Wie gut sind meine Lautsprecher eigentlich?

Wie gut sind meine Lautsprecher eigentlich?

Wie gut sind meine Lautsprecher eigentlich?

Wie gut sind meine Lautsprecher eigentlich?

Haben Sie sich auch schon mal die Frage gestellt:  Wie gut sind meine Lautsprecher eigentlich?

Sicher hätte man sich die Frage wohl besser stellen sollen, bevor man sie gekauft hat, aber jetzt sind sie ja nun einmal da.
Und manchmal sitzt man dann davor und fragt sich, ob sie uns einfach nur gut gefallen oder ob sogar ein Fachmann uns einen guten Kauf bescheinigen würde.
… oder vielleicht doch besser nicht?  🙂

Wir kaufen nach dem LuL-Prinzip.

Gekauft werden die meisten Lautsprecher nach dem Logik- und Leumund-Prinzip (LuL).
Logik =  Wenn die Boxen nicht gut wären, würde es die Marke doch schon lange nicht mehr geben.
Leumund = Man weiß, dass Boxen von dieser Marke gut sind. Das sagen doch alle.
Was beim Wein das Schild mit den „95 Parker-Punkten“ ist, das sind bei Lautsprechern die Testergebnisse.

Schallwellen gelangen ins Ohr eines Mannes

Fotolia_88754239 © axel kock

Außer dem LuL-Prinzip gibt es halt nur noch das Prinzip „Anhören“.
Aber dafür glauben wir von uns, zu wenig zu wissen, zu wenig zu können.

 

 

 

 

 

Das machen sich spezielle Zeitschriften zu nutze und testen die Lautsprecher für uns.
Aber sind diese Testergebnisse ehrlich und nützlich? Irgendwie schon, aber irgendwie auch wieder nicht. Die Testzeitungen finden einfach alles gut.
Zuhause sitzt man dann möglicherweise vor einem Testsieger – einem von zig Testsiegern – denn in jedem neuen Heft gibt es ja wieder einen neuen Testsieger.
Und so fragt man sich immer noch:

Wie gut sind meine Lautsprecher eigentlich?

Möchten Sie das nicht auch endlich mal selber beurteilen können?

Na prima!
Ich helfe Ihnen dabei!

Fakten, die ich hier nicht berücksichtige, weil sie keine Aussage über die Klangqualität eines Lautsprechers zulassen:

* Der Preis (Es gibt in jedem Preisbereich tolle Boxen! … und es gibt die anderen)
* Der Preisnachlass (Jedes Super-Angebot hat seinen Grund! Finden Sie den heraus!)
* Testergebnisse (Motto: „Wes Brot ich ess`, des Lied ich sing“?)
* Das Design (Ein tolles Design muss nicht, kann aber bedeuten, dass der Entwickler seinen Schwerpunkt hier sieht und nicht im Klang)
* Der Leumund (Der HiFi-Markt lebt vom „selektiven Nachplappern“)
* Die Logik (Sie wissen schon, das mit den Millionen Fliegen …)

Wenn Sie jetzt das Gefühl haben, dass ich Ihnen gerade „alles weggenommen habe“, wonach Sie bisher Boxen beurteilt haben, so ist das von mir nicht ganz unbeabsichtigt gewesen.
Denn wir wollen es ja heute mal „ganz anders machen“, oder?

Heute hören Sie sich Ihren Lautsprecher mal ganz alleine an und lassen sich durch nichts dabei beeinflussen!
Sie können das! Sie müssen sich nur auf dieses kleine Abenteuer einlassen.

Das Problem:
Viele von uns haben noch niemals in ihrem Leben eine natürliche Wiedergabe über einen Lautsprecher gehört! Sie können sich nicht einmal vorstellen, wie so etwas klingen könnte.
Wenn man sie fragt, was denn einen guten Lautsprecher ausmacht, dann kommen immer die gleichen Antworten:

Er muss laut spielen können.
Er muss einen satten Bass haben.
Er muss klar und rein klingen.

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Bass

 

Sicher sind das die Punkte, die einfach jeder von uns bewerten kann.
Eine besondere Fähigkeit oder gar “Insiderwissen” beweisen wir damit aber nicht, oder?

 

 

 

Ich will Ihnen heute deshalb zwei weitere Punkte nahelegen, mit denen Sie sich durchaus eine  Kompetenz verschaffen können.
Der eine nennt sich „Natürlichkeit“, der zweite „Timing“.

Punkt eins – Natürlichkeit

Das seltsame an diesem Punkt ist, dass wir uns ihm umso näher fühlen, je weiter wir von ihm entfernt sind.

Schallwellen gelangen ins Ohr eines Mannes mit markiertem Gehörzentrum

Fotolia_85261828 © axel kock

Das liegt an unserem Gehirn.
Zwar bilden unsere Ohren die Sensoren für den Schall – aber was wir dann hören – was wir glauben zu hören, das bestimmt allein unser Gehirn.
Ihm macht es nichts aus, wenn etwas nicht natürlich – also nicht richtig –  klingt. Es weiß ja, wie es klingen müsste.

 

Sind die Instrumente viel zu klein?
Ist der Mund eines Sängers riesengroß?
Kein Problem! Es weiss doch, wie groß die Instrumente sind und wie klein ein Mund ist.

 

Eigentlich ist es also völlig gleichgültig, was wir hören und wie es klingt – unser Gehirn bringt das schon in Ordnung.
Unser Gehirn ist vertraut mit dieser Aufgabe – es macht den ganzen lieben langen Tag nichts anderes!

Wir glauben ja auch, die kleinen Menschen im Fernseher wirklich zu sehen. 🙂
Unser Gehirn erhält Informationen – wertet sie aus – und präsentiert uns das „übersetzte Ergebnis“, damit wir damit überhaupt etwas anfangen können.
Genau das sicherte unseren Vorfahren das Überleben!

Das Glückserlebnis

Umso größer ist das Glückserlebnis, wenn unser Gehirn plötzlich beim Musikhören „arbeitslos“ wird, weil es ein perfekt richtig und natürlich klingendes Ergebnis präsentiert bekommt, an dem es nichts mehr „auszuwerten“ gibt.
Dieses Gefühl muss man einfach mal erlebt haben, sonst glaubt man nicht, dass es möglich ist!

Sie hören ein Instrument oder eine Stimme und Ihr Gehirn ist sich sofort sicher – dass es das echte Instrument und die echte Stimme hört.
Manchmal hat man dann das Gefühl, man würde vor Endorphinen geradezu überlaufen – so toll fühlt man sich.
Weil alles so echt – so natürlich klingt und man gleichzeitig weiß, dass man ja alles „nur über Lautsprecher“ hört.

Es ist genau dieser Widerspruch. Diese perfekte Illusion, nach der man ganz schnell süchtig wird.

Automatische Gehirnfunktionen abschalten lernen.

Wer also lernen will, einen Lautsprecher zu bewerten, der muss lernen, die automatisierten Funktionen im Gehirn „auszuschalten“.
Damit uns das gelingt, müssen wir es austricksen.

Flügel

Fotolia_72992691 © Thatiana Shepeleva

Nehmen wir als gutes Beispiel das Klavier.
Wir machen es unserem Gehirn heute einmal unmöglich, uns mit der einfachen Loriot-Erkenntnis:  „Ein Klavier, ein Klavier!“ abzuspeisen.
Wir gehen jetzt an die Aufgabe, uns ein Klavier auszusuchen, was wir kaufen wollen!
Ob für uns selbst oder für jemanden, den wir kennen, egal  – wir wollen das Klavier kaufen, was am besten klingt.
Yamaha, Schimmel, Bösendorfer, Bechstein … der Preis spielt keine Rolle!

 

 

 

 

Sie kennen die Unterschiede zwischen diesen Marken überhaupt nicht?
Macht nichts! Für unseren Workshop ist es sogar besser so! … leichter so!
Der Kenner rutscht nämlich nur wieder viel zu schnell in die Automatismen hinein.
Wir aber wollen unser Gehirn ja heute herausfordern.
… es dazu zwingen, bewusst hinzuhören und eben nicht vorschnell zu urteilen und zu bewerten.

Und – halten Sie mich nicht für verrückt, dazu schauen und hören wir uns jetzt ein Video von Vinheteiro auf Youtube an.
Es ist völlig gleichgültig, wie schlecht der Sound an Ihrem PC auch immer ist – Sie werden einen Unterschied zwischen diesen Klavieren hören!

Und? Für welches Klavier oder welchen Flügel haben Sie sich entschieden?  🙂

Im zweiten Schritt hören wir uns jetzt, so „sensibilisiert“ wie wir nun sind, verschiedene Klavierstücke über unsere Lautsprecher an. Wir geben uns aber eben wieder nicht damit zufrieden, ein Klavier als Klavier zu erkennen, sondern fragen uns, was das jetzt wohl für ein Klavier sein könnte.

Und noch einmal:
Wir müssen nicht erkennen, um welches Klavier es sich handelt –  wir müssen nur dahin kommen, dass wir die Unterschiede hören und dass wir sie wahrnehmen – denn sie waren schon immer vorhanden und sind auch noch immer da!

Das ist der ganze Trick!

Wenden wir uns dem nächsten Thema zu, dem Timing.

Dazu müssen Sie jetzt nicht im Musikbuch nachschlagen!
Es geht hier nicht darum, Adagio, Moderato und Presto zu erkennen. Es geht allein um unser „Geschwindigkeitsgefühl“ beim Hören.

Was daran so wichtig ist?

Jazz Musiker

Fotolia_81087737 © inga

Nun, für mich ist der Punkt Timing das mit Abstand wichtigste Thema beim Musikhören überhaupt.

Klingt es irgendwie zu „langsam“, dann nervt es. Dann will ich die Musiker antreiben, den Dirigenten spielen und sie unmissverständlich dazu auffordern, mal „einen Zahn zuzulegen“.
… mal ein bisschen mehr Aufmerksamkeit und Begeisterung zu zeigen!

 

 

Das hat nichts mit der Musikart zu tun. Ich liebe Balladen, Requiems und andere „bedrückende Stücke“, mag es hin und wieder, in „Traurigkeit zu baden“.
Aber auch eine Ballade kann zu langsam wiedergegeben werden.

Das ist nicht „so auf der Platte“ !!!!! –
… das kommt von der Anlage und damit eben möglicherweise auch vom Lautsprecher!

Nehmen Sie zum Hören anfangs ein Stück mit spärlicher Besetzung, 1-4 Musiker – mehr nicht.
Und nun „schauen“ Sie sich die Gesichter der Musiker an.

Zu langsam?

Wenn es zu (!) langsam gespielt wird, dann klingt es lustlos. Da packt uns nichts, da reißt uns nichts mit, sondern wir beobachten Musiker, die anscheinend keine Lust mehr haben, dieses Stück noch mal und noch mal spielen zu müssen, bis der „gnädige Herr Tonmeister“ endlich zufrieden ist.
Eine solche Stimmung macht mir keinen Spaß. Ich will nicht dabei sein, wenn eine schlechte Laune herrscht. Ich will Musik genießen!
Oder es klingt einfach nur müde und langweilig.
Manchmal habe ich dann beim Hören das Gefühl, ich will mit einem schweren Karton auf dem Arm schnell in eine Poststelle, aber vor mir trödelt jemand. Bleibt dann auch noch mitten in der Eingangstür stehen, um sich mal intensiv darüber zu informieren, wie denn so die Öffnungszeiten sind.
Ich könnte dann „aus der Haut fahren“. Können Sie das nachvollziehen?
Und wenn eine Musik so lahm wiedergegeben wird, dann mache ich sie lieber gleich wieder aus.

Zu schnell?

Haben die Musiker scheinbar auf die Uhr geschaut und gesehen, dass sie noch woanders hin müssen? Rattert man den Titel jetzt mal eben schnell herunter und gönnt dem Stück nicht diese winzigen, aber so wichtigen Verzögerungen, von denen das Thema doch lebt?
Darf der Ton nicht ausschwingen, sondern muss man da mitten hinein einfach weiter spielen?
Also meine Meinung:  Wenn die Musiker jetzt keine Zeit dazu haben, diesem Stück die Ruhe zu gönnen, die es ausstrahlen will, dann sollen sie jetzt Schluss machen und eben später noch einmal zusammen kommen.
Ich nehme Ihnen diese Entscheidung dann ganz schnell ab und schalte die Anlage aus.

Genau richtig!!

Mein Gott! Haben diese Musiker heute einen Spaß daran, gemeinsam Musik zu machen. Sie mögen sich, sie mögen den Titel, sie mögen die Situation, sie mögen einfach alles!
Und ich mag sie!
Sie schauen sich an, versuchen sich mit ihrer Mimik Zeichen zu geben, sind gespannt auf den Moment, in dem das Tempo gewechselt werden muss und man spürt dieses Glucksen in ihren Bäuchen, wenn es noch besser geklappt hat als bei den Proben.

Es geht hier um Zeitbegriffe, die man mathematisch und in Noten gar nicht ausdrücken kann – das sind Verzögerungen und Akzentuierungen, die sich im emotionalen Bereich abspielen, die man einfach nicht messen und nicht vorgeben kann. Und die doch sein müssen.

Hat man das ein mal so zeitrichtig gehört – erfüllt uns das Gefühl, zu einem ganz besonderen Zeitpunkt an einem ganz besonderen Ort mit ganz besonderen Menschen zusammen gewesen zu sein und etwas ganz Besonderes genossen zu haben.
Musik macht hier nicht einfach nur Spaß, Musik bekommt hier eine ganz besondere Wertigkeit.

Ein sattes Honigkuchenpferd-Grinsen oder eine Gänsehaut am ganzen Körper ist der Beweis dafür, dass genau das gerade stattgefunden hat.

Punkte drei – vier  …?
Nebensächlich!

Wenn Sie einen Lautsprecher gefunden haben, der natürlich klingt und der dann auch noch das richtige Timing besitzt – dann ist alles andere nebensächlich.

Und was ist jetzt mit Bass, Höhen und Lautstärke?

Klar – auch diese Punkte bleiben wichtig.
Denn auch sie gehören zur Musik dazu.
Darauf verzichten zu müssen, nur um Natürlichkeit und Timing genießen zu können, würde in uns ein Gefühl der Entbehrung erzeugen. Das ist nicht gut und das muss auch nicht sein.
Denn es gibt sie – die Lautsprecher, die alles können.
Wie Sie diese finden können, das wissen Sie jetzt:

Sie müssen sie sich einfach nur anhören.

Damit Sie nie wieder fragen müssen:

Wie gut sind meine Lautsprecher eigentlich?

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Was tun, wenn es im Lautsprecher brummt?

Was tun, wenn es im Lautsprecher brummt?

Was tun, wenn es im Lautsprecher brummt?

Was tun, wenn es im Lautsprecher brummt?

Immer mal wieder erreicht uns die Anfrage:  „Was tun, wenn es im Lautsprecher brummt?“ und deshalb will ich in diesem Bericht mal etwas näher auf dieses Problem eingehen.

Was sich Gewerbetreibende für ihr Geschäft sehnlichst wünschen, nervt HiFi-Freaks ganz gewaltig:  Es brummt!

Und wie bekommen wir das wieder weg?

Vorab:
Jedes an unser Stromnetz angeschlossene Audiogerät brummt und rauscht.
Allerdings sollte davon im Normalfall wenig bis fast gar nichts im Lautsprecher zu hören sein.

Rauscht aber doch!?

Rauscht es doch, dann liegt es entweder daran, dass wir den Verstärker ohne ein anliegendes Musiksignal zu laut „aufgedreht“ haben, dass eines der betriebenen Geräte mehr rauscht als üblich oder dass der Verstärker und die Lautsprecher nicht miteinander harmonieren. Im letzten Fall hat der Lautsprecher eine zu hohe Empfindlichkeit. Daran muss man sich entweder gewöhnen oder die Boxen wechseln.
Damit ist das Thema „Rauschen“ aber auch schon so gut wie abgehandelt.

Brummt aber doch!?

Brummt es dagegen hörbar im Lautsprecher, dann kann das Tausend und einen Grund haben.
… und die Suche nach der Ursache recht schwierig werden.
Um erahnen zu können, wo man wohl mit der Suche starten sollte, will ich Ihnen hier ein paar Tipps geben.

Grundsätzlich unterscheiden wir zwischen:

  • Einstreuungen durch das Stromnetz
  • Einstreuungen „durch die Luft“
  • Defekte Kabel oder Buchsen
  • Das Zusammentreffen von Potentialen
  • Erdungsbrummen

Einstreuungen durch das Stromnetz

Unser Stromnetz ist „schmutzig“.
Wer noch ein 30 bis 40 Jahre altes Babyphon zur Verfügung hat, der kann sich diesen „Schmutz“ ganz einfach mal anhören.
Schaltknackser irgendwo im Haus knallen regelrecht durch das Babyphon und ein permanentes Prasseln, Gurgeln, Zischen und noch viel mehr untermalen das Eigenrauschen dieser Geräte.
Diese Störgeräusche beeinflussen unsere Audio-Geräte, weshalb der Zubehörmarkt heute reichlich „Hilfsmittel“ bereit hält. Das Brummen im Lautsprecher verhindern sie jedoch meistens nicht.

Es sind die Trafos!

Trafos verursachen vielfach Brummeinstreuungen ins Stromnetz. Und wenn man etwas dimmen kann, wie z.B. bei einer Stehlampe, dann steigert sich das noch. Selbst diese stylischen Plattenspielerlampen (damit man die Nadel an die richtige Stelle setzt) sind nicht selten der Verursacher von Brummgeräuschen.
Schwierig wird das Finden des Verursachers dadurch, dass diese Trafos oft auch im scheinbar ausgeschalteten Zustand (standby) noch Störungen verursachen und nur das Ziehen des Steckers Klarheit bringt.

Lösung:
Gehen Sie auf die Suche nach Trafos in Stehlampen, Vitrinenbeleuchtungen, Deckenstrahlern, Dimmern, Aquarien …
Denken Sie dabei auch an benachbarte Räume und vor allem auch an die Zimmer, die hinter der Wand liegen, an der die Stereoanlage aufgestellt ist.

Einstreuungen „durch die Luft“

Elektrische Geräte erzeugen manchmal ein ziemlich starkes Störfeld.
Geraten empfindliche Audiogeräte in solch ein Störfeld, nehmen sie die Störungen auf und verstärken sie – schon brummt es im Lautsprecher.
Stellen wir zum Beispiel unseren Phonoverstärker auf eine Komponente – vielleicht sogar genau dort hin, wo im Gehäuse der Trafo sitzt – oder stellen wir die Plattenspielerlampe direkt auf das Phonoteil – dann ist ein Brummen durch Einstreuungen fast garantiert.

Lösung:
Solche Ursachen finden wir recht schnell. Wir müssen es nur mal „brummen lassen“, dann unsere Geräte und/oder Kabel etwas bewegen und darauf lauschen, ob sich das Brummen verändert. Ist dies der Fall, haben wir schon den Verursacher gefunden, Wir müssen die beiden Geräte jetzt nur noch weit genug voneinander trennen.

Schwieriger zu ermitteln ist es, wenn das Brummen durch parallele Leitungen (Induktion) verursacht wird.
Manchmal meint man es einfach zu gut. Da wird ein Kabelkanal gelegt und dann kommen alle möglichen Kabel gemeinsam in diesen Schacht hinein.  Vielleicht ist sogar das eine oder andere Stromkabel dabei.
So „schön ordentlich“ das dann auch aussehen mag – es verursacht aber vielleicht auch das Brummen.

Defekte Kabel oder Buchsen

Lange Zeit war alles in Ordnung, doch auf einmal wird man so ein Brummen nicht mehr los?
Nicht selten hat sich einfach ein Stecker gelöst und sitzt nicht mehr richtig in der Buchse. Diese Cinch-Stecker mit ihren „Bohrfutterhüllen“ sind toll, aber den einen zieht man linksrum fest den nächsten rechtsrum. Und wenn man dann vor der Anlage steht, weiß man gar nicht mehr, wie rum man drehen muss. Schon sitzt alles derart fest, dass man nur noch mit Gewalt voran kommt.
Ruckzuck ist es passiert. Die Cinchbuchse dreht sich mit. Im Gerät wickeln sich die dünnen Käbelchen umeinander, bekommen Kontakt oder reißen einfach ab.
Reißt der „heiße“ Leiter – ist der Kanal tot. Beim zweiten Leiter spielt die Musik einfach weiter, denn den fehlenden Kontakt holt sich das Gerät dann eben vom anderen Stereo-Kanal.
Allerdings stellt sich dann auch gerne so ein Brummen ein.
Manchmal verschwindet es, sobald wir den Eingang am Verstärker umschalten, manchmal aber auch leider nicht.

Das Zusammentreffen von Potentialen

Den Begriff Potentiale zu erklären, würde an dieser Stelle zu weit reichen. Die Erläuterung dazu finden Sie im Bericht „Erdung und Potentiale“ in meinem HiFi-Handbuch (wenn es denn mal fertig ist).
Zu unterschiedlichen Potentialen kann es kommen, wenn wir verschieden geerdete Netze miteinander koppeln.
Unser Stromnetz ist das eine geerdete Netz. Der Kabelanschluss für TV und Radio kann das zweite Netz sein. Über das Antennenkabel führen wir beide Netze zusammen.
So eine Brummquelle entlarven wir also ganz einfach durch das Abziehen der Antennenkabel an allen Geräten, die mit unserer Stereoanlage verbunden sind.

Lösung
Der Elektrohandel hält für dieses Problem Mantelstromfilter bereit. Am besten schildern Sie dem Verkäufer Ihr Problem exakt, denn es gibt recht unterschiedliche Mantelstromfilter.

Erdungsbrummen

Eine sehr häufige Brummquelle ist das Erdungsbrummen.

Schukostecker

In Deutschland haben wir so genannte Schutzkontakt-Steckdosen mit insgesamt drei Kontakten (Polen).

Für gewöhnlich nennen wir sie Plus – Minus – und Erde, was aber falsch ist. Die korrekte Bezeichnung lautet Aussenleiter (oder Phase), Neutralleiter und Schutzkontaktleiter.

Die Erdung ist für den Betrieb eines Elektrogerätes nicht zwingend erforderlich, es funktioniert auch ohne – sie kann uns aber das Leben retten, wenn mal etwas nicht in Ordnung ist.

 

 

Eurostecker

Eurostecker

 

Trotzdem gibt es auch Geräte, die lediglich einen zweipoligen Flachstecker (Eurostecker) besitzen und damit keinen Kontakt zum Masseleiter (Erdung) erhalten.

Ist dadurch die Betriebssicherheit gefährdet?

Den Punkt Betriebssicherheit will ich hier nicht aufgreifen, da die Verwendung der richtigen Kabel und Stecker nicht nur ein weites, sondern in Fachkreisen auch gerne kontrovers diskutiertes Thema ist. Von richtig, falsch oder gar gefährlich zu sprechen, ist hier also nicht relevant.

Ist der Klang gefährdet?

Ganz sicher ja! So lange wir Audiogeräte mit zweipoligen Kabeln (Cinch) verbinden, fließen nicht nur die Musiksignale durch diese Kabel sondern es findet auch der Potentialausgleich von einem Gerät zum anderen über die gleichen Leitungen statt. Und das kann nicht gut sein. Um für eine solide und ungestörte Musiksignal-Übertragung zu sorgen, müssten wir auf dreipolige Kabel und Steckverbindungen zurückgreifen. Aber dann auch vollständig – nicht nur hier und da mal eine. Im PA- und hochpreisigen Audiobereich finden wir deshalb überwiegend die dreipoligen XLR-Verbindungen.
Doch auch das ist hier nicht unser Thema.

Zu viel Erde – zu wenig Erde

Uns geht es darum, dass wir durch die Beschaffenheit der Geräte, der Stromkabel, Stecker und Audioverbindungen immer mal wieder mit einem kräftigen Brummen im Lautsprecher konfrontiert werden.
Und die korrekte Frage lautet dann:  Haben wir jetzt eigentlich zu wenig Erdung oder zu viel?

Das Komplizierte daran:
Beide Zustände können das Brummen hervorrufen.

Pro-Ject 5P-CC

Phonokabel mit Masseklemme

Unser Phonokabel am Plattenspieler hat in der Regel einen zusätzlichen Masseleiter, den wir sowohl am Plattenspieler als auch am Verstärker an den dafür vorgesehenen Erdungsklemmen anzuschließen haben.
In den meisten Fällen verschwindet dadurch das Brummen auf der Stelle.
Es kommt aber auch hin und wieder dazu, dass genau durch diese Masseleitung „zu viele“ Erdungspunkte in die Anlage gelangen. Hierdurch kommt es dann zu einer Brumm- oder auch Erdungsschleife.

Aber nicht nur die Masseleitung kann diese Brummschleife verursachen. Schon der Hersteller kann sie im Tonabnehmer bewusst legen.
Gerne wird nämlich der Minuspol des linken Kanals an Masse angelegt.
Er macht das in der Absicht, Brummprobleme zu verhindern, erreicht aber in manchen Anlagen genau das Gegenteil.
Zu der Erdung über den linken Kanal, die sich ja jetzt logischerweise mit dem Musiksignal bis hin in den Verstärker zieht, kommt es manchmal zu einer zweiten Erdung über das Tonabnehmergehäuse, das elektrischen Kontakt zur Headshell hat. Hat die Headshell wiederum leitenden Kontakt zum Tonarm und liegt dieser selbst an Masse an – ist der Tonabnehmer damit doppelt geerdet.
Das kann völlig ok sein, muss es aber nicht. Ergebnis: Es brummt.
Abhilfe schafft dann oft das Isolieren des Tonabnehmers von der Headshell durch Isolierband oder ähnliches.

Doch aufgepasst!

Manchmal hat der Tonabnehmerhersteller alles richtig gemacht und wir setzen selbst die Ursache.
Benutzen wir nämlich zu lange Schrauben, kann es sein, dass wir im Tonabnehmergehäuse mit dieser Schraube an einen signalführenden Kontakt stoßen und dadurch eine Brummschleife herstellen. Ist dies der Fall, brauchen wir kürzere Schrauben oder wir verwenden gleich welche aus Kunststoff.
Kurz und gut – der Plattenspieler ist schon nicht gerade selten der Verursacher von Brummgeräuschen und wenn Sie noch einen in Betrieb haben, dann würde ich auch hier mit meiner Such beginnen.

Ansonsten hat sich die folgende Vorgehensweise als nützlich erwiesen.

Schritt 1

Wir ziehen alle (!) Eingangskabel vom Verstärker ab und lassen nur noch das Strom- und die Lautsprecherkabel angeschlossen.
Brummt es dann, gibt es die folgenden möglichen Ursachen:

  • Der Verstärker ist defekt.
  • Es gibt Einstreuungen in den Verstärker
  • Es gibt Einstreuungen in das Stromnetz, die der Verstärker wiedergibt.
  • Es gibt Einstreuungen in die Lautsprecherkabel

Brummt es nicht, gehen wir über zu Schritt 2

Nun schließen wir das erste Gerät wieder am Verstärker an. Sollten wir noch einen Plattenspieler betreiben, dann beginnen wir natürlich mit ihm. Ansonsten nehmen wir irgend eine Komponente.

Brummt es, haben wir den Verursacher auf Anhieb gefunden.
Nun gibt es folgende Möglichkeiten:

  • Das angeschlossene Gerät ist defekt oder es ist von Einstreuungen betroffen
  • Das Kabel des angeschlossenen Gerätes ist defekt oder ist von Einstreuungen betroffen
  • Die Eingangsbuchse des Verstärkers ist defekt (anderen Eingang nehmen)
  • Der Eingang am Verstärker ist defekt (anderen Eingang nehmen)
  • Dieses Quellgerät erzeugt im Zusammenspiel mit dem Verstärker eine Brummschleife

Brummt es nicht, ziehen wir die Cinchkabel von diesem Gerät wieder ab und schließen das zweite Gerät am Verstärker an. So machen wir weiter, bis wir alle unsere Quellgeräte jeweils einzeln am Verstärker getestet haben. Brummt es irgendwann, haben wir den Verursacher gefunden, brummt es nie, erzeugt wohl eher die Kombination unserer Geräte das Brummen. Unter General-Verdacht stehen da jetzt zunächst alle Geräte mit Antennenanschluss. (Tuner, TV, Video …)
Um den Verursacher unter diesen Bedingungen zu finden, kehren wir die Versuchsreihe um und schließen nun zunächst alle Geräte wieder am Verstärker an. Brummt es jetzt (seltsamerweise) nicht, können wir davon ausgehen, dass einfach irgendein Kabel nicht richtig in der Buchse gesteckt hat oder es in einem Kabel einen Wackelkontakt gibt.
Brummt es jetzt wieder, dann vertragen sich hier zwei Geräte nicht miteinander.  Erdungstechnisch gesehen.  🙂

Deshalb ziehen wir jetzt der Reihe nach jedes Gerät wieder einzeln vom Verstärker ab. Brummt es weiter, schließen wir es wieder an und fahren mit dem nächsten Gerät fort, bis das Brummen verschwindet. Irgendwann werden wir also einen Verursacher gefunden haben.
Dieses Gerät sorgt dafür, dass es eine Erdungsschleife gibt.
Möglicherweise ist es defekt – vielleicht stimmt aber auch was mit dem Kabel nicht. Bleibt das Brummen auch mit einem anderen Kabel – liegt es wohl mehr am Gerät, was wir dann in einer Werkstatt prüfen lassen sollten.

Bitte nicht die Massekontakte am Schukostecker abkleben!!

Es ist eine beliebte Notlösung, bei Brummproblemen einfach die Massekontakte des Schukosteckers mit Isolierband abzukleben. Tatsächlich wird auch immer mal wieder das Brummen genau dadurch beseitigt. Bedenken Sie aber bitte, dass die Sicherheit des Gerätes – und die Ihre !!) – nicht mehr gewährleistet ist.
Irgendwas muss ja das Brummen verursachen.
Möglicherweise besteht irgendwo ein Kontakt zwischen der Masse (Gerätegehäuse) und einem Kanal – im schlimmsten Fall sogar zu einem spannungsführenden Bauteil.
Eine moderne Elektroinstallation kann darauf reagieren und den Fehlerstrom-Schutzschalter im Hauptverteiler auslösen (FI). Sind aber die Schutzkontaktstifte abgeklebt, ist dieser Schutz nicht mehr vorhanden.
Also unterlassen Sie das lieber, wenn Ihnen Ihr Leben lieb ist.

Fazit:
Ich hoffe, ich konnte die Frage: „Was tun, wenn es im Lautsprecher brummt?“ hinreichend beantworten und Ihnen Anhaltspunkte dafür geben, wo Sie mit der Suche nach einem Verursacher beginnen können.

Hinweis:
Normalerweise reicht es zum Verbinden oder Trennen der Cinchkabel aus, die Lautstärke am Verstärker ganz herunter zu regeln. Wir müssen uns hier aber vor Augen führen, dass wir möglicherweise einen technischen Defekt suchen. Deshalb geben wir uns nicht damit zufrieden, sondern schalten zumindest auch noch den Verstärker auf einen anderen Eingang. Es kann aber auch keine schlechte Idee  sein, den Verstärker beim Umstecken ganz auszuschalten.

Netzteile – Klang-Garanten ohne Anerkennung

Netzteile – Klang-Garanten ohne Anerkennung

Netzteile – Klang-Garanten ohne Anerkennung

Netzteile – Klang-Garanten ohne Anerkennung

Netzteile – Klang-Garanten ohne Anerkennung.
Mit diesem Bericht will ich Ihnen die Bedeutung dieser wichtigen Bausteine ein wenig näher bringen.

Netzstrom

Unser Energielieferant versorgt uns hier in Deutschland mit 230 Volt Wechselstrom. Doch kaum ein Elektrogerät funktioniert tatsächlich mit diesem Wert. Oft reichen schon 12V oder 15V, um das eigentliche Gerät damit zu betreiben.  Also müssen wir den Strom auf diese geringeren Werte herunter-transformieren.

Wir brauchen einen Trafo (Transformator)

Um von 230V auf diese niedrigere Spannung zu kommen, brauchen wir so einen Trafo.
Das sind zwei Spulen auf einem Eisenkern. Fließen die 230V durch die eine Spule, wird auch eine Spannung in der zweiten Spule erzeugt. Der dabei entstehende Wert ist abhängig von der Anzahl der Wicklungen, die diese Spule hat. Je nachdem, wie oft wir also unseren Draht um den Eisenkern wickeln, erhalten wir am Ende 12V, 15V oder irgend einen anderen Wert, den wir benötigen.

Es war einmal …

Doch dieses Verfahren findet man heute nur noch selten. Es hatte nämlich den gravierenden Nachteil, auch dann Strom zu verbrauchen, wenn die angeschlossenen Geräte gar nicht benutzt wurden.

Schaltnetzteile – die optimale Lösung!?

Abhilfe schaffen, sollten und konnten die so genannten Schaltnetzteile. Durch entsprechende Standardisierung (auch wenn uns das völlig anders erscheint) und durch die hohen gefertigten Stückzahlen konnten die Kosten für diese Netzteile erheblich gesenkt werden. Und sie haben zudem den Vorteil, kaum Strom zu verschwenden, was ja schon mal toll ist und unser schlechtes Umweltgewissen beruhigt.
Allerdings sind so einige Leutchen mit diesen einfachen Schaltnetzteilen überhaupt nicht zufrieden.

Miese Qualität

Wenn ein Einkaufspreis von 1,50 € immer noch gedrückt werden muss, dann muss man sich nicht wundern, wenn diese Teile schon verschmoren, bevor das Elektrogerät überhaupt in Betrieb genommen werden konnte. (Habe ich selbst bei einem Scanner erlebt)

Die Leistung bricht in sich zusammen

Messen wir die Ausgangswerte während kein Gerät angeschlossen ist, scheint alles in Ordnung zu sein. Doch das ändert sich nicht selten, sobald das zu betreibende Gerät diese Leistung einfordert. Manchmal ist das nicht so schlimm, wenn z.B. eine kleine Lampe nicht ganz so hell leuchtet wie sie es könnte, aber manchmal merken wir das doch, weil die Maschine dann instabil läuft und keine rechte Kraft entwickeln kann.
Und wieder ein anderes mal klingt es einfach nur nicht so gut und kein Mensch kommt auf die Idee, dass das Netzteil der Schuldige sein könnte.

Schlechtes Netzteil – schlechter Klang

Betreiben wir ein HiFi-Gerät mit so einem instabilen Netzteil, dann kann das schon mal schnell für einen richtig schlechten Klang sorgen. Um ein Orchesterwerk oder einen dynamischen Rock-Song mit all seiner Dynamik reproduzieren zu können, ist mal weniger und mal mehr Strom erforderlich. Das Netzteil muss in den leisen Passagen für „Ruhe“ im Klangbild sorgen und in den lauten eben entsprechend schnell und viel Strom liefern können.

Ohne Input kein Output

Bricht die Stromversorgung ein, kann die Komponente nicht optimal funktionieren. Aus einem mitreißenden, dynamischen Musikstück wird dann ein langweilig dahinplätscherndes Etwas.

Die Reinheit des Klangs

Doch das ist nicht das einzige Problem dieser Standard-Netzteile. Das zweite Problem ist, dass sie funktionsbedingt selbst Störungen erzeugen und diese in unser Stromnetz einspeisen. Diese Störungen mögen sich nach den ersten Metern durch unsere Leitungen mit all dem anderen „Elektromüll“ vermischen und dann für sich gar nicht mehr auffallen, aber steckt so ein Billig-Netzteil in der Verteilerleiste unserer Stereoanlage – weil es z.B. zu einem Plattenspieler, einem Internetradio oder gar einer Halogenlampe gehört – dann sollten wir schnell damit aufhören, unser Geld in bessere Komponenten zu stecken und stattdessen erst einmal diesen Störer beseitigen.

Musikgeräte „funktionieren“ nicht nur mit Strom, sie arbeiten mit Strom!

Es besteht ein gravierender Unterschied zwischen Geräten, die Strom einfach nur dafür brauchen, um zu funktionieren, also z.B. sich zu drehen oder zu leuchten …
und Geräten, die aus Strom Musik entstehen lassen.

Es ist ganz wichtig – dass Sie diesen Unterschied begreifen!

Musikgeräte brauchen nicht nur Strom, damit man sie einschalten kann.
Musik-Komponenten arbeiten mit Strom als „Ausgangs-Material“.
Musikgeräte verarbeiten Strom wie ein Töpfer Ton verarbeitet, wie ein Maler Farbe verarbeitet.

Musikgeräte erhalten die Musik-Informationen in Form von Stromsignalen. Sie lesen die Musik aus dem Strom heraus, verstärken die erkannten Signale, wandeln sie um und leiten sie wieder als Stromsignale an die nachfolgenden Geräte weiter.

Störungen sind auch Signale!

Und ihre Werte liegen manchmal im gleichen Bereich, wie die Musiksignale selbst.
Wie soll die nachfolgende Komponente nur „wissen“, was von den ankommenden „Signalen“ Musik ist und was Störungen sind?

Eine intelligente Komponente, die das unterscheiden kann, die gibt es noch nicht.
Unsere Aufgabe liegt also darin, die Störungen gar nicht erst zu erzeugen oder sie nicht zu unserer Stereoanlage durchdringen zu lassen.

Filter als Lösung?

Filter sind eine mögliche und beliebte Vorgehensweise. Zu diesem Thema lesen Sie bitte an anderer Stelle in diesem Buch weiter. (Artikel noch nicht online)

Leistungsfähige, stabile und „saubere“ Netzteile

Die so genannten audiophilen Netzteile kommen gerade in „Mode“. Doch neu – sind sie ganz und gar nicht.

Wären Sie bereit, sich ein Gerät für 250,- € zu kaufen und für das benötigte Netzteil 2.750,- € zu bezahlen? Niemals, oder?
Und was ist, wenn ich Ihnen sage, dass Sie das möglicherweise schon längst getan haben!?
Lassen Sie mich die Tiefe dieses Themas mal an einem recht beeindruckenden Beispiel erläutern.

Extrem-Beispiel aus der Realität

In den 80-er und 90-ger Jahren handelte ich mit den Geräten einer teuren amerikanischen Marke und da gab es Mono-Verstärker (von denen man also zwei Stück brauchte) mit sehr imposantem Erscheinungsbild.
Fast 60 cm hoch, 50 cm tief, 30 cm breit und mit einem Versandgewicht von gut 100 kg.
Zu dieser Zeit haben sie rund 60.000,- DM pro Paar gekostet.

Sie hätten damals mal dabei sein sollen, wenn der Cheftechniker des deutschen Vertriebs eine kleine Platine (etwa 15 x 15 cm) aus einer der Endstufen zog und erklärte, dass das jetzt die  „Audio-Platine“ sei.
Wer dann erstaunt auf diese „Heizkörper“ schaute und fragte, was denn dann der Rest sei, bekam  zur Antwort: „Der Rest ist das Netzteil. Es kümmert sich darum, den Strom stabil und sauber zu machen.“.

Natürlich stimmte das nicht so zu Hundert Prozent, aber es traf die Aussage sehr genau, die ich hier gerne tätigen möchte.

Zwei Netzteile für 55.000,- DM

Wenn wir nämlich mal dieser „Audio-Platine“ unterstellen, vom Allerfeinsten gewesen zu sein und einen Gegenwert von 2.500,- DM/Stück besessen zu haben, blieben also 55.000,- DM übrig, die in „die beiden Netzteile“ geflossen sind.

So darf man das nicht sehen!?

Natürlich konnte man die Teile nicht getrennt voneinander kaufen und auch nicht betreiben. Das alles war eben “ein Gerät” und niemand kam auf die Idee, die Bausteine getrennt zu betrachten.

Um Verständnis werben

Ich möchte mit dieser kleinen Geschichte auch lediglich erreichen, dass Sie mehr Verständnis für die Bedeutung von Netzteilen aufbringen.

Das Denken ist uns Menschen manchmal ganz schön im Weg.

Während ein Netzteil im gleichen Gehäuse kosten darf was es will und muss, sollte ein Netzteil im getrennten Gehäuse nach der Meinung vieler mit 10,- € doch gut bezahlt sein, oder?

Was sollte ich als Musikliebhaber tun?

Erster Schritt:

Verbannen Sie alle Netzteile, die Sie für die Stereo-Anlage nicht zwingend benötigen, aus der Nähe der Anlage. Ihre Plattenspielerbeleuchtung mag ja noch so stylisch aussehen – wenn sie aber über so ein billiges Schaltnetzteil (intern oder extern) betrieben wird, ist das nicht gut!
Also alles, was an Netzteilen nicht unbedingt benötigt wird, das muss ganz weit weg von der Stereo-Anlage betrieben werden – wenn überhaupt.

Zweiter Schritt:

Bei den Geräten, die sie weiter betreiben möchten/müssen, ersetzen Sie diese kleinen Standard-Netzteile durch spezielle Netzteile, die aus audiophiler Sicht entwickelt wurden. Hierbei geht es zwar primär darum, die mit diesen Netzteilen betriebenen Geräte klanglich zu verbessern, aber das Ziel, mit einem besseren Netzteil keine oder weniger Störungen zu erzeugen ist nicht weniger von Bedeutung.

Und was nimmt man da nun?

Ein paar Beispiele für gute Netzteile und deren klangliche Auswirkungen finden Sie in meinem aktuellen Netzteile-Vergleichsbericht.

Zum Netzteil-Hörbericht.

1.2.5 Seitlich abstrahlende Chassis

1.2.5 Seitlich abstrahlende Chassis

1.2.5 Seitlich abstrahlende Chassis

1.2.5 Seitlich abstrahlende Chassis

Der Beitrag “1.2.5 Seitlich abstrahlende Chassis” befasst sich mit der Frage nach dem Sinn solcher Lautsprecherkonstruktionen.

Wer die Artikel zum Thema „Setup“ bis hier gelesen hat, der wird wohl bereits eine Vermutung darüber anstellen, wieso manche Boxenentwickler auf die Idee kommen, in ihre Lautsprecher seitlich abstrahlende Chassis einzubauen.
„Ganz klar, um die Musik nicht nur im Stereodreieck gut klingen zu lassen, sondern im gesamten Wohnzimmer!“

Aber das ist nur ein Teil der Wahrheit!
Wenn das denn überhaupt die Motivation des Herstellers gewesen ist. Tatsächlich lassen sich manche Entwickler aber von einer ganz anderen Feststellung leiten.

Schallausbreitung

Timpano rundum

Timpano rundum

Schauen wir uns mal die Zeichnung an, auf der ich ein Timpano (Kesselpauke)  abgebildet habe. (Der Begriff kommt aus dem Italienischen und  es heißt „ein Timpano“, aber  „zwei Timpani“, eben genau so wie beim Cappuccino)

Im Konzertsaal breiten sich die Schallwellen der Kesselpauke „kugelförmig“ – also in alle Richtungen aus.
Um es nicht unnötig kompliziert zu machen, beschränke ich mich in diesem Bericht aber auf die horizontale Ausbreitung und die sieht in etwa so aus, wie wir das beobachten können, wenn wir einen Stein ins Wasser fallen lassen.

Diese Rundum-Schallausbreitung wird von unserem Ohr und noch viel mehr von unserem Gehirn als „natürlich“ empfunden. Zumindest bei der Pauke. Bei einem Blasinstrument sieht das anders aus, denn das hat ja i.d.R. einen Trichter, der die Schallwellen ähnlich wie ein Lautsprecher  „gerichtet“ abstrahlt.

Zurück zur Pauke.

Timpano

Timpano

Schauen wir uns auf der zweiten Abbildung mal an, wie der Klang eines Timpano von unserem Lautsprecher abgestrahlt wird. Sicher, an unserem Hörplatz treffen uns seine Schallwellen auf direktem Wege, aber dennoch fehlt unserem Gehirn da etwas.
Es weiß einfach aus der Erfahrung heraus, dass sich solch ein Ton in unserem Wohnraum auch zur Seite und nach hinten ausdehnen würde.
Zwar bekommt es eine Information darüber, wie sich der Ton im Aufnahmeraum, also im Konzertsaal ausgedehnt hat, aber unser Gehirn gibt sich damit allein nicht zufrieden.
Wenn die Wiedergabe so realistisch ist, dass unser Gehirn glaubt, eine echte Pauke zu hören, dann erwartet es logischerweise, dass sich ein solcher Ton auch in unserem Wohnraum (!!) „rundum“ und damit eben auch nach hinten und zu den Seiten ausdehnt.

Bei einem nur nach vorne abstrahlenden Lautsprecher fehlt uns nun also die Information darüber, wie sich der Schall in unserem Hörraum zur Seite und nach hinten ausgedehnt hätte. Diese Information muss fehlen, weil diese Ausdehnung ja auch gar nicht stattgefunden hat.
Und genau deshalb meldet sich unser Gehirn an dieser Stelle und sagt uns:  „Da stimmt was nicht!“.

Rundumstrahler – die Lösung?

Die Lösung des Problems scheint also recht einfach zu sein. Mit zusätzlichen Chassis zur Seite und nach hinten bekommt ja unser Gehirn nun wieder diese Informationen, die es braucht, um etwas als “natürlich” zu empfinden.
Aber wie „sehen die denn aus“? Oder passender gefragt:
Wie hören die sich denn an?
Haben wir nicht schon kurz hinter den Boxen unsere Wand? Stehen da nicht neben den Boxen noch Schränke oder Regale? Sind dadurch nicht Nischen entstanden?
Es handelt sich zwar “nur” um die Reflektionen, die wir wahrnehmen, aber gut klingen tun die nicht gerade!
In aller Regel sind die dumpf, dröhnend und wummerig.
Einen Lautsprecher in solch eine Nische hineinstrahlen zu lassen, ist also sicher keine so gute Idee. Den Beweis dafür liefern uns die so weit verbreiteten Bassreflexboxen, deren Bassreflexöffnungen i.d.R. nach hinten zeigen. Und eine Bassreflexöffnung ist im Grunde genommen ja nichts anderes, als ein “masseloses Chassis”.
Ich will hier nicht falsch verstanden werden – viele ganz hervorragende Lautsprecher besitzen solche Bassreflexöffnungen. Aber leider wird das bei der Aufstellung nicht immer entsprechend berücksichtigt, weshalb ich diesen Beitrag verfasst habe.

Fazit
Seitlich abstrahlende Chassis sind in der Regel ein Beleg dafür, dass der Entwickler ein sehr natürlich wirkendes Klangbild erreichen will. Zu seiner Zielgruppe gehören die Kunden, die das anerkennen und dazu bereit sind, die Wohnung so einzurichten, dass seine Bemühungen auch zur Geltung kommen.
Sollten Sie bei Ihrer Einrichtung weniger flexibel sein, sind Lautsprecher, die nur nach vorne strahlen sicher die bessere Wahl. Und gibt es die von mir beschriebenen Nischen, dann sollten Sie am besten auch zu einer Box greifen, die noch nicht einmal eine Bassreflexöffnung an der Rückseite hat.

In dieser Serie sind schon folgende Beiträge fertiggestellt:

1.2.4 Gerade oder angewinkelt?

1.2.4 Gerade oder angewinkelt?

1.2.4 Gerade oder angewinkelt?

1.2.4 Gerade oder angewinkelt?

Bei der Beantwortung der Frage in der Überschrift zu “1.2.4 Gerade oder angewinkelt?” ,  geht es keineswegs um eine „Weltanschauung“ oder „Geschmacksache“, sondern diese Frage muss Ihnen der Hersteller der Lautsprecher beantworten.
Er legt die Abstimmung seiner Lautsprecher fest und daraus ergibt sich, ob die Boxen parallel zueinander stehen müssen oder eben angewinkelt.
Schauen wir uns zunächst einmal an, mit welch einem „Streuwinkel“ konventionelle Chassis in einem Lautsprecher ihre Schallwellen ausstrahlen.

Abstrahlwinkel

Abstrahlwinkel

Die Zeichnung zeigt in grüner Farbe den ungefähren Abstrahlwinkel eines Bass-Chassis. Der genaue Grad des Winkels ist abhängig von der Frequenz.
Wir sehen deutlich, dass ein Tieftonchassis einen sehr großen Abstrahlwinkel erreicht. Hieraus ergibt sich die Tatsache, dass wir an unserem Hörplatz mit großer Wahrscheinlichkeit im Bassbereich vom Direktschall beider Boxen „getroffen“ werden, und das so ziemlich unabhängig davon, ob sie gerade oder angewinkelt stehen.

Der Abstrahlwinkel des Mitteltöners (blaue Linien) ist schon kleiner und der des Hochtöners (rote Linien) gleicht dem einer Taschenlampe oder eines Spot-Lichtes.
Leicht erkennen wir, dass uns die beiden Hochtöner bei einer parallelen Aufstellung der Lautsprecher mit ihrem Direktschall nicht erreichen können.
Ganz einfach ausgedrückt bedeutet das für uns, dass wir den Tieftonbereich laut, die Mitten etwas leiser und die Höhen deutlich leiser hören.
Das wollen weder wir noch der Entwickler der Lautsprecher, weshalb sich ihm jetzt zwei Lösungsmöglichkeiten anbieten.

Einfach anwinkeln

Die erste ist, dass er für eine “gleich laute” Wiedergabe in allen Bereichen sorgt und uns dann empfiehlt, die Lautsprecher anzuwinkeln. Damit strahlen dann alle Chassis genau in unsere Richtung und alle Bereiche sind gleich laut.

Unterschiedliche Pegel

Die zweite Lösung liegt darin, dass er den Mittenton etwas lauter und den Hochtonbereich noch lauter abstimmt als den Bass. Dadurch strahlt der Hochtöner zwar bei einer geraden Aufstellung immer noch an unseren Ohren vorbei. Da er aber lauter ist, stimmt das Verhältnis zwischen Bass, Mitten und Höhen an unserem Hörplatz dann wieder.

Natürlich kann sich ein Boxenbauer auch für einen Mittelweg entscheiden und seinen Kunden dann „ein leichtes Anwinkeln“ empfehlen, aber wichtig ist – so oder so – dass er es seinen Kunden mitteilt, damit die nicht erst lange herumexperimentieren müssen.

Und was ist nun die “bessere” Lösung?

Die Theorie spricht dafür, dass angewinkelte Lautsprecher leichter zu handhaben sind. Alle Schallanteile erreichen uns auf direktem Wege und die Wohnung hat dadurch eine deutlich kleinere Chance, sich in das Klanggeschehen “einzumischen”.
Wer bereit ist, sich genau in das „Stereodreieck“ zu setzen, der wird bei dieser Lösung auch recht schnell zu einem guten Klangbild und einer ebenso überzeugenden dreidimensionalen Abbildung gelangen.
Der Nachteil dieser Lösung ist, dass manchmal die Raumbeschallung darunter leidet und jeder, der sich nicht am vorgegebenen Hörplatz befindet, den Klang als „dünn“ und „farblos“ empfindet.
Das muss nicht so sein, aber leider ist das manchmal so.
Das Gegenteil kann passieren, wenn der Entwickler sich für die Lösung mit den parallel stehenden Boxen entschieden hat und die Hochtonanteile entsprechend anhebt. Wer hier dann zufällig im Abstrahlwinkel eines Hochtöners sitzt, der hört alles andere als ein ausgewogenes Klangbild, denn die Höhen sind an diesem Platz einfach zu laut.
Außerdem kann es bei parallel aufzustellenden Boxen passieren, dass die Reflektionen von den Seiten- und der Rückwand in einem Raum mit viel Hall auch einen zu hohen Hochtonanteil besitzen.

Die Hersteller legen sich fest und wir suchen uns das passende heraus

Die Tatsache, dass jeder Hersteller so ein klein wenig seinen eigenen Weg geht, schenkt uns als Käufer nicht nur die Qual der Wahl, sondern auch die tolle Möglichkeit, uns einen Lautsprecher auszusuchen, der am besten zu unserem Wohnraum passt.

Leider wird dieser Aspekt in der Praxis viel zu wenig berücksichtigt. Der Glaube daran, dass es in der für uns passenden Preisklasse einen “absoluten Testsieger” gibt, der alle anderen Mitbewerber im hohen Bogen aus dem Rennen wirft, der ist einfach viel zu stark.
Und das Vertrauen in die eigenen Ohren leider viel zu schwach. Dabei müsste man es einfach nur mal versuchen!
Ich weiß, dass Sie es können!

 

In dieser Serie sind schon folgende Beiträge fertiggestellt:

1.2.3 Das Stereodreieck, nicht immer das Optimum

1.2.3 Das Stereodreieck, nicht immer das Optimum

1.2.3 Das Stereodreieck – nicht immer das Optimum

1.2.3 Das Stereodreieck – nicht immer das Optimum

Die Überschrift dieses Artikels lautet „Das Stereodreieck, nicht immer das Optimum“ und wird damit den einen oder anderen Leser dieser Reihe vermutlich überraschen.
Und doch muss man die Frage stellen dürfen:
Ist das Stereodreieck nun das „Maß aller Dinge“ oder nicht?
Die Antwort lautet:
Für den einen ja – für den anderen nicht.

Für eine korrekte dreidimensionale Abbildung brauchen wir das Stereodreieck

Eines steht allerdings fest:
Wer dreidimensional in das Klanggeschehen hinein hören will, kommt nicht umhin, sich an das Stereodreieck zu halten.
Im Tonstudio sitzt der Tonmeister in so einem Stereodreieck und hat mit hoher Wahrscheinlichkeit sogar die Boxen zu sich angewinkelt. So kann er am besten hören, ob er die Akteure richtig positioniert hat oder ob er noch etwas nachbessern muss.
Zuhause können wir zwar an der Aufnahme nichts mehr verändern, aber wir können uns darüber freuen, wenn der Tonmeister seine Aufgabe zu unserer Zufriedenheit erfüllt hat.
Das gelingt uns allerdings nur dann, wenn wir uns ebenfalls wieder „genau ins Stereodreieck“ setzen, es also dem Tonmeister gleich tun.

Das gefällt aber nicht jedem gleich gut.
Was dem einen großes Vergnügen bereitet, missfällt einem anderen, weil er sich nicht an einen einzelnen Sitzplatz binden lassen will. Ihm gefällt es vielmehr, wenn er sich „auch mal woanders“ hinsetzen kann und die Musik trotzdem noch gut klingt.
An beiden Vorlieben ist überhaupt nichts auszusetzen, nur sollte man sich über seine Wünsche im Klaren sein, bevor man auf die Suche nach seinem nächsten Lautsprecher geht.
Wer den Markt einmal zielgerichtet prüft, findet folgende Arten an Lösungen:

(Abhör-) Monitore

Monitoraufstellung

Monitoraufstellung

Wie der Name es bereits verrät, finden solche Lautsprecher in der Regel im Tonstudio Verwendung. Allerdings haben sie längst ihre Anhänger auch unter den HiFi-Freaks gefunden.
Bei diesen Lautsprechern ist es zwingende Voraussetzung, dass wir uns genau im Stereodreieck befinden und oft müssen wir die Boxen auch genau auf uns ausrichten, also anwinkeln.
Manchmal reicht es dann leider schon, unsere Kopfposition nur um wenige Zentimeter zu verändern, um die dreidimensionale Abbildung erheblich zu stören.

Mit dieser Art von Lautsprechern macht es leider auch keinen großen Spaß, die Musik außerhalb des Stereodreiecks zu hören. Die Höhen sind weg und vom Klangvolumen ist auch nicht mehr viel übrig geblieben. Sitzt man also z.B. etwas entfernt am Esstisch, klingen diese Boxen ziemlich „kraft- und farblos“ und machen dort deshalb wenig Freude.
Monitor-Lautsprecher sind die idealen Begleiter eines einzelnen Hörers, der sich einen Lieblings-Hörplatz wählt und dort beim Musikhören die Augen schließt, um sich „in das Klanggeschehen hinein versetzen zu lassen“. Sie sind jedoch nicht die erste Wahl, wenn ein kompletter Wohnraum beschallt werden soll.

Wohnungslautsprecher

Wohnraumlautsprecher

Wohnraumlautsprecher

Zu dieser Gruppe gehören wohl die meisten Lautsprecher, die der Markt uns bietet.
Doch beim Hörtest trennt sich schnell die Spreu vom Weizen und es zeigt sich, wieso es sich manchmal lohnt, ein paar Euro mehr auszugeben.

Das grundsätzliche Ziel dieser Boxenbauer ist die Entwicklung eines Allrounders. Allerdings verteilt jeder Entwickler seine Schwerpunkte etwas unterschiedlich, weshalb Sie prüfen sollten, ob ein Lautsprecher zu Ihren Wünschen passt.

Käufer, die sich gerne ins Stereodreieck setzen mögen, sollen bei dieser Lautsprecherart mit einer tollen, dreidimensionalen Darstellung des Klanggeschehens belohnt werden. Wer sich lieber außerhalb des Stereodreiecks bewegen will, soll immer noch ein harmonisches und volles Klangbild genießen können. Manchem Entwickler gelingt es sogar, auch noch eine räumlich wirkende Wiedergabe hinzubekommen, obwohl sich der Hörer außerhalb des Stereodreiecks aufhält. In der Abbildung sehen Sie als Beispiel einen Lautsprecher, der im Stereodreieck (grünes Dreieck) mit einer tollen dreidimensionalen Wiedergabe überzeugt, gleichzeitig aber auch einen großen Teil des Raumes (rot umrandete Fläche)  immer noch mit einer räumlich wirkenden Wiedergabe verwöhnt. Darüber hinaus verliert sich dann der räumliche Eindruck.
Diese Boxenart ist dann ideal, wenn sich mehrere Personen im Raum befinden, die alle „gut Musik hören wollen“ und andererseits einzelne Personen sich zwischendurch immer mal wieder die Zeit dafür nehmen, um am „besten Hörplatz“ die Musiker „beobachten“ zu können.

Raumfüllend wiedergebende Lautsprecher

Raumfüller

Raumfüller

Völlig unabhängig vom Stereodreieck arbeiten Lautsprecher, die sich die raumfüllende Wiedergabe auf die Fahne geschrieben haben.
Der Schwerpunkt liegt hier darauf, im gesamten beschallten Raum eine harmonische „Mischung“ aus Bass, Mitten und Höhen zu erzeugen. Oft arbeitet man dazu mit Rundumstrahlern oder Chassis, die in verschiedene Richtungen abstrahlen und eben nicht nur nach vorne.
Das Ergebnis ist „ein ganzer Raum voller Musik“.

Der Nachteil ist die eingeschränkte, wenn überhaupt vorhandene Ortbarkeit.
Instrumente klingen diffus von „überall“ her. Ihre Größe oder ihre Position zu bestimmen, ist nur bedingt möglich. Nicht einmal im Stereodreieck, denn das gibt es bei diesen Lautsprechern nicht. Die blau umrandete Fläche wird in dem Einrichtungsbeispiel überwiegend vom rechten Lautsprecher versorgt, die rot umrandete Fläche vom linken. Zwar ergibt sich in der Mitte ein Feld, das von beiden Boxen gut erreicht wird, aber selbst dort entsteht keine gute Ortbarkeit und auch keine reale Dreidimensionalität.

Diese Boxen sind dann die erste Wahl, wenn man sich nicht beim Musikhören auf einen bestimmten Sitzplatz fixieren lassen will.

Spezial-Lautsprecher

Manche Forderungen können nur mit Spezial-Kostruktionen erfüllt werden. Das fängt beim Subwoofer an, geht über die Zusatzlautsprecher eines Surroundsound-Systems weiter und endet nicht einmal bei Wandeinbauboxen oder Outdoor-Lautsprechern.
Sie passen nicht zum Thema dieses Berichts und ich habe sie hier nur der Vollständigkeit halber erwähnt.

Zusammenfassung:
Das Stereodreieck ist die Eintrittskarte zu einer realistischen, dreidimensionalen Abbildung eines musikalischen Geschehens. Diese Eintrittskarte gibt es aber eben nur mit den geeigneten Lautsprechern und meistens auch nur für einen einzelnen Hörer, Weitere Hörer müssen mit den „billigen Plätzen“ vorlieb nehmen. Wer sich damit nicht abfinden will und sich auch nicht „vorschreiben“ lassen will, wo er zu sitzen hat, kommt wohl mit anderen Lautsprecherkonzepten besser zurecht.

In dieser Serie sind schon folgende Beiträge fertiggestellt:

1.2.2 Abstand der Lautsprecher zueinander

1.2.2 Abstand der Lautsprecher zueinander

1.2.2. Abstand der Lautsprecher zueinander

1.2.2. Abstand der Lautsprecher zueinander

Im Teil 1.2.2 Abstand der Lautsprecher zueinander, erfahren Sie etwas darüber, wieso es nicht gleichgültig ist, wie weit Sie die Boxen voneinander entfernt aufstellen.

Gibt es für den Abstand der Boxen zueinander eine feste Regel?

Das Stereodreieck

Das Stereodreieck

Wie groß der Abstand zwischen den Lautsprechern sein sollte, wird uns in der Regel vom Hersteller vorgegeben.
Zwar ergibt sich der Abstand (die Linie A) in der Regel einfach dadurch, dass wir den Abstand zwischen unserem Hörplatz und der Linie A (also die Linie B) messen und danach die Länge der Linie A festlegen (A ist gleich B), aber es gibt auch Lautsprecher, die lieber etwas enger zusammenstehen möchten und andere, die dann am natürlichsten abbilden, wenn sie sehr weit voneinander entfernt aufgestellt werden. Das “klassische Stereodreieck”, bei der die Höhe des Dreiecks seiner Grundlinie entspricht, wird dadurch zwar etwas verzerrt, aber am Ende zählt eben doch immer noch das Ergebnis.
Die wichtigste Forderung lautet nun einmal, dass das Klanggeschehen authentisch wiedergegeben wird.

 

In den Abbildungen 1 bis 3 sehen wir voneinander abweichende Boxenaufstellungen, die aber alle zur gleichen Darstellung des musikalischen Geschehens führen.

1_Standard-Abbildung

1_Standard-Abbildung

Zur Abbildung 1:
Wir sehen die Standard-Aufstellung, die hier zu einer Standard-Darstellung führt. Wir hören links die Gitarre, in der Mitte den Bass, dahinter das Schlagzeug und rechts das Saxophon. Die Boxen bilden hierbei nicht die “Torpfosten”, zwischen denen sich das Klangbild abspielt, sondern die Darstellung geht durchaus auch links neben dem linken und rechts neben dem rechten Lautsprecher noch weiter.

2_Extrabreite Boxenaufstellung

2_Extrabreite Boxenaufstellung

 

In der Abbildung rechts stehen die Lautsprecher sehr weit voneinander entfernt. Dadurch bilden sie jetzt die “Torpfosten”, zwischen denen sich alles darstellt. Dennoch ergibt sich die identische Abbildung des musikalischen Geschehens wie in Abbildung 1.

3_Sehr enge Boxenaufstellung

3_Sehr enge Boxenaufstellung

In der dritten Abbildung (links) stehen die Boxen extrem eng zusammen und dennoch wird auch in diesem Beispiel das Klanggeschehen absolut identisch zu den Abbildungen 1 und 2 dargestellt. Trotz unterschiedlicher Aufstellung ist das Ergebnis bei allen drei Varianten immer das selbe.
Dies liegt einfach daran, dass hier die Hersteller unterschiedliche Wege gegangen sind, um das gleiche Ziel zu erreichen.

 

4_Zu wenig Breitenstaffelung

4_Zu wenig Breitenstaffelung

Was geschieht, wenn die Boxen mit zu wenig Abstand zueinander aufgestellt werden, das verdeutlicht die Abbildung 4. Alle Musiker „knubbeln“ sich in der Mitte. Die Gitarre ist nicht mehr links vom linken Lautsprecher, das Saxophon nicht mehr rechts vom rechten Lautsprecher, sondern alles spielt sich in der Mitte zwischen den Boxen ab. Keiner der Musiker hat den Raum, den er braucht, um sein Instrument spielen zu können. Wer eine solche Wiedergabe mag, der sollte sich besser nach guten Mono-Anlagen  und -Aufnahmen umschauen.

 

 

5_Übertriebene Breitenstaffelung

5_Übertriebene Breitenstaffelung

Stehen die Boxen jedoch zu weit auseinander, wird auch das Klangbild auseinander gezogen. Das Schlagzeug ist nun so groß, dass der Drummer drei Meter lange Arme braucht, um an alle Toms und Becken heran zu kommen. Die anderen Instrumente spielen so weit voneinander entfernt, dass die Zusammengehörigkeit verloren geht. Das kann so weit gehen, dass wir das Gefühl bekommen, jeder Musiker würde einen ganz anderen Titel spielen.

Zugegeben – so eine extrem breite Darstellung kann durchaus “beeindruckend” sein – aber auch hier muss man einfach das Ziel der High-Fidelity im Auge behalten und das lautet nicht:  “So beeindruckend wie möglich”, sondern “so realistisch wie möglich”.

Wenn ein Boxenkauf ansteht, sollten Sie sich rechtzeitig darüber informieren, wie die Lautsprecher aufgestellt werden sollten. Zum einen können Sie damit möglicherweise Einrichtungsprobleme auf einfache Art und Weise lösen. Zum anderen ist so etwas aber immer auch eine kleine “psychologische” Angelegenheit. Denn bei allen oben gezeigten Abbildungen werden Sie erkennen, dass wir etwas anderes hören als unser Auge sieht. Und das empfindet jeder ein klein wenig anders. Die zu enge Boxenaufstellung gefällt z.B. kaum jemandem. Und das vertrackte dabei: Schließen wir die Augen, hören wir das Klanggeschehen in voller Breite. Öffnen wir die Augen und sehen, wo die Boxen stehen, “schiebt unser Gehirn” plötzlich auch das Klangbild eng zusammen. Es “beschließt” einfach, dass “von so weit rechts und links gar nichts zu hören sein kann” und packt alles in die Mitte. Schließen wir die Augen – zieht es sich wieder auseinander.
So etwas muss man mögen.

In dieser Serie sind schon folgende Beiträge fertiggestellt:

1.2.1 Abstand der Lautsprecher von der Wand

1.2.1 Abstand der Lautsprecher von der Wand

1.2.1 Abstand der Lautsprecher von der Wand

1.2.1 Abstand der Lautsprecher von der Wand

Im Teil 1.2.1 Abstand der Lautsprecher von der Wand erfahren Sie, warum die Lautsprecher einen bestimmten Abstand zur Wand benötigen.

Wohnen ist wichtiger als Musik zu hören?

Sagen wir es doch mal – wie es ist:
Beim Einrichten des Wohnzimmers sind verschiedene Situationen zu berücksichtigen. Wo sitzt man, wenn Besuch da ist?  Wo kann man am besten fernsehen? Wo sitzt man mit den Kindern? Wo kommt der Essplatz hin?
Wenn alles seinen Platz in der Planung gefunden hat, kommt Papa mit seiner „hässlichen HiFi-Anlage“. Diese „riesigen Telefonzellen“ müssen auch noch irgendwo hin und überall liegen armdicke Kabel herum!
„Schatz, wenn Sandra in die WG gezogen ist, könntest Du doch Deine Anlage …!“.

Nein – in diesem HiFi-Handbuch löse ich keine Eheprobleme, dafür gibt es andere Bücher.

Dieser Teil der Anlagen-Setup-Reihe befasst sich mit der richtigen Aufstellung von Lautsprechern. In wieweit Sie die Vorgaben umsetzen können/dürfen 🙂 , wird hier nicht berücksichtigt.
Allerdings werde ich Ihnen auch noch Tipps dafür geben, wie man mehrere Interessen bei der Einrichtung unter einen Hut bringen kann. Eine gewisse Flexibilität erfordern sie jedoch auf jeden Fall auch.

Abstand der Lautsprecher zur Wand.

Beim Festlegen des Abstands zwischen der Box und der Wand gibt es zwei Aspekte zu berücksichtigen:

a) Die Beeinflussung von einzelnen Frequenzbereichen (vor allem die Bassanhebung) und
b) Die dreidimensionale Abbildung

a) Die Beeinflussung von einzelnen Frequenzbereichen

Hierzu sollten Sie wissen, dass sich die Bassanteile bei der Wiedergabe grundsätzlich durch eine Wand- und Bodennähe erhöhen.
Um also z.B. aus einer Regalbox das Maximum an Bass „heraus zu kitzeln“, müssten wir sie auf den Boden stellen und dann ganz in die Zimmerecke schieben.
Doch sollten wir bedenken, dass sich die Entwickler von Lautsprechern ja auch den einen oder anderen Gedanken gemacht haben.
Messtechnisch gesehen, stellt ein Abstand von 80cm zwischen der Wand und der Front (!) eines Lautsprechers eine gute Grundposition dar. Schieben wir sie dichter an die Wand oder ziehen wir sie weiter von ihr fort – wird sich im Frequenzverlauf einiges verändern. Das kann zu einer völligen Auslöschung des Bassbereiches führen, aber auch zu einer unerträglichen Anhebung.
Zwar gibt es Lautsprecher, die vom Entwickler für eine wandnahe Aufstellung optimiert wurden, aber leider bezieht sich das in der Regel dann wirklich nur auf den Frequenzverlauf und nicht auch auf unseren zweiten Punkt.

b) Die dreidimensionale Abbildung

Immer wieder erlebe ich es, dass mich Kunden „so ganz komisch ansehen“, wenn ich ihnen etwas von einer dreidimensionalen Abbildung erzähle und über eine „Raumtiefe im Klangbild“ berichte.
Wenn man dann in der Kundenwohnung entdeckt, dass die Boxen praktisch „an der Wand“ stehen, erklärt sich das von selbst.

Denn da dürfen die Boxen einfach nicht stehen.

Das Stereodreieck

Das Stereodreieck

Ich lade Sie hier zu einer Testreihe ein:

Wie weit Ihre Lautsprecher voneinander entfernt aufgestellt werden sollen, gibt der Hersteller in der Regel vor. Das ist in der Zeichnung die Linie A.
Wir messen diese Linie und ziehen dann eine zweite Linie mit der gleichen Länge von der Mitte der Linie A zu unserem Sitzplatz. Das ist dann die Linie B.
Sitzen wir zu weit weg oder zu dicht an den Boxen, korrigieren wir das jetzt. Notfalls stellen wir uns für die Testdauer einen Stuhl dahin.
Ergebnis: Wir sitzen im perfekten Stereodreieck.

Erster Testdurchlauf – Ran an die Wand!

Im ersten Teil des Tests beginnen wir mit einer extrem wandnahen Aufstellung. Die Linie C in meiner Zeichnung wird also so kurz wie möglich gehalten.
Ergebnis:
Wir hören die Musik so, als wäre unsere Wand eine Leinwand, auf der sich das Klanggeschehen zweidimensional, also „flach“ abspielen würde. Instrumente und Stimmen befinden sich in einem sehr kleinen Bereich zwischen und hinter den Boxen. Von räumlicher Tiefe kann kaum eine Rede sein.

Zweiter Testdurchlauf – So soll es sein

Für den zweiten Durchgang ziehen wir die Boxen nun auf die Grundposition, stellen sie also 80 cm von der Wand entfernt auf.
Vorausgesetzt, Ihre Komponenten sind nicht schon mit den Grundanforderungen an eine HiFi-Anlage überfordert, werden Sie nun feststellen können, dass die Instrumente und Stimmen viel weiter nach „hinten“ gerückt sind. Längst ist Ihre Wand kein Hindernis mehr für die akustische Abbildung. Sie “schauen” durch sie hindurch und sehen Musiker, die 2 bis 3 Meter oder noch viel weiter hinter (!) der Wand spielen.

Dritter Testdurchlauf – Jetzt übertreiben wir

Wenn es möglich ist (Linie A und B müssen dabei gleich lang bleiben!), dann rücken Sie jetzt mit den Boxen noch ein Stück von der Wand weg. Übertreiben Sie es ruhig, wenn der Platz vorhanden ist! Es ist ja nur ein Test!
Nun werden Sie feststellen, dass Sie eine räumliche Tiefe geboten bekommen, die Sie sonst nur in einem riesigen Theater erleben können – wenn Sie denn ganz weit hinten sitzen.
Legen Sie mal West-Side-Story auf, schließen Sie die Augen und hören Sie sich eine der Szenen an, in der die Gangs von den Polizisten mit ihren Trillerpfeifen gejagt werden!  Ich verspreche Ihnen eine Gänsehaut.

Natürlich – muss es klingen

Aber lassen Sie sich nicht dazu verlocken, das jetzt als „natürlich“ zu empfinden, nur weil es so beeindruckend ist!
Genau das ist nämlich das Problem an der High-Fidelity.
Manchmal „kann“ sie leider etwas nicht. Das ist dann schade. Aber manches macht sie auch „viel zu gut“. Das lockt uns dann, weil es uns so beeindruckt, aber die Freude währt nicht lange. Unser Gehirn entlarvt das Unnatürliche recht schnell und „irgendwas stört uns dann“.

Geduld führt zum Ziel

Bis wir herausgefunden haben, wo genau die Boxen am besten stehen, kann eine Weile vergehen. Das ist aber kein Grund, die Flinte ins Korn zu werfen. So lange es nicht klingt, schieben wir schon freiwillig. Sobald es „recht gut“ klingt, ist es ja auch schon in Ordnung.
Und ich will nicht verschweigen, dass die Punkte a), also die saubere und korrekte Wiedergabe der Frequenzen und b) die dreidimensionale Abbildung, durchaus auch mal unterschiedliche Abstände erfordern können. Nach a) sind dann vielleicht 70 cm optimal, nach b) aber eher 90 cm. Hier gilt es dann einen Kompromiss zu finden, mit dem Sie persönlich am besten leben können.
Und spätestens dabei kann Ihnen überhaupt niemand helfen!
Denn wer könnte besser wissen, was sie bevorzugen, als Sie selbst?

In dieser Serie sind schon folgende Beiträge fertiggestellt:

1.2 Die Aufstellung der Lautsprecher

1.2 Die Aufstellung der Lautsprecher

1.2 Die Aufstellung der Lautsprecher

1.2 Die Aufstellung der Lautsprecher

In dem Teil – 1.2 Die Aufstellung der Lautsprecher – erfahren Sie, wie wichtig es ist, die Lautsprecher an die richtige Stelle zu stellen.

Man muss es ganz deutlich sagen:
Selbst im besten aller Hörräume wird es dennoch „ganz gruselig“ klingen, wenn die Lautsprecher an der falschen Stelle stehen und im schlechtesten aller Räume lässt sich noch eine Menge retten, wenn denn nur die Boxen an der richtigen Stelle stehen dürfen.
Fragen Sie jetzt aber bitte nicht, was wichtiger ist, die Raumakustik oder die Boxenaufstellung.
Wenn man zwei Schritte braucht, um ein Ziel zu erreichen, ist jeder Schritt von gleicher Bedeutung.

Wer die bisherigen Berichte zum Anlagen-Setup gelesen hat, der weiß bereits, dass eine gute Raumakustik zwar wichtig, doch manchmal schwer zu erreichen ist.
Tatsächlich komme ich aber in der Praxis in weitaus mehr Räume, die von der Akustik her eigentlich ganz gut zu gebrauchen wären, in denen man aber leider erkennen kann, dass mindestens einer der Bewohner „die Dinger am liebsten ganz aus dem Wohnzimmer verbannen würde“.

Und ich werde noch einmal deutlich:
Nein, das wird nicht besser durch teurere Lautsprecher, die an der gleichen schlechten Stelle stehen!

Sie können sich zwischen den folgenden drei Varianten entscheiden:

  • Gut Musik zu hören ist nur ein sekundäres Ziel.
    Tipp:  Es gibt sehr günstige Anlagen, die für eine angenehme „Hintergrundbeschallung“ sorgen.
  • Gut Musik zu hören ist das (!!) primäre Ziel.
    Tipp: Das geht definitiv nur (!!) mit der richtigen Aufstellung. Keine Diskussion!
  • Gut Musik zu hören ist gleichgestellt mit dem Wunsch „schön“ zu wohnen.
    Tipp: Hier gilt es, einen Kompromiss zu finden. Ideen dazu finden Sie in den nächsten Berichten.

Um die Forderung nach einer “richtigen” Boxenaufstellung zu verstehen, will ich es am Beispiel von zwei DIA-Projektoren erläutern.

Stellen Sie sich vor, wir haben zwei Dias, die von einer 3D-Kamera stammen und nur gemeinsam ein 3D-Bild ergeben. Leider haben Sie keinen 3D-Projektor, weshalb Sie einfach zwei einzelne Projektoren verwenden.
Nun wird es für Sie logisch sein, dass sich der korrekte 3D-Eindruck nur dann einstellt, wenn die beiden Projektoren im richtigen Abstand zueinander aufgestellt sind und absolut exakt auf den gleichen Punkt auf der Leinwand ausgerichtet wurden.
Schon eine winzige Verschiebung führt zu “Doppel-” oder “Geisterbildern”. Nur dann, wenn Sie ganz genau ausgerichtet wurden, stellt sich der “Raumeindruck” ein und auch Farben und Konturen wirken tief und echt.

Und ganz genau so verhält es sich auch mit den Lautsprechern. Jeder für sich ist so zu sagen “ein Teil eines akustischen 3D-Projektors” und nur wenn beide zusammenkommen und korrekt ausgerichtet sind, entsteht auch ein realistischer 3D-Raumeindruck.

Natürlich können wir diese Aussagen und Empfehlungen “in den Wind schlagen” und die Boxen einfach “irgendwo hin” strahlen lassen. Immer noch werden sie die gleiche Musik von sich geben, aber mit einer Stereo-Wiedergabe im Wortsinne hat das nichts gemein. Wir könnten ja auch die beiden DIA-Projektoren einfach “irgendwo hin” strahlen lassen und würden genau so immer noch erkennen können, was auf den DIAs abgebildet ist. Nur eben nicht in 3D.
Wem es also völlig genügt, Musik einfach in einen Raum zu strahlen, der kann sich eine Menge Arbeit und Kosten sparen. Und das Lesen dieses HiFi-Handbuchs obendrein. 🙂

In dieser Serie sind schon folgende Beiträge fertiggestellt:

1.1.4 Bassfallen und andere Gemeinheiten

1.1.4 Bassfallen und andere Gemeinheiten

1.1.4 Bassfallen und andere Gemeinheiten

1.1.4 Bassfallen und andere Gemeinheiten

“Pimp my room” so lautet oftmals die Devise, auf die ich hier im Bericht 1.1.4 Bassfallen und andere Gemeinheiten ein wenig näher eingehen will.

Hat man nämlich erst einmal herausgefunden, in welchem Frequenzbereich einem der Hörraum Probleme bereitet, kann man sich entweder überlegen, mit welcher zusätzlichen Einrichtung (Bücherregal, Teppiche und so weiter) man diesem Problem zu Leibe rückt, oder man vertraut mehr in die schier unüberschaubar große Anzahl an speziellen Akustik-Elementen.
Für wirklich jeden Frequenzbereich und jedes Problem gibt es Speziallösungen.

Bassfallen sind zum Glück eine absolut unblutige Lösung, werden aber meistens mit den gleichen ablehnenden Gefühlen betrachtet. Meistens sind das rohrförmige, halbrunde oder im Profil dreieckige Elemente, die in die Zimmerecken gehören und eben nicht ganz vom Boden bis zur Decke reichen dürfen. Wichtig ist der Hohlraum, in den der Bass (so der Plan) zwar hinein- aber eben nicht wieder herausfinden soll.
Für die höheren Frequenzen nennen wir das ganze dann Helmholtz-Resonatoren (nach Hermann von Helmholtz). Das sind mehr oder weniger “hübsch” geformte Hohlkörper mit Löchern drin, gerne auch “Vogelhäuschen” genannt.

Wandelemente

Wandelemente

Wer nicht dafür sorgen muss, dass Schallenergie “vernichtet” wird, sondern wem es ausreicht, dass die reflektierten Schallwellen nicht wieder auf sich selber treffen, der kann sich mit Diffusoren befassen. Das sind diese “Setzkästen”, bei denen in manche Fächer gar nichts hinein passt. 🙂
Aber es gibt sie auch (wie im Foto von der High-End 2016 zu sehen) als “Wandelemente”.
Doch wir müssen uns bei all diesen Dingen immer eine Tatsache vor Augen führen:

Wir vernichten hier etwas, was unsere Lautsprecher erzeugt haben, unser Raum aber nicht verträgt!

Das ist so, als würden wir uns eine ganze Torte bestellen, dann nur zwei Stücke schaffen und den Rest in den Müll werfen.
Während man die Torte noch an andere weiter reichen könnte, gelingt das aber mit dem “Zuviel” an Schallenergie in unserem Wohnraum natürlich nicht.
Klüger wäre es wohl gewesen, sich von vornherein Lautsprecher zu kaufen, die nur so viel Energie erzeugen, wie der Raum verkraften kann. Das eingesparte Geld hätte man dann wunderbar dafür einsetzen können, dass man zwar kleinere, aber dafür eben “bessere” Boxen kauft. … oder eben auch den besseren Verstärker dazu.
Aber das nur nebenbei und zurück zu den Akustik-Elementen.

Viele von ihnen sehen richtig gut aus und wer sie leiden mag, der hat schnell das Mittel der Wahl gefunden.
Aber zumindest bei den Diffusoren können wir uns denken, dass wir sie auch anderweitig “selber herstellen” können. Jedes Bücher- oder Schallplattenregal ist ein wunderbarer Diffusor.
Hier ist Ihre Kreativität gefragt.
An dieser Kreativität fehlt es vielen Anbietern im High-End-Bereich ganz bestimmt nicht, die uns sündhaft teure Glöckchen, Glasplättchen, Aufkleber und was weiß ich nicht alles anbieten.

Und eines will ich überhaupt nicht leugnen – nämlich dass all diese Dinge Einfluss auf unser Klangerlebnis haben können. Vieles habe ich schon mit überraschendem Ergebnis ausprobiert und eigentlich nur deshalb nicht in mein Programm aufgenommen, weil ich zu feige war.
Doch es gibt weitere Gründe.
Zum einen ist es einfach so, dass viele dieser esoterisch angehauchten Mittelchen erst dann ausprobiert werden sollten, wenn die Kette und der Raum “ausgereizt” sind – es also nichts anderes mehr zu verbessern gibt. Davon ist eine große Zahl an HiFi-Anlagen leider noch weit entfernt.
Zum anderen ist es so, dass ich mich schon manchmal darüber ärgere, wenn ich “ähnliche Dinge” (die aber für ganz andere Zwecke gedacht sind) für 20,- € kaufen kann, während die fast identischen Teile 200,- € kosten, sobald sie denn die HiFi-Freaks als Zielgruppe vor Augen haben.

Spalttechnik

Spalttechnik

Zurück zum Raum.
Was ich toll finde ist, wenn man die Schalloptimierung durch besondere Designobjekte hinbekommt. Gute Freunde von mir haben sich Elemente aus gespaltenem Holz anfertigen lassen. Diese Elemente sind zu allererst eine interessante Wandgestaltung – aber nebenbei auch richtig gute Akustik-Elemente, denn sie verwandeln eine kahle, harte Wand in einen diffusierenden Bereich und sorgen so für eine tolle Akustik.

Wer so gut wie gar kein Geld in diese Maßnahmen stecken will und wem die Optik völlig gleichgültig ist, der greift einfach zu den Methoden von anno dazumal zurück, sprich – er hängt sich die berühmten Eierkartons oder ähnliches an die Wände oder an die Decke.
Da ist dann zwar nichts “exakt berechnet”, aber das will unser Ohr (besser unser Gehirn) auch gar nicht. Wenn die Raumakustik “natürlich” ist, und das ist sie immer, wenn sie so ist wie sie eben in vielen Räume ist, dann ist das schon in Ordnung.

Wer Lust hat, mit solchen Dingen zu experimentieren, muss sich vor Augen führen, dass es auf die „gesunde Mischung“ ankommt. Weder wollen wir den Schall totschlagen, so dass alles wie „eingeschlafene Füße“ klingt, noch wollen wir dem Schall die Chance geben, sich nach jeder Reflektion lauter aufzubauen. Ein Triangel (es heißt „der Triangel!)“ muss frei und auch ein wenig grell schwingen können. Das muss auch mal im Ohr weh tun dürfen.
Ein rollender Bass muss auch mal unseren ganzen Raum füllen. Wenn der Künstler das so gewollt hat.

Wer solche Extreme verhindern will, obwohl sie der Aufnahme entsprechen, der muss sich vor Augen führen, dass er dann auch auf alle anderen Schallereignisse Einfluss nimmt, was im Endeffekt zu einer recht seltsamen Wiedergabe führt.
Also – ganz klar – was aufgenommen wurde  – das muss auch wiedergegeben werden dürfen.

Kann der Raum das im Original nicht verkraften – sollte man nicht nur darüber nachdenken, den Raum mit Spezial-Elementen zu optimieren, sondern vielleicht auch darüber, einfach zu kleineren Lautsprechern zu greifen. Ganz bestimmt werden die Probleme dadurch auch kleiner werden!

Zum Ende dieses Berichts:
Wenn Sie mit Freunden aktiv Musik machen, dann werden Sie feststellen, dass manche Instrumente für den Proberaum in bestimmten Frequenzen einfach zu viel Schallenergie erzeugen. Das kann bei einem Schlagzeug z.B. nur auf eine einzelne Hänge- oder Stand-Tom zutreffen. Dann bleibt einem gar nichts anderes übrig, als den Raum zu optimieren. Doch zunächst einmal wird der Schlagzeuger versuchen, diese eine Tom zu bedämpfen. Erst wenn sie dann nicht mehr so klingt wie sie eigentlich klingen soll, muss er doch daran gehen,  den Raum zu optimieren.
In unseren Wohnzimmern ist das anders. Wir können nicht einzelne Instrumente bedämpfen und wollen uns auch nicht auf eine bestimmte Musik festlegen. Wir wollen alles hören.
Also müssen wir dafür sorgen, dass alle Frequenzen sauber und harmonisch zueinander aufgebaut werden können.

Und doch sollten wir wie der Schlagzeuger beim Instrument, also beim Lautsprecher, beginnen. Testen Sie immer (!) vor einem Kauf, ob die Energie, die von einem Lautsprecher ausgeht – ob die überhaupt in ihren Hörraum passt. Und wenn das nicht der Fall sein sollte, dann sollten Sie vernünftig genug sein, “sich nur ein oder zwei Stücke zu bestellen” und nicht die ganze Torte.
Denn mit der Torte und der Schallenergie verhält es sich absolut gleich:
Ganz ohne ist blöd – aber zu viel macht hinterher Probleme.

In dieser Serie sind schon folgende Beiträge fertiggestellt: