörte auch zu einem echt stolzen Kurs!

Bis dahin sollte ein audiophiles Netzteil erst mal helfen

sbooster

sbooster

Diese billigen Netzteile scheinen irgendwie die Schwachstelle der Router zu sein. Tauscht man sie aus, tut sich deutlich mehr als man sich vorstellen kann!

Der Preis-/Leistungstipp schlechthin ist hier natürlich der SBOOSTER von BOTW für rund 250,- €.  Tipp:
Gönnen Sie dem Netzteil ein besseres Stromkabel. Preislich und klanglich passt hier das SupraCable LoRad MK II sehr gut!

 

 

 

 

 

Keces P8 vorne

Keces P8 vorne

Ich will aber nicht unerwähnt lassen, dass es mit dem P3 (400,- €) oder sogar mit dem P8 (700,-€) von Keces noch einmal hörbar besser klingt.
Auch hier gilt die Empfehlung mit dem SupraCable.

 

 

 

 

Wer  Nägel mit Köpfen machen will, der kauft das PSU von Progressive Audio. Das Dingen liegt dann allerdings schon bei 800,- € und hat im Gegensatz zu den beiden Keces nur einen (!) statt zwei Ausgängen. Und … hier reicht auch das LoRad nicht mehr ganz. Falls Sie noch eine “ganz normale” Steckdose verwenden – wäre auch da noch ein Austausch fällig. Meine Empfehlung: Furutech FT-SWS (R) NCF !!!

Die Bausteine eines Routers

Die Aufgaben eines Routers teilen sich in mehrere Bereiche.
Zu Beginn steht natürlich das “Modem”, mit dem sich der Router in das Netz des Providers einwählt. 
Beim nächsten Bauteil handelt es sich um den Server zur Verwaltung unseres Heimnetzes. Hier bestimmen wir in der Regel, dass unser Router das DHCP (Dynamic Host Configuration Protocol) betreiben, also die Zuweisung von IP-Adressen vornehmen soll.
Danach folgen dann das LAN- und das WLAN-Modul. Das eine kümmert sich um die Geräte, die per Kabel angeschlossen sind, das andere um die, die wir lieber ohne Kabel betreiben wollen, also z.B. unsere Smartphones und Tablets.

Ein Verkehr wie auf dem Kölner Autobahnring

Schauen Sie mal auf die LEDs an den LAN-Dosen des Routers.
Zur Ruhe – kommen die anscheinend nie.
Sie signalisieren uns, dass und wenn „Traffic“ in unserem Heimnetz herrscht, aber eigentlich könnte man sich diese LEDs auch sparen, denn es herrscht immerzu Verkehr auf unseren Leitungen!

Der Router fragt umher, ob noch alle da sind, es kommt eine E-Mail herein, der Virenscanner lädt die neuesten Definitionen, irgendjemand sieht sich einen Film an, ein anderer surft gerade, unser Kühlschrank bestellt Milch nach, der Pappa lässt die Rolläden herunter und die Mama stellt die Heizung höher. (Ja ja, wieder 5,- € für die Machokasse)

Frage:  Was von all dem wollen wir „hören“?????

A – u – s – e – i – n – a – n – d – e – r    !!!!!!!

Es ist doch eigentlich extrem schlecht gelöst, dass die unterschiedlichsten Dinge alle in ein und dem selben Netz ablaufen und Geräte miteinander verbunden sind, die überhaupt nichts miteinander zu tun haben. So lange das alles funktioniert, ist es uns ja egal, aber wenn da was den Klang unserer Anlage beeinflusst, dann wollen wir das lieber nicht und hätten dann dafür gerne ein ganz eigenes Netz, oder?

Wer sich gut auskennt, der hat vielleicht schnell ein paar VLANs (virtuelle Netze)  „gestrickt“  und teilt nun die verschiedenen Geräte den verschiedenen Netzen zu – aber ist das wirklich zielführend?

Smartphone

Smartphone

 

Nun, ich denke –  meistens wird es nur unnötig kompliziert.
Man trennt Dinge, die dann auf einmal doch wieder zusammengehören und sei es nur, damit wir es mit unserem Smartphone oder Tablet fernsteuern können.

Bleibt es also beim heillosen Durcheinander und wir können gar nichts dagegen tun?

Hilfe naht!

 

 

 

 

Audiophile Switches

Switch

Switch

Lesen Sie sich einfach mal – z.B. auf Wikipedia – die Berichte über Switches, deren Aufgaben und die unterschiedlichen Lösungen durch.
Mit diesem Wissen und der Erkenntnis, was billige Switches alles anders machen als teure – erkennt man schnell, dass es eigentlich unverzeihlich ist, an dieser Stelle “geizig” zu sein.
Auch dieser Komponente tut es gut, wenn wir ihr ein gutes Netzteil gönnen. Das hört man ja sogar an einem D-Link für 16,- € mehr als deutlich! Oder vielleicht sogar gerade an ihm.
Im Gerät dann noch einfach ein paar Kondensatoren auszutauschen – wie es das dann so für ein paar Hundert Euro zu kaufen gibt – halte ich persönlich für Kokolores, aber zumindest ist dann schon ein gutes Netzteil dabei und das ist doch schon mal was.

Was aber alles nur zeigt, dass man hier an der richtigen Stelle operiert.

Nein – es muss kein „Managed Switch“ für etliche Tausend Euro sein – den kriegen wir ja gar nicht alleine konfiguriert und selbst bei dem hat der Hersteller niemals darüber nachgedacht, wie gut es damit wohl klingen mag. 
Vielmehr sollte es ein Teil sein, was Dinge kann und Dinge tut, die für den Klang wichtig sind.
Eben ein von vornherein aus audiophiler Sicht entwickelter Switch.
Wie zum Beispiel …

Melco, wenns um … den Klang geht.

Melco S100

Melco S100

 

Von Melco gibt es da genau so einen Switch, der etwas trennen kann, ohne es zu trennen, weshalb Melco das auch nicht „Trenner“ und auch nicht VLAN-Macher nennt, sondern einfach „LAN-Filter“.

Ein intelligentes Teil in diesem Switch sorgt dafür, dass wir neben vier “ganz normal zu nutzenden” Ports vier weitere Netzwerkdosen erhalten, an denen ausschließlich das ankommt, was wir hören (!!) wollen und alles andere (z.B. Broadcast-Abfragen) dürfen eben gar nicht mehr zu diesen Audio-Buchsen durch.
Mehr wollen wir doch eigentlich gar nicht, oder?

Nun – diese LAN-Filterung sorgt jedenfalls dafür, dass es einen unglaublichen Klangunterschied gibt und selbst derjenige einen solchen Switch braucht, der dann nur ein einziges Audio-Gerät daran anschließt. (Dazu weiter unten mehr)

 

Hilfe – wir sind verstrahlt!

Ausgerechnet das – was uns das Leben so einfach macht – das verursacht uns auch Probleme!
Die Rede ist hier vom WLAN.
Der Router stellt ein drahtloses Netz zur Verfügung und so können wir uns wunderbar mit unzähligen Geräten in unser Heimnetz einwählen, ohne ein einziges Kabel zu benötigen. Eine tolle Sache!
Im Fokus stehen jetzt aber genau diese Strahlungen. Einerseits sind sie möglicherweise für uns Menschen gar nicht so gesund, andererseits strahlen sie aber auch in unsere HiFi-Kabel  und -Geräte ein und stören sie mehr als uns lieb sein kann.
Hier kommen manche auf die Idee, deshalb mit zwei Routern zu arbeiten. Den einen stellt man weit weg von der Anlage auf und aktiviert dort das WLAN. Den zweiten positioniert man direkt hinter der Anlage, verbindet die Geräte mit Kabeln und hat das WLAN natürlich ausgeschaltet.
Wer weiter oben aufgepasst hat, der muss jetzt aber erkennen, dass das nicht ganz schlüssig durchdacht ist – da wir von unserem Router jetzt ja nur noch die Switch-Funktion verwenden. Und auch da muss man natürlich sagen, dass wir dann doch lieber auf Spezialisten setzen sollten, also auf die audiophilen Switches.

Der Melco ist nicht alleine

Es gibt auch noch andere audiophile Switches.
Den Stein überhaupt ins Rollen gebracht, hat wohl der Kollege Dirk Sommer mit einem Bericht über einen  Switch der Fa. Telegärtner (M12 Switch Gold), der für die Japanische Eisenbahngesellschaft gefertigt wird und bei dem der Hersteller absolut kein Interesse daran hat, mit den HiFi- und High-End-Freaks in Berührung zu kommen.
So ein Teil kostet rund 4.500,- €, hat gerade einmal 4 Ports und benötigt spezielle LAN-Anschlüsse, die ganz sicher niemand von uns zuhause rumliegen hat.
„Man kann alles übertreiben, oder!?“
Wobei es mittlerweile vom dänischen Hersteller Ansuz Acoustics auch eine Switch-Lösung zum Preis von rund 12.000,- € geben soll.

Weitere Marken und Modelle drängen auf den Markt. Da wäre Silent Angel mit dem “Bonn N8” zu nennen oder Ansuz Acoustics mit dem bezahlbaren PowerSwitch X-TC. Paul Pang aus Taiwan werkelt ordentlich auf diesem Gebiet herum und vergessen wir nicht SOtM.

Als Händler interessieren mich natürlich nur die Marken, die auch durch einen ordentlichen Vertrieb in Deutschland vertreten werden. Mir solche Gerät in Taiwan, China oder sonstwo direkt zu bestellen, wäre mir selbst als Händler nicht geheuer. Ich verlasse mich da lieber auf einen guten Service, denn die Zeit schreitet voran und selbst 1.000,- € sind sehr viel Geld.

Hörvergleich

Aus genau diesem Grund habe ich mir für meinen heutigen Hörvergleich folgende Varianten ausgewählt:

Netgear GS108PEv3 
Melco S100
SOtM nGH 10

Das Ergebnis lesen Sie in diesem Bericht :    (in Arbeit)

 

 

 

 

 

 

 

Symmetrische vs unsymmetrische HiFi-Kabel

Symmetrische vs unsymmetrische HiFi-Kabel

Symmetrische vs unsymmetrische HiFi-Kabel

Symmetrische vs unsymmetrische HiFi-Kabel

In meinem Beitrag “Symmetrische vs unsymmetrische HiFi-Kabel” will ich Ihnen die Unterschiede aufzeigen und Sie werden lernen, dass symmetrisch nicht immer das Bessere sein muss.

Wer mit Begriffen wie oberer und unterer Halbwelle oder vertierter und invertierter Eingang etwas anfangen kann, der muss sich das alles sicher nicht von mir erklären lassen, weshalb ich mich – wie fast immer – mit diesem Artikel an die richte, die das alles nicht wissen.

Die HiFi-Welt ist unsymmetrisch

Wir alle kennen das typischste aller HiFi-Kabel, das Cinch-Kabel.

RCA_Digi_Diamond

RCA_Digi_Diamond

Die „RCA“ genannten Stecker besitzen einen mittleren Stift und einen äußeren Ring, also gibt es zwei „Leiter“ oder „Pole“.

 

 

 

 

 

 

 

Diese zwei Leiter benötigen wir, weil sonst Strom nicht fließen kann. Zumindest das wissen wir alle noch aus der Schule. Logischerweise benötigen wir für so einen Stecker auch nur ein Kabel mit zwei Leitern. 

NF-Kabel unsymmetrisch

NF-Kabel unsymmetrisch

Da die Hersteller aber auch gerne ihre Kabel mit einem abschirmenden Geflecht vor HF-Einstreuungen schützen, verwenden viele Entwickler genau diese Abschirmung als zweiten Leiter. Im Kabel finden wir also einen „heißen“ Signal-Leiter und darum herum die Abschirmung, die gleichzeitig der zweite Leiter ist.

Funktionieren tut das alles ziemlich gut – wie es uns die Milliarden im Einsatz befindlichen Kabel täglich beweisen.

Dem HiFi-Freak geht es aber gegen den Strich, dass wir es hier mit zwei völlig unterschiedlichen Leitern zu tun haben. Ein mal gibt es diesen „wohl behüteten“ und von allen Einstreuungen abgeschirmten Innenleiter und ein anderes mal dieses vermeintlich „minderwertige“ Geflecht, was ja für sich nun schutzlos den Einstreuungen ausgeliefert ist.

Aber es gibt noch etwas viel schlimmeres als die Einstreuungen:

… den Potentialausgleich

Dieser Begriff beschreibt das schlimmste Horror-Szenario, was sich ein Musikliebhaber nur vorstellen kann. 😉

Jedes elektronische HiFi-Gerät hat nämlich ein so genanntes „Restpotential“ auf dem Gehäuse. Bei manchen Geräten spüren wir das sogar. Manchmal – wenn wir gleichzeitig noch ein anderes Gerät anfassen, spüren wir es sogar deutlicher als es uns lieb ist.

Dieses „Restpotential“ hat jetzt aber nicht eine feststehende Größe oder Menge, sondern es verändert sich in seiner Stärke mit dem erzeugten Musiksignal.
Verbindet man nun zwei Geräte mit einem Cinchkabel, dann verbindet man über die Abschirmung auch die beiden Massepotentiale der Geräte.
Analog zu Flüssigkeiten in „kommunizierenden Säulen“ versuchen diese Potential-Spannungen nun, sich auszugleichen und die Spannungen in beiden Geräten auf das gleiche Maß zu bringen.

Sie tauschen sich also permanent über die Abschirmung des Cinch-Kabels aus. 

Cinch Stecker RCA

Cinch Stecker RCA

Damit fließen sowohl die Potential-Ausgleichsströme (die wir nicht “hören” wollen) als auch die Signalströme (die wir hören wollen) durch die Abschirmung unsers Cinch-Kabels.
Und genau dies führt zu Klangveränderungen, die wir zwar durch eine gute Masseführung oder andere technische Maßnahmen (z.B. Übertrager) mindern können, die man aber gar nicht erst zulassen muss.

Das bessere Cinch-Kabel ist das XLR-Kabel.

Die Idee hinter einer solchen Verbindung ist also, sowohl für den einen als auch für den anderen Leiter jeweils identische Innenkabel zu verwenden.

Symmetrisches NF-Kabel

Symmetrisches NF-Kabel

Die Abschirmung hat nun mit dem Transport des Musik-Signals rein gar nichts mehr zu tun und wird zu dem, was der Name bereits aussagt: zur Abschirmung.

Hinweis:
Benutzen Sie ein symmetrisches Kabel mit Cinch-Steckern, so ist Vorsicht geboten. Wenn die Abschirmung an beiden Seiten keinen Kontakt zu “Minus” hat, kann sie nicht gut abschirmen. Hat sie an beiden Seiten Kontakt, wird sie wieder zum Leiter, weil ja jetzt die Signale wieder auch durch die Abschirmung hindurch fließen können. Es ist deshalb von großer Bedeutung, die Abschirmung nur an einer Seite (meistens die am Vorverstärker) mit auf “Minus” anzulegen!

Besser ist jedoch, für solch ein Kabel auch einen XLR-Stecker zu verwenden, der eben auch drei Pole aufweist. So bleiben die beiden Signal-Leiter für sich und der dritte Pol übernimmt die Masseführung über die Abschirmung. Hierbei muss die Abschirmung natürlich an beiden Seiten mit “aufgelegt”, also verlötet oder verschraubt werden.

XLR Stecker female

XLR Stecker female

Ein paar Haken gibt es da allerdings.

Zum einen ist die Polung nicht genormt.
Zum Glück wird zwar fast immer der gleiche Pol (1) für die Masse genutzt, aber die anderen beiden werden schon mal gerne von den Herstellern nach Belieben belegt.
Wer zum Beispiel Geräte von Mark Levinson und Bryston miteinander kombinieren will, wird vor diesem Problem stehen.
Funktionieren tut es so oder so – aber die absolute Phase wird dabei gedreht. Die Wirkung ist so, als würden wir an beiden (!!) Lautsprechern die Kabel umpolen (rot/schwarz).
Oft ist das gar nicht zu bemerken, manchmal aber bringt es die audiophile HiFi-Welt wieder in Ordnung..
Einige Geräte haben deshalb auch einen Umschalter für die Phase.
Der Unterschied ist:
Statt zunächst nach vorne zu schwingen, schwingt das Lautsprecherchassis bei gedrehter Phase zunächst nach hinten. In manchen Räumen führt das zu einem besseren Klangergebnis, meistens aber nicht.

Dreht man die Phase bei nur einem Lautsprecher – oder eben in nur einem XLR-Kabel, ist das Klangbild natürlich “außer Phase”. Die Instrumente sind dann überhaupt nicht mehr zu orten, die Stimmen der Sänger verteilen sich im gesamten Bereich zwischen den beiden Boxen.
Aber darüber schreibe ich hier und heute natürlich nicht.

Unsymmetrische Geräte machen den Vorteil zunichte?

Manche (viel zu viele) Hersteller statten ihre unsymmetrischen Geräte mit symmetrischen XLR-Buchsen aus, um ihnen den Anschein von mehr Professionalität zu verleihen.
Öffnet man die Gehäuse, schaut man bei ihnen auf XLR-Buchsen, bei denen die Masse (Pol 1) mit dem „Minus-Pol“ (2 oder 3) einfach zusammengelötet wurde.
Dies führt die Symmetrie an dieser Stelle ad absurdum und ist schlicht und ergreifend Unsinn.
Wir haben zwar den Vorteil der symmetrischen Kabelführung, der klangliche Zugewinn hält sich aber vornehm zurück.
Ganz im Gegenteil – sind wir hier sogar wieder davon abhängig, dass beide Geräte die selbe Polung besitzen. Denn sonst liegt die Masse mal an Plus und mal an Minus an.
… mit nicht vorhersehbaren Folgen, die von einem schlechteren Klang bis hin zu heftigen Brummgeräuschen führen können.

Symmetrische Kabel gehören an symmetrisch aufgebaute Geräte

Eine erheblich aufwändigere Konstruktion ist ein echter symmetrischer Aufbau in den Geräten. Hier kümmert sich dann jeweils ein Teil der Elektronik um die obere und ein anderer um die untere Halbwelle.

Ganz einfach ausgedrückt ist das so wie bei einer Bügelsäge. Abwechselnd zieht da mal der eine und mal der andere Arbeiter an der Säge.
Logischerweise müssen (!) diese beiden Signale nun getrennt voneinander und von der Abschirmung gut behütet zum nächsten symmetrisch aufgebauten Gerät geschickt werden.
Her spielen sich die Vorteile der Symmetrie nun in vollem Umfang aus.
Das Klangbild wird fester, körperhafter, detaillierter und ruhiger. Wir hören fast, wie der Klang „sauberer – reiner“ wird.

Gibt es Alternativen?

Ja, die gibt es.
Man kann zum Beispiel mit Übertragern arbeiten.

Bei einem Übertrager handelt es sich um eine Doppelspule – ähnlich wie bei einem Trafo.
Allerdings wird mit einem Symmetrie-Übertrager keine Spannung erhöht oder gesenkt – wie beim Trafo, sondern es wird lediglich dafür gesorgt, dass die beiden Signale (plus und minus) „übertragen“ werden, aber die Masseverbindung verloren geht. So können wir die reinen Musiksignale wieder an Pol 2 und 3 an die XLR-Buchsen und den Pol 1 getrennt vom Signal an die Masse des Gerätes anlegen.

Wie Sie sicher erkennen können, führt das nun zwar zu einer echten symmetrischen Kabelverbindung, aber ein nicht symmetrisch arbeitendes Gerät wird durch diese Übertrager noch lange nicht zu einer symmetrisch arbeitenden Komponente.

Muss es immer eine symmetrisch aufgebaute Komponente sein?

Theoretisch ja! Der symmetrische Aufbau hat einfach grundsätzliche Vorteile.
Allerdings haben Entwickler auch immer den Verkaufspreis im Auge zu behalten. Manchmal kommen noch technische Herausforderungen wie z.B. eine zu starke Hitzeentwicklung hinzu.
Und manchmal führt es dann zu einem besseren Klangergebnis, wenn man auf den symmetrischen Aufbau verzichtet und das gesamte zur Verfügung stehende Budget lieber in bessere Bauteile investiert.

Fazit:

Bei Berücksichtigung aller (!) Faktoren und auf dem Markt befindlicher Lösungen, kann man einem symmetrischen Kabel also lediglich theoretisch einen Klanggewinn zusprechen.
Damit dieser eben theoretisch zwingend vorhandene Vorteil sich auch tatsächlich in der Praxis bemerkbar machen kann, müssen noch ein paar weitere Faktoren hinzukommen.

Wer jedoch Komponenten mit einem „echten“ symmetrischen Aufbau besitzt – also nicht zusammengelötete Pole und nicht durch Übertrager erzeugte Symmetrien – der sollte unbedingt auch auf symmetrische Kabel zurückgreifen.

Aber bedenken Sie eines:

Ein gutes Cinch-Kabel klingt besser als ein schlechtes XLR-Kabel!
Die Suche nach dem klanglich passenden Kabel sollte  also zunächst unabhängig davon erfolgen, ob es ein Cinch- oder ein XLR-Kabel ist. 

Haben wir dann:

  1. das passende Kabel gefunden
  2. symmetrisch aufgebaute Geräte und
  3. die Möglichkeit, unser Kabel der Wahl auch als XLR-Kabel zu erhalten,

… dann (!!) sollten wir zum symmetrischen Kabel greifen.

Sollte es unser Traumkabel nur unsymmetrisch geben, ist das zwar schade, aber meistens auch kein wirklicher “Beinbruch”.

Wie gut sind meine Lautsprecher eigentlich?

Wie gut sind meine Lautsprecher eigentlich?

Wie gut sind meine Lautsprecher eigentlich?

Wie gut sind meine Lautsprecher eigentlich?

Haben Sie sich auch schon mal die Frage gestellt:  Wie gut sind meine Lautsprecher eigentlich?

Sicher hätte man sich die Frage wohl besser stellen sollen, bevor man sie gekauft hat, aber jetzt sind sie ja nun einmal da.
Und manchmal sitzt man dann davor und fragt sich, ob sie uns einfach nur gut gefallen oder ob sogar ein Fachmann uns einen guten Kauf bescheinigen würde.
… oder vielleicht doch besser nicht?  🙂

Wir kaufen nach dem LuL-Prinzip.

Gekauft werden die meisten Lautsprecher nach dem Logik- und Leumund-Prinzip (LuL).
Logik =  Wenn die Boxen nicht gut wären, würde es die Marke doch schon lange nicht mehr geben.
Leumund = Man weiß, dass Boxen von dieser Marke gut sind. Das sagen doch alle.
Was beim Wein das Schild mit den „95 Parker-Punkten“ ist, das sind bei Lautsprechern die Testergebnisse.

Schallwellen gelangen ins Ohr eines Mannes

Fotolia_88754239 © axel kock

Außer dem LuL-Prinzip gibt es halt nur noch das Prinzip „Anhören“.
Aber dafür glauben wir von uns, zu wenig zu wissen, zu wenig zu können.

 

 

 

 

 

Das machen sich spezielle Zeitschriften zu nutze und testen die Lautsprecher für uns.
Aber sind diese Testergebnisse ehrlich und nützlich? Irgendwie schon, aber irgendwie auch wieder nicht. Die Testzeitungen finden einfach alles gut.
Zuhause sitzt man dann möglicherweise vor einem Testsieger – einem von zig Testsiegern – denn in jedem neuen Heft gibt es ja wieder einen neuen Testsieger.
Und so fragt man sich immer noch:

Wie gut sind meine Lautsprecher eigentlich?

Möchten Sie das nicht auch endlich mal selber beurteilen können?

Na prima!
Ich helfe Ihnen dabei!

Fakten, die ich hier nicht berücksichtige, weil sie keine Aussage über die Klangqualität eines Lautsprechers zulassen:

* Der Preis (Es gibt in jedem Preisbereich tolle Boxen! … und es gibt die anderen)
* Der Preisnachlass (Jedes Super-Angebot hat seinen Grund! Finden Sie den heraus!)
* Testergebnisse (Motto: „Wes Brot ich ess`, des Lied ich sing“?)
* Das Design (Ein tolles Design muss nicht, kann aber bedeuten, dass der Entwickler seinen Schwerpunkt hier sieht und nicht im Klang)
* Der Leumund (Der HiFi-Markt lebt vom „selektiven Nachplappern“)
* Die Logik (Sie wissen schon, das mit den Millionen Fliegen …)

Wenn Sie jetzt das Gefühl haben, dass ich Ihnen gerade „alles weggenommen habe“, wonach Sie bisher Boxen beurteilt haben, so ist das von mir nicht ganz unbeabsichtigt gewesen.
Denn wir wollen es ja heute mal „ganz anders machen“, oder?

Heute hören Sie sich Ihren Lautsprecher mal ganz alleine an und lassen sich durch nichts dabei beeinflussen!
Sie können das! Sie müssen sich nur auf dieses kleine Abenteuer einlassen.

Das Problem:
Viele von uns haben noch niemals in ihrem Leben eine natürliche Wiedergabe über einen Lautsprecher gehört! Sie können sich nicht einmal vorstellen, wie so etwas klingen könnte.
Wenn man sie fragt, was denn einen guten Lautsprecher ausmacht, dann kommen immer die gleichen Antworten:

Er muss laut spielen können.
Er muss einen satten Bass haben.
Er muss klar und rein klingen.

HE2017_9

Bass

 

Sicher sind das die Punkte, die einfach jeder von uns bewerten kann.
Eine besondere Fähigkeit oder gar “Insiderwissen” beweisen wir damit aber nicht, oder?

 

 

 

Ich will Ihnen heute deshalb zwei weitere Punkte nahelegen, mit denen Sie sich durchaus eine  Kompetenz verschaffen können.
Der eine nennt sich „Natürlichkeit“, der zweite „Timing“.

Punkt eins – Natürlichkeit

Das seltsame an diesem Punkt ist, dass wir uns ihm umso näher fühlen, je weiter wir von ihm entfernt sind.

Schallwellen gelangen ins Ohr eines Mannes mit markiertem Gehörzentrum

Fotolia_85261828 © axel kock

Das liegt an unserem Gehirn.
Zwar bilden unsere Ohren die Sensoren für den Schall – aber was wir dann hören – was wir glauben zu hören, das bestimmt allein unser Gehirn.
Ihm macht es nichts aus, wenn etwas nicht natürlich – also nicht richtig –  klingt. Es weiß ja, wie es klingen müsste.

 

Sind die Instrumente viel zu klein?
Ist der Mund eines Sängers riesengroß?
Kein Problem! Es weiss doch, wie groß die Instrumente sind und wie klein ein Mund ist.

 

Eigentlich ist es also völlig gleichgültig, was wir hören und wie es klingt – unser Gehirn bringt das schon in Ordnung.
Unser Gehirn ist vertraut mit dieser Aufgabe – es macht den ganzen lieben langen Tag nichts anderes!

Wir glauben ja auch, die kleinen Menschen im Fernseher wirklich zu sehen. 🙂
Unser Gehirn erhält Informationen – wertet sie aus – und präsentiert uns das „übersetzte Ergebnis“, damit wir damit überhaupt etwas anfangen können.
Genau das sicherte unseren Vorfahren das Überleben!

Das Glückserlebnis

Umso größer ist das Glückserlebnis, wenn unser Gehirn plötzlich beim Musikhören „arbeitslos“ wird, weil es ein perfekt richtig und natürlich klingendes Ergebnis präsentiert bekommt, an dem es nichts mehr „auszuwerten“ gibt.
Dieses Gefühl muss man einfach mal erlebt haben, sonst glaubt man nicht, dass es möglich ist!

Sie hören ein Instrument oder eine Stimme und Ihr Gehirn ist sich sofort sicher – dass es das echte Instrument und die echte Stimme hört.
Manchmal hat man dann das Gefühl, man würde vor Endorphinen geradezu überlaufen – so toll fühlt man sich.
Weil alles so echt – so natürlich klingt und man gleichzeitig weiß, dass man ja alles „nur über Lautsprecher“ hört.

Es ist genau dieser Widerspruch. Diese perfekte Illusion, nach der man ganz schnell süchtig wird.

Automatische Gehirnfunktionen abschalten lernen.

Wer also lernen will, einen Lautsprecher zu bewerten, der muss lernen, die automatisierten Funktionen im Gehirn „auszuschalten“.
Damit uns das gelingt, müssen wir es austricksen.

Flügel

Fotolia_72992691 © Thatiana Shepeleva

Nehmen wir als gutes Beispiel das Klavier.
Wir machen es unserem Gehirn heute einmal unmöglich, uns mit der einfachen Loriot-Erkenntnis:  „Ein Klavier, ein Klavier!“ abzuspeisen.
Wir gehen jetzt an die Aufgabe, uns ein Klavier auszusuchen, was wir kaufen wollen!
Ob für uns selbst oder für jemanden, den wir kennen, egal  – wir wollen das Klavier kaufen, was am besten klingt.
Yamaha, Schimmel, Bösendorfer, Bechstein … der Preis spielt keine Rolle!

 

 

 

 

Sie kennen die Unterschiede zwischen diesen Marken überhaupt nicht?
Macht nichts! Für unseren Workshop ist es sogar besser so! … leichter so!
Der Kenner rutscht nämlich nur wieder viel zu schnell in die Automatismen hinein.
Wir aber wollen unser Gehirn ja heute herausfordern.
… es dazu zwingen, bewusst hinzuhören und eben nicht vorschnell zu urteilen und zu bewerten.

Und – halten Sie mich nicht für verrückt, dazu schauen und hören wir uns jetzt ein Video von Vinheteiro auf Youtube an.
Es ist völlig gleichgültig, wie schlecht der Sound an Ihrem PC auch immer ist – Sie werden einen Unterschied zwischen diesen Klavieren hören!

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Und? Für welches Klavier oder welchen Flügel haben Sie sich entschieden?  🙂

Im zweiten Schritt hören wir uns jetzt, so „sensibilisiert“ wie wir nun sind, verschiedene Klavierstücke über unsere Lautsprecher an. Wir geben uns aber eben wieder nicht damit zufrieden, ein Klavier als Klavier zu erkennen, sondern fragen uns, was das jetzt wohl für ein Klavier sein könnte.

Und noch einmal:
Wir müssen nicht erkennen, um welches Klavier es sich handelt –  wir müssen nur dahin kommen, dass wir die Unterschiede hören und dass wir sie wahrnehmen – denn sie waren schon immer vorhanden und sind auch noch immer da!

Das ist der ganze Trick!

Wenden wir uns dem nächsten Thema zu, dem Timing.

Dazu müssen Sie jetzt nicht im Musikbuch nachschlagen!
Es geht hier nicht darum, Adagio, Moderato und Presto zu erkennen. Es geht allein um unser „Geschwindigkeitsgefühl“ beim Hören.

Was daran so wichtig ist?

Jazz Musiker

Fotolia_81087737 © inga

Nun, für mich ist der Punkt Timing das mit Abstand wichtigste Thema beim Musikhören überhaupt.

Klingt es irgendwie zu „langsam“, dann nervt es. Dann will ich die Musiker antreiben, den Dirigenten spielen und sie unmissverständlich dazu auffordern, mal „einen Zahn zuzulegen“.
… mal ein bisschen mehr Aufmerksamkeit und Begeisterung zu zeigen!

 

 

Das hat nichts mit der Musikart zu tun. Ich liebe Balladen, Requiems und andere „bedrückende Stücke“, mag es hin und wieder, in „Traurigkeit zu baden“.
Aber auch eine Ballade kann zu langsam wiedergegeben werden.

Das ist nicht „so auf der Platte“ !!!!! –
… das kommt von der Anlage und damit eben möglicherweise auch vom Lautsprecher!

Nehmen Sie zum Hören anfangs ein Stück mit spärlicher Besetzung, 1-4 Musiker – mehr nicht.
Und nun „schauen“ Sie sich die Gesichter der Musiker an.

Zu langsam?

Wenn es zu (!) langsam gespielt wird, dann klingt es lustlos. Da packt uns nichts, da reißt uns nichts mit, sondern wir beobachten Musiker, die anscheinend keine Lust mehr haben, dieses Stück noch mal und noch mal spielen zu müssen, bis der „gnädige Herr Tonmeister“ endlich zufrieden ist.
Eine solche Stimmung macht mir keinen Spaß. Ich will nicht dabei sein, wenn eine schlechte Laune herrscht. Ich will Musik genießen!
Oder es klingt einfach nur müde und langweilig.
Manchmal habe ich dann beim Hören das Gefühl, ich will mit einem schweren Karton auf dem Arm schnell in eine Poststelle, aber vor mir trödelt jemand. Bleibt dann auch noch mitten in der Eingangstür stehen, um sich mal intensiv darüber zu informieren, wie denn so die Öffnungszeiten sind.
Ich könnte dann „aus der Haut fahren“. Können Sie das nachvollziehen?
Und wenn eine Musik so lahm wiedergegeben wird, dann mache ich sie lieber gleich wieder aus.

Zu schnell?

Haben die Musiker scheinbar auf die Uhr geschaut und gesehen, dass sie noch woanders hin müssen? Rattert man den Titel jetzt mal eben schnell herunter und gönnt dem Stück nicht diese winzigen, aber so wichtigen Verzögerungen, von denen das Thema doch lebt?
Darf der Ton nicht ausschwingen, sondern muss man da mitten hinein einfach weiter spielen?
Also meine Meinung:  Wenn die Musiker jetzt keine Zeit dazu haben, diesem Stück die Ruhe zu gönnen, die es ausstrahlen will, dann sollen sie jetzt Schluss machen und eben später noch einmal zusammen kommen.
Ich nehme Ihnen diese Entscheidung dann ganz schnell ab und schalte die Anlage aus.

Genau richtig!!

Mein Gott! Haben diese Musiker heute einen Spaß daran, gemeinsam Musik zu machen. Sie mögen sich, sie mögen den Titel, sie mögen die Situation, sie mögen einfach alles!
Und ich mag sie!
Sie schauen sich an, versuchen sich mit ihrer Mimik Zeichen zu geben, sind gespannt auf den Moment, in dem das Tempo gewechselt werden muss und man spürt dieses Glucksen in ihren Bäuchen, wenn es noch besser geklappt hat als bei den Proben.

Es geht hier um Zeitbegriffe, die man mathematisch und in Noten gar nicht ausdrücken kann – das sind Verzögerungen und Akzentuierungen, die sich im emotionalen Bereich abspielen, die man einfach nicht messen und nicht vorgeben kann. Und die doch sein müssen.

Hat man das ein mal so zeitrichtig gehört – erfüllt uns das Gefühl, zu einem ganz besonderen Zeitpunkt an einem ganz besonderen Ort mit ganz besonderen Menschen zusammen gewesen zu sein und etwas ganz Besonderes genossen zu haben.
Musik macht hier nicht einfach nur Spaß, Musik bekommt hier eine ganz besondere Wertigkeit.

Ein sattes Honigkuchenpferd-Grinsen oder eine Gänsehaut am ganzen Körper ist der Beweis dafür, dass genau das gerade stattgefunden hat.

Punkte drei – vier  …?
Nebensächlich!

Wenn Sie einen Lautsprecher gefunden haben, der natürlich klingt und der dann auch noch das richtige Timing besitzt – dann ist alles andere nebensächlich.

Und was ist jetzt mit Bass, Höhen und Lautstärke?

Klar – auch diese Punkte bleiben wichtig.
Denn auch sie gehören zur Musik dazu.
Darauf verzichten zu müssen, nur um Natürlichkeit und Timing genießen zu können, würde in uns ein Gefühl der Entbehrung erzeugen. Das ist nicht gut und das muss auch nicht sein.
Denn es gibt sie – die Lautsprecher, die alles können.
Wie Sie diese finden können, das wissen Sie jetzt:

Sie müssen sie sich einfach nur anhören.

Damit Sie nie wieder fragen müssen:

Wie gut sind meine Lautsprecher eigentlich?

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Was tun, wenn es im Lautsprecher brummt?

Was tun, wenn es im Lautsprecher brummt?

Was tun, wenn es im Lautsprecher brummt?

Was tun, wenn es im Lautsprecher brummt?

Immer mal wieder erreicht uns die Anfrage:  „Was tun, wenn es im Lautsprecher brummt?“ und deshalb will ich in diesem Bericht mal etwas näher auf dieses Problem eingehen.

Was sich Gewerbetreibende für ihr Geschäft sehnlichst wünschen, nervt HiFi-Freaks ganz gewaltig:  Es brummt!

Und wie bekommen wir das wieder weg?

Vorab:
Jedes an unser Stromnetz angeschlossene Audiogerät brummt und rauscht.
Allerdings sollte davon im Normalfall wenig bis fast gar nichts im Lautsprecher zu hören sein.

Rauscht aber doch!?

Rauscht es doch, dann liegt es entweder daran, dass wir den Verstärker ohne ein anliegendes Musiksignal zu laut „aufgedreht“ haben, dass eines der betriebenen Geräte mehr rauscht als üblich oder dass der Verstärker und die Lautsprecher nicht miteinander harmonieren. Im letzten Fall hat der Lautsprecher eine zu hohe Empfindlichkeit. Daran muss man sich entweder gewöhnen oder die Boxen wechseln.
Damit ist das Thema „Rauschen“ aber auch schon so gut wie abgehandelt.

Brummt aber doch!?

Brummt es dagegen hörbar im Lautsprecher, dann kann das Tausend und einen Grund haben.
… und die Suche nach der Ursache recht schwierig werden.
Um erahnen zu können, wo man wohl mit der Suche starten sollte, will ich Ihnen hier ein paar Tipps geben.

Grundsätzlich unterscheiden wir zwischen:

  • Einstreuungen durch das Stromnetz
  • Einstreuungen „durch die Luft“
  • Defekte Kabel oder Buchsen
  • Das Zusammentreffen von Potentialen
  • Erdungsbrummen

Einstreuungen durch das Stromnetz

Unser Stromnetz ist „schmutzig“.
Wer noch ein 30 bis 40 Jahre altes Babyphon zur Verfügung hat, der kann sich diesen „Schmutz“ ganz einfach mal anhören.
Schaltknackser irgendwo im Haus knallen regelrecht durch das Babyphon und ein permanentes Prasseln, Gurgeln, Zischen und noch viel mehr untermalen das Eigenrauschen dieser Geräte.
Diese Störgeräusche beeinflussen unsere Audio-Geräte, weshalb der Zubehörmarkt heute reichlich „Hilfsmittel“ bereit hält. Das Brummen im Lautsprecher verhindern sie jedoch meistens nicht.

Es sind die Trafos!

Trafos verursachen vielfach Brummeinstreuungen ins Stromnetz. Und wenn man etwas dimmen kann, wie z.B. bei einer Stehlampe, dann steigert sich das noch. Selbst diese stylischen Plattenspielerlampen (damit man die Nadel an die richtige Stelle setzt) sind nicht selten der Verursacher von Brummgeräuschen.
Schwierig wird das Finden des Verursachers dadurch, dass diese Trafos oft auch im scheinbar ausgeschalteten Zustand (standby) noch Störungen verursachen und nur das Ziehen des Steckers Klarheit bringt.

Lösung:
Gehen Sie auf die Suche nach Trafos in Stehlampen, Vitrinenbeleuchtungen, Deckenstrahlern, Dimmern, Aquarien …
Denken Sie dabei auch an benachbarte Räume und vor allem auch an die Zimmer, die hinter der Wand liegen, an der die Stereoanlage aufgestellt ist.

Einstreuungen „durch die Luft“

Elektrische Geräte erzeugen manchmal ein ziemlich starkes Störfeld.
Geraten empfindliche Audiogeräte in solch ein Störfeld, nehmen sie die Störungen auf und verstärken sie – schon brummt es im Lautsprecher.
Stellen wir zum Beispiel unseren Phonoverstärker auf eine Komponente – vielleicht sogar genau dort hin, wo im Gehäuse der Trafo sitzt – oder stellen wir die Plattenspielerlampe direkt auf das Phonoteil – dann ist ein Brummen durch Einstreuungen fast garantiert.

Lösung:
Solche Ursachen finden wir recht schnell. Wir müssen es nur mal „brummen lassen“, dann unsere Geräte und/oder Kabel etwas bewegen und darauf lauschen, ob sich das Brummen verändert. Ist dies der Fall, haben wir schon den Verursacher gefunden, Wir müssen die beiden Geräte jetzt nur noch weit genug voneinander trennen.

Schwieriger zu ermitteln ist es, wenn das Brummen durch parallele Leitungen (Induktion) verursacht wird.
Manchmal meint man es einfach zu gut. Da wird ein Kabelkanal gelegt und dann kommen alle möglichen Kabel gemeinsam in diesen Schacht hinein.  Vielleicht ist sogar das eine oder andere Stromkabel dabei.
So „schön ordentlich“ das dann auch aussehen mag – es verursacht aber vielleicht auch das Brummen.

Defekte Kabel oder Buchsen

Lange Zeit war alles in Ordnung, doch auf einmal wird man so ein Brummen nicht mehr los?
Nicht selten hat sich einfach ein Stecker gelöst und sitzt nicht mehr richtig in der Buchse. Diese Cinch-Stecker mit ihren „Bohrfutterhüllen“ sind toll, aber den einen zieht man linksrum fest den nächsten rechtsrum. Und wenn man dann vor der Anlage steht, weiß man gar nicht mehr, wie rum man drehen muss. Schon sitzt alles derart fest, dass man nur noch mit Gewalt voran kommt.
Ruckzuck ist es passiert. Die Cinchbuchse dreht sich mit. Im Gerät wickeln sich die dünnen Käbelchen umeinander, bekommen Kontakt oder reißen einfach ab.
Reißt der „heiße“ Leiter – ist der Kanal tot. Beim zweiten Leiter spielt die Musik einfach weiter, denn den fehlenden Kontakt holt sich das Gerät dann eben vom anderen Stereo-Kanal.
Allerdings stellt sich dann auch gerne so ein Brummen ein.
Manchmal verschwindet es, sobald wir den Eingang am Verstärker umschalten, manchmal aber auch leider nicht.

Das Zusammentreffen von Potentialen

Den Begriff Potentiale zu erklären, würde an dieser Stelle zu weit reichen. Die Erläuterung dazu finden Sie im Bericht „Erdung und Potentiale“ in meinem HiFi-Handbuch (wenn es denn mal fertig ist).
Zu unterschiedlichen Potentialen kann es kommen, wenn wir verschieden geerdete Netze miteinander koppeln.
Unser Stromnetz ist das eine geerdete Netz. Der Kabelanschluss für TV und Radio kann das zweite Netz sein. Über das Antennenkabel führen wir beide Netze zusammen.
So eine Brummquelle entlarven wir also ganz einfach durch das Abziehen der Antennenkabel an allen Geräten, die mit unserer Stereoanlage verbunden sind.

Lösung
Der Elektrohandel hält für dieses Problem Mantelstromfilter bereit. Am besten schildern Sie dem Verkäufer Ihr Problem exakt, denn es gibt recht unterschiedliche Mantelstromfilter.

Erdungsbrummen

Eine sehr häufige Brummquelle ist das Erdungsbrummen.

Schukostecker

In Deutschland haben wir so genannte Schutzkontakt-Steckdosen mit insgesamt drei Kontakten (Polen).

Für gewöhnlich nennen wir sie Plus – Minus – und Erde, was aber falsch ist. Die korrekte Bezeichnung lautet Aussenleiter (oder Phase), Neutralleiter und Schutzkontaktleiter.

Die Erdung ist für den Betrieb eines Elektrogerätes nicht zwingend erforderlich, es funktioniert auch ohne – sie kann uns aber das Leben retten, wenn mal etwas nicht in Ordnung ist.

 

 

Eurostecker

Eurostecker

 

Trotzdem gibt es auch Geräte, die lediglich einen zweipoligen Flachstecker (Eurostecker) besitzen und damit keinen Kontakt zum Masseleiter (Erdung) erhalten.

Ist dadurch die Betriebssicherheit gefährdet?

Den Punkt Betriebssicherheit will ich hier nicht aufgreifen, da die Verwendung der richtigen Kabel und Stecker nicht nur ein weites, sondern in Fachkreisen auch gerne kontrovers diskutiertes Thema ist. Von richtig, falsch oder gar gefährlich zu sprechen, ist hier also nicht relevant.

Ist der Klang gefährdet?

Ganz sicher ja! So lange wir Audiogeräte mit zweipoligen Kabeln (Cinch) verbinden, fließen nicht nur die Musiksignale durch diese Kabel sondern es findet auch der Potentialausgleich von einem Gerät zum anderen über die gleichen Leitungen statt. Und das kann nicht gut sein. Um für eine solide und ungestörte Musiksignal-Übertragung zu sorgen, müssten wir auf dreipolige Kabel und Steckverbindungen zurückgreifen. Aber dann auch vollständig – nicht nur hier und da mal eine. Im PA- und hochpreisigen Audiobereich finden wir deshalb überwiegend die dreipoligen XLR-Verbindungen.
Doch auch das ist hier nicht unser Thema.

Zu viel Erde – zu wenig Erde

Uns geht es darum, dass wir durch die Beschaffenheit der Geräte, der Stromkabel, Stecker und Audioverbindungen immer mal wieder mit einem kräftigen Brummen im Lautsprecher konfrontiert werden.
Und die korrekte Frage lautet dann:  Haben wir jetzt eigentlich zu wenig Erdung oder zu viel?

Das Komplizierte daran:
Beide Zustände können das Brummen hervorrufen.

Pro-Ject 5P-CC

Phonokabel mit Masseklemme

Unser Phonokabel am Plattenspieler hat in der Regel einen zusätzlichen Masseleiter, den wir sowohl am Plattenspieler als auch am Verstärker an den dafür vorgesehenen Erdungsklemmen anzuschließen haben.
In den meisten Fällen verschwindet dadurch das Brummen auf der Stelle.
Es kommt aber auch hin und wieder dazu, dass genau durch diese Masseleitung „zu viele“ Erdungspunkte in die Anlage gelangen. Hierdurch kommt es dann zu einer Brumm- oder auch Erdungsschleife.

Aber nicht nur die Masseleitung kann diese Brummschleife verursachen. Schon der Hersteller kann sie im Tonabnehmer bewusst legen.
Gerne wird nämlich der Minuspol des linken Kanals an Masse angelegt.
Er macht das in der Absicht, Brummprobleme zu verhindern, erreicht aber in manchen Anlagen genau das Gegenteil.
Zu der Erdung über den linken Kanal, die sich ja jetzt logischerweise mit dem Musiksignal bis hin in den Verstärker zieht, kommt es manchmal zu einer zweiten Erdung über das Tonabnehmergehäuse, das elektrischen Kontakt zur Headshell hat. Hat die Headshell wiederum leitenden Kontakt zum Tonarm und liegt dieser selbst an Masse an – ist der Tonabnehmer damit doppelt geerdet.
Das kann völlig ok sein, muss es aber nicht. Ergebnis: Es brummt.
Abhilfe schafft dann oft das Isolieren des Tonabnehmers von der Headshell durch Isolierband oder ähnliches.

Doch aufgepasst!

Manchmal hat der Tonabnehmerhersteller alles richtig gemacht und wir setzen selbst die Ursache.
Benutzen wir nämlich zu lange Schrauben, kann es sein, dass wir im Tonabnehmergehäuse mit dieser Schraube an einen signalführenden Kontakt stoßen und dadurch eine Brummschleife herstellen. Ist dies der Fall, brauchen wir kürzere Schrauben oder wir verwenden gleich welche aus Kunststoff.
Kurz und gut – der Plattenspieler ist schon nicht gerade selten der Verursacher von Brummgeräuschen und wenn Sie noch einen in Betrieb haben, dann würde ich auch hier mit meiner Such beginnen.

Ansonsten hat sich die folgende Vorgehensweise als nützlich erwiesen.

Schritt 1

Wir ziehen alle (!) Eingangskabel vom Verstärker ab und lassen nur noch das Strom- und die Lautsprecherkabel angeschlossen.
Brummt es dann, gibt es die folgenden möglichen Ursachen:

  • Der Verstärker ist defekt.
  • Es gibt Einstreuungen in den Verstärker
  • Es gibt Einstreuungen in das Stromnetz, die der Verstärker wiedergibt.
  • Es gibt Einstreuungen in die Lautsprecherkabel

Brummt es nicht, gehen wir über zu Schritt 2

Nun schließen wir das erste Gerät wieder am Verstärker an. Sollten wir noch einen Plattenspieler betreiben, dann beginnen wir natürlich mit ihm. Ansonsten nehmen wir irgend eine Komponente.

Brummt es, haben wir den Verursacher auf Anhieb gefunden.
Nun gibt es folgende Möglichkeiten:

  • Das angeschlossene Gerät ist defekt oder es ist von Einstreuungen betroffen
  • Das Kabel des angeschlossenen Gerätes ist defekt oder ist von Einstreuungen betroffen
  • Die Eingangsbuchse des Verstärkers ist defekt (anderen Eingang nehmen)
  • Der Eingang am Verstärker ist defekt (anderen Eingang nehmen)
  • Dieses Quellgerät erzeugt im Zusammenspiel mit dem Verstärker eine Brummschleife

Brummt es nicht, ziehen wir die Cinchkabel von diesem Gerät wieder ab und schließen das zweite Gerät am Verstärker an. So machen wir weiter, bis wir alle unsere Quellgeräte jeweils einzeln am Verstärker getestet haben. Brummt es irgendwann, haben wir den Verursacher gefunden, brummt es nie, erzeugt wohl eher die Kombination unserer Geräte das Brummen. Unter General-Verdacht stehen da jetzt zunächst alle Geräte mit Antennenanschluss. (Tuner, TV, Video …)
Um den Verursacher unter diesen Bedingungen zu finden, kehren wir die Versuchsreihe um und schließen nun zunächst alle Geräte wieder am Verstärker an. Brummt es jetzt (seltsamerweise) nicht, können wir davon ausgehen, dass einfach irgendein Kabel nicht richtig in der Buchse gesteckt hat oder es in einem Kabel einen Wackelkontakt gibt.
Brummt es jetzt wieder, dann vertragen sich hier zwei Geräte nicht miteinander.  Erdungstechnisch gesehen.  🙂

Deshalb ziehen wir jetzt der Reihe nach jedes Gerät wieder einzeln vom Verstärker ab. Brummt es weiter, schließen wir es wieder an und fahren mit dem nächsten Gerät fort, bis das Brummen verschwindet. Irgendwann werden wir also einen Verursacher gefunden haben.
Dieses Gerät sorgt dafür, dass es eine Erdungsschleife gibt.
Möglicherweise ist es defekt – vielleicht stimmt aber auch was mit dem Kabel nicht. Bleibt das Brummen auch mit einem anderen Kabel – liegt es wohl mehr am Gerät, was wir dann in einer Werkstatt prüfen lassen sollten.

Bitte nicht die Massekontakte am Schukostecker abkleben!!

Es ist eine beliebte Notlösung, bei Brummproblemen einfach die Massekontakte des Schukosteckers mit Isolierband abzukleben. Tatsächlich wird auch immer mal wieder das Brummen genau dadurch beseitigt. Bedenken Sie aber bitte, dass die Sicherheit des Gerätes – und die Ihre !!) – nicht mehr gewährleistet ist.
Irgendwas muss ja das Brummen verursachen.
Möglicherweise besteht irgendwo ein Kontakt zwischen der Masse (Gerätegehäuse) und einem Kanal – im schlimmsten Fall sogar zu einem spannungsführenden Bauteil.
Eine moderne Elektroinstallation kann darauf reagieren und den Fehlerstrom-Schutzschalter im Hauptverteiler auslösen (FI). Sind aber die Schutzkontaktstifte abgeklebt, ist dieser Schutz nicht mehr vorhanden.
Also unterlassen Sie das lieber, wenn Ihnen Ihr Leben lieb ist.

Fazit:
Ich hoffe, ich konnte die Frage: „Was tun, wenn es im Lautsprecher brummt?“ hinreichend beantworten und Ihnen Anhaltspunkte dafür geben, wo Sie mit der Suche nach einem Verursacher beginnen können.

Hinweis:
Normalerweise reicht es zum Verbinden oder Trennen der Cinchkabel aus, die Lautstärke am Verstärker ganz herunter zu regeln. Wir müssen uns hier aber vor Augen führen, dass wir möglicherweise einen technischen Defekt suchen. Deshalb geben wir uns nicht damit zufrieden, sondern schalten zumindest auch noch den Verstärker auf einen anderen Eingang. Es kann aber auch keine schlechte Idee  sein, den Verstärker beim Umstecken ganz auszuschalten.

Netzteile – Klang-Garanten ohne Anerkennung

Netzteile – Klang-Garanten ohne Anerkennung

Netzteile – Klang-Garanten ohne Anerkennung

Netzteile – Klang-Garanten ohne Anerkennung

Netzteile – Klang-Garanten ohne Anerkennung.
Mit diesem Bericht will ich Ihnen die Bedeutung dieser wichtigen Bausteine ein wenig näher bringen.

Netzstrom

Unser Energielieferant versorgt uns hier in Deutschland mit 230 Volt Wechselstrom. Doch kaum ein Elektrogerät funktioniert tatsächlich mit diesem Wert. Oft reichen schon 12V oder 15V, um das eigentliche Gerät damit zu betreiben.  Also müssen wir den Strom auf diese geringeren Werte herunter-transformieren.

Wir brauchen einen Trafo (Transformator)

Um von 230V auf diese niedrigere Spannung zu kommen, brauchen wir so einen Trafo.
Das sind zwei Spulen auf einem Eisenkern. Fließen die 230V durch die eine Spule, wird auch eine Spannung in der zweiten Spule erzeugt. Der dabei entstehende Wert ist abhängig von der Anzahl der Wicklungen, die diese Spule hat. Je nachdem, wie oft wir also unseren Draht um den Eisenkern wickeln, erhalten wir am Ende 12V, 15V oder irgend einen anderen Wert, den wir benötigen.

Es war einmal …

Doch dieses Verfahren findet man heute nur noch selten. Es hatte nämlich den gravierenden Nachteil, auch dann Strom zu verbrauchen, wenn die angeschlossenen Geräte gar nicht benutzt wurden.

Schaltnetzteile – die optimale Lösung!?

Abhilfe schaffen, sollten und konnten die so genannten Schaltnetzteile. Durch entsprechende Standardisierung (auch wenn uns das völlig anders erscheint) und durch die hohen gefertigten Stückzahlen konnten die Kosten für diese Netzteile erheblich gesenkt werden. Und sie haben zudem den Vorteil, kaum Strom zu verschwenden, was ja schon mal toll ist und unser schlechtes Umweltgewissen beruhigt.
Allerdings sind so einige Leutchen mit diesen einfachen Schaltnetzteilen überhaupt nicht zufrieden.

Miese Qualität

Wenn ein Einkaufspreis von 1,50 € immer noch gedrückt werden muss, dann muss man sich nicht wundern, wenn diese Teile schon verschmoren, bevor das Elektrogerät überhaupt in Betrieb genommen werden konnte. (Habe ich selbst bei einem Scanner erlebt)

Die Leistung bricht in sich zusammen

Messen wir die Ausgangswerte während kein Gerät angeschlossen ist, scheint alles in Ordnung zu sein. Doch das ändert sich nicht selten, sobald das zu betreibende Gerät diese Leistung einfordert. Manchmal ist das nicht so schlimm, wenn z.B. eine kleine Lampe nicht ganz so hell leuchtet wie sie es könnte, aber manchmal merken wir das doch, weil die Maschine dann instabil läuft und keine rechte Kraft entwickeln kann.
Und wieder ein anderes mal klingt es einfach nur nicht so gut und kein Mensch kommt auf die Idee, dass das Netzteil der Schuldige sein könnte.

Schlechtes Netzteil – schlechter Klang

Betreiben wir ein HiFi-Gerät mit so einem instabilen Netzteil, dann kann das schon mal schnell für einen richtig schlechten Klang sorgen. Um ein Orchesterwerk oder einen dynamischen Rock-Song mit all seiner Dynamik reproduzieren zu können, ist mal weniger und mal mehr Strom erforderlich. Das Netzteil muss in den leisen Passagen für „Ruhe“ im Klangbild sorgen und in den lauten eben entsprechend schnell und viel Strom liefern können.

Ohne Input kein Output

Bricht die Stromversorgung ein, kann die Komponente nicht optimal funktionieren. Aus einem mitreißenden, dynamischen Musikstück wird dann ein langweilig dahinplätscherndes Etwas.

Die Reinheit des Klangs

Doch das ist nicht das einzige Problem dieser Standard-Netzteile. Das zweite Problem ist, dass sie funktionsbedingt selbst Störungen erzeugen und diese in unser Stromnetz einspeisen. Diese Störungen mögen sich nach den ersten Metern durch unsere Leitungen mit all dem anderen „Elektromüll“ vermischen und dann für sich gar nicht mehr auffallen, aber steckt so ein Billig-Netzteil in der Verteilerleiste unserer Stereoanlage – weil es z.B. zu einem Plattenspieler, einem Internetradio oder gar einer Halogenlampe gehört – dann sollten wir schnell damit aufhören, unser Geld in bessere Komponenten zu stecken und stattdessen erst einmal diesen Störer beseitigen.

Musikgeräte „funktionieren“ nicht nur mit Strom, sie arbeiten mit Strom!

Es besteht ein gravierender Unterschied zwischen Geräten, die Strom einfach nur dafür brauchen, um zu funktionieren, also z.B. sich zu drehen oder zu leuchten …
und Geräten, die aus Strom Musik entstehen lassen.

Es ist ganz wichtig – dass Sie diesen Unterschied begreifen!

Musikgeräte brauchen nicht nur Strom, damit man sie einschalten kann.
Musik-Komponenten arbeiten mit Strom als „Ausgangs-Material“.
Musikgeräte verarbeiten Strom wie ein Töpfer Ton verarbeitet, wie ein Maler Farbe verarbeitet.

Musikgeräte erhalten die Musik-Informationen in Form von Stromsignalen. Sie lesen die Musik aus dem Strom heraus, verstärken die erkannten Signale, wandeln sie um und leiten sie wieder als Stromsignale an die nachfolgenden Geräte weiter.

Störungen sind auch Signale!

Und ihre Werte liegen manchmal im gleichen Bereich, wie die Musiksignale selbst.
Wie soll die nachfolgende Komponente nur „wissen“, was von den ankommenden „Signalen“ Musik ist und was Störungen sind?

Eine intelligente Komponente, die das unterscheiden kann, die gibt es noch nicht.
Unsere Aufgabe liegt also darin, die Störungen gar nicht erst zu erzeugen oder sie nicht zu unserer Stereoanlage durchdringen zu lassen.

Filter als Lösung?

Filter sind eine mögliche und beliebte Vorgehensweise. Zu diesem Thema lesen Sie bitte an anderer Stelle in diesem Buch weiter. (Artikel noch nicht online)

Leistungsfähige, stabile und „saubere“ Netzteile

Die so genannten audiophilen Netzteile kommen gerade in „Mode“. Doch neu – sind sie ganz und gar nicht.

Wären Sie bereit, sich ein Gerät für 250,- € zu kaufen und für das benötigte Netzteil 2.750,- € zu bezahlen? Niemals, oder?
Und was ist, wenn ich Ihnen sage, dass Sie das möglicherweise schon längst getan haben!?
Lassen Sie mich die Tiefe dieses Themas mal an einem recht beeindruckenden Beispiel erläutern.

Extrem-Beispiel aus der Realität

In den 80-er und 90-ger Jahren handelte ich mit den Geräten einer teuren amerikanischen Marke und da gab es Mono-Verstärker (von denen man also zwei Stück brauchte) mit sehr imposantem Erscheinungsbild.
Fast 60 cm hoch, 50 cm tief, 30 cm breit und mit einem Versandgewicht von gut 100 kg.
Zu dieser Zeit haben sie rund 60.000,- DM pro Paar gekostet.

Sie hätten damals mal dabei sein sollen, wenn der Cheftechniker des deutschen Vertriebs eine kleine Platine (etwa 15 x 15 cm) aus einer der Endstufen zog und erklärte, dass das jetzt die  „Audio-Platine“ sei.
Wer dann erstaunt auf diese „Heizkörper“ schaute und fragte, was denn dann der Rest sei, bekam  zur Antwort: „Der Rest ist das Netzteil. Es kümmert sich darum, den Strom stabil und sauber zu machen.“.

Natürlich stimmte das nicht so zu Hundert Prozent, aber es traf die Aussage sehr genau, die ich hier gerne tätigen möchte.

Zwei Netzteile für 55.000,- DM

Wenn wir nämlich mal dieser „Audio-Platine“ unterstellen, vom Allerfeinsten gewesen zu sein und einen Gegenwert von 2.500,- DM/Stück besessen zu haben, blieben also 55.000,- DM übrig, die in „die beiden Netzteile“ geflossen sind.

So darf man das nicht sehen!?

Natürlich konnte man die Teile nicht getrennt voneinander kaufen und auch nicht betreiben. Das alles war eben “ein Gerät” und niemand kam auf die Idee, die Bausteine getrennt zu betrachten.

Um Verständnis werben

Ich möchte mit dieser kleinen Geschichte auch lediglich erreichen, dass Sie mehr Verständnis für die Bedeutung von Netzteilen aufbringen.

Das Denken ist uns Menschen manchmal ganz schön im Weg.

Während ein Netzteil im gleichen Gehäuse kosten darf was es will und muss, sollte ein Netzteil im getrennten Gehäuse nach der Meinung vieler mit 10,- € doch gut bezahlt sein, oder?

Was sollte ich als Musikliebhaber tun?

Erster Schritt:

Verbannen Sie alle Netzteile, die Sie für die Stereo-Anlage nicht zwingend benötigen, aus der Nähe der Anlage. Ihre Plattenspielerbeleuchtung mag ja noch so stylisch aussehen – wenn sie aber über so ein billiges Schaltnetzteil (intern oder extern) betrieben wird, ist das nicht gut!
Also alles, was an Netzteilen nicht unbedingt benötigt wird, das muss ganz weit weg von der Stereo-Anlage betrieben werden – wenn überhaupt.

Zweiter Schritt:

Bei den Geräten, die sie weiter betreiben möchten/müssen, ersetzen Sie diese kleinen Standard-Netzteile durch spezielle Netzteile, die aus audiophiler Sicht entwickelt wurden. Hierbei geht es zwar primär darum, die mit diesen Netzteilen betriebenen Geräte klanglich zu verbessern, aber das Ziel, mit einem besseren Netzteil keine oder weniger Störungen zu erzeugen ist nicht weniger von Bedeutung.

Und was nimmt man da nun?

Ein paar Beispiele für gute Netzteile und deren klangliche Auswirkungen finden Sie in meinem aktuellen Netzteile-Vergleichsbericht.

Zum Netzteil-Hörbericht.

1.2.5 Seitlich abstrahlende Chassis

1.2.5 Seitlich abstrahlende Chassis

1.2.5 Seitlich abstrahlende Chassis

1.2.5 Seitlich abstrahlende Chassis

Der Beitrag “1.2.5 Seitlich abstrahlende Chassis” befasst sich mit der Frage nach dem Sinn solcher Lautsprecherkonstruktionen.

Wer die Artikel zum Thema „Setup“ bis hier gelesen hat, der wird wohl bereits eine Vermutung darüber anstellen, wieso manche Boxenentwickler auf die Idee kommen, in ihre Lautsprecher seitlich abstrahlende Chassis einzubauen.
„Ganz klar, um die Musik nicht nur im Stereodreieck gut klingen zu lassen, sondern im gesamten Wohnzimmer!“

Aber das ist nur ein Teil der Wahrheit!
Wenn das denn überhaupt die Motivation des Herstellers gewesen ist. Tatsächlich lassen sich manche Entwickler aber von einer ganz anderen Feststellung leiten.

Schallausbreitung

Timpano rundum

Timpano rundum

Schauen wir uns mal die Zeichnung an, auf der ich ein Timpano (Kesselpauke)  abgebildet habe. (Der Begriff kommt aus dem Italienischen und  es heißt „ein Timpano“, aber  „zwei Timpani“, eben genau so wie beim Cappuccino)

Im Konzertsaal breiten sich die Schallwellen der Kesselpauke „kugelförmig“ – also in alle Richtungen aus.
Um es nicht unnötig kompliziert zu machen, beschränke ich mich in diesem Bericht aber auf die horizontale Ausbreitung und die sieht in etwa so aus, wie wir das beobachten können, wenn wir einen Stein ins Wasser fallen lassen.

Diese Rundum-Schallausbreitung wird von unserem Ohr und noch viel mehr von unserem Gehirn als „natürlich“ empfunden. Zumindest bei der Pauke. Bei einem Blasinstrument sieht das anders aus, denn das hat ja i.d.R. einen Trichter, der die Schallwellen ähnlich wie ein Lautsprecher  „gerichtet“ abstrahlt.

Zurück zur Pauke.

Timpano

Timpano

Schauen wir uns auf der zweiten Abbildung mal an, wie der Klang eines Timpano von unserem Lautsprecher abgestrahlt wird. Sicher, an unserem Hörplatz treffen uns seine Schallwellen auf direktem Wege, aber dennoch fehlt unserem Gehirn da etwas.
Es weiß einfach aus der Erfahrung heraus, dass sich solch ein Ton in unserem Wohnraum auch zur Seite und nach hinten ausdehnen würde.
Zwar bekommt es eine Information darüber, wie sich der Ton im Aufnahmeraum, also im Konzertsaal ausgedehnt hat, aber unser Gehirn gibt sich damit allein nicht zufrieden.
Wenn die Wiedergabe so realistisch ist, dass unser Gehirn glaubt, eine echte Pauke zu hören, dann erwartet es logischerweise, dass sich ein solcher Ton auch in unserem Wohnraum (!!) „rundum“ und damit eben auch nach hinten und zu den Seiten ausdehnt.

Bei einem nur nach vorne abstrahlenden Lautsprecher fehlt uns nun also die Information darüber, wie sich der Schall in unserem Hörraum zur Seite und nach hinten ausgedehnt hätte. Diese Information muss fehlen, weil diese Ausdehnung ja auch gar nicht stattgefunden hat.
Und genau deshalb meldet sich unser Gehirn an dieser Stelle und sagt uns:  „Da stimmt was nicht!“.

Rundumstrahler – die Lösung?

Die Lösung des Problems scheint also recht einfach zu sein. Mit zusätzlichen Chassis zur Seite und nach hinten bekommt ja unser Gehirn nun wieder diese Informationen, die es braucht, um etwas als “natürlich” zu empfinden.
Aber wie „sehen die denn aus“? Oder passender gefragt:
Wie hören die sich denn an?
Haben wir nicht schon kurz hinter den Boxen unsere Wand? Stehen da nicht neben den Boxen noch Schränke oder Regale? Sind dadurch nicht Nischen entstanden?
Es handelt sich zwar “nur” um die Reflektionen, die wir wahrnehmen, aber gut klingen tun die nicht gerade!
In aller Regel sind die dumpf, dröhnend und wummerig.
Einen Lautsprecher in solch eine Nische hineinstrahlen zu lassen, ist also sicher keine so gute Idee. Den Beweis dafür liefern uns die so weit verbreiteten Bassreflexboxen, deren Bassreflexöffnungen i.d.R. nach hinten zeigen. Und eine Bassreflexöffnung ist im Grunde genommen ja nichts anderes, als ein “masseloses Chassis”.
Ich will hier nicht falsch verstanden werden – viele ganz hervorragende Lautsprecher besitzen solche Bassreflexöffnungen. Aber leider wird das bei der Aufstellung nicht immer entsprechend berücksichtigt, weshalb ich diesen Beitrag verfasst habe.

Fazit
Seitlich abstrahlende Chassis sind in der Regel ein Beleg dafür, dass der Entwickler ein sehr natürlich wirkendes Klangbild erreichen will. Zu seiner Zielgruppe gehören die Kunden, die das anerkennen und dazu bereit sind, die Wohnung so einzurichten, dass seine Bemühungen auch zur Geltung kommen.
Sollten Sie bei Ihrer Einrichtung weniger flexibel sein, sind Lautsprecher, die nur nach vorne strahlen sicher die bessere Wahl. Und gibt es die von mir beschriebenen Nischen, dann sollten Sie am besten auch zu einer Box greifen, die noch nicht einmal eine Bassreflexöffnung an der Rückseite hat.

In dieser Serie sind schon folgende Beiträge fertiggestellt:

1.2.4 Gerade oder angewinkelt?

1.2.4 Gerade oder angewinkelt?

1.2.4 Gerade oder angewinkelt?

1.2.4 Gerade oder angewinkelt?

Bei der Beantwortung der Frage in der Überschrift zu “1.2.4 Gerade oder angewinkelt?” ,  geht es keineswegs um eine „Weltanschauung“ oder „Geschmacksache“, sondern diese Frage muss Ihnen der Hersteller der Lautsprecher beantworten.
Er legt die Abstimmung seiner Lautsprecher fest und daraus ergibt sich, ob die Boxen parallel zueinander stehen müssen oder eben angewinkelt.
Schauen wir uns zunächst einmal an, mit welch einem „Streuwinkel“ konventionelle Chassis in einem Lautsprecher ihre Schallwellen ausstrahlen.

Abstrahlwinkel

Abstrahlwinkel

Die Zeichnung zeigt in grüner Farbe den ungefähren Abstrahlwinkel eines Bass-Chassis. Der genaue Grad des Winkels ist abhängig von der Frequenz.
Wir sehen deutlich, dass ein Tieftonchassis einen sehr großen Abstrahlwinkel erreicht. Hieraus ergibt sich die Tatsache, dass wir an unserem Hörplatz mit großer Wahrscheinlichkeit im Bassbereich vom Direktschall beider Boxen „getroffen“ werden, und das so ziemlich unabhängig davon, ob sie gerade oder angewinkelt stehen.

Der Abstrahlwinkel des Mitteltöners (blaue Linien) ist schon kleiner und der des Hochtöners (rote Linien) gleicht dem einer Taschenlampe oder eines Spot-Lichtes.
Leicht erkennen wir, dass uns die beiden Hochtöner bei einer parallelen Aufstellung der Lautsprecher mit ihrem Direktschall nicht erreichen können.
Ganz einfach ausgedrückt bedeutet das für uns, dass wir den Tieftonbereich laut, die Mitten etwas leiser und die Höhen deutlich leiser hören.
Das wollen weder wir noch der Entwickler der Lautsprecher, weshalb sich ihm jetzt zwei Lösungsmöglichkeiten anbieten.

Einfach anwinkeln

Die erste ist, dass er für eine “gleich laute” Wiedergabe in allen Bereichen sorgt und uns dann empfiehlt, die Lautsprecher anzuwinkeln. Damit strahlen dann alle Chassis genau in unsere Richtung und alle Bereiche sind gleich laut.

Unterschiedliche Pegel

Die zweite Lösung liegt darin, dass er den Mittenton etwas lauter und den Hochtonbereich noch lauter abstimmt als den Bass. Dadurch strahlt der Hochtöner zwar bei einer geraden Aufstellung immer noch an unseren Ohren vorbei. Da er aber lauter ist, stimmt das Verhältnis zwischen Bass, Mitten und Höhen an unserem Hörplatz dann wieder.

Natürlich kann sich ein Boxenbauer auch für einen Mittelweg entscheiden und seinen Kunden dann „ein leichtes Anwinkeln“ empfehlen, aber wichtig ist – so oder so – dass er es seinen Kunden mitteilt, damit die nicht erst lange herumexperimentieren müssen.

Und was ist nun die “bessere” Lösung?

Die Theorie spricht dafür, dass angewinkelte Lautsprecher leichter zu handhaben sind. Alle Schallanteile erreichen uns auf direktem Wege und die Wohnung hat dadurch eine deutlich kleinere Chance, sich in das Klanggeschehen “einzumischen”.
Wer bereit ist, sich genau in das „Stereodreieck“ zu setzen, der wird bei dieser Lösung auch recht schnell zu einem guten Klangbild und einer ebenso überzeugenden dreidimensionalen Abbildung gelangen.
Der Nachteil dieser Lösung ist, dass manchmal die Raumbeschallung darunter leidet und jeder, der sich nicht am vorgegebenen Hörplatz befindet, den Klang als „dünn“ und „farblos“ empfindet.
Das muss nicht so sein, aber leider ist das manchmal so.
Das Gegenteil kann passieren, wenn der Entwickler sich für die Lösung mit den parallel stehenden Boxen entschieden hat und die Hochtonanteile entsprechend anhebt. Wer hier dann zufällig im Abstrahlwinkel eines Hochtöners sitzt, der hört alles andere als ein ausgewogenes Klangbild, denn die Höhen sind an diesem Platz einfach zu laut.
Außerdem kann es bei parallel aufzustellenden Boxen passieren, dass die Reflektionen von den Seiten- und der Rückwand in einem Raum mit viel Hall auch einen zu hohen Hochtonanteil besitzen.

Die Hersteller legen sich fest und wir suchen uns das passende heraus

Die Tatsache, dass jeder Hersteller so ein klein wenig seinen eigenen Weg geht, schenkt uns als Käufer nicht nur die Qual der Wahl, sondern auch die tolle Möglichkeit, uns einen Lautsprecher auszusuchen, der am besten zu unserem Wohnraum passt.

Leider wird dieser Aspekt in der Praxis viel zu wenig berücksichtigt. Der Glaube daran, dass es in der für uns passenden Preisklasse einen “absoluten Testsieger” gibt, der alle anderen Mitbewerber im hohen Bogen aus dem Rennen wirft, der ist einfach viel zu stark.
Und das Vertrauen in die eigenen Ohren leider viel zu schwach. Dabei müsste man es einfach nur mal versuchen!
Ich weiß, dass Sie es können!

 

In dieser Serie sind schon folgende Beiträge fertiggestellt:

1.2.3 Das Stereodreieck, nicht immer das Optimum

1.2.3 Das Stereodreieck, nicht immer das Optimum

1.2.3 Das Stereodreieck – nicht immer das Optimum

1.2.3 Das Stereodreieck – nicht immer das Optimum

Die Überschrift dieses Artikels lautet „Das Stereodreieck, nicht immer das Optimum“ und wird damit den einen oder anderen Leser dieser Reihe vermutlich überraschen.
Und doch muss man die Frage stellen dürfen:
Ist das Stereodreieck nun das „Maß aller Dinge“ oder nicht?
Die Antwort lautet:
Für den einen ja – für den anderen nicht.

Für eine korrekte dreidimensionale Abbildung brauchen wir das Stereodreieck

Eines steht allerdings fest:
Wer dreidimensional in das Klanggeschehen hinein hören will, kommt nicht umhin, sich an das Stereodreieck zu halten.
Im Tonstudio sitzt der Tonmeister in so einem Stereodreieck und hat mit hoher Wahrscheinlichkeit sogar die Boxen zu sich angewinkelt. So kann er am besten hören, ob er die Akteure richtig positioniert hat oder ob er noch etwas nachbessern muss.
Zuhause können wir zwar an der Aufnahme nichts mehr verändern, aber wir können uns darüber freuen, wenn der Tonmeister seine Aufgabe zu unserer Zufriedenheit erfüllt hat.
Das gelingt uns allerdings nur dann, wenn wir uns ebenfalls wieder „genau ins Stereodreieck“ setzen, es also dem Tonmeister gleich tun.

Das gefällt aber nicht jedem gleich gut.
Was dem einen großes Vergnügen bereitet, missfällt einem anderen, weil er sich nicht an einen einzelnen Sitzplatz binden lassen will. Ihm gefällt es vielmehr, wenn er sich „auch mal woanders“ hinsetzen kann und die Musik trotzdem noch gut klingt.
An beiden Vorlieben ist überhaupt nichts auszusetzen, nur sollte man sich über seine Wünsche im Klaren sein, bevor man auf die Suche nach seinem nächsten Lautsprecher geht.
Wer den Markt einmal zielgerichtet prüft, findet folgende Arten an Lösungen:

(Abhör-) Monitore

Monitoraufstellung

Monitoraufstellung

Wie der Name es bereits verrät, finden solche Lautsprecher in der Regel im Tonstudio Verwendung. Allerdings haben sie längst ihre Anhänger auch unter den HiFi-Freaks gefunden.
Bei diesen Lautsprechern ist es zwingende Voraussetzung, dass wir uns genau im Stereodreieck befinden und oft müssen wir die Boxen auch genau auf uns ausrichten, also anwinkeln.
Manchmal reicht es dann leider schon, unsere Kopfposition nur um wenige Zentimeter zu verändern, um die dreidimensionale Abbildung erheblich zu stören.

Mit dieser Art von Lautsprechern macht es leider auch keinen großen Spaß, die Musik außerhalb des Stereodreiecks zu hören. Die Höhen sind weg und vom Klangvolumen ist auch nicht mehr viel übrig geblieben. Sitzt man also z.B. etwas entfernt am Esstisch, klingen diese Boxen ziemlich „kraft- und farblos“ und machen dort deshalb wenig Freude.
Monitor-Lautsprecher sind die idealen Begleiter eines einzelnen Hörers, der sich einen Lieblings-Hörplatz wählt und dort beim Musikhören die Augen schließt, um sich „in das Klanggeschehen hinein versetzen zu lassen“. Sie sind jedoch nicht die erste Wahl, wenn ein kompletter Wohnraum beschallt werden soll.

Wohnungslautsprecher

Wohnraumlautsprecher

Wohnraumlautsprecher

Zu dieser Gruppe gehören wohl die meisten Lautsprecher, die der Markt uns bietet.
Doch beim Hörtest trennt sich schnell die Spreu vom Weizen und es zeigt sich, wieso es sich manchmal lohnt, ein paar Euro mehr auszugeben.

Das grundsätzliche Ziel dieser Boxenbauer ist die Entwicklung eines Allrounders. Allerdings verteilt jeder Entwickler seine Schwerpunkte etwas unterschiedlich, weshalb Sie prüfen sollten, ob ein Lautsprecher zu Ihren Wünschen passt.

Käufer, die sich gerne ins Stereodreieck setzen mögen, sollen bei dieser Lautsprecherart mit einer tollen, dreidimensionalen Darstellung des Klanggeschehens belohnt werden. Wer sich lieber außerhalb des Stereodreiecks bewegen will, soll immer noch ein harmonisches und volles Klangbild genießen können. Manchem Entwickler gelingt es sogar, auch noch eine räumlich wirkende Wiedergabe hinzubekommen, obwohl sich der Hörer außerhalb des Stereodreiecks aufhält. In der Abbildung sehen Sie als Beispiel einen Lautsprecher, der im Stereodreieck (grünes Dreieck) mit einer tollen dreidimensionalen Wiedergabe überzeugt, gleichzeitig aber auch einen großen Teil des Raumes (rot umrandete Fläche)  immer noch mit einer räumlich wirkenden Wiedergabe verwöhnt. Darüber hinaus verliert sich dann der räumliche Eindruck.
Diese Boxenart ist dann ideal, wenn sich mehrere Personen im Raum befinden, die alle „gut Musik hören wollen“ und andererseits einzelne Personen sich zwischendurch immer mal wieder die Zeit dafür nehmen, um am „besten Hörplatz“ die Musiker „beobachten“ zu können.

Raumfüllend wiedergebende Lautsprecher

Raumfüller

Raumfüller

Völlig unabhängig vom Stereodreieck arbeiten Lautsprecher, die sich die raumfüllende Wiedergabe auf die Fahne geschrieben haben.
Der Schwerpunkt liegt hier darauf, im gesamten beschallten Raum eine harmonische „Mischung“ aus Bass, Mitten und Höhen zu erzeugen. Oft arbeitet man dazu mit Rundumstrahlern oder Chassis, die in verschiedene Richtungen abstrahlen und eben nicht nur nach vorne.
Das Ergebnis ist „ein ganzer Raum voller Musik“.

Der Nachteil ist die eingeschränkte, wenn überhaupt vorhandene Ortbarkeit.
Instrumente klingen diffus von „überall“ her. Ihre Größe oder ihre Position zu bestimmen, ist nur bedingt möglich. Nicht einmal im Stereodreieck, denn das gibt es bei diesen Lautsprechern nicht. Die blau umrandete Fläche wird in dem Einrichtungsbeispiel überwiegend vom rechten Lautsprecher versorgt, die rot umrandete Fläche vom linken. Zwar ergibt sich in der Mitte ein Feld, das von beiden Boxen gut erreicht wird, aber selbst dort entsteht keine gute Ortbarkeit und auch keine reale Dreidimensionalität.

Diese Boxen sind dann die erste Wahl, wenn man sich nicht beim Musikhören auf einen bestimmten Sitzplatz fixieren lassen will.

Spezial-Lautsprecher

Manche Forderungen können nur mit Spezial-Kostruktionen erfüllt werden. Das fängt beim Subwoofer an, geht über die Zusatzlautsprecher eines Surroundsound-Systems weiter und endet nicht einmal bei Wandeinbauboxen oder Outdoor-Lautsprechern.
Sie passen nicht zum Thema dieses Berichts und ich habe sie hier nur der Vollständigkeit halber erwähnt.

Zusammenfassung:
Das Stereodreieck ist die Eintrittskarte zu einer realistischen, dreidimensionalen Abbildung eines musikalischen Geschehens. Diese Eintrittskarte gibt es aber eben nur mit den geeigneten Lautsprechern und meistens auch nur für einen einzelnen Hörer, Weitere Hörer müssen mit den „billigen Plätzen“ vorlieb nehmen. Wer sich damit nicht abfinden will und sich auch nicht „vorschreiben“ lassen will, wo er zu sitzen hat, kommt wohl mit anderen Lautsprecherkonzepten besser zurecht.

In dieser Serie sind schon folgende Beiträge fertiggestellt:

1.2.2 Abstand der Lautsprecher zueinander

1.2.2 Abstand der Lautsprecher zueinander

1.2.2. Abstand der Lautsprecher zueinander

1.2.2. Abstand der Lautsprecher zueinander

Im Teil 1.2.2 Abstand der Lautsprecher zueinander, erfahren Sie etwas darüber, wieso es nicht gleichgültig ist, wie weit Sie die Boxen voneinander entfernt aufstellen.

Gibt es für den Abstand der Boxen zueinander eine feste Regel?

Das Stereodreieck

Das Stereodreieck

Wie groß der Abstand zwischen den Lautsprechern sein sollte, wird uns in der Regel vom Hersteller vorgegeben.
Zwar ergibt sich der Abstand (die Linie A) in der Regel einfach dadurch, dass wir den Abstand zwischen unserem Hörplatz und der Linie A (also die Linie B) messen und danach die Länge der Linie A festlegen (A ist gleich B), aber es gibt auch Lautsprecher, die lieber etwas enger zusammenstehen möchten und andere, die dann am natürlichsten abbilden, wenn sie sehr weit voneinander entfernt aufgestellt werden. Das “klassische Stereodreieck”, bei der die Höhe des Dreiecks seiner Grundlinie entspricht, wird dadurch zwar etwas verzerrt, aber am Ende zählt eben doch immer noch das Ergebnis.
Die wichtigste Forderung lautet nun einmal, dass das Klanggeschehen authentisch wiedergegeben wird.

 

In den Abbildungen 1 bis 3 sehen wir voneinander abweichende Boxenaufstellungen, die aber alle zur gleichen Darstellung des musikalischen Geschehens führen.

1_Standard-Abbildung

1_Standard-Abbildung

Zur Abbildung 1:
Wir sehen die Standard-Aufstellung, die hier zu einer Standard-Darstellung führt. Wir hören links die Gitarre, in der Mitte den Bass, dahinter das Schlagzeug und rechts das Saxophon. Die Boxen bilden hierbei nicht die “Torpfosten”, zwischen denen sich das Klangbild abspielt, sondern die Darstellung geht durchaus auch links neben dem linken und rechts neben dem rechten Lautsprecher noch weiter.

2_Extrabreite Boxenaufstellung

2_Extrabreite Boxenaufstellung

 

In der Abbildung rechts stehen die Lautsprecher sehr weit voneinander entfernt. Dadurch bilden sie jetzt die “Torpfosten”, zwischen denen sich alles darstellt. Dennoch ergibt sich die identische Abbildung des musikalischen Geschehens wie in Abbildung 1.

3_Sehr enge Boxenaufstellung

3_Sehr enge Boxenaufstellung

In der dritten Abbildung (links) stehen die Boxen extrem eng zusammen und dennoch wird auch in diesem Beispiel das Klanggeschehen absolut identisch zu den Abbildungen 1 und 2 dargestellt. Trotz unterschiedlicher Aufstellung ist das Ergebnis bei allen drei Varianten immer das selbe.
Dies liegt einfach daran, dass hier die Hersteller unterschiedliche Wege gegangen sind, um das gleiche Ziel zu erreichen.

 

4_Zu wenig Breitenstaffelung

4_Zu wenig Breitenstaffelung

Was geschieht, wenn die Boxen mit zu wenig Abstand zueinander aufgestellt werden, das verdeutlicht die Abbildung 4. Alle Musiker „knubbeln“ sich in der Mitte. Die Gitarre ist nicht mehr links vom linken Lautsprecher, das Saxophon nicht mehr rechts vom rechten Lautsprecher, sondern alles spielt sich in der Mitte zwischen den Boxen ab. Keiner der Musiker hat den Raum, den er braucht, um sein Instrument spielen zu können. Wer eine solche Wiedergabe mag, der sollte sich besser nach guten Mono-Anlagen  und -Aufnahmen umschauen.

 

 

5_Übertriebene Breitenstaffelung

5_Übertriebene Breitenstaffelung

Stehen die Boxen jedoch zu weit auseinander, wird auch das Klangbild auseinander gezogen. Das Schlagzeug ist nun so groß, dass der Drummer drei Meter lange Arme braucht, um an alle Toms und Becken heran zu kommen. Die anderen Instrumente spielen so weit voneinander entfernt, dass die Zusammengehörigkeit verloren geht. Das kann so weit gehen, dass wir das Gefühl bekommen, jeder Musiker würde einen ganz anderen Titel spielen.

Zugegeben – so eine extrem breite Darstellung kann durchaus “beeindruckend” sein – aber auch hier muss man einfach das Ziel der High-Fidelity im Auge behalten und das lautet nicht:  “So beeindruckend wie möglich”, sondern “so realistisch wie möglich”.

Wenn ein Boxenkauf ansteht, sollten Sie sich rechtzeitig darüber informieren, wie die Lautsprecher aufgestellt werden sollten. Zum einen können Sie damit möglicherweise Einrichtungsprobleme auf einfache Art und Weise lösen. Zum anderen ist so etwas aber immer auch eine kleine “psychologische” Angelegenheit. Denn bei allen oben gezeigten Abbildungen werden Sie erkennen, dass wir etwas anderes hören als unser Auge sieht. Und das empfindet jeder ein klein wenig anders. Die zu enge Boxenaufstellung gefällt z.B. kaum jemandem. Und das vertrackte dabei: Schließen wir die Augen, hören wir das Klanggeschehen in voller Breite. Öffnen wir die Augen und sehen, wo die Boxen stehen, “schiebt unser Gehirn” plötzlich auch das Klangbild eng zusammen. Es “beschließt” einfach, dass “von so weit rechts und links gar nichts zu hören sein kann” und packt alles in die Mitte. Schließen wir die Augen – zieht es sich wieder auseinander.
So etwas muss man mögen.

In dieser Serie sind schon folgende Beiträge fertiggestellt:

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